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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Ibatzes

Ἰβάτζης

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
22679
Namensvariante
Ivac (Sekundärliteratur); Ivats (Sekundärliteratur)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
11. Jh.
Erste Erwähnung
1015
ethnos
Bulgarien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
bulg.: Strategos; Strategos (bulg.)
Name normalisiert
Ibatzes
Ort
Pelagonia; Diabolis (Devol); Ochrid/Ohrid (Bulgarien); Pronitza (Bulgarien); Brochotos (Gebirge in Bulgarien)
Quelle
Skylitzes

T: Bulgarischer Fürst und Befehlshaber — στρατηγός.

V: I. wird von Skylitzes als sehr berühmt und tüchtig (φανερώτατος ἀνὴρ καὶ δεδοκιμασμένος) beschrieben. Im Jahre 1015 vernichtete er bei Pelagonia eine byzantinische Armee, die unter dem Befehl des Georgios Gonitziates (# 22248) und des Orestes Aichmalotos (# 26199) stand. Kaiser Basileios II. versuchte, I. zu verfolgen und die Niederlage zu rächen, hatte aber keinen Erfolg.

Als nach dem Tod des Ivan Vladislav (# 23582) die meisten Bulgaren die Waffen niederlegten und sich unterwarfen, soll allein I. weitergekämpft haben. Über sein Ende, das in den Sommer des Jahres 1018 fällt, berichtet Skylitzes in einem ausführlichen Exkurs, dessen Historizität nur schwer einzuschätzen ist: Diesem Bericht zufolge hatte I. sich auf seinen Besitz Pronista zurückgezogen, der in einem schwer zugänglichen Berggebiet namens Brochotos lag (in der Nähe von Ohrid und Diabolis), leistete dort den Byzantinern weiter Widerstand und sammelte Anhänger um sich. Auf die Nachricht hiervon schlug Basileios II. sein Heerlager bei Diabolis auf, konnte aber nichts ausrichten. Daraufhin faßte der byzantinische Gouverneur (Archon) von Ohrid, Eustathios Daphnomeles (# 21864), einen waghalsigen Plan, in den er nur zwei Vertraute (# 30596) einweihte. Als I. das Fest der Entschlafung Mariens (15. August) feierte, wozu er auch viele Verwandte und Freunde einlud, erschien dort auch Eusthatios, obwohl er nicht eingeladen war, und gab vor, sich I. anschließen zu wollen. Er erklärte, daß er ihm unter vier Augen eine wichtige Mitteilung machen wolle. I. führte ihn in einen benachbarten Garten. Dort fiel Eustathios, der körperlich sehr stark war, über ihn her und warf ihn zu Boden. Dann rief er seine beiden Leute hinzu, und sie blendeten I. Den zusammenlaufenden Bulgaren erklärte Eustathios, daß sie sich nun, da ihr Anführer geblendet worden sei, dem Kaiser ergeben sollten, um Schlimmeres zu vermeiden. Die Menge tobte, ließ sich dann aber überzeugen. Eustathios brachte I. zum Kaiser, der ihn ins Gefängnis werfen ließ.

Q: — (Hist.): Skylitzes, Basileios 38, p. 354,74-81; 41, p. 360,46-48; 42, p. 360,49 – 363,42.

L: Zlatarski, Istorija I/2 717. 731. 737–740; Istorija na Bălgarija II 355. 417–420; Božilov, Bălgarite 313f.; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 168f.; Nikolov, Bulgarian Aristocracy 153f.; Pirivatrić, Samuilova država 125; Stephenson, Basil 35; Dölger–Müller, Regesten Nr. 805; Strässle, Krieg 204f.; Nikolov, Centralizăm 143–145. — Zu dem Exkurs cf. Runciman, Bulgarian Empire 250 (unkritische Nacherzählung); bes. Pirivatrić, Samuilova država 176f.

QuelleSource