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Klemes

Κλήμης

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
23704
Namensvariante
Clemens (lat.); Kliment: Kliment (altslaw.); Clement of Achris (Sekundärliteratur); Kliment Ochridski (Sekundärliteratur); Kliment von Ochrid (Sekundärliteratur); Kliment Ochrzydski (Sekundärliteratur)
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
863
ethnos
Bulgarien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Monachos; Presbyteros; Missionar Slawen; Episkopos Achrida (= Ochrid/Ohrid); Autor; Mönch; Archiepiskopos (Bulgarien); Episkopos (Tiberiupolis)
Name normalisiert
Klemes
Ort
Makedonien; Bulgarien; Olymp (Bithynien); Bithynien; Chazarien; Cherson (Krim); Krim; Mähren; Rom; Italien; Illyricum bzw. Illyrikon; Ochrid/Ohrid; Achrida; Tiberiupolis; Thessalonike; Hiericho; Kannina; Tasepiaton
Quelle
Vita Constantini Thess. (VC); Vita Methodii Thess. (VM); Vita Clementis (BHG 355); Vita Nahumi (BHG 1316z); Vita Nahumi brevior (BHG 1317); Vita Clementis (BHG 356); Akoluthie auf Klemes; Synax. Cpl.; Vita Constantini et Methodii brevior slav.; Nikolaos Mystikos, Epp.; Gelzer, Achrida; Vita Nahumi slav. 2; Vita Nahumi slav. 3

Kombinationsartikel: Klemes (# 3655).

N: Taufname nicht bekannt. Mönchsname: Klemes; lat.: Clemens; altslaw.: Kliment.

T: Mönch, Presbyteros, Missionar der Slawen (sog. “Slawenapostel”); Episkopos von Kutmičinica/Kutmičevica, Episkopos von Dremvica (griech. Drevenitza) und Velica, Bischof von Achrida (Ohrid). Archiepiskopos von Bulgarien — ἀρχιεπίσκοπος Βουλγαρίας.

V: K. wurde wahrscheinlich vor oder um 840 in Makedonien geboren (1). Laut der Vita Clementis (BHG 356) stammte er von “europäischen Mysern, die dem gemeinen Manne auch als Bulgaren bekannt sind”, ab (2), weshalb er (laut Obolensky, Six Portraits 12) zur slawischen Bevölkerung Bulgariens gehört haben und somit slawischer Muttersprachler gewesen sein dürfte. Allerdings zeugt K.s literarisches Schaffen davon, daß er auch schon recht früh in seinem Leben Griechisch gelernt haben muß, was wiederum auf das zweisprachige Milieu Makedoniens als Heimat des K. hinweist (cf. Obolensky, ibidem).

Bereits in früher Jugend schloß er sich als Schüler dem Methodios (# 25062) an (3). Obolensky datiert den Beginn der Verbindung mit Methodios auf ca. 856–858 und schließt, daß K. in einem der Klöster am bithynischen Olymp Schüler des Methodios geworden sei (Obolensky, Six Portraits 13). Es ist wahrscheinlich, daß K. schon zu jener Zeit Mönch wurde, obwohl die Quellen darüber keine Angaben machen.

Als Methodios und sein Bruder Konstantinos-Kyrillos (# 3927) 860/61 mit einer Gesandtschaft zu den Chazaren betraut wurden, hat K. sie möglicherweise begleitet und ist vielleicht auch Augenzeuge bei der Auffindung der angeblichen Reliquien des hl. Clemens auf der Krim gewesen, doch sagen die Quellen dies nicht ausdrücklich (cf. Obolensky, Six Portraits 15). An der Entwicklung des glagolitischen Alphabetes durch Konstantinos-Kyrillos und Methodios, die angeblich binnen weniger Wochen im Jahre 862 erfolgt sein soll (nach dem Eintreffen einer vom mährischen Fürsten Rastislav [# 6393] entsandten Gesandtschaft am byzantinischen Hof), wahrscheinlich jedoch schon Monate oder Jahre zuvor begonnen worden war, könnte K. ebenfalls beteiligt gewesen sein, doch wird in den slawischen Viten von Methodios und Konstantinos-Kyrillos nur allgemein von ihren “Mitarbeitern” gesprochen; Namen werden dort nicht genannt (4).

Die nächste Erwähnung von K. (diesmal namentlich) betrifft das Jahr 868, als er unter jenen “slawischen Schülern” war, die in Rom die Priesterweihe erhielten (5). Wenn K. in Rom anwesend war, wie es auch die Vita Clementis (BHG 356) nahelegt (die allerdings von einer Weihe des K. zum Bischof des Illyricum und Bulgariens spricht (6), was sicher nicht den Tatsachen entspricht [cf. Trapp 470]) und letztlich auch die Vita Nahumi slav. 2 und 3 bezeugen, so dürfte der Schluß erlaubt sein, daß K. seine Lehrer Methodios und Konstantinos-Kyrillos 863–867 auf ihrer mährischen Mission und ihrer anschließenden Reise nach Rom begleitet hat.

Als Konstantinos-Kyrillos starb († 14. Februar 869), befahl Papst Hadrian II. allen Griechen und Römern in Rom, am Begräbnis teilzunehmen, das schließlich in der Clemenskirche stattfand (7). Danach ließ HadrianMethodios und dessen Schüler, unter diesen wohl auch K., “nach Pannonien in die Stadt Morav” zurückkehren (8).

K. wurde zusammen mit anderen Schülern des Methodios, speziell Gorasdos (# 22319), Naum (# 25501), Angelarios (# 20422) und Laurentios (# 24276) (laut BHG 355), nach dem Tod des Methodios von Svatopluk (# 27437) verhaftet und aus Mähren ausgewiesen. K. ging zusammen mit Naum und Angelarios in Richtung Donau. Sie kamen dann nach Belgrad, von wo sie von Radislav, dem Bori Tarkan von Belgrad (# 26800), zu Boris I. (# 21197) nach Bulgarien geschickt wurden. (Laut BHG 1316z,191–200 und 1317,93–97 gingen sie mit Naum nach Dakien [BHG 1317: Diavya], nach Mysien, Pannonien, zu den Triballern [= Serben] und in das Illyricum.) In Bulgarien lebte K. zusammen mit Naum im Haus des Eschač (# 21748). Boris setzte ihn zum Bischof von Kutmičinica ein, gab ihm als Wohnsitze fürstliche Häuser in Devol (Diavolis), außerdem Wohnsitze in Ohrid/Achrida (laut Wuelle früherer Name Lychnidos) und Glavinica/Glavenica (laut Quelle bulgarischer Name für Kephalenia; der slawische Name stellt schlicht eine Lehnübersetzung des griechischen Namens dar). Dort gab es laut BHG 356 (cap. 9) noch zur Zeit der Abfassung dieser Vita steinerne Stelen, auf denen die Christianisierung der dortigen Bevölkerung verkündet wurde. Laut BHG 356 (cap. 11) taufte K. Boris I. und danach dessen Sohn Michael (sic!) (gemeint ist wohl Symeon [# 27467]), der ihn beim Kirchenbau unterstützt habe (cap. 12). Dort betätigte K. sich sieben Jahre lang, dabei setzte er in allen Diözesen (καθ᾿ ἑκάστην ἐνορίαν) Kleriker ein, insgesamt 3.500, die er zu Anagnosten, Hypodiakonen, Diakonen und Presbytern weihte, in jeder Diözese setzte er 300 Personen ein. Außerdem werden eine Klostergründung und der Bau wenigstens einer Kirche in Ohrid/Achrida erwähnt (BHG 355, cap. XXIII 67). Im achten Jahr (also wohl 893/94) wurde er vom bulgarischen Herrscher Symeon (# 27467) zum Bischof von Dremvitza (griech. Drevenitza) und Velitza (laut BHG 355 zum ersten Bischof Βουλγάρῳ γλώττῃ ernannt). Von 893 bis zu seinem Tod 916 amtierte K. als Archiepiskopos von Bulgarien.

Vermutlich an ihn (der Adressat ist nicht namentlich genannt) ist ein Brief des Patriarchen Nikolaos Mystikos (# 25885) gerichtet. Den Brief, datiert zwischen Mai 912 und Juli 913, schrieb Nikolaos wegen eines Mannes (# 30933), der in der Hagia Sophia Zuflucht gesucht hatte. Er lieferte ihn an seine Verfolger gegen die Zusicherung aus, daß dem Mann vom Bulgarenherrscher Symeon kein Leid zugefügt werde. K. solle auf Symeon einwirken, daß die Zusage eingehalten werde. Nikolaos schrieb in derselben Angelegenheit auch einen Brief an Symeon selbst.

K. verfaßte Schriften in Altkirchenslawisch und dichtete auch Kanones. Laut BHG 355 (cap. XXII 65) verfaßte er eine Vita des Methodios (nicht erhalten). Vielleicht war er Miterfinder der glagolitischen Schrift; laut BHG 356 (cap. 14) soll K. ein neues, einfacheres slawisches Alphabet erfunden haben als Konstantinos (womit dann am ehesten die fälschlich nach Konstantinos-Kyrillos benannte kyrillische Schrift gemeint sein dürfte). Er baute ein Kloster in Ohrid/Achrida (laut BHG 356 war es dem Großmärtyrer Panteleimon geweiht) und eine Kirche, die später der Sitz des Erzbischofs wurde (BHG 355, cap. XXIII 67). Er führte verschiedene Arten von Obstbäumen aus Griechenland ein und pflanzte sie in Bulgarien an (BHG 355, cap. XXII 68) (9). Von Velitza ging er nach Ohrid/Achrida (BHG 355, cap. XXIV 70). Als er alt und krank war, ging er zum Basileus (gemeint ist der Bulgarenherrscher Symeon und bat ihn, einen anderen als Bischof einzusetzen (BHG 355, cap. XXV 71 – XXVI 73), was dieser aber nicht bewilligte. Er kehrte in sein Kloster nach Ohrid/Achrida zurück und schrieb nach Aussage seiner Vita das Triodion zuende (wohl in altkirchenslawisch), er fügte den noch fehlenden Teil vom “neuen Sonntag” (= Sonntag nach Ostern?) bis Pfingsten hinzu (BHG 355, cap. XXVI 73). Er starb am 27. Juli 916 (BHG 355, cap. XVII 75: Weltjahr 6424). Allerdings muß dieses Todesdatum als unsicher gelten: Nach dem Text der Vita (Vita Clementis (BHG 355, cap. XXVII 72,1023, p. 104) handelt es sich hierbei um das Datum des Begräbnisses. Da die Vita aber erst ca. 170–180 Jahre nach K.s Tod entstanden sein dürfte (wohl um 1090, cf. Iliev, in: ByzBulg 9 [1995] 69f.) und der 27. Juli zudem der Gedenktag des hl. Panteleimon, des Patrons des von K. gegründeten Klosters, ist und da der Gedenktag für K. später auf den 25. November bzw. 8. Dezember verlegt wurde, ist zu erwägen, ob hier nicht der Feiertag des Klosters mit dem Gedenktag für dessen Gründer verschmolzen ist (cf. Stančev–Popov, Kliment Ochridski 20f.). Laut der griechischen Liste der Archiepiskopoi von Bulgarien war er der vierte Archiepiskopos und zuvor Episkopos von Tiberiupolis gewesen; später wurde er von dem bulgarischen Fürsten Boris I. Michael dazu berufen, den dritten Teil des bulgarischen Reiches zu verwalten, der sich von Thessalonike bis Hiericho und Kanina bzw. Tasepiaton erstreckte: Κλήμης, γενόμενος ἐπίσκοπος Τιβεριουπόλεως ἤτοι Βελίκας, ὕστερον δὲ ἐπιτραπεὶς παρὰ Βορίσου βασιλέως Βουλγάρων ἐφορᾶν καὶ τὸ τρίτον μέρος τῆς Βουλγαρικῆς βασιλείας ἤγουν ἀπὸ Θεσσαλονίκης ἄχρις Ἱεριχὼ καὶ Καννίων ἤτοι Τασηπιάτου.

Er wurde in seinem Kloster im rechten Teil des Pronaos bestattet. An seinem Grab fanden Heilungen statt. Seine griechische Vita (BHG 355) wurde nach den Erkenntnissen von Iliev, op. cit. (s. dort weitere Lit.), von Theophylaktos von Ohrid verfaßt und nicht, wie zuvor von Dvornik, Slaves 312 Anm. 2, vermutet, zuerst von einem seiner Schüler auf slawisch geschrieben und dann unter dem Namen des Theophylaktos von Ohrid ins Griechische übersetzt.

Anmerkungen: — (1) Cf. Obolensky, Six Portraits 12. Das ungefähre Geburtsjahr beruht auf einer Schätzung, die vom Todesdatum, dem 27. Juli 916 (Weltjahr 6424: Vita Clementis [BHG 355] cap. XXVII 75, p. 142,8-10 [Milev]; cap. XXVII 75, 1025-1027, p. 104 [Iliev]), ausgeht. Der genaue Geburtsort des Klemes ist nicht bekannt. Es gibt Anhaltspunkte, daß er aus Thessalonike stammen könnte (cf. Kissas), doch ist dies nicht sicher. — (2) Vita Clementis (BHG 356), cap. 1, p. 174,4-6 (ed. Milev): τὸ μὲν γένος εἷλκεν τῶν Εὐρωπαίων Μυσῶν, οὓς καὶ Βουλγάρους ὁ πολὺς οἶδεν ἄνθρωπος, ... — (3) Vita Clementis (BHG 355) cap. XXII 65, p. 130,27-32 (Milev), bes. 31f.; cap. XXII 65, 846-850, p. 100 (Iliev), bes. 851f.: οἷα ἐκ νέου καὶ ἁπαλοῦ ἐκείνῳ παρηκολουθηκὼς καὶ ὀφθαλμοῖς πάντα τὰ τοῦ διδασκάλου παρειληφώς. — (4) Vita Constantini-Cyrilli (VC) cap. 14,13, p. 129 (Grivec-Tomšič) (lat. Übers., p. 201: cum aliis laboris sociis); Vita Methodii Thess. (VM) cap. 5,10, p. 155 (Grivec-Tomšič) (lat. Übers., ibidem, p. 223: cum aliis, qui erant eiusdem sententiae ac ipsi). — (5) Die Namensnennung erfolgt in diesem Zusammenhang in der Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (l. 11f.), und der Vita Nahumi slav. 3, p. 185 (l. 3-7); in der Vita Constantini Thess. (VC) cap. XVII 6, p. 139, werden die Schüler summarisch erwähnt, ebenso in der Vita Constantini et Methodii brevior slav., p. 165 (l. 22-25). Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Quellen besteht darin, daß in der Vita Nahumi slav. 2 die Priesterweihe vom Papst Hadrian II. vorgenommen wird, in der Vita Constantini Thess. vom Papst den Bischöfen Formosus (# 22001) und Gauderichos (# 22063) aufgetragen wird. — (6) Vita Clementis (BHG 356) cap. 5, p. 176,20-22 (Milev). — (7) Cf. dazu VC, cap. XVIII 14-21; Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (l. 16-18). — (8) Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (l. 20-23); die Formulierung “nach Pannonien in die Stadt Morav” hat eine umfangreiche Diskussion in der Forschung ausgelöst, die noch nicht zu einem endgültigen Schluß gekommen ist. Am ehesten wird wohl mit einer Kontamination verschiedener Quellen zu rechnen sein, in deren einer von einer Stadt (jetzt) unbekannten Namens die Rede war, während in der anderen vom Land Morava/Mähren gesprochen wurde. Man vergleiche auch weiter oben im selben Text (l. 7) die Formulierung “Bischof von Morav und ganz Pannonien”. Ein anderer Zweig der Forschung (z. B. I. Boba, M. Eggers u. a.) nimmt indes die doch recht häufigen Angaben, in denen von einer Stadt Morav(a) bzw. griech. Morabos die Rede ist, durchaus ernst und geht davon aus, daß es sich um eine in der Nähe von Sirmium gelegene Stadt gehandelt habe, in der Methodios Bischof gewesen sei. U. a. stützt sich auch die Theorie dieser Forscher darauf, daß Konstantinos-Kyrillos und Methodios niemals im heutigen Mähren gewesen seien, sondern ihr Missionsgebiet vielmehr im heutigen Ungarn, wenngleich links der Donau, gelegen habe; cf. dazu auch Pirivatrić, in: ZRVI 36 (1997) 173–201; aus forschungsgeschichtlicher Sicht cf. jetzt auch Bonazza, in: Welt der Slaven 53 (2008) 161–173. — Die Angabe der Vita Nahumi brevior (BHG 1317) 57-60 und der Vita Nahumi slav. 3 (p. 185,37f.), Methodios sei mit K., Naum und den anderen Schülern nach Bulgarien zurückgekehrt, dürfte dagegen falsch sein; dafür spricht auch schon die ebenda (p. 186,1-8) geschilderte Reiseroute über das Illyricum und ihre Ankunft in “deutschem und ungarischem Land”. — (9) Diese letztgenannte Tat K.s könnte aber auch mit Ivanov, Religious Missions 328f., einfach eine Metapher für das Aufblühen byzantinisch-christlicher Kultur im zuvor heidnischen Gebiet um Ohrid sein.

W: Kliment Ochridski, Săbrani săčinenija, ed. B. St. Angelov et al., I–III, Sofia 1970–1977 (zum Teil unecht; cf. S. Nikolova, in: Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos, p. 87–93); zu den Werken des K. s. auch LdMA II (1983) 2147f.; P. Ilievski, Dve slova na Kliment Ochridski i edno na Jovan Egzarch vo eden rakopisen zbornik od XV vek, in: Koneski et al., Kniga za Kliment Ochridski, 89–113; Baumann, Faszination. Die Autorschaft bzw. Mitautorschaft des K. an der Vita Constantini-Cyrilli (VC) und der Vita Methodii Thess. (VM) ist unsicher (seine Autorschaft an der VM wird jetzt abgelehnt von D. Gonis, in: Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos, p. 21–28); G. Popov, Chimnografskoto tvorčestvo na Kliment Ochridski, in: 21 Kirilo-Metodievski simposium (Vtori meždunarodni kongres po bălgaristika, Sofija, 23 maj – 3 juni 1986 g., Dokladi), Sofia 1989, 307–318; Romankova, in: Starobălgarska literatura 27 (1994) 12–50 (die Vita Methodii Thess. [VM] sei eine kollektive Arbeit); K. ist Autor der slawischen Lobrede (Pochvala) des Nikolaos Thaumaturgos. — Editionen weiterer einzelner Werke K.s: Lobrede auf den hl. Clemens: Georgievski, in: Kirilo-Metodievskiot Period, 31–34; O. A. Krašennikova, Drevneslavjanskij Oktoich sv. Klimenta archiepiskopa Ochridskogo: Po drevnerusskim i južnoslavjanskim spiskam XIII–XV vekov, Moskau 2006 (Textedition p. 39–289).

Q: — (Hag.): Vita Clementis (BHG 355); Vita Clementis (BHG 356); Synax. Cpl. 255/256,51-53 (25. November); Vita Nahumi (BHG 1316z) l. 192-216, p. 176; Vita Nahumi brevior (BHG 1317) l. 93-103, p. 184f.; Akoluthie auf die sieben Heiligen zum 27. Juli (Moschopolis 1742), in: Cyrillomethodianum 10 (1986) 251–267. — (Ep.): Nikolaos Mystikos, Ep. 4. — (Sonst.): Bulg. Bischofsliste 6,11-14 (Gelzer); 565 (Ivanov). — (sl.): Akoluthie auf K., ed. J. Ivanov, Bălgarski starini iz Makedonija, 2. Aufl., Sofia 1931, 324–327; Proložnie žitie Klimenta Ochridskago, in: Magnae Moraviae Fontes Historici II 273–275; Vita Nahumi slav. 1, p. 306f.; Vita Constantini-Cyrilli (VC) cap. 14,13, p. 129. 201; cap. 17,6, p. 139. 209 (Grivec-Tomšič) (ohne Namensnennung); Vita Methodii Thess. (VM) cap. 5,10, p. 155. 223 (Grivec-Tomšič) (ohne Namensnennung); Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (Lavrov); Vita Nahumi slav. 3, p. 185 (Lavrov); s. auch I. Snegarov, in: ByzBulg 1 (1962) 79 Anm. 2.

L: ODB II 1133f.; LdMA II (1983) 2146–2148; LThK VI (1961) 333; LThK VI (1997) 136; Beck, Kirche 651; BBKL IV (1992) 15-24 (Lit.); SSS II (1964) 423–425. 571; KME II (1995), 320–345 (Lit.). 487–491; SLER 251–253; Fedalto 547 (erst ab 871; ohne Klemes). — N. L. Tunickij, Sveti Kliment, episkop Slovenskij, Sergiev Posad 1913; idem, Materialy dlja istorii žizni i dejatel’nosti učenikov svv. Kirilla i Mefodija / Monumenta ad SS Cyrilli et Methodii successorum vitas resque gestas pertinentia, ed. N. L. Tunickij, Sergiev Posad 1918 (Ndr. London 1972 [Variorum reprints]) (Ed. von BHG 355: 66–140); M. D. Muretov, Grečeskoe “Žitie” sv. Klimenta, ep. Slovenskago, in: Bogoslavskij Vestnik VII–VIII 1913, 475–487; Jugie, in: EO 23 (1924) 5–8; Dvornik, Légendes 345; Moravcsik I 556f.; Grivec, in: Grivec–Tomšič 40f. (zu den frühen Ausgaben von BHG 355); Snegarov, in: ByzBulg 1 (1962) 79–119 (zu den Quellen); Gautier, in: REB 22 (1964) 199–214; I. Dujčev, in: Kliment Ochridski 916–1966. Sbornik ot statii po slučaj 1050 godini ot smărtta mu, Sofia 1966, 416–424; C. Polenaković, Kliment Ochridski – Život i dejnost, in: Koneski et al., Kniga za Kliment Ochridski, 5–68; P. S. Koledarov, in: Konstantin Kiril Filosof. Jubileen sbornik po slučaj 1100 godišninata ot smărtta mu, Sofia 1969, 141–167; Vlasto, Entry of the Slavs 30f. 56. 82. 165. 168–170; Dvornik, Missions 104–252 (Reg.); I. Denev, Učasti na sv. Kliment Ochridski v moravskata misija na sv. bratja Kiril i Metodij, in: Duchovna Kultura 61, Heft 8 (1981) 16–20; Istorija na Bălgarija II 231–234. 249–260. 310–313; G. Popov, Novootkriti chimnografski proizvedenija na Kliment Ochridski i Konstantin Preslavski, in: Bălgarski ezik 32 (1982) 3–26; Trapp, Die sieben Slawenapostel in der liturgischen Dichtung, in: AnBoll 100 (1982) 469–483 (bes. 469f. zu den Klemesviten; 471–474 zu den Akoluthien auf Klemes); Iliev, in: Istoričeski pregled 40,1 (1984) 97–105 (bulg.); Bernštejn, Konstantin-filosof i Metodij passim, bes. 128ff.; Nichoritis, Cyril and Methodius in the Greek Literary Tradition, in: Cyrillomethodianum 10 (1986) 11–50 (zu hagiographischen u. hymnographischen Quellen zu Klemes bes. 27–30; zur Akoluthie auf Klemes bes. 37–39); Obolensky, in: Βυζάντιον. Ἀφιέρωμα στὸν Ἀνδρέα Ν. Στράτο, II, Athen 1986, 601–618 (zum Autor von BHG 355: Theophylaktos von Ohrid); Nichoritis, in: Duchovna Kultura 68, Heft 2 (1988) 13–19; K. Stančev – G. Popov, Klimenti Ochridski. Život i tvorčestvo, Sofia 1988; Obolensky, Six Portraits 8–33; idem, St Clément d’Ohrid et les Albanais, in: Studies on the Slavo-Byzantine and West-European Middle Ages – in memoriam Ivan Dujčev, ed. E. Yaneva, Sofia 1988 (Studia slavico-byzantina et medievalia europensia I), 37–40; F. V. Mareš, in: Kliment Ochridski i ulogata na Ochridskata kniževna škola vo razvitokot na slovenskata prosveta. Materijali od naučen sobir održan vo Ochrid od 25 do 27 septemvri 1986 goda (Clement of Ohrid and the Role of the Ohrid Literary School in the Development of the Slavic Literacy. Materials of the Scientific Meeting held in Ohrid on september 25–27, 1986), Skopje 1989, 101–110 (zu den sieben Slawenaposteln); Grumel–Darrouzès, Régestes Nr. 612; Kissas, in: Cyrillomethodianum 13/14 (1989/90) 19–30 (zur möglichen Herkunft des Klemes aus Thessalonike); Peneva, in: Ist. pregled 46,11–12 (1990) 30–37 (bulg. mit engl. Resümee auf p. 37: Velika, der Bischofssitz, auf den Klemes 893 berufen wurde, sei mit Tiberiupolis = Strumica in Makedonien [FYROM] zu identifizieren.); Peri, in: BollBadGr 46 (1992) 159–187; Iliev, in: Bsl 53 (1992) 68–73 (zur handschriftlichen Überlieferung von BHG 355; zum Autor von BHG 355: Theophylaktos); Devos, in: AnBoll 111 (1993) 255f.; idem, in: AnBoll 112 (1994) 32 (zum Autor von BHG 355: Theophylaktos); I. Christova, Rečnik na slovata na Kliment Ochridski, Sofia 1994 (Index der 23 Homilien des K.); Iliev, in: ByzBulg 9 (1995) 62–80 (Einl. zur Edition von BHG 355); 107–120 (hist. Kommentar u. Bibliogr. [Lit.]); idem, Prostrannoto žitie na sv. Kliment Ochridski, episkop bălgarski, v istoričeska interpretacija, in: Minalo 3.3 (1996) 22–27; DO Hagiography Database Nr. 86 (bes. Introduction, s. v. “Kliment of Ochrid” [no. 86] [Lit.]); Anderson, Biographical Dictionary 138; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 205–208; Curta, Southeastern Europe 175–177; Iliev, Sv. Kliment Ochridski. — Zum Werk: Marti, in: Kirilo-Metodievski Studii 13 (2000) 10–20; Popov, ibidem 42–49; Mostrova, ibidem 58–75; Davydova, ibidem 76–81; Velčeva, ibidem 82–85; Bojadžiev, ibidem 86–111; Kostova, ibidem 128–131; Tăpkova-Zaimova, ibidem 145–151; Krăstanov, ibidem 197–215; Podskalsky, Bulgarien und Serbien 179–187. 276–280. 433–436. 440; IBSL 230–237; Iliev, Sv. Kliment Ochridski passim.

P: War die Autorschaft des Theophylaktos von Ohrid (* 1050, † 1120/26) für die lange Vita Clementis (BHG 355) früher stark umstritten (gegen Theophylaktos: [Muretov]; Snegarov; Gautier [bes. in seiner nicht publizierten Dissertation: “Deux œuvres hagiographiques du pseudo-Théophylacte”, Paris, Sorbonne 1968]), so darf sie heute als gesichert gelten (cf. Obolensky; Iliev; Devos). — Zur historischen Zuverlässigkeit bzw. zum tendenziellen Charakter der Vita Clementis (BHG 355) siehe jetzt besonders Iliev, in: ByzBulg 9 (1995) 72– 79; cf. auch den historischen Kommentar, 107–118.

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