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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Ioannes Chryselios

Ἰωάννης

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
23183
Namensvariante
Chryselios (Familienname); Cursilius (Familienname)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
998
ethnos
Bulgarien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Dynastes (Dyrrhachion); Patrikios; Proteuon (Dyrrhachion)
Name normalisiert
Ioannes
Ort
Dyrrhachion
Quelle
Skylitzes

N: Familienname: Chryselios — Χρυσήλιος (Skylitzes) bzw. Cursilius (Priester von Diokleia, cap. 38, p. 347–353 [zu einem Nachfahren des I.]).

T: Dynastes — δυνάστης bzw. Proteuon — πρωτεύων von Dyrrhachion.

V: Er war Bulgare und ein führender Einwohner (δυνάστης) von Dyrrhachion. Etwa 998 oder später bot er über den bulgarischen Statthalter Ašot Taronites (# 20650), der auf die byzantinische Seite gewechselt war, dem Kaiser die Übergabe Dyrrhachions an die Byzantiner an, wenn der Kaiser ihn und seine Söhne zu Patrikioi ernenne. Basileios stimmte zu, die Stadt fiel an Byzanz, und die beiden Söhne wurden vom Kaiser zu Patrikioi ernannt. I. war freilich in der Zwischenzeit verstorben.

Ein Zusatz zu der Chronik des Skylitzes behauptet, daß Agathe (# 20171), die Mutter des Gabriel-Radomir (# 22032), eine Tochter des I. aus Dyrrhachion gewesen sei. Laut demselben Zusatz handelte es sich allerdings um eine gefangene Byzantinerin aus Larissa (Thessalien): Γαβριὴλ ... τεχθεὶς τῷ Σαμουὴλ (Zusatz:) ἀπό τινος αἰχμαλώτιδος Λαρισσαίας ἐξ Ἀγάθης τῆς θυγατρὸς Ἰωάννου τοῦ Χρυσηλίου τοῦ ἐν Δυρραχίῳ πρωτεύοντος. Wenn es sich bei dieser Agathe tatsächlich um die Tochter des I. gehandelt hat, bedeutet dies, daß I. der Schwiegervater des bulgarischen Zaren Samuel (# 26983) gewesen ist. Da I. 998 oder wenig später Dyrrhachion an die Byzantiner übergab, wird man in diesem Fall annehmen dürfen, daß Agathe vorher gestorben war. Laut der Chronik des Lupus Protospatarius 56 fiel Dyrrhachion erst 1004/05 an Byzanz zurück. Von I. ist nicht die Rede.

Q: — (Hist.): Skylitzes, Basileios 24, p. 342,61 – 343,67.

L: Zlatarski, Istorija I/2 646. 688f. 704; Ferluga, in: Byzantina 10 (1984) 443; Božilov, Bălgarite 356; Pirivatrić, Samuilova država 78. 110f. 114; Nikolov, Bulgarian Aristocracy 154f.; Dölger–Müller, Regesten Nr. 786; Nikolov, Centralizăm 152.; Stephenson, Basil 18. 35; Pirivatrić, Duklja 92f. — Zur Familie der Chryselioi cf. Ferluga, in Byzantina 10 (1984) 450f.

P: Daß die Familie bulgarischer Herkunft war, ergibt sich aus Skylitzes, Romanos III. Argyros 16. p. 388,38, wo ein anderes Familienmitglied als Bulgare bezeichnet wird: ὁ πατρίκιος Νικόλαος ὁ Βούλγαρος, ᾧ Χρυσήλιος τὸ ἐπώνυμον. In welchem Verwandtschaftsgrad dieser Nikolaos zu I. gestanden hat, ist unklar. In bulgarischer Sekundärliteratur (Božilov, Bălgarite 356; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 294f.) wird dagegen als selbstverständlich angenommen, daß es sich bei diesem um einen Sohn des I. gehandelt hat. — Aus der Mitteilung daß der Fürst von Diokleia, Vladimir (# 28434), der Kosara (# 24095), die Tochter des Theodoritos (# 27613) geheiratet hatte, ein κηδεστής Samuels gewesen sei, hat man in Teilen der Forschung den Schluß gezogen, daß dieser Theodoritos ein Sohn des I. gewesen sei. Beweisbar ist das freilich nicht; Näheres hierzu cf. unter Kosara. — Möglicherweise identisch mit dem Siegler Chryselios (# 21338), sofern die dort von den Herausgebern versuchte Rekonstruktion des Namens zutrifft.

Angehörige (anonym):

1. Zwei Söhne 23183A

T: Patrikioi — πατρίκιοι.

V: Die beiden Söhne des Ioannes Chryselios wurden von Kaiser Basileios II. nach der Übergabe von Dyrrhachion an Byzanz zu Patrikioi ernannt. Unklar ist, ob der oben erwähnte Theodoritos unter sie zu zählen ist oder nicht.

Q: S. oben.

QuelleSource