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Symeon

Συμεών

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
27504
Namensvariante
Metaphrastes (Beiname); Magistros (Beiname bzw. Titel); Logothetes (Beiname bzw. Funktionstitel); Sīmūn (arab.); lugutit: al-luġuṯīṭ (arab.) = "der Logothetes"
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
959
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Magistros; Logothetes Dromos; Protasekretis (Protoasekretis); Patrikios; Autor; Jurist; Redaktor kaiserlicher Novellen; Epistolograph; katib: kātib (arab.) = Sekretär; Sekretär, = arab. kātib (arab.); Hippodromrichter; Krites Hippodrom; Asekretis; Richter; Krites; Hagiograph; Hymnograph; Dichter; Kompilator; Epitomator; Stratiotikos; Logothetes Stratiotikon; Protospatharios; megas Chartularios des stratiotikon Logothesion
Name normalisiert
Symeon
Ort
Laodikeia (Phrygien); Phrygia Pakatiane (KP); Phrygien (L); Kpl.: Kaiserpalast: überdachtes Hippodrom; Kaiserpalast: überdachtes Hippodrom (Kpl.); Kpl.: Hippodromgericht; Hippodromgericht (Kpl.)
Quelle
Symeon Magistros, Epp.; Sermo in Theophano (BHG 1795); Svoronos, Novelles; Ius (Zepos); Peira; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163); Liudprand, Legatio; Leon Diakonos, Historia; Yaḥyā; Acta Latrensia; Miklosich–Müller; Laurent, Corpus II; Oikonomidès, in: DOP 27; Analecta Hymnica Graeca; Michael Psellos, Enkomion Symeonis Metaphr. (BHG 1675).; Vasil’evskij, in: VV 3 (1896) 574–578; Mercati, in: AnBoll 69 (1950); Ševčenko, in: DOP 23/24; Kekelidze, Simeon; Michael Psellos, Akoluthia (BHG 1675a); Jordanov, Preslav; Jordanov, Corpus III; Jordanov–Zhekova

N: Variante: Symeones — Συμεώνης (Leon Diakonos, Historia) — arab.: Sīmūn; (spätere) Beinamen: Metaphrastes, Magistros, Logothetes — arab.: al-luġuṯīṭ.

T: Asekretis (Siegel, Gedicht auf den Tod Konstantinos’ VII.); Protospatharios und megas Chartularios des stratiotikon Logothesion (Siegel); Patrikios (Gedicht auf den Tod Konstantinos’ VII.); Protasekretis (Ep. 87); Patrikios und Protasekretis (Symeon log. [Cod. Vat. gr. 163]; Novelle des Romanos II. über die Vertragsstrafen; Novelle des Nikephoros II. Phokas über die Klöster); Redaktor kaiserlicher Gesetze; Sekretär — arab.: kātib (Yaḥyā); Magistros und Logothetes des Dromos (Epp.; Siegel; Peira; Nikephoros Uranos, Carmen ... [BHG 1675c]); Stratiotikos — στρατιωτικός (d. h. Logothetes des Stratiotikon, cf. Ševčenko, in: DOP 23/24 [1969/70] 216 mit Anm. 38; 218–220); Beisitzer bzw. Richter (Krites) am kaiserlichen Hippodromgericht (Peira); gegen Ende seines Lebens Kleriker bzw. Mönch (gefolgert aus dem Adressatenkreis der Epp.); Autor (Hagiograph, Hymnograph, Kompilator bzw. Epitomator von Kanones und vielleicht auch von Kaisergesetzen bis auf seine Zeit [s. u.]).

V: Hier wird die Auffassung vertreten, daß es sich bei dem Redaktor verschiedener Gesetze, dem Magistros und Logothetes, dem Metaphrasten und schließlich dem möglichen Autor der “Logothetenchronik” um ein und dieselbe Person handelt. S. zählte somit zu den herausragenden Personen der zweiten Hälfte des 10. Jh.s, der vier Kaisern als einer der höchsten Beamten gedient hat und seinen juristischen und administrativen Sachverstand sowie sein literarisches Geschick als Redaktor kaiserlicher Novellen ebenso unter Beweis gestellt hat wie als Verfasser des in kaiserlichem Auftrag entstandenen Menologions und möglicherweise der sog. Logothetenchronik (1).

Laut Aussage des Markos Eugenikos in seinem Synaxarion wurde S. zur Zeit des Kaisers Leon VI., also zwischen 886 und 912, geboren. Denkbar wäre ein Zeitpunkt um 910/12. Dem späteren Enkomion des Michael Psellos zufolge stammte er aus einer wohlhabenden Familie, wurde in Konstantinopel geboren und erhielt eine gute Ausbildung in Rhetorik und Philosophie.

Ein erster chronologischer Beleg liegt vor in Gestalt des von S. nach dem 9. November 959 geschriebenen Gedichts auf den Tod des Kaisers Konstantinos VII., das vom Codex Matritensis (Skylitzes) überliefert wird. S. hatte zu diesem Zeitpunkt den Rang eines Patrikios und die Funktion eines Asekretis, denn der Titel (s. unter W), der (wegen eines “jetzt” — νυνί) noch zu Lebzeiten des S. formuliert sein muß unterscheidet zwischen seinen damaligen und den späteren Titeln des S. I. Ševčenko meinte wohl zu Recht, daß S. damals sicher schon Protasekretis gewesen sei, denn der einfache Asekretis-Titel sei zu gering für den gleichzeitig geführten Patrikios-Titel (2). Anfang der 60er Jahre des 10. Jh.s, noch während der Regierungszeit des Kaisers Romanos II., also vor dem 15. März 963, finden wir S. ganz oben in der kaiserlichen Kanzlei und in direkter Kaisernähe: Als Patrikios und Protasekretis arbeitete S. die Novelle des Romanos II. über die Vertragsstrafen aus (3).

S. war der Verfasser von bis zu 85 erhaltenen Briefen, von denen insgesamt 78 sicher und sieben nicht völlig sicher zugewiesen sind. Von diesen Briefen ist ein Teil (nämlich die 29 Epp. der sogenannten Athossammlung: Epp. 82–108 und 110–111) in den Zeitraum zwischen den 16. August 963 (Thronbesteigung des Nikephoros Phokas) und nicht lange nach dem 11. Dezember 969 (Thronbesteigung des Ioannes Tzimiskes) zu datieren, ein anderer Teil (nämlich die 49 bis 56 Briefe der sogenannten Patmossammlung: alle Briefe S.s zwischen Ep. 1 und Ep. 82, nach Abzug der unechten Briefe) in das Jahr 981 und die darauffolgenden Jahre (4).

Aufgrund einer Nachricht in einem seiner Briefe könnte man annehmen, daß seine Familie einstmals aus Laodikeia in Phrygien stammte (s. Ep. 77, cf. auch Epp. 90 und 92). Ferner werden in seinen Briefen einige anonyme Angehörige greifbar: nämlich ein Bruder, ein Onkel und ein weiterer Verwandter (zu diesen s. unten).

Bei Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) heißt es, daß S. im Jahre 963 den Parakoimomenos Ioseph Bringas (# 23529) beriet. In dem Machtkampf zwischen Ioseph Bringas und Nikephoros (II.) Phokas scheint er sich letztendlich jedoch nicht auf die Seite des Parakoimomenos Bringas gestellt zu haben, denn S.s Karriere setzte sich nach Nikephoros’ Herrschaftsantritt reibungslos fort.

In einem seiner Briefe (Ep. 92) sagt S. von dem regierenden Kaiser (μέγας βασιλεύς), daß dieser die Enthaltsamkeit (τὸ φιλοσοφεῖν) und Schlichtheit (λιτότης) wie kein anderer vor ihm liebe. Bei diesem Kaiser dürfte es sich nach Lage der Dinge um Nikephoros II. Phokas handeln, unter dem S. für die Leitung der Kanzlei (πρὸς λόγους) zuständig war. Ein anderer Brief etwa aus dieser Zeit (Ep. 96) ist an einen Magistros (# 31453) gerichtet, was unter Umständen bedeuten könnte, daß S. zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht Magistros war.

Unter Nikephoros II. blieb S. zunächst Protasekretis (cf. Ep. 87). Zwischen September 963 und Ende August 964 arbeitete er als Patrikios und Protasekretis die Novelle des Kaisers über die Klöster aus (5), die eine Einschränkung der Neugründungen von Klöstern und der Immobilienstiftungen an Klöster verfügte. Im Jahr 966/67 formulierte S. – nach wie vor als Patrikios und Protasekretis – die Novelle desselben Kaisers über das Vorkaufsrecht (6).

S. scheint die Funktion des Protasekretis bis zum Sommer 968 ausgeübt zu haben, denn Liudprand von Cremona (# 23645), der sich im Sommer 968 als Gesandter des “westlichen” Kaisers Otto I. (# 26211) in Konstantinopel aufhielt, erwähnt unter anderem eine Unterhaltung mit verschiedenen byzantinischen Würdenträgern, von denen er den Protasekretis S. namentlich nennt. Auch in den folgenden Tagen trafen Liudprand und S. zusammen (7).

Unter Ioannes I. Tzimiskes wird für den August 975 ein Magistros und Logothetes Symeones (Συμεώνης τε, ὁ Λογοθέτης καὶ Μάγιστρος) erwähnt, der für den Kaiser eine spektakuläre Kometenerscheinung interpretierte und ihm ein langes Leben und den Sieg über die Feinde voraussagte. Man wird trotz der leichten Modifizierung des Namens annehmen dürfen, daß es sich hierbei um S. gehandelt hat (8). Schminck vermutete, daß die Beförderung des S. vom Patrikios und Protasekretis zum Magistros und Logothetes zu Beginn der Regierungszeit des Ioannes I. Tzimiskes anzusetzen ist, also ca. Januar–Februar 970 (9).

S., bei dieser Gelegenheit als Magistros und Logothetes tituliert, gehörte zu den Richtern bzw. Beisitzern, die in Anwesenheit des Kaisers Basileios II. an einem Prozeß um eine Dokumentenfälschung teilnahmen. Außer S. waren Theodoros Dekapolites (# 27708), der Bestes Bardas (# 20791) und ein Tepeiganos (# 27579) beteiligt sowie der noch junge und am Anfang seiner Karriere stehende “einfache Richter” Eustathios Romaios (# 21870). Dieser Prozeß kann nur ungefähr in die Dekade zwischen 990 und 1000 datiert werden (10). Die höherrangigen Richter Theodoros Dekapolites, Tepeiganos, Bardas und S. vertraten alle eine übereinstimmende Meinung zu dem Fall, während der junge Eustathios Romaios eine abweichende Auffassung vertrat, aber S. von dieser überzeugen konnte, so daß S. dann den Eustathios Romaios vor allen anderen lobte und erklärte, daß er und die anderen den Fall zunächst falsch beurteilt hätten (11).

Einigen Handschriften zufolge ist S. der Autor der sogenannten Synopsis canonum, einer Sammlung von Zusammenfassungen von Kanones (12). Schminck vermutete in S. ferner den Autor von Zusammenfassungen (Epitomai) von Novellen der Kaiser Leon VI. bis Nikephoros II., der sog. “Appendix A III (1-19)” zur Synopsis maior (13).

Zwischen 976 und 1004, aus Altersgründen wahrscheinlich eher früher als später in diesem Zeitraum, stellte S. in kaiserlichem Auftrag eine den Monaten des unbeweglichen Kirchenjahres folgende und daher als Menologion bezeichnete Sammlung von Heiligenviten zusammen (14). Diese Sammlung sollte einerseits durch die Überarbeitung älterer Viten eine angemessene und einheitliche Stilebene innerhalb der Sammlung herstellen und andererseits durch die Aussonderung bzw. Aufnahme von Heiligenviten in das Menologion einen Kanon der anerkannten Heiligen festlegen (15). In den Quellen und vor allem in den zahlreichen Handschriften des Menologions wird S. wahlweise als Metaphrastes und/oder Magistros und/oder Logothetes (tu dromu) bezeichnet (16). Es gibt verschiedene Indizien dafür, daß Kaiser Basileios II. kein Gefallen an dem Menologion fand und möglicherweise die Arbeiten einstellen ließ: Zum einen blieb das Menologion selbst unvollendet. Zum anderen mag dies der historische Kern der Nachricht des georgischen Übersetzers des Menologions, Ep‘rem Mcire, gewesen sein, der in seinem Vorwort behauptet, S. sei im sechsten Jahr des Basileios II., also im Jahre 982, als Hagiograph tätig gewesen, sein Menologion habe aber dem Kaiser nicht gefallen. Zum dritten ließ Kaiser Basileios II. ein eigenes Menologion mit Kurzfassungen der Heiligenviten anfertigen, das nur in einer, wohl der originalen illuminierten Prachthandschrift erhalten ist (17). Trotz der Unvollständigkeit des Menologions des S. Metaphrastes wurde es in großer Zahl kopiert und in Gebrauch genommen und somit gewissermaßen zum standardisierten Kanon der byzantinischen Heiligenviten (18). Die literarische Tätigkeit des S. als Hagiograph wird auch erwähnt im Sermo in Theophano (BHG 1795) und bei Yaḥyā (19).

S. starb an einem 28. November, wie uns die Akoluthia des Michael Psellos und der Text des Markos Eugenikos mitteilen, doch bleibt das genaue Jahr unbekannt. Angesichts von S.s Teilnahme an einem Prozeß, der ca. zwischen 990 und 1000 stattfand (s. o. mit Anm. 10), und der dabei verwendeten Titulatur als Magistros und Logothetes, dürfte S. frühestens zu Beginn der 990er Jahre, spätestens jedoch erst um das Jahr 1000 oder wenig später gestorben sein. Wenn er also gegen Ende seines Lebens Kleriker bzw. Mönch wurde, dann vielleicht erst nach diesem Prozeß. Wenn die Datierung der Geburt S.s noch unter Leon VI. durch Markos Eugenikos zutrifft, wäre S. mindestens 78 Jahre alt geworden, vielleicht aber sogar an die 90 Jahre. Einen Epitaphios auf S. schrieb Nikephoros Uranos. Beigesetzt wurde S. laut Markos Eugenikos in der Theotokos-Kirche des Klosters ton Hodegon in Konstantinopel (20).

Anmerkungen: — (1) Die Frage der Identität ist bis heute umstritten und kann hier nicht ausführlich dargestellt werden. Für die Einheit des Novellenredaktors mit dem Magistros und Logothetes sowie mit dem Metaphrastes s. zuletzt Schminck, in: FM 11 (2005) 284–287; für die Identität des hohen Staatsbeamten mit dem Metaphrasten sprechen vor allem das Zeugnis des Zeitgenossen Nikephoros Uranos (# 25617) in seinem Epitaphios auf S. und die Nachrichten der Vita Theophanus (BHG 1795) und des arabischen Chronisten Yaḥyā. Nikephoros Uranos erwähnt in seinem Epitaphios sowohl die politische Rolle des S. (l. 6: ὁ Συμεών, τὸ θαῦμα βουλῆς μαγίστρων) also auch dessen hagiographische Tätigkeit (l. 18: ὁ συγγραφεὺς καὶ βίων καὶ τῶν ἄθλων), cf. Ehrhard, Überlieferung II 307f.; Mercati, in: AnBoll 68 (1950) 126–132. Zur Vita Theophanus und zu Yaḥyā cf. Anm. 19. Wesentlich problematischer ist die Frage, ob der hohe Staatsbeamte und Metaphrast auch mit dem Autor der Logothetenchronik zu identifizieren ist. Hiergegen sprach sich zuletzt Wahlgren, in: Symeon log., p. 3*–8*, aus. Zur Chronik s. auch die Übersicht in Prolegomena II, p. 3–10. Eine endgültige Entscheidung pro oder contra würde eine ausführliche inhaltliche und stilistische Analyse der Chronik voraussetzen, die bisher noch nicht geleistet worden ist. — (2) I. Ševčenko, in: DOP 23/24 (1969/70) 216. — (3) Cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 691; Schminck (in: FM 11 [2005] 284) grenzt die Abfassungszeit der Novelle stärker ein: nach dem Edikt des Romanos II. vom März 962 (siehe unter Romanos II. bzw. unter Theodoros Dekapolites [# 27708]) und vor dem 15. März 963. — (4) Høgel, S. Metaphrastes 81–85, möchte die Briefe früher datieren. — (5) Cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 699. — (6) Cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 707e (712). — (7) Liudprand, Legatio 15, p. 183,37; 19, p. 185,34 – 186,11. — (8) Leon Diakonos, Historia X 6, p. 168,19 – 169,13; als zweiter “Experte” wird in diesem Zusammenhang der Metropolit Stephanos von Nikomedeia (# 27315) genannt. — (9) Schminck, in: FM 11 (2005) 285 Anm. 100. — (10) Oikonomides, in: FM 7 (1986) 171: “this must have been in the last years of the Xth century”; cf. Svoronos, Novelles 154: “dernier quart du Xe siècle”. Ausschlaggebend für die Datierung ist die Überlegung, daß der Prozeß am Ende einer ca. 25jährigen Überschneidung der Lebenszeiten des Eustathios Romaios (# 21870) einerseits und des ca. zwei Generationen älteren Theodoros Dekapolites (# 27708) andererseits stattgefunden haben muß. — (11) S. soll gesagt haben: “Recht hat der junge Eustathios, wir aber sind unbedacht verfahren und haben den Mann obendrein gegen das Gesetz verurteilt” — δικαίως λέγει ὁ νέος Εὐστάθιος, ἡμεῖς δὲ ἀσκόπως ποιήσαντες ἔτι καὶ παρὰ τὸν νόμον τὸν ἄνθρωπον κατεδικάζομεν. Peira 64,1, in: Ius (Zepos) IV 237,25–28. — (12) So z. B. in der Rubrik im Cod. Oxon. Bodl. Bar. 86 (s. XII), fol. 156v, cf. Schminck, in: FM 11 (2005) 288 Anm. 114. Cf. Christophilopulos, in: EEBS 19 (1949) 155–157; Beck, Kirche 146. 572; Pitsakes, Kolyma gamu 97. — (13) Schminck, in: FM 11 (2005) 289–291. — (14) Cf. dazu Høgel, S. Metaphrastes 61–88; Pratsch, Topos 418f. — (15) Cf. Høgel, S. Metaphrastes 110–116 (zur Auswahl); 59f. 157f. (zur Kanonisation); Pratsch, Topos 419. — (16) Cf. Høgel, S. Metaphrastes 62. — (17) Cod. Vat. gr. 1613; cf. dazu Pratsch, Topos 419f. — (18) Cf. Høgel, S. Metaphrastes 110–126 (zur Unvollständigkeit); 127–134 (zu Handschriften und Publikation). — (19) Sermo in Theophano (BHG 1795) cap. 21, p. 40,32 – 41,2. Zwar nennt der Autor nicht den Namen, aber die Tätigkeit: ὧν εἶς ἦν καὶ βελτίων, ὃς τά τε ἄλλα μετέφρασε πρὸς τὸ εὐφραδέστερον καὶ τοὺς πλείους τῶν τε τῆς ἀρετῆς ἀσκητῶν καὶ ἀθλητῶν συνεγράψατο βίους. Cf. dazu auch Kurtz, Theophano 63 Anm. 48; Yaḥyā [p. 194] p. 402 (PO 23,3); 10:91, p. 180 (Pirone) (hier wird S. namentlich als Verfasser von Berichten über Heilige und deren Feiertage erwähnt). — (20) Zum Epitaphios des Nikephoros Uranos s. oben Anm. 1. C. Høgel, S. Metaphrastes 64f. 74, leitet aus dem Epitaphios einen terminus post quem von 987 für den Tod des S. ab (doch siehe unter Nikephoros Uranos zur Dauer von dessen Gefangenschaft in Bagdad), was sich durch die Überlegungen zum Prozeßzeitpunkt (cf. dazu unter Theodoros Dekapolites [# 27708]) noch weiter präzisieren läßt. Zum Kloster ton Hodegon s. Janin, Églises 199–207.

W: Möglicherweise Symeon Logothetes, Chronographia; Symeon Magistros, Epp.; Menologion des Symeon Metaphrastes, ed. J.-P. Migne, in: PG 114–116, addidit Beck, Kirche 572–575; Kanon auf die Geburt Marias (8. September), in: Analecta Hymnica Graeca I 139–145, Titel (p. 139): ‹τοῦ› Συμε‹ὼν› μαγίστρ‹ου› καὶ λογοθέτ‹ου›; Kanon auf Maria von Ägypten (1. April), in: Analecta Hymnica Graeca VIII 35–45, Titel (p. 35 bzw. app. crit.): ποίημα Συμεὼν Λογοθέτου τοῦ Μεταφράστου (Hs. Q = Cod. Paris. gr. 13 [s. XIII]), ποιήμα Συμεὼν Μαγίστρου καὶ Λογοθέτου (Hs. Pq = Cod. Paris. gr. 341 [a. 1325]); zu weiteren Hymnen s. Szövérffy II 54f.; Symeon Magistros, Gedicht auf den Tod Kaiser Konstantinos’ VII. (überliefert im Codex Matritensis [Skylitzes]) — Συμεὼν πατρικίου καὶ ἀσηκρήτις, τοῦ νυνὶ μαγίστρου καὶ στρατιωτικοῦ, εἰς Κωνσταντῖνον τὸν πορφυρογέννητον βασιλέα, ed. Ševčenko, in: DOP 23/24 (1969/70) 210–212 (engl. Übers.: p. 212–214, Komm.: p. 214–225); Symeon Logothetes, Grabgedichte auf Stephanos Lakapenos (# 27251) und den Magistros “Disinios” (# 21570), ed. V. Vasil’evskij, Dva nadgrobnych stichotvorenija Simeona Logofeta [Zwei Grabgedichte des Symeon Logothetes], in: VV 3 (1896) 574–578, bes. p. 577f.; cf. die Konjekturen von Kurtz, in: BZ 6 (1897) 442f.; Symeon Magistros und Logothetes, Grabgedicht auf den Protasekretis Stylianos (# 27425) — Συμεὼν μαγίστρου καὶ λογοθέτου τοῦ δρόμου εἰς τὸν κῦριν Στυλιανὸν τὸν πρωτασηκρῆτιν (20 vv.), Incipit: Φίλου θανόντος πῶς τις οἴσει ῥαδίως ..., in: Cod. Vat. gr. 900 (s. XIV), fol. 210r (cf. Mercati, in: AnBoll 69 [1950] 129; Ndr. in: Mercati, Collectanea Byzantina I 568); sog. Synopsis canonum, s. u. unter Q.

Q: — (Hist.): Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 23,16-19; Leon Diakonos, Historia; Georg. mon. cont. (Muralt) 1033D. — (Ep.): Symeon Magistros, Epp. — (Hag.): Michael Psellos, Enkomion Symeonis Metaphr. (BHG 1675); idem, Akoluthia (BHG 1675a); Markos Eugenikos, Synaxarion Symeonis Metaphrastae, ed. A. Papadopulos-Kerameus, in: Maurogordateios Bibliotheke, Konstantinopel 1884, p. 100f. — (Fs.): Suda I 3,19-21. 116,12f. 198,10; II 301,16; III 54,1. 474,6; IV 641,28 (meist ohne Namen). — (Dok.): Acta Latrensia, Nr. VII (10. Juni 1196 [14. Indiktion, 6704 a. m.]), ed. Gastgeber–Kresten (in Vorbereitung); ed. Miklosich–Müller IV, p. 305–307 (Nr. 7), bes. p. 306,24-26 (irrtümliche Angabe, cf. unter P). — (Ms.): Schreibernotiz im Cod. Patm. 245 (a. 1057): ... βιβλία τῶν μεταφράσεων τοῦ λογοθέτου ... (zitiert nach: Schreiner, Kosten 333 Anm. 9). — (Vers.): Nikephoros Uranos, Carmen in Sym. Metaphr. (BHG 1675c) — Στίχοι τοῦ Οὐρανοῦ πρὸς τὸν Συμεῶνα τὸν Μεταφραστὴν καὶ λογοθέτην τοῦ δρόμου e Cod. Vat. Ottobon. gr. 324, fol. 193r–194r, ed. S. G. Mercati, in: AnBoll 68 (1950) 130–132 (Ndr. in: Mercati, Collectanea Byzantina I 569f.). — (Sonst.): Novelle des Romanos II. über die Vertragsstrafen (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 691) — Νεαρὰ νομοθεσία ... ἥν ὑπηγόρευσε Συμεὼν πατρίκιος καὶ πρωτασηκρῆτις, περὶ προστίμων, in: Ius (Zepos) I, Coll. III, Nov. XVII, p. 244–246; Novelle des Nikephoros II. Phokas von 963/64 (7. Indiktion; 6472 a. m.) über die Klöster (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 699), ed. Svoronos, Novelles, Nr. 4, p. 157–161 = Ius (Zepos) I, Coll. III, Nov. XIX, p. 249–252: Rubrik in den Handschriften der Gruppe B (cf. Svoronos, Novelles 6f.), in: Svoronos, Novelles 156 (7.): ... ὑπηγόρευσε Συμεὼν πατρίκιος καὶ πρωτασηκρῆτις ...; Novelle des Nikephoros II. Phokas von 966/67 (10. Indiktion; 6475 a. m.) über das Vorkaufsrecht (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 707e [712]), in: Svoronos, Novelles, Nr. 11, p. 180f. = Ius (Zepos) I, Coll. III, Nov. XX, p. 253–255, Rubrik in den Hss. der Gruppe B, in: Svoronos, Novelles 179 (1.): ... ὑπηγόρευσε Συμεὼν πατρίκιος καὶ πρωτασηκρῆτις ...; Rubrik der sog. Synopsis canonum: Συμεῶν(ος) μαγίστρου καὶ λογοθέτου ἐπιτομὴ κανόνων τῶν ἁγίων ἀποστόλων, cf. Schminck, in: FM 11 (2005) 288; Peira 64,1, in: Ius (Zepos) IV 237. — (lat.): Liudprand, Legatio. — (arab.): Yaḥyā [p. 194] p. 402 (PO 23,3); 10:91, p. 180 (Pirone). — (georg.): Ep‘rem Mcire, in: Kekelidze, Simeon, hier nur nach Peeters, in: AnBoll 29 (1910) 357–359, rezipiert. — (Sg.): Laurent, Corpus II 70: Συμεὼν ἀσηκρῆτις. 431 = Oikonomidès, in: DOP 27 (1973) 323 (zwei Siegel): Συμεὼν μαγίστρῳ καὶ λογοθέτῃ τοῦ δρόμου. Parallelexemplare dazu sind Jordanov, Preslav 128f. = idem, Corpus III 851f. Laurent, Corpus II 554: Συμεὼν πρωτοσπαθαρίῳ καὶ μεγάλῳ χαρτουλαρίῳ τοῦ στρατιωτικοῦ λογοθεσίου. Moderne Fälschungen sind die Siegel Jordanov, Corpus III 853f. = Jordanov–Zhekova 232f.: Συμεὸν μαγίστρο καὶ λογοθέτου τοῦ δρόνου (sic).

L: ODB III 1982–1984; Tusculum-Lexikon 754–756 s. v. “Symeon Metaphrastes”; LThK IX (2000) 593; SLER 449; Beck, Kirche 570–575. — Delehaye, in: Revue des questions historiques 54 (1893) 49–85, bes. 73–85; Ehrhard, Überlieferung 306–318; Moravcsik I 515–518; Darrouzès, in: Épistoliers byzantins 33–35; Analecta Hymnica Graeca I 419f.; VIII 382; Ševčenko, in: DOP 23/24 (1969/70) 185–228, bes. 215–220 (zur Identität); Oikonomides, Two Seals of Symeon Metaphrastes, in: DOP 27 (1973) 323–326; idem, in: FM 7 (1986) 171. 182; Svoronos, Novelles 153f.; Høgel, S. Metaphrastes passim, bes. 61–88; Schminck, in: FM 11 (2005) 283–298; Jordanov, Corpus III. — Zum Briefkorpus cf. Høgel, S. Metaphrastes 81–85; Pratsch, Symeon passim; zur Novelle des Romanos II. zu den Vertragsstrafen cf. Fögen, in: Laiou–Simon, Law and Society 61–70; zur Novelle des Nikephoros II. über die Klöster cf. Charanis, in: DOP 4 (1948) 51–118, bes. 55–61; Lemerle, Agrarian History 109f.; Kaplan, in: Cahiers de civilisation médiévale 27 (1984) 71–83, bes. p. 74–76; Svoronos, Novelles 151–156; McGeer, Land Legislation 90–96 (“J”) (engl. Übers.: 92–96); zum Grabgedicht des Nikephoros Uranos auf S. cf. bes. Ehrhard, Überlieferung 307f.; Mercati, in: AnBoll 68 (1950) 126–132.

P: Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 23,17-19 spricht davon, daß der Magistros und Rhaiktor Michael (# 25174) und der Patrikios und Protasekretis S. Ioseph Bringas beraten hätten: συνήδρευον δὲ αὐτῷ Μιχαὴλ μάγιστρος ὁ ῥαίκτωρ καὶ λογοθέτης τοῦ δρόμου καὶ Συμεὼν πατρίκιος καὶ πρωτοασηκρῆτις. Aus der Satzstellung heraus dürfte λογοθέτης τοῦ δρόμου auf Michael zu beziehen sein und nicht auf S., der dieses Amt zwar aller Wahrscheinlichkeit nach auch bekleidet hat, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Sollte der Titel keiner der beiden genannten Personen zuzuordnen sein, müßte man an den Ausfall eines (dritten) Namens im Text denken und insgesamt drei Personen annehmen, was jedoch nicht sehr wahrscheinlich ist (cf. auch Markopoulos, in: Symmeikta 3 [1979] 118; idem, Joseph Bringas 16). — Von J. Koder wurde S. auch als Dichter der Zwölfsilber der ursprünglichen Dedikationsinschrift der Kaiser Konstantinos VII. und Romanos II. auf der Limburger Staurothek vorgeschlagen, s. Koder, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 37 (1985) 11–31, bes. 26–29. 31. Cf. jetzt auch Rhoby, Epigramme Ikonen 163–169 (Lit.), bes. 168. — Die Behauptung, S. sei der Autor der Vita Pauli Latrensis (BHG 1474) gewesen, die in einem Dokument des Jahres 1196 (Acta Latrensia, Nr. VII [Gastgeber–Kresten] = Nr. 7 [Miklosich–Müller]): ... τῳ ἐκτεθέντι καὶ συγγραφέντι παρὰ τοῦ ἁγίου ἐκείνου Μεταφραστοῦ κυροῦ Συμεὼν τοῦ λογοθέτου βίῳ τοῦ ῥηθέντος ὁσίου Παύλου ...) gemacht wird, in der aus dieser Vita zitiert wird, ist falsch; cf. unter # 31746.

Angehörige (anonym):

1. Bruder 27504 A

V: Er war vermutlich Adressat eines Briefes des S., der zwischen etwa 964 und Dezember 969 zu datieren ist. Er wird dort als δέσποτά μου καὶ ἀδελφὲ ποθεινότατε bezeichnet. Dabei dürfte es sich am wahrscheinlichsten um den leiblichen Bruder des S. gehandelt haben; außerdem finden sich in dem Brief mögliche metaphorische Anspielungen auf die leibliche Verwandtschaft (cf. Ep. 104,3 und bes. Ep. 104,6-8). Vielleicht war er älter als S. (δέσποτά μου). Wir erfahren ferner aus dem Schreiben, daß der Bruder vor einiger Zeit abgereist war und sich seitdem nicht bei S. gemeldet hatte, was diesem große Schmerzen bereitete.

Q: — (Ep.): Symeon Magistros, Ep. 104.

L: Darrouzès, in: Épistoliers byzantins 159.

2. Onkel 27504 B

V: Er wird erwähnt in einem Brief des S., der vermutlich in die Zeit nach 981 zu datieren ist. S. hielt sich zu diesem Zeitpunkt, an einem Mittwoch nach Ostern, gemeinsam mit seinem Onkel (ἡμᾶς ... μετὰ θείου ἡμῶν ὑπάρχοντας) in Laodikeia (in Phrygien) auf.

Q: — (Ep.): Symeon Magistros, Ep. 77.

L: Darrouzès, in: Épistoliers byzantins 143.

3. Verwandter 27504 C

V: Er wird erwähnt in einem Brief des S. an den Metropolites von Smyrna, Niketas (# 25783), der vermutlich in die Zeit nach 981 zu datieren ist. Aus dem Brief geht hervor, daß ein Schützling (εἷς ἐστι τῶν ὑπὸ χεῖρά τινι τῶν κατὰ γένος μοι προσηκόντων [# 31452]) dieses Verwandten den Brief S.s wohl von Konstantinopel nach Smyrna überbracht hatte. S. bat in dem Brief den Metropoliten von Smyrna, dem Schützling behilflich zu sein, der (wohl in Smyrna) seinen Dienst im Demosion aufnehmen werde.

Q: — (Ep.): Symeon Magistros, Ep. 90.

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