Skip to content
BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Nikephoros II. Phokas

Νικηφόρος

  • Ralph-Johannes Lilie , Claudia Ludwig , Beate Zielke and Thomas Pratsch

N: Familienname: Phokas — Φωκάς. Zuweilen wird N. durch Umschreibungen seines Namens bezeichnet, z. B. ὁ τῆς νίκης φερώνυμος (Vita Athanasii Athon. A [BHG 187] § 70,2, p. 33); s. auch Theoph. cont. VI 1, p. 378,16f., der ihn als Nikephoros den Sieger bezeichnet: μέχρι Νικηφόρου βασιλέως τοῦ Νικητοῦ (ähnlich auch Michael Psellos, Historia Syntomos 105, p. 98,82: Νικηφόρος Φωκᾶς ὁ νικητής); arab.: Niqfūr bzw. Niqfūr b. Fuqās und Niqfūr b. Bardas al-Fuqās (Yaḥyā; Ibn Ibn Ẓāfir; Ibn al-Aṯīr, Kamāladdīn, Ḏahabī; Dawādārī; Ibn Šaddād); arm.: Nikip‘ōr (Stephan von Taron [Asołik]), Nikip‘ōṙ (Matthäus von Edessa) und Nikifawr (Mat‘evosean, Kolophone [arm.]).

T: Patrikios und Strategos ton Anatolikon — στρατηγὸς τῶν Ἀνατολικῶν (1); Magistros (2); Domestikos der Scholen des Ostens — δομέστικος τῶν σχολῶν τῆς Ἀνατολῆς (3); Theoph. cont. VI 41, p. 459,16, nennt ihn einfach nur Domestikos — δομέστικος, erklärt aber später, daß Romanos II. den Domestikos ton scholon mit dem Magistrostitel geehrt und gegen die Feinde Christi im Orient geschickt habe (VI 4, p. 472,3-5). Leon Diakonos, Historia I 3, p. 7,10-15, bezeichnet ihn als Magistros und Domestikos der Scholen sowie als Oberbefehlshaber — στρατηγὸς αὐτοκράτωρ des gegen Kreta geschickten Expeditionsheeres. Ebenso wird er von Konst. Porph., De cerim. I 96, p. 434,7f. (Reiske), als Magistros und Domestikos der Scholen bezeichnet; in den arabischen Quellen wird er häufig nur als Domestikos — arab.: dumustuq bezeichnet, bei Yaḥyā wird er zuerst als “Domestikos des Westens”, dann als “Domestikos des Ostens” bezeichnet — arab.: dumustuq ‘alā l-maġrib bzw. dumustuq ‘alā l-mašriq (4); bei Ibn Hāni auch “der Katholikos” — arab.: al-ǧāṯulīq. Dies bezeichnet hier nicht ein kirchliches Amt, sondern markiert aus muslimischer Sicht ganz allgemein die Zugehörigkeit des N. zum Christentum (cf. Yalaoui, Un poète 322). Basileus (Kaiser) (16.8.963 – 11.12.969); arm.: t‘agawor (“König”; Matthäus von Edessa), kayser Yunac‘ (“Kaiser der Griechen”; Mat‘evosean, Kolophone [arm.]).

V: N. wurde wohl 912 als ältester Sohn des Bardas Phokas des Älteren (# 20769) und einer Tochter (# 20343B) des Eudokimos Maleïnos (# 21764) geboren; mütterlicherseits war er damit ein Neffe des Michael Maleïnos (# 25124). Er hatte zwei Brüder: Leon (# 24423) und Konstantinos Phokas (# 23841), sowie zwei namentlich nicht bekannte Schwestern, deren eine die Mutter (# 25014C) des Ioannes I. Tzimiskes war und die andere wahrscheinlich die Ehefrau (# 27993A) des Theodulos Parsakutenos (# 27993). Seine erste Ehefrau (# 26699A) war möglicherweise die Tochter eines Pleustes (# 26699), mit der er den Sohn Bardas (# 20780) hatte. Seine zweite Ehefrau war Theophano (# 27038), die Witwe Romanos’ II.

Über die frühe Karrieres N.s vor dem Herrschaftsantritt Konstantinos’ VII. ist nichts bekannt. Laut Theoph. cont. trug N. vor seiner Ernennung zum Domestikos den Titel eines Patrikios und kommandierte das Thema Anatolikon. Dieses Amt hatte er laut Skylitzes 945 von Konstantinos VII. als Dank für seine Hilfe gegen die Söhne Romanos’ I. Lakapenos erhalten (5).

Wohl 954 (ODB) oder 955 (Cheynet, Les Phocas 300) wurde er anstelle seines Vaters, der unterdessen zu alt geworden war, von Konstantinos VII. zum Domestikos der Scholen (des Ostens) ernannt. Laut Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) geschah dies gegen den Wunsch des N.: καίπερ τοῦ Νικηφόρου δεομένου μὴ γενέσθαι διαδόχου τοῦ πατρὸς αὐτοῦ. Wie Theoph. cont. mitteilt, ehrte Romanos II. ihn nach seinem Herrschaftsantritt (959) zusätzlich durch den Titel eines Magistros und schickte ihn gegen die “Feinde Christi im Osten”, was wohl so zu verstehen ist, daß N. im Amt des Domestikos der Scholen des Ostens bestätigt wurde (6). Michael Psellos berichtet ausführlich, allerdings mit einer falschen zeitlichen Einordnung, von Maßnahmen des N. zur Steigerung der Kampfkraft des Heeres. Die Quelle hierfür ist unklar. Wohl auf N. bezieht sich auch eine Rede des Kaisers Konstantinos VII. an die Strategen der östlichen Themata, die von Ahrweiler in das Jahr 958 datiert wird, s. Konst. Porph., Demegoria 1, p. 81,11-17; cf. Ahrweiler, in: TM 2 (1967) 396 (7).

Laut Yaḥyā [p. 80] p. 778 (PO 18,5); 7:25f., p. 96 (Pirone), wurde nach dem Tod des Kaisers Konstantinos VII. Leon Phokas zum Domestikos des Ostens und N. zum Domestikos des Westens (arab.: dumustuq ‘alā l-maġrib) ernannt. An späterer Stelle berichtet Yaḥyā [p. 85] p. 783 (PO 18,5); 7:43, p. 100 (Pirone), dann, daß N. erst nach der Eroberung Kretas (also nach März 961) zum Domestikos des Ostens (arab.: dumustuq ‘alā l-mašriq) ernannt worden sei (s. unten Anm. 15). Dennoch geht aus Yaḥyā und den anderen arabischen Quellen hervor, daß N. bereits in der Zeit vor der Eroberung Kretas verschiedene Expeditionen gegen die Araber an der Ostgrenze des byzantinischen Reiches geleitet hatte (8).

Als der Ḥamdānide Sayfaddawla (# 26998) im Ǧumādā II 345 a. h. (10.9. – 8.10.956) (Kamāladdīn) bzw. im Raǧab 345 a. h. (9.10. – 7.11.956) (Ibn al-Aṯīr) einen Vorstoß auf byzantinisches Territorium unternahm und u. a. die Grenzfestungen Charsianon (Ḫaršana) und Siricha (Ṣarīḫa) zerstörte, schlug er laut Kamāladdīn N. in die Flucht und machte zahlreiche Gefangene, darunter Ibn al-Balanṭis (# 22687) und Leon, den Sohn des Strategos (# 24511). Unter N.s Truppenführern, die fliehen konnten, befand sich der Patrikios von Chaldia, B.r.kīl (# 20714). Etwas abweichend berichtet auch Yaḥyā von einem Angriff des Sayfaddawla, der eine Truppeneinheit nach Tzamandos (Samandū) entsandte, wo “der Strategos, Sohn des al-Balanṭis” gefangengenommen wurde. Nachdem Sayfaddawla gemordet, gebrandschatzt und Gefangene gemacht hatte, kehrte er zurück und zog dann nach Ḫarpūṭ (Ḥiṣn Ziyād) (Stadt am oberen Euphrat), das er belagerte. Dann habe er aber erfahren, daß N. nach Syrien gezogen sei – womit er Sayfaddawla von dessen eigenem Herrschaftsgebiet abzuschneiden drohte –, worauf er die Belagerung Ḫarpūṭs aufgehoben habe, hinter N. her gezogen sei, ihn eingeholt und in die Flucht geschlagen habe (9).

Im Ǧumādā II desselben Jahres (10.9. – 8.10.956) unternahmen die Byzantiner eine Flottenexpedition gegen Tarsos, bei der zahlreiche Dörfer niedergebrannt und angeblich 1.800 arabische Soldaten getötet wurden (10).

Im Rabī‘ I 346 a. h. (2.6. – 1.7.957) fand die Übergabe von Adata (al-Ḥadaṯ) an N. statt, nachdem dieser die Stadt belagert hatte. Bedingung für die Übergabe war, daß die Bevölkerung verschont wurde und nach Aleppo auswandern durfte. Nach der Übergabe zerstörte N. die Stadt (11).

Der wohl spektakulärste und in den Quellen auch ausführlich dokumentierte Erfolg des N. während seiner Zeit als Domestikos war die erfolgreiche Rückeroberung Kretas, die im Juli 960 mit der Ausfahrt der Flotte begann und neun Monate später am 6. oder 7. März mit der Eroberung der kretischen Hauptstadt Chandax endete. N. amtierte als Oberbefehlshaber (στρατηγὸς αὐτοκράτωρ laut Leon Diakonos). Beigegeben war ihm der Koitonites Michael (# 25246). Die bereitgestellten Streitkräfte waren außerordentlich umfangreich. Laut Theoph. cont. gab es 2.000 Schiffe, die mit dem Griechischen Feuer ausgerüstet waren, 1.000 Dromonen und 37 (laut Ps.-Symeon 360) große Frachtschiffe. Sowohl aus den europäischen als auch aus den kleinasiatischen Themen waren Abteilungen anwesend, außerdem die Tagmata und auswärtige Söldner, wie etwa Waräger ( Ῥώς), Armenier oder Sklavinier/Slawen.

Auf Kreta zeichnete N. sich durch eine umsichtige Befehlsführung aus, die so erfolgreich war, daß auch Hilferufe der Kreter in der arabischen Welt ohne Erfolg blieben. Nach einer siebenmonatigen Belagerung wurde Chandax, die Hauptstadt der Insel, im Sturm genommen, der kretische Emir ‘Abdal‘azīz (# 20009) und dessen Sohn Anemas (# 20421) wurden gefangengenommen. N. baute in der Nachbarschaft von Chandax eine befestigte Siedlung, die er Temenos nannte, siedelte auf der Insel Byzantiner, Armenier und andere an, ließ einige Kriegsschiffe zum Schutz vor arabischen Gegenschlägen zurück und zog dann mit dem Heer und ungeheurer Beute nach Konstantinopel (12).

Den Sieg feierte N. mit einem Triumphzug in Konstantinopel, auf dem auch der gefangene kretische Emir ‘Abdal‘azīz und dessen Angehörige mitgeführt wurden (13).

Weitere Informationen über die Eroberung Kretas liefern die arabischen Quellen. Nu‘mān berichtet, daß der fāṭimidische Kalif al-Mu‘izz (# 25444), als er von N.s Expedition gegen Kreta erfuhr, in einem Brief an den byzantinischen Kaiser den im Jahr 958 mit Konstantinos VII. geschlossenen Friedensvertrag aufkündigte. Auf Bitten der Kreter plante der Kalif, militärische Unterstützung nach Kreta zu schicken. Entscheidend für den Entschluß des Kalifen, die Kreter zu unterstützen, dürften die machtpolitischen Vorteile gewesen sein, die er sich von einem solchen Unternehmen versprach. Dies geht auch aus der Argumentation des kretischen Gesandten hervor, der al-Mu‘izz zum Eingreifen gegen die Byzantiner überredet haben soll, indem er anführte, daß es für die Fāṭimiden ein leichtes wäre, von Kreta aus Ägypten und Konstantinopel einzunehmen. Wohl aus ähnlichen Motiven versuchte al-Mu‘izz, den Herrscher Ägyptens, Kāfūr al-Iḫšīdī (# 23596), zu einem fāṭimidisch-iḫšīdidischen Flottenunternehmen zur Unterstützung der Kreter zu überreden. Die Iḫšīdiden ließen sich allerdings nicht auf eine solche Allianz ein. Noch bevor die fāṭimidische Flotte in Richtung Kreta auslaufen konnte, kam die Nachricht von der Eroberung von Chandax im März 961, bei der die Byzantiner laut ‘Imādaddīn Idrīs die Moschee zerstörten und das Gebetspult (arab.: minbar) nach Konstantinopel brachten (14).

Glaubt man den arabischen Quellen, so wurde N. erst nach der Eroberung Kretas zum Domestikos über die östlichen Grenzgebiete eingesetzt (15). Zunächst zog er mit einem Heer von angeblich 160.000 Mann nach Aleppo, verwüstete auf dem Weg dorthin die Grenzregion und nahm zahlreiche Ortschaften und Festungen ein. Während der Belagerung von Anazarbos (‘Ayn Zarba) wurde N. von einer tarsiotischen Truppe unter der Führung von Rašīq an-Nasīmī (# 26804) angegriffen, die er aber in die Flucht schlug. Angeblich sind dabei 9.000 (Kamāladdīn) bzw. 5.000 (Yaḥyā) Muslime getötet und 4.000 (Yaḥyā) gefangengenommen worden. Im Ḏū l-Qa‘da 350 a. h. (12.12.961 – 10.1.962) kapitulierte Anazarbos und wurde den Byzantinern übergeben. N. zerstörte die Stadtmauern und zwang die muslimische Bevölkerung, Anazarbos zu verlassen; wer nicht gehorchte, wurde umgebracht. Ein großer Teil der Bevölkerung kam um, die Überlebenden suchten in Tarsos Zuflucht. N. hielt sich danach 21 Tage im Grenzgebiet auf und nahm im Umkreis von Anazarbos insgesamt 54 Festungen ein, teils mit dem Schwert, teils durch Schutzverträge (arab.: amān). Die Quellen berichten, daß N. mit zügelloser Brutalität verfuhr. So heißt es etwa, daß die Bewohner einer Ortschaft vertragsgemäß ihre Stadt verließen und dabei Frauen von einem armenischen Soldaten vergewaltigt wurden. Als die Bevölkerung daraufhin den armenischen Soldaten umbrachte, sei N. derart in Rage geraten, daß er insgesamt 400 Männer, Frauen, Jungen und Mädchen niedermetzeln ließ. Als die Fastenzeit kam, zog er sich zurück und marschierte mit seinem Heer in Richtung Kaisarea (Qaysārīya). Dann sei er von einem 4.000 Mann starken tarsiotischen Heer, das unter der Leitung des Emirs von Tarsos, Ibn Zayyāt (# 22686), stand, angegriffen worden, doch auch diesmal besiegte er den Feind. Im Rabī‘ I 351 a. h. (9.4. – 8.5.962) eroberten die Byzantiner laut Yaḥyā und Kamāladdīn die Städte Teluch (Dulūk), Rhobam (Ra‘ban) und Germanikeia (Mar‘aš), wobei nicht klar wird, ob dies ebenfalls unter N. geschah oder teilweise auch unter dem Strategos von Charsianon, Theodoros Parsakutenos (# 27758), der in demselben Jahr Hierapolis (Manbiǧ) angriff und Abū Firās (# 20051) gefangennahm. Einige der von N. in diesem Jahr eroberten Orte werden bei Ibn Šaddād erwähnt, so Dulūk, Burǧ ar-Raṣāṣ, Tall Bāšir und Ayntāb (16).

Im Dezember 962 konnte N. Saifaddawlas Hauptstadt Aleppo (Ḥalab) einnehmen, allerdings ohne die Zitadelle und nur für kurze Zeit. Hierbei wirkte als Unterführer auch (der spätere Kaiser) Ioannes Tzimiskes mit (17).

Die arabischen Quellen berichten in aller Ausführlichkeit über die Eroberung Aleppos, schildern die diesbezüglichen Ereignisse aber äußerst unterschiedlich, so daß eine widerspruchsfreie chronologische Rekonstruktion der Geschehnisse kaum möglich ist. Zunächst berichten die Quellen aber einheitlich, daß N.s Vorstoß nach Aleppo im Ḏū l-Qa‘da 351 a. h. (1.–30.12.962) für Sayfaddawla völlig überraschend kam, was wohl damit zusammenhängt, daß die byzantinischen Heere normalerweise nicht in den Wintermonaten angriffen. In der Folge kam es bei Aleppo zu zahlreichen Kämpfen zwischen den Ḥamdāniden und den Byzantinern, an denen außer N. und Sayfaddawla auch Ioannes Tzimiskes und der ḥamdānidische Militärführer Naǧā (# 25487) teilnahmen und bei denen sich die Byzantiner letztendlich überlegen zeigten (18). Bevor aber Aleppo eingenommen wurde, bemächtigte sich N. zunächst al-Ḥalbas, der Residenz des Sayfaddawla. Er zerstörte das Gebäude und raubte sämtliche Güter des Sayfaddawla, darunter wertvolle Stoffe sowie Pferde, Maultiere, Waffen, Gürtel, Pferderüstungen, Schwerter und Kamele. Überdies ließ N. das vergoldete Dach des Palastes abtransportieren und das Gebäude dann niederreißen (19). Erst danach kam es zur eigentlichen Belagerung Aleppos. Schon bald begannen Verhandlungen zwischen den Stadtbewohnern und N.; da man sich aber nicht einigen konnte, drangen die Byzantiner schließlich in die Stadt ein. Laut Yaḥyā wollte N. auch die Zitadelle einnehmen, wurde aber von der dort stationierten daylamitischen Garnison zurückgeschlagen. Während N. in der Folge zurückkehren wollte, ohne die Zitadelle erobert zu haben, bestand N.s Neffe Theodoros Parsakutenos (# 27758) auf einem Angriff, bei dem er jedoch selbst fiel. Daraufhin habe N. aus Rache 1.200 arabische Kriegsgefangene köpfen lassen. Nach der Einnahme Aleppos blieb N. acht oder neun Tage in der Stadt, machte Gefangene und Beute, brandschatzte die Stadt und zerstörte die Moscheen und Befestigungsanlagen. Die Zahl der muslimischen Kriegsgefangenen soll 10.000 umfaßt haben. Laut Yaḥyā verließ N. die Stadt am 30. Ḏū l-Qa‘da 351 a. h. (30.12.962) und kehrte mit reicher Beute nach Konstantinopel zurück. ‘Aẓīmī berichtet, daß N. auf dem Heimweg ‘Ayn Ḏarīya erobert und die gesamte dort ansässige Bevölkerung getötet habe (20).

Machtergreifung: Auf dem Rückmarsch von Aleppo erfuhr N. von dem Tod Romanos’ II. Da er, wie Leon Diakonos schreibt, den Einfluß des Parakoimomenos Ioseph Bringas (# 23529) fürchtete, begann er auf Umsturz zu sinnen, schob dies jedoch auf, da sein Heer bereits entlassen worden war. Er begab sich nach Konstantinopel, feierte dort in einem Triumphzug seine Siege über die Araber und zog sich dann in seinen Palast zurück (21).

Ioseph Bringas fürchtete, daß der bei der Armee und auch dem Volk Konstantinopels beliebte N. einen Aufstand vorbereitete, und versuchte daher, ihn festzusetzen. Jedoch kam N. ihm zuvor und verständigte sich mit dem Patriarchen Polyeuktos (# 26715), der den Senat zusammenrief und dafür sorgte, daß N. wiederum der Oberbefehl gegen die Araber zuerkannt wurde. Durch gegenseitige Eide wurde zuvor festgelegt, daß N. niemals etwas gegen die beiden Kindkaiser unternehmen werde und daß andererseits ohne seine Zustimmung keine personellen Veränderungen in der Regierung vorgenommen werden sollten. Dann wurde er zum Obefehlshaber in Kleinasien ernannt – bei Leon Diakonos antikisierend, aber durchaus zutreffend, zum Strategos Autokrator (αὐτοκράτορα στρατηγὸν τῆς Ἀσίας τοῦτον ἀνακηρύξαντες) –, woraufhin er sich auf seine in Kappadokien gelegenen Besitzungen zurückzog. Ioseph Bringas mußte, wenn auch unfreiwillig (οὐχ ἑκών), diesen Beschlüssen zustimmen, durch die N. sich als neuer starker Mann in der Regierung etabliert hatte (22).

Ioseph Bringas versuchte, durch Kooperation mit anderen Adligen, darunter Marianos Argyros (# 24962) und Ioannes Tzimiskes, N. auszuschalten. Jedoch stellte Tzimiskes sich auf N.s Seite, informierte ihn über die (angeblichen) Nachstellungen des Ioseph Bringas und sorgte dafür, daß N. im Juli 963 im Heerlager bei Kaisereia in Kappadokien von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen wurde. N. ernannte daraufhin Ioannes Tzimiskes zum Magistros und Domestikos des Ostens, stabilisierte seine Machtstellung in Kleinasien und marschierte gegen Konstantinopel. Zugleich sandte er als Boten den Bischof Philotheos von Euchaïta (# 26636) mit Schreiben, die an den Patriarchen Polyeuktos, an Ioseph Bringas und an den Senat gerichtet waren und in denen er seine Anerkennung als Kaiser forderte. Außerdem sicherte er den beiden Kindkaisern Basileios II. und Konstantinos VIII. Schutz und Sicherheit zu. In Konstantinopel brachen daraufhin Unruhen aus, die es N. schließlich ermöglichten, die Stadt ohne größere Kämpfe in Besitz zu nehmen. Am 16. August zog er feierlich in Konstantinopel ein und ließ sich von Patriarch Polyeuktos zum Kaiser krönen (23).

Um seine Herrschaft dynastisch abzusichern, heiratete N. am 20. September 963 die Witwe Romanos’ II., Theophano (# 27038). Die Eheschließung war nicht unproblematisch, da man, wie Leon Diakonos berichtet, N. vorwarf, die beiden Söhne Romanos’ II. und Theophanos aus der Taufe gehoben zu haben, was ein Ehehindernis dargestellt hätte. Gegenüber dem Patriarchen Polyeuktos, der, nachdem er von der Patenschaft gehört hatte, versucht haben soll, N. am Betreten der Kirche zu hindern, soll N. behauptet haben, daß nicht er, sondern sein Vater Bardas Phokas Taufpate der beiden Söhne gewesen sei. Der Patriarch ließ sich schließlich umstimmen. Skylitzes bietet einen ausführlicheren Bericht als Leon Diakonos. Ihm zufolge soll Polyeuktos den Kaiser nach der Eheschließung zunächst mit der Begründung, er müsse erst die Buße für die Wiederverheiratung ableisten, am Betreten des Allerheiligsten gehindert haben. Nach Bekanntwerden des Gerüchtes der Patenschaft des N. für einen der Söhne Theophanos habe er ihn dann aber aufgefordert, sich entweder von Theophano zu trennen oder die Kirche zu verlassen. N. habe daraufhin bei der Synodos Endemusa und einigen besonders gelehrten Senatoren um Rat gefragt. Diese hätten erklärt, daß dieses Gesetz von (dem als häretisch angesehenen Kaiser Konstantinos V.) Kopronymos stamme und daher keine Gültigkeit beanspruchen könne. Als Polyeuktos sich noch immer weigerte, habe schließlich der Protopapas Stylianos (# 27421), den man für den Urheber des Gerüchtes hielt, vor der Synode und den Senatoren unter Eid ausgesagt, daß er weder selbst gesehen noch zu irgendjemandem gesagt habe, daß Bardas Phokas oder N. Pate der Kaiserkinder sei. Obwohl Polyeuktos gewußt habe, daß die Aussage des Stylianos falsch gewesen sei, habe er sich schließlich darauf beschränkt, eine Buße wegen der Wiederverheiratung zu verhängen. Es ist schwer vorstellbar, daß der Patriarch nicht die näheren Umstände der Taufe gekannt haben soll, selbst wenn er persönlich verhindert gewesen sein sollte, sie vorzunehmen. Man hat daher den Eindruck, daß N. oder sein Vater der Pate zumindest eines der beiden Prinzen gewesen ist, daß man diese Tatsache dann aber mit Hilfe des Stylianos vertuscht hat und daß Polyeuktos, der unter starkem Druck stand, dies schließlich hingenommen und sich mit der vergleichsweise kleinen Buße wegen der Wiederverheiratung begnügt hat (24).

Sturz und Tod: N. wurde in der Nacht vom 10. zum 11. Dezember 969 durch eine Verschwörung gestürzt und ermordet, an der u. a. Ioannes Tzimiskes, Michael Burtzes (# 25253) und Sachakios Brachamios (# 26952) beteiligt waren. Die Kaiserin Theophano soll mit Ioannes Tzimiskes in Einklang gestanden haben und die treibende Kraft hinter dem Umsturz gewesen sein (25).

Der Leichnam N.s wurde im Heroon Konstantins I. in der Apostelkirche in Konstantinopel bei den Sarkophagen der Kaiser der makedonischen Dynastie beigesetzt (26).

Nach dem Tod N.s gab es Bestrebungen, ihn zu einem Heiligen zu erklären. Grund hierfür waren einmal sicherlich die große persönliche Frömmigkeit N.s, dann seine – von ihm selbst auch religiös motivierten – militärischen Erfolge gegen die Araber und nicht zuletzt wohl auch seine Unterstützung des Athos. Zu den Befürwortern zählten auf alle Fälle Athanasios Athonites (# 20670) und die Mönche der Megale Laura auf dem Athos. In der Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) findet sich eine interessante Anekdote von dem Mönch Nikolaos (# 26106), der über die nach seiner Aussage sehr umstrittene Frage nachdachte, ob N. unter die Heiligen zu zählen sei oder nicht, dann aber auf das Urteil des Athanasios Athonites vertraute, zu N. als Heiligem betete und seine Fürbitte für die Heilung von einem Bruch (Hernie) erbat. Nikolaos wurde tatsächlich wunderbar geheilt, und so war für ihn die Heiligkeit des N. bewiesen (Vita Athanasii Athon. B [BHG 188] § 44,41-57). Einige Quellen bezeichnen N. als heilig, so die Kleinchronik I 14,59, p. 141 (ὁ ἅγιος), der Dichter Ioannes Geometres (# 23092) im Titel (ὁ ἐν ἁγίοις βασιλεὺς Νικηφόρος) des Gedichts Nr. 80 (van Opstall). Ebenso wird er in der Vita Christophori patriarchae, cap. 22, p. 365, als Heiliger apostrophiert.

Eine bildliche Darstellung N.s zusammen mit seiner Frau Theophano, seinem Bruder Leon Phokas und seinem Vater Bardas Phokas findet sich in der sog. Taubenschlag-Kirche in Çavuşin (ca. 13–15 km östlich bis nordöstlich von Nevşehir, wenig nördlich von Korama/Göreme) in Kappadokien. L. Rodley äußert die Hypothese, daß die lokalen Stifter der Kirche vielleicht einen Beitrag zur Herstellung einer Machtbasis des N. in Kappadokien und damit zu seiner Thronbesteigung geleistet haben könnten und in den Darstellungen die Thronbesteigung kommemorieren wollten. Sie datiert daher auf Ende 963 oder Anfang 964. N. Thierry glaubt, daß die Darstellung zum Gedenken an den Aufenthalt der kaiserlichen Familie in Kappadokien im Winter 964/65 und mehr noch an die Triumph-Feierlichkeiten auf der Rückkehr der siegreichen Kampagne von 965 geschaffen wurde (27).

Regierungszeit:

Innenpolitik:

Die Innenpolitik N.s scheint sich besonders an den Bedürfnissen des Heeres orientiert zu haben. N. erhöhte die Steuern und verschlechterte mit der Einführung des Tetarteron den Goldgehalt des Nomisma. Die Regierung gab neues Geld aus, weigerte sich aber zugleich, Zahlungen in der neuen Münze zu akzeptieren, und forderte Steuern und Abgaben in den alten Nomismata ein. Als Folge sank die Beliebtheit N.s in der Bevölkerung stark, und es gab öffentliche Proteste gegen ihn. Vor allem warf man ihm vor, das Heer auf Kosten der Zivilbevölkerung zu begünstigen und Übergriffe von Seiten der Soldaten zu decken. Die Unfähigkeit der Regierung, 967/68 bei einer Lebensmittelknappheit einen niedrigen Getreidepreis sicherzustellen, trug zur Unbeliebtheit N.s nicht wenig bei. Man warf ihm sogar vor, daß er billig aufgekauftes Getreide teurer weiterverkaufe (28).

Das undatierte Rescript des N. über die armenischen Stratiotengüter (Dölger–Müller, Regesten Nr. 720) gehört vielleicht in N.s Anfangszeit (ca. 963/64). Mit dieser Maßnahme versuchte N., die Fluktuation armenischer Soldaten zu unterbinden und das System der Versorgung der Soldaten durch die Stratiotengüter effizient zu halten bzw. die Bereitstellung ausreichend vieler Soldaten in der Grenzregion zu Syrien zu gewährleisten. Die Authentizität eines weiteren Rescriptes des N. über die Stratiotengüter (Dölger–Müller, Regesten Nr. 721) ist umstritten (29).

Im Jahre 966/67 erließ N. seine Novelle über das Vorkaufsrecht (Dölger–Müller, Regesten Nr. 707e [712]), die von dem Patrikios und Protasekretis Symeon (# 27504) formuliert worden war (30). N. begrenzte durch diese Novelle zum einen das Vorkaufsrecht der “Armen” (πένητες) auf Verkäufe von Grundstücken anderer “Armer”, zum anderen nahm er Grundstückskäufe, die vor 927 bona fide abgeschlossen worden waren, von der Rückübertragung an die ursprünglichen Eigentümer aus (31). In Zusammenhang mit diesem letzten Gesetz steht die Zusammenfassung einer Entscheidung des N. über die Gebäude (Dölger–Müller, Regesten Nr. 719), die auf rückzuerstattenden Grundstücken errichtet worden waren (32).

In seiner Personalpolitik stützte N. sich auf Verwandte und Vertraute. Sein Bruder Leon Phokas wurde zum Kuropalates und zum Logothetes des Dromos ernannt. Ioannes Tzimiskes wurde Magistros und Domestikos des Ostens. Er scheint jedoch später in Ungnade gefallen zu sein und verlor seine Ämter, was ihn letztlich zur Verschwörung gegen N. motivierte. Basileios Lakapenos (# 20925), der N. in dem Machtkampf mit Ioseph Bringas unterstützt hatte, wurde zum Proedros des Senats ernannt, scheint darüber hinaus aber keine Ämter innegehabt zu haben. Seinen Vater, den schon hochbetagten Bardas Phokas, ernannte N. zum Kaisar (33).

Kirchenpolitik:

N. war ohne Zweifel persönlich sehr fromm und kümmerte sich um die kirchlichen Angelegenheiten, was ihm allerdings auch scharfe Kritik eintrug. So wurde ihm vorgeworfen, daß er die Stiftungen früherer Kaiser für die Kirchen und religiösen Institutionen nicht fortgeführt und auch Schenkungen von Immobilien an die Kirchen verboten habe. Tatsächlich sind entsprechende Verfügungen bekannt: Zwischen September 963 und Ende August 964 ließ N. den Patrikios und Protasekretis Symeon (# 27504), der auch schon unter Romanos II. dieses Amt bekleidet hatte, die Novelle über die Klöster (Dölger–Müller, Regesten Nr. 699) ausarbeiten, durch die er die Neugründung von Klöstern und die Immobilienstiftungen an Klöster beschränkte (34).

N. versuchte auch, auf die Besetzung von Bischofssitzen Einfluß zu nehmen, wobei er in einen Streit zwischen Patriarch Polyeuktos und einigen Bischöfen eingriff. Laut Skylitzes verfügte er, daß ohne seine Zustimmung kein Bischof geweiht werden dürfe. Wenn ein Bischof gestorben sei, habe er einen seiner Gefolgsleute hingeschickt, der die Bestattung organisierte und anschließend das Vermögen des Verstorbenen an sich nahm. Außerdem versuchte er, durch Gesetz zu bestimmen, daß die im Kampf gegen die Muslime gefallenen Soldaten zu Märtyrern erklärt würden. Dies konnte er allerdings gegen den Widerstand einer ganzen Reihe von Bischöfen – vom Patriarchen ist nicht die Rede – nicht durchsetzen (35).

Außerdem versuchte N., eine Einigung mit der jakobitischen Kirche herbeizuführen. Im Sommer 965 lud er den jakobitischen Patriarchen Ioannes VII. von Sarug (# 23101) ein, in Melitene seinen Wohnsitz zu nehmen (Dölger–Müller, Regesten Nr. 706c), und sicherte den Jakobiten Religionsfreiheit zu. Allerdings nahm er diese Zusicherung 969 wieder zurück und forderte Ioannes am 24. März 969 auf, mit mehreren Bischöfen nach Konstantinopel zu einem Religionsgespräch (Dölger–Müller, Regesten Nr. 718a) zu kommen. Da Ioannes sich weigerte, das Chalcedonense anzunehmen, ließ N. ihn gefangensetzen. Erst unter N.s Nachfolger Ioannes I. Tzimiskes kamen die Jakobiten wieder frei und konnten in ihre Heimatorte zurückkehren. Ioannes selbst berichtete über diese Kontroverse in einem an den koptischen Patriarchen Menas II. von Alexandreia gerichteten Synodikon (36).

Kaiser Nikephoros und das Mönchtum (bes. Athos): Laut dem Typikon des Athanasios Athonites hatte N. in der Zeit vor seiner Herrschaft selbst große Neigung zum Mönchtum und wäre angeblich selbst in den Mönchsstand getreten, wenn ihn nicht die ihm von den Kaisern Konstantinos VII. und Romanos II. auferlegten Pflichten daran gehindert hätten (37). Statt dessen habe N. Klöster auf dem Berg Kyminas gebaut, dort Mönche angesiedelt und ihre Versorgung gestiftet. Damit ist sicherlich die Stiftung des Kyminas-Klosters gemeint, dessen erster Abt N.s Onkel Michael Maleïnos (# 25124) war. N. soll den Mönchen von Kyminas jährliche Zuwendungen verschafft haben, teils aus seinem eigenen Vermögen, teils aus dem Staatsschatz (38). Ähnlich habe er auch das Mönchtum am bithynischen Olymp gefördert. Obwohl er nicht selbst das Mönchsgewand habe tragen können, habe er in seiner asketischen Lebensführung (die Fasten, Nachtwachen und das Schlafen auf dem Boden einschloß) die Mönche auf den Bergen übertroffen (39).

N. lernte bei seinen Besuchen im Kyminas-Kloster den damals (bis ca. 957) dort als Mönch lebenden Athanasios Athonites (# 20670) kennen und schätzen. Der Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) zufolge wurde Athanasios dort sogar zum geistlichen Vater des N.; N. soll Athanasios dort auch seinen Wunsch bekannt haben, selbst einmal in den Mönchstand zu treten (40). Als N. 960/61 mit der Rückeroberung Kretas beschäftigt war, soll er in Briefen an die Mönche in den monastischen Zentren des Reiches (Kyminas und Olymp in Bithynien, Athos) gebeten haben, die militärische Unternehmung durch Gebete und die Entsendung einiger Mönche zu unterstützen, woraufhin der inzwischen auf den Athos übergesiedelte Athanasios Athonites zu ihm nach Kreta reiste (41). Auf Kreta soll N. mit Athanasios Athonites die Gründung einer kleinen Laura mit Einsiedlerzellen für Athanasios und für sich selbst auf dem Athos verabredet haben, damit er sich nach Erledigung seiner militärischen Aufgaben dorthin zurückziehen könne. Es wurde also die Stiftung eines privaten Klosters ins Auge gefaßt, dessen Stifter (Ktetor), d. h. Finanzier und Eigentümer, N. und dessen Abt Athanasios sein würde. Ob N. tatsächlich die Absicht gehabt hat, sich später selbst in dieses Kloster zurückzuziehen, wie Athanasios und dessen Viten es darstellen, läßt sich nicht entscheiden (42).

Eine gewisse Zeit (vermutlich ca. Oktober oder November 962) nach der Eroberung von Chandax sandte N. den Mönch Methodios (# 25077) mit einem Brief und einer Stiftungssumme von sechs Goldpfund zu Athanasios auf den Athos, mit denen der Bau einer Laura (d. h. von Kellia und einer Kirche) begonnen werden sollte. Die Kellia waren fertiggestellt, und mit dem Bau der Kirche war gerade erst begonnen worden, als N. am 16. August 963 Kaiser wurde. Durch N.s Aufstieg wurde die (Megale) Laura zu einem kaiserlichen Kloster, das fortan in bis dahin nicht vorhersehbarer Weise gefördert wurde.

Im Jahre 964 soll N. drei Chrysobulla für die Megale Laura ausgestellt haben, von denen nur das letzte lange Zeit als erhalten galt (Actes de Lavra, Nr. 5, vom Mai 964), durch das der Laura ein paar Reliquien übereignet und die beiden ersten Chrysobulla bestätigt wurden, doch handelt es sich bei diesem Dokument, das nur in einer relativ modernen Kopie erhalten ist, laut Kresten und Müller um eine späte Fälschung (43), so daß Inhalt und Datierung dieses Chrysobulls letztlich unsicher bleiben. Der Inhalt der beiden früheren Chrysobulla (oder auch nur eines früheren Chrysobulls) läßt sich nur ungefähr rekonstruieren, vor allem aus dem Typikon des Athanasios Athonites: Die Megale Laura erhielt eine jährliche finanzielle Zuwendung (σολέμνιον) von 244 Nomismata für 80 Mönche, eine jährliche Zuwendung Weizen (σολέμνιον τοῦ σίτου), per Epidosis das Kloster des hl. Andreas von Peristerai, Bestätigung der Steuerfreiheit für 32 Paroiken in der Region von Hierissos (die einst durch ein Chrysobull des Romanos II. vermutlich dem Andreaskloster von Peristerai geschenkt worden war; cf. Actes de Lavra, Nr. 6) und die Zusicherung, daß der künftige Abt vom Kloster selbst aus den Reihen der eigenen Mönche gewählt werde, nicht von außen (d. h. vom Kaiser oder seiner Familie, die als Stifter bzw. Erben des Stifters sonst das Recht dazu gehabt hätten) bestimmt werde, daß die Laura in niemandes Eigentum, auch nicht das eines anderen Klosters, übergehen dürfe und so “frei und unabhängig” (ἐλευθέραν εἶναι καὶ αὐτοδέσποτον) bleibe (44). Auch der Athos als ganzes wurde von N. gefördert: Das Solemnion für den gesamten Athos wurde von drei Goldpfund auf sieben Goldpfund erhöht (45).

Der individuellen Förderung einzelner Klöster besonders auf dem Athos steht bei N. ein im Zusammenhang mit seiner strengen Fiskalpolitik zu sehendes Bemühen gegenüber, den Großgrundbesitz und Reichtum der Kirche und der Klöster einzuschränken (s. oben und Anm. 34) (46).

Außenpolitik:

In der Außenpolitik standen für N. die Auseinandersetzungen mit den muslimischen Machthabern an der Ostgrenze im Vordergrund, während er auf dem Balkan und in Italien zwar auch eine aggressive Politik betrieb, aber sich doch mit militärischen Anstrengungen eher zurückhielt.

Balkan: Seit dem Friedensschluß von 927, der durch die Hochzeit des bulgarischen Herrschers Petăr (# 26409) mit der byzantinischen Prinzessin Maria (# 24919) befestigt worden war, hatten die Auseinandersetzungen zwischen Byzantinern und Bulgaren aufgehört. Nach dem Tod Kaiser Romanos’ II. (15. März 963) kam es im Sommer 963 zu einer Erneuerung des Friedensvertrags. Petăr, dessen Gattin Maria gestorben war, stellte Geiseln, u. a. seine Söhne Boris (# 21198) und Romanos (# 26847). Im Gegenzug scheint Byzanz sich zur Weiterzahlung der seit dem Vertrag von 927 üblichen Geschenke/Tribute verpflichtet zu haben. Wohl 965 schickte Petăr Gesandte (# 30461) nach Konstantinopel, die diese Geschenke einfordern sollten. Jedoch wurde die Forderung von N. mit Empörung zurückgewiesen. Der Kaiser ließ die Gesandten schlagen und kündigte einen Kriegszug nach Bulgarien an, der im nächsten Jahr stattfand. Laut Skylitzes war der Kriegsgrund die Weigerung Petărs, die “Türken” (Τοῦρκοι, gemeint sind die Petschenegen) davon abzuhalten, die Donau zu überqueren und nach Byzanz einzufallen. Jedoch gab N. den Plan, Bulgarien selbst zu unterwerfen, bald wieder auf und gewann statt dessen die Rhos unter ihrem Fürsten Svjatoslav (# 27440) als Verbündete, die 968 einen ersten Einfall unternahmen, sich nach anfänglichen Erfolgen aber wieder zurückziehen mußten, da ihre Hauptstadt Kiew von Petschenegen belagert wurde. Nach dem Tod Petărs 969 kehrte Svjatoslav nach Bulgarien zurück, setzte den bulgarischen Herrscher Boris II. (# 21198) ab und beanspruchte das Land für sich. Ehe N. hierauf reagieren konnte, wurde er selbst Ende 969 gestürzt. Sein Nachfolger Ioannes I. Tzimiskes konnte die Rhos dann 970/71 besiegen und zum endgültigen Abzug zwingen (47).

Italien: In Italien hatte Byzanz es in den 960er Jahren vor allem mit den Ambitionen des ostfränkisch-deutschen Königs und “westlichen” Kaisers Otto I. (# 26211) zu tun, der sich mit Hilfe einiger unteritalischer Fürsten, unter denen Pandulph I. “Eisenkopf” (# 26228) von Benevent der wichtigste war, darum bemühte, Unteritalien unter deutschen Einfluß zu bringen. Pandulph leistete Otto 967 auch den Lehnseid, was aus byzantinischer Sicht gegen seine – zumindest formale – Zugehörigkeit zum byzantinischen Reich verstieß und in Konstantinopel scharfen Protest hervorrief.

Nach der Krönung seines Sohnes Otto II. (# 26212) zum Mitkaiser am 25. Dezember 967 unternahm Otto I. im Frühjahr 968 einen Einfall nach Apulien und Kalabrien, der jedoch ergebnislos blieb. Im Sommer desselben Jahres versuchte Otto I., eine Heirat zwischen seinem Sohn und einer byzantinischen Prinzessin zu arrangieren, wobei allem Anschein nach an Anna (# 20436), die Tochter Romanos’ II., gedacht war. Zu diesem Zweck reiste 968 Bischof Liudprand von Cremona (# 23645) nach Konstantinopel, wo er aber keinen Erfolg hatte. Liudprand verfaßte über diese Gesandtschaft einen Bericht, in dem er die Schuld an dem Nichtzustandekommen einseitig den Byzantinern zur Last legte. Erst unter N.s Nachfolger Ioannes I. Tzimiskes wurde eine Heirat zwischen Otto II. und der byzantinischen Adligen Theophano (# 28127) vereinbart (48).

Sizilien: Mit Ausnahme eines kleineren Gebiets im Nordosten der Insel stand Sizilien unter Kontrolle der nordafrikanischen Fāṭimiden. Um die byzantinische Position auf Sizilien zu verbessern, schickte N. im Jahre 353 a. h. (19.1.964 – 6.1.965) ein Heer unter dem Kommando des Patrikios Niketas (# 25784) und des Manuel (# 248784), das bei Rametta von den Fāṭimiden besiegt wurde. Bei einer weiteren Schlacht in der Straße von Messina wurde Niketas gefangen genommen und zum fāṭimidischen Kalifen al-Mu‘izz (# 25444) gebracht. Leon Diakonos berichtet, daß Niketas und andere Patrikioi, die mit ihm zusammen gefangengenommen worden waren, später wieder freigekauft wurden. Als Lösegeld habe N. das Schwert, das dem Propheten Muḥammad gehört hatte (τὸ τοῦ ἐναγεστάτου καὶ ἀσεβεστάτου Μωάμεδ ξίφος) angeboten (49). Außerdem habe N. al-Mu‘izz in einem Schreiben mit Krieg gedroht, falls Niketas nicht freigelassen werden sollte, worauf der Kalif der Forderung des N. nachgekommen sei. Anders, und den tatsächlichen byzantinisch-fāṭimidischen Kräfteverhältnissen wohl eher entsprechend, berichtet Liudprand von Cremona von einer überaus hohen Lösegeldsumme, welche für die Freilassung des Niketas bezahlt worden sei. Auch der im Zusammenhang mit der Auslösung des Niketas zu sehende Bericht Nuwayrīs über den Abschluß eines Friedensvertrages zwischen al-Mu‘izz und N. im Jahr 356 a. h. (17.12.966 – 6.12.967) zeigt, daß N. an einer weiteren militärischen Anstrengung gegen die Fāṭimiden nicht interessiert war (50).

Ostgrenze: Die weitaus größte Aufmerksamkeit schenkte N. während seiner Herrschaft den Auseinandersetzungen mit den Muslimen in Mesopotamien, Kilikien und Syrien. Schon im Monat Ḏū l-Qa‘da 352 a. h. (21.11. – 20.12.963) unternahm er zusammen mit Ioannes Tzimiskes einen Feldzug ins byzantinisch-arabische Grenzgebiet. Bei Adana schlugen sie ein muslimisches Heer, das aus Elitetruppen bestand, die aus ganz Kilikien zusammengezogen worden waren. Danach schlug Tzimiskes eine auf einen Berggipfel geflüchtete muslimische Einheit, laut den arabischen Quellen jedoch erst, nachdem die Byzantiner von einem tarsiotischen Heer besiegt worden waren. Inwiefern ein in den arabischen Quellen erwähnter Einfall der Tarsioten unter Naǧā al-Kāsakī (# 25487) auf byzantinisches Gebiet im Šawwāl dieses Jahres (23.10. – 20.11.963) und eine darauf folgende Niederlage der Byzantiner in Zusammenhang mit dem Feldzug des N. und Tzimiskes steht, muß offen bleiben. Jedenfalls berichten die arabischen Quellen von einem weiteren Vorstoß der Byzantiner nach Mopsuestia (al-Maṣṣīṣa) im Jahr 353 a. h. (19.1.964 – 6.1.965). Eine Quellengruppe (Ibn al-Aṯīr; Ibn Šaddād) berichtet, daß sich der Domestikos (Ioannes Tzimiskes), nachdem er die Belagerung von Mopsuestia angefangen hatte, mangels Lebensmitteln wieder zurückziehen mußte. Auf dem Rückweg verwüstete er die Umgebung von Mallos, Adana und Tarsos und tötete angeblich 15.000 Muslime. Zugleich ließ er die Bevölkerung dieser Städte wissen, daß er zurückkehren und keine Gnade walten lassen werde. Und tatsächlich berichten die arabischen Quellen von einem weiteren Vorstoß des N. und des Tzimiskes nach Tarsos und Mopsuestia noch im selben Jahr. Es sei zu mehreren Gefechten zwischen den Byzantinern und den Tarsioten gekommen, bei denen eine große Anzahl von byzantinischen Befehlshabern gefangengenommen worden seien. Schließlich zog N. ab, ließ aber Ioannes Tzimiskes mit einer Armee zurück, der Mopsuestia drei Monate lang belagerte. Dann waren die Byzantiner wegen einer Seuche und wegen zu hoher Lebensmittelpreise gezwungen abzuziehen (51).

Ein weiterer Vorstoß des N. nach Kilikien folgte noch im Winter desselben Jahres. Yaḥyā berichtet, daß N. im Ḏū l-Qa‘da 353 a. h. (9.11. – 8.12.964) in das Grenzgebiet zurückkehrte und sein Lager bei Adana aufschlug, von wo die Bevölkerung nach Mopsuestia floh. Dann belagerte er Mopsuestia mehr als 50 Tage lang, und seine Truppen gelangten bis nach Antiocheia. Da aber die Lebensmittelpreise außerordentlich hoch waren und sein Heer Hunger litt, zog N. sich nach Kaisareia (Qaysāriya) zurück, das er wegen seiner Grenznähe wieder aufbaute. Wahrscheinlich in der Zeit, in der sich N. in Kaisereia befand, kam laut Miskawayh ein Gesandter (# 31474) aus Mopsuestia und Tarsos zu N. und überbrachte ihm die Nachricht, daß sich die Bevölkerung beider Städte bereit erklärte, jährliche Abgaben an Byzanz zu bezahlen und einem byzantinischen Statthalter zu gehorchen. N., der über den desolaten Zustand der hungernden Bevölkerung informiert war, ging jedoch nicht auf das Gesuch ein. Vielmehr habe er die Bittschrift vor den Augen des Gesandten verbrannt. Dann zog er wieder gegen Mopsuestia und nahm es am 11. Raǧab 354 a. h. (13.7.965) ein. Die Bevölkerung von Mopsuestia sei nach Kafarbayya, dem südlichen Stadtteil Mopsuestias (cf. Hild–Hellenkemper, Kilikien 59), geflohen. Es kam zu einer Schlacht auf der Brücke, die Mopsuestia mit Kafarbayya verband. Die Muslime wurden in die Flucht geschlagen, und N. nahm auch Kafarbayya ein. Die gesamte Bevölkerung von Mopsuestia, ca. 200.000 Menschen, sei in byzantinische Kriegsgefangenschaft gebracht und auf dem Weg nach Konstantinopel an Tarsos vorbeigeführt worden. Laut Ḏahabī wurden vor Tarsos 100 Würdenträger aus Mopsuestia geköpft, worauf die Tarsioten 3.000 byzantinische Gefangene niedermetzelten. Dann kam N. nach Tarsos, welches wahrscheinlich bereits von Leon Phokas, dem Bruder N.s, belagert wurde. Am 16. August 965 übergab der Statthalter von Tarsos, Rašīq an-Nasīmī (# 26804), N. die Stadt gegen einen Schutzvertrag (arab.: amān) für die gesamte Bevölkerung. Skylitzes und Ḏahabī berichten überdies von einer ägyptischen Flotte unter dem Kommando des Fatḥ aṯ-Ṯamalī (# 21996), die von Kāfūr al-Iḫšīdī (# 23596) den Tarsioten zu Hilfe gesandt worden sei. Laut Skylitzes landete die ägyptische Flotte, die mit Lebensmitteln und anderen Gütern für die tarsiotische Bevölkerung beladen war, erst drei Tage nach der byzantinischen Eroberung von Tarsos. Laut Ḏahabī ließ N. Fatḥ, als dieser vor Tarsos gelandet war, ein Schreiben zukommen, in dem er ihn warnte, daß sein Eingreifen die Lage der Tarsioten nur verschlimmern würde, woraufhin die Flotte abzog. Die arabischen Quellen berichten, daß N. die Tarsioten nach der Übergabe der Stadt zuvorkommend behandelte, ihnen Ehrenkleider überreichte und Geschenke machte. Er ließ sie mit allem, was sie mitnehmen wollten, die Stadt verlassen und ließ sie von drei seiner Patrikioi (# 30459) begleiten, bis sie in Antiocheia angekommen waren. Danach habe N. die große Moschee von Tarsos als Stall für die kaiserlichen Pferde profaniert, das Gebetspult verbrannt und die Lampen der Moschee nach Konstantinopel bringen lassen. Bei Yāqūt heißt es sogar, daß N. die große Moschee und viele andere Gebetsplätze zerstörte, zahlreiche Koranexemplare verbrannte und alle Waffen des seit umayyadischer Zeit in Tarsos angesiedelten Arsenals konfiszierte. In der Folge ließ N. Getreide in die Stadt bringen, so daß die Preise wieder sanken, worauf ein großer Teil der Bevölkerung zurückkehrte, sich dem Kaiser unterwarf und zum Christentum konvertierte. Dann setzte N. in Tarsos einen Kommandanten (# 31475) mit einer 5.000 Mann starken Garnison ein. Ebenso setzte er in Mopsuestia einen Kommandanten (# 31476) ein und ließ beide Städte wieder aufbauen und befestigen, während er selbst nach Konstantinopel zurückkehrte (52).

Noch im Jahr 354 a. h. (7.1. – 27.12.965) wurde zwischen N. und Sayfaddawla ein Friedensvertrag geschlossen, dem am 23. Juni 966 ein Gefangenenaustausch am Euphrat folgte (53). Doch schon im Jahr 355 a. h. (28.12.965 – 16.12.966), also nach dem 23. Juni 966, brach N. den Friedensvertrag, indem er eine Expedition gegen die Ḥamdāniden unternahm. Er zog zunächst nach Amida (Āmid), wo er mordete und Gefangene machte. Von dort aus zog er über Dārā und Nisibis (Naṣībīn) nach Nordsyrien, wo er am 7. Oktober 966 Hierapolis (Manbiǧ) belagerte. Hier forderte er von der Bevölkerung die Reliquie des Keramidion sowie das Blut, das aus dem Bilde Christi geflossen war. Beide Reliquien brachte N. nach seinem Syrienfeldzug nach Konstantinopel, wo er sie am 24. Januar 967 (6475 a. m.) zunächst in der Blachernenkirche verehrte und dann in einer feierlichen Prozession mit dem Patriarchatsklerus zur Kirche Allerheiligen (ναὸς τῶν ἁγίων πάντων, in der Nähe der Apostelkirche, s. dazu Janin, Églises 389f.) brachte und dort niederlegte. Dann brach er wieder an die Ostgrenze auf und kam bis ins Wādī Buṭnān, ein Tal ca. 40 km östlich von Aleppo (cf. Canard, Recueil 196 Anm. 3), wo er zahlreiche Gefangene machte. Eine Abteilung zog nach Balis, wo laut Yaḥyā 300 Gefangene gemacht wurden. Dann marschierte N. in Richtung Chalkis (Qinnasrīn, südlich von Aleppo), nahm Tīzīn und Artāḥ (östlich von Aleppo) ein und gelangte am 5. Ḏū l-Qa‘da 355 a. h. (23.10.966) vor die Tore von Antiocheia. Laut Ḏahabī bot Sayfaddawla, der sich zu dem Zeitpunkt in Qinnasrīn befand, N. in einem Schreiben an, den Byzantinern, wenn sie sich zurückzögen, in drei Raten eine hohe Geldsumme zu bezahlen. N. ließ sich aber nicht darauf ein, sondern versuchte statt dessen, die Bevölkerung von Antiocheia mit dem Versprechen einer Sicherheitsgarantie zur Kapitulation zu bewegen, jedoch vergeblich. Nachdem N. Antiocheia acht Tage belagert hatte, kehrte er nach Konstantinopel zurück (54).

Wahrscheinlich zwischen November 966 und dem 25. Januar 967 gelangte ein durch N. in Auftrag gegebenes arabisches Schmähgedicht an den ‘abbāsidischen Kalifen al-Muṭī‘ (# 25464). Dieses Schreiben hatte N. mit großer Wahrscheinlichkeit von einem vom Islam abgefallenen arabischen Kanzleischreiber (# 31478) des Kaisers verfassen lassen (55).

Gegen Ende des Jahres 357 a. h. (7.12.967 – 24.11.968) marschierte N. in Richtung der Provinz Diyār Muḍar (Ostmesopotamien), kehrte aber wieder zurück nach Arzan und Martyropolis (Mayyāfāriqīn) und drang bis nach Kafartūtā (cf. Pirone, Cronache 124 Anm. 180) vor. Nachdem er in all diesen Städten gemordet und zahlreiche Kriegsgefangene gemacht hatte, zog er nach Syrien. Am 19. Oktober 968 kam er nach Antiocheia, drei Tage später eroberte er Ma‘arrat Miṣrīn, wobei er die 1.200 Stadtbewohner auf byzantinisches Territorium auswandern ließ. Dann eroberte er Ma‘arrat an-Nu‘mān, Ḥamāh und Emesa (Ḥimṣ), von wo er den Kopf des Ioannes Prodromos nach Konstantinopel mitbrachte. Am 5. November 968 erreichte N. Tripolis (Ṭarābulus), das er einnahm. Dann belagerte er neun Tage lang ‘Arqa, das er ebenfalls eroberte. In der Zitadelle der Stadt hielt sich der Emir von Tripolis, Abū l-Ḥasan (# 20059), auf, den die Bevölkerung wegen seiner Tyrannei vertrieben hatte. N. setzte ihn gefangen und nahm ihm seinen ganzen Besitz ab. Dann kehrte er in die Küstengegend zurück, wo er weitere Städte eroberte, darunter Tartus (Anṭarṭūs), Maraqīya und Byblos (Ǧabala). Mit dem Emir von Laodikeia (al-Lāḏiqīya), Abū l-Ḥusayn (# 20066), schloß er einen Vertrag zur Übergabe der Stadt. Anschließend zerstörte er eine Reihe von Dörfern und zog dann nach Antiocheia. Dabei soll er zahllose Kriegsgefangene mitgeführt haben, laut Hamadānī 100.000. Gegenüber von Antiocheia ließ er die Festung von Baġrās bauen und setzte Michael Burtzes mit 1.000 Fußsoldaten und 500 Reitern als Kommandanten ein. Allen anderen Heerführern befahl er, Burtzes zu gehorchen. Dann kehrte er nach Konstantinopel zurück und sandte den Stratopedarch Petros (# 26496) zur Unterstützung des Burtzes nach Antiocheia (56).

Am 28. Oktober 969 gelang es Michael Burtzes mit Hilfe des Stratopedarchen Petros und des Sachakios Brachamios (# 26952), Antiocheia zu erobern. Laut Yaḥyā erschienen Michael Burtzes und Sachakios Brachamios nach der Einnahme Antiochiens persönlich bei N., um ihm die gute Nachricht zu überbringen. N. bedankte sich und beschenkte sie, hegte aber laut Yaḥyā keine wirkliche Sympathie für sie, da sie Antiocheia niedergebrannt und zerstört hatten. Tatsächlich wurden sowohl Michael Burtzes als auch der Stratopedarches Petros wenig später von N. abberufen (57).

Das Bild N.s in den Quellen: Von den meisten Quellen wird die große Frömmigkeit N.s hervorgehoben, die sich u. a. auch in einer asketischen Lebensführung äußerte. Laut Skylitzes verzichtete N. nach dem Tod seines Sohnes Bardas auf den Genuß von Fleisch, das er erst wieder zu sich genommen haben soll, als er sich mit Theophano verheiratete (58). Davon abgesehen steht Skylitzes ihm allerdings feindlich gegenüber und wirft ihm die Begünstigung der Armee gegenüber den Belangen der Zivilbevölkerung und auch der Kirche vor. Ansonsten ist besonders von seinen militärischen Erfolgen die Rede, allerdings scheint auch seine Beziehung zu Theophano die Gemüter bewegt zu haben. So behauptet Zonaras, daß N. seinen Feldzug in Kilikien unterbrochen habe, entweder wegen des Winters oder, weil die Liebe zu Theophano ihn zu ihr gezogen habe: διὰ τὸν χειμῶνα ἢ τοῦ ἔρωτος αὑτὸν τῆς Θεοφανοῦς πρὸς ἐκείνην ἀνθέλκοντος· ἀπῄει γὰρ σὺν αὐτῇ πρὸς Καππαδοκίαν. Später freilich habe er Theophano weniger begehrt, wohl weil er schon älter gewesen sei (59). Eine durchgehend positive Schilderung N.s findet sich hingegen bei Leon Diakonos.

Extrem negativ gegenüber N.s Charakter und Person ist Liudprand von Cremona in der Darstellung seiner (erfolglosen) Gesandtschaft nach Konstantinopel im Jahre 968 eingestellt. Positiv erscheint N. hingegen in anderen lateinischen Quellen, so etwa dem Chron. Salernitanum (173, p. 176,7f.), wo er als vir bonus et iustus atque diversorum gencium preliator bezeichnet wird.

Die arabischen Quellen konzentrieren sich in erster Linie auf die Bedeutung N.s als Feind der Araber und als Eroberer der arabischen Grenzgebiete. So berichtet Yaḥyā in bezug auf die Kriege, die N. gegen die Araber führte, allgemein, daß niemand daran gezweifelt habe, daß N. ganz Syrien und die Provinzen Diyār Muḍar, Diyār Rabī‘a sowie Diyār Bakr einnehmen würde, da er die Umgebung der Städte und Dörfer verwüstet, gebrandschatzt und entvölkert habe, da er die Ernten zerstört und die Bevölkerung habe verhungern lassen. Auf diese Weise sei er Jahr für Jahr vorgegangen, so lange, bis sich die Städte freiwillig ergeben hätten. N. habe auf diese Weise alle Grenzstädte Syriens und Mesopotamiens eingenommen und habe unzählige Leute in Gefangenschaft geführt. Die Einfälle des N. seien für seine Soldaten zu einem Vergnügen geworden, da niemand sie an ihrem Vorgehen gehindert habe. Er selbst sei hingezogen, wohin immer er wollte, und habe beliebig gebrandschatzt, ohne jemals auf einen Muslim zu treffen, der ihn daran gehindert hätte. N. habe so viele Siege gegen die Muslime errungen, daß sich keiner mehr getraute, ihm gegenüberzutreten, und überhaupt sei es unmöglich gewesen, sich ihm zu widersetzen. Weiter berichtet Yaḥyā, daß N. seine Regierung überaus vorbildlich und gerecht lenkte (60).

Ibn Hāni, der šī‘itische Hofpoet des nordafrikanischen Kalifen al-Mu‘izz, der in seinem Diwān auch die erwähnten arabischen Siege auf Sizilien und an der Ostgrenze feiert, verhöhnt N. in seinen Gedichten wiederholt. Er macht ihn verantwortlich für den Tod des Patrikios Marianos (s. o.) und verspottet ihn als einen, der sich selbst in den Rang der Herrschenden gesetzt habe, obwohl er bloß das letzte Glied von ihnen sei. Er habe versucht, ihnen ähnlich zu sein, obwohl er ihnen gänzlich wesensfremd gewesen sei. Dieser kurzbeinige Zwerg habe versucht, nach dem Kalifat zu greifen, dessen Arme ihm jedoch einen Schlag versetzt hätten. Zerknirscht und widerwillig habe er die Kopfsteuer bezahlt, um am Ende vom Eisen durchbohrt zu werden (61).

Der auf die nicht mehr erhaltene Chronik des Ṯābit b. Sinān zurückgehende Sibṭ b. al-Ǧawzī berichtet, daß N. ein zum Christentum bekehrter Muslim aus Tarsos namens Ibn al-Fuqās gewesen sei. Ähnlich ist bei Ibn al-Aṯīr zu lesen, daß N.s Vater ein zum Christentum konvertierter Muslim aus Tarsos war. Zugleich beschreiben beide Autoren N. als mutigsten und kühnsten Regenten und Administrator (arab.: mudabbir, sā’is) seit Alexander dem Großen, der als erster Aleppo erobert habe (62).

Anmerkungen: — (1) S. u. a. Vita Athanasii Athonitae A (BHG 187) § 22,2, p. 12; Vita Athanasii Athonitae B (BHG 188) § 8,27f., p. 134; Theoph. cont. VI 41, p. 459,16f.; Skylitzes, Konstantinos (2) 3, p. 238,38-40. — (2) S. u. a. Theodosios Diakonos, De Creta capta, Praefatio, l. 1-15, ed. Criscuolo, p. 1, sowie im folgenden. — (3) S. u. a. Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) § 44,1f.: Νικηφόρῳ ... τῆς ἕω τὰ πηδάλια πεπιστευμένῳ, Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) § 16,1f.: Νικηφόρος ... τὴν ἀρχὴν ἐμπεπιστευμένος τῆς ἁπάσης Ἀνατολῆς. — (4) S. dazu unten Anm. 8. — (5) Theoph. cont. VI 41, p. 459,16f.; Skylitzes, Konstantinos (2) 2, p. 236,82f.; 3, p. 238,38-40; Zonaras XVI 21, p. 482,10-12. Die von Cheynet, Les Phocas 299 mit Anm. 34, vorgenommene Zuweisung des Siegels eines Nikephoros, Patrikios und Strategos des Anatolikon (ZN 864), an N. entbehrt der Grundlage, s. dazu unter Nikephoros (# 25592). — (6) Theoph. cont. VI 41, p. 459,13-18; 4, p. 472,2-5; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 11,1-7; 17,1-3; Skylitzes, Romanos neos 4, p. 249,24-26; Georg. mon. cont. (Muralt) 1193C. 1197B; Ps.-Symeon 755,13-15; 757,23f.; Chronik v. 1234: cap. 230, p. 29; Bar Hebraeus 166; nach dem Zeugnis der Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) ereignete sich die Ernennung in jedem Falle vor Weihnachten 958. — (7) Michael Psellos, Historia Syntomos 103, p. 96,41-49; Konst. Porph., Demegoria 1, p. 81,11-17; cf. Ahrweiler, in: TM 2 (1967) 396. — (8) Yaḥyā [p. 80] p. 778 (PO 18,5); 7:25f., p. 96 (Pirone); [p. 85] p. 783 (PO 18,5); 7:43, p. 100 (Pirone); möglicherweise ist die Bezeichnung als Domestikos des Westens, der N. den griechischen Quellen zufolge nie gewesen ist, bei Yaḥyā auf den zeitweiligen Oberbefehl auf Kreta zurückzuführen, das an und für sich zum Westen des Reiches gezählt wurde. — (9) Kamāladdīn 126,7 – 127,3; Yaḥyā [p. 76] p. 774 (PO 18,5); 7:12, p. 92 (Pirone); Ibn al-Aṯīr VIII 517,1-8; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 161 (ohne Erwähnung des N.); Ibn Šaddād 328,19-22; Übers.: Eddé, Description 197f. (ohne Erwähnung des N.); Abū l-Fidā’ II 146,9f. (ohne Erwähnung des N.). Zu einer möglichen Identität des bei Yaḥyā erwähnten Strategos mit Ibn al-Balanṭis (# 22687) s. dort. — (10) Ibn al-Aṯīr VIII 518,3f.; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p.162 (ohne Nennung des N.); Ibn Šaddād 328,22f.; Übers.: Eddé, Description 198 (ohne Nennung des N.); Bar Hebraeus 165 (ohne Nennung des N.). — (11) Yaḥyā [p. 76] p. 774 (PO 18,5); 7:13, p. 92 (Pirone). — (12) Theoph. cont. VI 7–12, p. 473,17 – 478,23; 16, p. 480,18 – 481,12; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 18,1 – 19,11; 21,1-8; Ps.-Symeon 758,11 – 759,11; 759,17 – 760,6; Leon Diakonos, Historia I 3-9, p. 7,9 – 16,23; II 6-8, p. 24,9 – 29,2; Skylitzes, Romanos Neos 4, p. 249,24 – 250,47; Georg. mon. cont. (Muralt) 1197C–1199B; Zonaras XVI 23, p. 490,19 – 491,12; Konst. Porph., De. cerim. I, 96, p. 433–440; Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) § 60,3; § 72,18-20, p. 34; Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) § 23,15-19, p. 149; laut Yaḥyā [p. 84] p. 782 (PO 18,5) fiel Chandax am Donnerstag, dem 15. Muḥarram 350 a. h. (6.3.961), laut Skylitzes und einer Notiz auf fol. 1 des Cod. Hieros. Sancti Sepulcri 24 (ed. Papadopulos-Kerameus, Hierosol. Bibl. I 89) am 7. März 961, cf. Tsougarakis, Crete 72 mit Anm. 207. Der 7. März ist dann das in der Sekundärliteratur häufiger genannte Datum. — (13) Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 21,6-8; Ps.-Symeon 759,20 – 760,2; Georg. mon. cont. (Muralt) 1201A; Leon Diakonos II 8, p. 28,12 – 29,2; Skylitzes, Romanos Neos 10, p. 252,19-21 (ihm folgend auch Zonaras XVI 23, p. 492,6f.), berichtet, daß N. das Betreten Konstantinopels – und damit auch das Abhalten eines Triumphzugs – vom Kaiser untersagt worden sei und daß er und seine Truppen von Kreta aus direkt nach Kleinasien zum Kampf gegen Sayfaddawla überführt worden seien. Jedoch ist dies auf der Grundlage der anderen Quellen, besonders der ausführlichen Schilderung bei dem zeitgenössischen Leon Diakonos, abzulehnen; cf. in diesem Sinn auch Markopoulos, in: Symmeikta 3 (1979) 113; Tsougarakis, Crete 73. Skylitzes, Basileios und Konstantinos 3, p. 254,47 – 255,65, läßt N. dafür nach dem Tod Romanos’ II. einen Triumphzug halten, in dem er die Beute aus Kreta und Syrien zusammen vorgezeigt habe, darunter angeblich auch einen Teil des Mantels Johannes’ des Täufers. Von der Auffindung dieser Reliquie wird auch in der Vita Nili (BHG 1370) berichtet. Diesen Triumphzug habe die Kaiserin Theophano gegen den Willen des Ioseph Bringas (# 23529) durchgesetzt. Dessen Widerstand wiederum habe N. überwinden können, indem er ihn persönlich aufsuchte und davon überzeugte, daß er keinen weltlichen Ehrgeiz habe, sondern baldmöglichst in ein Kloster eintreten wolle. Nur die Lage des Reiches mit den beiden Kindkaisern verzögere dies. Angeblich soll Bringas dies geglaubt haben. Im Vergleich mit der Darstellung des Leon Diakonos ist die Darstellung bei Skylitzes trotz einiger zusätzlicher Einzelheiten wenig glaubwürdig und klingt sehr nach Kolportage; Zonaras XVI 23, p. 494,6 – 495,2; zu dem Triumphzug des Nikephoros cf. auch McCormick, Eternal Victory 167f. — (14) Nu‘mān, Maǧālis 443,4 – 447,7; ‘Imādaddīn Idrīs VI 122,11 – 126,13; Yaḥyā [p. 84] p. 782 (PO 18,5); 7:39, p. 99 (Pirone). Nur Ibn al-Aṯīr 545,4-7 berichtet unter dem Jahr 351 a. h. (9.2.962 – 29.1.963), daß die Kreter al-Mu‘izz um Hilfe ersuchten, worauf ein fāṭimidisches Heer entsandt worden sei, welches die Byzantiner auf Kreta geschlagen und in Gefangenschaft geführt habe; obschon Ibn al-Aṯīrs Aussage auch vom persischen Schriftsteller Haydar ar-Rāzī bestätigt wird (cf. dazu Canard, Sources arabes 288), bleibt offen, ob M. tatsächlich jemals Truppen nach Kreta entsandte. Zu dem Brief des al-Mu‘izz und dem byzantinisch-fāṭimidischen Friedensschluß des Jahres 958 cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 687e. 669b (Beihammer), sowie unter den genannten Personen. — (15) Während Ibn Ẓāfir 31,22 und Kamāladdīn 132,3f. allgemein berichten, daß N. nach der Rückeroberung Kretas über die Grenzdistrikte (arab.: aṯ-ṯuġūr) eingesetzt wurde bzw. dorthin in den Krieg geschickt wurde, heißt es bei Yaḥyā [p. 85] p. 783 (PO 18,5); 7:43, p. 100 (Pirone), detaillierter, daß N., der Domestikos des Westens, nach dem Sieg über Kreta von Romanos zum Domestikos des Ostens ernannt worden sei. — (16) Yaḥyā [p. 85f.] p. 783f. (PO 18,5); 7:43-45, p. 100 (Pirone); Ḏahabī, Duwal 170,2-6; Ḏahabī, ‘Ibār II 288,9-14; Ibn al-Ǧawzī XIV 139,1-13; Ibn al-Aṯīr VIII 538,1 – 539,16; Ibn Ẓāfir 31,22f.; Hamadānī 180,9-11; Miskawayh II 190,3 – 191,19; Kamāladdīn 132,3-10; Ibn Šaddād 377,7f.; 379,5f.; 380,8f.; Übers.: Eddé, Description 60. 62. 69; Nuwayrī XXIII 191,6 – 192,3; Abū l-Fidā’ II 149,23-25. Die angegebene Datierung der Übergabe von Anzarbos findet sich bei Yaḥyā und Kamāladdīn. Ibn al-Aṯīr, Ibn Šaddād und Nuwayrī geben den Muḥarram des Jahres 351 (9.2. – 10.3.962) als Einfallsdatum des N. in Anazarbos an; bei Hamadānī; Ḏahabī, Duwal; Ḏahabī, ‘Ibār; Abū l-Fidā’; Ibn al-Ǧawzī und Miskawayh wird die Einnahme Anazarbos’ allgemein in das Jahr 351 a. h. (9.2. 962 – 29.1.963) datiert. — (17) Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 22,1-22; Ps.-Symeon 760,6-9; Skylitzes, Romanos neos 10, p. 252,22 – 253,29; Georg. mon. cont. (Muralt) 1201B; Zonaras XVI 23, p. 492,6-14; Markopoulos, in: Symmeikta 3 (1979) 113–117; laut Cheynet, Les Phocas 300, wurde Aleppo im Dezember eingenommen und am 30. oder 31. Dezember wieder aufgegeben. — (18) Šimšātī (Ḏahabī) 145,1 – 146,7; Yaḥyā [p. 86–88] p. 784–786 (PO 18,5); 7:46-48, p. 101 (Pirone); Kamāladdīn 133,1 – 134,10; Ibn al-Aṯīr VIII 540,1-11; Miskawayh II 192,7-11; Ibn Ẓāfir 31,23 – 32,2; Nuwayrī XXIII 192,4f.; Šimšātī (Ḏahabī) datiert nur auf den Monat: Dū l-qa‘da 351 (1.-30.12.962). Laut Yaḥyā näherte sich N. am 18. Ḏū l-Qa‘da 351 a. h. (18.12.962) Aleppo. Ausführlicher zu den unterschiedlichen Darstellungen bei den arabischen Chronisten s. unter Sayfaddawla und Naǧā. — (19) Yaḥyā [p. 88] p. 786 (PO 18,5); 7:50, p. 102 (Pirone); Ibn Ẓāfir 32,2-8; Ibn al-Aṯīr VIII 540,11-14; Miskawayh II 192,11-14; Kamāladdīn 138,6 – 139,11; Ḏahabī, Duwal 170,6f.; Abū l-Fidā’ II 150,1-8; Ibn al-Ǧawzī XIV 140,10-13. — (20) Hamadānī 181,9 – 182,4; Kamāladdīn 135,4 – 138,5; 139,12-18; Yaḥyā [p. 88f.] p. 786f. (PO 18,5); 7:50-52, p. 102f. (Pirone); Miskawayh II 192,11 – 194,16; Bar Hebraeus 167–169; ‘Aẓīmī 300,7-13; Šimšātī (Ḏahabī) 147,3 – 149,1; Ibn Ẓāfir 31,23 – 32,1; 32,9-12; 322,1-3; Ibn al-Aṯīr VIII 540,1 – 542,3; Ibn Šaddād 327,8-11; Übers.: Eddé, Description 199; Ḏahabī, Duwal 170,7-13; Ḏahabī, ‘Ibār II 289,1-12; Abū l-Fidā’ II 150,8-14; Ibn al-Ǧawzī XIV 140,11 – 141,13; Dawādārī 130,13 – 131,2; Bar Hebr., Muḫtaṣar 293,12 – 294,4. — (21) Leon Diakonos, Historia II 10–11, p. 31,13 – 32,10; N. blieb zunächst in Konstantinopel, wie aus den folgenden Ereignissen hervorgeht; verkürzt: Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 18,22-25; Ibn al-Aṯīr VIII 703,1-6. — (22) Leon Diakonos, Historia II 11–12, p. 32,10 – 34,23; Ioseph Bringas wird von Leon Diakonos negativ dargestellt. Dennoch geht aus der Darstellung hervor, daß seine Befürchtungen gegenüber N. durchaus berechtigt waren. Nach dem Tod Romanos’ II. kam es offenbar zu einem Machtkampf um den Einfluß auf die beiden Kindkaiser und die damit verbundene Machtstellung. Auch Skylitzes, Basileios und Konstantinos 7, p. 257,11-15, spricht davon, daß N. sowohl den Thron als auch die Kaiserin Theophano gewollt und schon länger zusammen mit ihr gegen Bringas konspiriert habe; verkürzt auch bei Zonaras XVI 23, p. 497,1-3. — (23) Leon Diakonos, Historia III 4–8, p. 40,8 – 48,20; verkürzt: Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 23,4-25; Kleinchroniken I 14,59, p. 141; Skylitzes, Basileios und Konstantinos 7, p. 258,54 – 259,65; Zonaras XVI 23–24, p. 495,14 – 499,2; Datierung auch in: Notiz im Cod. Hieros. Sancti Sepulcri 24, ed. Papadopulos-Kerameus, Hierosol. Bibl. I 91; zu Usurpation, Ausrufung und Krönung des N. s. ausführlich Konst. Porph., De cerim. I 96, p. 433,11 – 440,11; Michael syr. III 128; Bar Hebraeus 169 (beide verkürzt); Datum der Ausrufung in Kaisareia war der 2. (Konst. Porph., De cerim; Skylitzes) oder der 13. Juli (cf. auch Rodley, in: JÖB 33 [1983] 324); Erwähnung des Machtwechsels auch bei Ibn Šaddād 326,8; Übers.: Eddé, Description 202; der auf die nicht mehr erhaltene Chronik des Ṯābit b. Sinān zurückgehende Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī) 130,4f.; 169,6-8, berichtet, daß N. seinen Vorgänger ermordete und dessen Frau, die zwei Söhne hatte, heiratete. — (24) Leon Diakonos, Historia III 9, p. 49,11 – 50,13; Skylitzes, Nikephoros 2, p. 260,73 – 261,9; verkürzt und bereits interpetierend: Zonaras XVI 24, p. 499,3 – 500,15; cf. auch Schlumberger, Nicéphore 376–380; eine Zweitverheiratung war grundsätzlich gestattet, hatte aber eine Buße (Epitimion) von zwei Jahren Abendmahlsausschluß zur Folge – und nach Polyeuktos’ Meinung offenbar für den Kaiser auch den Ausschluß von dessen quasi-priesterlichen Vorrechten. Die Beziehungen zwischen N. und Polyeuktos blieben in den nächsten Jahren außerordentlich gespannt, was möglicherweise darauf hindeutet, daß der Patriarch sich in N.s Augen nicht an vorangegangene Absprachen gehalten hatte. — (25) Leon Diakonos, Historia V 5–8, p. 84,2 – 90,11; Skylitzes, Nikephoros 22, p. 279,87 – 280,26; s. auch die Notiz (10. Jh.) im Cod. Hieros. Sancti Sepulcri 24, ed. Papadopulos-Kerameus, Hierosol. Bibl. I 91f.; ansonsten s. unter den genannten Personen; die Ereignisse werden auch in den arabischen Quellen geschildert: Yaḥyā [p. 129–133] p. 827–831 (PO 18,5); 8:25-29, p. 135f. (Pirone); Vita Christophori patriarchae, cap. 18, p. 359; ausführliche Schilderung auch bei Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī) 167,14; 169,1; 169,16 – 170,8; Ibn al-Aṯīr VIII 703,7f.; Nuwayrī XXIII 198,17 – 199,17; zu dem Verhältnis zwischen I. und Nikephoros II. Phokas cf. zuletzt Krsmanović–Dželebdžić, in: ZRVI 47 (2010) 83–120. — (26) Leon Diakonos, Historia V 9, p. 91,9-13; Anonymus, Lists, p. 37. 40 (Downey). — (27) Zur Taubenschlag-Kirche in Çavuşin und ihrem Bildprogramm cf. Hild–Restle, Kappadokien 161; Jolivet-Lévy, Çavuşin; Rodley, in: JÖB 33 (1983) 301–339; Thierry, in: TM 9 (1985) 477–484; eadem, in: REGC 4 (1988) 128–131; Brooks, in: Abstracts 24 (1998) 23f.; Restle, Gunthertuch 556–558. — (28) Cf. dazu Morrisson, Byzantine Money 930; Laiou, Exchange and Trade 734; Oikonomides, in: Economic History of Byzantium III 1019; Dölger–Müller, Regesten Nr. 702; Schminck, in: FM 11 (2005) 293f. — (29) Zu dem Rescript cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 721; s. auch unter Basileios (# 20980). — (30) In: Svoronos, Novelles 180f. (Nr. 11) = Ius (Zepos) I 253–255; engl. Übers. in: McGeer, Land Legislation 99–101 (“K”). — (31) Zum Inhalt der Novelle s. ferner Lemerle, Agrarian History 100–103; Kaplan, Hommes 434f.; Svoronos, Novelles 177–179; McGeer, Land Legislation 97–99; Papagianni, in: Laiou, Economic History III 1077–1080. — (32) Schminck, in: FM 11 (2005) 291f. Cf. ferner Lemerle, Agrarian History 103; Kaplan, Hommes 345f.; Svoronos, Novelles 182 (Nr. 12); McGeer, Land Legislation 102f. (“L”). — (33) Näheres s. unter den genannten Personen. — (34) Ed. Svoronos, Novelles 157–161 (Nr. 8) = Ius (Zepos) I 249–253; engl. Übers. in: McGeer, Land Legislation 92–96 (“J”). Die wirtschaftliche Aufrichtung verfallener oder im Niedergang begriffener bereits existierender Klöster sollte Vorrang haben vor Neugründungen. Anstelle von Grundstücken und Gebäuden sollten Knechte oder Vieh an die Klöster geschenkt werden (οὐκ ἀγροὺς ... οὐδὲ τόπους ... καὶ οἰκοδομὰς ..., ἀλλ’ ... οἰκέτας ... βόας, ποίμνια ..., in: Svoronos, Novelles, Nr. 8, l. 98-105, p. 160). Vermieden werden sollte, daß sich mehr und mehr Land im Besitz der Klöster befand, von diesen aber weder veräußert werden noch – wegen Mangels an Geld und Arbeitskräften – effizient bewirtschaftet werden konnte (bes. l. 101f. 106-109). Zu dieser Novelle s. ferner Charanis, in: DOP 4 (1948) 55–61; Ahrweiler, in: ZRVI 10 (1967) 18; Papachryssanthou, in: Actes du Prôtaton 77f.; eadem, Ὁ Ἀθωνικὸς μοναχισμός 213f.; Lemerle, Agrarian History 108–114; Thomas, Religious Foundations 149–153; Morris, in: BMGS 12 (1988) 100. 102. 105f.; Svoronos, Novelles 151–156; McGeer, Land Legislation 90f.; Papagianni, in: Laiou, Economic History III 1065f.; Laiou, Michael Maleinos 410f. — (35) Skylitzes, Nikephoros 18, p. 274,56 – 275,69; Zonaras XVI 25, p. 504,16 – 505,16, läßt außerdem Polyeuktos und einige Senatoren gegen den Kaiser aktiv werden. Jedoch dürfte es sich hier um eine spätere Hinzufügung handeln; cf. dazu Christophilopulu, in: Byzantina 13/1 (1985) 171–176; Dölger–Müller, Regesten Nr. 703; Schminck, in: FM 11 (2005) 294f. — (36) Cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 706c. 718a; sowie unter Ioannes VII. von Sarug. — (37) Athanasios Athonites, Typikon (BHG 190) 102,13f.: τοῦ μονήρους βίου ζηλωτὸς διάπυρος καὶ ἐραστὴς γεγονὼς Νικηφόρος .... 102,17f.: δεξίῳ πέρατι τὴν αὐτοῦ φιλόθεον πρόθεσιν ἐπεσφράγισεν ἄν, εἰ μὴ παρὰ τῶν κατὰ καιροὺς τὰ τῆς βασιλείας Ῥωμαίων σκῆπτρα διιθυνόντων διεκωλύετο· cf. 103,10f. — (38) Ibidem 102,20f.; 102,24f.: ῥόγας ἐπετείους, σολέμνια. — (39) Ibidem 102,27 – 103,3. — (40) Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) § 31,10-14, p. 15; Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) § 11,27-31. 40-46, p. 137; cf. Athanasios Athonites, Typikon (BHG 190) 103,9-11. — (41) Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) § 60,1 – 61,28, p. 30; Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) § 22,5-15, p. 147f. — (42) Athanasios Athonites, Typikon (BHG 190) 103,17-36; cf. Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) § 70,1-9; Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) § 22,29-41; cf. auch Papachryssanthou, in: Actes du Prôtaton, p. 75 Anm. 122. — (43) Kresten, Arkumenon hapanton 298f. Anm. 133; Dölger–Müller, Regesten Nr. 706. — (44) Athanasios Athonites, Typikon (BHG 190) 106,35; 107,4-16; 109,3-6. 27-31; 114,28; 114,35 – 115,1; Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) § 103,34-37; 117,10; 119,24-28; Vita Athanasii Athon. B (BHG 188) § 34,27-31; cf. Lemerle, in: Actes de Lavra, p. 37f.; Papachryssanthou, in: Actes du Prôtaton, p. 81–83; Dölger–Müller, Regesten Nr. 699a [704]. — (45) Vita Athanasii Athon. A (BHG 187) § 104,5f. 8-10; Vita B (BHG 188) § 34,31-36. — (46) Ein angebliches Chrysobullon des N. für das Koimesis-Theotoku-Kloster von Baretas bzw. Baretada, das behauptet, vom Jahre 964 christlicher (sic!) Ära zu stammen, ist überzeugend als Fälschung erwiesen worden; cf. Plaston Chrysobullon, ed. Kumanudes, in: EEBS 24 (1954) 315–326. — (47) S. hierzu unter den genannten Personen; cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 694. 710; Istorija na Bălgarija II 390–403; Stephenson, Balkan frontier 47–51. — (48) Zu den geschilderten Ereignissen s. Näheres unter den genannten Pesonen. — (49) N. soll dieses Schwert bei seinem Vorstoß gegen Syrien 968 in einer Festung in Palästina erbeutet haben. Tatsächlich ist die Auslösung des Niketas auf das Jahr 967 zu datieren, wie aus den arabischen Quellen hervorgeht. Zu Details zu dem Feldzug und zu den folgenden Verhandlungen s. unter den genannten Personen sowie unter Aḥmad b. al-Ḥasan b. ‘Alī al-Kalbī (# 20188). — (50) Leon Diakonos, Historia IV 8, p. 67,15-17; V 1, p. 75,3 – 76,23; Liudprand, Legatio 43, p. 198,20-2; Nuwayrī XXIV 373,18f.; Ibn Abī Dinār 64,15 – 65,4; Ibn al-Aṯīr VIII 663,6 – 664,8; Übers.: Amari, Biblioteca, Vers. Ital. 425–429. — (51) Skylitzes, Nikephoros 10, p. 267,74 – 268,89; verkürzt bei Zonaras XVI 24, p. 501,9-14; Leon Diakonos, Historia IV 3, p. 59,6-13. Die Teilnahme des N. am Feldzug des Jahres 352 a. h. findet sich nur bei Yaḥyā [p. 95f.] p. 793f. (PO 18,5); 7:69, p. 108f. (Pirone); Ibn al-Aṯīr VIII 547,9-14; 552,8 – 553,3; 555,7-15; Miskawayh II 195; Ibn Šaddād 326,5-16; Übers.: Eddé, Description 201f.; ‘Aẓīmī 301,1-2. 8; Nuwayrī XXIII 192,6-14; 193,1-5; Ḏahabī, Duwal 171,17; Ḏahabī, Ta’rīḫ 174 Anm. 3 (Canard, Recueil); Abū l-Maḥāsin III 337,3-15; kurze Erwähnung mit Versen von Mutanabbī auch bei Hamadānī 189,9-17. — (52) Skylitzes, Nikephoros 12–13, p. 268,24 – 270,3; Yaḥyā [p. 97–99] p. 795–797 (PO 18,5); 7:76–79, p. 110f. (Pirone); Hamadānī 190,3-8; Ibn al-Aṯīr VIII 560,1 – 561,15; Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī) 132,15-17; 133,1-15; Ibn Šaddād 326,17 – 325,2; Übers.: Eddé, Description 202–204; Nuwayrī XXIII 193,6 – 194,15; Abū l-Maḥāsin III 339,16; Yāqūt 187,4 – 189,13 (Canard, Receuil); Miskawayh II 210,1 – 212,1; Ḏahabī, Ta’rīḫ 185,1 – 186,10 (Canard, Recueil); Bar Hebraeus 169–171.; Abū l-Fidā’ II 151,19 – 152,5; Vita Christophori patriarchae, cap. 11, p. 333; Matthäus von Edessa I, cap. 7, p. 21 (Dostourian). Erwähnung der Einnahme von Mopsuestia und Tarsos auch bei Hamadānī 190,3-6; Ibn Šaddād 370,16f.; Übers.: Eddé, Description 90, und bei Bar Hebr., Muḫtaṣar 294,5; Michael syr. III 128, Chronik v. 1234: cap. 230, p. 29. Bei Nuwayrī und Abū l-Fidā’ wird abweichend von den anderen arabischen Quellen als Datum der Einnahme von Mopsuestia der 13. Raǧab 354 a. h. (15.7.965) angegeben. Zur Belagerung von Tarsos durch Leon Phokas s. Skylitzes, Nikephoros 12, p. 269,14-25, sowie unter Leon Phokas. — (53) S. dazu unter Sayfaddawla; cf auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 707b. 707d (Beihammer). — (54) Yaḥyā [p. 107f.] p. 805f. (PO 18,5); 7:100f., p. 117f. (Pirone); Ḏahabī, Ta’rīḫ 195,1 – 198,3 (Canard, Recueil); Abū l-Fidā’ II 153,15-21; Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī) 144,1-5 (hier auch Erwähnung des erfolglosen Versuchs der Einnahme Antiocheias durch N.); Halm, Kalifen 102; cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 707g. 707h (Beihammer); über die Erbeutung des Keramidion berichtet neben Yaḥyā auch die Translatio sanguinis ex imagine fluentis sub Nicephoro Phoca (BHG 801n), bes. cap. 3, p. 259f. Die Station in der Theotokoskirche in den Blachernen erinnert – sicher bewußt – an den triumphal gefeierten Einzug des hl. Mandylions im August 944 unter Romanos I. Lakapenos. Die Prozession durch die Stadt dürfte daher wie in jenem Falle am nächsten Tag, also am 25. Januar 967, erfolgt sein. — (55) Hs. ÖNB A. F. 435, in: Grünebaum, Eine poetische Polemik 47–50 (mit Übersetzung); ‘Aynī 111–114 (Rozen, Vassilij); Ibn Kaṯīr XI 160,5 – 163,10; 206,3 – 208,24. Zum Inhalt des Schreibens s. Dölger–Müller, Regesten Nr. 707i (Beihammer), sowie Beihammer, in: BZ 95 (2002) 14 Anm. 47; chronologische Einordnung nach Beihammer, in: BZ 95 (2002) 19, wenige Monate nach dem Gefangenenaustausch im Juni 966 (s. o.), nachdem N. im November 966 von einem erfolgreichen Kriegszug in Syrien wieder nach Konstantinopel zurückgekehrt war. — (56) Yaḥyā [p. 116–119] p. 814–817 (PO 18,5); 7:122–126, p. 124f. (Pirone); Kamāladdīn 157,9 – 158,9; Nuwayrī XXIII 196,17 – 197,9; Schilderung dieser Ereignisse unter dem Jahr 358 a. h. (25.11.968 – 13.11.969) bei Abū l-Fidā’ II 159,16-20; Hamadānī 201,14f. und Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī) 158,4f.; 158,8 – 159,2 unter dem Jahr 358 a. h. (hier die zusätzliche Angabe, daß N. in diesem Jahr 100.000 muslimische Gefangene gemacht und 18 Gebetspulte erbeutet habe). Zum Vertrag mit Laodikeia cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 714c (Beihammer). — (57) Yaḥyā [p. 124–127] p. 822–825 (PO 18,5); 7:11f., p. 131 (Pirone); zu den Details der Eroberung Antiocheias und der folgenden Ereignisse s. unter Michael Burtzes und Petros. — (58) Skylitzes, Nikephoros 2, p. 260,74-78; ihm folgend Zonaras XVI 24, p. 499,5-7. — (59) Zonaras XVI 25, p. 502,5f.; XVI 28, p. 516,1-5; eine negative Charakterisierung auch bei Skylitzes, Nikephoros 18, p. 237,37 – 275,87; in einem Zusatz zu Skylitzes findet sich ein sehr positiver Epitaph auf den Kaiser, der angeblich auf seinem Sarkophag zu lesen war, tatsächlich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ca. 20 Jahre nach seinem Tode geschrieben wurde und als politisches Pamphlet zur Zeit Basileios’ II. zirkulierte; s. dazu unter Ioannes von Melitene (# 23161). Dieser “Epitaphios” ist auch unabhängig von Skylitzes als Gedicht überliefert worden, cf. dazu Lauxtermann, Poetry 310. — (60) Yaḥyā [p. 128] p. 825f. (PO 18,5); 7:19-23, p. 133f. (Pirone); ähnliche Schilderung auch bei dem auf Ṯābit b. Sinān zurückgehenden Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī) 169,8-15. — (61) Ibn Hāni XIII 67-70; XL 31-40; 53; 76-78 (Yalaoui); Übers.: Yalaoui, Un poète 162. 328. 332. 334. — (62) Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī) 169,1-3; Nuwayrī XXIII 199,3f.; Ibn al-Aṯīr VIII 607,5f.

W: Nicephorus Phocas, De velitatione; idem, Praecepta militaria, ed. J. A. Kulakovsky, Strategika imperatora Nikifora, in: Zapiski imperatorskoi akademii nauk (Istoriko-filologičeskoe otdelenie) 8,9 (1908) 1–21 (neuere Edition in: McGeer, Sowing 12–78).

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Ps.-Symeon; Leon Diakonos, Historia; Skylitzes; Zonaras; Michael Psellos, Historia Syntomos 105, p. 98,82 – 104,98; Kleinchroniken I 14,59, p. 141; I 15,3, p. 158; I 16,5f., p. 165. — (Ep.): Nikolaos III. Grammatikos, Ep. ad Alexium imp. (August 1084), in: Syntagma Kanon. V, p. 72,29 (Erwähnung eines Chrysobulls Νικηφόρου τοῦ Φωκᾶ für die Metropolis Patras); Symeon Magistros, Ep. 86. 91. 92. — (Hag.): Vita Athanasii Athonitae A (BHG 187) § 22,2-21, p. 12; § 28,2 – 32,19, p. 15f.; § 44,1-23, p. 22; § 60,1-28, p. 30; § 68,1 – 73,6, p. 32–35; § 90, p. 42; § 94,1-17, p. 44; § 101,31 – 105,1, p. 49f.; § 114,8f., p. 54; § 116,10, p. 56; Vita Athanasii Athonitae B (BHG 188) § 8,27-41, p. 134f.; § 11,1-46, p. 136f.; § 14,3, p. 140; § 16,1-20, p. 141f.; § 19,4-6, p. 144; § 22,1 – 23,26, p. 147–149; § 30,1-29, p. 157f.; § 31,13-23, p. 162; 34,1 – 35,2, p. 165f.; § 36,2-4. 43, p. 168f.; § 44,23, p. 178; § 44,41-55, p. 45 (Überlegung, ob N. als Märtyrer anzusehen ist oder nicht); Akoluthie auf Nikephoros Phokas (11. Dezember), ed. Petit, in: BZ 13 (1904) 401–420; Translatio sanguinis ex imagine fluentis sub Nicephoro Phoca (BHG 801n) cap. 1, p. 255f.; cap. 3, p. 259f.; Vita Mich. Maleïni (BHG 1295) cap. 3, p. 9,15f.; Vita Niconis (BHG 1366. 1367) cap. 2,13, p. 32; Vita Pauli Latrensis (BHG 1474) cap. 49, 176,15-17 (AnBoll) = 134,21-24 (Wiegand); Vita Nicephori Milesii (BHG 1338) cap. 12, 144,1. 8-12. 14f. (AnBoll) = 163,1. 6-8. 10 (Wiegand); Vita Nili (BHG 1370) cap. 71, p. 111; Apocalypsis Anastasiae § 42. — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. I, 96 pp. 433–440 (Reiske); Anonymus, Lists pp. 37. 40 (Downey). — (Dok.): Actes de Lavra, Nr. 6 (September 974 [3. Indiktion]), l. 12, p. 110; Fälschung: Actes de Lavra, Nr. 5 (Mai 964 [7. Ind.; 6472 a. m.]), p. 104–106, bes. l. 68, p. 106; Athanasios Athonites, Typikon (BHG 190), p. 102,13 – 105,7 passim; 106,25 – 108,6; 109,2-8; 109,27 – 110,2; 114,28 – 115,6; 117,8-11. 24; 119,26-28 (ed. Meyer); Athanasios Athonites, Diatyposis (BHG 191) 124,6-10; 125,18 (ed. Meyer). — (Sonst.): Verschiedene Novellen (s. oben Anm. 29–34): ed. Svoronos, Novelles, Nr. 4, p. 157–161; Nr. 9, p. 170–173; Nr. 10, p. 176; Nr. 11, p. 180f.; Nr. 12, p. 184; = Ius (Zepos) I, Coll. III, Nov. XIX, p. 247–252; Nov. XX, p. 253–255; Nov. XXI, p. 255; XXII, p. 255f.; ed. Kolias, in: Kolias, Νικηφόρος 98f.; cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 699. 707e [712]. 719. 720. 721; Konst. Porph., Demegoria 1, p. 81,11-17. — (Ms.): Kolophon in Cod. Paris. gr. 497, s. Euangelatu-Notara, Semeiomata 133 (Nr. 58); Notizen (10. Jh.) im Cod. Hieros. Sancti Sepulcri 24, fol. 1r. 15r, ed. Papadopulos-Kerameus, Hierosol. Bibl. I 89. 91. — (Vers.): Theodosios Diakonos, De Creta capta (ed. Criscuolo) passim, bes. v. 49 (p. 4); v. 102 (p. 6); v. 174 (p. 8); v. 331 (p. 14); v. 402 (p. 16); v. 515. 524 (p. 21); v. 695 (p. 27); v. 851 (p. 33); “Epitaphios” des Ioannes von Melitene auf N., ed. Lauxtermann, Poetry 308f. (engl. Übers. und Kommentierung ibidem 233f.); Ioannes Geometres (# 23092), Gedichte auf N.: 1) Εἰς τὸν κύριον Νικηφόρον τὸν βασιλέα (35 vv., Incipit: Μὴ χρώμασι ποικίλλε δεσπότου θέαν), ed. Cramer 266,20 – 267,21 (Nr. 2 [der Zählung bei] van Opstall); 2) Eἰς τὸν κύριον Νικηφόρον τὸν βασιλέα (12 vv.), ed. van Opstall 210 (Nr. 61) = ed. Cramer 290,1-13; 3) Tίνας ἄν εἴποι λόγους ὁ ἐν ἁγίοις βασιλεὺς Νικηφόρος ἀποτεμνομένων τῶν εἰκόνων αὐτοῦ (12 vv.), ed. van Opstall 282–284 (Nr. 80) = ed. Cramer 295,8-21; 4) Εἰς τὴν δεξιὰν τοῦ βασιλέως Νικηφόρου (2 vv.), ed. Cramer 305,1-3 (Nr. 141 [der Zählung bei] van Opstall); 5) Εἰς τὸν βασιλέα κύριον Νικηφόρον (8 vv.), ed. van Opstall 336 (Nr. 147) = ed. Cramer 305,24 –306,2. — (lat.): Liudprand, Legatio passim; Dandolo, Chron. Venet. 176,1-4; Reginonis Chronicon cum continuatione (a. 961), p. 178; Chron. Salernitanum 173, p. 176,7f.; 174, p. 177,9-15; Ademar, Historiae III 22, p. 125,4-11 (MGH); III 22, p. 144,58-71 (Bourgain); Widukind von Korvei III 73, p. 149,8-12; Thietmar von Merseburg II 15, p. 56,8-12; 57,8-12. — (arm.): Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 8, p. 134,11-36 (Gelzer); p. 43f. (Macler); Matthäus von Edessa I, cap. 7f., p. 21f. (Dostourian); Vardan, cap. 49 [91], p. 190 (Thomson); Mat‘evosean, Kolophone (arm.) Nr. 71, p. 57. — (georg.): Synaxarium Euthymii hiberi § 1, p. 4; Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 16, p. 26,8 (Peeters); § 16 [53], l. 334, p. 95 (Martin-Hisard); Synodikon georg. 313. — (syr.): Michael syr. III 128–131; Bar Hebraeus 165–171; Chronik v. 1234: cap. 230, p. 29. — (arab.): Yaḥyā; Hamadānī; Kamāladdīn; Ibn-Ḥawqal; Chron. Cambr. arab.; Ibn al-Aṯīr; Ibn Ḫaldūn; Vita Christophori patriarchae; Ibn Hāni; Nu‘mān, Maǧālis; ‘Imādaddīn Idrīs; Nuwayrī; Abū l-Fidā’; ‘Aẓīmī; Ibn Ẓāfir; Miskawayh; Ibn al-Ǧawzī; Sibṭ b. al-Ǧawzī (Hamawundī); Abū Firās; Yāqūt; Ḏahabī, Ta’rīḫ; Ḏahabī, Duwal; Ḏahabī, ‘Ibār; Ibn Šaddād; Šimšātī (Ḏahabī); Dawādārī; Abū l-Maḥāsin; ‘Aynī; Ibn Kaṯīr; Ibn Abī Dinār; Hs. ÖNB A. F. 435, in: Grünebaum, Eine poetische Polemik 47–50 (mit Übersetzung). — (Sg.): Lichačev, Bogomateri 74 (Abb. 153; Tafel IV, 31) = Šandrovskaja, Katalog vystavki 272 (datiert 963–969): Νικηφόρος δεσπότης. — (Inscr.): Inschrift in der Taubenschlag-Kirche in Çavuşin, ed. L. Rodley, in: JÖB 33 (1983) 309 (cf. Thierry, in: TM 9 [1985] 482): Τοὺς εὐσεβεῖς βασιλεῖς διαφύλαξον Κύριε πάντοτε Νικηφόρον καὶ δεσποίνης ἡμῶν Θεοφανοῦς; Inscriptions (Guillou) Nr. 15 (Staurothek von Cortona). 175 (Tarent); Inscriptions (Asdracha) Nr. 81; Inschrift von Philippi 107 (= Lemerle, Philippes 142). — (Num.): Morrisson II 589–592; Catalogue, Byzantine Coins III/2, p. 580–588: Taf. XLI; Grierson, Coins 405 (Reg.): Abb. Nr. 790f. 806. 827. 888.

L: ODB III 1478f. 1665f. s. v. “Phokas”; LdMA VI (1993) 1156; SSS III (1967) 372f. — Schlumberger, Nicéphore Phocas; Guilland, in: BSL 13 (1952) 101–136; Lemerle, Vie ancienne 94f.; Papachryssanthou, in: Actes du Prôtaton, p. 74–83; Đurić, in: ZRVI 17 (1976) 249–266. 269–272. 286f.; Apostolopoulou, in: Graeco-Arabica I (1982) 157–168; Cheynet, Les Phocas 299–301; Markopoulos, in: JÖB 38 (1988) 225–233; Morris, in: BMGS 12 (1988) 83–115; Bosworth, in: Graeco-Arabica 5 (1993) 183–195; Kresten, in: BZ 93 (2000) 474–489; idem, in: JÖB 55 (2005) 87–98 (beides v. a. zu Konst. Porph., De cerim I 96); Krsmanović–Dželebdžić, in: ZRVI 47 (2010) 83–120. — Zur Taubenschlag-Kirche in Çavuşin in Kappadokien und ihrem Bildprogramm cf. oben Anm. 27; zur Eroberung Kretas cf. Dachraoui, in: Les Cahiers de Tunisie 26–27 (1959) 307–318; Fahmy, Naval Organisation 73; Kremp, Kreta 173–188; McGeer, in: Peace and War in Byzantium 123–137; Schreiner, Geschenke 274, Nr. 18; zu N. und den Arabern cf. Amari, Storia II 293–321. 365. 376f.; Honigmann, Ostgrenze 80. 82–84. 93f. 96f.; 100. 103f.; Canard, Noms byzantins chez Abû Firâs 452f.; idem, Guerre sainte 617–619; idem, Hamdanides 805–823; Vasiliev, Arabes II 1, p. 114. 139. 252–256. 361. 365. 377. 380; Forsyth, Yahya 334 – 336. 340; Salibi, Syria 66–68. 70–75. 87; Yalaoui, Un poète 72f.; Lev, in: Byz 54 (1984) 236–238; Bosworth, in: JOAS 3–4 (1991–1992) 11f. 161. 313. 321–336; Hild–Hellenkemper, Kilikien 58–60; Schick, Palestine 322f.; Halm, Mahdi 357–366; Maurici, Arabi 56; Todt, Antiocheia 157f.; 195; Dölger–Müller, Regesten Nr. 669b. 678e. 706f. 707b. 707d. 707g. 707h. 707i. 714c (Beihammer); Beihammer, in: BZ 95 (2002) 3. 11. 13f. 17–20; Halm, Kalifen 100–103; El-Cheikh, Byzantium 168–178.

P: N. Serikoff, in: JÖB 47 (1997) 81–85, schlug eine sinnvolle Deutung für die von Theodosios Diakonos (# 27928) in seiner Dichtung De Creta capta lautlich wiedergegebenen arabischen Worte vor und schloß aus dieser Sinnhaftigkeit, daß sowohl der Autor Theodosios Diakonos als auch N. des Arabischen mächtig gewesen seien, wobei er Ibn al-Aṯīrs Behauptung (Ibn al-Aṯīr VIII 607,5f.; s. oben Anm. 62), daß N.s Vater aus Tarsos gestammt habe und ein zum Christentum konvertierter Muslim gewesen sei, aufgriff. Hier dürfte jedoch eine Verwechslung mit Kaiser Nikephoros I. vorliegen, dem die arabischen Quellen eine arabische Herkunft nachsagen. Das Argument, daß beim Hörer der Verse Arabischkenntnisse vorausgesetzt wurden, halten wir für nicht stichhaltig, zumal der eigentliche Adressat von De Creta capta nicht N., sondern noch der Kaiser Romanos II. war. — Zu einem ihm von Cheynet, Les Phokas 299 mit Anm. 34, eher fälschlich zugeschriebenen Siegel s. unter Nikephoros (# 25592).

QuelleSource

Downloaded on 28.2.2024 from https://www.degruyter.com/database/PMBZ/entry/PMBZ27689/html
Scroll to top button