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Methodios

Μεθόδιος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
25062
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
867
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Archiepiscopus Pannonien; Archiepiscopus Moravia
Name normalisiert
Methodios
Ort
Rom; Pannonien; Mähren; Moravia; Schwaben; Reichenau; Regensburg
Quelle
MGH Epp.; Vita Methodii Thess. (VM); Vita Constantini Thess. (VC); Vita Clementis (BHG 355); Vita Nahumi slav. 2; Vita Nahumi slav. 3; Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau; Vita Clementis (BHG 356); Vita Constantini et Methodii brevior slav.; Nestorchronik

Fortsetzungsartikel: Methodios (# 4975).

N: Altkirchenslawische Varianten: Mefodi(j)e, Mefedi(j)e, Mefeodi(j)e (VM).

T: Archiepiscopus von Pannonien — archiepiscopus Pannoniensis, dann auch von Mähren (Moravia); altkirchenslaw.: archiepiskop; Theophylaktos von Ohrid (Vita Clementis [BHG 355]) macht daraus einen Archiepiskopos von Morabos in Pannonien — ὃς τὴν Πανόνων ἐπαρχίαν ἐκόσμησεν, ἀρχιεπίσκοπος Μοράβου γενόμενος bzw. Μοράβου τῆς Πανονίας.

V: Zusammen mit seinem Buder Konstantinos-Kyrillos (# 3927) und wohl auch mit Klemes (# 23704), Naum (# 25501) und weiteren Schülern reiste M. Ende 867 über Venedig nach Rom (1). Den Brüdern und ihren Schülern wurde von Papst Hadrianus II. (# 22537) und den Bewohnern Roms ein feierlicher Empfang bereitet, nicht zuletzt, da Konstantinos-Kyrillos die von ihm aus dem Meer bei Cherson geborgenen Reliquien des hl. Clemens mitbrachte (2). Hadrianus II. ließ sich auch die von ihnen mitgebrachten, “aus dem Griechischen ins Bulgarische übersetzten” slawischen Bücher zeigen, segnete sie, hinterlegte sie in der Kirche der hl. Maria Phatne (S. Maria Maggiore) und feierte dort auf sie die Liturgie. Danach ließ der Papst die beiden Bischöfe Formosus (# 22001) und Gauderichos (# 22063) die slawischen Schüler weihen. Anschließend wurde in der Peterskirche die Liturgie in slawischer Sprache gefeiert, an den folgenden Tagen dann in der Kirche der hl. Petronella, der des hl. Andreas und schließlich die ganze Nacht hindurch in derjenigen des Apostels Paulos (San Paolo fuori le Mura) über dem Grab des Apostels, wobei der Bischof Arsenius (# 20625) und Anastasius Bibliothecarius (# 20341) assistierten (3).

Wohl ebenfalls in diesem Zusammenhang schor Hadrianus II. den Konstantinos-Kyrillos zum Mönch, gab ihm den Namen Kyrillos und weihte ihn zum Priester, den M. weihte er laut Vita Nahumi slav. 2 p. 183 (l. 5-7) zum “Bischof von Morav und ganz Pannonien”, laut der Vita Methodii Thess. VI 2 aber lediglich zum Priester, laut der Vita Constantini et Methodii brevior slav. (p. 165 [l. 29] – 166 [l. 4]) zum “Erzbischof auf den Stuhl des Apostels Andronikos, des pannonischen Gebiets” (4).

M. erhielt von Papst Hadrianus II. nach dem Tod des Konstantinos-Kyrillos († 14. Februar 869) zunächst die Erlaubnis, dessen Leichnam in sein Kloster zu überführen und dort zu bestatten (5), er willigte dann aber in dessen Bestattung in der Clemenskirche ein, nachdem römische Bischöfe den Papst gebeten hatten, ihn in Rom beizusetzen, und der Papst zunächst die Peterskirche vorgeschlagen hatte (6). Danach ließ Hadrianus II. den M. und seine Schüler “nach Pannonien in die Stadt Morav” zurückkehren (7).

Etwa in diese Zeit (869/70) gehört der allerdings hinsichtlich seiner Echtheit umstrittene und nur in seiner altkirchenslawischen Form in der Vita Methodii Thess. überlieferte Brief Hadrianus’ II. an die mährischen bzw. slawischen Fürsten Rastislav (# 6393), Svatopluk (# 27437) und Kocel (# 23721), in dem er ihnen zugestand, daß in der Messe der Text von Apostolos und Evangelium zuerst auf Latein, danach in slawischer Sprache gelesen werden sollte (8). Anlaß für dieses Schreiben war ein Brief Kocels, in dem er darum bat, Hadrianus II. möge ihm M. als Glaubenslehrer schicken (9).

Bei seiner Ankunft in Pannonien wurde M. von Kocel mit großen Ehren empfangen, aber von diesem umgehend wieder nach Rom geschickt. Mitgeschickt wurden 20 Männer von vornehmem Stand (10).

Entweder auf dieser Reise nach Rom oder auf der in keiner Quelle explizit genannten Rückreise nach Pannonien wurde M. von bairischen Klerikern, die ihre Missionsbestrebungen in Pannonien gefährdet sahen, wahrscheinlich Anfang 870 gefangengesetzt. Beteiligt waren an dieser Gefangennahme wohl die Bischöfe Adalwin von Salzburg (859–873), Hermenrich von Passau (866–874), Anno von Freising (854–875) sowie der Bischof von Säben. Gegen Ende 870 wurde in Regensburg im Anschluß an den Reichstag, auf dem Rastislav, ein Verteidiger der Missionsbestrebungen M.s, zum Tode verurteilt, aber dann zur Blendung begnadigt wurde, vom bairischen Klerus eine Synode in Anwesenheit König Ludwigs “des Deutschen” (# 24754) abgehalten, auf der M. verurteilt und nach Schwaben verbannt wurde, entweder ins Kloster Ellwangen oder – wahrscheinlicher – auf die Reichenau (11). In diesem Zusammenhang entstanden vielleicht die Eintragungen im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau (p. 4 [A1]; p. 5 [D4/X4/D5]; p. 53 [D4/D5]), wo M. zusammen mit seinen Begleitern bzw. Schülern Leon (# 24353), Ignatios (# 22730), Ioakin (# 22774), Symeon (# 27472), Dragaïs (# 21602), wahrscheinlich Gorasdos (# 22319) und Lazarus (# 24287) genannt wird (12). Erst als Papst Iohannes VIII. (# 23470) den bairischen Bischöfen die unrechtmäßige Inhaftierung M.s, letztlich unter Bruch des kanonischen Rechts, sowie dessen Folterung vorwarf, sie daraufhin mit dem Bann bedrohte und ihnen, solange sie M. gefangen hielten, verbot, die Messe zu lesen, ließen die bairischen Bischöfe M. und seine Begleiter im Frühjahr 873 wieder frei (13).

Die Mährer vertrieben die fränkischen Priester und baten den Papst um die Entsendung des M. als Erzbischof; Svatopluk I. von Mähren (# 27437) empfing ihn ehrenvoll und unterstellte ihm “alle Kirchen” (14). M. schickte zu dem heidnischen Fürsten an der Weichsel, der sich daraufhin zum Chistentum bekehrte (15). Die Mährer wollten M. vertreiben, wurden aber durch ein Schreiben des Papstes (wahrscheinlich Iohannes VIII.) davon abgebracht, der für diesen Fall die Exkommunikation androhte (16).

Im Sommer 879 forderte Papst Iohannes VIII. M. brieflich auf, nach Rom zu kommen, um sich gegen Anschuldigungen zu verteidigen, die gegen die Rechtgläubigkeit der von ihm verbreiteten Lehre erhoben würden. Insbesondere habe er die Messe in slawischer Sprache gefeiert, obgleich dies verboten sei. Sie dürfe nur in lateinischer oder griechischer Sprache gefeiert werden, lediglich die Predigt dürfe slawisch gehalten werden. M. solle deshalb umgehend in Rom erscheinen, damit die Vorwürfe überprüft werden könnten (17).

In Rom wurde M. vor den versammelten Bischöfen einer Glaubensprüfung unterzogen, aus der er völlig rehabilitiert hervorging. Auch die Feier der Liturgie in slawischer Sprache wurde jetzt ausdrücklich gelobt, wie aus einem entsprechenden Brief (Nr. 255) des Papstes an den mährischen Großfürsten Svatopluk vom Juni 880 hervorgeht: Die Liturgie solle in lateinischer Sprache gefeiert, dann aber für diejenigen, die kein Latein könnten, in die slawische Sprache übersetzt werden.

Ca. 881/82 oder 883 lud Kaiser Basileios I. M. nach Konstantinopel ein und empfing ihn ehrenvoll (18), behielt von seinen Schülern einen Presbyteros (# 30697) und einen Diakonos (# 30698) samt Büchern (d. h. slawischen Übersetzungen kirchlicher Bücher) bei sich (s. Dvornik, Missions 170–174: Winter 881 – Frühjahr 882). Laut VM XV übersetzte M. innerhalb von sechs (sic!) Monaten, vom März bis zum 26. Oktober, mit Hilfe zweier Schnellschreiber alle Bücher der hl. Schrift mit Ausnahme der Makkabäerbücher aus dem Griechischen ins Slawische (19), nachdem er vorher mit Konstantinos-Kyrillos schon den Psalter, das Evangelium mit der Apostelgeschichte und ausgewählte liturgische Bücher übersetzt hatte; er habe auch den Nomokanon übersetzt (20). VC, cap. X 96, erwähnt zudem, daß M. Übersetzungen von Reden auf Heilige, eingeteilt in acht Bücher bzw. Teile, angefertigt habe.

Laut VM XVI wurde M. vom “ungarischen König”, der gerade an der Donau weilte (vielleicht der Frankenkönig Karl III., der sich 884 auf einem Feldzug gegen Svatopluk befand? Cf. Dvornik, Missions 184f.) eingeladen, unterredete sich mit ihm und wurde von ihm reich beschenkt.

M. starb am 6. April 885, nachdem er am Palmsonntag (4. April 885) krank geworden und seinen Tod am dritten Tag vorhergesagt hatte, und empfahl auf dem Sterbebett seinen Schüler Gorasdos (# 22319) als seinen Nachfolger (21).

M. wurde von seinen Schülern aufgebahrt, sie feierten die Liturgie in lateinischer, griechischer und slawischer Sprache und beerdigten ihn in der Kathedralkirche (22). Beigesetzt wurde er in einer großen, der Gottesmutter geweihten Kirche in Mähren, links hinter dem Altar (23).

In einem Commonitorium des Papstes Stephanus V. (# 27384) für seine Legaten, die den mährischen Großfürsten Svatopluk aufsuchen sollten, schärfte der Papst den Legaten noch einmal ein, den (eingeschränkten) Gebrauch der slawischen Sprache bei der Liturgie zuzulassen. Zugleich sollten sie dem Nachfolger des M., den dieser gegen die kanonischen Statuten eingesetzt habe, untersagen, als Bischof tätig zu werden, bis er nach Rom kommen und seine Angelegenheit dort vortragen werde, so daß über sie entschieden werden könne. Zu datieren ist dieses Commonitorium auf das Jahr 885 (nach dem Tod des Methodios) oder später. Dem Commonitorium entpricht ein ausführlicher Brief des Papstes an Svatopluk aus derselben Zeit.

Anmerkungen: — (1) Vita Nahumi slav. 3, p. 185 (l. 2-7); ohne Namensnennung der Schüler: Vita Constantini et Methodii brevior slav., p. 165 (l. 22-25); s. zu M.s Aufenthalt in Rom cf. Sansterre, Moines I 143f. 161; II 136f. 146. 179. 219. Es darf als sicher gelten, daß Konstantinos und M. bereits von Papst Hadrianus II. (# 22537) empfangen wurden (so VC, cap. XVII 1f.) und nicht mehr von Nicolaus I. (# 5248) und daß es folglich entgegen den Angaben der Vita Methodii Thess. (VM, cap. VI 1f.) auch Hadrianus II. war, der M. zum Priester weihte. — (2) Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (l. 1-4); Vita Nahumi slav. 3, p. 185 (l. 8-10); VC, cap. XVII 1-4; Gauderich, Vita Constantini cum translatione Clementis (BHL 2073) cap. 9, p. 129f. Zur Auffindung der Reliquien cf. Translatio reliquiarum Clementis, cap. 3–6, p. 23–25; Gauderich, Vita Constantini cum translatione Clementis (BHL 2073) cap. 3–5, p. 124–127. Cf. zur Romreise und ihrer Einordnung auch Trunte, in: Preslavska knižovna škola 7 (2004) 256–293. — (3) Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (l. 7-11); VC, cap. XVII 4-9; laut der Vita Nahumi slav. 3, p. 185 (l. 16-23), soll Hadrianus II. sogar selbst die “bulgarische” Übersetzung der Texte der hl. Schrift mit dem griechischen Original verglichen und für gut befunden haben. In der Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (l. 7-16) wird entgegen den anderen Quellen berichtet, Hadrianus II. selbst habe die slawischen Missionare geweiht. — (4) Diese Angaben widersprechen einander, nach Aussage der Vita Methodii Thess. VIII 17 wurde M. erst bei einem zweiten Romaufenthalt, wohl frühestens gegen Ende 869, zum Bischof geweiht. Allerdings herrscht in der Forschung keine Einigkeit hinsichtlich dieser zweiten Romreise. — (5) VC, cap. XVIII 16f. — (6) VC, cap. XVIII 18-21; Gauderich, Vita Constantini cum translatione Clementis (BHL 2073), cap. 11f., p. 131f. Cf. dazu auch Boyle, in: Christianity among the Slavs, 75–82. — (7) Vita Nahumi slav. 2, p. 183 (l. 20-23); die Formulierung “nach Pannonien in die Stadt Morav” hat eine umfangreiche Diskussion in der Forschung ausgelöst, die noch nicht zu einem endgültigen Schluß gekommen ist. Am ehesten wird wohl mit einer Kontamination verschiedener Quellen zu rechnen sein, in deren einer von einer Stadt (jetzt) unbekannten Namens die Rede war, während in der anderen vom Land Morava (Mähren) gesprochen wurde. Man vergleiche auch weiter oben im selben Text (l. 7) die Formulierung “Bischof von Morav und ganz Pannonien”. Ein anderer Zweig der Forschung (z. B. I. Boba, M. Eggers u.a.) nimmt indes die doch recht häufigen Angaben, in denen von einer Stadt Morav(a) bzw. griechisch Morabos die Rede ist, durchaus ernst und geht davon aus, daß es sich um eine in der Nähe von Sirmium gelegene Stadt gehandelt habe, in der M. Bischof gewesen sei. U. a. stützt sich die These dieser Forscher auch darauf, daß Konstantinos-Kyrillos und M. niemals im heutigen Mähren gewesen seien, sondern daß ihr Missionsgebiet vielmehr im heutigen Ungarn, wenngleich links der Donau gelegen habe. Cf. zu dieser Theorie aus forschungsgeschichtlicher Sicht jetzt auch Bonazza, in: Welt der Slaven 53 (2008) 161–173. — Die Angabe der Vita Nahumi slav. 3 (p. 185 [l. 37f.]), M. sei mit Klemes, Naum und den anderen Schülern nach Bulgarien zurückgekehrt, dürfte dagegen falsch sein. — (8) VM, cap. VIII 4-16; lateinische Übersetzung cf. MGH Epp. VI, Hadriani II papae epistolae Nr. 43, p. 763f. — (9) VM, cap. VIII 1f. — (10) VM, cap. VIII 17. Kocel wollte, daß M. zum Bischof Pannoniens geweiht werde. Zu dem Widerspruch zwischen der Vita Nahumi slav. 2 und der Vita Methodii Thess. s. o. Eher dürfte M.s Aufgabe darin bestanden haben, entweder Präzisierungen bezüglich der Vorgaben des zitierten Papstbriefes zu erlangen oder über den Status der pannonischen Diözese zu verhandeln. — (11) Laut Vita Methodii Thess. hatte er eine Auseinandersetzung mit dem ‘König von Mähren’ und den dortigen Bischöfen und wurde für zweieinhalb Jahre zu den bzw. nach Schwaben verbannt (VM, cap. IX 1. IX 9); cf. zum Konflikt M.s mit den bairischen Bischöfen Burr, Anmerkungen 39–56; Maß, Bischof Anno 214–221; Störmer, Problem der Slawenmission 208–210. 217f. Der nach dem Konflikt bald eintretende Tod der Kontrahenten M.s wurde laut VM, cap. X 3, als Gottesgericht betrachtet. — (12) Zu den Eintragungen im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau cf. Schmid, Zeugnis der Verbrüderungsbücher; Löwe, Ermenrich 221–241; Zettler, Methodius in Reichenau; idem, in: Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos 127–139; A. W. Ziegler, Methodius in Ellwangen 305–324 (cf. Anzeige in: BZ 81 [1988] 459: “bestreitet, daß die Einträge ΜΕΘΟΔΙΟΣ mit weiteren fünf griech. Namen und Methodius im Reichenauer Verbrüderungsbuch sich auf den Slawenapostel beziehen; es handle sich um eine sonst unbekannte Gruppe von Griechen sowie einen anderen, sonst ebenfalls unbekannten Methodios. Des weiteren behandelt er Prozeß und Einkerkerung des Slawenapostels in Ellwangen”). Eine andere Theorie sieht in dem Methodios-Passus einen Eintrag für den Patriarchen von Konstantinopel. Cf. zum Komplex auch KME III (2003) 436–438. — (13) MGH Epp. V, Fragmenta Registri Iohannis VIII. Nr. 20, p. 283; Nr. 21, p. 284f.; Nr. 22, p. 285f.; Nr. 23, p. 286; VM, cap. X 1-3. — (14) VM, cap. X 4-9. — (15) VM, cap. XI 2f.; s. auch Dvornik, Missions 169. — (16) VM, cap. XII 2-6. — (17) MGH Epp. V, Iohannis VIII. papae epistolae Nr. 201, p. 161 (datiert Juni/Juli 879). — (18) VM, cap. XIII 2-6. — (19) Ebenso Nestorchronik 28,4-11. Laut der Vita Constantini et Methodii brevior slav. p. 166 [l. 9-14], übersetzte er die 60 Bücher des Alten und Neuen Testaments noch in Mähren. — (20) Cf. dazu Ch. K. Papastathes, Τὸ νομοθετικὸν ἔργον τῆς Κυριλλομεθοδιανῆς ἱεραποστολῆς ἐν Μεγάλῃ Μοραβίᾳ, Thessalonike 1978, bes. cap. 4–6. Papastathes tritt für eine Abfassung um 883 ein. Zu den Übersetzungen der Kirchenväter cf. H. Miklas, in: Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos 65–81; sowie J. Rusek, in: Symposium Methodianum 247–251. Daneben wird auch die These vertreten, bei den eben genannten “Väterbüchern” handle es sich um die Dialoge Gregors des Großen. Mit der Frage, welchen Nomokanon M. übersetzt habe, setzt sich u. a. Ilievska, in: Kirilo-Metodievskiot Period 43–49, auseinander und kommt zu dem Schluß, daß es sich um die Synagoga L titulorum des Iohannes scholasticus gehandelt haben dürfte, die ggf. noch um einige weltliche Gesetze ergänzt war. — (21) Vita Clementis (BHG 355), cap. V 21; VM, cap. XVII 5-10. — (22) VM, cap. XVII 11. Die Frage, wo sich diese Kathedralkirche befand, ist bis heute nicht mit Sicherheit geklärt. — (23) Vita Constantini et Methodii brevior slav., p. 166 (l. 22-25).

W: Laut der Vita Methodii Thess. und der Vita Constantini Thess. übersetzte M. mit seinem Bruder Konstantinos-Kyrillos bereits vor 863 die für die Mission notwendigen Texte, also wohl Gebete und ein Evangelistar. Während seines Aufenthalts in Konstantinopel 882 oder 883 soll M. binnen eines guten halben Jahres mit Hilfe zweier Schnellschreiber fast die komplette Bibel übersetzt haben. Diese Übersetzung ist in der ursprünglichen Form nicht mehr greifbar, es gibt aber zahlreiche Versuche der Rekonstruktion des Wortlauts einzelner Abschnitte sowie ganzer Bücher, aber auch bei der Rekonstruktion ist in vielen Fällen noch keine Einhelligkeit erzielt worden.

Zugeschrieben wird M. außerdem eine Akoluthie auf den hl. Demetrios (cf. Kožucharov, Mefodij i Naum Ochridski 422–425; Nichoritis, Der hl. Methodios; idem, Unknown Stichera). Möglicherweise ist auch die Vita Constantini Thess. (VC) ihm zuzuschreiben. Auch hier fehlen eindeutige Hinweise bzw. Beweise.

Q: — (Hag.): Vita Clementis (BHG 355) cap. II 4, p. 78,20-29 (Milev); cap. II 4,31-40, p. 81f. (Iliev); cap. III 10, p. 82,33f. (Milev); cap. III 10,99-111, p. 83 (Iliev); cap. IV 13 – VII 24, p. 86,8 – 98,22 (Milev); IV 13,147 – VII 24,339, p. 84–89 (Iliev); cap. VIII 26, p. 100,7 (Milev); cap. VIII 26,349, p. 89 (Iliev); cap. IX 29, p. 104,22 (Milev); cap. IX 29,428, p. 91 (Iliev); cap. XII 35, p. 110,21-25 (Milev); cap. XII 35,514-527, p. 93 (Iliev); cap. XXII 65, p. 130,27-32 (Milev); cap. XXII 65, p. 100 (Iliev); cap. XXVIII 76, p. 142,13f. (Milev); cap. XXVIII 76, p. 104 (Iliev); Vita Clementis (BHG 356) cap. 2, 174,18f. (Milev) (= p. 239 Georgievski–Iljovski); cap. 5, p. 176 (Milev) (= p. 240 Georgievski–Iljovski). — (lat.): MGH Epp., Epp. Iohannis VIII. Nr. 200, p. 160,28-32; Nr. 201, p. 161,6-21; Nr. 255, p. 222,27 – 224,14; Nr. 276, p. 243,32 – 244,19; MGH Epp. V, Fragmenta Registri Iohannis VIII. Nr. 20, p. 283; Nr. 21, p. 284f.; Nr. 22, p. 285f.; Nr. 23, p. 286; MGH Epp., Fragmenta Registri Stephani V. Nr. 33, p. 352,17 – 353,26; MGH Epp., Epp. Stephani V. Nr. 1, p. 355,1 – 358,5; Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau. — (sl.): Vita Methodii Thess. (VM); Vita Constantini Thess. (VC); Vita Nahumi slav. 2; Vita Nahumi slav. 3; Translatio reliquiarum Clementis.

L: ODB II 1354f. (Lit.); LdMA V (1991) 1382–1385 s. v. “Konstantin und Method” (Lit.); SSS II (1964) 461–463 s. v. “Konstantyn i Metody”; KME II (1995) 632–650 (Lit.); TRE VIII (1981) 266–270 s. v. “Cyrillus und Methodius”; LThK VI (1997) 556f. s. v. “Kyrillos u. Methodios”; BBKL V (1993) 1382–1386 (E. Reichert); SLER 298f. (Lit.). — JE 3407. 3408; Zlatarski, Istorija I/2 132ff. passim; Grivec, Konstantin und Method passim; Dvornik, Missions 137–280 passim (nach 867); Vlasto, Entry of the Slavs 32–37. 47–49. 66–82; Glossar (griech.) II 52f; Istorija na Bălgarija II 243–322 passim; Bernštejn, Konstantin-filosof i Metodij passim; Richter, Politische Orientierung Mährens; Salzburg und die Slawenmission; Nichoritis, in: Cyrillomethodianum 10 (1986) 14–17; Symposium Methodianum. Beiträge der Internationalen Tagung in Regensburg (17. bis 24. April 1985) zum Gedenken an den 1100. Todestag des hl. Method, hrsg. von K. Trost – E. Völkl – E. Wedel, Neuried 1988 (Selecta Slavica 13); B. Koneski et al. (Hrsg.), Kirilo-Metodievskiot (staroslovenskiot) Period i kirilo-mtodievskata tradicija vo Makedonija. Prilozi od naučniot sobir održan po povod 1100. godišninata od smrtta na Metodij Solunski. Skopje, 1–3 oktomvri 1985 godina [The Period of Cyril and Methodius (Old Slavic) and Cyril and Methodius Tradition in Macedonia. Papers from the scientific meeting held on the occasion of 1100th anniversary from the death of Methodius of Salonica. Skopje, October 1st–3rd, 1985], Skopje 1988; Antoljak, Pravci kretanja 105–109; Mareš, in: Christianity among the Slavs 119–129; Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos (mehrere Beiträge); Birnbaum, in: Cyrillomethodianum 17–18 (1993–1994) 7–14; Tachiaos, in: Cyrillomethodianum 17–18 (1993–1994) 41–71; Anderson, Biographical Dictionary 163 s. v. “Cyril-Constantine”. 456; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 263–265; Lübke, Das östliche Europa 76–84; IBSL passim, bes. 42–48. — Zur Begräbnisstätte des M. in Mähren (möglicherweise Uherské Hradistě-Sady) cf. Galuška, in Bsl 59 (1998) 161–180. — Zu den Werken cf. außerdem: Vlasto, Entry of the Slavs 78f.; Kožucharov, Mefodij i Naum Ochridski 422–425; Ilievska, in: Kirilo-Metodievskiot Period 43–49; Mareš, in: Kirilo-Metodievskiot Period 71–76.

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