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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Michael

Μιχαήλ

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
25203
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Kopist; Monachos
Name normalisiert
Michael
Ort
Stylos-Kloster (Latros) = Paulos-Kloster (Latros) = Theotokos-Kloster tu Stylu (Latros); Paulos-Kloster (Latros) = Stylos-Kloster (Latros); Theotokos-Kloster tu Stylu = Stylos-Kloster (Latros) = Paulos-Kloster (Latros); Latros (Berg); Latmos (Berg); Karien (L)
Quelle
Lake, Dated Mss.; Kotzabase, Cheirographa Mikras Asias

T: Kopist. Vermutlich ein Mönch, denn er schrieb in einem Kloster.

V: M. kopierte im Theotokos-Kloster tu Stylu auf dem Berge Latros (bzw. dem Kloster des hl. Paulos vom Latros [# 26337]) den Cod. Paris. gr. 598 (fol. 1r-186v) mit Schriften Ephraims des Syrers und beendete die Arbeit an einem zweiten November einer zweiten Indiktion, wie der (in einer Kopie) erhaltenen Subskription zu entnehmen ist. Das angegebene Weltjahr kann laut Perria (in: RSBN 22–23 [1985–1986] 70) als 6453 (͵ϛυνγ´) gelesen werden, was dem Jahr 944/45 entspricht und den November 944 als Datierung ergibt. Es würde sich dabei jedoch um eine dritte Indiktion handeln, nicht um die zweite, wie die Subskription angibt. Perria verbesserte ihre Lesung im folgenden Jahr (in: RSBN 24 [1987] 125f.) auf das Weltjahr 6452 (͵ϛυνβ´), wodurch sich der November 943 ergibt und Weltjahresangabe und Indiktionsangabe miteinander in Einklang stehen. Ihr folgend datieren Gamillscheg–Harlfinger (II 150 [Nr. 396]) daher auf “vielleicht 943”.

Die Handschrift gelangte später (nach 1079) mit anderen Handschriften des Stylos-Klosters nach Patmos und wurde im späten 12. Jh. dem Stylos-Kloster zurückgegeben (cf. Gamillscheg, in: Scritture). Auf dem fol. 187v der Handschrift befindet sich eine Liste der Hegumenoi des Paulos-Klosters bzw. Stylos-Klosters, die von ca. 1176 stammt (also sehr viel jünger ist als der von M. geschriebene Teil der Handschrift) und die z. B. die Äbte Symeon (# 27486), Damianos (# 21381) oder Gabriel (# 22030) aufführt.

Außerdem kann dem Kopisten M. der Cod. Vat. gr. 1680 zugewiesen werden (so Perria, in: RSBN 22–23, und Gamillscheg–Harlfinger). L. Perria (in: RSBN 22–23) weist M. auch noch den Cod. Basil. O.II.27 (Neues Testament) zu sowie (in: BollBadGr 54) den Cod. Paris. Coisl. 44 und ein patristisches Fragment (fol. II–III) im Cod. Oxon. Christ Church 57. Laut Kotzabase (p. 166) kommen noch vier weitere Handschriften hinzu: Cod. Vat. gr. 560, Cod. Vat. gr. 1920 und Cod. Mosqu. GIM 45. All diese Handschriften tragen jedoch keine Subskriptionen und bieten somit keine Datierungen und keine weiteren Hinweise zur Person des Kopisten.

Q: — (Ms.): Kolophon, in: Cod. Paris. gr. 598, fol. 187r: Ἐγράφη ἡ ἱερὰ καὶ ψυχωφελὴς αὕτη βίβλος· ἐν τῆ μονῆ τῆς ὑπεραγίας Θ(εοτό)κου τοῦ Στύλου ἤγουν τοῦ ἁγίου Παύλου τοῦ Λάτρους διὰ χειρὸς Μιχα(ή)λ: ἔτει· τῶ ͵ϛϡμγ´ [= 1434/1435; nach Perria sind die letzten drei Buchstaben jedoch über einer Rasur geschrieben, und die teilweise ausradierte Datierung sei zu lesen: ͵ϛυνγ´ = 944/45 oder ͵ϛυνβ´ = 943/44]· μη(νὶ) νοεμβρίω β´: ἰνδ(ικτιῶνος) β´ ... (zitiert nach Perria, in: RSBN 22–23 [1985–1986] 68); ebenfalls abgedruckt bei Lake, Dated Mss.; Kotzabase, Cheirographa Mikras Asias 166f.

L: Vogel–Gardthausen 324 (Datierung [unter Vorbehalt] auf 1049); Lake, Dated Mss. IV,160, p. 14 (und Tafeln 272f.; Datierung [unter Vorbehalt] auf 1049); Wilson, in: Scriptorium 15 (1961) 316f.; idem, in: GRBS 8 (1967) 69; Perria, Note paleografiche, in: RSBN 22–23 (1985–1986) 62–78; eadem, in: RSBN 24 (1987) 125f.; Gamillscheg, in: Scritture I 191f. mit Anm. 35; Gamillscheg–Harlfinger II 150 (Nr. 396); III 174 (Nr. 470); Agati, Minuscola “bouletée” 244–246; Perria, in: BollBadGr 54 (2000) 127–130; Kavrus-Hoffmann, in: FS Fonkič 179–184 (zum Cod. Mosqu. GIM 45); Kotzabase, Cheirographa Mikras Asias 164–167 (Nr. 60) (Lit.).

P: Laut Gamillscheg–Harlfinger (II 150) kopierte M. “vielleicht für den Abt Gabriel des Stylos-Klosters auf dem Latros”, also den – jedoch erst in den Jahren 985–987 bezeugten – Gabriel (# 22030), doch begründen sie diese Vermutung nicht, und der Cod. Paris. gr. 598 scheint selbst keine entsprechenden Indizien aufzuweisen. Wenn die Datierung der Handschrift auf November 943 korrekt ist, so hätte M. noch unter dem Klostergründer Paulos (# 26337) gearbeitet, der erst am 15. Dezember 955 starb. Es stellen sich zwei Fragen: 1. Hatte das Stylos-Kloster, das zumindest bis 955 wohl noch kein unabhängiges Kloster war (cf. Paulos [# 26337] unter P) schon in seiner Anfangszeit ein eigenes Scriptorium? 2. Ist die Erwähnung des hl. Paulos in der Subskription in dieser Form denkbar, solange Paulos noch am Leben ist? Beides erscheint nicht sehr wahrscheinlich, so daß die frühe Datierung auf 943 problematisch zu sein scheint. Auf der anderen Seite scheint eine Datierung des M. noch in das 10. Jh. wohl aus paläographischen Gründen unbedingt notwendig. Die weiteren zweiten Indiktionen der zweiten Hälfte des 10. Jh.s waren 958/59 (6467 a. m. bzw. ͵ϛυξζ´), 973/74 (6482 a. m. bzw. ͵ϛυπβ´) und 988/89 (6497 a. m. bzw. ͵ϛυϙζ´).

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