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Rossetti, Dante Gabriel

Wells, Lindsay
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Thieme-Becker Name
Rossetti, Gabriel Charles
Weitere Namen
Rossetti, Dante Gabriel; Rossetti, Gabriel Carlo; Rossetti, Dante Gabriel Charles; Rossetti, Gabriel Charles Dante; Rossetti, Dante Gabriele
Geschlecht
männlich
Beruf
Maler; Lyriker; Übersetzer
GEO-Nachweis
England; London; Oxford (Oxfordshire)
Staat
Großbritannien
Geburtsdatum
1828.05.12
Geburtsort
London; Londres; Londra
Todesdatum
1882.04.09
Todesort
Birchington-on-Sea (Kent)
Fundstelle
AKL XCIX, 2018, 442; ThB XXIX, 1935, 48 ss
Thieme-Becker Name
Rossetti, Gabriel Charles
Further Names
Rossetti, Dante Gabriel; Rossetti, Gabriel Carlo; Rossetti, Dante Gabriel Charles; Rossetti, Gabriel Charles Dante; Rossetti, Dante Gabriele
Gender
male
Occupation
painter; Lyricist; Translator
Geographical data
England; London; Oxford (Oxfordshire)
Country
Great Britain
Date of birth
1828.05.12
Place of birth
London; Londres; Londra
Date of death
1882.04.09
Place of death
Birchington-on-Sea (Kent)
Location
AKL XCIX, 2018, 442; ThB XXIX, 1935, 48 ss
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Rossetti, Dante Gabriel ([Dante] Gabriel Charles; Gabriel Charles Dante; Gabriel Carlo), engl. Maler, Illustrator, Lyriker, Grafiker, *12.5.1828 London, †9.4.1882 Birchington-on-Sea (Kent).

Biogramm

R. war Maler, Dichter und führendes Mitgl. der präraffaelitischen Bruderschaft sowie des brit. Ästhetizismus. 1828 in London in eine anglo-ital. Fam. geboren, zeigte er bereits in jungen Jahren ein Talent fürs Zeichnen und Schreiben. Sein Vater Gabriele, ein ital. Einwanderer, war ein Anhänger des ma. Dichters Dante Alighieri, nach dem er auch seinen Sohn benannt hatte. Obwohl R. niemals in Italien war, war er stolz auf das Erbe seiner Fam. und entwickelte eine Leidenschaft für die ital. Kultur. R.s Mutter Frances förderte die künstlerischen Neigungen ihrer vier Kinder, die alle Schriftsteller und deren Werke veröffentlicht wurden. Maria Francesca, R.s ältere Schwester, schrieb einen Dante-Kommentar, während sein Bruder William Michael Kunstkritiker und Biograf seiner Geschwister wurde. R.s jüngere Schwester Christina war wie ihr Bruder eine gefeierte Dichterin. R. schrieb und übersetzte von Kindheit an Gedichte und viel von seiner Kunst spiegelt seine tiefe Liebe zur Lit. wider. 1842 schrieb sich R. in Sass' Drawing Acad. ein, eine private Institution zur Vorbereitung auf die Royal Acad. of the Arts. Er studierte dort unter der Ltg des Malers Francis Stephen Cary, bevor er 1846 an der Royal Acad. Antique School aufgenommen wurde. R. schuf in dieser Zeit viele Zchngn, die durch Textauszüge von Johann Wolfgang von Goethe und Schriftstellern der Romantik inspiriert waren. Frühen künstlerischen Einfluss auf sein Werk nahmen Johann Heinrich Füssli und Theodore Richard Edward van Holst von der Royal Acad. sowie der dt. Radierer Moritz Retzsch und der engl. Dichter und Maler William Blake. Während seiner Studienjahre gründete R. mit seinem Kollegen Walter Howell Deverell die Cyclographic Soc., einen eigenständig betriebenen Amateurzeichenclub. Seine formale Ausb. endete, als er 1848 die Akad. abbrach. Obwohl R. kurzzeitig Unterricht bei dem Maler Ford Madox Brown erhielt, war seine künstlerische Entwicklung von den späten 1840er Jahren an hauptsächlich das Ergebnis von Selbststudium und eig. Experimentieren. 1848 erwies sich nicht nur in R.s Karriere als Schlüsseljahr, sondern auch in der viktorianischen Kunstwelt insgesamt. Im Herbst dieses Jahres begründete R. die präraffaelitische Bruderschaft mit, eine Gruppe von Künstlern und Schriftstellern, die eine Reform der ästhetischen Grundsätze der Royal Acad. anstrebten. Wie ihr Name bereits nahelegt, bezogen die Präraffaeliten ihre Inspiration aus der spätgotischen und Frührenaissancekunst. Ihr Hauptanliegen galt dem Entwerfen innovativer, detailgetreuer Komp., die auf der direkten Beobachtung von Natur und Leben basierten. Die Mitgl. der Bruderschaft lehnten die klassischen Posen, die herkömmliche Szenerie und das ausgeprägte Helldunkel ab, wie man sie in vielen akad. Gem. und v.a. bei Sir Joshua Reynolds fand, und strebten danach, das nachzueifern, was sie als emotionale Aufrichtigkeit und stilistische Originalität in Werken Giottos, Filippo Lippis und and. Künstler des 14. und 15. Jh. wahrnahmen. Die Präraffaeliten waren auch von Jan van Eyck und Hans Memling beeinflusst. R. studierte diese beiden Maler der nordalpinen Renaiss. in der Londoner NG sowie auf seinen Reisen durch Belgien und Frankreich (1849). Die Präraffaeliten erläuterten ihre Meinung zu Kunst und Wahrhaftigkeit in ihrem kurzlebigen Literaturmagazin The Germ (1850), in dem R. einige seiner frühesten Gedichte veröffentlichte. Zwei berühmte Mitgl. der urspr. Bruderschaft waren R.s frühere Studienkollegen von der Akad., John Everett Millais und William Holman Hunt. Ihnen gesellten sich der Bildhauer Thomas Woolner (1825), der Maler James Collinson, der Kunstkritiker Frederic George Stephens und R.s jüngerer Bruder William Michael hinzu, der als Sekretär der Gruppe fungierte. Brown und Deverell wurden ebenfalls enge Partner der Bruderschaft. Um 1850 lernte R. Elizabeth Eleanor Siddal kennen, eine Londoner Schneiderin und Amateurkünstlerin, die im nächsten Jahrzehnt sein Hauptmodell und seine Muse wurde. Es entwickelte sich eine intensive, jedoch sprunghafte Beziehung zw. R. und Siddal, bevor sie schließlich 1860 heirateten. Siddal hatte 1861 eine Totgeburt und starb 1862 an einer Überdosis Laudanum, ein Ereignis, das R. noch Jahre später quälte. Zu ihren Lebzeiten stand Siddal für viele seiner Zchngn und Gem. Modell, häufig in Gestalt einer geistlichen Figur oder einer ma. Heldin. R. stellte sein erstes präraffaelitisches Ölgemälde mit dem Titel The Girlhood of Mary Virgin (Öl/Lw., 1848-49, London, Tate Gall.) 1849 bei der Free Exhib. im Hyde Park aus. Sein Auftritt bekam positive Kritiken in der Presse, und 1850 beschloss er, ein weiteres Ölgemälde relig. Thematik in Londons nat. Inst. zu zeigen: Ecce Ancilla Domini! (Öl, 1849-50, London, Tate Gall.). Die Kritiker jedoch reagierten negativer auf R.s Kunst, als sie das im Vorjahr getan hatten, und die Präraffaeliten wurden im Anschluss 1851 mit negativer Presse attackiert. Die steifen Figuren und atypischen räumlichen Perspektiven in ihren Gem. stießen auf Ablehnung und wurden als verfehlte Imitationen vermeintlicher ästhetischer Mängel in der Frührenaissancekunst abgetan. R. stellte seine Arbeiten nach 1850 nur noch selten öff. aus und zog stattdessen Privatpräsentationen für seine potenziellen Käufer vor. Trotzdem blieb er eine bestimmende Figur in der viktorianischen Kunstwelt, was zum Teil den von seinen Kunstkritikerfreunden verfassten Beschreibungen seiner Gem. zu verdanken ist. Sein ganzes Leben lang baute R. um sich herum sein eig. berufliches Netzwerk von Künstlern, Schriftstellern, Händlern und Mäzenen auf, darunter Elizabeth Barrett und Robert Browning, Alfred Tennyson, Coventry Patmore, George Meredith, William Bell Scott, William Allingham, Marie Spartali Stillman, Charles Eliot Norton und George Price Boyce. Obwohl R. häufig finanzielle Schwierigkeiten hatte, unterhielt er von M. der 1850er Jahre an ein lukratives Künstleratelier in London. Die Maler Henry Treffry Dunn und Frederic James Shields arbeiteten verschiedentlich in seinem Atelier mit. 1854 entwickelte R. ein enges Verhältnis zu dem berühmten Kunstkritiker John Ruskin, dessen Meinung zur Bedeutung künstlerischer Wahrhaftigkeit mit den ästhetischen Prioritäten der Präraffaeliten übereinstimmte. Er betreute R. fast ein Jahrzehnt lang und gab bei ihm eine Folge von Aqu. mit Bibel- und Dantemotiven in Auftrag, darunter The Passover in the Holy Family (Aqu., 1855-56, London, Tate Gall.) und Paolo and Francesca da Rimini (Aqu., 1855, London, Tate Gall.). Durch Ruskin trat R. auch mit dem London Working Men's College in Verbindung, wo er 1855-58 Kunstunterricht gab. Auf dem Höhepunkt ihrer Freundschaft versuchte Ruskin, die ästhetische Entwicklung seines Schützlings zu lenken, indem er ihn bezüglich Thematik und Kompositionstechnik beriet. Die beiden entfremdeten sich in den 1870er Jahren voneinander, nachdem R. eine gekünstelte Malweise angenommen hatte, die im Widerspruch zu Ruskins Vorliebe für einen naturalistischeren Stil stand. R. unternahm nach der Präsentation von Ecce Ancilla Domini etliche Jahre lang keinen Versuch, ein neues Ölgemälde anzufertigen; stattdessen verbrachte er die 1850er Jahre damit, komplizierte, symbolisch stark aufgeladene Aqu. und Tuschezeichnungen zu schaffen. Viele dieser frühen Werke stellten Szenen aus der Lit. des MA und der Renaiss. dar. R. steuerte 1857 einige seiner ma. anmutenden Komp. als Ill. für Edward Moxons Sonderausgabe von Tennysons Dichtung bei. Er wählte auch aus Thomas Malorys Morte d'Arthur (1485) Sujets aus der Artus-Sage für eine Reihe von Wandgemälden aus, die er im neuen Diskussionssaal der Oxford Union ausführen sollte (Temperafarbe/Tünche, Oxford). Während er in Oxford an diesem Projekt arbeitete, zog er die Künstler Valentine Cameron Prinsep, John Roddam Spencer Stanhope, Arthur Hughes (1832), Alexander Munro (1825) und John Hungerford Pollen zur Mitarb. heran. Ihm schlossen sich auch Edward Burne-Jones und William Morris an, zwei Studenten mit künstlerischen Bestrebungen, die lebenslange Kollegen wurden. R., Morris und Burne-Jones arbeiteten bei etlichen kunstgew. Projekten zus. und wurden berühmte Führungsfiguren des Ästhetizismus. Bis 1860 hatte sich R.s Interesse weg vom Präraffaelismus hin zur venez. Renaiss. des 16. Jh. bewegt. 1859 vollendete er Bocca Baciata (Boston, MFA), ein kleines Ölgemälde einer schönen Frau, das sich an der Kunst Tizians, Giorgiones und Veroneses orientierte. Die wegen ihrer Größe und ihrer leuchtenden Farbpalette bemerkenswerte Komp. läutete eine neue Phase in R.s künstlerischer Entwicklung ein. Bocca Baciata war das erste einer langen Reihe von Halbfigurenbildern mit idealisierten, rätselhaften Frauendarstellungen in opulenten, mit Blumen verzierten Gartenlauben und kunstvoll verzierten Interieurs. Diese offenkundig sinnlichen Ölgemälde waren in einem expressiven Malstil ausgeführt und fanden bei etlichen wohlhabenden Kunden Interesse, unter diesen auch der Politiker William Alexander Graham, der Bankier George Rae und der Geschäftsmann Frederick Richards Leyland und Constantine Alexander Ionides. Die venez. Kunst blieb für R. in den späteren Phasen seiner Karriere ein maßgeblicher Prüfstein, ebenso wie auch die Florentiner Gem. Sandro Botticellis. R. erlangte in den restlichen Jahrzehnten seines Lebens Anerkennung, weil er in seinen Gem. durch die Manipulation von Farbe, Raum und and. formalen Elementen meisterlich Poesie und Emotion vermittelte. Dieses Streben nach "Kunst um der Kunst willen" wurde zum Synonym des Ästhetizismus, bei dem der Schönheit der Komp. höhere Priorität zukam als deren Handlung und didaktischer Haltung. Seit 1860 war R. mit den ästhetizistischen Malern Frederic Leighton und George Frederick Watts gut bek., die beide im Hogarth Club ausstellten, einem priv. Ausstellungsort, der 1858-61 von R.s ges. Kreis geleitet wurde. R. besuchte auch häufiger den Avantgarde-Salon im Little Holland House in Kensington und trat 1867 dem Burlington FA Club bei. Sein Bekenntnis zu den Idealen des Ästhetizismus erregte irgendwann die Aufmerksamkeit des progressiven Kunstkritikers Walter Pater, der die nuancierte Behandlung von Farbe und Form in den Ölgemälden seiner Reifezeit bewunderte. Nach dem Tod seiner Frau Siddal A. der 1860er Jahre nahm R. seinen Wohnsitz im Tudor House in Cheyne Walk, Chelsea, wo er mit namhaften Künstlern des Ästhetizismus Ideen austauschte, unter diesen James Abbott McNeill Whistler, Simeon Solomon und Frederick Sandys. Ein weiterer Stammgast im Tudor House war sein Freund und Dichterkollege Algernon Charles Swinburne. In der Presse verteidigte Swinburne begeistert R.s erotisierende Frauendarstellungen, wie etwa den errötenden Akt in seiner Venus Verticordia (1864-68, Bournemouth, Russell-Cotes AG) und die wollüstige Femme fatale in Lady Lilith (1868, Wilmington, Delaware AM). Für die Figuren in diesen Ölgemälden posierte Alexa Wilding, ein professionelles Modell, mit dem R. in den 1860er und 1870er Jahren zusammenarbeitete. Ein and., häufig wiederkehrendes Modell war seine mutmaßliche Geliebte Fanny Cornforth, die ihm nicht nur für das bahnbrechende Bild Bocca Baciata Modell stand, sondern auch für Fair Rosamund (1861, Öl, Cardiff, NM of Wales) und Fazio's Mistress (Aurelia) (Öl, 1863-73, London, Tate Gall.). Alle diese Gem. zeigten eine verführerische Frauenfigur, umgeben von dekorativer Ausstattung - ein Schema, das R. immer wieder mit leichten Variationen in Farbpalette, Ikonogr. und Stimmung wiederholte. Sein bevorzugtes Modell in der letzten H. seiner Karriere war Jane Morris (geb. Burden), eine Frau aus der Arbeiterschicht in Oxford, die 1859 Morris geheiratet hatte. R. entwickelte eine romantische und ästhetische Schwärmerei für Jane, die bis zu seinem Tod andauerte. Ihre auffallenden, nachdenklichen Gesichtszüge tauchten in vielen seiner späten Gem. auf, darunter auch Proserpine (Öl, 1874, London, Tate Gall.), Astarte Syriaca (Öl, 1877, Manchester, Manchester AG) und The Day Dream (Öl, 1880, London, V&A). Obwohl er öff. Ausst. mied, stand er bei denen, die seine Gedichte lasen, unter Beobachtung. 1871 wurde er von dem Schriftsteller Robert Williams Buchanan attackiert, der eine vernichtende Kritik seines jüngst erschienenen Gedichtbandes veröffentlichte. Buchanan war nicht einverstanden mit R.s offenherziger Untersuchung der Sexualthematik sowohl in seiner Dichtung als auch in seiner Malerei und bezichtigte den Künstler der moralischen Verdorbenheit. Diese Erfahrung führte dazu, dass sich R. noch mehr als zuvor scheute, seine Kunstwerke zu zeigen. In der Folge lehnte er die Einladung von Sir Coutts Lindsay ab, sich an der Eröffnungsausstellung der Grosvenor Gall. im Jahr 1877 zu beteiligen - ein Wendepunkt in der Gesch. des Ästhetizismus. R. lebte in seinen späteren Jahren zurückgezogen und seine Gesundheit litt unter seiner zunehmenden Abhängigkeit von der Droge Chloral. Trotzdem malte er weiterhin ambitioniert bis zu seinem Tod 1882. Die Royal Acad. und der Burlington FA Club organisierten 1883 Gedenkausstellungen seiner Kunst. R.s Kunstphilosophie kreiste um die Verbindung der Form eines Gem. mit seinem Inhalt. Von jungen Jahren an experimentierte R. mit versch. Medien, um die emotionalen, thematischen und konzeptuellen Elemente seiner Komp. zu beleben. Die flächigen Hintergründe und die leuchtende Grundfarbpalette, die er in solche frühen Gem. wie Ecce Ancilla Domini einbezog, sollten nicht nur die Vergangenheit zitieren, sondern auch deren frommen Geist erfassen. Später wandte R. die satten Farben und die sanfte Modellierung an, welche die Ölmalerei ermöglichte, um die schwache Sinnlichkeit seiner ästhetizistischen Bilder wie etwa Bocca Baciata zu verstärken. R.s Talent bestand in seiner Fähigkeit, seinem Publikum durch eine einzigartige Kombination harmonischer Farbschemata, esoterischer Symbole und simuliertem Raum Empfindung und Gefühl zu vermitteln. Die tonale Brillanz von Ecce Ancilla Domini - ein Effekt, der durch den transluzenten Pigmentauftrag direkt auf einen weißen Grund erzielt wurde - avancierte zu einem char. Element von R.s präraffaelitischen Kunstwerken. Ausgehend von der akad. Trad. seiner Zeit machte er sich die rhythmische Linearität und die fehlende Dreidimensionalität zu eigen, die in Frührenaissancefresken und ma. Buchmalereien zu finden war. Der Einfluss dieser Medien zeigt sich an den scharfen Konturen und dem komprimierten Raum in seiner Zchng The First Anniversary of the Death of Beatrice (Tusche/Papier, 1849, Birmingham, Mus. & AG). Im Gegensatz zu seinen präraffaelitischen Kollegen zeigte R. wenig Interesse an der Landschaftsmalerei. Stattdessen ließ er es zu, dass seine lit. Vorlieben sein künstlerisches Schaffen leiteten. R. war zeit seines Lebens ein begnadeter Leser, und häufig wählte er Sujets für seine Kunst aus seinen Lieblingstexten sowie seiner eig. Dichtung. Einer der größten Einflüsse auf seine Malerei war sein Namensvetter Dante. R. illustrierte zahlr. Szenen aus der Vita Nuova (1295) und der Göttlichen Komödie (um 1308-21), wobei er für Letztere 1865 einen Bucheinband entwarf. Die Gesch. von Dantes tragischer Liebe zu Beatrice, für die Siddal bei mehreren Gelegenheiten Modell stand, war eines der Lieblingssujets in seiner Malerei. Werke wie Beata Beatrix (Öl, um 1864-70, London, Tate Gall.), eine eindrucksvolle Darst. von Beatrices Himmelfahrt, bezeugen R.s Faszination für den Grenzbereich zw. Leben und Tod. Diese Thematik spielt auch eine wichtige Rolle in seinem Ölgemälde Blessed Damozel (Öl, 1871-78, Cambridge/Mass., Fogg AM), in dem die Seele einer verstorbenen Frau hinunterblickt auf ihren auf der Erde weilenden Geliebten. The Blessed Damozel ist eines von R.s "Doppelkunstwerken", das als visuelle Darst. seines gleichnamigen Gedichts zu verstehen ist. In den 1850er Jahren wandte sich R. gelegentlich in seiner Malerei Szenen aus dem mod. Leben zu. Sein unvoll. Ölgemälde Found (Öl, 1854-81, Wilington, Delaware AM) z.B. untersuchte die Thematik einer gefallenen Frau, die sich der innerstädtischen Prostitution zugewandt hatte. Doch er beschäftigte sich häufiger mit Themen aus der Welt der Ritter sowie mit mystischen Sujets, die ebenfalls aus den Büchern stammten, die er las. Er behandelte nicht nur in seinem Wandgemälde in der Oxford Union Szenen aus Malorys Morte d'Arthur, sondern auch in seinen präraffaelitischen Aqu. Arthur's Tomb (1854-55, London, BM) und Sir Galahad at the Ruined Chapel (1859, Birmingham, Mus. & AG). Mit ihren intim gestalteten und sorgfältig, mit Fingerspitzengefühl gearbeiteten Figurengruppen, erweisen diese Gem. R.s Talent als Zeichner. And. höchst durchdachte Aqu. wie etwa Before the Battle (1858, Boston, MFA) sprechen für sein Interesse an Mustern und Oberflächentextur. Ein weiteres Kennzeichen von R.s Kunst war die musikalische Bildsprache. Obwohl R. nicht selbst musizierte, sammelte er alte Musikinstrumente, um sie als Requisiten in seinen Bildern einzusetzen. Er hatte auch den Hang, selbst erfundene Instrumente zu malen wie etwa die skurrile, mit Glocken und Saiten ausgestattete Orgel, die sich in seinem protoästhetizistischen Aqu. The Blue Cosset (1857, London, Tate Gall.) findet. Eine dramatische Handlung ist in diesem Bild mit der Darst. von Musikerinnen in einem blau gefliesten Innenhof nahezu nicht existent und viktorianische Kritiker behaupteten, dass sein Hauptakzent in den Parallelen zw. Musik und Farbe liege. Das synästhetische Verhältnis versch. sensorischer Impulse, ein Aspekt, für den sich viele ästhetizistische Künstler interessierten, tauchte wiederholt in R.s Ölgemälden auf, die von der venez. Malerei beeinflusst waren (z.B. The Blue Bower, 1865, Birmingham, Barber Inst. of FA). Mit lockereren Pinselstrichen als frühere Aqu. ausgeführt, zeigt The Blue Bower eine für R. ganz typische Frauenfigur mit wallendem Haar, weichem Inkarnat und geheimnisvollem Blick. Wissenschaftler stellten fest, dass ein Saiteninstrument im Vordergrund eine musikalische Ergänzung zu den feinen Blauschattierungen im Hintergrund darstellt. R. bezog auch musikalische Motive in Veronica Veronese (Öl, 1872, Wilmington, Delaware AM) und La Ghirlandata (Öl, 1873, London, Guildhall AG) ein. Er verbrachte die letzten 20 Jahre seines Lebens damit, unterschiedliche Variationen dieser enigmatischen, porträtähnlichen Komp. zu malen. - Im Lauf seiner Karriere nahm R. maßgeblichen Einfluss auf seine präraffaelitischen und ästhetizistischen Malerkollegen. Sein Werk war auch eine Inspirationsquelle für viele Symbolisten auf dem europ. Festland wie etwa Fernand Khnopff. Während R. in der 1. H. des 20. Jh. von den Kritikern weitgehend unbeachtet blieb, ist er heute als Pionier in der Gesch. der brit. Kunst anerkannt.

Werke

Aberdeen, AG & Mus.: Mariana, Öl/Lw., 1870. Birmingham, Mus. & AG: Love's Mirror, Tinte und Aqu./Papier, um 1850; St. Cecilia, Tinte/Papier, um 1856-57. Bradford, AG, The Fight Between Sir Tristram and Sir Marhaus, stained glass panel, 1862-63. Cambridge/Mass., Fogg AM: A Sea-Spell, Öl/Lw., 1877; La Donna della Finestra, Öl/Lw., 1879. Cambridge, Fitzwilliam Mus.: How They Met Themselves, Tinte und Aqu./Papier, 1851-60; Mary Magdalene at the Door of Simon the Pharisee, Tinte/Papier, 1858-59; Girl at a Lattice, Öl/Lw., 1862. Cardiff, Llandaff Cathedral: The Seed of David, Öl/Lw., 1858-64. Carlisle, Tullie House Mus. and AG: Borgia, Aqu., 1851-59. Hamburg, KH: Helen of Troy, Öl/Lw., 1863. Johannesburg, AG: Regina Cordium, Öl/Holz, 1860. Lawrence/Kan., Spencer MoA: La Pia de'Tolomei, Öl/Lw., 1868-81. Liverpool, Walker AG: Dante's Dream, Öl/Lw., 1871. London, Nat. Portr. Gall.: Self-Portrait, Bleistift/Papier, 1847; Christina R. und Frances Lavinia R., Kreide/Papier, 1877. - Tate: Chapel Before the Lists, Aqu., 1857-64; Dantis Amor, Öl und Metallspäne/Holz, 1860; The Beloved, Öl/Lw., 1865-66; Sancta Lilias, Öl/Lw., 1874. Manchester, AG: The Bower Meadow, Öl/Lw., 1872. New Haven/Conn., Yale Center for Brit. Art: The Maids of Elfen-Mere, Tinte/Papier, 1854. New York, Brooklyn MoA: Silence, Kreide/Papier, 1870. Ottawa, The Salutation of Beatrice, Öl/Lw., 1859-63. Port Sunlight, Lady Lever AG: Sibylla Palmifera, Öl/Lw., 1865-70. Wilmington, Delaware AM: Bottles, Öl/Taf., 1848; Water Willow, Öl/Lw., 1871; La Bella Mano, Öl/Lw., 1875.

Selbstzeugnisse

The Early Ital. Poets, Lo. 1861; Poems, Lo. 1870; Ballads and Sonnets, Lo. 1881; The Works of D.G.R., ed. W.M. Rossetti, Lo. 1911; Collected Writings, ed. J.Marsh, Lo. 1999; D.G.R.: Collected Poetry and Prose, ed. J.McGann, New Haven/Conn. 2003; Corr. of D.G.R., 10 Bde, ed. W.E. Fredeman, C. 2002-15.

Ausstellungen

E: 1973 London, R. Acad. of Arts (K) / 1976 New Haven, Conn., Yale Univ. AG (K) / 1990 Tokio, Bunkamura MoA (K) / 1991 Oxford, Ashmolean Mus. (K) / 2000 Birmingham, Barber Inst. of FA, Univ. of Birmingham (K) / 2003 Liverpool, Walker AG (K). - G: London: Tate: 1984 The Pre-Raphaelites (K); 1997 The Age of R., Burne-Jones and Watts (K); 2012 Pre-Raphaelites: Victorian Avant-Garde (K); 2003 R. Acad. of Arts: Pre-Raphaelite and Other Masters: The Andrew Lloyd Webber Coll. (K); V & A: 2011 The Cult of Beauty (K); 2016 Botticelli Reimagined (K) / 2004 Wilmington, Delaware AM: Waking Dreams (K) / 2010 Oxford, Ashmolean Mus.: The Pre-Raphaelites and Italy (K) / 2016 Liverpool, Walker AG: Pre-Raphaelites: Beauty and Rebellion (K).

Bibliographie

ThB29, 1935. – ELU IV, 1966; Comanducci V, 1974; Mallalieu I, 1976; Bauer, GEM VII, 1978; Wood, 1978 (Repr. 1991); Houfe, 1981; D.Bindman, The Thames and Hudson Enc. of Brit. Art, Lo. 1985; EAPD, 1989; M.Bryant/S.Heneage (Ed.), Dict. of Brit. cartoonists and caricaturists 1730-1980, Aldershot 1994; P.Bellini, Diz. della stampa d'arte, [Mi.] 1995; DA XXVII, 1996; Dict. internat. des arts appliqués et du design, P. 1996; Stewart/Cutten, 1997. – J.Gregory, A Bibliogr. and Reference Guide to the Life and Works of D.G.R., 2 Bde, Univ. of London PhD Diss 1931 (Lit.); W.E. Fredeman, Pre-Raphaelitism: A Bibliocritical Study, C./Mass. 1965 (Lit.); V.Surtees, The Paintings and Drawings of D.G.R. (1828-1882): A Cat. Raisonné, 2 Bde, Ox. 1971; A.Grieve, The Art of D.G.R., 3 Bde, Hingham/Norwich 1973-1978 (WV); F.Boos, The Poetry of D.G.R.: A Critical Reading and Source Study, D.H. 1976; F.Fennell, D.G.R.: An Annotated Bibliogr., N.Y. 1982 (Lit.); D.S. Macleod, Victorian Poetry 20:1982(3-4)89-102; D.Riede, D.G.R. and the Limits of Victorian Vision, Ithaca 1983; A.C. Faxon, J. of Pre-Raphaelite Studies 5:1985(2)54-67; D.S. Macleod, Apollo 121:1985, 36-39; M.Bennett, Artists of the Pre-Raphaelite Circle, Lo. 1988; G.Pollock, Vision and Difference, Lo. 1988; S.Casteras, Nineteenth-C. Studies 2:1988, 27-56; D.G.R., N.Y. 1989; J.H. Miller, Victorian Poetry 29:1991, 333-349; W.Pater, in: D.Riede (Ed.), Critical Essays on D.G.R., N.Y. 1992; J.A. Gere, Pre-Raphaelite Drawings in the Brit. Mus., Lo. 1994; R.Ash, D.G.R., Lo. 1995; S.P. Smith, in: S.Casteras/A.C. Faxon (Ed.), Pre-Raphaelite Art in Its Europ. Context, Cranbury/N.J., 1995; E.Prettejohn, R. and His Circle, Lo. 1997; K.Psomiades, Body's Beauty, Stanford 1997; J.B. Bullen, The Pre-Raphaelite Body, Ox. 1998; A.Grieve, in: E.Prettejohn (Ed.), After the Pre-Raphaelites, Manchester 1999; J.Marsh, D.G.R.: Painter and Poet, Lo. 1999 (Lit.); D.Mancoff, Jane Morris, S.F. 2000; J.McGann, D.G.R. and the Game that Must Be Lost, New Haven/Conn. 2000 (Lit.); P.Spencer-Longhurst, The Blue Bower: R. in the 1860s, Lo. 2000 (K; Lit.); J.Treuherz u.a. (Ed.), D.G.R., Lo./N.Y. 2003 (K, Lit.); D.M.R. Bentley, J. of Pre-Raphaelite Studies 13:2004(2) 63-74, 22:2013(1)53-74; A.Chapman/J.Meacock, A R. Fam. Chronology, N.Y. 2007 (WV); Art for Art's Sake (K Ausst. Tokio), New Haven/Conn. 2007 (Lit.); E.Helsinger, Poetry and the Pre-Raphaelite Arts, New Haven/Conn. 2008; D.P. Corbett, in: M.Giebelhausen/T.Barringer (Ed.), "A Soul of the Age": Writing the Pre-Raphaelites, Burlington/Vt. 2009; A.Dunstan, Brit. Art J. 11:2010(1)89-92; R.: Painter & Poet, Lo. 2011; A.Staley, The New Painting of the 1860s, New Haven/Conn. 2011 (Lit.); E.Prettejohn (Ed.), "Paintings of D.G.R.", The Cambridge Companion to the Pre-Raphaelites, C. 2012 (Lit.); M.Browne, J. of Pre-Raphaelite Studies 21:2012(1)14-30; L.Wood, Victorian Poetry 51:2013(4)533-560 (Lit. of R. and music); B.Donnelly, Reading D.G.R., N.Y. 2016. – Angeli-Dennis Coll., Univ. of Brit. Columbia, Vancouver. – Online: J.McGann (Ed.), The Complete Writings and Pictures of D.G.R.: A Hypermedia Research Arch. (Lit.).

Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Rossetti, Gabriel Charles, gen. Dante Gabriel, engl. Maler, * London 12. 5. 1828, † Birchington-on-Sea 9. 4. 1882. Italien. Abstammung: der Vater, Gabriele, bekannter Dante-Kommentator, stammte aus Vasto in den Abruzzen, war 1821 nach der Eroberung Neapels durch König Ferdinand geflüchtet und hatte sich als Professor für Sprachen am King's College in London niedergelassen; die Mutter war als Tochter des Sekretärs des Grafen Alfieri, Gaetano Polidori, väterlicherseits Italienerin, mütterlicherseits Engländerin. Das zweite von 4 Kindern, die sich alle auf literar.-dichterischem Gebiet ausgezeichnet haben. R. selbst hat sich besonders als junger Mensch auf lyrischem Gebiet hervorgetan. Glänzender Übersetzer altitalien. Poesie ("Early Italian Poets"). Seine künstlerische Ausbildung war recht lückenhaft. Nach sehr oberflächlichem 4 jähr. Studium an einer Privatakademie bezog er die Royal Acad. School, die er aber, vom Unterricht enttäuscht, bald wieder verließ, um kurze Zeit bei dem von ihm bewunderten Ford Mados Brown zu arbeiten; 1848 schloß er sich dem die gleichen Ziele verfolgenden Holman Hunt an, mit dem er das Atelier teilte; bald traten auch J. E. Millais und 4 weitere Maler dieser Verbindung bei, die unter dem Namen der "Pre-Raphaelite-Brotherhood" berühmt geworden ist. Um diese Zeit schloß er Freundschaft mit Ruskin, die allerdings durch die freimütige Kritik des berühmten Kritikers bald einen tiefen Riß erhielt, mit William Morris, Burne-Jones und den Oxford friends, durch die R. in die von Monis ins Leben gerufene neue kunstgewerbl. Bewegung hineingezogen wurde. Gemeinsam mit diesen malte R. um 1857 den (stark zerstörten) Freskenschmuck mit Szenen aus dem Gedicht Thomas Malorys: "La mort d'Arthur" in der Oxford Union debating-hall. 1860 heiratete R. die schöne Miss Elizabeth Siddal, die auf manchen seiner Bilder dieser Zeit erscheint (das bekannteste: Beata Beatrix), die aber schon 1862 starb. Nach ihrem Tode bevorzugte er als Modell seine Schwägerin, die Frau seines Bruders, des Literarkritikers William R. (Bildnis, bez. "Jane Morris A. D. 1868", i. d. Tate Gall.). Enger Freundschaftsbund mit dem Dichter Swinburne. Die scharfe Kritik, die seine 1870 erschien. Gedichtsammlung "Poems" durch Buchanan erfuhr, untergrub die Gesundheit R.s, der schon damals unter nervösen Zuständen u. tiefer Melancholie litt, die auch ein Aufenthalt in Kelmscott 1872/74 an der Seite William Morris' nicht zu bannen vermochte. Nach 1877 hat er nur noch wenig gemalt; auch stehen die Werke dieser Spätzeit an Wert zurück hinter denen seiner Frühzeit. Damals pflegte er wieder die Dichtkunst und veröffentlichte den Gedichtband "Poems and Ballads". 1881 wurde er von einer Lähmung ergriffen, die im darauffolg. Jahr zu seinem Tode führte. Streng genommen gehört R. nur mit den Werken seiner Frühzeit, darunter vor allem der "Erziehung der kleinen Maria" (1849) und der "Verkündigung Mariä", meist "Ecce ancilla domini" gen. (1850, Nat. Gall. London), zu dem Kreise der Präraffaeliten. Die gegen die präraffaelit. Bewegung einsetzende Opposition schreckte R. vor weiterer Verfolgung dieser Richtung ab und bewog ihn, sich in den folg. Jahren fast ausschließlich als Zeichner u. Aquarellmaler zu betätigen, wobei er meist romantische Stoffe oder solche aus Brownings Gedichten verarbeitete. Erst 1853 wandte er sich wieder der Ölmalerei zu, und es entstand das Bild "Gefunden" (Pächtersohn findet seine ehemalige Geliebte als Gefallene in den Straßen Londons wieder), das nur noch in der Sorgfalt seiner malerischen Durchführung präraffaelitische Züge aufweist, im übrigen aber ein Erzeugnis der freien Phantasie ist, die das Hauptmerkzeichen der Kunst des Malerdichters R. ist. Denn im Gegensatz zu den übrigen Mitgliedern der Bruderschaft, deren Kunst im Zeichen des Realismus steht, lebt R.s Kunst ganz von der Phantasieeingebung und schöpft aus der Fülle seiner inneren Gesichte, ohne Treue gegen die Natur zu kennen. Auch seine breite, dekorative Malweise unterscheidet sich sehr bezeichnend von der kleinlichen Spitzmalerei der Brown u. Hunt. Im Mittelpunkt seines Stoffkreises stehen Dante, dem R.s großartigste Schöpfungen gewidmet sind, zu denen vor allem das große, 1870/71 entstandene Bild: Dantes Traum (Walker Art Gall. Liverpool) gehört, die antike Mythologie und die Bibel. In seiner späteren Zeit malte er mit Vorliebe ideale weibl. Einzelgestalten, über denen der Zauber einer geheimnisvoll-mystischen Schönheit liegt. - Die wichtigsten Bilder R.s neben den schon genannten sind: Das Geschlecht Davids, Triptychon (Kathedr. in Llandaff), Beata Beatrix (Tate Gall. London), Lady Lilith (Metrop. Mus. New York), Monna Vanna, Astarte Syriaca, La Donna della Fiamma (letztere beide in der City Art Gall. Manchester), Pandora, Proserpina, Fazio's Mistress (1863, Nat. Gall. London), The Ißower Meadow (City Art Gall. Manchester), Paolo u. Francesca, Salutatio Beatricis in terra, Salutatio Beatricis in Eden, Der Liebesbecher, Sancta Lilias (Tate Gall. London). In deutschen Galerien ist R. nur in der Hamburger Kunsthalle vertreten (Helena von Troja, 1863). Lit.: Monogr.: W. Sharp, D. G. R., a record and a study, 1882. - W. Tirebuck, D. G. R., his works and his influence, 1882. - Dict. of National Biogr., 49 (1897) 284/89. - A. Wilmersdörffer, D. G. R. u. s. 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