Nüßlein, Timo

Ledoux, Claude-Nicolas

K. G. Saur | 2020
EintragstypEntry Type
fulltext
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Thieme-Becker Name
Ledoux, Claude Nicolas
Weitere Namen
Ledoux, Claude Nicolas; Ledoux, Claude-Nicolas; Ledoux, Charles-Nicolas; Le Doux, Claude Nicolas; Ledoux, Charles Nicolas; Le Doux, Charles Nicolas
Geschlecht
männlich
Beruf
Architekt
GEO-Nachweis
Eaubonne (Paris); Sens (Yonne); Auxerre (Yonne); Paris; Versailles (Yvelines)
Staat
Frankreich
Geburtsdatum
1736.03.21
Geburtsort
Dormans
Todesdatum
1806.11.18
Todesort
Paris; Parigi; París
Fundstelle
AKL LXXXIII, 2014, 448; ThB XXII, 1928, 536 s
Thieme-Becker Name
Ledoux, Claude Nicolas
Further Names
Ledoux, Claude Nicolas; Ledoux, Claude-Nicolas; Ledoux, Charles-Nicolas; Le Doux, Claude Nicolas; Ledoux, Charles Nicolas; Le Doux, Charles Nicolas
Gender
male
Occupation
architect
Geographical data
Eaubonne (Paris); Sens (Yonne); Auxerre (Yonne); Paris; Versailles (Yvelines)
Country
France
Date of birth
1736.03.21
Place of birth
Dormans
Date of death
1806.11.18
Place of death
Paris; Parigi; París
Location
AKL LXXXIII, 2014, 448; ThB XXII, 1928, 536 s
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Ledoux, Claude-Nicolas, frz. Architekt, *21.3.1736 Dormans (Champagne-Ardenne), †18.11.1806 Paris.

Biogramm

Als Sohn des Kaufmanns Claude L. und der Françoise Dominot wächst L. in Dormans in bescheidenen Verhältnissen auf. Nach der Pfarrschule erhält er ein Stip. der Diözese Soissons, mit dem er 1749 ein Stud. am Pariser Collège de Beauvais aufnimmt. Hier wird L. in den klassischen Bildungskanon eingeführt, erhält Kenntnisse u.a. in Geometrie, Rhetorik, Phil. und Literatur. 1753 wechselt er an die Éc. des Arts von Jacques-François Blondel, dem zu dieser Zeit wichtigsten Archit.-Theoretiker Frankreichs. Bei ihm lernt L. die technisch-zeichnerischen Grundlagen der Archit. und macht sich auch J.-F. Blondels Vorstellung von der Antike als zeitlosem, frei zu verwendendem Vorbild zu eigen; ebenso die für J.-F. Blondel maßgeblichen Entwurfskategorien Symmetrie, Harmonie und ausgewogene Proportionalität. Daneben wird L. von J.-F. Blondel mit dem Konzept des "caractère" vertraut gemacht, das unter zeitgen. Architekten regen Zulauf findet und das darauf abzielt, die Funktion eines Gebäudes durch seine (äußere) Gest. kenntlich zu machen. Um 1757/58 verlässt L. die Éc. des Arts, um in der F. in den Ateliers von Pierre Contant d'Ivry und Louis-François Trouard mitzuarbeiten. Sein erster eigenständiger Auftrag ist 1762 die Innenausstattung des Café Militaire in Paris, deren schlichter Klassizismus noch völlig der Lehre Blondels folgt. Gleichwohl macht die Einrichtung des Cafés L. in der hier verkehrenden Pariser Großbourgeoisie und Aristokratie bekannt und verhilft ihm zu etlichen Folgeaufträgen. In den folgenden Jahren entwirft L. eine R. von repräsentativen Stadtpalais und Schlossbauten, die nach wie vor J.-F. Blondel folgen, zunehmend aber eigene Bauvorstellungen erkennen lassen: Etwa seine Vorliebe für rustizierte Mauerflächen und Fugenschnitte sowie die Komp. von Bauten aus geometrischen Grundformen. Sein beruflicher Erfolg ermöglicht L. die Gründung einer Fam.: 1764 heiratet er Marie, die Tochter des Hofmusikers Joseph-Grégoire Bureau. Der Ehe entstammen zwei Kinder, Adelaïde-Constance und Alexandrine-Euphrasie. Von 1769-71 unternimmt L. mehrere Reisen, u.a. nach England, wo er die Bauten Inigo Jones' und seiner gleichfalls im Geiste Andrea Palladios arbeitenden Nachf. studiert. Nach J.-F. Blondel wird A.Palladio für L. der zweite wichtige Einfluss, von dem er sich etwa die Bevorzugung einfacher Volumina zu eigen macht und insbesondere char. Motive, v.a. das Venez. Fenster (auch: Serliana oder A.Palladio-Motiv), übernimmt. 1770 bringen zwei Aufträge L. in unmittelbare Nähe zum frz. Königshof: Zum einen ein Projekt für ein Stadtpalais mit Privattheater für Marie-Madeleine Guimard, dem langjährigen Star der Pariser Oper; zum anderen der Bau eines Musikpavillons im Schlosspark von Louveciennes für Madame du Barry, der zu dieser Zeit bevorzugten Mätresse Ludwig XV. Letztere wird in der F. eine wichtige Förderin L.s, die ihm nicht nur weitere Bauplanungen in Paris, Louveciennes und Versailles überträgt, sondern auch 1773 seine Aufnahme in die Akad. erwirkt (L.s erster Versuch 1767 bleibt erfolglos). Neben den repräsentativen Privatbauten beschäftigt sich L. seit etwa 1764 auch mit öff. Bauprojekten. Für die staatliche Forst- und Wasserbehörde (Service des Eaux et Forêts) realisiert er eine Vielzahl kleinerer, meist infrastruktureller Bauvorhaben in ländlichen Gebieten, wozu die Errichtung von Brücken und Brunnen sowie die Instandsetzung von Schulen und Kirchen zählen. An der infrastrukturellen Entwicklung ländlicher Regionen sowie diesen zu jener Zeit gemeinhin als "minderwertig" erachteten Bauaufgaben zeigt L. großes Interesse, schon aufgrund seiner eig. provinziellen Herkunft. E. 1771 wird er auf Empfehlung der Madame du Barry zum Kommissar der Salinen in der Franche-Compté, Lothringen und den Trois-Evêchés bestellt. In dieser Funktion unternimmt L. viele Inspektionsreisen, wobei ihm die schwierige Holzversorgung und die dadurch mitverursachte geringe Produktivität der Salinen sowie deren schlechter baulicher Zustand negativ auffallen. In Konsequenz hieraus schlägt L. den Neubau einer Salzgewinnungsanlage am Waldrand von Chaux zwischen den Dörfern Arc und Senans vor, wofür ihm Ludwig XV. im April 1773 den Planungsauftrag erteilt. Der daraufhin ausgearbeitete Entwurf L.s beschreibt eine ummauerte, quadratische Vierflügelanlage, an deren Ecken sowie im Zentrum der einzelnen Trakte Produktionsanlagen, Handwerksbetriebe und eine Kap. untergebracht sind, dazwischen die Wohnbauten der Arbeiter. Im Innenhof vermitteln überdachte, diagonale Galerien zw. den Hauptgebäuden. Neben dem neuartigen, bei derartigen Industrieanlagen bis dahin unbek. geometrischen Formalismus charakterisiert L.s Entwurf v.a. seine reiche archit. Gest. mit klassischen Bauformen (Säulen), die bis dahin repräsentativen Bauaufgaben vorbehalten ist. Dahinter steht die Intention, die Salzgewinnung archit. aufzuwerten und den Vorgang der Produktion dadurch gewissermaßen zu adeln. Nachdem jener "Überfluss an Schönheit" auf die Kritik Ludwigs XV. stößt, arbeitet L. einen zweiten Entwurf aus, der letztlich die Zustimmung des Königs findet und 1775-78 realisiert wird. Die nun halbkreisförmige Anlage mit freistehenden Einzelbauten besteht aus einer 225 m langen Achse mit zwei Fabrikgebäuden, mit dem Haus des Dir. im Zentrum sowie den darauf bezogenen, radial gelegten Wohngebäuden der Arbeiter mit dem Torgebäude in der Mitte. Ausschlaggebend für die nunmehr aufgelockerte Bauweise sind Erwägungen zur Verbesserung des Brandschutzes und der Hygiene, die zur gleichen Zeit auch die Diskussionen um den Wiederaufbau des 1772 abgebrannten Pariser Krankenhauses bestimmen, wovon L. zweifellos Kenntnis hat. Möglicherweise hat sogar der 1774 veröffentlichte Krankenhausentwurf des Arztes Antoine Petit, der ebenfalls eine kreisförmige Anlage zeigt, inspirierend gewirkt. Von großer Eigenständigkeit ist bei L. die äußere Gest. der einzelnen Bauten, insbesondere die Transformation der hist. Vorbilder aus Antike und Renaiss.: Beispielsweise sind die Säulen des Portikus am Haus des Dir. rustiziert, d.h. trotz ihrer Entasis durch kubische Blockeinschübe zugunsten eines kräftigen Licht-Schatten-Reliefs unterbrochen. Konsequenter als zuvor sind Grund- und Aufriss einer strengen Geometrie unterworfen, bis hin zur Symbolhaftigkeit. So versinnbildlicht ein Okulusfenster im Giebel des Hauses des Dir. dessen wachsames Auge und allgegenwärtige Kontrolle, während an den Produktionsgebäuden Reliefs mit auslaufenden Salzurnen, die in die Außenwände eingelassen sind, auf deren Funktion verweisen. Bei aller Innovation und Eigenständigkeit spiegelt L.s Entwurf aber gleichsam die hierarchische Gesellschaftsordnung im vorrevolutionären Frankreich wider, da sämtliche Gebäude und Wege auf das Haus des Dir. ausgerichtet sind, das als Macht- und Kontrollzentrum nicht nur die gesamte Produktion, sondern - durch Sichtachsen - auch das Privatleben der Arbeiter überwacht. Zugleich ist das Haus des Dir. auch geistiges Zentrum der Produktionsgemeinschaft, da in ihm auch die Kap. untergebracht ist. Während des Baus der Saline erhält L. zahlr. weitere Aufträge, oft für Privatbauten, die sein Atelier in den 1770er Jahren zu einem der meistbeschäftigten Büros Frankreichs werden lassen. Unter den Projekten dieser Zeit ragt das 1775-84 errichtete Theater in Besançon heraus, in dem L. den zeitgen. Forderungen nach einer Reform des feudalen Logentheaters Rechnung trägt und den Zuschauerraum nach dem Vorbild der Antike und A.Palladios Teatro Olimpico mit regelmäßigen Sitzreihen ausstattet. Die bis dahin übliche Sitzordnung auf den Kopf stellend, legt L. die exklusivsten Plätze vor die Bühne, während er die Musiker - lange vor Richard Wagner - in einem dazwischen befindlichen Orchestergraben dem Blick entzieht. 1775/76 hält sich L. zeitweise in Kassel auf, wo er als contrôleur général des bâtiments den Bau des 1779 fertiggestellten Mus. Fridericianum beaufsichtigt und für Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel weitere (geichwohl nicht ausgef.) Bauten projektiert. L.s letztes großes Projekt ist ab 1785 der Entwurf von 66 (davon 62 realisierten) Torgebäuden für die zur Erhebung von Binnenzöllen errichtete Mauer der Generalpacht. Ähnlich den Gebäuden der Saline von Arc-et-Senans variieren die meist pavillon- oder tempelartigen Bauten einfache Grundrisstypen und zeigen freie Verarbeitung der klassischen Formen. Anders als im Falle der Saline stößt L.s zugrunde liegende Intention einer archit. Aufwertung der Verwaltungsgebäude nun aber auf heftige öffentliche Kritik, da ihr Bau als Geldverschwendung und die Gebäude selbst als Symbole der verhassten Steuerpacht betrachtet werden. In Konsequenz hieraus wird L. im Juni 1789 von Finanzminister Jacques Necker von seiner Aufgabe entbunden. Nur kurze Zeit später setzt die Frz. Revolution der Bautätigkeit von L. als bevorzugtem Architekten des Ancien Régime ein endgültiges Ende. Im Nov. 1793 wird er der Konterrevolution verdächtigt und inhaftiert. Nach seiner Entlassung im Jan. 1795 erhält L. nur noch wenige Bauaufträge, so dass er sich stattdessen - von seinen Gönnern finanziell unterstützt - der Aufarbeitung seines Gesamtwerkes widmet. Hierbei handelt es sich um einen lang gehegten Wunsch L.s, für dessen Realisierung ihm zuvor die Zeit zu fehlen scheint. Mit Blick auf ihre spätere Veröffentlichung lässt er lässt er bereits seit 1773 seine Arbeiten für eine spätere Werkschau in Kupfer stechen (auch nachträglich überarbeiten) und sichert seinem Projekt frühzeitig die Unterstützung Prinz Paul I. von Russland, wofür er ihm im Gegenzug 273 (heute verschollene) Zchngn schickt. Die ersten konkreten Vorarbeiten für seine Retr. unternimmt L. erst im Gefängnis, als er u.a. ein Mémoire über die Zollhäuser verfasst, das aber unveröffentlicht bleibt. Von der nach der Haftentlassung angegangenen Werkschau, die auf fünf (später sechs) Bde angelegt ist, erscheint nur der erste Bd "L'Architecture considerée sous le rapport de l’art, des moeurs et de la législation" (Paris 1804). Die in formaler Hinsicht offenkundig von dem Roman Hypnerotomachia Poliphili (1499, Francesco Colonna zugeschr.) beeinflusste Schr. zeigt auf 250 Seiten 125 Stiche von Bauten oder Entwürfen L.s, von denen etwa drei V. der Salinenstadt Chaux gewidmet sind, dem urban-utopischen Ausbau der Saline in Arc-et-Senans zum Zentrum eines regionalen Handelsnetzes. Weit über rein ökonomische Erwägungen hinaus formuliert L. am Beispiel von Chaux eine Archit.-Vision, die den sozialen und politischen Umwälzungen in Frankreich Rechnung trägt und darüber hinaus weit in die Zukunft weist. Ihre industrielle Existenzgrundlage unterscheidet L.s Stadt dabei von früheren, vornehmlich unter militärischen oder merkantilen Aspekten erfolgten Städtegründungen grundlegend. Überwunden sind in Chaux die sozialen Hierarchien der untergegangenen monarchischen Ges., die nun allein nach Tätigkeitsgebieten gegliedert ist und in mon.-symbolischen Bauten repräsentiert wird. Wenngleich seit der Antike immer wieder Idealstädte zur politischen Organisation entworfen oder Versuche unternommen wurden, einer utopischen Ges. archit. Ausdruck zu geben, so beschreibt L. so radikal und universell wie kein anderer vor ihm die Archit. als Erfüllerin von komplexen sozialen Funktionen. Seine Überlegungen gehen weit über die Archit. hinaus und beziehen auch die in ihr wohnende, neue Ges. sowie deren Sitten und die Moralvorstellungen mit ein. Eine zentrale Rolle in der neuen sozialen Ordnung spielt nach L. der Architekt, der auch für Politik, Sittlichkeit, Hygiene und Kultur Verantwortung trägt und dem daher eine Führungsposition zukommt. Seine Idealstadt skizziert L. in zwei Varianten: In der ersten ist die Saline mit fünf weiteren Bauten, Rathaus und Kasernen zu einem ummauerten Kreis gespiegelt. Außerhalb der inneren Mauer befinden sich südlich geschlossene Hofbebauungen mit Nutzgärten, im N dagegen palaisartige Bauten mit Ziergärten; im O und W schließen zwei Plätze, jeweils mit einer Kirche und einem Gerichtsgebäude an. Nach außen ist der gesamte Komplex von einem ringförmigen Wall umgeben, der auf vier Seiten für die Zugangsstraßen geöffnet ist. Während in diesem älteren Entwurf funktionale Erwägungen dem Streben nach urbaner Geschlossenheit und geometrischen Formalismus unterordnet sind, öffnet L. die Stadt im zweiten, jüngeren Entwurf mit dem Ziel einer Verschmelzung von Stadtraum und Landschaft. Während der innere Gebäudering nahezu identisch ist, schließen außen durch Baumreihen separierte Gärten an, abgetrennte private Refugien, mit denen L. erstmals in der Gesch. den Erholungswert der Bevölkerung zu einem eigenen städteplanerischen Faktor macht. Von außen führen nun großzügig angelegte Alleen in die Stadt. Dazwischen stehen die radial um das Zentrum gelegten öff. Gebäude bereits zumeist in der freien Lsch. - auf eine äußere Umwallung ist verzichtet - und sind funktionell sowie gestalterisch weiter ausdifferenziert. Ein Tl von ihnen zeigt in seiner Grundrissdisposition und der äußeren Gest. Ähnlichkeit zu früheren Entwürfen L.s, v.a. den Pariser Zollhäusern oder auch den Entwürfen für ein Justizgebäude in Aix-en-Provence (1779-83). In vielen anderen Entwürfen dagegen vereint L. Form und Funktion radikaler als je zuvor, indem er einen bestimmten Bautyp auf seine symbolische Grundform reduziert. Berühmt geworden ist unter diesen Entwürfen jener für einen Friedhof von Chaux, den L. als düstere Totenstadt in Form einer halb eingegrabenen Kugel konzipiert, die von konzentrischen Katakomben eingefasst ist. Neben den für Chaux geplanten Bauten zeigt L. in "L'Architecture" auch eine R. von ähnlichen Bauentwürfen, die er seit 1784 im Auftrag des Marquis de Montesquiou für ein utopisches Musterdorf bei Mauperthuis ausgearbeitet hat. Der vermutlich bekannteste unter ihnen ist der Entwurf für ein Haus des Flurwächters, das als eingetiefte, freistehende Kugel gestaltet ist und beispielhaft die Frage aufwirft, inwieweit L. selbst angesichts der begrenzten bautechnischen Möglichkeiten um 1800 überhaupt eine Realisierung noch zu Lebzeiten in Betracht gezogen hat. So fremdartig und auch futuristisch die Archit.-Utopie von Chaux und Mauperthuis nach ihrer Veröff. auf Zeitgen. gewirkt haben mag, so spiegeln sich darin dennoch unterschiedliche Ideen und Geistesströmungen aus jener Zeit wider: Zweifellos steht hinter L.s Intention, einer neuen Ges. archit. Ausdruck zu verleihen, Jean-Jacques Rousseaus Theorie des Gesellschaftsvertrages. Enormen Einfluss dürfte daneben auch der auf François Quesnay zurückgehende, in der 2. H. des 18.Jh. an Popularität gewinnenden Physiokratismus gehabt haben, der in der Landwirtschaft die einzige wertschöpfende Quelle des Reichtums eines Staates erkennt und die Ges. nach ihren ökonomischen Bedeutungen einteilt. Bei L. zeigt sich dies v.a. in der Differenzierung von Gebäudetypen nach Berufsgruppen (Haus des Flurwächters, Haus des Schleusenwärters) im Widerspruch zu der bis dahin üblichen Hierarchisierung nach dem sozialen Stand oder der Wertigkeit einer Bauaufgabe. Des Weiteren belegen L.s Entwürfe auch seine intensive Auseinandersetzung mit dem Freimaurertum, ohne die die symbolhafte Gest. der Bauten kaum denkbar ist. Aus dem Freimaurertum bezieht L. die Vorstellung von einem Ort, der durch seine Form und seine symbolische Ausprägung die ges. Sitten bilden und reformieren kann, also erziehend wirken kann. In diesem Sinne erhält das Konzept einer "archit. parlante" (Léon Vaudoyer) bei L. weit über die Idee des caractère hinaus auch einen erzieherischen, moralischen Impetus, der sich auch in der Bezeichnung der Bauten durch antikisierende Neologismen - Panaréthéon (Tempel aller Tugenden), Pacifère (Haus des Friedens) oder Oikéma (Haus der Freuden) - widerspiegelt. Eine weitere Referenz, auf die L. selbst verweist, ist Marc-Antoine Laugier, der in seinem "Essai sur l'archit." (1755) fordert, die Archit. wieder auf eine natürliche und vernünftige Basis zu stellen, wozu er auf die von Vitruv beschriebene Urhütte verweist. Von M.-A. Laugier übernimmt L. die Ablehnung alles Überflüssigen, ebenso die strenge Verwendung von Werkstoffen und den Entwurf nach zweckdienlichen Proportionen. Entsprechend greift L. auf die urtümlichste, der Naturform am nächsten stehende Stützenform der Dorica zurück, womit er das bis dahin gültige System der Säulenordnungen zur Darst. ges. Hierarchien außer Kraft setzt. Der archit. Kühnheit seiner Entwürfe wie auch dem von L. vorgetragenen gesamt-ges. Anspruch wird nach der Veröff. von "L'Archit.", zumal im Zeitalter des Empire, mehr Skepsis als Zustimmung zuteil. Am 18.11.1806 stirbt L. an Paralyse, ahnungslos, welch immense Wirkung seine Archit.-Vision auf nachfolgende Generationen haben wird. - Im 19.Jh. bleibt L. als Architekt des Ancien Régime und aufgrund der dem Zeitgeschmack widersprechenden geometrischen Strenge seiner späten Entwürfe eine weitergehende Nachwirkung zunächst versagt. Formal beschränkt sich sein Einfluss zunächst auf wenige, gleichwohl prominente Baumeister, die, wie in Deutschland Friedrich Gilly und Karl Friedrich Schinkel, vereinzelt an den blockhaften Klassizismus seiner späten Entwürfe anzuknüpfen scheinen. Entwicklungsgeschichtliche Bedeutung erlangt L.s Theater in Besançon, dessen Neuerungen für das "bürgerliche" Theater des 19.Jh. maßgeblich werden. Anzunehmen ist daneben eine gewisse Nachwirkung der Saline von Arc-et-Senans auf den Gefängnisbau, wo sich in der F. etliche Beispiele für vergleichbare, auf ein Kontrollzentrum ausgerichtete Anlagen finden (Eastern State Penitentiary, Philadelphia). Ebenso mag Chaux in Anlage und innerer Organisation vorbildhaft für manche Industriestadt-Gründung gewesen sein. Anzunehmen ist schließlich auch ein gewisser Einfluss L.s auf Ebenezer Howard und die gegen Ende des 19.Jh. einsetzende Gartenstadt-Bewegung. Im reformbegeisterten frühen 20.Jh. erfolgt im Zusammenhang mit der Herausbildung moderner Ausdrucksformen in Kunst und Archit. eine grundlegende Neubewertung von L.s Wirken. So erregen seine strengen, geometrischen Bauentwürfe die Bewunderung der Kubisten, seine utopischen Entwürfe die der Surrealisten. Von großer Wirkung ist die 1933 veröff. Arbeit Emil Kaufmanns (Von L. bis Le Corbusier), in der L. zum Geistesvater einer "autonomen Archit." erhoben und an den Anfang der Entwicklung hin zu einer modernen Archit. gestellt wird. Darüber hinaus erkennt E.Kaufmann in L. den Hauptvertreter der sog. "Revolutions-Archit." (neben Étienne-Louis Boullée), einem sachlich unzutreffenden, kunsthist. Gattungsbegriff, der seit 1914 in Gebrauch ist und dank E.Kaufmann eine enorme Popularität erlangt. In der Nachf. E.Kaufmanns wird L.s Tätigkeit Gegenstand intensiver wiss. Erforschung, v.a. in Frankreich. Ihren offiziellen Ausdruck findet L.s allgemeine Anerkennung in der Aufnahme der Saline von Arc-et-Senans ins Weltkulturerbe der UNESCO im Jahr 1982. Jenseits seiner wiss. und kulturpolitischen Nobilitierung finden sich im 20.Jh. erstmals auch Entsprechungen für L.s geometrische Architekturfantasien, die nun zumeist ihres sozialutopischen Hintergrunds entbunden, durch den bautechnischen Fortschritt erst möglich geworden sind. Das erste Kugelhaus etwa errichtet Peter Birkenholz 1928 anlässlich einer Ausst. in Dresden. Über Einzelbeispiele hinaus hat der geometrische Formalismus von Chaux aber auch Wirkung auf stadtplanerische Konzepte, z.B. bei Le Corbusier oder auch im Nationalsozialismus. - Wenngleich seit E.Kaufmann als "Revolutionsarchitekt" bezeichnet, so ist L. kein Sozialreformer, sondern in erster Linie ein Baumeister des Ancien Régime. Gleichwohl liegen seinen späten Entwürfen sozialreformerische Ideen und Geistesströmungen zugrunde, die auch der frz. Revolution den Boden bereiten und L.s Auseinandersetzung damit belegen. Die während dieses Prozesses entstandenen, utopischen Archit.-Visionen L.s weisen mit ihrem geometrischen Formalismus und ihrem gesellschaftserzieherischen Impetus weit in die Zukunft und finden v.a. im 20.Jh. einen breiten Anklang. Wenngleich jene Entwürfe zu seinen Lebzeiten überwiegend in der Papierform verblieben sind, so begründen sie heute L.s Bedeutung als frühen, gleichsam wichtigen Ideengeber in der Entwicklung einer mod. Architektur.

Werke

Aix-en-Provence, Entwürfe für Justiz-Pal., Gefängnis, Gouverneurs-Pal., 1779-83. Arc-et-Senans, Kgl. Saline, 1775-79. Bénouville, Schloss, 1769-80. Besançon, Theater, 1775-84. Compiègne, Entwurf für Salzspeicher, 1783. Eaubonne, Kleines Schloss, 1772-76. Guînes, Château de la Bien-Assise, 1806. Kassel, Entwürfe für Mus. Fridericianum, Triumphbogen, Bibl., 1775-76. Louveciennes, Musikpavillon, 1770-71. Marseilles, Entwurf für Theater, 1785-86. Mauperthuis, Schloss, 1763 (zerst.). Meillant, Entwurf für Landwirtschaftsschule, 1795. Neuchâtel, Entwurf für Rathaus, 1784. Paris, Café Militaire, 1762 (zerst.). - Pavillon Hocquart, 1764-70 (zerst.). - Hôtel d‘Halwyll, 1766-70. - Hôtel d'Uzès, 1768-69 (zerst.). - Hôtel de Montmorency, 1769-71 (zerst.). - Pavillon Tabary, 1770-73. - Hôtel Guimard, 1770-73. - Pavillon d'Attilly, 1771 (zerst.). - Maison de Mlle Saint-Germain, 1772 (zerst.). - Hôtel St. Germain, 1772. - Hôtel Thellusson, 1778 (zerst.). - Entwurf für Hôtel d'Espinchal, 1780 (zerst.). - 66 Zollhäuser für die Generalpacht, 1785-89 (vier davon erh.). - Entwürfe für acht staatliche Tavernen (guingettes), 1785-89. - Entwürfe für 15 Häuser für Jean-Baptiste Hosten, 1792. Versailles, Hôtel des Equipages, 1775.

Bibliographie

ThB22, 1928. – Delaire, 1907; Brune, 1912; Oudin, 1970; PKG X, 1984; EAPD, 1989; DA XIX, 1996; J.Banham (Ed.), Enc. of interior design, I, Lo./Chicago 1997; M.Poisson, 1000 immeubles et mon. de Paris, P. 2009. – D.Ramée (Ed.), Archit. de L., P. 1847; E.Kaufmann, Von L. bis Le Corbusier, W. 1933; id., Kunstwiss. Forsch., B. 2:1933, 131-160; G.Levallet-Haug, L., P./Straßburg 1934; M.Raval/J.-C.Moreux, L. 1736-1806, P. 1946; J.Langner, L., die erste Schaffenszeit 1762-1774, Diss., FiB. 1959; M.Raval, L., P. 1960; G.Metken/K. Gallwitz, Revolutions-Archit., BB. 1970; A.Vidler, L. and the Ideal City of Enlightenment, Pr. 1971; M.Gallet, Cahiers de la Rotonde 1979(3)9-59; id., L., P. 1980; J.Rittaud-Hutinet, La vision d'un futur, L. et ses théâtres, Lyon 1982; B.Stoloff, Die Affäre L., Bg. 1983; A.Vidler, L., Basel 1988; W.Nerdinger u.a. (Ed.), Revolutions-Archit., M. 1990; M.Gallet, L. Unpublished Projects, B. 1993; A.Vidler, L., Mi. 1994; R.Benaissa, From history to posterity, Diss., Ph. 2002; M.Bels, Sur les traces de L., Marseille 2004; D.Rabreau, L., P. 2005; id., L. et le livre d'archit. en franç., P. 2006; G.Chouquer/J.-Cl. Daumas (Ed.), Autour de L., Besançon 2008; M.Pierre/L.Gervereau, Le goût du monde. Kat. Ausst., Roche-la-Molière 2011. – Kein Nachlass überliefert, Gros der Quellen zu L. in den Arch. Nat., Paris.

Emil Kaufmann.

Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Ledoux (Le Doux), Claude Nicolas (fälschlich Charles Nic.), Architekt, * Dormans 1736, † Paris 19. 11. 1806. Erlernte zunächst das Kupferstechen, studierte dann unter J. F. Blondel u. L. F. Trouard Architektur. War laut seinem ihm persönlich befreundet gewesenen Biographen J. C. (s. Lit.) niemals in Italien. Sein frühestes bekanntes Werk soll das Landhaus des Finanzmannes Mézières in Eaubonne (1762) sein. 1765 bis 72 war er mit Restaurierungsarbeiten an den Kathedralen Sens u. Auxerre beschäftigt, 1767 entstand das Hôtel d'Uzès in Paris, zwischen 1770 u. 1772 ebenda die Hôtels Montmorency u. Mlle de St-Germain u. der "Temple de Terpsichore", ein Geschenk des Marschalls Soubise an die Tänzerin Guimard. Gleichzeitig baute L. für die Gräfin Dubarry Palais in Paris (Rue d'Artois) u. Versailles, das Schloß St-Vrain b. Arpajon u. den Pavillon de Louveciennes an der Straße nach St-Germain-en-Laye. Für die staatl. Salinen in der Franche-Comté, deren Inspektor er 1771-93 war, entstand der großartige Plan einer ganzen Stadt zwischen dem Wald von Chaux u. dem Fluß Loue, die den Namen Chaux führen sollte und ein Denkmal des neuen Geistes der Humanität u. eines völlig neuen Architekturstiles geworden wäre. 1773 wurde L. Mitglied der Bauakad. u. damit Architecte du Roi. 1776 ist sein Entwurf für das Theater in Besançon datiert (Ausführung bis 1784). Welches Ansehen er damals bereits im Auslande genoß, beweist der Umstand, daß der Landgraf Friedrich II. von Hessen 1777 von ihm Pläne zu einer Bibliothek für Cassel verlangte. 1780 Errichtung des Hôtel Thélusson und zweier Häuser des Faubourg Poissonière (das eine, später Hôtel,d'Epinchal, L.s Wohnhaus). 1780/82 Umbau der Gefangenenanstalt La Nouvelle Force. 1784 beschlossen die Generalpächter die Errichtung eines Gürtels von Zollhäusern (barrières) um die Hauptstadt, deren caó Entwurf u. Ausführung L. übertragen wurde. Diese "Propyläen von Paris", wie L. sein in der Öffentlichkeit viel umstrittenes Werk nannte, verursachten infolge ihres weit über den eigentlichen Zweck hinausgehenden Aufwandes derartige Kosten, daß die Bauleitung 1789 L. entzogen und J. D. Antoine übertragen wurde. (Von den in den ersten Revolutionsjahren vollendeten, 1860 demolierten Zollhäusern stehen heute noch 4, z. T. in arger Profanierung; Modell der Barrière Ménilmontant im Pariser Musée Carnavalet). 1783 erhielt L. den Auftrag für die Pläne eines neuen Rathauses für das damals preußische Neuchâtel (Schweiz). 1784 wurde auf sein anscheinend nicht ganz uneigennütziges Gutachten hin der Abbruch des alten u. gleichzeitig die Errichtung eines neuen Justizpalastes mit Gefangenenhaus in Aix nach seinen Plänen beschlossen (die 1786 begonnenen Bauarbeiten infolge der Revolution schon 1790 eingestellt). 1787 errichtete L. in Paris ein Haus für den Amerikaner Hosten, 1788 lieferte er im Auftrage des Finanzministers Necker die Pläne zu einem Gebäude für die Caisse d'Escompte. 1789 lieg ihn der russ. Großfürst (nachmalige Zar) Paul (I.), den der Kupferstecher Wille auf L. aufmerksam gemacht hatte, nicht näher bekannte Pläne nach St. Petersburg schicken. Durch sie, wie auch durch den ersten u. einzigen Band seiner dem Zaren Alexander I. gewidmeten, groß angelegten Geschichte der Architektur (L'Architecture considerée sous le Rapport de l'Art, des Moeurs et de la Législation, 1804, fol., 125 Kupferstichtafeln, Ansichten von ausgeführten Bauten und Entwürfe für Chaux; 2. Aufl. 1846, besorgt von D. Ramée) hat L. grundlegenden Einfluß auf den Stil der damal. St. Petersburger Architektur erlangt. Die Bedeutung L.s, der bis zum Ausbruch der Revolution ein vielbeschäftigter Modearchitekt war, weist weit über seine Zeit hinaus. In seinen ausgeführten Bauten vollzieht L. den Übergang von der französ. Klassik zum Klassizismus. Schon in seiner Frühzeit hat er sich von dem Sinnbild barocker Feudalität, dem um eine beherrschende Mitte aufgebauten Edelsitz, abgekehrt und den Typus des hartkantigen Würfelhauses bevorzugt. Er hat sich somit in der gleichen Richtung bewegt, die Jacques Ange Gabriel im Petit-Trianon eingeschlagen hat. Seine Entwürfe. in der "Architecture" bedeuten vollends einen Wendepunkt in der Geschichte der Architektur, denn sie gehören zu den ersten Offenbarungen jener Baugesinnung, die, in einigen Schöpfungen des beginnenden 19. Jahrh. bereits sichtbar, sich erst im 20.. Jahrh. durchsetzen konnte. Gleich einer kleinen Gruppe ähnlichgesinnter französ. Architekten hat L. in diesen Entwürfen den völligen Bruch mit der Tradition des organisch empfindenden, dekorationsfreudigen klassisch-barocken Bauens zugunsten einer streng geometrischen Gestaltung von Grundriß u. Baukörper vollzogen. Quellen (soweit nicht bei Bauchal) : Merc. de France, Sept. 1784, Okt.IDez. 1806. - Krafft u. Ransonette, Plans etc. d. plus belles Maisonsconstr.à Paris, 1801102. - J. N. L.Durand, Recueil et Parall. des Édifices de tout Genre etc., 1800. - Ch. P. Landon, Annales du Musée etc., 1801/10. - J.G. Legrand u. Ch. P.Landon, Descr. de Paris, 1806/09, 2. Aufl. 1818. - J. C., Notice rapide sur la Vie et les Ouvrages de Cl. N. Ledoux, o. J. - J. B. de St-Victor, Tabl. hist. etpittor. de Paris, 1809. - C. J. Toussaint, Traité de Geometrie et d'Arch., 1811. - J. C. Krafft, Recueil d'Arch. civile, 1812. - A. J. Dezallier d'Argenville, Voyagepittor. de Paris, Ausg. 1813. - Arch. de l'Art franç., Docum., I (1851/52) 270/72, 423, VI 270. - Réun. d. Soc. d. B.-Arts, XXVI (1902) 197/225 (Briefe; vgl. p. 189197). - H. Lemonnier, Proc.-Verb. de l'Acad. d'Arcbit., 1911 ff., VI 167 ff. Sonstige Lit.: Biogr. univ. (Michaud), XXIII (1819). - Ch. Gabet, Dict. d. Art., 1831. - Bonnefours u. Lenoir, Les Hótels histor. de Paris, 1852. - Gaz. d. B.-Arts, XII (1862) 139 (Abb.), 141f.; 1885 II 483f., 488; 1892 I 252; 1922 II 155 (Abb.). - Invent. gén. d. Rich. d'Art de la France, Paris, Mon. civ. I (1879); Prov., Mon. civ., II (1887). - Ch. Bauchal, Dict. d.Archit. franç., 1887, p. 683 f. - F. Benoit, L'Art franç. sous la Révol. etc., 1897. - E. Molinier, Le Mobilier franç. du 17e et 18e S., Mus. du Louvre, J., p. 45. - P. Klopfer, Von Palladio bis Schinkel, 1911. - Bull. de la Soc. de l'Hist. de Paris etc., 1912, p. 115 (E. Frémy). - J. Vacquier, Les anc. Châteaux de France, 1913. - Staryje Gody, 1913, Julil/Sept., p. 73/95 (I.Grabar), passim, m. 16 Abb.; 1915, März, p. 20. - Dtsche Bauzeitg. XLVIII (1914) 569ff., 584. - A. Michel, Hist. de l'Art, VII (1923/24) 467f., 474f., m. Abb. - Rep. f. Kstwiss., XLIV (1923/24) 203, 222 (E. Kaufmann). - Bull. de l'Art, 1926, p.213 f., m. Abb. - E. Kaufmann, Architekton. Entwürfe aus d. Zeit d. franz. Revolution, in Zeitschrift f. bild. Kst, Jg 1928/29 (in Vorbereitung).

QuelleSource