Merz, Jörg Martin

Reni, Guido

Accessible
K. G. Saur | 2021
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Thieme-Becker Name
Reni, Guido
Weitere Namen
Reni, Guido; Guido, Il; Rhenus, Guido; Renus, Guidus; Rheni, Guidonis; Rhenij, Guidonis; Rheny, Guide; Raine, Guide
Geschlecht
männlich
Beruf
Maler; Radierer; Grafiker; Bildhauer; Zeichner
GEO-Nachweis
Bologna; Rom
Staat
Italien
Geburtsdatum
1575.11.04
Geburtsort
Bologna; Bologne; Boloña
Todesdatum
1642.08.18
Todesort
Bologna; Bologne; Boloña
Fundstelle
AKL XCVIII, 2018, 246; ThB XXVIII, 1934, 162 ss
Thieme-Becker Name
Reni, Guido
Further Names
Reni, Guido; Guido, Il; Rhenus, Guido; Renus, Guidus; Rheni, Guidonis; Rhenij, Guidonis; Rheny, Guide; Raine, Guide
Gender
male
Occupation
painter; etcher; graphic artist; sculptor; master draughtsman
Geographical data
Bologna; Rom
Country
Italy
Date of birth
1575.11.04
Place of birth
Bologna; Bologne; Boloña
Date of death
1642.08.18
Place of death
Bologna; Bologne; Boloña
Location
AKL XCVIII, 2018, 246; ThB XXVIII, 1934, 162 ss
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Reni, Guido, ital. Maler, Zeichner, Radierer, *4.11.1575 Bologna, †18.8.1642 ebd.

Biogramm

R. erhielt seine Ausb. in Bologna zunächst im Atelier von Denis Calvaert, bevor er sich um 1595 der Accad. degli Incamminati der Carracci anschloss. Nach ersten selbstständigen Werken in seiner Heimatstadt ging er nach Rom und wurde im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts der führende Maler im Dienste Papst Pauls V. und seines Kardinalnepoten Scipione Borghese. Im zweiten Jahrzehnt zog R. wieder nach Bologna, wo er neben wichtigen Altarbildern bedeutende Gem. für auswärtige Auftraggeber schuf und nur noch gelegentlich nach Rom und Neapel reiste. Internat. angesehen, aber charakterlich schwierig, war er der berühmteste ital. Künstler seiner Zeit. - Als einziges Kind des Musikers Daniele R. sollte R. urspr. den väterlichen Beruf ergreifen, doch habe Calvaert den Vater überredet, seinen neunjährigen Sohn zu ihm in die Malerlehre zu geben. Schon vier Jahre später war R. dessen bevorzugter Gehilfe. Für seine Mitschüler zeichnete er Vorlagen und malte für den Lehrer kleine Kupfertafeln, die dieser retuschierte und als eigene Werke verkaufte. 1595 wandte sich R. der freieren Ausb. bei Ludovico Carracci und seinem Neffen Agostino Carracci zu. Als erster öff. Auftrag entstand das Altarbild Marienkrönung und vier Hll. für S. Bernardo in Bologna (Öl/Lwd, 1595, heute ebd., PN), dessen Himmelszone in der eleganten Manier Calvaerts ausgeführt ist, während die stehenden Hll. mit pastoserem Farbauftrag in der Art der Carracci gemalt sind. Für die Festdekoration zum Einzug Papst Clemens' VIII. in Bologna 1598 malte R. sechs Tugenden und fertigte neun Rad. an, die zus. mit einer Beschr. publiziert wurden. R.s erfolgreiche Tätigkeiten für die Bologneser Nobilität riefen den Neid der Kollegen hervor, und seine Empfindlichkeit führte zum Bruch mit den Carracci. E. 1601 ging er zus. mit Francesco Albani (1578) nach Rom, schloss sich aber nicht dem im Pal. Farnese tätigen Annibale Carracci an, sondern gewann eine eigene Klientel. Noch in Bologna hatte er für Kardinal Paolo Emilio Sfondrati Raffaels Vision der Hl. Cäcilie (Öl/Lw., Rom, S.Luigi dei Francesi, Cappella Polet) kopiert. 1601 beauftragte ihn der Kardinal mit den Gem. Martyrium der Hl. Cäcilie und Ein Engel krönt die Heiligen Cäcilie und Valerian (beide Öl/Lw., 1601, in situ) in der Capp. del Bagno in seiner röm. Titelkirche S. Cecilia in Trastevere. Als Vorbilder seiner anmutigen Figuren mit ihren feinen Gesichtern und 'himmelnden Blicken' dienten Werke Raffaels und Parmigianinos. Für die Kommendatarabtei S. Paolo alle Tre Fontane des Kardinalnepoten Pietro Aldobrandini malte R. 1604-05 die Kreuzigung Petri (Öl/Lw., Rom, Mus. Vaticani, Pin.), deren dramatisches Helldunkel von Michelangelo Merisi Caravaggio beeinflusst ist. Zu diesem stilistischen Experiment sei R. von seinem Mentor Giuseppe Cesari ermutigt worden. Seine Begegnung mit Caravaggio verlief dagegen wenig freundlich, weil dieser einen Konkurrenten fürchtete. Nach einigen weiteren caravaggesken Werken, bei denen R. die kontrastreiche Licht- und Farbgebung, aber nicht den manchmal derben Naturalismus adaptierte, kehrte er wieder zu einer hellen Farbigkeit zurück. Für seine zahlr. Aufträge im Dienste Pauls V. und seines Kardinalnepoten engagierte R. Mitarb. aus dem Carracci-Kreis, worüber ein von E. 1609 bis M. 1612 geführtes Rechnungsbuch (New York, Pierpont Morgan Libr.) detaillierten Aufschluss gibt. So leitete er die Ausmalung der drei Oratorien bei S. Gregorio Magno, führte eigenhändig aber nur das große Fresko Der Hl. Andreas wird zur Kreuzigung geführt (Fresko, 1609, in situ) an der linken Seitenwand des Andreas-Oratoriums aus. Domenichinos Pendant "Die Geißelung des Hl. Andreas" wurde spätestens seit R.s Biogr. von Giovanni Pietro Bellori 1672 als Konkurrenz angesehen, weil dessen dramatische Handlung den Betrachter stärker in den Bann schlug als R.s gemessen agierende Figuren. 1610 entstanden die Fresken in der Kap. des Quirinalspalastes mit Szenen aus dem Marienleben an den Wänden und Glorien der Maria und Gottvaters in den beiden Wölbungsfeldern (Fresko, 1610, in situ). Die in Öl auf Lw. gemalte Verkündigung auf dem Altar diente schon im späteren 17. Jh., v.a. aber im 19. Jh. häufig als Vorbild. Bei der Freskierung der Wölbungszone der Capp. Paolina in S. Maria Maggiore, der Fam.-Kap. der Borghese (1610-12, in situ), blieben die Kuppel und die Lünetten den älteren Kollegen il Cigoli und Giuseppe Cesari vorbehalten, während R. die undankbare Aufgabe zufiel, in vier Zwickelfeldern und in den Quertonnen Erscheinungen der Maria und Hll. darzustellen. Seine bravouröse Leistung soll Cesari zur bewundernden Äußerung veranlasst haben, die anderen Fresken seien von Menschenhand gemalt, jene von R. dagegen von einem Engel. R. pflegte weiterhin seine Kontakte nach Bologna. So nahm er 1602 an der Trauerfeier für Agostino Carracci teil und publizierte zus. mit Francesco Brizio Rad. des Katafalks (Bo. 1603). 1604 trug er die Szene Der Hl. Benedikt erhält von den Bauern Geschenke zu dem unter Ludovico Carracci begonnenen Freskenzyklus im Kreuzgang von S. Michele in Bosco bei (nur als Kpst. überliefert). Als Altarbild der Capp. Berò in S. Domenico entstand 1610/11 der Bethlehemitische Kindermord (Ol/Lw., Bologna, PN), dessen Komp. auf einem Hschn. von Antonio Tempesta basiert und mit ausdrucksstarken Figuren, großen Gesten und kraftvollen Farben gestaltet ist. Es zählt zu R.s berühmtesten Gem., dem Giambattista Marino in seiner "Galeria" (1620) ein Gedicht widmete. Noch berühmter ist wohl nur das Fresko Aurora in der Wölbung des Hauptraumes des Casinos beim Pal. Pallavicini-Rospigliosi in Rom (1614, in situ). Bei dieser Darst. Apolls auf dem von Horen begleiteten Sonnenwagen, dem die blumenstreuende Göttin der Morgenröte vorausfliegt, dienten wieder Raffael und antike Bildwerke als Quellen. Es war das letzte Werk für Kardinal Borghese, bevor R. Rom in Unfrieden verließ. Von wenigen Unterbrechungen abgesehen lebte R. nun bis zu seinem Tod in Bologna. Zunächst vollendete er die 1613 beg. Glorie des Hl. Dominikus (Fresko, in situ) in der Wölbung der Kap. dieses Hl. in S. Domenico. Danach widmete er sich Kardinal Pietro Aldobrandinis Auftrag, die Sakraments-Kap. im Dom von Ravenna zu dekorieren. Eigenhändig führte er nur die in Öl/Lw. gemalte Mannahlese (1614/15) auf dem Altar aus und überließ die Fresken an den Wänden und in der Wölbung seinen Schülern. In der gleichen Zeit entstanden maßstabsetzende Altar-Gem. und Gal.-Bilder. Hervorzuheben ist die Pietà für den Hochaltar von S. Maria della Pietà dei Mendicanti in Bologna, die in dunklem, kontrastreichem Kolorit auf einer fingierten Tapisserie über den Stadtheiligen und einem Modell von Bologna erscheint (Öl/Lw., 1613-16, ebd., PN). Von R.s Kollegen wurde eine Himmelfahrt Mariens für die Fam.-Kap. von Kardinal Durazzo in S. Ambrogio in Genua (Öl/Lw., 1616-17, in situ) bes. gerühmt. Samson erschlägt die Philister, ursprünglich ein Kaminstück im Pal. Zambeccari (Öl/Lw., 1618-19, jetzt PN), ist noch in der hellen Farbigkeit der späten röm. Jahre gemalt, während auf Atalanta und Hippomenes (Öl/Lw., 1618-19; Madrid, Prado; and. Version in Neapel, Mus. di Capodimonte) das fahle Kolorit der Figuren vor einem dunklen Hintergrund erscheint wie bei anderen Bildern vom E. der 1610er Jahre, etwa die in mystisches Dunkel gehüllte Kreuzigung für die Bologneser Kapuzinerkirche (Öl/Lw., ebd., PN). Vier Herkules-Szenen (1617-21, Öl/Lw., Paris, Louvre) gab Ferdinando II. Gonzaga in Auftrag, nachdem R. es abgelehnt hatte, einen Raum in dessen Villa Favorita bei Mantua mit Fresken auszuschmücken. Seit den frühen 1620er Jahren malte R. vermehrt Halbfigurenbilder von Hll., biblischen oder mythologischen Figuren. Die Ausmalung der Capp. del Tesoro im Dom von Neapel brach R. wegen Drohungen einheimischer Künstler ab. Nach der Wahl des Erzbischofs von Bologna, Alessandro Ludovisi, zum Papst Gregor XV. (1621-23) eilte R. - anders als seine Kollegen Domenichino und Guercino - nicht nach Rom, erhielt aber vom Kardinalnepoten Ludovico Ludovisi und der Erzbruderschaft von SS. Trinità dei Pellegrini bald darauf den Auftrag, zum Hl. Jahr 1625 eine Trinität für den Hochaltar ihrer röm. Kirche zu malen. R. verschleppte die Ausf., ehe er das Bild angeblich in nur 27 Tagen vollendete (Öl/Lw., in situ). Die streng frontale, hieratische Komp. des von Gottvater gehaltenen Kruzifixes basiert auf dem Siegelbild dieser Bruderschaft. Luigi Scaramuccia pries das Bild überschwänglich als zweitbestes der Welt nach Raffaels "Transfiguration". 1627 gelang es der Kongregation der Bauhütte von St. Peter R. für das große Trinitätsbild in der dritten rechten Seiten-Kap. zu gewinnen. Trotz Sonderkonditionen geriet er mit seinem Auftraggeber in Konflikt, weil er diesem den Zugang zum Malgerüst verweigerte. Daraufhin ließ er das begonnene Fresko abschlagen, zahlte den Vorschuss zurück und kehrte nach Bologna zurück. Zuvor hatte R. eine Maria Immaculata (Öl/Lw., 1627, New York, Metrop. Mus.) für den span. Botschafter gemalt, aber wegen dessen Belästigungen das Bild nach Bologna geschickt. Papst Urban VIII. musste beschwichtigend eingreifen. Die sehr elegante, manieristisch gelängte Figur der Maria mit rotem Gewand und blauem Mantel erscheint ikonenhaft vor einer goldgelben Puttenglorie. Seitlich schweben zwei anbetende Engel und fordern mit 'himmelnden Blicken' zur Andacht auf. Diese Komp. wurde für zahlr. Versionen und Nachahmungen vorbildlich. Auch beim Auftrag des nächsten span. Botschafters gab es Probleme. R. weigerte sich, für seine Entführung der Helena (1627-29, Öl/Lw., Paris, Louvre) einen Preis festzulegen und appellierte stattdessen an die Munifizenz des span. Königs. Es kam zum Bruch, und das berühmte Bild wurde an die frz. Königsmutter Maria de'Medici verkauft, die wegen der gescheiterten Verschwörung gegen Kardinal Richelieu allerdings kurz darauf aus Frankreich fliehen musste. Schließlich erwarb es der frz. Staatssekretär Louis Phélypeaux de La Vrillière, der die Gal. seines Pariser Stadt-Pal. mit einer Ser. röm. Historien der wichtigsten ital. Maler und von Nicolas Poussin dekorierte. Eine Verkündigung war schon 1627 von Maria de'Medici in Auftrag gegeben worden und gelangte A. der 1630er Jahre auf den Hochaltar der Karmeliterkirche in Paris (Öl/Lw., heute ebd., Louvre), die Giovanni Lorenzo Bernini bei seinem Besuch 1665 als "halb Paris wert" bezeichnete. 1629 wollte Maria de'Medici R. nach Paris berufen, um den von Peter Paul Rubens begonnenen Zyklus aus dem Leben Heinrichs IV. zu vollenden. R. begründete seine Ablehnung mit der Krankheit seiner Mutter, die im folgenden Jahr starb. Nur wenige Gem. belegen R.s außergewöhnliche Leistungen als Porträtist. Dazu zählen die Dreiviertelfigur von Papst Gregor XV. (Öl/Lw., 1621-22, Corsham Court, Slg. Methuen) und die Ganzfigur Kardinal Roberto Ubaldini (Öl/Lw., 1625, Los Angeles, LACMA). Diese werden vom Porträt des Kardinallegaten Bernardino Spada (um 1630, Rom, Gall. Spada) überstrahlt, bei dem sich die weltmännische Haltung und die malerische Verve den Werken von Rubens und Anton van Dyck an die Seite stellen lassen. Mit psychologischer Intensität ist das Porträt einer Witwe (Öl/Lw., 1630, Bologna, PN) gemalt, die als Mutter R.s gilt und auf dessen enge Mutterbindung schließen lässt. Weniger beeindruckend ist sein Selbstporträt (Öl/Lw., um 1632, Florenz, Uffizien; in neuerer Forsch. als nicht eigenhändig angesehen). Lange Zeit war die sog. Beatrice Cenci (Öl/Lw., Dat. unbek. [wahrsch. 17. Jh.], Rom, GN d'Arte Antica) fälschlich als Werk R.s berühmt. Im Unterschied zu seinen bolognesischen Zeitgen. betätigte sich R. nicht als Lsch.-Maler. Um 1630 wandelte sich R.s Stil auffällig. Er modellierte die Figuren weicher und verwendete ein helles, oft mit Weiß gemischtes Kolorit, so dass die Malschichten emailartig glatt erscheinen. In dieser sog. "seconda" oder "ultima maniera" ist die Pala della Peste (Öl/Seide, 1631, Bologna, PN) ausgeführt, eine auf Seide gemalte Madonna mit dem Kind und den Stadtheiligen von Bologna, die der Senat der Stadt zum E. der Pest 1630 in Auftrag gab und die in den jährlichen Prozessionen zu Ehren der Rosenkranzmadonna als Banner mitgeführt wurde. Auf Seide ist auch der Hl. Michael bekämpft Luzifer für die erste rechte Seiten-Kap. der Kapuzinerkirche S. Maria della Concezione in Rom gemalt (1634, in situ). In Komp. und Ausdruck schuf R. damit wieder einen Prototyp der Sakralmalerei. Er hätte sich den Pinsel eines Engels und Formen aus dem Paradies gewünscht, schrieb der Künstler, um den Erzengel darzustellen und im Himmel zu sehen. Doch da er nicht so hoch hinaufsteigen konnte und ihn vergeblich auf der Erde suchte, erfand er ihn aus der Vorstellung ("idea"). Die R.s "Silbertonzeit" eigenen ästhetischen Reize wurden oft als malerische Schwächen angesehen, weil sie bei vielen schnell gemalten und unvollendeten Bilder in ähnlicher Weise erscheinen. Zur deren Produktion sah sich R. wegen seiner Schulden beim Glücksspiel gezwungen, einem Laster, dem er seit den 1620er Jahren verfiel. Oft bearbeitete er die in seiner Wkst. von Gehilfen angefertigten Wiederholungen seiner Werke nur oberflächlich mit eigener Hand, bevor sie verkauft wurden. So gibt es mehrere Fassungen von Perseus und Andromeda, einer Allegorie des Glücks, oder dem Raub der Europa. Von einem Christus am Kreuz aus den späten 1630er Jahren befinden sich besten Versionen in S. Lorenzo in Lucina in Rom und in der Gall. Estense in Modena. 1637 führte R. seinen letzten prestigevollen internat. Auftrag aus. Vermittelt vom Kardinalnepoten Francesco Barberini und von Kardinal Giulio Sacchetti malte er für die engl. Königin Henrietta Maria die Szene Bacchus findet die verlorene Ariadne auf Naxos (Öl/Lw., verloren) mit etwa lebensgroßen Figuren. Albani (1578) sollte mitarbeiten, aber mit dem Freund aus Studienzeiten war R. schon lange zerstritten. Als Honorar erhielt er die unglaublich hohe Summe von 5000 Scudi, was die Nachr. seines Biografen Carlo Cesare Malvasia belegt, R. sei der bestbezahlte Maler aller Zeiten gewesen. Wegen des Bürgerkriegs in England gelangte das Bild nicht an seinen Bestimmungsort, sondern in die Slg von Michel Particelli d'Emery in Paris, dessen Witwe es 1650 wegen der vielen Nuditäten zerstören ließ. Nur Kopien und ein Kpst. überliefern die friesartige Komp. der im Vordergrund agierenden Figuren vor niedrigem Horizont. - Nach seinem Tod wurde R. vom Senator Guidotti in der Krypta von dessen Fam.-Kap. in S. Domenico beigesetzt. Im Nachlass befanden sich viele unvoll., kleinere Gem., von denen einige in die Slg Sacchetti nach Rom gelangten und von dort in die Pin. Capitolina. Unvollendet hinterließ R. auch das große Altarbild Anbetung der Hirten (Öl/Lw., 1640-42, Neapel, Certosa di S. Martino) und den Entwurf für ein Altarbild in S. Ignazio in Rom, über das seit 1637 verhandelt worden war. In seinem Nachlass-Inv. sind etwa 900 Zchngn und Skizzen verzeichnet (cf. Spike, 1988). Heute kennen wir nur etwa 300 Bll. von seiner Hand. Das Œuvre der Fresken und Gem. umfasst etwa 250 Nrn (ohne die zahlr. Wiederholungen und Nachahmungen), dazu kommen 40 gesicherte Radierungen. - R. war eine schwierige Persönlichkeit: auf der einen Seite tief relig., auf der and. Seite lasterhaft und dünnhäutig. Arbeitete er nach einem weiblichen Modell, wollte er aus Anstand mit ihr nicht allein gelassen werden wollte. Beim Glücksspiel verlor er immense Summen, die er u.a. dadurch zurückzahlte, dass er sich einem Kunsthändler auf Stundenbasis verdingte. Mehr als and. war er auf seinen Stolz als Künstler bedacht. Gleichwohl sollte der Ruhm nicht seiner Person, sondern seinen Werken gelten. Während er privat bescheiden lebte, stattete er sein Atelier luxuriös aus, um distinguierte Fremde bei der Durchreise zu beeindrucken. Dem entsprach auch sein "self-fashioning": Mit Mantel und Hut bekleidet, trat er vor Publikum an die Staffelei. Finanzielle Verhandlungen führten Mittelspersonen. - R.s herausragende Bedeutung wurde schon von Zeitgen. gesehen. Nach Ludovico Carraccis Tod 1619 war er der dominierende Vertreter der bolognesischen Schule, und sein Ruhm übertraf alle and. ital. Maler des 17. Jahrhunderts. Neben Raffael, Michelangelo und Tizian zählte er zu den wenigen Künstlern, die schon zu Lebzeiten das Epitheton "divino" erhielten. Sein internat. Renommée stellte Poussin, Rembrandt oder Diego Velázquez in den Schatten, die heute höher geschätzt werden als er. Mit Rubens kann er zwar nicht im Umfang des Œuvres, aber in der Qualität einiger Spitzenwerke verglichen werden. R. strebte nach idealer Schönheit. Sein Stil basierte v.a. auf dem Stud. Raffaels und antiker Skulpturen. Bes. gerühmt wurden (und werden) die Anmut ("grazia") seiner Figuren und das Pathos seiner relig. Bilder, die auch in populären Nachahmungen ihrer Wirkung nicht entbehren. Seine Darst. von Köpfen, die verklärt oder verzückt gen Himmel blicken, wurden für Bernini, Alessandro Algardi (1598) und Giovanni Francesco Romanelli (1550) in Rom, Carlo Francesco Nuvolone in Mailand, Francesco Furini in Florenz, Massimo Stanzione in Neapel oder Bartolomé Esteban Murillo in Spanien vorbildlich. R. war kein Historienmaler im akad. Sinne, da für ihn das Narrativ eine untergeordnete Rolle spielte. Vielmehr konzentrierte er sich auf die Darst. meist nur weniger Figuren in stilisierten Posen. Weit mehr als bei and. Künstlern wurden schon zu Lebzeiten seine Werke in zahlr. Schriften und Gedichten gelobt, bes. die oben erwähnten Gem. Der Bethlehemitische Kindermord und Die Entführung der Helena. Die über den lit. Anlass hinausgehende Aussage dieser Schriften ist noch zu bestimmen. Einzelne Äußerungen R.s belegen, dass er im Sinne des empirischen Eklektizismus der Carracci von einer Konzeption der Schönheit ("le belle idee") ausging, die dem Modellstudium übergeordnet ist. Eine explizite Theorie entwickelte der wenig gebildete Künstler aber nicht. Als Lehrer war er autoritär; dennoch sind mehr als 50 Maler als Schüler oder Mitarb. R.s dokumentiert, v. a. in seinen späten Jahren. Er sah es als Statussymbol an, in seinem Atelier zahlr. Anhänger zu versammeln. Obwohl er von keinem seiner Schüler übertroffen wurde, sind neben Giacomo Sementi und Francesco Gessi (1533) v. a. Simone Cantarini, Giovanni Andrea Sirani und dessen Tochter Elisabetta als bedeutende Nachf. zu nennen. Spätere bolognesische Maler, von Domenico Maria Canuti und Carlo Cignani bis zu den Gandolfi im 18. Jh., wurden von R. beeinflusst. Für die klassizistischen Strömungen der frz. Malerei von Eustache Le Sueur bis Jean-Auguste-Dominique Ingres war er fast so bedeutend wie Raffael. Johann Joachim Winckelmann verglich ihn mit Praxiteles und Joshua Reynolds schrieb, R.s Idee der Schönheit sei höher als die jedes and. Malers. Seit der M. des 19. Jh. waren R.s Werke als akad., monoton, weinerlich und süßlich verpönt, wobei die vielen Kopien, Nachahmungen und billigen Devotionsbilder zur negativen Rezeption seines Œuvres beitrugen. John Ruskin verdammte die Gem. als "verlogen", während Bernard Berenson einen Mangel an Einfühlungsvermögen kritisierte. Die Wiederentdeckung R.s und der Barockmalerei insgesamt begann in den 1920er Jahren, setzte sich aber erst ab den 1950er Jahren mit Ausst. und WV fort. 30 Jahre später begann ein regelrechter Boom in Forsch. und Popularisierung, in dessen Folge bis heute substantielle Beiträge zu seinem Leben, Werk und Nachruhm publiziert werden, zuletzt ein Verz. der Reprod. im Kpst. mit 170 Nrn.

Werke

Bologna, Pal. Rossi: Sturz des Phaeton, Fresko, 1596-97. - PN: Samson, 1618-19; Hl. Andreas Corsini, 1638-39. - Sanktuarium der Madonna di S. Luca: Die Madonna erscheint dem Hl. Dominikus, 1597-98. Chicago, Art Inst.: Salome, 1639-40. Conscente, S. Alessandro: Martyrium der Hl. Katherina, 1606-7. Dresden, GG: Sacra conversazione, 1620-21. Florenz, Slg. Corsini: Der Hl. Andreas Corsini, 1632-4. Genua, Pal. Durazzo-Pallavicini: Vision des Hl. Eustachius, 1596. Kingston Lacy, Bankes Coll.: Scheidung von Licht und Finsternis, Fresko übertragen auf Lw., 1598-99. London, Dulwich Gall.: Johannes d. T., 1636-37. - NG: Krönung Mariens, 1607; Toilette der Venus, 1622; Anbetung der Hirten, 1640-42. Los Angeles, LACMA: Bacchus und Ariadne, 1619-20. Madrid, Prado: Marienkrönung, 1602-03. München, AP: Apoll schindet Marsyas, 1622. Paris, Louvre: David mit dem Haupt Goliaths, 1605-06. - Notre-Dame: Hiob empfängt die Geschenke des Volkes, 1635. Rom, GN d'Arte Antica Pal. Corsini: Hl. Maria Magdalena, 1631-32. - Pal. Pallavicini-Rospigliosi: Zehn Puttenpaare in einer fingierten Pergola von Paul Bril, Fresko, 1611-12. - S. Maria in Vallicella, Kap. des Hl. Filippo Neri: Der Hl. Filippo Neri verehrt die Madonna, 1614. - Pal. Vaticano, Sala delle Nozze Aldobrandine: 3 Samson-Szenen. - Sala delle Dame: Erscheinung des Hl. Geistes, Transfiguration, Himmelfahrt Christi, Fresko, 1607-08. - Mus. Vaticani, Pin.: Madonna mit dem Kind und die Hl. Thomas und Hieronymus, 1634. Siena, S. Martino: Beschneidung Christi, 1638-39. Wien, KHM: Taufe Christi, 1622-23.

Ausstellungen

G: 2010-11 Liverpool, Walker AG.

Bibliographie

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Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Reni, Guido, gen. I1 Guido, in Frankr. Le Guide, Maler, Radierer u. Bildhauer, *4. 11. 1575 Calvenzano, †18. 8. 1642 Bologna. Sohn eines Musikers. Trat, selbst musikalisch hochbegabt, mit 9 Jahren bei D. Calvaert in die Lehre. Gegen 1595 Eintritt in die CarracciWerkstatt. 1598 beschäftigt bei Bemalung der Fassade des Pal. Pubblico aus Anlaß des Einzuges Papst Clemens VIII. in Bologna. Gleichzeitig erste Versuche in der Radierkunst: 9 Bl. Festdekorationen. 1599 einstimmig zum Consigliere der Malerzunft gewählt. Um 1600 zum 1. Male in Rom, wo er 1602 (19. 12) eine Vollmacht ausstellt, die die Erwerbung eines Hauses in der Contrada Mirasole in Bologna betrifft. 1603 Heimkehr nach Bologna zur Leichenfeier für Agostino Carracci; führt 7 Bll. Rad. mit den von der Accad. degli Incamminati del disegno für die Totenfeier errichteten Dekorationen aus. 1604 Anteilnahme an der Fresko-Ausmalung des Vorhofes der Kirche S. Michele in Bosco (nicht erhalten). 1605 betritt R. zum 2. Male röm. Boden (schon 18. 2. 1604 in den Büchern der Akad. S. Luca erwähnt), dieses Mal zu langem, wenn auch wiederholt durch Reisen nach Bologna, Ravenna u. Neapel unterbrochenem Aufenthalte. Den Weg ebnet ihm die Gönnerschaft des Kardinals Scipione CaffarelliBorghese. Eine Überfülle von Aufträgen setzt sofort ein, die eine weitgehende Inanspruchnahme von Gehilfen bedingt. Erst Frühjahr 1622 kehrt er zu dauerndem Aufenthalte in die Heimat zurück, wo er nach demTodeLod. Carraccis jetzt den ersten Platz einnimmt. 11. 11. 1629 zum Princeps der röm. Akad. S. Luca gewählt, lehnt aber ab. Rastlos tätig bis zuletzt und mit Aufträgen nicht nur von ital. Fürsten und Stadtbehörden, sondern auch von ausländischen Potentaten überhäuft, hinterließ er laut Sandrart trotzdem nur Schulden, woran die Hauptschuld wohl eine unglückliche Spielleidenschaft trug, die ihn zu massenhafter Produktion zwang, aus der sich die Ungleichwertigkeit namentlich der Werke seiner Spätzeit erklärt. R.s künstler. Entwicklung ist noch nicht völlig klar zu übersehen; auffallend ist die Wandlung seiner Palette. "Er macht am durchgreifendsten die Wandlung durch, die sich in der gesamten Malerei Italiens vollzieht, von kontrastreicher Hell- und Dunkelmodellierung bei scharf einfallender Beleuchtung mit tief leuchtenden Farben zu einer Modellierung, Farbe in Farbe bei lichtem Allgemeinton mit grünlichen Reflexen und kalten, hellen Tönen" (Posse, Die ital. Mal. d. 17. u. 18. Jh. [Berliner Galeriewerk]). Man hat 2 Manieren - eine goldtonige-warme und eine silbertonige-kühlere - in R.s Palette unterschieden. Sehr schnell hat sich R. zur Selbständigkeit des Stiles durchgerungen. Wenn die aus S. Bernardo in Bologna stammende, jetzt in der dort. Pinak. bewahrte Krönung Mariä noch eine Beeinflussung durch Calvaert zeigt, so offenbart R. doch schon in den Werken der allernächsten Zeit eine ausgeprägte Eigenart, unterstützt durch die der Individualität jedes Schülers freien Raum gebende Lehrmethode der CarracciWerkstatt. Zur vollen Reife gelangt R. allerdings erst während seines 2. röm. Aufenthaltes, in dem er seine Meisterschaft in der monumentalen Freskogestaltung zu einer auch in seiner späteren Zeit nicht wieder erreichten Höhe entwickelt hat. Die Kreuzigung Petri im Vatikan hat den Anlaß dazu gegeben, bis zum Überdruß von einem Caravaggismus bei R. zu sprechen; aber man hat dabei ganz außer acht gelassen, daß die für R. ungewohnte stilistische Haltung dieses Bildes auf einen Wunsch des Bestellers zurückzuführen ist, ein Werk im Stil Caravaggios zu erhalten, dem dieser Auftrag zuerst zugedacht war. Anklänge an die klassische griech. Skulptur (Niobestatue), wie sie Burckhardt u. a. in der klagenden Mutter des "Bethlehemitischen Kindermordes" (Bologna, Pinak.) und den Mater Dolorosa-Köpfen R.s zu sehen glaubten, liegen weniger in bewußtem Zurückgreifen auf die Antike als in einem wahlverwandten Gefühl für edle Harmonie u. Proportion begründet. Mehr durch das Gegenständliche als durch den Stil bedingt sind endlich gewisse Ähnlichkeiten mit Rubens (z. B. der kleine Bacchus der Dresdner Gal.) oder mit Ribera (Hl. Hieronymus der Gal. Liechtenstein, Wien; Schindung des Marsyas in München, Pinak., in Toulouse. Mus., u. a. 0.). Die Beurteilung R.s hat im Laufe der Zeit starke Schwankungen durchgemacht: dem überschwenglichen Lobe der Zeitgenossen und der weitverbreiteten Schwärmerei auch späterer Zeiten steht eine vielfach vernichtende Kritik oder zumindest kühle Gleichgültigkeit der Gegenwart gegenüber. Sehr geschadet hat seinem Ansehen die große Zahl minder guter oder Werkstatt-Wiederholungen gewisser Werke, namentlich der sentimentalen Ecce Homo- und Mater Dolorosa-Köpfe, überhaupt die große Willfährigkeit gegenüber dem süßlich-frömmelnden Geschmack vieler seiner Zeitgenossen. Die bleibenden Werte der Kunst R.s liegen in der Harmonie u. Rhythmik seiner Hauptwerke, wie der berühmten Aurora im Casino Rospigliosi, der Assunta in S. Ambrogio zu Genua, der Krönung Mariä in S. Domenico zu Bologna und der (leider schwer zugänglichen) Fresken der Quirinalskapelle in Rom, ferner in der echten Idealität mancher Köpfe und zumal in der einschmeichelnden Grazie einzelner weiblicher Gestalten. R.s eigentliche Domäne ist nicht das dramatisch Zugespitzte, Ausdruckgeladene oder das figurenreich Erzählende im Sinne etwa der die Raffaeltradition wiederbelebenden Freskomalerei seines Mitschülers u. Rivalen Domenichino, sondern das einfache, meist mittelgroße Fresko oder Tafelbild mit wenigen Figuren bzw. einer einzigen Gestalt, die Halbfigur oder der bloße Kopf. Während seine Zeitgenossen neuartige malerische oder dekorative Wirkungen studierten, ging R. solchen Bestrebungen gern aus dem Wege, namentlich seit seiner endgültigen Rückkehr aus Rom. Immer stärker akzentuiert sich seine Vorliebe für symmetrisch angeordnete Frontalgestalten, für flächig-reliefartige Figurenreihungen wie überhaupt für alle Arten einfacher Nebeneinanderstellung, die durch den musikalichen Wohllaut des Zusammenklanges von Bewegung u. Gewandung geadelt erscheinen. Die malerischkoloristische Komponente ist für ihn dagegen verhältnismäßig unwichtig; R.s oft zum Süßlichen oder zum geschmacklos Kontrastierenden neigende Farbe und die atmosphärische Leere beeinträchtigen sogar nicht selten die Wirkung selbst seiner besten Bilder. Als Radierer führte R. eine Reihe ungleichwertiger, meist skizzenhaft behandelter u. ohne Absicht gewerblicher Ausnützung gedruckter Blätter aus. Laut Calabi (briefl. Mitt.) gehören R. nicht mehr als 40 Rad., einschließlich der Folge der obengen. Festdekorationen für den Einzug Clemens VIII. in Bologna und einiger von Bartsch seiner Schule zugeschrieb. Blätter. Seine Rad. wurden viel kopiert, seine Figuren nachgeahmt, seine Originalplatten retuschiert und überarbeitet. Als Bildhauer fertigte R. laut Malvasia einen Kopf des Seneca und "una delle due statue" für S. Cristina in Bologna (s. u.). Werkverz. (Auswahl) : A scoli Piceno, Pinak.: Verkündig. Mariä (Cantalamessa in Dedalo, III, A. I p. 161/66). - Barnard Castle, Bowes Mus.: Tod der Lucrezia. - Bath, Holburne of Menstrie Mus.: Grablegung; Einschiffung des Antonius u. der Kleopatra. - Bergamo, Accad. Carrara: Hl. Francesco di Paola. - Berlin, K.-Fr.-Mus.: Die Einsiedler Antonius u. Paulus; Venus u. Amor; Mater dolorosa. - Bologna, S. Bartolomeo: Mad. mit Kind. S. Domenico: Glorie des hl. Dominikus (Fresko, 1612 voll.; ein Hauptwerk); ebda, Capp. del Rosario: Die 15 Wunder des Rosenkranzes (zus. mit Calvaert, Cesi u. Lod. Carracci). S. Salvatore: Altarbild: Christus (1620. Verschollen). Pal. Rossi (früher Zani): Sturz des Phaeton (Fresko). Pinak.: Beweinung Christi und Schutzheilige von Bologna (großes Altarbild von 1616, ein Hauptwerk); Krönung Mariä (Frühwerk); Bildnis des Goldschmieds Jacobs (Zuschr.); Simson; Hl. Andrea Corsini; Mutter des Künstlers (publ. von Patrizi in Emporium, 19 [1904] 323); Amme des Künstlers; Tod Abels (Ricci in Cronache d'arte, 5 [1928] 299/306); Christuskopf (Pastell); Frauenkopf (Zuschr. von Mauceri in Boll. d'arte, 1930/31 p. 234ff.); Mad. del Rosario; Kindermord zu Bethlehem; Kreuzigung; Hl. Sebastian. - Bonn, Prov.-Mus.: Judith. - Brüssel, Kgl. Mus.: Flucht nach Ägypten (bez. [echt?]: Guido Bolognese); Sitzende Sibylle. - Caprarola, Pal. Farnese: Hl. Silvester (Zuschr.). - Cesena, Pinak.: Madonnenkopf; Ecce homo. - Chantilly, Mus. Conde. Mad. della Pace. - Dijon, Mus.: Adam u. Eva. - Dresden, Gem.-Gal.: Hl. Hieronymus; Ecce homo; Der Auferstandene vor seiner Mutter (Frühwerk); Venus u. Amor; Bacchusknabe; Christus in der Vorhölle; Semiramis u. Ninus; Thronende Mad. nit Heiligen. - Dulwich, Gal.: Joh. d. T. - Edinburgh, Nat. Gall.: Ecce homo. - Faenza, Pinak.: Thron. Mad. mit Kind u. den h11. Franz u. Christine; Hl. Joseph. - Fano, S. Pietro in Valle: Verkündigung Mariä. - Florenz, Uffizien: Betender Mönch; Keusche Susanna; Mad. della Neve; Hl. Bernhard v. Clairvaux; Mad. mit Kind u. d. Johannesknaben (Zuschr. von Frizzoni in Arch. st. d. arte, 5 [1892] 185ff.); Kumäische Sibylle; Bradamanteu. Fiordispina; Madonna; Selbstbildnis. Pitti: Kopf eines Alten; Bacchusknabe; Hl. Elisabeth; Caritas; Reuiger Petrus; Elieser u. Rebekka. Gal. Corsini: Lukrezia; Bradamante u. Fiordispina (?). Sig' Luigi Battistelli: Hl. Mönch (?). SIg Volterra: Kleopatra (Zuschr. von Bodmer in Riv. d'arte, 11 [1929] 73ff.). - Forli, S. Biagio: Unbefleckte Empfängnis. - Genua, S. Ambrogio: Himmelfahrt Mariä (bestellt 1616; ein Hauptwerk). Pal. Bianco: Sibylle (3 andere im Vorrat; von Ricci Gessi zugeschr.). Pal. Reale: Hl. Magdalena. Pal. Rosso: Hl. Sebastian; Christus. Slg Durazzo-Pallavicini: Hl. Franziskus. Privatbes.: HI. Hieronymus (Zuschr. von M. Bonzi in Il Raccoglitore Ligure, III Nr. 1, v. 31. 1. 1934). - Glasgow, Mus.: Reuige Magdalena (Zuschr.). - La Valetta (Malta): Palast des Großmeisters: Kreuztragung; Jesus u. Maria; Die hll. Carlo Borromeo, Diego u. Ursula (Zuschr.). Mus.: Hl. Petrus. - Leipzig, Mus.: Joh. Ev. - Leningrad, Ermitage: Reuiger Petrus; Kleopatra; Hl. Hieronymus, betend; Die Nähschule; Disput über die Unbefleckte Empfängnis; Anbetung der Hirten (Achteck); Hl. Joseph mit dem Christuskind. - Lissabon, Mus. Nac.: Selbstbildnis. - Liverpool, Walker Art Gall.: Lucrezia. - London, Nat. Gall.: Krönung Mariä; Das Christuskind umarmt den Johannesknaben; Ecce homo; Susanna im Bade; Lot u. s. Töchter (ein Hauptwerk); Himmelfahrt Mariä. SIg Henry Harris: Geburt des Johannes; Darstellung im Tempel. - Loreto, S. Casa: Die Nähschule (Schulreplik?). - Lucca, S. Maria d. Orlandini: Mad. della Neve. Mus. comunale: Christus arn Kreuz u. die hll. Katharina u. Julius. - Lyon, Palais des Beaux-Arts : Bradamante. - Madrid, Prado: Mad. della Sedia; Hl. Jakobus; Hl. Magdalena; Hl. Sebastian. - Mailand, Brera: Hl. Joseph; Die Apostel Petrus u. Paulus; Petrus, lesend; Mater dolorosa (?). Ambrosiana: Christus am Kreuz. Sg' Carlo Bone1L: Hl. Andreas. - Miraljiore (Ancona): Hl. Magdalena. - Modena, Gall. Estense: Hl. Rochus im Gefängnis (1617); Lesender Heiliger; Christus am Kreuz (1639). - München, Pinak.: Schindung des Marsyas (vgl. Toulouse u. Turin). - Nantes, Mus.: Joh. d. T. - Neapel, Pinak.: Hippomenes u. Atalante; Vanitas u. Modestia; Die 4 Jahreszeiten. Ch. dei Gerolamini: Flucht nach Ägypten; Hl. Franziskus; Joh. d. T. (Sakristei). S. Martino (Certosa): Anbetung der Hirten (vgl. Wien Liechtenstein). Olivetani: Hl. Franziskus. Mus. Filangieri: Madonnenkopf. - New York, Metrop. Mus.: Tod des hl. Joseph. - Padua, Eremitani (Sakristei) : Joh. d. T. (? von Fiocco Desubleo zugeschr.). - Paris, Louvre: David m. d. Haupte Goliaths; Simson u. Delila; Verkündig. Mariä (Cantalamessa in Dedalo, III, A. I 161166); Maria mit dem schlafenden Kind; Maria mit Kind u. d. Johannesknaben; Schlüsselübergabe an Petrus (aus einer Kirche in Fano); Gethsemane; Ecce homo; Hl. Magdalena (Kupfer); Hl. Sebastian (von Jacobsen in Rep. f. Kstwiss. 25 [1902] 273 Cavedone zugeschr.); Hl. Franziskus; Malerei u. Zeichnung; Entführung d. Helena; 4 Taten des Herkules: Herkules u. die Hydra, Herkules u. Achelous, Herkules auf dem Scheiterhaufen u. Raub der Dejanira (f. d. Herzog v. Mantua gemalt, später in d. Slg Karls I. v. England, 1671 im Bes. Ludwigs XIV.). - Parma, SIg Bonati: Hl. Franziskus. - Pietraforte, S. Stefano: Auffindung des hl. Kreuzes. - Pisa, Mus. civ.: Himmlische u. irdische Liebe (Vorzeichn. i. d. Akad. Venedig (Moschini in Boll. d'arte, 25 [1931/32] 78f.).- Potsdam, Neues Palais: Diogenes; Lukrezia. Gal. Sanssouci: Caritas; Porzia. - Ravenna, Dom (Capp. del Santissimo) : Christus u. die Erzengel in Glorie (Kuppelfresko, 1620); Mannahlese (Altarbild; dazu Ricci in Felix Ravenna, Fasc. 10, apr. 1913, p. 414 [11]ff.). - Richmond, Slg Cook: Reuiger Petrus. - Rom, Gall. Albani: Hl. Joseph; Madonna; Bacchus u. Ariadne (vgl. De Benedetti in Apollo, London, 11 [1930] 23). Gall. Barberini: Schlafender Cupido; Hl. Andrea Corsini in Ekstase; sog. Beatrice Cenci (vgl. Gradara in Arte e Storia 1914). Gall. Borghese: Moses mit den Gesetzestafeln. Gall. Capitolina: Selbstbildnis; Anima beata; Hl. Sebastian. Gall. Colonna: Hl. Agnes; Hl. Franziskus. Gall. Corsini: Jugendl. Joh.; Contemplazione; Hl. Joseph; Salome mit dem Haupte Joh. d. T.; Mater dolorosa; Ecce homo. Gall.Doria: Kampf der Amoretten; Mater dolorosa. Gall. Rospigliosi-Pallavicini: Ecce Homo (Pastell); Befreiung d. Andromeda. Gall. S. Luca: Bacchus u. Ariadne; Fortuna (häufig wiederholte Komposition, vgl. Tolentino); Amor, scherzend. Gall. Spada: Lukrezia; Judith; Bildnis des Kardinals Bernardino Spada. Vatikan. Pinak.: Mad. in Glorie mit den hll. Thomas u. Hieronymus; Kreuzigung Petri; Hl. Matthäus. Sig Ansaldi: Schlafender Cupido. Privatbes.: Weibl. Bildnis. Pal. del Quirinale, Capp. dell' Annunziata; Fresken (1610); Verkündigung Mariä (Altarbild). Pal. Rospigliosi-Pallavicini, Casino: Deckenfresko der Aurora (1614). Vorzeichnung in d. Albertina, publ. von Meder in Die graph. Künste, 48 (1925), Beibl. p. 40f.; Plafonddekoration (10 Puttenpaare an Blumenvasen) einer kleinen Loggia (R. Eisler in Burl. Magazine, 7 [1905] 313/23). Pal. del Vaticano, Sala delle Nozze Aldobrandine: 3 Fresken aus d. Gesch. Simsons (1609). Battistero Lateranense (S. Giovanni in Fonte): Hl. Filippo Neri (Fresko). S. Carlo ai Catinari: Hl. Carlo Borromeo (Fresko; Cantalamessa in Boll. d'arte, 4 [1910] 274/76). S. Cecilia: Enthauptung der hl. Cäcilie (Zuschr.). S. Gregorio Magno, Capp. di S. Silvia: Engelkonzert (Fresko, ca 1608); ebda, Capp. di S. Andrea: Hl. Andreas betet das Kreuz an (Fresko; ein Hauptwerk). S. Lorenzo in Lucina: Christus am Kreuz. S. Luigi dei Francesi: Kopie von Raffaels hl. Cäcilie. S. Maria d. Concezione: Erzengel Michael (berühmtes Hauptbild). S. Maria in Montesanto: Christus (Zuschr.). S. Maria in Vallicella: Mad. erscheint dem Hl. Filippo Neri. S. Maria d. Vittoria: Bildnis des Kardinals Berlinghiero Gessi. S. Paolo fuori: Hl. Margarete v. Cortona. S. Trinità dei Pellegrini: Gottvater (Kuppelfresko); Hl. Trinität (großes Hochaltarbild). - Rovigo, Pin. dei Concordi: Mater dolorosa. - Sarasota, Ringling Mus.: David mit d. Haupt Goliaths (ganze Figur); Hl. Anna, das Jesuskind badend. - Schleißheim, Gem.-Gal.: Himmelfahrt Mariä. - Siena, Pinak.: Schlafender Amor (?). S. Martino: Darstellung im Tempel (1639); Tod Mariä. - Stockholm, Slg Juan Traugott: Schlafender Amor (Zuschr. von Walter Singer in Der Kunstwanderer, 1929J30 p. 135). - Tolentino, Mus.: Maria, das Kind anbetend (von E. Sirani voll.); Fortuna (?). - Toulouse, Mus.: Kreuztragung; Schindung des Marsyas. - Turin, Pinak.: Schindung des Marsyas; Kampf der Amoretten; Hl. Agnes; Job. d. T.; Tod der Lukrezia; Tod der Kleopatra (Sementi zugeschr.); Hl. Franziskus. Sig. Caterina BrunicardiValerio: Diana u. Endymion. - Verona, Castelvecchio: Damenbildnis (?). - Volterra, Dom: Hl. Magdalena (unter Mitarbeit eines Malers Camillo 1634 gemalt; vgl. Th.-B. XVIII 585, Z. 20ff.). - Wien, Kunsthist. Mus.: Sibylle; Maria, das schlafende Kind anbetend; Taufe Christi (1623); Die 4 Jahreszeiten; Reuiger Petrus; ebda, Vorrat: Verkündigung Mariä; Darstellung im Tempel; Heimsuchung Mariä; Junger David; Amor. Gal. Liechtenstein: Schlafendes Christuskind; Magdalena; Hl. Hieronymus; Anbetung der Hirten; Joh. d. T.; Joh. Ev. - Zeichnungen u. a. in der Gal. Corsini, Rom; Uffizien, Florenz; Albertina, Wien; Nat.-Mus. Budapest; Louvre, Paris, usw. Plastische Arbeiten: Bologna, S. Cristina: Statuen der Apostel Petrus u. Paulus (Malaguzzi in Cronache d'arte, 3 [1926] 227/30, m. Lit.). Lit.: (außer der oben gen.): G. Reni, Disegni degli Apparati fattl in Bologna etc. l'anno 1598, Bol. 1598. - N. Tebaldini, Lodi al Signor G. R., Bol. 1632. - A. Marescotti, Il Ratto di Elena di G. R., Bol. 1633. - Em. Vizzani, La Maddalena dell' Em. e Rev. Sig. Card. Santacroce dip. da G. R., Bol. 1633. Trionfo del Pennello, racc. d'alcune compositioni nate a gloria d'un ratto d'Helena di G. R., Bol. 1634. Giov. Pellegrino Pancaldi, Il Trionfo di Giobbe dip. da G. R., Bol. 1637. - G. M. Grimaldi, L'Arianna del Sig.' G. R., Bol. 1640. - G. Baglione, Le Vite d. pitt. etc., 1642. - Ridolfi, Le maraviglie dell' arte etc., 1648; Ausg. Hadeln, Berlin 1914/24, I 11. - G. Bertolotti, Descriz. del nobiliss. ornato di pitture che s'ammira n. Capp. di S. Antonio da Paolo a posta nell' insigne Colleg. di S. Petronio, Bol. 1662. - C. De Bie, Het Gulden Cabinet [1662], p. 52 (Rhenus). - A. Masini, Bologna perlustrata, 3• ed. 1666 p. 630. - [A. Félibien,] Entretiens sur les vies etc. des plus excellens peintres, Paris 1666 u. ö. - G. P. Bellori, Vite dei pittori etc. modemi, 1672; ed. Pisa 18.21, 182, 104.107, 212; II 20, 36, 154, 176, 187, 200. - J. v. Sandrart, Teutsche Acad., 1675; Ausg. A. R. Peltzer, Münch. 1925. C. C. Malvasia, Felsina pittrice, Bol. 1678; 2e ed. Bol. 1841, II, Indice de' pitt. p. XXXII u. LXXIII. - Bocchi e Cinelli, Le Bellezze di Firenze, Pistoja 1678, p. 408, 497, 499. - Fil. Baldinucci, Not. d. prof. del disegno etc., 1681/1728; ed. 1845/47, IV 12/50; deys., Dal Baroccio a Salv. Rosa. Vite dei pittori it. del'600 scelte e annotate da Guido Battelli, o. J. [1915]. - P. A. Orlandi, Abeced. pitt., Bol. 1704. - O. Leoni, Ritratti di alcuni cel. pittori del sec. XVII, Rom 1731. - Taia, Descr. del Pal. Ap. Vaticano, Rom 1750, p. 99f., 279. - Bottari, Lettere s. pittura, 1754/83; ed. Ticozzi, 1822/25, I 295/97; VIII 34. - P. J. Mariette, Abecedario, 4 (Arch. de l'art fr. 8 [1857/58]), p. 360ff. Titi, Descr. d. pitt. etc. in Roma, 1763. - G. B. Passeri, Le vite d. pitt. etc., 1772; ed. Hess 1933. - Descriz. dei quadri del Ducale Appartamento di Modena, Mod. 1784. - L. Lanzi, Storia pift. d. It., 1795/96 u. ö. - Malvasia, Il claustro di S. Michele in Bosco etc., Bol. 1794. - A. Bartsch, Catal. rais. des est. grav. à l'eau-forte par G. R., Wien 1795. - J. D. Fiorillo, Gesch. d. zeichn. Künste, 2 (1801). - Landon, Vies et oeuvres des peintres les plus célébres, Paris 1805. - [H. H. Füßli,] Kstlerlex., 2. Tb., 1806/21. - A. Bartsch, Le peintre grav., 18 (1818) 277/329. - A. Neu-Mayr, Descr. di due dipinti etc., Vened. 1833. - A. B. Amorini, Vita di G. R., Bol. 1839. - Gaye, Carteggio ined. di art., 3 (1840) 545. - Gualandi, Memorie orig. it., 1 (1840) 8, 10f., 118ff., 121, 123, 142, 150, 186ff., 197; 2 (1841) 44, 162, 179; 5 (1844) 167f., 176f. - Giordani, Cenni sopra diverse pitture staccate dal muro e trasportate su tela e specialm. di una grandiosa di G. R., Bol. 1840. - A. Ricci, Iscriz. sepolcrale di G. R., ed. Elisab. Sirani in Domenico a Bologna, Bol. 1842. - Nagler, Kstlerlex., 13 (1843). - A. B. Amorini, Vite dei pitt. etc. bol., parte 5, Bol. 1843, p. 5/31. - S. Muzzi, Not. stor. di quattro insigni dipintori, Bol. 1844. - Baruffaldi, Le vite d. pitt. etc. ferraresi, 1844/46, II 130ff. - G. Rosini, Storia d. pitt. it., Pisa 1852. - Renouvier, Des types etc. des maltres graveurs, 2 (1854) 30, 65. - Dussieu z u. a., Mém. sur les membres de l'Acad. Roy., 2 (1854). - Campori, Gli artisti etc. n. stati est., 1855 p. 399/405. - F. Guizot, Études sur les b.-arts, Paris 1855, p. 249/54. - Ch. Blanc, Le Trésor de la curiosité, 1857, II, Reg. s. v. Guide (le). - E. Pistolesi, L'Aurora di G. R. descr. e ill., Rom 1859. - Rosi, Manuale pift. felsineo, Bol. 1859. - Not. int. etc. della B. V. del Suffragio dip. da G. R. nella ch. parr. di S. Bartolomeo a Bologna, 1861. - Barnabita, Mern. intorno alla Ch. dei SS. Biagio e Carlo ai Catinari, Rom 1861. - P. Selvatico, Arte e artisti, Padua 1863, p. 217/22. - C. Galvani, L'Assunta dip. da G. R. per la Confraternita di S. M. degli Angioli in Spilimbergo, Modena 1864. - Raffaelangelo da Faenza, Madonna del Suffragio dip. da G. 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QuelleSource