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Braque, Georges

Filser, Nathalie
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Vollmer Name
Braque, Georges
Weitere Namen
Braque, Georges
Geschlecht
männlich
Beruf
Maler; Zeichner; Grafiker; Bildhauer
GEO-Nachweis
Le Havre (Seine-Maritime); Paris; L'Estaque (Bouches-du-Rhône); Varengeville (Dieppe)
Staat
Frankreich
Geburtsdatum
1882.05.13
Geburtsort
Argenteuil (Val-d'Oise)
Todesdatum
1963.08.31
Todesort
Paris; Parigi; París
Fundstelle
AKL XIII, 1996, 656; Vollmer I, 1953, 300
Vollmer Name
Braque, Georges
Further Names
Braque, Georges
Gender
male
Occupation
painter; master draughtsman; graphic artist; sculptor
Geographical data
Le Havre (Seine-Maritime); Paris; L'Estaque (Bouches-du-Rhône); Varengeville (Dieppe)
Country
France
Date of birth
1882.05.13
Place of birth
Argenteuil (Val-d'Oise)
Date of death
1963.08.31
Place of death
Paris; Parigi; París
Location
AKL XIII, 1996, 656; Vollmer I, 1953, 300
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Braque, Georges, frz. Maler, Zeichner, Graphiker, Bildhauer, *13.5.1882 Argenteuil, †31.8.1963 Paris (begr. Varengeville). Sohn von Charles B., Inhaber einer Maler-Fa., und Augustine Johannet; ab 1890 mit der Fam. in Le Havre ansässig.

Biogramm

1893-99 Schüler am Lyzeum; nebenbei Abendkurse an der EcBA, bei Courchet, und Flötenunterricht. Ab 1899 Lehre im väterl. Betrieb, dann bei dem Dekorationsmaler Roney, 1900 in Paris bei Laberthe und Unterricht in dem von Eugène Quignolot geleiteten Cours mun. des Batignolles. 1901/02 Militärdienst in Le Havre. Ab 1902 wieder in Paris; im Louvre intensive Beschäftigung mit griech. und ägypt. Altertümern, im Mus. du Luxembourg mit den Impressionisten; beginnt das Stud. an der Acad. Humbert (Kontakt mit Marie Laurencin und Francis Picabia); 1903 kurzzeitig an der EcBA, bei Léon Bonnat, dann wieder an der gen. Akademie. 1904 Urlaubsreise in die Bretagne und die Normandie; mietet in der Pariser Rue d'Orsel ein Atelier und beginnt zu malen. Im Sommer 1905 mit dem Bildhauer Manolo und dem Kritiker Maurice Raynal in Honfleur und Le Havre. Stellt 1906 sieben Gem. im Salon des Indépendants aus; einmonatiger Sommeraufenthalt mit dem Freund Emile-Othon Friesz in Antwerpen, im Winter in L'Estaque b. Marseille; erste fauvist. Bilder. Zeigt im Salon des Indépendants 1907 sechs Gem., die alle verkauft werden (fünf davon an W.Uhde); lernt Matisse, Derain und Maurice de Vlaminck kennen. Im Sommer in La Ciotat und L'Estaque. Bekanntschaft mit dem Kunsthändler Daniel-Henry Kahnweiler sowie mit Guillaume Apollinaire, durch den B. im Bateau-Lavoir Picasso kennenlernt. Beginnt im Dez. 1907 an Grand Nu zu arbeiten. Verbringt Frühjahr/Sommer 1908 in L'Estaque; die Jury des Salon d'Automne lehnt bis auf eins alle Werke B.s ab. 1909 mit zwei Gem. im Salon des Indépendants vertreten. Sommeraufenthalt in La Roche-Guyon und Carrières-Saint-Denis. Picasso wird allmählich B.s vertrautester Freund. Ab 1910 Atelier in der Rue Caulaincourt; Sommer in L'Estaque. Fertigt 1912 die Rad. Fox und Job (von Kahnweiler veröff.); Heirat mit Marcelle Lapré. Verlebt den Sommer mit Picasso und Pierre Reverdy in Sorgues. Realisiert im Sept. das erste "papier collé"; verwendet Sand und Sägemehl für seine Malerei. Nimmt 1913 in New York an der Armory Show teil. Im Sommer kurzer Aufenthalt in Céret (Picasso, Juan Gris und Max Jacob auch dort), dann in Sorgues. 1914 ebd. von der Mobilisierung überrascht. Einer schweren Verwundung am 11.5.1915 in Carency folgt eine Trepanation. Kehrt im April 1916 zur Erholung zurück nach Sorgues, wird aus dem Kriegsdienst entlassen. Beginnt wieder zu malen und arbeitet mit Gris. Léonce Rosenberg wird B.s Kunsthändler. Malt 1918 Natures mortes sur une table und an der Ser. der Guéridons. Stellt 1920 vier Werke im Salon des Indépendants und drei im Salon d'Automne aus. Fertigt Hschn. für Le Piège de Méduse von Erik Satie und seine erste Skulpt., Femme debout. Wird nun durch die von Kahnweiler neu eröffnete Gal. Simon vertreten. 1922 Ausst. von 18 Werken (u.a. Les Canéphores) im Salon d'Automne (Salle d'Honneur). Beginnt die Arbeit an Cheminées. 1924 Dekorationen für die Ballette Fâcheux (für Sergej Diaghilev) und Salade (im Auftrag von Etienne de Beaumont). Léonce Rosenbergs Bruder Paul wird B.s neuer Kunsthändler. Umzug in das von Auguste Perret für B. erb. Haus (Rue du Douanier 6; heute Rue G.B.). 1925 Ausstattung des Balletts Zéphyr et Flore; Reise nach Rom. 1928 Arbeiten für die Ser. der Guéridons. Malt im Sommer 1929 in Dieppe Seestücke. Bezieht im Sommer 1931 ein eigenes Haus in Varengeville; Reisen nach Florenz und Venedig. Erste Gipsschnitte. 1932 im Auftrag von Ambroise Vollard Ill. zu Théogonie von Hesiod. 1936/37 Reise durch Deutschland. 1937 Carnegie-Preis, Pittsburgh, für Nappe jaune (1935). Im Winter 1939/40 bildhauer. Arbeiten in Varengeville. Zieht sich nach der dt. Okkupation 1940 ins Limousin, dann in die Pyrenäen zurück, ist jedoch bereits im Herbst des Jahres wieder in Paris und bleibt bis Kriegsende dort. Im Salon d'Automne 1943 wird B. ein ganzer Saal reserviert (16 Gem., 9 Skulpt.). 1945 infolge einer Operation monatelang nicht arbeitsfähig. 1947 erste Ausst. in der Gal. seines neuen Händlers Aimé Maeght. Erhält bei der Bienn. 1948 in Venedig einen ganzen Saal; Großer internat. Preis für Malerei (Billard, 1944). Vollendet 1949 die ersten Gem. zum Thema Ateliers. 1952/53 malt B. im Auftrag von Georges Salles, Dir. der Mus. de France, im Louvre die Decke der Salle Henri II aus. Gestaltet 1954 Glasfenster für die Kap. St-Dominique in Varengeville und St-Bernard in der Fond. Maeght, Saint-Paul-de-Vence. Bei der Bienn. 1958 in Venedig werden B. zwei Säle zur Verfügung gestellt. Nach seinem Tod wird ihm die bes. Ehre eines Staatsbegräbnisses zuteil; André Malraux hält in der Cour Carrée des Louvre die Traueransprache. - Die der familiären Trad. entsprechend absolvierte Lehre als Dekorationsmaler spiegelt sich in B.s Arbeit an der Bildmaterie und in dem handwerkl. Char. seiner Malerei wider. In der Tat handelt es sich bei ihm um eine erkennbar erarbeitete Malerei, in der die bearbeitete und vermischte Materie jenen Char. von Tiefe und Delikatheit gewinnt, der aus ihr erst Malerei werden läßt. B. setzte der rein visuellen Konzeption der Malerei, die sich auf eine illusionist. Unendlichkeit öffnet, die Konzeption einer taktilen Malerei entgegen, die dem Betrachter nahe ist und auf ihn hin wirkt. Auf dem Schauplatz des Impressionismus geb., findet B. später in der ebenfalls für die Malerei bedeutenden Stadt Le Havre Kontakt zu Friesz und R.Dufy; an ihnen wie auch an Jean-Baptiste-Camille Corot orientiert er sich 1904. Nur wenige Frühwerke (1900-04) sind erh. (Portr. de sa grand-mère; Seestück, Priv.-Slg). Der Salon d'Automne 1905 wird für B. zur künstler. Offenbarung: er entdeckt die "reine", direkte Malerei der Fauves, bes. an den von Matisse und Derain wahrsch. in Collioure gemalten Bildern. Im Lauf des Sommers 1906 nimmt B. seine künstler. Tätigkeit auf, orientiert sich zunächst bes. an Matisse (Le Mât dans le port d'Anvers, 1906, New York, Wally F.Findlay Gall.); ab 1907 klingt in seinen Werken auch der Einfluß eines Paul Cézanne an. Bei La Ciotat, 1902 (Priv.-Slg), integriert er Häuser, Felsen und Bäume in eine quasi aperspektiv. Komp. und erzielt damit die Wirkung einer großflächig in vereinfachter, rigoroser Struktur ausgef. Darst.; der hervorgehobene Horizont bekräftigt noch B.s zunehmende Hinwendung zu einer auf einer einzigen Ebene reduzierten Sicht. Die Verwendung der für die Provence typ. Farben Ocker, Gelb, Grün und Grau unterstreicht den Einfluß von Cézanne und kündigt den "grisailleartigen" Char. kubist. Komp. an. Zwei Ereignisse im Herbst 1907 sind richtungweisend für B.: die Retr. für Cézanne (Salon d'Automne) und die Begegnung mit Picasso, dessen Bild "Les Demoiselles d'Avignon" ihn zunächst schockiert. B.s Gem. Nu debout, 1907/08 (Paris, Coll. Alex Maguy), offenbart parallele Einflüsse von Cézanne, Matisse (Nu bleu; Souvenir de Biskra) und Picasso. Auch das ausgeprägt flächig und in strenger Linienführung gemalte Werk Les instruments de musique, 1908 (Paris, Coll. C.Laurens) ist char. für B.s stilist. Wandlung; es kündigt ferner einen Themenwechsel und die fast völlige Abkehr von der Landschaft bis E.der 20er Jahre an. Mit dem gen. Bild gibt B. den Anstoß zur analyt. Betrachtung der Gegenstände, die eine komplexere Wahrnehmung von deren Formen und Strukturen ermöglicht, als es eine illusionist. Darst. je könnte. Folgerichtig verlieren der Einfluß von Matisse und der fauvist. Farbgebung allmählich an Bedeutung zugunsten der Analyse und der geistigen Durchdringung von Formen und Strukturen. Im Lauf des Jahres 1909 vollzieht sich, v.a. durch intensive Auseinandersetzung mit Cézanne, B.s Entwicklung vom sog. "précubisme" zum Kubismus; bei Port en Normandie (Chicago, Art Inst.) und den versch. Fassungen von Château de la Roche-Guyon (Stockholm, Mod. Mus.) verdichtet B. leere Räume, um Formen und Hintergrund zu vereinen, indem er nach eigener Aussage "den Raum mit seinem Inhalt verbindet". Ab 1910 wird der Kontakt zu Picasso intensiver; B. entwickelt mit der Erfindung des "papier collé" (Composition et verre, Priv.-Slg) die im April 1910 von Picasso entdeckte Collage weiter. Während letzterer sich v.a. für Raum und Form interessiert, spielt B. bes. auf dem Gebiet der Farbgebung eine Vorreiterrolle, zunächst mit der Verwendung von Trompe-l'œil-Elementen (Le Pyrogène, 1910, Priv.-Slg), dann von Buchstabenschablonen (Le Portugais, Basel, Kunst-Mus.). Als erster Maler integriert er Marmorimitationen sowie mit dem Kamm gezogene Holzmaserungen in seine Bilder und setzt den Malmitteln Sand, Säge- und Eisenfeilspäne zu (Compotier, bouteille et verre, 1912, Priv.-Slg) - Neuerungen, die dem Tun des Künstlers gleichsam den Nimbus nehmen. Das Verhältnis zw. Abbild und Realität als Vorlage wird grundlegend umgekehrt, indem B. dem Primat der illusionist. Darst. ein Ende setzt. 1913/14 befaßt er sich mit der Umgestaltung des Gegenstands, indem er dessen facettenartig zerlegtes Volumen synthet. wieder zusammensetzt (Homme à la guitare, 1914, Paris, Priv.-Slg). Ab 1916 orientiert er sich an Gris und Henri Laurens, deren enger Freund er wird. Grande Musicienne (Basel, Kunst-Mus.) ist das letzte dem synthet. Kubismus verpflichtete Werk. 1918 wendet sich B. wieder dem Thema Stilleben mit Guéridon zu; die Komp. ordnet er wieder räumlich an, Form und Farbe stehen miteinander im Einklang; für die Ser. Guéridons, 1918/19, und die Stilleben sind nüchterne Manier und pastoser Farbauftrag typisch. Während die fünf Versionen zu Cheminées, 1920-27, umfangreiche mon. Projekte sind, deren Formen noch die dynam. Kraft des Kubismus besitzen, sind die an das Bild "Baigneuses" von Auguste Renoir angelehnten allegor. Figuren der Canéphores, 1922-26, char. für B.s kurze naturalist. Phase. Mit den vier ab 1928 ausgef. Grands Guéridons geht eine Periode zu Ende, in der die reine Farbe, das Bekenntnis zum komplexen Raum und dessen strikt maler. Umsetzung triumphieren. Danach verläuft B.s stilist. Entwicklung homogen. Der 2.Weltkrieg veranlaßt ihn zu eher nüchternen, dem Ernst der Zeit angemessenen Werken (La Table de cuisine, 1942, Priv.-Slg). Ab 1947 ist B. aus Krankheitsgründen häufig zur Untätigkeit gezwungen; 1949-56 realisiert er noch die Ser. Ateliers mit acht verdichteten Öl-Gem., wohl die Quintessenz seiner Erinnerungen und Forsch.-Ergebnisse sowie des von ihm behandelten Themenkreises (Atelier VI, 1950/51, Saint-Paul-de-Vence, Fond. Maeght).

Werke

Gem.: Basel, Kunst-Mus.: Paysage à l'Estaque, 1908; Violon et cruche, 1910; Violon et affiche, 1912; La table du Musicien, 1913; Verre et violon, 1913/14; Clarinette, guitare et compotier, 1918; Le café-bar, 1919; Nature morte, 1934. Chicago, Art Inst.: Fruits et guitare, 1938. Dijon, Mus. des BA: Le paquet de tabac, 1917. Düsseldorf, Kunst-Slg Nordrhein-Westfalen: Nature morte à la harpe et au violon, 1912. Essen, Folkwang Mus.: Bouteille et journal, 1911. Grenoble, Mus. de Peint. et de Sculpt.: Guitare, 1912. Köln, Wallraf-Richartz-Mus.: Composition (Valse), 1912. Le Havre, Mus. des BA: La Côte de Grâce à Honfleur, 1905. London, Tate Gall.: Nature morte, 1925; Guitare et pichet, 1927. Lyon, Mus. des BA: Le Violon, 1911. New York, Mus. of Mod. Art: La route près de l'Estaque, 1908; Homme à la guitare, 1911; Le violon, 1914; Le guéridon, 1926; La pipe en terre, 1931; Femme à la mandoline, 1937. Paris, Mus. nat. d'Art mod.: L'usine du Rio Tinto à l'Estaque; Composition au violon, beide 1910; Le guéridon, 1911; Le quotidien, 1912; Nature morte au jeu de cartes; Jeune fille à la guitare, beide 1913; Nature morte à la table de marbre; Nature morte aux poires, beide 1925; Nature morte brune, 1932; Le duo, 1937; Vanitas, 1939; Le guéridon rouge, 1939-52; Le pain; La carafe, beide 1941; Les poissons noirs; Toilette devant la fenêtre, beide 1942; Le tapis vert, 1943; Le Salon, 1944; Le billard, 1945; La chaise, 1948; L'oiseau et son nid, 1956; A tire d'aile, 1956-61; Les falaises, 1961; La sacleuse, 1961-63. - Mus. d'Art mod. de la Ville: L'Olivier près de l'Estaque, 1906; Tête de femme, 1909; Le Verre, 1913; Nature morte à la pipe, 1914; Composition à la guitare, 1918; Nature morte (sonate), 1920; Nature morte au compotier, 1932. - Louvre: Nature morte à la bouteille, 1910; Nature morte à la théière, 1942. Philadelphia, Mus. of Art: La flûte, 1910; Violon; Nature morte à la guitare; Le courrier, alle 1913. Prag, Nat.-Gal.: Violon et verre, 1911; Clarinette et violon, 1913. Saint-Tropez, Mus. de l'Annonciade: L'Estaque, 1906. Strasbourg, Mus. d'Art mod.: Nature morte, 1912. Stuttgart, Staats-Gal.: Nature morte à la cafétière, 1909. Teheran, Jahan Nama Mus. Troyes, Mus. d'Art mod.: Paysage à l'Estaque, 1907. Villeneuve-D'Ascq, Mus. d'Art mod. du Nord: Maison et arbre, 1908; La Roche-Guyon, le Château, 1909; Les usines du Rio Tinto à l'Estaque; Le Sacré-Cœur de Montmartre, beide 1910; Le Petit éclaireur (Violon et journal), 1913; La joueuse de mandoline, 1917; Masurel (Schenkung 1979). Washington, Nat. Gall.: Pivoines; Nu assis au panier de fruits, beide 1926; La table, 1928; Le jour, 1929. Zürich, Kunsthaus: L'homme au violon, 1911. - Druckgraphik: Zwei umfangreiche Slgn mit dem gesamten druckgraph. Œuvre (alles Orig.-Rad. und -Lith., 1907-63): Dieppe, Château-Mus.: 50 Werke (1973 Schenkung der Slg C.Laurens). Saint-Paul-De-Vence, Fond. Maeght: komplettes druckgraph. Œuvre.

Selbstzeugnisse

Pensées et réflexions sur la peint., in: Nord-Sud 1917(Dez.) (von Reverdy ed. Zs.); B., la peint. et nous, Cahier d'art 1954(1)13-24 (von D.Vallier aufgezeichnete Gespräche); Cahiers de G.B. 1917-47 (Slg von Aufzeichnungen, v.a. Aphorismen und Lith.), P. 1948; (mit Ergänzung: Cahiers 1947-55), P. 21956; nicht ill. Ausg.: G.B. : le jour et la nuit : 1917-52, P. 1952 (dt.: Tag- und Nachtbücher, Z. 1952).

Ausstellungen

E: Paris: 1908 Gal. Kahnweiler (Kat.-Vorw. G.Apollinaire); 1919 Gal. L'Effort Mod. (L.Rosenberg); 1924 Gal. P.Rosenberg; 1937 ebd. (Ser. u.a. mit Le Duo und Le Peintre et son modèle); 1961 Louvre: L'atelier de B. / 1912 Köln, Sonderbund; München, Blauer Reiter / 1933 Basel, Kunsthalle: Retr. / 1936, '45 Brüssel, Pal. des BA / 1939-40 Chicago; Washington, Phillips Memorial Gall.; San Francisco: Retr. / 1945 Amsterdam, Sted. Mus. / 1946 London, Tate Gall. (mit Georges Rouault) / 1948-49 New York, Mus. of Mod. Art; Cleveland, Mus. of Art: Retr. / 1953 Bern, Kunsthalle; Zürich, Kunsthaus / 1956 Edinburgh, R.Scottish Acad.; London, Tate Gall. / 1958 Rom, Pal. Barberini / 1960 Basel, Kunsthalle: Retr. / 1963 München, Haus der Kunst: Retr. (Kat.) - Weitere bis 1988: cf. N.Pouillon, Œuvres de G.B. dans les coll. du Mus. nat. d'Art mod., P. 1982; B.Zurcher, B., vie et œuvre, Fribourg 1988. - Ab 1988: 1988 Tōkyō, Isetan Mus. of Art: G.B.; München, Kunsthalle der Hypo-Kultur-Stiftung; New York, Guggenheim-Mus. (Kat.) / 1989 Tarascon, Château du Roi René; Zaragoza, Mus. Pablo Gargallo: B., œuvre gravé / 1990 Liverpool, Walker Art Gall.; Bristol, Mus. and Art Gall.: B. still lifes and interiors / 1992 Seoul, Yea Sung Gall.; Martigny, Fond. Pierre Gianadda (Kat.) / 1994 Saint-Paul-de-Vence, Fond. Maeght: Retr. - G: 1989 New York, Mus. of Mod. Art : Picasso and B.: Pioneering Cubism (Kat.) / 1990 Basel, Kunst-Mus.: Picasso und B. : die Geburt des Kubismus (Kat.) / 1993 Kopenhagen, Statens Mus. for Kunst: Picasso, B. : Kubisme 1907-14 / 1994/95 Düsseldorf, Kunst-Mus.: Die Slg Kahnweiler : von Gris, B., Léger und Klee bis Picasso (Kat.).

Bibliographie

Vo1, 1953. - G.Isarlov, Œuvres de G.B. : 1906-29, P. 1932 (mit Angaben im Hinblick auf einen künftigen Kat.); N.S. Mangin (N.Worms de Romilly), Cat. raisonné de l'œuvre de G.B., P. 1959 (Gem. 1948-57); P. 1960 (Gem. 1942-47); P. 1961 (Gem. 1936-41); P. 1962 (Gem. 1928-35); P. 1968 (Gem. 1924-27); P. 1973 (Gem. 1916-23); P. 1982 (Gem. 1907-14; mit Text v. J.Laude, La stratégie des signes, 11-53); M.Walsecchi/C.Carra, L'opera completadi dalla scomposizione cubista al recupero dell'ogetto, 1908-29, Mi. 1971; G.B. (Ausst.-Kat. Orangerie des Tuileries), P. 1973 (vollständige Bibliogr.); D.Vallier, Cat. raisonné de l'œuvre gravée, P. 1982. - Weitere Lit.: R.Bissière, G.B., P. 1920; M.Raynal, G.B., R. 1924; D.Cooper, B. : paint. 1909-47, Lo. 1948; J.Grenier, B., peint. 1909-47, P. 1948; H.R. Hope, G.B., N.Y. 1949; P.Reverdy, Une aventure méthodique, P. 1949; J.Paulhan, B. le Patron, P. 1945; P. 21952; J.Russel, G.B., N.Y./Lo. 1959; E.Engelberts/W.Hoffmann, L'œuvre graphique de G.B., Lausanne 1961; J.Leymarie, B., Genève 1961; A.Malraux/F.Ponge/P.Descargues, B., St. 1971; D.Cooper, B. : the great years, Chicago 1972; F.Ponge, L'Atelier contemp., P. 1977 (Text-Slg mit: B. le réconciliateur, 58-69; B. ou l'art mod. comme évènement et plaisir, 70-77; B. : dessins, 102-108; B. : Japon, 120-129; zwei Texte über B.: B. lithographe, 237-246; Feuillet votif, 246-250); N.Pouillon/I.Monod-Fontaine, B., œuvre de G.B. ... (Kat. Mus. nat. d'Art mod.), P. 1982; D.Bozo/D.Cooper/P.Daix u.a., G.B., les papiers collés (Ausst.-Kat. Mus. nat. d'Art mod.), P. 1982; G.Limbour, Dans le secret des ateliers, l'Eloquent, P. 1986 (Text-Slg mit: G.B. à Varengeville, 23-27; Atelier parisien de B., 29-33); B.Zurcher, B., vie et œuvre, Fribourg 1988; J.Paulhan, B. ou la peint. sacrée (Neuauflage eines Textes aus: Le figaro littéraire 1949[185]), P. 1993. - Archivalien werden z.Zt. von B.s Erben, die das Pariser Atelier unter Verschluß halten, gesichtet und zur Publ. vorbereitet. – Addenda: J.Glasenapp, Die dt. Nachkriegsfotografie, Paderborn 2008.

Artikel aus Vollmer

Biogramm

Braque, Georges, franz. Maler, Graph. u. Plastiker, *13.5.1882 Argenteuil-sur- Seine, ansässig in Varengeville bei Dieppe. Beginnt als Malergehilfe, besucht die Kstschule in Le Havre, 1902/04 die Ecole d. B.-Arts in Paris. 1906 mit O. Friesz in Antwerpen, dort erste "Fauves"- Bilde,.. 1906/10 regelmaßig in L'Estaque, Einfluß Cézannes. 1909 Freundschaft mit Picasso, mit dem er gemeinsam den Übergang zum Kubismus vollzieht; vorkubistische Bilder in La Roche-Guyon. 1910 analytischer Kubismus. 1911 erstes Bild mit eingesetzten Buchstaben. 1912 synthetischer Kubismus und erste Collages. 1914/15 im Krieg; verwundet u. entlassen. 1920 Ubergang zu einem freieren Stil und Anklangen an die Wirklichkeit. Seit 1930 jeden Sommer in Varengeville. 1936 neuer Figurenstil, 1937 erster Preis der Carnegie Exhib., Pittsburg. Seit 1947 in St. Louis. 1949 Lehramt beim Art Depart. des Mus. in Brooklyn, N. Y. Beginnt als "Fauve" in der Art von Matisse u. Derain (1906/07); aus dieser Epoche 20 Bilder. Setzt sich 1908/09 mit Cézanne auseinander und kommt gleichzeitig mit Picasso zum Kubismus. 1910/12 ist es ein analytischer, 1912/20 ein synthetischer Kubismus. Das Verhältnis von Braque u. Picasso ist das eines gegenseitigen Gehens u. Nehmens. Im Gegensatz zu dem Spanier Picasso ist B. in den Bildern dieser Jahre sensibler und in den Farben warmer. Von 1920 an stellt sich die Verschiedenheit der Anlage immer mehr heraus. B. sucht den "Einklang mit der Natur" und "Das Gesetz, das das Gefühl korrigiert". Malt fast ausschließlich Stilleben, ab 1 935 auch Interieurs u. Figurenbilder. Das Malerische u. die Farbe beschäftigen ihn zunehmend. Er gilt als der französischste Maler der Gegenwart. Hauptwerke: 1906 Hafen von Antwerpen; 1907 Akt; 1908 Häuser in L'Estaque; 1909 Stilleben mit Violine; 1910 Frau mit Mandoline; 1911 Der Portugiese; 1912 Collage mit Zeitung; 1913 Frau mit Gitarre; Stilleben mit Spielkarten; 1919 Das Buffett; Café-Bar; 1922 Kamin; 1927 Schwarze Rose; 1928 Der Tisch; 1929 Kliff und Boot; 1937 Sitzende Frau mit Mandoline; 1939 Atelier; 1942 Interieur; 1944 Salon. - Vertreten (außer in franz. Museen) in : Detroit (Inst. of Arts), Frankfurt (Städel), Göteborg, Kopenhagen (Statens Mus.), New York (Mus. of Mod. Art), Philadelphia, Ulm, Washington (Phillips Mern. Gall.). - Sonderausst.: Basel, Ksthalle 1933; Paris, Gal. Rosenberg 1936, 37, 38, 39, 45; Brüssel, Palais d. Beaux-Arts 1936, 45; New York, Buchholz Gall. 1938; Washington, Phillips Mem, Gall. 1939; New York, Gal. Rosenberg 1942, 48; Amsterdam, Stedelijk Mus. 1945; Zürich, Ksthaus 1946; London, Tate Gall. 1946; Paris, Gal. Maeght 1947; Venedig, Biennale 1948 (1. Preis); New York, Mus. of Mod. Art 1949; Köln u. München 1950; Aachen u. Krefeld 1951; Hamburg, Gal, Dr. E. Hauswedell, 1952. - Graphiken: 1932: 16 Rad. zu Hesiods "Theogonie"; 1946/47: verschiedene Fassungen der Lithogr. "Helios". - Eigene Schriften: Réflexions, in : Nord-Süd (Paris), Dez.1917; Enquête, in: Cahiers d'Art, 10 (1935) 21f.; Cahier de G. B., Paris 1948. Lit.: M. Raynal, Anthologie de la Peint. en France etc., Paris1927. - S chmid t. - Bénézit,' 2, m. Taf. 9. - G. Bissière, G. B., Paris 1920. - C. Einstein, G. B., Paris 1934. - St. Fumet, G. B., Paris 1946. - P. Gallatin, G. B., New York 1943. - Genier, G. B., Paris 1948. - H. R. Hope, G. B., New York o. J. - Hu yghe, G. B., Paris 1932; ders., Hist. de l'Art contemp., Paris 1935. - J. Paulhorn, B. le Patron, Genf 1947. - F. Ponge, G. B., Genf 1948. - M. Raynal, G. B. ("L'Effort mod."), Paris 1921; de rs., G. B., Rom 1921; ders., G. B., Peintures 1909/47, m. 16 Farbtafeln, Paris 1948; ders., Peintres du XX. siècle, Genf 1947. - G. Apollinaire, Les peintres cubistes, 1913, p.40 ff., m. Abbn. - Einstein. - H. Hildebrandt, D. Est d. 19. u. 20. Jh.s. - G. Jedlick a, Begegnungen, Basel 1933. - Muls. - Salmon, 1912 u. 1919. - Skira, Anthologie du livre illustré, Genf 1946. - Die Meister franz. Malerei d. Gegenwart. Hrsg. v. M. Jardot u. Kurt Martin, Baden-Baden 1948. - L'Amour de l'Art, 1922, p. 298/300; 1926, p. 135/40; 1931, p. 207/208; 1935, p. 357ff. passim. - The Art News, Febr. 1549, p. 1, 8, m. Abb., 24/35. - Baltimore Mus. of Art, News, 11 (1948) 1/4. - bild. kst. 2 (1948) H. 1, p. 7 (Taf.), H. 10, p. 9 (Abb.); 3 (1949) 304. - Bull. d. 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