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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Kosara

Cossara

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
24095
Namensvariante
Theodora (griech. Fehlname von Kosara); Cossara (lat. Variante); Teodora Kosara (Sekundärliteratur)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Frau
Zeit
10. Jh.; 11. Jh.
ethnos
Bulgarien
Religion
orthodox
Name normalisiert
Kosara
Ort
Bulgarien; Kroatien; Diokleia (Zeta)
Quelle
Skylitzes; Priester von Diokleia (ed. Šišić)

N: B. Prokić, der erste Herausgeber der Handschrift U (Vindobonensis Hist Gr. 74) des Skylitzes, die die Zusätze des Michael von Devol enthält, korrigierte den Namen Θεοδωρίτου in Θεοδώρα und gab damit K., deren Name – in der lateinischen Form Cossara – sonst nur in der Chronik des Priesters von Diokleia erwähnt wird, einen christlichen Namen. Prokić hielt sie außerdem für eine Tochter des bulgarischen Zaren Samuel (# 26983).

V: Sie war vermutlich eine Tochter des Theodoritos (# 27613) und wurde ca. 1000 von dem bulgarischen Zaren Samuel mit Vladimir (# 28434) verheiratet, dem Herrscher von Zeta (Diokleia). Samuel hatte sich im Zuge seiner Expansionspolitik ca. 1000 nach Westen gewandt, das Fürstentum Diokleia angegriffen, Vladimir gefangengenommen und ihn mit K. verheiratet Dem Priester von Diokleia zufolge soll sich K. bei einem von Nächstenliebe inspirierten Besuch der Gefangenen im Kerker in Vladimir verliebt und daraufhin ihren Vater gebeten haben, sie mit ihm zu verheiraten. Aus Skylitzes geht hervor, daß Vladimir durch die Heirat ein angeheirateter Verwandter (κηδεστής) des Samuel wurde.

Nach dem Tod Samuels 1014 kam es im bulgarischen Reich zu Thronkämpfen. Dabei wurde Samuels Sohn Gabriel-Radomir (# 22032) von seinem Vetter Ivan Vladislav (# 23582) ermordet. Vladimir wurde von Ivan Vladislav nach Prespa eingeladen, wo er am 22. Mai 1016 auf dessen Befehl hin den Tod fand. K. soll laut dem Priester von Diokleia daraufhin Nonne in der Kirche geworden sein, in der Vladimir bestattet worden war, und nach ihrem Tode ebenda zu seinen Füßen beerdigt worden sein.

Q: — (Hist.): Skylitzes, Basileios 38, p. 353,64-66 (66: Zusatz). — (lat.): Priester von Diokleia (ed. Šišić) cap. 36, p. 334–337. 340.

L: Zlatarski, Istorija I/2 674–677. 719–723; Ferluga, in: Byzantina 10 (1980) 442–444; Istorija na Bălgarija II 411; Moutsopoulos, Tombeau 117–120; Pirivatrić, Samuilova država 105f. 193; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 371f.

P: Die Mitteilung des Skylitzes, daß Vladimir ein κηδέστης Samuels gewesen sei, wird durch den Zusatz in der Handschrift U (Zusatz des Michael von Devol) in Frage gestellt, weil aus dem zwischen θυγάτρι und Σαμουὴλ eingeschobenen Namen Θεοδωρίτου hervorgeht, daß K. keine Tochter des Samuel war, sondern des Theodoritos. Der auf Vladimir bezogene Begriff κηδεστής kann daher nicht mehr Schwiegersohn bedeuten, sondern nur Verwandter durch Verschwägerung. Diese Verschwägerung könnte darauf beruhen, daß Theodoritos, wie in der Forschung mehrfach vermutet, ein Sohn des Ioannes Chryselios (# 23183) war, dessen Tochter Samuel geheiratet hatte. — Es wird vermutet, daß sich K.s Geschichte in derjenigen der Miroslava (# 25408) widerspiegelt.

QuelleSource