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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Vladimir

Βλαδιμηρός

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
28434
Namensvariante
Vladimir s. auch Ioannes-Vladimir; Bladimeros (griech. Namensform); Vladimirus (lat. Namensform); Ivan Vladimir (Sekundärliteratur); Ioannes Vladimir (Sekundärliteratur); Johannes Vladimir (Sekundärliteratur)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
11. Jh.
Erste Erwähnung
1016
ethnos
Serbien; Kroatien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Fürst (kroat.) Zeta; kroat.: Fürst Zeta; rex; Märtyrer
Name normalisiert
Vladimir
Ort
Zeta (Kroatien); Diokleia (Kroatien); Dyrrhachion (Epeiros); Prespa (Bulgarien)
Quelle
Skylitzes; Priester von Diokleia (ed. Šišić)

N: Lat.: Vladimirus (Priester von Diokleia). In späterer Zeit wurde er als Heiliger apostrophiert und wird als solcher in der serbischen und bulgarischen Kirche bis heute unter dem Namen Jovan/Ivan Vladimir (bzw. in griechischen Viten als Ioannes Vladimeros) verehrt. Daher wird er auch in der Sekundärliteratur mitunter als Jovan/Ivan oder Johannes Vladimir bezeichnet.

T: Fürst von Zeta (Diokleia/Duklja).

V: Im Zuge seines militärischen Ausgreifens nach Westen unterwarf der bulgarische Zar Samuel (# 26983) ca. 996/97 das Fürstentum Diokleia, nahm den Fürsten V. gefangen, verheiratete ihn mit seiner Verwandten Kosara (# 24095) und setzte ihn (wohl 997) wieder in seine Herrschaft ein. Nach der Chronik des Priesters von Diokleia soll sich Kosara, die dort als Tochter Samuels bezeichnet wird, bei einem von Nächstenliebe inspirierten Besuch der Gefangenen im Kerker in ihn verliebt und daraufhin ihren Vater gebeten haben, sie mit ihm zu verheiraten. Näheres dazu s. unter Kosara.

V. beherrschte die Region von Zeta (Diokleia; später ein Teil Serbiens) und war damit ein Nachbar Dyrrhachions, um das Byzantiner und Bulgaren stritten. Skylitzes beschreibt ihn als maßvoll, friedfertig und tugendhaft (ἐπιεικὴς καὶ εἰρηνικὸς καὶ ἀρετῆς ἀντεχόμενος), der Priester von Diokleia nennt ihn vir sanctus und beatus. Im Jahre 1016 wurde er von dem bulgarischen Zaren Ivan Vladislav (# 23582) durch Vermittlung des bulgarischen Patriarchen David (# 21440) nach Prespa gelockt und dort getötet (am 22. Mai 1016 laut der Chronik des Priesters von Diokleia). Wie die Chronik des Priesters von Diokleia mitteilt, ereigneten sich am Grab V.s Wunder, seine Frau Kosara soll daraufhin Nonne in der Kirche geworden sein, in der V. bestattet worden war, und nach ihrem Tode ebenda zu seinen Füßen beerdigt worden sein. In der Folge flammten die byzantinisch-bulgarischen Kämpfe um Dyrrhachion wieder auf.

V. wird in der serbischen und bulgarischen Kirche als Heiliger verehrt.

Q: — (Hist.): Skylitzes, Basileios 38, p. 353,64 – 354,73; 41, p. 359,25f. — (lat.): Priester von Diokleia (ed. Šišić) cap. 36, p. 331–341.

L: LdMA V (1991) 536f. s. v. “Johannes Vladimir”; SSS II (1964) 318 s. v. “Jan Włodzimierz”. VII (1982) 301f. s. v. “Żywot Jana Włodzimierza”. — Ostrogorsky, in: Byz 19 (1949) 187–194; Hafner, Studien zur altserb. dynast. Historiographie 42–44; Ferluga, in: Byzantina 10 (1980) 439–445; Pirivatrić, Samuilova država 105f. 111. 114f. 126. 193; Podskalsky, Bulgarien und Serbien 63; Nikolov, Bulgarian Aristocracy 156; idem, Centralizăm 152f.; Pirivatrić, Duklja 92–96. — Zum Heiligenkult des Jovan Vladimir cf. M. D. Peyfuss, Die Druckerei von Moschopolis, 1731–1769. Buchdruck und Heiligenverehrung im Erzbistum Achrida, 2. verbesserte Auflage Wien–Köln 1996, 122–124.

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