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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Niketas Pegonites

Νικήτας

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
25851
Namensvariante
Pegonites (Bei- oder Familienname)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
11. Jh.
Erste Erwähnung
1018
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Strategos Dyrrhachion; Patrikios
Name normalisiert
Niketas
Ort
Dyrrhachion (T); Epidamnos (= Dyrrhachion, älterer Name)
Quelle
Skylitzes; Mango, in: Arch. Anzeiger 81 (1966); Jordanov, Preslav; Jordanov, Corpus I; Jordanov, Corpus II; Jordanov, Corpus III; Wassiliou-Seibt (in: Realia Byzantina)

T: Strategos von Dyrrhachion — στρατηγός. Zur Zeit des Kaisers Romanos III. Argyros (1028–1034) war er Patrikios. Wann er diesen Titel erhalten hat, ist nicht mehr festzustellen.

V: Er verteidigte im Februar des Jahres 1018 die Stadt Dyrrhachion gegen einen Angriff der Bulgaren unter dem Zaren Ivan Vladislav (# 23582). Ein Zusatz zu Skylitzes berichtet, daß es zu einem Kampf zwischen Ivan Vladislav und N. kam, bei dem Ivan Vladislav fiel, ohne daß jemand wisse, wie das geschehen sei. In demselben Zusammenhang ist die Rede von zwei Fußsoldaten (# 30594), die dazugekommen seien und den zu Pferde kämpfenden Ivan Vladislav durch einen Stoß in die Eingeweide getötet hätten. N. benachrichtigte den Kaiser vom Tod des Ivan Vladislav. Basileios II. nahm daraufhin die Offensive gegen Bulgarien wieder auf und stieß jetzt nicht mehr auf Widerstand.

In einer von Mango edierten, nicht besonders gut erhaltenen Inschrift wird lediglich ein Strategos von Dyrrhachion (Epidamnos) erwähnt, der nun, nachdem zuvor unfähige Strategetai die Stadt den Feinden preisgegeben hätten, Dyrrhachion gegen die Feinde verteidige. Innerhalb der groben Datierung der Inschrift – nach epigraphischen Kriterien zwischen 850 und 1050 – ist es am wahrscheinlichsten, daß sich die Inschrift auf einen Zeitpunkt nach der byzantinischen Rückeroberung Dyrrhachions, das ca. 988 an die Bulgaren gefallen war, bezieht. Diese Rückeroberung dürfte etwa 998 oder wenig später stattgefunden haben (s. dazu unter Ioannes Chryselios [# 23183]). Zu diesem Zeitpunkt ist Eustathios Daphnomeles (# 21864) als Strategos von Dyrrhachion belegt, der dieses Amt in der Folgezeit verlor, es allerdings nach 1018 wieder bekleidete. Zieht man die in der Inschrift noch erhaltene Namensendung -ωνήτην in Betracht, scheint, wie schon Mango annahm, der auch aus anderen Quellen bekannte N. Pegonites der wahrscheinlichste Kandidat für den in der Inschrift gepriesenen Strategos von Dyrrhachion zu sein. Er hätte dann wahrscheinlich nach Eustathios Daphnomeles bis etwa 1018 amtiert.

Auch unter den Nachfolgern Basileios’ II. scheint N. weiter Karriere gemacht zu haben. Ca. 1033 wird er als Befehlshaber mit dem Rang eines Patrikios im Osten des Reiches erwähnt. Eine Tochter heiratete den Kaisar Ioannes Dukas, den Bruder des Kaisers Konstantin X. Dukas (1059–1067). N. selbst starb nach 1057.

Q: — (Hist.): Skylitzes, Basileios 41, p. 357,54-63; Skylitzes, Romanos III. Argyros 16, p. 388,44 – 389,48. — (Inscr.): A Byzantine Inscription Relating to Dyrrhachium, ed. Mango, in: Archäologischer Anzeiger 81 (1966) 410–414, bes. 412,19. — (Sg.): Jordanov, Preslav 225 = idem, Corpus I 25.1 = II 585 = III 1202 = A.-K. Wassiliou-Seibt, Der Familienname Pegonites auf byzantinischen Siegeln und in anderen schriftlichen Quellen, in: S. Kotzabassi – G. Mavromatis, Realia Byzantina, Berlin – New York 2009, 303–320, bes. 304f. (Nr. 3): Νικήτᾳ πατρικίῳ καὶ στρατηγῷ Δυρραχίου τῷ Πηγονίτῃ.

L: ODB III 1617 s. v. “Pegonites” — Mango, in: Archäologischer Anzeiger 81 (1966) 414; PBW: Niketas 20216. — Zu N. und den weiteren Mitgliedern der Familie Pegonites in und nach dem 11. Jh. cf. Wassiliou-Seibt, op. cit.

P: Möglicherweise bezieht sich die Inschrift auch auf Leon Rabduchos (# 24400), da am Ende einer sonst ausgefallenen Zeile der Wortteil οῦχος erscheint (p. 412, Zeile 17). Mango selbst plädiert allerdings für N.

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