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Mutimir

Μουντιμῆρος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
25465
Namensvariante
Muntimeros (griech. Namensform)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
860
ethnos
Serbien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Archen (Serben); Herrscher (Serben)
Name normalisiert
Mutimir
Ort
Serbien; Bulgarien; Rasi (Serbien); Raska: Raška (Serbien)
Quelle
Konst. Porph., DAI

Fortsetzungsartikel: Mutimir (# 5207).

T: Archon (Herrscher) der Serben.

V: M. war der Herrscher der Serben seit ca. 860. M. hatte wenigstens drei Söhne, nämlich Pribislav (# 26754), der als ältester Sohn vor 860 wahrscheinlich zwischen 845 und 850 geboren worden war, sowie Bran (# 21203) und Stephanos (# 27207).

Nach dem DAI wehrte er gleich zu Beginn seiner Herrschaft einen Einfall der Bulgaren unter Boris I. Michael (# 21197) in sein Reich ab, wobei er Boris’ Sohn Vladimir (# 28432) und die zwölf Großboiladen (# 10654) gefangennehmen konnte. Anscheinend gewährte er den Bulgaren dann freies Geleit bis zur Grenze bei Ras (Raška) und stellte dazu seine beiden Söhne Bran und Stephanos als Geiseln. Anschließend tauschten die beiden Herrscher offenbar neben Geschenken auch ihre Kinder gegeneinander aus und schlossen einen Friedensvertrag (πάκτον).

Nach dem Tode seines Vaters Vlastimir (# 8590) teilte er sich zunächst das Reich und die Herrschaft über die Serben mit seinen Brüdern Stroïmir (# 27401) und Goïnik (# 22316), die er jedoch verdrängte, wobei er Goïniks Sohn Petar (# 26408) in sein Haus aufnahm und erzog. Petar stürzte später (891) M.s eigenen Sohn und Thronfolger Pribislav (# 26754). Nach der Vertreibung seiner Brüder gewann M. die Alleinherrschaft in Serbien, das unter seiner Herrschaft endgültig das Christentum annahm. Wahrscheinlich ist er der serbische Fürst, an den Papst Iohannes VIII. (# 23470) 873 einen Brief sandte, der die Aufforderung enthielt, sein Land dem Metropolitanbistum von Sirmium zu unterstellen, cf. DAI, Comm. 134. Auf den serbischen Thron folgte ihm ca. 890/91 sein ältester Sohn Pribislav.

Q: — (Fs.): Konst. Porph., DAI 32,42-68.

L: LdMA VI (1993) 975; SSS III (1967) 331. — Zlatarski, Istorija I/2 36–40. 383; DAI, Comm. 134; Vlasto, Entry of the Slavs 208f.; Istorija na Bălgarija II 236; Istorija Srpskog Naroda I 151–153. 156. 213; Belke–Soustal 174; Curta, Southeastern Europe 145. — Zum Namen: Loma, in: ZRVI 38 (1999/2000) 118; zu M. und der Taufe Serbiens cf. Slijepčević, Istorija srpske pravoslavne crkve I 33–41, sowie Podskalsky, Bulgarien und Serbien 62f.

QuelleSource