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Ioannes Kurkuas

Ἰωάννης

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
22917
Namensvariante
Kurkuas (Familienname); Krokoas (Familienname) = Kurkuas; Yovhannēs-Gurgēn (arm.); Gurgen: Gurgēn (arm.); Q.r.qāš (arab. für Kurkuas); Kurkuja (mbulg.) (Familienname); Kurkua (mbulg.) (Familienname); Qurquwās (arab. für Kurkuas)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
919
ethnos
Armenien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Drungarios Bigla; Magistros; Domestikos Scholai; magistr (mbulg.) = Magistros; domestik otborom (mbulg.) = Domestikos scholai; drungarie viglam (mbulg.) = Drungarios Bigla; Anthypatos; Patrikios; Dux Scholai; Anthypatos Patrikios; isxan: išxan išxanac‘ Gamrac‘ ašxarhin (arm.: “Fürst der Fürsten von Gamirk‘/Kappadokien”); Oberbefehlshaber Kappadokien = išxan išxanac‘ Gamrac‘ ašxarhin (arm.: “Fürst der Fürsten von Gamirk‘/Kappadokien”); bas. Protospatharios; dumustuq: dumustuq (arab.) = Domestikos
Name normalisiert
Ioannes
Ort
Dvin = Tibi = Dabīl (arab.); Tibi = Dvin = Dabīl (arab.); Manzikert; Mazdat = Mastaton ; Mastaton (Festung); Theodosiupolis = Karin = Qālīqalā (arab.); Qālīqalā (arab.) = Theodosiupolis; Araxes (Fluß); Erax (griech.; Fluß) = Arax; Phasis (griech.; Fluß) = Arax; Iberia; Lamos (Fluß in Kilikien) = al-Lāmus (arab.); Baiburt = Païper (griech.) = Païperte (griech.); Païper (griech.) = Baiburt = Païperte (griech.); Païperte (griech.) = Païper (griech.); Chaldia (T); Gamirk‘ (arm.) = Kappadokien (L); Melitene; Bithynien; Bosporos; Dokia (im Thema Armeniakon) = Darbidun = Tokat (moderner türk. Ortsname); Darbidun (im Thema Armeniakon) = Dokia = Tokat; Armeniakon (T); Tokat (moderner türk. Ortsname) = Dokia = Darbidun; Charsianon (Kastron); Halys (Fluß); Euphrat (Fluß); Tigris (Fluß); Kaisareia (Kappadokien); Kappadokien = Gamirk‘ (arm.); Hisn Ziyad: Ḥiṣn Ziyād (arab.) = Ḫarbūt (arab.) = Charpete (Stadt am oberen Euphrat); Ḥisn Salām (Festung am oberen Euphrat); Charpete (Stadt am oberen Euphrat) = Ḥiṣn Ziyād (arab.) = Ḫarbūt (arab.); Pegekloster (Kpl.); Ḫarbūt (arab.) = Charpete (Stadt am oberen Euphrat); Kpl.: Pegekloster; Gamirk‘ (arm.) = Kappadokien ; Havacic: Havačič‘ (Festung nahe Theodosiupolis) = Hafǧīǧ (arab.); Hilat: Ḫilāṭ (arab.) = Xlat‘ (arm.); Phasiane = Basean (Region in Armenien); Dabīl (arab.) = Tibi (griech.) = Dvin; Euphrat; Tigris; Melitene = Malaṭya (arab.); Malaṭya (arab.) = Melitene; Samosata = Sumaysāṭ (arab.); Sumaysāṭ (arab.) = Samosata; Utik‘ (Armenien); Simsat: Šimšāt (arab.) = Arsamosata; Arsamosata = Šimšāt (arab.); Hafǧīǧ (arab.) = Havačič‘ (Festung nahe Theodosiupolis) ; Lamos (Fluß in Kilikien; Kilikien; Edessa (Syrien) = ar-Ruhā (arab.) = Urfa (moderner türk. Ortsname; Ruha: ar-Ruhā (arab.) = Edessa
Quelle
Konst. Porph., DAI; Georg. mon. cont. (Bonn); Theoph. cont. 6; Ps.-Symeon; Stephan von Taron (Asołik); Georg. mon. cont. (Muralt); Leon gr.; Theod. mel.; Yovhannēs Drasx.; Georg. mon. cont. (Istrin); Skylitzes; Zonaras; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163); Seibt–Wassiliou; ZN; Michael syr.; Ibn Ẓāfir; Abū Firās (Ḫalawayh); Nuwayrī; Abū l-Maḥāsin; Ibn Ḫaldūn; Ibn Šaddād; Sibṭ b. al-Ǧawzī; Symeon sl.; Nestorchronik; Symeon log. (Wahlgren); Abū l-Fidā'; De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072); Suyūṭī; Ibn al-Ğawzī; ‘Aynī; Ḏahabī, Ta'rīḫ; Symeon log. ; Vita Basilii iun. (BHG 263)

N: Familienname: Kurkuas — ὁ Κουρκούας (u. a. Theoph. cont.; DAI 45,162f.); Krokoas — ὁ Κροκόας (Georg. mon. cont. [Bonn; Muralt; Istrin]); mbulg: Kurkuja, Kurkua; arm.: Gurgēn (Yovhannēs Drasx., cap. 63 [256], p. 344 [B.-Ch.] = cap. 63,7, p. 215 [Maksoudian]), Yovhannēs-Gurgēn (cf. Dédéyan, Mleh 93); arab.: Qurquwās (Abū Firās) und Quruqāš (Ibn al-Aṯīr).

T: Drungarios der Bigla — δρουγγάριος τῆς βίγλης, mbulg.: drungarie viglam (in der mbulg. Übersetzung Plural von Bigla); später Domestikos der Scholen — δομέστικος τῶν σχολῶν; mbulg.: domestik otborom; Ps.-Symeon 742,3f. nennt ihn Dux — δοὺξ τῶν σχολῶν; Magistros — μάγιστρος. Die Siegel nennen die Titel Anthypatos Patrikios, basilikos Protospatharios und Domestikos der Scholen. Die Wundersammlung des Pegeklosters bezeichnet seine Stellung als die eines Befehlshabers der Tagmata im Osten: Ἰωάννης ..., ᾧ καὶ ἡ τῶν στρατιωτικῶν ταγμάτων ἐν τῇ ἕῳ ἐπιστεύθη ἀρχή. Bei Yovhannēs Drasx. wird er untechnisch als “presiding prince of the land of Gamirk‘” (engl. Übers. Maksoudian), d. h. von Kappadokien (= arm.: Gamirk‘), “išxan des išxan du pays de Cappadoce (Gamirk‘)” (franz. Übers. B.-Ch.) — arm.: išxan išxanac‘ Gamrac‘ ašxarhin, bezeichnet. In den arabischen Quellen wird er oft bloß als Domestikos (dumustuq) bezeichnet; bei Ibn Ẓāfir wird er irrtümlich mit dem Kaiser gleichgesetzt: “er schrieb einen Brief an den Domestikos, welcher der Kaiser ist …” — arab.: wa-kataba ilā d-dumustuq wa-huwa l-malik kitāban …

V: Bedeutender byzantinischer Feldherr während der gesamten Regierungszeit des Romanos I. Lakapenos.

I. war der Enkel des Ioannes Kurkuas (# 22824) und der Sohn vermutlich des Romanos Kurkuas (# 26836). Sein Sohn hieß gleichfalls Romanos (# 26852), seine Frau Maria (# 24923). I. war der Vater der Euphrosyne (# 21801), die ca. 943 als Braut für Romanos Lakapenos (# 26841) im Gespräch war. Sein Bruder Theophilos (# 28152), der Großvater des späteren Kaisers Ioannes I. Tzimiskes, war wie er ein hoher Militär. Ein weiterer Verwandter (συγγενής) war Christophoros (# 21266), Metropolites von Gangra.

Über I. und möglicherweise über seinen Bruder Theophilos existierte eine verherrlichende Darstellung, die in acht Büchern von dem Protospatharios und Krites Manuel (# 248780) verfaßt worden war und aus der offensichtlich die zwei Kapitel Theoph. cont. VI 41–42 schöpfen, von denen wiederum Skylitzes abhängig ist. Demzufolge kam die Familie Kurkuas aus dem Osten des Reiches und hatte vermutlich armenische Wurzeln (ἐκ γένους τῶν Ἀρμενιακῶν). Sie stammte aus Dokia/Darbidun (ἀπὸ Δόκιαν χωρίου Δαρβιδοῦν, Dokia entspricht der modernen türkischen Stadt Tokat). I. erhielt seine erste Erziehung durch seinen Verwandten Christophoros, den Metropoliten von Gangra. Während seiner Zeit als Domestikos der Scholen, die 22 Jahre und sieben Monate währte, eroberte I. zahlreiche Festungen der Muslime und unterband ihre Angriffe auf das Reich von Charsianon bis zum Halys. Er dehnte die Grenzen Ostroms bis an den Euphrat und Tigris aus und unterwarf die dortige muslimische Bevölkerung. Angeblich eroberte er mehr als 1.000 Städte für die rhomäische Herrschaft, so daß man ihn einen zweiten Trajan (röm. Kaiser 98–117) oder Belisar (General Justinians I.) hätte nennen können, wobei er bei einem direkten Vergleich größere Taten als jene verrichtet hätte. Der Bericht hebt außerdem seine Loyalität gegenüber Kaiser Romanos I. Lakapenos hervor: ὁ δὲ πιστὸς καὶ σπουδαῖος πρὸς Ῥωμανὸν αὐτοκράτορα Ἰωάννης (1).

Konkret erwähnt wird I. zum ersten Mal im Jahre 919, als er den Erzieher des Kaisers Konstantinos VII., Theodoros (# 27684), und dessen Bruder Symeon (# 27482) festnahm, möglicherweise auch den Patrikios Theophylaktos (# 28194), der die beiden zum Frühstück eingeladen hatte, bei dem angeblich ein Vorgehen gegen Romanos (I.) Lakapenos besprochen werden sollte. Zu dieser Zeit war I. Drungarios der Bigla (2).

Nicht genau datiert sind die Aktivitäten des I., von denen der armenischen Katholikos Yovhannēs Drasxanakertc‘i berichtet: Amram von Utik‘ (mit dem Beinamen C‘lik [“kleiner Bulle”]) soll von seinem König Ašot II. von Armenien (# 20646) abgefallen und zu I. übergegangen sein, was wohl so zu interpretieren ist, daß er Utik‘ direkt byzantinischer Herrschaft unterstellt hat. Bei dem Versuch, Utik‘ zurückzuerobern, verlor Ašot II. sein gesamtes Heer. Ašot II. soll laut Yovhannēs Drasx. seither militärisch erfolglos geblieben sein. Die Verfolgung byzantinischer Interessen in Armenien durch I. schädigte also den armenischen König und dürfte sicher ein gewisses Zerwürfnis zwischen Ašot II. und Romanos I. Lakapenos herbeigeführt haben.

Der armenische Historiker Stephan von Taron (Asołik) erwähnt einen Domestikos (in armenischer Entstellung: demeslikos), der im zweiten Jahr des Kaisers Romanos I., also ca. 921/22, die Stadt Dvin, die zu dieser Zeit dem Subukī (arm.: Spk‘i; cf. Naṣr as-Subkī [# 25493] und Subukī [# 27431]) unterstanden habe, belagert haben soll, aber schließlich erfolglos abgezogen sein soll (3). Daß dieser Domestikos mit I. zu identifizieren ist, wie einige annehmen (4), legen die arabischen Quellen nahe, die die Belagerung allerdings in das Jahr 927/28 datieren (s. u.). Falls die Identifizierung des Domestikos mit I. zutrifft, die Datierung des Stephan von Taron jedoch ebenfalls richtig sein sollte, so könnte man mit Ter-Ghewondyan, Arab Emirates 75–77, annehmen, daß I. die Stadt Dvin zweimal belagert hat: 922 und 927/28. Die erste Belagerung von Dvin könnte in diesem Falle vielleicht in einem Zusammenhang mit dem Überlaufen des Amram von Utik‘ (s. o.) zu I. gestanden haben (5). Wahrscheinlich liegt bei Stephan von Taron jedoch einfach nur eine Fehldatierung vor.

Im Jahre 923 schlug I. einen gegen Kaiser Romanos I. Lakapenos in Chaldia ausgebrochenen Aufstand nieder, der von dem einheimischen Adrianos (# 20123) und dem Armenier Tačat (# 27553) angezettelt und von dem Strategos von Chaldia, Bardas Boïlas (# 20771), unterstützt, wenn nicht sogar angeregt worden war. Die Aufständischen hatten sich in der Festung Baiburt (griech.: τὸ Παΐπερ bzw. Παΐπερτε) verschanzt, die jedoch von I. erobert wurde, der sich zum Zeitpunkt des Aufstands im kappadokischen Kaisareia befand. Die Reicheren und Angeseheneren unter den Verschwörern wurden mit Blendung und Konfiskation ihres Vermögens bestraft, die Unbedeutenderen und Ärmeren ließ man laufen (6).

Im Rabī‘ II 314 a. h. (16.6. – 14.7.926) griffen I. und Melias (# 25041) Melitene (Malaṭya) an. Grund dafür war, daß Romanos Lakapenos kurz davor einen Drohbrief an die Bevölkerung der Grenzgebiete geschickt hatte. Darin hatte er angedroht, einen Feldzug gegen sie zu unternehmen, ihre Männer zu töten und die Kinder in Gefangenschaft zu führen, sofern sie sich nicht bereit erklärten, Abgaben an den Kaiser zu bezahlen. Da die Abgaben nicht bezahlt wurden, kam es zu dem Angriff auf Melitene (7).

Im Jahr 315 a. h. (8.3.927 – 24.2.928) (vor dem Rabī II [5.6. – 3.7.927]) verheerten die Byzantiner, wahrscheinlich unter dem Kommando des I., Samosata (Sumaysāṭ). Sie mordeten, machten Gefangene und große Beute und ließen in der großen Moschee zu den Gebetszeiten das Semantron schlagen. Kurz danach sei es aber den Arabern gelungen, die Byzantiner wieder aus Samosata zu vertreiben. Laut Bar Hebraeus verfolgten sie die Byzantiner, nahmen ihnen die Beute ab und konnten auch einen Verwandten des Kaisers gefangennehmen, den sie in Ketten nach Bagdad führten. Im selben Jahr zog I. nach Dabīl (Dvin), das von Naṣr as-Subkī (# 25493) verteidigt wurde. I. griff die Stadt mit Belagerungsmaschinen und Katapulten an, so daß die Byzantiner bis zu den Stadtmauern vorstoßen und zahlreiche Breschen in die Mauer schlagen konnten. Doch als sie in die Stadt eindrangen, wurden sie von der Bevölkerung und den Truppen Naṣrs angegriffen, besiegt und vertrieben. Angeblich wurden ca. 10.000 Byzantiner getötet (8). Es ist wohl dieser Angriff des I. gegen Dvin, von dem auch das DAI berichtet: I. sei gegen Dvin (Tibi — τὸ Τιβί), das damals in arabischer Hand war, gezogen und habe auf dem Wege die ebenfalls von den Arabern gehaltene Region Phasiane (arm.: Basean) verwüstet, d. h. das östliche Hinterland der Stadt Theodosiupolis (Qālīqalā), deren arabisches Emirat den Byzantinern ein Dorn im Auge war und sie zu jahrzehntelangen Eroberungsbemühungen anstachelte, bis sie die Stadt schließlich im Herbst 949 erobern konnten (9).

I. unternahm mehrere Feldzüge in das Land der Emire von Manzikert (Abū Sawāda [# 20079], Abū l-Aswad [# 20041] und Abū Salīm [# 20076]) und verheerte es (DAI 44,29-33). Die Emire, die ehemals Vasallen des armenischen Königs Smbat I. (# 27141) gewesen waren, der seinerseits von den Byzantinern als Vasall betrachtet wurde, hatten sich nach Smbats Tod († 914) unabhängig gemacht, während Byzanz sie, da sie Vasallen eines Vasallen gewesen waren, noch als byzantinische Vasallen sah (DAI 44,45-49). Die militärischen Operationen des I. führten dazu, daß die Emire von Manzikert die byzantinische Oberhoheit anerkannten und Tribut zahlten (DAI 44,33f.; cf. 44,44f.). Datiert werden diese Feldzüge des I. zwischen 928 und 931. Laut Ibn Ḫaldūn III 808,12-15 unternahm I. im Jahr 316 a. h. (25.2.928 – 13.2.929) eine Expedition, bei der er Ḫilāṭ (arm.: Xlat‘) belagerte und einnahm. In der Moschee wurde ein Kreuz aufgestellt.

Im Frühjahr 931 zog I. gegen Melitene, dessen Emir Abū Ḥafṣ b. ‘Amr (# 20055) sich ergab. Abū Ḥafṣ und der Stadtkommandant Abū ṣ-Ṣalṭ (# 20078) wurden nach Konstantinopel geschickt, wo sie einen Friedensvertrag unterzeichneten. Den byzantinischen Chroniken zufolge löste sich Melitene nach dem Tod von Abū Ḥafṣ wieder von dem Bündnis mit Byzanz. Dies wird auch von den arabischen Quellen bestätigt, wonach im Šawwāl 319 a. h. (17.10. – 14.11.931) Melitene vom Statthalter von Mosul, Sa‘īd b. Ḥamdān (# 26961), eingenommen wurde, nachdem Melias (# 25041) und der Konvertit Bunayy b. Nafīs (# 21212) die Stadt zerstört und verlassen hatten (10).

Ein weiterer Vorstoß gegen Melitene fand im Jahr 934 statt. I., der bei dieser Gelegenheit von Georg. mon. cont. (Bonn) als Domestikos der Scholen bezeichnet wird, zog mit den Themen und den Tagmata gegen Melitene, begleitet von Melias (# 25041) und armenischen Truppen (ἐκστρατεύουσιν οὖν κατ᾿ αὐτῶν πάλιν ὅ τε δομέστικος τῶν σχολῶν Ἰωάννης ὁ Κροκόας μετὰ τῶν θεμάτων καὶ τῶν ταγμάτων καὶ ὁ Μηλίας μετὰ τῶν Ἀρμενίων). Die Stadt wurde eingenommen und zerstört. Danach wurde sie dem Reich eingegliedert und bildete zusammen mit den benachbarten Städten und Gegenden eine Kuratoria. Die Stadt fiel nach mehrmonatiger Belagerung am 19. Mai 934. Ibn al-Aṯīr berichtet über die Kapitulation Melitenes, daß I., nachdem er mit einer Armee von 50.000 Mann herangerückt war und die Stadt über längere Zeit belagert und ausgehungert hatte, zwei Zelte aufstellen ließ, wobei er das eine mit einem Kreuz versah, in dem er diejenigen aus der Bevölkerung versammelte, die zum Christentum konvertierten und so ihre Güter und Familien zurückbekamen. Angeblich sei unter diesen Bedingungen der größte Teil der Bevölkerung zum Christentum konvertiert, während diejenigen, die sich im anderen Zelt mit einem Koran einfanden, von einem byzantinischen Patrikios (# 31124) an einen sicheren Ort gebracht wurden. Im selben Jahr nahmen die Byzantiner auch Samosata (Sumaysāṭ) ein. Die Eroberung Melitenes wird auch bei Stephan von Taron (Asołik) im Jahr 383 der armenischen Ära (7.4.934 – 6.4.935) erwähnt. Im Zusammenhang damit soll Alaxut‘ēt‘, “der Verfolger unseres Glaubens”, vertrieben worden sein. Unklar bleibt dabei, ob dieser der Herrscher von Melitene war (11).

Einen detaillierten Bericht über die Eroberung Melitenes gibt auch Michael syr. III 122f. Ihm zufolge belagerte I. die Stadt, die durch eine doppelte Mauer und einen Wassergraben geschützt war, vier Jahre lang und eroberte sie dann durch eine Kriegslist, indem er einen arabischen Gesandten gefangennahm, den die Einwohner von Melitene im Einverständnis mit den Byzantinern an den Kalifen geschickt hatten, um ihn um Hilfe zu bitten. Wenn der Kalif nicht innerhalb von 40 Tagen Truppen schicke, würden sie sich den Byzantinern ergeben. I. überzeugte den Gesandten unter Drohungen, die byzantinischen Truppen in die Stadt zu lassen, was dieser auch tat, indem er vorgab, daß er in der Tat Hilfstruppen des Kalifen heranführe. Das nördliche Tor Melitenes wurde geöffnet, und die Byzantiner konnten sich der Stadt bemächtigen. Sie ließen die arabische Besatzung abziehen, schleiften aber anschließend aus Angst vor einem arabischen Gegenzug die Mauern der Stadt (12).

Im Jahr 324 a. h. (30.11.935 – 18.11.936) nahm I. erneut Samosata ein und zerstörte die Stadt. Der muslimischen Bevölkerung gewährte er freies Geleit auf sicheres Gebiet (13).

Im Herbst 938 fiel der Ḥamdānide Sayfaddawla (# 26998) ins obere Euphratgebiet ein. Zunächst marschierte er zur Festung Dadem (Dādim) und zog dann weiter in Richtung Ḥiṣn Ziyād (Ḫarbūt bzw. Charpete), welches er einnahm (14). Nach diesem Erfolg blieb er neun Tage in Ḥiṣn Ziyād, als I. mit angeblich 200.000 (Ibn Ẓāfir, Nuwayrī) bzw. 800.000 (Abū Firās) Mann heranmarschierte. Sayfaddawla floh, von der byzantinischen Kavallerie verfolgt, in Richtung Šimšāt (Arsamosata) und kam am 10. Ḏū l-Ḥiǧǧa (8.10.938) zwischen Ḥiṣn Ziyād und Ḥisn Salām an, wo er auf das byzantinische Heer wartete und es besiegte. Danach seien 70 byzantinische Heerführer (# 30322) in Gefangenschaft geraten und der Thron des I. geraubt worden (15).

Kurz danach versuchten die Byzantiner offenbar, Gebiete im Thema Chaldia zu erobern. Ibn Ẓāfir berichtet, daß sie gegenüber von Theodosiupolis (Qālīqalā) eine Stadt namens Hafǧīǧ (cf. Vasiliev, Arabes II 1, p. 284 Anm. 3, gemeint ist die im Armenischen Havačič‘ genannte Festung) bauten. Im Herbst 939 zog Sayfaddawla dann über Mantzikert (Manāzǧird) nach Qālīqalā. Als die Byzantiner davon erfuhren, zerstörten sie die neu gebaute Stadt und flohen. Sayfaddawla zog sich mit seinem Heer zur Überwinterung in Arzan zurück. Auch das DAI berichtet von der byzantinischen Belagerung von Theodosiupolis, die sieben Monate gedauert haben soll. Als I. die Einnahme nicht gelang, habe er die Festung Mazdat (Mastaton — τὸ κάστρον τὸ Μαστάτον, DAI 45,145; ca. 50 km östlich von Theodosiupolis) erobert und zunächst unter das Kommando des Petronas Boïlas (# 26421) gestellt. Auf Bitten des Georgiers Bagrat (# 20734), des Bruders des Kuropalates von Iberia, Ašot II. (# 20647), übergab er später diesem das Kommando über Mazdat. Bagrat übergab die Festung aber entgegen seinen schriftlichen Zusicherungen (ἔγγραφον ὅρκον) wieder den Theodosiupolitanern (i. e. den Arabern) (16).

Nachdem es Sayfaddawla gelungen war, die Herrscher von Armenien und Georgien zu seinen Vasallen zu machen, drang er laut Ibn Ẓāfir im Jahr 328 a. h. (18.10.939 – 5.10.940) auf byzantinisches Territorium vor und zerstörte zahlreiche Festungen, eroberte Zitadellen und kam an Orte, wo angeblich vor ihm noch kein Muslim hingekommen war. Er drang bis nach Koloneia (Qalūniya) vor, wo er das Umland niederbrannte und die Dörfer plünderte. Dann habe er aus Koloneia einen Drohbrief an I. gesandt, weswegen die Byzantiner in große Furcht geraten seien. Dennoch zog sich Sayfaddawla zurück, wurde aber von I. verfolgt. Es kam zu einer Schlacht, bei der das Heer des I. geschlagen wurde (17).

Am 11. Juni wohl des Jahres 941 erschien überraschend eine große Flotte der Rhos – die Chroniken sprechen von 10.000 Schiffen – vor dem Bosporos. Kaiser Romanos I. schickte gegen sie den Paradynasteuon Theophanes (# 28087) mit den in Konstantinopel vorhandenen Schiffen aus, der einen großen Teil der russischen Flotte verbrannte oder versenkte. Die gelandeten Streitkräfte der Rhos, die Bithynien verheerten, wurden von dem Exgeneral Bardas Phokas (# 20769) und von I., der als Domestikos der Scholen die gesamten kleinasiatischen Reichstruppen kommandierte (μετὰ παντὸς τοῦ τῆς ἀνατολῆς στρατεύματος), vernichtend geschlagen. Auch die Vita Basilii iun. (BHG 263) nennt in ihrem sehr detaillierten Bericht über diese Invasion Bardas Phokas als Patrikios und Kommandeur der makedonischen Truppen; sie nennt als Domestikos der Scholen aber nicht I., sondern Pantherios (# 26243) sowie Theodoros Spongarios (# 27700) als Strategos des Themas Thrakesion, der in den Chroniken nicht genannt wird. Der Rest der Angreifer zog sich auf die Schiffe zurück und beschloß, da schon September war und der Winter nahte, in die Heimat zurückzukehren. Die russischen Schiffe wurden jedoch wiederum von Theophanes angegriffen und fast völlig vernichtet (18).

Wie die Chroniken berichten, war I. als Domestikos der Scholen besonders im Krieg gegen die Araber so erfolgreich, daß Romanos I. ihn durch eine Eheverbindung zwischen Euphrosyne (# 21801), der Tochter des I., und seinem Enkel Romanos Lakapenos (# 26841), dem Sohn des Konstantinos Lakapenos (# 23831), näher an sich binden wollte. Jedoch erregte dies den Neid der “übrigen Kaiser”, so daß I. seine Stellung als Domestikos verlor, die er 22 Jahre und sieben Monate innegehabt und in der er größte Erfolge erzielt hatte. An seiner Stelle wurde mit Pantherios (# 26243), ein Verwandter Romanos’ I., zum Domestikos ernannt (19).

Sollte Dölger–Müller, Regesten Nr. 641 (Beihammer), mit der Annahme recht haben, daß die byzantinischen Truppen, die im Jahr 331 a. h. (15.9.942 – 3.9.943) Edessa (ar-Ruhā) belagerten und die Herausgabe des Mandylions forderten, von I. befehligt wurden, könnte dieser folglich erst danach abgesetzt worden sein (über die in den arabischen Quellen unterschiedlich dargestellten Verhandlungen bezüglich der Freigabe des Mandylions s. unter al-Mutaqqī [# 25467]). Allerdings wird I.s Teilnahme an einer Expedition in dieser Zeit nirgends erwähnt, so daß dieses Datum nicht als terminus post quem für seine Absetzung herangezogen werden sollte. Dasselbe gilt für die Einnahme von Rhesaina (Ra’s al-‘Ayn) durch die Byzantiner am 12. Rabī‘ I 332 a. h. (13.11.943) (20).

I. war auch unter Konstantinos VII. noch aktiv, wenngleich anscheinend nicht mehr in militärischen Unternehmungen.

Laut Theoph. cont. schickte Konstantinos VII. ihn zusammen mit dem Magistros Kosmas (# 24110) auf eine Gesandtschaft zu Sayfaddawla (# 26998), damit sie einen Gefangenenaustausch aushandelten. Der Gefangenenaustausch wurde im Oktober 946 (s. Vasiliev, Arabes II 1, p. 316) am Fluß Lamos (ὁ Λάμος) durchgeführt, worauf I. und Kosmas nach Konstantinopel zurückkehrten. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, daß Theoph. cont. hier I. mit dem Mönch und Mystikos Ioannes (# 22938) verwechselt (21).

Etwa um dieselbe Zeit kam es in Konstantinopel zu einem großen Erdbeben, durch das neben vielen anderen auch das Haus des I. zerstört wurde. Daß I. allerdings, wie Theoph. cont. schreibt, dadurch wirklich in Armut fiel, wird man bezweifeln dürfen. Theoph. cont. bezeichnet ihn bei dieser Gelegenheit als Exdomestikos — ἀποδομέστικος (22).

Ohne genauere zeitliche Eingrenzung berichtet die Wundersammlung des Pegeklosters bei Konstantinopel, daß I. und seine Frau Maria durch die Gottesmutter von Fieber und einer Magenkrankheit geheilt wurden (23).

Auf I.s Empfehlung geht die Festsetzung des Araxes als Grenzlinie zwischen Byzanz und dem Herrschaftsbereich des Ašot II., des Kuropalates von Iberia, zurück, die Konstantinos VII. Porphyrogennetos vornahm (DAI 45,162-164). Als Konst. Porph. diesen Abschnitt des DAI schrieb, d. h. 952 (Weltjahr 6460, 10. Indiktion; DAI 45,38-42, p. 206), war I. bereits tot, denn er wird als “selig” (μακάριος, DAI 45,162) bezeichnet.

Anmerkungen: — (1) Theoph. cont. VI 41–42, p. 426,15 – 429,2; nicht völlig sicher, aber doch wahrscheinlich ist, daß auch cap. 42, das sich mit Theophilos Kurkuas beschäftigt, auf dem Werk Manuels beruht. Zu dem aus Manuels Werk entlehnten Abschnitt gehört möglicherweise auch noch cap. 43, p. 429,3-14. Ab p. 429,14 stimmen Theoph. cont. und Georg. mon. cont. (Bonn), der das Werk Manuels nicht als Vorlage benutzt hat, dann wieder überein; Skylitzes, Romanos Lakapenos 32, p. 230,33-37; sehr verkürzt bei Zonaras XVI 20, p. 477,17 – 478,3. — (2) Theoph. cont. VI 16, p. 397,14-20; Skylitzes, Konstantinos 14, p. 211,34 – 212,39; Symeon log. (Leon gr. 303,20 – 304,3; Theod. mel. 214,1-6; Symeon sl. 131,8-12); Symeon log. (Wahlgren) 136,70-75; Georg. mon. cont. (Bonn) 890,5-11; Georg. mon. cont. (Muralt) 1149A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 48,1-6. Laut Skylitzes wurde auch Theophylaktos gefangengenommen, und alle drei wurden von I. auf dessen Schiffen nach Kleinasien überführt. — (3) Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 6, p. 124 (Gelzer); p. 24f. (Macler). — (4) Ter-Ghewondyan, Arab Emirates 75; Martin-Hisard, in: TM 13 (2000) 417; Maksoudian, Yovh. 304. — (5) Cf. Maksoudian, Yovh. 304. — (6) Theoph. cont. VI 12, p. 404,4-17; Skylitzes, Romanos Lakapenos 9, p. 217,66-74; Symeon log. (Leon gr. 308,16 – 309,6; Theod. mel. 218,15-25; Symeon sl. 133,25-34); Symeon log. (Wahlgren) 136,188-200; Georg. mon. cont. (Bonn) 896,9 – 897,2; Georg. mon. cont. (Muralt) 1157A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 51,15-20; Ps.-Symeon 734,8-14. — (7) Miskawayh I 146,18 – 147,2; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 69; Ibn al-Aṯīr VIII 160,6-8; 167,7; Nuwayrī XXIII 74,18 – 75,2; Suyūṭī 302,15; Ibn al-Ǧawzī XIII 255,1-3 (ohne Nennung des I.); ‘Aynī, Mus. Asiatic. Ac. Petropol. 524b, fol. 190r,8f.; cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 609 (Beihammer). — (8) Ibn al-Aṯīr VIII 169,4-7; 177,5 – 178,3; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 149–151; Ibn Šaddād 361,22 – 360,4; Übers.: Eddé, Description 115; Ibn Ḫaldūn III 808,6-9; Bar Hebraeus 158. I. wird im Zusammenhang mit der Expedition nach Samosata nicht erwähnt. Da er aber kurz danach den Angriff auf Dvin leitete, ist es wahrscheinlich, daß er auch den Zug nach Samosata kommandierte. — (9) Konst. Porph., DAI 45,55-58; zur Datierung cf. auch DAI, Comm. 174. — (10) Zu den Quellen dazu cf. unter den genannten Personen. — (11) Theoph. cont. VI 24, p. 415,10 – 417,2; Skylitzes, Romanos Lakapenos 19, p. 224,61 – 225,80; Symeon log. (Leon gr. 317,22 – 318,13; Theod. mel. 226,15 – 227,12; Symeon sl. 138,1-17); Symeon log. (Wahlgren) 136,404-425; Georg. mon. cont. (Bonn) 907,6 – 908,7; Georg. mon. cont. (Muralt) 1172A-C; Georg. mon. cont. (Istrin) 57,8-17; Ps.-Symeon 741,16 – 742,8; Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 7, p. 131,22-26 (Gelzer), p. 37 (Macler); Ibn al-Aṯīr VIII 296,8-15; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 154; Ibn Šaddād 331,19-26; 361,1-5; 361,25; Übers.: Eddé, Description 112f.; 115; 189; Ibn Ḫaldūn III 853,14-17; Abū l-Fidā’ II 118,21-23; zu den Ereignissen cf. Canard, Hamdanides 733–735; Vasiliev, Arabes II 1, p. 265–268; Dédéyan, Mleh 94f.; zu dem Friedensvertrag s. Dölger–Müller, Regesten Nr. 621a (ca. Frühjahr/Sommer 931). — (12) Die Quelle für diese Darstellung ist nicht bekannt. Vielleicht hatte die Vorlage Michaels ihrerseits den erwähnten griechischen Bericht über I. gekannt und ausgewertet? — (13) Ḏahabī, Ta’rīḫ, Paris. arab. 1581, fol. 107v; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 239. — (14) Zu diesen beiden Festungen cf. Vasiliev, Arabes II 1, p. 282 Anm. 2 und 3. — (15) Abū Firās (Ḫalawayh) II 141,8-10; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 358; Ibn Ẓāfir 19,11; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 122; Ḏahabī, Ta’rīḫ 52,7-10 (321 – 330 a. h. Tadmurī); Übers. Vasiliev, Arabes II 2, p. 239; Nuwayrī XXVI 138,6-13; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 230. — (16) Ibn Ẓāfir 19,28 – 20,2; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 122; DAI 45,142-154; laut Michael syr. III 123, der hier allerdings sowohl chronologisch als auch sachlich einiges durcheinanderbringt, eroberte I. auch Theodosiupolis sowie eine Reihe anderer Orte im Grenzgebiet zwischen Arabern und Byzantinern, angeblich sogar Antiocheia, ganz Syrien, Palästina und Jerusalem. — (17) Ibn Ẓāfir 20,2-13; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 123; allgemeine Erwähnung eines Sieges des Sayfaddawla über I. im Jahr 328 a. h. (18.10.939 – 5.10.940) bei Sibṭ b. al-Ǧawzī (Brit. Lib. Or. 4619), fol. 120r,5f.; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 173f. Da die armenischen Autoren Stephan von Taron (Asołik) 131,26-28 und Vardan, cap. 47 [88], p. 188 (Thomson), die Belagerung von Koloneia ins Jahr 388 armenischer Ära (6.4.939 – 4.4.940) datieren, dürften die Ereignisse zwischen dem 18. Oktober 939 und dem 4. April 940 stattgefunden haben. Die Angabe bei Sibṭ b. al-Ǧawzī, wonach die Nachricht von einem Sieg bereits am 1. Muḥarram 328 a. h. (18.10.939) in Bagdad eintraf, dürfte sich ebenfalls darauf beziehen. Zur Datierung dieser Ereignisse cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 634 (Beihammer). — (18) Theoph. cont. VI 39, p. 423,14 – 425,23; Skylitzes, Romanos Lakapenos 31, p. 229,90 – 230,24; Symeon log. (Leon gr. 323,8 – 324,19; Theod. mel. 231,25 – 233,17; Symeon sl. 140,35 – 141,31); Symeon log. (Wahlgren) 136,540-585; Georg. mon. cont. (Bonn) 914,10 – 916,13; Georg. mon. cont. (Muralt) 1181A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 60,25 – 61,34; Ps.-Symeon 746,12 – 747,23; Zonaras XVI 19, p. 476,15 – 477,16; Vita Basilii iun. (BHG 263) fol. 134r–137v (Veselovskij); Nestorchronik 44,4 – 45,1. Georg. mon. cont. (Bonn) datiert das Auftauchen der Rhos fälschlich auf den 11. Juni der 15. Indiktion, also den Juni des Jahres 942, den Rückzug allerdings dann richtig in den September der 15. Indiktion, also das Jahr 941, was mit der Datierung der anderen Chroniken übereinstimmt. Theoph. cont., ihm folgend auch Georg. mon. cont. (Istrin), datiert den Beginn des Angriffs in die vierzehnte Indiktion; zu dem Angriff cf. auch Franklin–Shepard, Emergence of Rus 113–117. — (19) Am ausführlichsten ist Theoph. cont. VI 40, p. 426,3-14, der zusätzliche Nachrichten zu Romanos Lakapenos sowie den Namen der Braut hat; ferner: Skylitzes, Romanos Lakapenos 32, p. 230,26-33; Symeon log. (Leon gr. 324,20 – 325,2 [mit Lücke]; Theod. mel. 233,18 – 234,3; Symeon sl. 141,32-39); Symeon log. (Wahlgren) 136,585-593; Georg. mon. cont. (Bonn) 916,17 – 917,5; Georg. mon. cont. (Muralt) 1184A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 61,34 – 62,4. Die Absetzung ist nicht datiert, läßt sich jedoch zeitlich einigermaßen einordnen: Da I., wie Theoph. cont. mitteilt, 22 Jahre und sieben Monate als Domestikos der Scholen amtiert haben soll, kann die Absetzung eigentlich erst 944 erfolgt sein. Im Frühjahr 922 unterlag der Domestikos der Scholen, Pothos Argyros (# 26730), den Bulgaren bei Manglaba. Wenn man voraussetzt, daß es unter Romanos I. nur einen Domestikos der Scholen und nicht jeweils einen des Ostens und des Westens gegeben hat, könnte I. im Frühsommer 922 Domestikos der Scholen geworden sein, was seine Absetzung in den Herbst/Winter des Jahres 944 setzen würde, also kurz vor den Sturz Romanos’ I.; konsequenterweise bringt Runciman, Romanos 230f., den Sturz des Kaisers mit diesem Heiratsprojekt in Verbindung und behauptet, daß nicht Romanos, der Sohn des Konstantinos Lakapenos, sondern Romanos (II.), der Sohn Konstantinos’ VII., der Ehekandidat gewesen sei. Dies würde zwar den Neid (φθόνος) der beiden Kaiser erklären, widerspricht aber zum einen der eindeutigen Aussage der Quellen und zum zweiten dem – von Kresten–Müller, Samtherrschaft 36f. mit Anm. 5, hervorgehobenen – Umstand, daß Romanos (II.) von Romanos I. bereits für eine andere Ehe vorgeschlagen worden war. Allerdings spricht die Einordnung der Episode in den Ablauf der Ereignisse für eine frühere Absetzung, etwa in dem Jahr 942, was aber wiederum nicht vereinbar mit der schon erwähnten Amtsdauer des I. wäre. Ebenso unklar ist, wieso der Plan einer Heirat den Unwillen der anderen Kaiser geweckt haben soll. Insofern wäre es eine plausible Vermutung, daß I. sein Amt erst im Zug des Sturzes Romanos’ I. im Herbst/Winter 944 verloren haben könnte, womit die neuen Kaiser einen alten Vertrauten ihres Vaters entmachtet und durch einen eigenen Parteigänger ersetzt hätten. Aber auch das ist nur Hypothese; laut einer (falschen) Mitteilung des Michael syr. III 123 folgte auf I. als Oberbefehlshaber Ioannes (I.) Tzimiskes. Für eine Absetzung vor Juni 941 sprechen Vita Basilii iun. (BHG 263) fol. 134r–137v (Veselovskij) und Nestorchronik 44,17-19, die die Heranführung der “Truppen aus dem Osten” beim Angriff der Rhos auf Konstantinopel im Jahre 941 dem Pantherios (# 26243) zuschreiben. Dies würde allerdings der Angabe über die Amtsdauer von 22 Jahren und sieben Monaten widersprechen, da Romanos I. Lakapenos ja 920 Kaiser wurde und I. demzufolge nicht vor 942 abgesetzt worden sein könnte; Howard-Johnston, in: BF 21 (1995) 87f. (ihm folgend zuletzt Vest, Melitene 940), begründet die Absetzung damit, daß man I. Verrat und illegale Bereicherung vorgeworfen habe. Jedoch steht hiervon nichts in den Quellen. — (20) Ibn al-Aṯīr VIII 417,14-16; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 157; Ibn Ḫaldūn IV 508,9f. — (21) Theoph. cont. VI 9, p. 443,5-12; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 2,6-14; beide Chroniken geben allgemein die Einwohner von Tarsos als Verhandlungspartner an. Jedoch war Sayfaddawla zu dieser Zeit Oberherr auch von Tarsos; cf. auch Markopoulos, in: Symmeikta 3 (1979) 102f. Zu dem Gefangenenaustausch, in dessen Zusammenhang Mas‘ūdī den Mystikos Ioannes (# 22938) erwähnt s. unter dem entsprechenden Lemma. — (22) Theoph. cont. VI 8, p. 441,15-21; das Erdbeben wird von Downey, in: Speculum 30 (1955) 599, dem Grumel, Chronologie 479 folgt, auf 948 datiert. Beide verweisen aber nur auf Theoph. cont.; aus der Reihenfolge der in der Chronik berichteten Ereignisse dürfte eine Datierung in die Jahre 945/46 wahrscheinlicher sein als 948. — (23) De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072) cap. 34, p. 887C-D.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Skylitzes; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163); Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn; Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin)); Ps.-Symeon. — (Hag.): De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072) cap. 34, p. 887C-D. — (Fs.): Konst. Porph., DAI (außer den genannten Stellen auch:) 44,31-33, p. 198 (ohne Namensnennung: τοῦ δομεστίκου τῶν σχολῶν); 45,55-59, p. 208; 45,142-154. 162-164, p. 212; 46,128 (ohne Namensnennung). — (arm.): Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 6, p. 124,24-30 (Gelzer); p. 24f. (Macler) (unsicher; ohne Namensnennung); Yovhannēs Drasx., cap. 63 [256], p. 344 (B.-Ch.) = cap. 63,7, p. 215 (Maksoudian). — (syr.): Elias von Nisibis 211,16-20 (Brooks); Übers: Vasiliev, Arabes II 2, p. 108; Bar Hebraeus 162f.; Michael syr. III 122f. — (arab.): Miskawayh; Ibn al-Aṯīr; Ibn al-Ǧawzī; Ibn Šaddād; Abū l-Fidā’; Sibṭ b. al-Ǧawzī (Brit. Lib. Or. 4619); ‘Aynī; Ibn Ẓāfir; Nuwayrī; Abū Firās (Ḫalawayh); Ḏahabī, Ta’rīḫ; Suyūṭī; Ibn Ḫaldūn. — (Sg.): ZN 819 (zwei Exemplare, datiert erste Hälfte des 10. Jh.s); ähnlich mit identischem Text ist Seibt–Wassiliou 89 (datiert 920 – vor 940): Ἰωάννῃ ἀνθυπάτῳ πατρικίῳ, βασιλικῷ πρωτοσπαθαρίῳ καὶ δομεστίκῳ τῶν θεοφυλάκτων σχολῶν.

L: ODB II 1156f. 1157 s. v. “Kourkouas, John”. — Canard, Noms byzantins chez Abû Firâs 456; Jenkins, in: DOP 19 (1965) 103; Blysidu, in: Symmeikta 6 (1985) 53–58. — Honigmann, Ostgrenze 72f.; 79. 91; Vasiliev, Arabes II 1, p. 247. 258. 261f. 266. 269. 270. 273. 283–293. 294f. 316. 319; DAI, Comm. 169. 174. 176f.; Ter-Ghewondyan, Arab Emirates 75f. 82. 89f.; Maksoudian, in: Yovh. Drasx., p. 304; Howard-Johnston, in: BF 21 (1995) 86–88; Martin-Hisard, in: TM 13 (2000) 416–419; Kresten, Staatsempfänge 22. 25–27; Beihammer, in: BZ 95 (2002) 3; Seibt–Wassiliou 89; Dölger–Müller, Regesten Nr. 634. 641 (Beihammer); Boisson-Chenorhokian 344 Anm. 5; Vest, Melitene 813–834. 901–907. 929.

P: DAI, Comm. 174, erwogen die Möglichkeit, daß Ioannes Kurkuas (# 22824) der Vater von I. war. Im Hinblick auf den gleichen Namen und den zeitlichen Abstand scheint er eher der Großvater gewesen zu sein. — Möglicherweise, wenn auch eher unwahrscheinlich, identisch mit # 22971.

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