Accessible Published by K. G. Saur 2021

Pissarro, Camille

Palmbach, Barbara
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Thieme-Becker Name
Pissarro, Camille Jacob
Weitere Namen
Pissarro, Jacob-Abraham-Camille; Pissaro, Camille; Pissarro, Camille-Jacob; Pissarro, Jacob; Pissarro, Camille; Pisarro, Camille
Geschlecht
männlich
Beruf
Figurenmaler; Maler; Grafiker; Landschaftsmaler; Porträtmaler; Blumenmaler; Lithograf; Zeichner
GEO-Nachweis
England; Paris; Montmorency; La Varenne-St-Maur (Seine); Pontoise; London; Éragny (Val-d'Oise); Caracas
Staat
Frankreich; Dänemark; Venezuela
Geburtsdatum
1830.07.10 / 1831.07.10
Geburtsort
Charlotte Amalie (Virgin Islands) / St. Thomas (Antillen)
Todesdatum
1903.11.12 / 1903.11.13
Todesort
Paris; Parigi; París
Fundstelle
AKL XCVI, 2017, 62; ThB XXVII, 1933, 108 ss
Thieme-Becker Name
Pissarro, Camille Jacob
Further Names
Pissarro, Jacob-Abraham-Camille; Pissaro, Camille; Pissarro, Camille-Jacob; Pissarro, Jacob; Pissarro, Camille; Pisarro, Camille
Gender
male
Occupation
figure painter; painter; graphic artist; landscape painter; portrait painter; flower painter; lithographer; master draughtsman
Geographical data
England; Paris; Montmorency; La Varenne-St-Maur (Seine); Pontoise; London; Éragny (Val-d'Oise); Caracas
Country
France; Denmark; Venezuela
Date of birth
1830.07.10 / 1831.07.10
Place of birth
Charlotte Amalie (Virgin Islands) / St. Thomas (Antillen)
Date of death
1903.11.12 / 1903.11.13
Place of death
Paris; Parigi; París
Location
AKL XCVI, 2017, 62; ThB XXVII, 1933, 108 ss
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Pissarro, Camille (Jacob-Abraham), frz. Maler, Grafiker, Lithograf, Zeichner, *10.7.1830 Charlotte Amalie/Insel Saint Thomas (Dänisch-Westindien, heute Virgin Islands), †12.11.1903 Paris. Vater von Lucien, Georges, Félix, Ludovic Rodolphe, Paul Émile; Großvater von Orovida, Lélia, Hugues Claude P. (alle Maler).

Biogramm

Der vierte und jüngste Sohn des jüd. Handelskontors Abraham Gabriel Pissarro und dessen Frau Rachel Manzana-Pomié besucht 1841-47 das am Stadtrand von Paris gelegene Internat Savary in Passy. Der Rektor der Schule gibt P. Zeichenunterricht. Nach einem Schulabschluss kehrt P. 1847 nach Saint Thomas zurück und arbeitet bis 1852 im väterlichen Betrieb. Seine Zeichen- und Malstudien, die er in Paris begonnen hatte, muss er alleine fortsetzen. Beim Zeichnen im Hafen von Saint Thomas macht P. 1851 die Bekanntschaft des dän. Malers Fritz Sigfried Georg Melbye, den er 1852 nach Caracas begleitet. Die nächsten beiden Jahre verbringt er in Venezuela und arbeitet dort als Künstler. Es entstehen erste Aqu. und Zchngn des süd-amer. Markttreibens und ländlichen Lebens. 1854 kehrt P. nach Saint Thomas zurück und arbeitet zunächst wieder im väterlichen Betrieb. Nachdem P. den Vater davon überzeugen konnte, seine künstlerische Ausb. fortzusetzen, siedelt er 1855 endgültig nach Frankreich über und beginnt in Paris mit dem Kunst-Stud. an der ÉcBA, zieht jedoch bald den freieren Unterricht an der Acad. Suisse vor. Dort lernt er u.a. Claude Monet kennen. Während dieser Zeit entstehen tropische Lschn aus der Erinnerung an Venezuela. P. bildet sich autodidaktisch weiter. In seiner ersten Pariser Zeit wohnt er zunächst in der Rue Notre-Dame-de-Lorette im 9. Arrondissement. Bis 1865 lebt er in diesem Quartier und verkehrt in der von Künstlern und Literaten bevorzugten Brasserie des Martyrs sowie in dem nicht minder beliebten Café Guérbois. P. freundet sich mit Camille Corot an, dessen Schüler er wird, und malt Landschaftsbilder in der Umgebung der Hauptstadt, v.a. in Montmorency und La Roche-Guyon. Durch Corot findet er den Anschluss zur Pleinairmalerei und zu einer Darst. intimer Landschaften. 1859 wird P. erstmalig zum Pariser Salon zugelassen. E. 1860 zieht die gesamte Fam. Pissarro von Saint Thomas nach Paris. Aus der finanziellen Not heraus wohnt P. zunächst wieder bei der Fam. und verliebt sich in das Dienstmädchen seiner Mutter, die Winzertochter Julie Vellay (1838-1929). Obwohl die Eltern gegen diese Verbindung sind, wird sie seine Lebensgefährtin. 1861 lernt P. in der Acad. Suisse die Maler Paul Cézanne und Armand Guillaumin kennen. Im gleichen Jahr werden seine zum Salon eingereichten Bilder zurückgewiesen. Ein schwerer Schlag für den Künstler, ist der Salonerfolg doch Voraussetzung für eine Karriere als Maler. 1863 bringt Julie Vellay den ersten gemeinsamen Sohn Lucien zur Welt. P. fertigt seine erste Rad. an und wird Mitgl. der Soc. des Aquafortistes, die sich für eine Wiederbelebung der vernachlässigten Gattung der Künstlergrafik einsetzt. Zus. mit Edouard Manet, Johan Barthold Jongkind, Guillaumin, Cézanne u.a. gründet P. darüber hinaus im gleichen Jahr den Salon des Refusés in Paris, auf dem er drei Bilder ausstellt. Trotz zahlr. Besucher erhält die Ausst. vernichtende Kritiken. 1864 teilt sich P. mit Jean Frédéric Bazille und Monet in Paris ein Atelier, das zum Treffpunkt für zahlr. Künstler wird, zu denen auch Alfred Sisley und Auguste Renoir gehören. Zwei Bilder P.s werden auf dem Salon angenommen. Im Jan. 1864 stirbt P.s Vater. Finanziell immer noch von der Mutter abhängig, lehnt diese die Lebensgemeinschaft mit Julie ab. 1865 wird P.s zweites Kind, Jeanne Rachel, geboren. P. gibt seinen Hauptwohnsitz in Paris erstmals auf und zieht mit seiner Fam. in das südöstlich von Paris gelegene La Varenne-Saint-Maur. Er malt u.a. im Wald von Fontainebleau. Erneut werden P.s Bilder auf dem Salon akzeptiert, 1867 jedoch sowohl vom Salon als auch von der Jury der WA in Paris zurückgewiesen. 1866 zieht P. mit seiner Fam. in das nordöstlich von Paris gelegene Pontoise, wo er die folgenden drei Jahre bleibt und auch später immer wieder zum Malen zurückkehrt. Dieser Ort an der Oise bietet mit seinen kleinen Häusern und Obstgärten einerseits und seinen Eisenbahnbrücken und kleineren Fabriken andererseits eine vielfältige und konstrastreiche Auswahl an Motiven. P. malt sowohl die Märkte als auch die Fabriken. 1868 zwingt ihn die nach wie vor prekäre finanzielle Situation, zus. mit Guillaumin Vorhänge zu bemalen. 1869 wechselt der Maler erneut seinen Wohnsitz und lässt sich mit seiner Fam. in Louveciennes, einem westlich von Paris gelegenen Dorf an der Seine nieder. Die Schaffensperiode von Louveciennes ist durch die Darst. einfacher Dorf- und Seine-Lschn zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten geprägt (Aussicht von Louveciennes, 1869–1870, London, NG). Nicht weit davon entfernt liegt "La Grenouillère", das von den Impressionisten so geschätzte und häufig in ihren Bildern dargestellte Restaurant mit Badeanstalt und Rudersportverein. Aufgrund der günstigen Zugverbindungen nach Paris nimmt P. wöchentlich an den Treffen der Groupe des Batignolles im Café Guérbois teil. Dort freundet er sich mit Edgar Degas an. In Louveciennes entstehen u.a. Die Umgebung von Louveciennes (1870, Schweiz, Priv.-Slg.). Während des dt.-frz. Krieges 1870-71 flieht P. zunächst auf das Gut seines Freundes Ludovic Piette in Montfoucault, dann zu seiner Stiefschwester nach England. In London trifft er 1871 auf den Pariser Kunsthändler Paul Durand-Ruel, der zwei seiner Gem. erwirbt. Auch Monet lebt seit Kriegsbeginn in London, zus. studieren sie in den Londoner Mus. die engl. Landschaftsmaler John Constable und William Turner. V.a. Turners Darst. des Lichts beeindrucken ihn, dies wird zu einem zentralen Anliegen von P. (Dorfeingang von Voisins, 1872, Paris, Orsay). Am 14. Juni 1871 heiratet P. Julie in Croydon, südlich von London. Nach dem E. des Krieges und der Pariser Commune kehrt die Fam. 1871 nach Louveciennes zurück. Ihr Haus wurde von preußischen Soldaten geplündert und fast alle Gem. zerstört. Im Nov. desselben Jahres wird P.s Sohn Georges geboren. 1872 zieht P. erneut nach Pontoise, wo er bis 1882 bleibt. Während all der Jahre in Pontoise verfügt er stets über Ateliers in Paris, zunächst in der Rue Berthe Nr. 21 am Montmartre, seit 1878 in der Rue des Trois-Frères Nr. 18, das er 1883 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wieder aufgeben muss. Wie P. selbst betont, ist es ihm ein besonderes Anliegen, stets ein Standbein in Paris zu haben, um den Kontakt zu seinen Künstlerfreunden und den dort ansässigen Kunsthändlern nicht zu verlieren. Vergleichbar mit Monets Schaffensperiode von Argenteuil zeichnen sich auch P.s Gem. durch eine Vielzahl unterschiedlicher Themen von Stadt und Land aus. Der Maler variiert in seinen Gem. ländliche, dörfliche oder ineinander übergreifende Themen von Stadt und Land, wie sie für die Lsch. um Pontoise charakteristisch sind. Für P. sind die qualmenden Vorstadtzüge genauso wichtiger Bestandteil der Lsch. wie etwa die Bauern auf dem Feld oder die Pferdefuhrwerke auf den Wegen. Er nimmt seine Motive mit einem, wie er es selbst in einem Brief an den Kunstkritiker Théodore Duret ausdrückt, "mod. Auge" wahr und setzt diese in eine adäquate Bildsprache um. 1872-74 malt P. gemeinsam mit Cézanne in Pontoise und Auvers. Cézanne bewegt P. zu den ersten Stillleben und vermutlich auch zu dem Selbstbildnis von 1873 (Paris, Orsay). Mit Guillaumin und Cézanne experimentiert er außerdem im Haus des Arztes und Kunstkenners Dr. Paul Gachet mit der Radiertechnik. Zus. mit Monet und Sisley arbeitet P. 1873 eine Satzung für einen Zusammenschluss von Künstlern aus, die gemeinsam vom Salon unabhängige Ausst. veranstalten wollen, die sog. Impressionisten-Ausstellungen. Die gemeinsame Ausst. im Frühjahr 1874 im Atelier des bekannten Fotografen Felix Nadar am Boulevard des Capucines wird ein Misserfolg. In Abgrenzung zum Pariser Salon zeigen die Künstler unter dem Namen Soc. Anonyme des Artistes, Peintres, Sculpteurs, Graveurs 165 Arbeiten von insgesamt 30 Künstlern, darunter auch Cézanne, Degas, Berthe Morisot, Renoir und Sisley. Der Kritiker Louis Leroy bezeichnet die Künstler in einer Satire vom 25. April in der Zs. Charivari nach dem Gem. von Monet "Impression soleil levant" (1872, Paris, Mus. Marmottan) spöttisch als "Impressionisten". P. ist der Älteste dieser Malergruppe und gehört zu den Hauptvertretern des frz. Impressionismus. Im April 1874 stirbt P.s Tochter Jeanne an Tuberkulose, im Juli 1874 wird der dritte Sohn Félix geboren. 1876 beteiligt sich P. mit zwölf Bildern an der 2. Impressionisten-Ausstellung. Er arbeitet mit Cézanne in Pontoise und zeigt auf der 3. Impressionisten-Ausst. 1877 22 seiner Landschaftsbilder (u.a. Boote in Pointoise, 1876, New York, Metrop. Mus.). Die Fam. P. lebt weiterhin am Existenzminimum. Ein Notkauf des Künstlerfreundes Gustave Caillebotte verhindert die Zwangsversteigerung von P.s Bildern. Im Nov. 1878 kommt als sechstes Kind Ludovic Rodolphe zur Welt. Auf der 4. Impressionisten-Ausst. 1879 nimmt der Künstler mit 38 Bildern teil. P. hat auch den Makler und Amateurmaler Paul Gauguin dazu eingeladen, mit dem er bis 1883 häufig zus. malt. Im Café de la Nouvelle Athènes an der Pl. Pigalle verbringt P. oft die Abende in Gesellschaft anderer Künstler. 1880 Teiln. an der 5. Impressionisten-Ausst. mit elf Gem. und einer Ser. von Radierungen. Zus. mit Mary Cassatt fertigt er für das von Degas hrsg. Mag. Le Jour et la Nuit Rad. an. Außerdem beschäftigt er sich mit der Aquatinta-Technik. 1881 erhält P. auf der 6. Impressionisten-Ausst. zunehmend positive Kritiken. Im Aug. wird seine zweite Tochter Jeanne, gen. Cocotte, geboren. 1882 beteiligt sich P. auf der 7. Impressionisten-Ausst. mit 36 Gemälden. Gegen E. des Jahres erfolgt der Umzug nach Osny in der Nähe von Pontoise. 1883 findet P.s erste Einzel-Ausst. bei Durand-Ruel in Paris statt. In diesem Jahr beginnt der Briefwechsel mit seinem Sohn Lucien, der nach London zu Verwandten zieht, um dort eine Ausb. als Künstler zu beginnen. Der Briefwechsel mit Lucien zeigt zum einen die künstlerische Entwicklung Luciens und zum anderen die Kunsttheorien P.s. Im Herbst desselben Jahres malt P. seine erste urbane Ser. in Rouen. Die materiellen Schwierigkeiten P.s nehmen in bedrückendem Ausmaß zu. 1884 zieht P. in das zwei Zugstunden nordwestlich von Paris an der Epte gelegene Eragny, wo als siebtes und letztes Kind sein Sohn Paul Émile geb. wird. Die P.s bleiben in diesem Haus bis zum Tod seiner Ehefrau Julie 1928. Seit P. nicht mehr sein Atelier in Paris besitzt, lebt er dort abgeschieden im Kreise seiner Großfamilie. Trotzdem besucht er weiterhin die Künstlertreffen im Café de la Nouvelle-Athènes in Paris. Außerdem beschäftigt er sich zunehmend mit anarchistischem Gedankengut. Er liest u.a. die Schriften der Theoretiker Pierre-Joseph Proudhon und Pjotr Alexejewitsch Kroptokin sowie anarchistische Zss., u.a. Les Temps Nouveaux, La Rev. libertaire, La Révolte und La Rev. Blanche. Degas und Renoir lehnen seine politischen Ansichten ab, bewundern und verehren ihn aber nach wie vor als Künstler. P. wird zum Verfechter liberalistischer und anarchistischer Ideen und zeigt in seinen ländlichen Bildern ein klares, ruhiges und unpathetisches Bild des arbeitenden bäuerlichen Menschen (Mädchen mit der Gerte, 1881, Paris, Louvre; Junge Bäuerin beim Morgenkaffee, 1881, Chicago, Art Inst.). P. ist der Einzige der Impressionisten, der sich mit Hingabe der Wiedergabe des Landlebens (Kuhhirtin, Éragny, 1887, Priv.-Slg.) widmet, ohne jede Form der Mystifizerung oder relig. Überhöhung des Bauernstandes. Diesen Werken haftet nichts Narratives an. P. malt das, was er sieht, eine prosaische Beschr. des landwirtschaftlichen Arbeitslebens (Studie eines Bauernmädchens beim Umgraben, 1882, Priv.-Slg.). Wie aus Briefen P.s hervorgeht, ist die Umsetzung eines visuell nicht wahrnehmbaren Themas, das seine Bedeutung erst durch hist., mythische, relig. oder lit. Textquellen erfährt, für den Maler von untergeordneter Bedeutung. 1887 lernt P. in der Gal. Boussod & Valadon Theo van Gogh kennen. Über Theo macht er die Bekanntschaft mit Vincent van Gogh und freundet sich mit ihm an. Bei Guillaumin trifft er Paul Signac, der ihn Georges Seurat vorstellt. P. erprobt vorübergehend deren Malweise (Frauen bei der Apfelernte, 1886, New York, Sgl. JafféI). Diese Phase ist jedoch von kurzer Dauer und endet bereits 1890. Zum einen aus finanziellen, zum anderen aus maltechnischen Gründen. Durand-Ruel weigert sich, P.s pointillistische Gem. zu kaufen und wendet sich von ihm ab. Außerdem wird dem Maler bewusst, dass diese akribische zeitraubende Tupfentechnik für die Umsetzung einer "sensation", d.h. eines visuellen schnell wechselnden Sinneseindrucks, nicht geeignet ist. Die Stichworte der "sensations si fugitives" und der "vie mod.", wie sie bereits Charles Baudelaire in seinem "Peintre de la vie moderne" von 1863 beschrieben hatte, ist auch für P. von großer Bedeutung. Seine anfängliche Begeisterung für die pointillistische Malweise schlägt daher in Kritik und Verachtung um. Er zieht die ursprüngliche Malweise der Impressionisten vor. 1886 nimmt P. an der 8. und letzten Impressionsten-Ausst. teil und ist damit der einzige Impressionist, der auf allen acht Ausst. vertreten ist. Wegen seiner realistischen Thematik und Auffassung findet seine Malerei in der Öffentlichkeit allerdings nur wenig Anerkennung. Im Herbst 1886 leidet P. an einer Augenentzündung, die chronisch wird und ihn für den Rest seines Lebens stark beeinträchtigt. Er ist gezwungen, mehr und mehr in Innenräumen zu malen. Zus. mit der Gruppe Peintre-Graveurs stellt P. Grafiken bei Durand-Ruel aus. Für seine in England lebende Nichte Esther Isaacson fertigt er 1889 28 Zchgn. unter dem Titel Les Turpitudes sociales an, ein künstlerisches Album von Tuschefederzeichnungen. Er kritisiert darin die sozio-ökonomischen Missstände der Dritten Republik. Neben Degas ist P. mit seinen fast 200 Grafiken ein sog. impressionistischer "Peintre-graveur" von allererstem Rang. Ebenso wie Degas ist er in der experimentellen Auslotung neuer, unerprobter Techniken innovativ und unorthodox. 1892 soll P.s Haus in Eragny, das er zur Miete bewohnt, verkauft werden. Seine Frau leiht bei Monet Geld zum Erwerb des Hauses. 1893 muss P. am Auge operiert werden. Durch den Kauf von Bildern von Durand-Ruel kann P. endlich seine Schulden begleichen. 1894 kauft er sich eine Druckerpresse für Farbdrucke und Monotypien. Zus. mit Theo van Rysselberghe reist P. nach Brügge. P. unterstützt außerdem seine beiden Söhne Georges und Félix in ihrem Bestreben, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Der Abgeschiedenheit, der Stille und der wenig abwechslungsreichen, immer gleichen Motive in Eragny überdrüssig, wendet sich P. seit 1893 zunehmend städt. Motiven zu und hält sich vorwiegend in Paris und den Hafenstädten der Normandie auf. Er konzentriert sich auf die Darst. von großen repräsentativen Boulevards, Plätzen und Hafenkais in Paris, Rouen, Dieppe und Le Havre. Während dieser Zeit malt P. mehr als dreihundert Bilder dieser Städte, die sich in elf versch. Ser. einteilen lassen. Maltechnisch sind die einzelnen Bilder in einem auffallend flüchtigen und skizzenhaften Stil wiedergegeben, welchen er selbst als notwendig erachtet, sofern man die optischen Impressionen des städt. Getriebes und Verkehrs in eine malerische Bildsprache übersetzen will. Wie kaum ein anderes Motiv thematisieren P.s Stadtbilder die Umsetzung eines veränderten Wahrnehmungsprozesses, bedingt durch eine großstädtische Beschleunigung (z.B. durch mod. Massenverkehrsmittel), die die trad. Sehgewohnheiten revolutioniert. Das Prinzip der Ser. gibt P. dabei die Möglichkeit, mit möglichst vielen Varianten die unaufhörliche Veränderung des städt. Erscheinungsbildes, den Anblick unübersehbarer Aktivität und großstädtischer Bewegungsvielfalt einzufangen. Da er durch sein Augenleiden gezwungen ist, hinter geschlossenen Fenstern zu malen, entstehen die meisten dieser Bilder aus versch. Hotelzimmern bzw. Wohnungen in der Stadt. 1893 und 1897 malt P. die Bild-Ser. zur unmittelbaren Umgebung der Gare Saint-Lazare, Pl. Saint-Lazare (1893, Priv.-Slg). Auch hier konzentriert sich der Maler ganz auf das tumultuarische Gewimmel des Verkehrs. Durand-Ruel zeigt die neuesten Arbeiten in seiner Pariser Galerie. Durch die Wirtschaftskrise 1895 leidet P. erneut unter Geldnot. 1896 reist er nach Rouen, um dort zu malen. 1897 folgen die bekannten Gem. zum Boulevard Montmartre und zum Boulevard des Italiens (Boulevard des Italiens, après-midi, 1897, Priv.-Slg) in Paris. Ein Jahr später mietet er ein Zimmer im Grand Hôtel du Louvre an der Rue de Rivoli und malt die Aussicht auf die Pl. du Théâtre Français und die neue Av. de l'Opéra (Av. de l'Opéra, Pl. du Théatre Français, temps brumeux, 1898, New York, Priv.-Slg). Unermüdlich betont der Maler dabei die Lebendigkeit und Leuchtkraft dieser Straßen, die für ihn "das Moderne" schlechthin bedeuten. Die 1898 bei Durand-Ruel ausgestellten Ser. zur Av. de l’Opéra und Boulevard Montmartre wurden in der einschlägigen Kunstkritik heftig diskutiert und insgesamt positiv bewertet. 1897 stirbt P.s Sohn Félix in London. 1898 malt P. erneut in Rouen. 1899 beteiligt er sich zus. mit Renoir, Sisley und Corot an einer Gruppen-Ausst. in der Gal. Durand-Ruel. Von 1899 an ändert P. die Auswahl seiner Pariser Motive. Waren es bisher Ausschnitte der mod. Stadt Haussmanns, so konzentrieren sich seine Ser. der letzten Lebensjahre auf die trad. Motive der Tuilerien (Jardin du Louvre, effet de neige, 1899, Priv.-Slg) und der Seinequais mit ihren bekannten Monumenten. Im Winter 1898-99 zieht er in eine Wohnung in der Rue de Rivoli, von wo aus er die Ser. zu den Parkanlagen der Tuilerien (Jardin du Louvre, effet de neige, 1899, Priv.-Slg) malen konnte. 1900 und 1903 entsteht P.s umfangreichste Pariser Bild-Ser. mit über 40 Gem. zum Square du Vert Galant und den Seineufern. Von seiner neuen Wohnung an der Ecke Place Dauphine und des Pont Neuf kann er sowohl die alte Brücke (Le Pont-Neuf, après-midi de pluie, 1901, Priv.-Slg) als auch die Seinequais mit ihren prominenten Bauwerken (Le Pont Royal, temps gris, après-midi, printemps, 1903, Priv.-Slg) studieren und in seinen Gem. festhalten. Auch hier bleibt P. seinem Prinzip der "vie mod." treu und gibt das repräsentative Seineufer nicht etwa in der Trad. der trad. Vedutenmalerei wieder, sondern unterteilt die Stadtansicht in zahlr. einzelne Ausschnitte (u.a. Pont Royal et Pavillon de Flore, 1903, Paris, Petit Pal.). Das heißt, hier kontrastiert das Bleibende, die Archit., mit dem Flüchtigen, der alltäglichen Realität der unablässig pulsierenden Metropole. 1900 nimmt P. an der WA in Paris teil. Zw. 1901-03 entstehen die Ser. seiner Normandie-Städte (Dieppe, Le Havre). 1902 werden seine Dieppe- und Paris-Ser. mit Werken Monets in der Gal. Bernheim in Paris gezeigt. Im Winter 1902 mietet P. ein Hotelzimmer am Quai Voltaire, von wo aus er seine letzten Seinebilder festhält. 1903 zieht P. schließlich in eine Wohnung am Boulevard Morland in der Nähe des Pont d’Austerlitz, wo er am 13. Nov. infolge einer Blutvergiftung stirbt. Sein Begräbnis findet auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris statt. 1904 veranstaltet Durand-Ruel in Paris eine große Retr. P.s mit 130 Werken des Malers. Die Einf. im Ausst.-Kat. verfasst Octave Mirbeau.

Werke

Kopenhagen, Neue Carlsberg Glyptothek. Los Angeles, LACMA. - Getty Mus. Lyon, MBA. Madrid, Mus. Thyssen-Bornemisza. Manchester, Manchester AG. Otterlo, Kröller-Müller Mus. Oxford, Ashmolean Mus. Paris, Orsay. Pontoise, Mus. C.P. Reims, MBA. Rouen, MBA. St. Gallen, KM. St. Petersburg, Ermitage. Stuttgart, SG. Washington/D.C., NG. Tokio-Minato, Matsuoka Mus. of Art. Winterthur, KM. Zürich, Kunsthaus - Slg Bührle.

Ausstellungen

E: Paris: 1892, '93, 1908, '33, '36, '41, '62 Gal. Durand-Ruel; 1936 Gal. Marcel Berheim; 1950 Gal. André Weil; 1980 Grand Pal. (K); 2003 Orsay (K) / 1946 Chicago, Arts Club of Chicago / 1949 Toledo/Ohio, MoA / 1954 Oxford, Oxford Univ. Art Club / 1957 Bern, KM (K) / 1965 New York, Wildenstein / London: 1968 Marlborough Fine Art; 1977 Morley Gall.; 1980 Hayward Gall. (K) / 1993 JPL Fine Arts; 2003 NG (K); 2003 Stern Pissarro Gall. / 1980 Memphis/Tenn., Dixon Gall. and Gardens (K) / 1984 Pontoise, Mus. Pissarro / 1984 Tokio-Shinjuku, Isetan Mus. of Art (Wander-Ausst., K) / 1990 Birmingham, Mus. und AG (K) /1992 Dallas/Tex., MoA (K) / 1998 Ferrara, Pal. dei Diamanti (K) / 1999 Stuttgart, SG (K) / 2001 Lyon, MBA / 2005 Sydney, AG of New South Wales (K); New York, MoMA (mit Cézanne, Wander-Ausst., K) / 2014 Wuppertal, Von der Heydt-Mus. (K) / 2017 Paris, Mus. Marmottan Monet. - G: Berlin: 1958 NG, Knobelsdorff-Flügel, Schloss Charlottenburg: Frz. Malerei. Von Manet bis Matisse aus der Slg. Emil G. Bührle (K); 1963 NG, Orangerie Schloss Charlottenburg: Die Ile de France und ihre Maler (K) / London: 1973 Hayward Gall.: The impressionists in London (K); 2000 RA: C.P. and his descendents (K) / 1986 Edinburgh, NG: French Impressionism and its origins (K) / 1990-91 New York, The Brooklyn Mus. of Art: Monet and his Contemporaries (Faltblatt) / 1995 Rouen, Mus. des Beaux-Arts: Boudin to Dufy: Impressionist and other masters (K) / 1995 Maastricht, MECC: Die Großen Impressionisten / 2003 Paris, Orsay: Entre ciel et terre. C.P. et les peintres de la vallée de l’Oise (K).

Bibliographie

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Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Pissarro, Camille Jacob, Maler u. Graphiker, *10. 7. 1831 auf der Insel Saint-Thomas (Westindien), †13. 11. 1903 Paris. Vater Franzose (Jude; die Familie aus PorIo8 Pissarro tugal eingewandert), Mutter Kreolin. Vater von Félix, Georges, Lucien, Ludovico Rod. u. Paul Emile. 1543 in Paris, erster Zeichenunterricht bei M. Savary. 1847/55 auf Saint-Thomas, 1852 Reise mit dem Maler Fritz Melbye nach Venezuela. Seit 1855 in Paris. Begegnung mit Corot, der für die folg. 10 Jahre P.s Malerei beeindruckt. 1857 Bekanntschaft mit Cl. Monet. Seit 1857 ansässig in Montmorency. 1859 erstmalig im Salon, 1863 im Salon des Refusés. Siedelt über nach La Varenne-St-Hilaire, 1867 nach Pontoise. Lernt 1866 Manet kennen und wird Pleinairist. 1868/70 in Louveciennes (Seine-et-Oise). Muß während des Krieges 1870/71 flüchten u. büßt einen großen Teil seiner Produktion (200 bis 300 Bilder) ein. Geht 1871 nach London (Constable). 1872 Ruckkehr, wohnt bis 1882 in Pontoise. 1873 Freundschaft mit Cézanne, der damals in Auvers arbeitet. Gegenseitige Anregung. 1874 auf der Impressionisten-Ausstell. bei Nadar, 1876 bei Durand-Ruel, bis 1886 auf allen Impressionisten-Ausst. vertreten. 1883 Übersiedlung nach Eragny-Bazincourt (Oise). Trifft in Rouen Gauguin, dessen Frühproduktion er stark beeinflußt. 1884 Berührung mit dem Neoimpressionismus (Seurat) durch die Ausst. der Indépendants. Ein Augenleiden hindert ihn seit 1895, im Freien zu arbeiten. Er beginnt von verschiedenen Stadtateliers aus Stadtansichten zu malen, in Paris, Rouen, Dieppe, Le Havre. 1890 Sonderausst. in der Gal. Boussod et Valadon, 1892 bei Durand-Ruel. 1904 Gedächtnisausstell. bei Durand-Ruel. P. ist der älteste der Impressionisten, trotzdem hat er sich mehr anregen lassen als selbst angeregt (Cézanne, Manet, Seurat). Sein Interesse beschränkt sich bis 1896 fast ausschließlich auf die Darstell. von Landschaften, Dörfern, ländlichen Vorgängen; erst 1896 kommen die Stadtansichten dazu. Seine zahlreichen Gouachen enthalten vorwiegend bäuerliche Gestalten. P.s Entwicklung läßt 4 Abschnitte unterscheiden: 1855/65 dunkle Periode, Einfluß Corots; 1865/84 pleinairist. Periode, Einfluß Manets; 18841,92 neoimpressionist. Periode, Einfluß Seurats; 1892;1903 synthetische, selbständige Periode, farbiges Grau. P. war ein virtuoser Techniker, ohne daß er der Technik etwas von seiner schlichten Naturauffassung u. Empfindungstiefe geopfert hätte: Ungeheure Produktivität, bes. viele Gouachen, Pastelle, Skizzen u. Zeichnungen. An graph. Arbeiten hat P. 131 Rad. u. 63 Lith. hinterlassen (Werkverzeichnis von Delteil). Gemälde (Auswahl): 1863 Straße in Eragny (Gal. d. 19. Jahrh. Wien); 1864 La Varenne-St-Hilaire (Sig. Vollard, Paris); 1865 Landschaft von Roche-Guyon (früher Sig. May, Paris); mehrere Landschaften der 60er Jahre im Mus. für mod. westl. Malerei in Moskau; 1868 Landschaft von Pontoise (Kunsthalle Mannheim); Landschaft mit dem pflügenden Bauer (Kunsthalle Bremen); 1869 mehrere Landschaften bei Louveciennes (Sig. Henry Rouart, Paris); 1870 Die Straße nach Versailles (Bes. P. Rosenberg, Paris); Die Post von Louveciennes (Sig. Moreau-Nélaton, Louvre); 1871 Umgebung von London (Sig. J. u. G. Bernheim, Paris); Das Gartentor (früher Sig. L. Lewin, Breslau); Straße in der Vorstadt (N. Staatsgal. München); Ansicht von Sydenham (Sig. Durand-Ruel, Paris); Seine bei Port Marly (Sig. Stumpf); 1872 Die Waschküche (Sig. Caillebotte, Louvre); Dorfeingang (SIg. E. May, Louvre); Pontoise (Slg. Moreau-Nélaton, Louvre); Die Schleuse (Slg. Behrend[, Pans); 1873 Straße in Argenteuil im Winter (Sig. J. Spaulding, New York); Dorf am Fluß (Mus. Boston); Landhäuser in der Nähe von Paris (Nat.-Gal. Berlin); Dorf bei Pontoise (öff. Kunstsmlg Basel); Der Heuschober (Sig. Durand-Ruel, Paris); Landschaft bei Pontoise (Sig. O. Reinhardt, Winterthur); 1874 La mère Jolly (Versteig. Pissarro, Paris 1928); Stilleben (Sig. J. Stransky, New York); Eragny (früher SIg. M. Silberberg, Breslau); Bauernhaus in Montfoucault (Mus. Genf); 1875 Landschaft mit Brücke (Kunsthalle Mannheim); Die Höhen von Auvers (Mus. Boymans Rotterdam); Teich von blontfoucault: Herbst u. Winter (Sig. P. Rosenberg, Paris); Märzsonne (Kunsthalle Bremen); Blick auf die Ermitage bei Pontoise (Bes. Mme Balsan, Paris); 1876 Mère Gaspard (früher Bes. Viau, Paris); Landschaft (Prov.-Mus. Hannover); 1877 Dame mit Sonnenschirm im Stadtgarten von Pontoise (Nachlaß);1878 Rast auf der Wiese (Kunsthalle Hamburg); 1879 Landschaft mit Staffage (früher SIg. Dr. Charpentier, Paris); 1880 Landschaft in Eragny (Mod. Gal. Prag); 1881 Apfelernte (Sig. Stransky, New York); Setzende Bäuerin (Sig. Camondo, Louvre); Landschaft mit Bäuerin (früher Sig. Fouché-d'Otrante); 1884 Schneelandschaft (früher Gal. Mattbiessen, Berlin); Die Ufer der Eure (Slg. J. u. G. Bernheim, Paris); 1889 Alte Wälle (Inst. of Arts Detroit); 1890 Der Gärtner (Staatsgal. Stuttgart); 1892 Boulevard des Italiens (Sig. A. Lewisohn, New York); 1893 Boulevard Montparnasse (Mus. mod. westeurop. Mal. Moskau); 1894 Auvers im Rauhreif (Sig. Camondo, Louvre); 1895 Morgensonne auf Schnee (Mus. Boston); 1896 Badende Frauen (Verst. Pissarro, Paris 1928); 1897 Boulevard des Italiens (Nat. Gall. London); 1898 Place du Théâtre-Franç. (Mus. d. bild. Kste, Leipzig); 1902 Der Louvre (Sig. Lucien Pissarro, London); Ankunft des New-Havener Dampfers in Dieppe (Sig. J. Elias, Berlin); Pont-Neuf in Paris (Mus. Budapest). - Weitere Gemälde in Algier (Mus. d. B.-A.), Buenos Aires (Mus.), Bukarest (Mus. Simu), Chicago (Art Inst.), Dieppe (Mus.), Güteborg (Konstmus.), Kopenhagen (N. Carlsberg Glypt.), Lüttich (Mus. d. B.-A.), Melbourne (Nat. Gall.), New York (Metrop. Mus.), Philadelphia (John G. Johnson; Wilstach), Pittsburgh (Carnegie Inst.), St. Louis (City Art Mus.), Stockholm (Nat.-Mus.; Slg Thorsten Laurin). Lit.: I. Monogr. u. Handbücher: Duranty, La nouv. Peinture, 1876. - Th. Dure t, Les Peintres impress., 1878 (dtsch, 5. Aufl., Berlin 1923); ders., Hist. d. Peintres impress., 1906 u. 1922. - Bellier u. Auvray, Dict. gén. etc., 2 (1885). - F. Fénéon, L'Impressionisme en 1886, 1886. - G. Lecomte, C. P. (Hommes d'aujourd'hui), 1890; ders., P. (Ed. Bernheim-Jeune), 1921; ders., C. P. (Crès), 1923. - H. Béraldi, Les Graveurs du 19, s., 11 (1891). R. Muther, Gesch. d. Malerei im 19. Jh., 1893/94. - S. Holl, C. P. et son ceuvre, 1905. - J. Meier-Graefe, Impressionisten, 1907 p. 153/72; ders., Entw. der mod. Kunst, 1904; 2. Aufl. 1914ff., II 397/401. - H. W. Singer, Die mod. Graphik, 1914. - W. Hausenstein. Die bild. Kst der Gegenwart (Das Weltbild d. Gegenw., 15), 1914. - E. Faure, Hist. de l'Art, 4 (1921) 364/68. - C. Glaser, Die Graphik der Neuzeit, 1922. - L. Delteil, P. (Le Peintre-Grav. ill.), 17 (1923): graph. Werkverz.; Ergänz. dazu von J. Cailac in The Print Coll.'s Quart., 19 (1932) 75ff. - A. Tabarant, P., 1924 (engl., Lond. 1925). - E. Bénézit, Dict. d. Peintres etc., 3 (1924). - Guillaumin, P., 1925. - A. Michel, Hist. de l'Art, 8 (1925/26) 594f., 630, 907. - E. Waldmann, Die Kunst des Realismus u. Impressionismus, 1927 p. 86/88, 466/71, 631/33. - P. Jamot, La Peint. au Musée du Louvre, 19e s., III, J. [1927] p. 99/102, Abb. p. 107/10. - H. Kröller-Müller, Die Entwicklg d. mod. Malerei, 1927. - K. Scheffler, Gesch. d. europ. Kst d. 19. Jh., 1927. - C. Roger-Marx, C. P. (graveur), 1929. - H. Hildebrandt, Die Kunst des 19. u. 20. Jahrh. (Handb. d. Kstwiss.), 1932. II. Zeitschriften: Chron. d. Arts, 1892 p. 41f.; 1901 19; 1914/19 p. 43. - Les Arts, 1903, Nr 24, p. 38/42; 1912, Nr 132, p. 30f.; 1914, Nr 147, p. 25/32. - Gaz. des B.-Arts, 1904, I 395/405; 1911, II 388f.; 1914, II 57/59. - La Renaiss. de l'Art fr., 5 (1922) 342, 345; 6 (1923) 230f.; 10 (1927) 203f.; 11 (1928) 263, 294, 307, 392, 497/508; 12 (1929) 96; 13 (1930) 96 (recte 142), 342f. (recte 386f.); 14 (1931) 322. - L'Art et les Artistes, 1927/28 p. 145ff. - Le Centaure (Brüssel), 2 (1927/28) 10/14. - Bull. de l'Art anc. et mod., 1928 p. 410/13. - Beaux-Arts, 8 (1930) Heft 3 p. 11 f. - Rev. de l'Art anc. et mod., 57 (1930) 157/90, 223/36. - L'Art vivant, 2 (1926) 201/04; 6 (1930) 185/91. - Formes, 26/27 (1932) 295. - Emporium, 26 (1907) 163/72. - The Studio, 29 (1903) 94/96, 106; 30 (1904) 59/63; 35 (1905) 77; 59 (1913) 184; 79 (1920) 83/88; 99 (1930) 409/17. - The Print Coll.'s Quarterly, 9 (1922) 275/301; 11 (1924) 446/48; 19 (1932) 75/86. - Apollo, 4 (1926) 63; 7 (1928) 44, 182; 11 (1930) 195; 12 (1930) 65/67; 14 (1931) 122. - Ost u. West, 4 (1904) 14/22. - Kunst uns. Zeit, 15 (1904) 117/36. - Kunst u. Kstler, 2 (1904) 475/88; 7 (1909) 60, 101; 8 (1910) 21, 349, 371, 373; 17 (1919) 178, 193; 19 (1921) 186, 220, 351; 21 (1923) 2, 24, 131, 134; 22 (1924) 214; 24 (1926) 423f., 453; 25 (1927) 232, 319; 26 (1928) 11, 122, 318f.; 27 (1929) 170f., 417; 28 (1930) 336, 339, 341/43, 445, 454*, 456; 30 (1932) 12. - Die graph. Künste, 31 (1908) 34/48, m. Taf. - Der Cicerone, 18 (1926) 20, 23; 22 (1930) 48, 205. - Der Kstwanderer, 1927/28, p. 28, 156f., 475; 1928/29, p. 30f. - Die Kunst, 61 (Freie Kunst), 1929/30 p. 232/39. - Dtsche Kst u. Dekor., 67 (1930/31) 152/64. - Politiken (Kopenh.), 27. 10. 1918 (C. V. Petersen, C. P. og Danmark). - Konstrevy, 6 (1930) 16; 8 (1932) 26. W. Grokmann.

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