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Piano, Renzo

Ciccarelli, Lorenzo
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Weitere Namen
Piano, Renzo
Geschlecht
männlich
Beruf
Architekt; Designer
GEO-Nachweis
Genua; Paris
Staat
Italien
Geburtsdatum
1937.09.14
Geburtsort
Pegli
Fundstelle
AKL XCV, 2017, 370
Further Names
Piano, Renzo
Gender
male
Occupation
architect; designer
Geographical data
Genua; Paris
Country
Italy
Date of birth
1937.09.14
Place of birth
Pegli
Location
AKL XCV, 2017, 370
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Piano, Renzo, ital. Architekt, Designer, *14.9.1937 Pegli b. Genua.

Biogramm

P. wird 1937 in Pegli, einer an der westlichen Peripherie gelegenen Vorstadt Genuas, geboren. Nach einem Archit.-Stud. an der Univ. Florenz seit 1958 wechselt er 1968 an das Polytechnikum Mailand. Nach Abschluss des Stud. 1964 beschäftigen ihn von A. an experimentelle Projekte und Bauweisen. 1969 begründet er mit dem Architekten Richard und dessen Ehefrau Su Brumwell Rogers die Partnerschaft "Piano & Rogers" mit Sitz in Genua und London. Zus. mit dem durch das Opernhaus in Sidney berühmt gewordenen Ing.-Büro Ove Arup & Partners gelingt es dem jungen Archit.-Büro 1971 den Wettb. für das Centre Beaubourg, das zur Erinnerung an den damaligen frz. Präs. in Centre Pompidou (1971-77) umbenannt wurde, für sich zu entscheiden. Mit dieser Entscheidung wird der ital. Architekt internat. bekannt. Er löst die Partnerschaft mit Rogers und verbindet sich beruflich mit dem irischen Ing. Peter Rice zum Büro "P. & Rice". 1981 entsteht sein bis heute aktives Archit.-Büro "Renzo Piano Building Workshop" (RPBW) mit den Hauptsitzen in Genua und Paris. Die seit 1982 mehr als 100 von RPBW entworfenen und zur Ausf. gebrachten Bauwerke haben P. internat. Anerkennung und Preise eingetragen, angefangen von der Gold-Med. des RIBA (1989) über den Premium Imperiale (1995), den Pritzker Prize (1998) bis hin zum Leone d'oro alla carriera (2000) und der Gold-Med. des Amer. Inst. of Architects (2008). 2004 wird in Genua die Fond. Renzo Piano gegründet, die das Archiv des Büros betreut, der Ausb. von Architekten dient und durch Ausst. und Publ. die Verbreitung von Information über Archit. fördert. 2014 wird P. zum Senator der Republik Italien auf Lebenszeit ernannt. - Bereits die Zeit seiner Ausb. 1958-71 ist durch auf der Baustelle durchgeführte Experimente zur Wechselwirkung zw. neuer Form und modernsten Mat. geprägt. Für P., der aus einer Fam. von Bauunternehmern stammt - sein älterer Bruder Ermanno (*1928, †1991) folgt dem Vater Carlo in der Ltg der Fa. - ist Archit. "die Kunst und die Technik des Bauens". Auf der Grundlage dieser Voraussetzung wählt er seine Vorbilder: die berühmten Ing. Pier Luigi Nervi und Arup, die Mailänder Architekten Franco Albini, für den er 1960-62 arbeitet, und Marco Zanuso, dessen Univ.-Ass. er 1966-68 ist; Giuseppe Ciribini, der Ing., bei dem er sein Stud. mit einer Arbeit über die Koordinierung von Fertigbauteilen abschließt; Jean Prouvé, dessen Vorlesungen am Conservatoire nat. des arts et métiers (CNAM) in Paris er hört; den auf Kunststoffe (das Mat. Plastik) spezialisierten poln. Ing. Zygmunt Makowski (1922-2005); Robert le Ricolais, den frz.-amer. Pionier auf dem Gebiet des Leichtbaus. Dank der personellen und mat. Ressourcen des Bauunternehmens der Fam. konstruiert P. 1965-69 einige interessante Bauten mit vorgefertigten Plastikbauelementen. Ihn interessiert von A. an der Leichtbau in der Archit. und die praktische Arbeit auf der Baustelle. P.s Ansicht nach ist "die Aufgabe eines Architekten gute Archit. zu machen, sein Handwerk ordentlich auszuüben" (P., Il mestiere più antico del mondo, in: Micromega, 2:1996). Entgegen der historisierenden Konzepte und Theorien der Postmoderne verfolgt P. einen experimentierfreudiger Pragmatismus. Während P.s Ansehen als Architekt internat. immer mehr zunimmt, wird er von der ital. akad. Kritik, die den Architekten als Intellektuellen bevorzugt, mit Skepsis beobachtet. Der Fertigbau, die Mat. des Leichtbaus und die Liebe zum passgenauen Entwurf konstruktiver Verbindungsteile und zum Detail befördern das Einvernehmen mit Rogers in London, wo P. seit 1969 an der Archit. Ass. School unterrichtet. Bei der endgültigen Formulierung seiner archit. Vorstellungen spielen für P. als aufmerksamen Beobachter der brit. Avantgarde die Begegnung mit Reyner Banham und die Lektüre dessen "The Archit. of the Well-Tempered Environment" von 1964 eine entscheidende Rolle. Der nie realisierte "Fun Pal." (1961) von Cedric Price und die verführerischen Fotomontagen der Zs. "Archigram" zählen zu den entscheidenden Referenzpunkten für das siegreiche Studio P. & Rogers im Wettb. für das Centre Pompidou 1971. 1971-77 ist der Architekt mit der Pariser Großbaustelle mit ihren zahlr. unvorhersehbaren Zwischenfällen, den techn. Schwierigkeiten und juristischen Auseinandersetzungen beschäftigt. Aus den Erfahrungen mit dem Centre Pompidou erwächst ihm ein erster Kernbestand an verlässlichen Mitarb., die ihn in den kommenden Jahrzehnten begleiten werden: Shunji Ishida (*1944), Noriaki Okabe, Bernhard Plattner (vor 1946). Vergrößert und komplexer, ist das Centre Pompidou die konsequente Fortführung der baulichen Experimente der Vorjahre. Die Trockenmontage vorgefertigter Bauteile, bis ins kleinste Detail studiert und verfeinert, als seien sie Industrial Design Objekte, wie etwa die berühmten "Gerberetten", die von Peter Rice entwickelten Endstücke zur Verankerung der Gerberträger in den Stützen der Fassade. Das Centre Pompidou hatte entscheidenden Einfluss auf die Modernisierung der trad. Mus.-Konzepte in Richtung der Planung von flexiblen Ausst.-Flächen, einer engen Anbindung des Gebäudes an den städt. Raum und der Bündelung mehrerer Funktionen mit Bibl., Kinosälen, Auditorium, Erholungs- und Veranstaltungsräume. Von Architekten und der einschlägigen Kritik überwiegend abgelehnt, wurde das Centre Pompidou dagegen vom Publikum sofort gut angenommen und entwickelte sich mit der Zeit zu einem der Wahrzeichen von Paris. 1977 erfolgt nach Abschluss der Arbeiten und der Eröffnung des Centre Pompidou der Zusammenschluss mit Peter Rice, der bislang bei Ove Arup & Partners tätig war, dem Ing.-Büro, mit dem P. in den kommenden Jahrzehnten auch weiterhin zusammenarbeiten wird. 1977-81 entwickeln "P. & Rice" eine Reihe experimenteller Techniken und Bauweisen, wie etwa den Fiat VSS Prototyp (1978-80) oder das beim Bau des Il Rigo Quartiers in Corciano b. Perugia angewendete System einer flexiblen Konstruktion mit Fertigbauteilen aus armiertem Beton (Evolutive Housing) oder aber wie bei dem von der UNESCO geförderten Laboratorio di Quartiere in Otranto 1979 den Versuch, die Bevölkerung an den techn. innovativen Rest.-Arbeiten in der hist. Innenstadt zu beteiligen. 1982 ist das entscheidende Jahr, das die theoretischen und konstruktiven Prinzipien der Archit., die P. in den folgenden Jahrzehnten unermüdlich verfolgen wird, endgültig klärt. Auf Empfehlung des Pontus Hulten, Kurator des Centre Pompidou, betraut die Sammlerin Dominique de Menil (1908-97) P. mit dem Mus.-Bau für ihre außerordentliche Kunst-Slg. An der Menil Coll. in Houston/Tex., zu der Rice entscheidend beiträgt, zeigen sich einige char. Merkmale, die sich als emblematisch für P.s Archit. erweisen werden. Klarheit der Komp. und strenge Raumordnung; am Kontext orientierte Kalibrierung der Dimensionen; sorgfältig abgestimmte und diskrete Ausst.-Räume, die der Optimierung des Werks dienen; einfallsreiches und präzises Design der Bedachungselemente in den sog. Blättern aus Stahlbeton, die mit millimetergenauer Präzision das natürliche Licht filtern; die virtuose Nutzung einer Stahlkonstruktion zus. mit Glas. Das Einvernehmen zw. P. und Dominique de Menil initiiert jene besondere, mit der Zeit perfektionierte Art des Planens, die auf dem beständigen aktiven Sich-Austauschen mit dem Auftraggeber über den Fortgang des Projekts beruht. Das Gespräch mit einer passionierten Kunstsammlerin wie Menil stimuliert P.s lebhaftes Einfühlungsvermögen und seine poetische Einbildungskraft als Gegengewicht zu seiner Neigung zur Technik und dem ausgeprägten konstruktiven Pragmatismus. Von der Kritik bes. hervorgehoben wird das natürliche Licht, das für P. nun erstmals eine entscheidende Rolle spielt. Reyner Banham beschreibt "…die Qualität des Lichts, das das Menil durch die Sonnenblenden durchflutet, ist atemberaubend"; ein Licht, "das einen Maßstab setzt, der künftigen Architekten den Schlaf rauben wird" (Banham, Art in America, 75:1987, S. 124-29). Zu einem entscheidenden Faktor in P.s kultureller und künstlerischer Formung werden die engen Freundschaften mit Malern, Bildhauern und Musikern, die auch in Kooperationen münden. So gestaltet er für den Maler Emilio Vedova (1919-2006) die diesem gewidmeten Räume der Fond. Vedova (2000-2009) in den alten Salzspeichern in Venedig. Mit dem Musiker und Komponisten Pierre Boulez entwirft er in Paris das an das Centre Pompidou angrenzende Forsch.-Inst. für Musik IRCAM (1973-90). Für die Erstaufführung von Luigi Nonos "Prometeos. Tragedia di ascolto" (1983-84) errichtet er in der ehem. Kirche S. Lorenzo in Venedig die struttura, ein beeindruckendes hölzernes, schiffsähnliches und zerlegbares Gebilde, das als Ort für das Orchester und das Publikum und zugleich als Resonanzboden fungiert. In den Monaten unmittelbar nach dem Erdbeben von 2009 plant er in L'Aquila gemeinsam mit dem langjährigen Freund Claudio Abbado (1933-2014) das Auditorium del Parco (2010-12). In die für P.s Karriere und internat. Fama entscheidenden 1980er Jahre fällt auch der Wettb. um den internat. Flughafen Kansai (1988-94) in Osaka, den er für sich entscheiden kann. Durch die entscheidende Mitwirkung der Ing. Peter Rice und Tom Parker steigert die großartige Flughafenanlage die überzeugende Interaktion von Archit. und Ing.-Technik, das virtuose Zusammenspiel von Raum und konstruktivem Gerüst, zu einem von perfekter Kontrolle der Anlage selbst und ihrer Umgebung geprägten künstlichen Organismus. Das auf einer künstlichen Insel vor Osaka errichtete Gebäude ist von einer nahezu zwei Kilometer langen toroidförmigen Bedachung ummantelt. Die geometrische Form des riesigen Bauwerks, das die Erdstöße des Bebens von Kobe 1995 unbeschadet überstanden hat, ist auf die bestmögliche Nutzung der natürlichen Ventilation ausgelegt, um die Energiekosten einzudämmen. Ein vergleichbares Konzept kommt bei dem ebenfalls in einem internat. Wettb. ausgeschriebenen Tjibaou-Kulturzentrum (1991-98, Nouméa/Neukaledonien) zum Tragen. Räume für Ausst. und für eine didaktisch-pädagogische Nutzung sind in zehn unterschiedlich hohen, aus dem bes. widerstandsfähigen afrikanischen Iroko-Holz zusammengefügten Einheiten untergebracht. Diese "cases" gen. Pavillons sind durch einen Fußweg miteinander verbunden und der vernakulären Bauweise der Kanak nachempfunden. Durch die Kanalisierung pazifischer Passatwinde sind sie vollst. natürlich klimatisiert. Gegen E. der 1980er Jahre ist P. vornehmlich in komplexe städt. Sanierungsprojekte involviert, an erster Stelle die Wiederbelebung des Porto Antico (1985-92) in seiner Heimatstadt Genua. Der gesamte Sektor mit dem geschäftigen Hafenbetrieb und der Industrie war 1965 durch eine Hochstraße von der lebendigen Altstadt abgetrennt worden. P.s Projekt stellt einerseits durch Neubauten - das Aquarium, das Bigo, eine nach den Hafenkränen benannte und diesen nachempfundene Struktur mit Panoramaaufzug, ein bioklimatisches Gewächshaus für Farne in Form eines Ballons - und andererseits durch die Wiederbelebung der alten Molen und die neue Nutzung der alten Salzmagazine als Theaterspielstätten, für Tagungen und gewerbliche Zwecke, die alten urbanen Verbindungen wieder her. Bes. problematisch war die Wiederherstellung des Potsdamer Platzes in Berlin (1992-2000), dessen hist. Blockrandbebauung durch die Bombardierungen im 2. WK und die Errichtung der Berliner Mauer zur Brachfläche geworden war. Als Sieger des internat. Wettb. für den Masterplan einer sog. kritischen Rekonstruktion des gesamten an Daimler/Benz verkauften Areals entwarf P. acht Gebäude, u.a. das debis-Haus (heute Atrium Tower) und den Forum Tower, sowie die städtebauliche Einbindung. In die Planung der übrigen zehn Bauten wurden die Entwürfe der anderen an dem Wettb. beteiligten Architekten einbezogen. Die urbanistische Anbindung erfolgte über Wasser, das aus dem Tiergartenbassin hergeleitet einen nach P. benannten See und einen Kanal bildet. Baumbestandene Fußwege, durch Gal. und Höfe fließend gestaltete Übergänge zw. Außen- und Innenräumen sollten ebenso wie die unterschiedliche Verkleidung und archit. Gestaltung der einzelnen Gebäude zur Entstehung eines organischen Bestandteils der Stadt beitragen. Vergleichbare Großprojekte war das Areal des Flaminio in Rom, wo P. das Auditorium del Parco della Musica (1994-2002), ein Ensemble aus drei versch. Konzertsälen, projektiert; die abgestuften Bänder des London Bridge Place (2004-13) in London-Southwark, das jetzt vom Shard (2000-12) gen. Wolkenkratzer mit seinen glitzernden Glaspanelen beherrscht wird; das alte Industriequartier Michelin in Trient, das durch das Quartier Le Albere und das Wiss.-Mus. MUSE (2002-13) wiederbelebt wird; die Revitalisierung der nach den Olympischen Spielen 2004 aufgegebenen Athener Vorstadt Kallithea durch das Stavros Niarchos Kulturzentrum (2008-16) der gleichnamigen Stiftung, in dem die Neue NB, das Opernhaus, Gal.-Räume für Ausst. unter einer erstaunlichen geneigten Bedachung, die sich zu einer öff. Parkanlage ausweitet, von deren höchstem Punkt man einen Ausblick sowohl auf das Meer und als auch die Akropolis erhält. Zu den urbanistischem Großprojekten zählt auch die Neugestaltung des Zugangs zur Altstadt von Valetta auf Malta (2009-15), bestehend aus vier ganz aus dem lokalen Stein ausgeführten Teilprojekten mit dem neuen Parlament als Abschluss. Das außerordentliche Projekt stellt die Funktion eines in Resten erhaltenen Opernhauses des 19. Jh. im neuen Pjazza Teatru Rjal, einer durch modernste Technik ermöglichten Freiluftbühne, wieder her, gestaltet das Stadttor neu und stellt die alten Straßenzüge innerhalb der Mauern des 16. Jh. wieder her. Mus.-Kuratoren und Auftraggeber schätzen P.s kontextbezogene Entwürfe, die gezielte und nicht selten unkonventionelle Wahl der Mat., die zurückhaltende Rhythmisierung und elegante Figuration seiner Bauten. 1992 beauftragt Ernst Beyeler P. mit dem Bau der Fond. Beyeler (1992-97) in Riehen b. Basel. Sieben Wände aus einem rötlichen, aus Patagonien importierten Stein trennen eine parallel gesetzte Gal., die durch eine gläserne Bedachung diffus beleuchtet und abgeschirmt von der Straße sind, auf der anderen Seite sich durch Glaswände und Terassen zum Park hin öffnen. Ebenfalls in der Schweiz baut er für Maurice Muller das Zentrum Paul Klee (1999-2005, Bern), dessen wellenförmige Bedachung aus großen Stahlbögen geformt ist, die auf der Erde aufruhen und die Ausst.-Räume überfangen. Die für P.s Mus.-Bauten kennzeichnende augenfällige Schlichtheit der Räume und kontrollierte Nutzung des natürlichen Lichts finden sich auch im Nasher Sculpture Center (1999-2003) in Dallas, im Erweiterungsbau des High Mus. (1999-2005) in Atlanta und den großartigen Mod. Wing des Chicago Art Inst. (2000-09). P.s Ansehen in den Vereinigten Staaten bezeugt seit A. 21. Jh. eine wachsende Zahl an Mus.-Bauten, die ihn zum Mus.-Architekten schlechthin adeln, so etwa die Calif. Acad. of Sciences (2000-08, San Francisco), das Los Angeles County MoA (2003-10), die Erweiterungen des Isabella Stewart Gardner Mus. (2005-12, Boston) und des Harvard AM (2006-14, Cambridge/Mass.). So auch der neue Standort des Whitney Mus. of Amer. Art (2007-15, New York) mit seiner spitzwinkelig geometrischen Konstruktion, die, mit Metallbändern verkleidet und durch eine Außentreppe wirkungsvoll zurückgebunden, auf versch. Ebenen eine Vielzahl von Ausblicken auf die Metropole bietet. Ebenfalls für New York hat P. zwei Hw. entworfen: den auf einem Platz zw. drei hist. Gebäuden eingezwängten, raffinierten Anbau der Morgan Libr. (2000-06) mit den in den Schiefergrund Manhattans versenkten unterirdischen Depots und der New York Times Tower (2000-07), dessen Fassade zum Sonnenschutz eine zweite Schicht mit Zylindern aus weißer Keramik vorgelegt ist. Vor kurzem erst hat das Jerome L. Greene Science Center (2002-16) mit Manhattenville, dem neuen Campus der Columbia Univ. (2007-im Bau), einen ersten Baustein der umfangreichen urbanen Rückgewinnung des Gebiets zw. Harlem und Manhattan gesetzt. Die von ihm finanzierte Gruppe G124, in die er alljährlich junge Architekten beruft, hat interessante Hypothesen zur Wiederherstellung von Städten entwickelt, Mikroprojekte, die eine Mischung aus Archit. und Instandsetzung soz. Strukturen sind, erarbeitet unter Beteiligung der Anwohner und Vereine der Viertel in vernachlässigten städt. Räumen von Turin, Mailand, Venedig, Rom und Catania. A. 21. Jh. hat P. zunehmend Architekten aus Partnerbüros von RPBW miteinbezogen, die an der Ausarbeitung seiner Projekte in Europa, Nordamerika, Afrika, Asien und Ozeanien beteiligt sind. Seit seinen ersten Bauten 1964 ist P. bis heute einer der angesehensten zeitgen. Architekten, der sich mit jeder neuen Aufgabe selbst neu erfindet, sich keinem Stil unterwirft, sondern stets bemüht ist, den Ort in seine Entwürfe einzubeziehen.

Werke

Amiens, Univ.-Campus Citadel, 2010-17. Amsterdam, NEMO Nat. Center for Science and Technology, 1992-97. Athen, Stavros Niarchos Found. Cultural Center, 2008-16. Atlanta/Ga., High Mus. (Erweiterung), 1999-2005. Bari, Stadion S. Nicola, 1987-90. Berlin, Potsdamer Platz (Neugestaltung und Bebauung), 1992-2000. Bern, Zentrum Paul Klee, 1999-2005. Boston, Isabella Stewart Gardner Mus. (Erweiterung), 2005-12. Cambridge/Ma., Harvard AM (Erweiterung), 2006-14. Chicago, Art Inst., Mod. Wing, 2000-2009. Corciano, Stadtviertel Il Rigo, 1978-82. Cusago b. Mailand, Abitazioni a pianta libera, 1972-74. Dallas, Nasher Sculpture Center, 1999-2003. Fort Worth, Kimbell MoA (Erweiterung), 2007-13. Genua, Porto Antico (Rekonstruktion und Erweiterung), 1985-92; Sitz des Renzo Piano Building Workshop, 1989-91. Houston/Tex., Menil Coll., 1982-87; IBM Travelling Pavillon, 1983-86. Kumamoto, Ushibuka Brücke, 1989-96. L'Aquila, Auditorium Del Parco, 2010-12. La Valletta, City Gate, 2009-15. Lodi, Sitz der Banca Popolare Di Lodi, 1991-2001. London, Central St. Giles Court, 2002-10; The Shard, 2000-12. Los Angeles, Academy Mus. of Motion Pictures, 2012-18; LACMA, 2003-10. Lyon, Cité Intenat., 1986-2006. Mailand, Sitz der Il Sole 24 Ore, 1998-2004. Maranello, Gall. Del Vento Ferrari, 1996-98. Montecchio Maggiore, Lowara Bürogebäude, 1984-85. Montrouge b. Paris, Umgestaltung und Umnutzung des Schlumberger Fabrikgeländes, 1981-84. New York, Columbia Univ., Manhattanville Campus 2007-17; Pierpont Morgan Library, 2000-06; New York Times Tower, 2003-07; Whitney, 2007-15. Nouméa, Kulturzentrum Jean-Marie Tjibaou, 1991-98. Novedrate, Uffici B&B Italia, 1971-73. Novedrate, Bürogebäude B&B Italia, 1971-73. Osaka, Pavillon der Industria Ital., 1969-70; Internat. Flughafen, 1988-94. Oslo, Astrup Fearnley MMA, 2006-12. Paris, Atelier Brancusi, 1992-96; Centre Pompidou, 1971-77 (mit Richard Rogers); Fondation Pathé, 2006-14; Pal. Des Justice, 2013-17; Wohnkomplex Rue De Meaux, 1987-91. Parma, Auditorium Niccolò Paganini, 1996-2001. Riehen, Fond. Beyeler, 1991-97. Rom, Auditorium Parco della Musica, 2002. Ronchamp, Empfangsgebäude und Kloster der Klarissen, 2006-11. Saint-Quentin-En-Yvelines, Thomson Optronic Fabrik, 1988-90. San Francisco, California Acad. of Sciences, 2008. San Giovanni Rotondo, Wallfahrtskirche S.Pio da Pietrelcina, 1991-2004. Santander, Centro Botín, 2010-17. Sydney, Hochhaus Aurora Place, 1996-2000. Tokio, Maison Hermès, 1998-2006. Trient, Mus. delle Scienze und Stadtviertel Le Albere, 2002-13. Turin, Hochhaus Intesa-San Paolo, 2006-15; Fabrik Lingotto (Umgestaltung und Umbau), 1983-2003.

Selbstzeugnisse

P. u.a., Antico è bello, il recupero della città, Ro./Bari 1980; Dialoghi di cantiere, Ro./Bari 1986; Progetti e archit. 1984-86, Mi. 1986 (WV); La responsabilità dell'architetto, Fi. 2014; Giornale di bordo, Ge. 2016;

Ausstellungen

E: London: 1967 Centre for Advanced Study of Science in Art; 1969 Archit. Assoc. School; 1987 9H Gall.; 1989 RIBA / 1986 Vicenza, Basilica Palladiana / 1987 Paris, Sorbonne; 2000 Centre Pompidou (K); 2015 Cité de l'Archit. et du Patrimonie / 1992 New York, Archit. League; 2013 Gagosian Gall. / 1993 Berlin, Gall. Aedes; 2000 Neue NG / 1993 Houston, The Menil Coll. / 1994 Pittsburgh, Carnegie MoA / 1994 Chicago, The Art Inst. / 1997 Bonn, Bundes-KH / 1997 Napoli, Villa Pignatelli / 1998 Tokio, Ma Gall. / 2002 Rom, Auditorium Parco della Musica (K) / 2003 Humlebæk, Louisiana / 2004 Genua, Porta Siberia; 2015 Mus. Navale (K) / 2005 Los Angeles, LACMA / 2006 Dallas, The Nasher Sculpture Center / 2007 Mailand: Trienn. (K) / 2010 Bordeaux, Arc-en Reve / 2014 Padua, Pal. della Ragione (K) / 2015 Shanghai, Power Station of Art (K).

Bibliographie

M.Emanuel (Ed.), Contemp. architects, N.Y. u.a. 31994; Dict. de l'archit. du XXe s., P. 1996; DA XXIV, 1996; M.Poisson, 1000 immeubles et mon. de Paris, P. 2009. – G.Donin, P. Pezzo per pezzo, Ro. 1982; M.Dini, P. Progetti e archit. 1964-1983, Mi. 1983 (WV); P.Buchanan, P. Building workshop, Lo. 1993-2008 (WV); V.Magnago Lampugnani, P. Progetti e archit. 1987-1994, Mi.1994 (WV); O.Cinqualbre u.a., P.: un regard construit, P. 2000; M.Agnoletto, P., Mi. 2006; F.Irace, P. Le città visibili, Mi. 2007; C.Conforti/F.Dal Co, P. Gli schizzi, Mi. 2007; L.Sacchi, Archit. design 77:2007(3)20-25; A.Nussbaum, Archit. aktuell 331:2007(10)8; Fond. R.P., The Menil coll., Ge. 2008; M.Böckl, ibid. 349:2009(4)140-142; A.Betsky, Dt. Bau-Ztg 143:2009(4)6; 143:2009(11)53; C.Brensing, ibid. 143:2009(12)60-65; Fond. R.P., Nouméa: Centre Culturel Jean-Marie Tjibaou, Ge. 2010; Fond. R.P., The Shard, Ge. 2013; F.Dal Co, P., Mi. 2014; Fond. R.P., Ronchamp, Ge. 2014; F.Bulegato/E.Dellapiana, Il design degli architetti ital. 1920-2000, Mi. 2014; Fond. R.P., Whitney Mus. of Amer. Art, Ge. 2015; L.Ciccarelli (Ed.), P. Building Workshop: progetti d'acqua, projects with water, Ge. 2015; id., The Genoa and Paris workshops 50:2016(447)4-11; C.Piano, G124. P.: diario delle periferie, Mi. 2016; Fond. R.P., Athens: Stavros Niarchos Found. Cultural Center, Ge. 2016; C.De Seta, La civiltà archit. in Italia dal 1945 a oggi, Mi. 2017. – Online: Webseite des RPBW: www.rpbw.com (WV, Lit.); Webseite der Fond. Renzo P.: www.fondazionerenzopiano.org (WV, Dok.).

QuelleSource