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database: Nürnberger Dokumentenkartei
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Nürnberger Dokumentenkartei

Erschließungskartei zu den Beweisdokumenten der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse aus dem Institut für Zeitgeschichte

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Übersicht

Über diese Datenbank

Die Erschließungskartei zu dem Prozessmaterial aus dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess von 1945/46 und dessen Nachfolgeprozessen macht 200.000 Seiten Beweismaterial erst der Forschung zugänglich. Die „Nürnberger Dokumente“ wurden in Zusammenarbeit mit dem damaligen Staatlichen Archivlager Göttingen und dem Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund in zweijähriger Arbeit bis Mitte der 1950er-Jahre erschlossen. Jedes der rund 32.000 Beweisdokumente der Anklage wurde mit einem regestartigen Text beschrieben und mit einem Sach- und Personenregister erschlossen.
Die Dokumentenkartei eröffnet Zugang zu den verschiedensten Themenbereichen und enthält u. a. die Beschreibung von wesentlichen Quellen zur deutschen Wirtschaft und zum Finanzwesen im „Dritten Reich“, zu den Parteiorganisationen, zur Wehrmacht, Marine und Luftwaffe, zu den Kriegsplänen sowie zur Verwaltung in den besetzten Gebieten.

Hintergrund
Das Institut für Zeitgeschichte begann 1949 seine Arbeit als Zentralnachweisstelle für verstreute Akten des „Dritten Reichs“ und als wissenschaftliche Forschungseinrichtung. Die erste große Beschaffung war ein fast vollständiger Satz von Kopien und Umdrucken des Prozessmaterials zu den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, den die Amerikaner zur Verfügung gestellt hatten. Die „Nürnberger Dokumente“, wie das Prozessmaterial allgemein genannt wird, stammen aus dem Hauptkriegsverbrecherprozess, der gegen 24 Angeklagte vor dem Internationalen Militärgerichtshof durchgeführt wurde, und aus den zwölf Nachfolgeprozessen. Diese Prozesse schlossen sich an den Hauptprozess an und wurden ebenfalls in Nürnberg von amerikanischen Anklägern gegen Ärzte, Juristen, Generäle, Mitglieder von Einsatzgruppen, Industrielle, Verwaltungsbeamte und Funktionäre des NS-Staates und der NSDAP durchgeführt. Zu den „Nürnberger Dokumenten“ zählen die Verfahrensprotokolle mit den Vernehmungen und vor allem die Beweisdokumente der Anklage, die die Alliierten seit 1943 systematisch gesammelt hatten. Dabei handelte es sich vor allem um amtliche und parteiamtliche Registraturen des „Dritten Reichs“ aber auch um Zeitungsartikel, Druckschriften und Zeitzeugenberichte. Die Beweisdokumente wurden in Nürnberg nach inhaltlichen Kriterien geordnet und mit Seriennummern gekennzeichnet. Die bekanntesten Serien sind die „PS-Dokumente“ (Paris-Storey), die größtenteils in den Hauptkriegsverbrecherprozess eingebracht wurden, und die „NO-Serie“, in der Beweismaterial für Anklagepunkte gegen die NSDAP, ihre Parteiorganisationen, die SS, Gestapo und den SD zusammengestellt wurde. Die bis 1953 zusammengetragenen „Nürnberger Dokumente“ wurden in zweijähriger intensiver Arbeit bis Mitte der 1950er-Jahre erschlossen.

Wiedergabe der Nürnberger Dokumentenkartei in der Datenbank
Für die Datenbank wurden die im Institut für Zeitgeschichte aufbewahrten Karteikarten elektronisch erfasst, die Regesten in eine leichter lesbare Fassung gebracht und der Personen- und Sachindex vereinheitlicht. Die Karteikarten sind im Browse unter „Quellen“ und in der Suchkategorie „Typ“ im Dropdown unter „Justizakte“ zu finden. Eine Übersicht über die Serien der Beweisdokumente ist als zugehöriges Dokument bei jeder Karteikarte verlinkt und kann auch separat unter „Erläuternde Materialien“ eingesehen werden. Dort findet sich auch der Schlagwortkatalog des Instituts für Zeitgeschichte, der der Erschließung der Dokumente zugrunde lag.

Online-Erstveröffentlichung der Quellen dieser Datenbank in:
Deutsche Geschichte im 20. Jh.: Nationalsozialismus, Holocaust, Widerstand und Exil 1933-1945 Online, De Gruyter/K. G. Saur (2006–2022)

Ihre Vorteile

  • Die Datenbank enthält 200.000 Seiten Beweismaterial aus den Nürnberger Prozessen
  • Jedes der rund 32.000 Beweisdokumente mit Sach- und Personenregister erschlossen
  • Die Regesten liegen erstmals in einer leichter lesbaren Fassung in elektronischer Form vor
  • Keine Einschränkungen bei der digitalen Rechteverwaltung – unbegrenzte Anzahl gleichzeitiger Nutzer an jeder Universität / Institution

Editorial

Editorial

Herausgeber der Erstveröffentlichung im Rahmen von Deutsche Geschichte im 20. Jh.

Institut für Zeitgeschichte, Bundesarchiv, sowie Zentrum für Antisemitismusforschung

und

Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek • Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ • Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ • Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. • Riga-Komitee der deutschen Städte • Research Foundation for Jewish Immigration • Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung • Heinz Boberach • Wolfgang Form • Wolfgang Neugebauer • Theo Schiller • Sabine Gillmann • Hans Mommsen • Harald Hagemann • Claus-Dieter Krohn • Michael Hepp • Ulrike Wendland

Wissenschaftlicher Beirat 

Wolfgang Benz, Zentrum für Antisemitismusforschung • Brita Eckert, Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek • Josef Henke, Bundesarchiv • Peter Longerich, Research Centre for the Holocaust and Twentieth-Century History, London • Elisabeth Niggemann, Deutsche Nationalbibliothek • Hermann Rumschöttel, Staatliche Archive Bayerns • Udo Wengst, Institut für Zeitgeschichte

Erstveröffentlichung

Deutsche Geschichte im 20. Jh.: Nationalsozialismus, Holocaust, Widerstand und Exil 1933–1945 Online, De Gruyter/K. G. Saur (2006–2022)

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zu den Herausgeberinnen und Herausgebern der einzelnen Quellen können der Publikationsliste der ursprünglichen Datenbank entnommen werden, die als Zusatzmaterial verfügbar ist.

Lemma A-Z

Personen A-Z

Orte A-Z

Heruntergeladen am 31.3.2023 von https://www.degruyter.com/database/ndk/html?lang=de
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