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Anthusa

Ἄνθουσα

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
500/corr.
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Beides
Zeit
8. Jh.
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Nonne; Äbtissin Mantineionkloster; Hegumene Mantineonkloster; Abt Mantineionkloster (# 500A); Hegumenos Mantineonkloster (# 500A)
Name normalisiert
Anthusa
Ort
Perkile Kome (Bithynien); Bithynien; Mantineion (Bithynien); Mantineionkloster (Bithynien)
Quelle
Vita Romani; Synaxarium Anthusae (BHG 2029h); Synax. Cpl.

Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

T: Nonne, Äbtissin.

V: Eltern: Strategios (# 7128) und Febronia (# 1880). Sie entschloß sich frühzeitig zu einem frommen Leben und begegnete dem Mönch und Priester Sisinnios (# 6767), der in der Gegend von Mantineion zur Zeit Kaiser Konstantinos' V. (741–775) lebte und damals bereits als γέρων bezeichnet wurde, also wohl schon älter war. Dieser sagte ihr voraus, daß sie ein großes Kloster gründen und neunhundert Schwestern vorstehen werde; dann schor er sie und befahl ihr, in ein Kloster zu gehen, das auf einer Insel in einem See bei der Ortschaft Perkile Kome bzw. Mantineion gelegen war (Synaxarium Anthusae: ἐν τῷ νησυδρίῳ τῆς πελαζούσης τῇ Περκιλὲ`` κώμῃ λίμνης; Synax. Cpl.: ἐν τῇ λίμνῃ τῇ κατὰ τὸν χῶρον ἐκεῖνον, ὃ Μαντίνεον ἐπονομάζεται), wo sie anschließend als Asketin lebte. Als sie Sisinnios später wieder besuchte, bat sie ihn, eine Kirche der Mutter der Gottesmutter, Anna, zu errichten, was Sisinnios dann offenbar ihr auftrug, wobei er ihr auch den Zeitpunkt seines Todes voraussagte. Nachdem die Kirche gebaut war und sich bereits dreißig Nonnen bei A. eingefunden hatten, verstarb Sisinnios. Da die Zahl ihrer Nonnen (τὴν ἀδελφότητα; darunter auch Mönche) so sehr angewachsen war, gründete sie auf demselben Grund (ἐξ αὐτῶν βάθρων) zwei Klöster, ein Marienkloster für die Nonnen und ein Apostelkloster für die Mönche, wo sie offenbar ihren Neffen (s. unten) als Abt einsetzte; daher muß es sich wohl um ein Doppelkloster gehandelt haben, folgerichtig ist in den Einleitungen sowohl des Synaxarium Anthusae wie des Synax. Cpl. nur von einem Kloster die Rede (τὴν μονὴν τοῦ Μαντινέου). Unter Konstantinos V. wurde sie auf Geheiß des Kaisers von seinem Abgesandten, einem Magistrianos (# 10887), aufgesucht, der sie zunächst überzeugen wollte (den Ikonoklasmus zu akzeptieren), sie dann aber, als sie nicht einsichtig war, beschimpfte, später mißhandelte, wobei glühende Holzstücke, die angeblich von verbrannten Ikonen stammten, ihr auf das Haupt und unter die Füße gelegt wurden, und sie schließlich verbannte. Später (nach Mango vor 756/ 57) soll Konstantin V. anläßlich eines Feldzuges gemeinsam mit seiner Frau (Eudokia: # 1626) in die Gegend der A. gekommen sein, wobei ihnen A. die Geburt eines Sohnes (Christophoros [# 1101]? oder Nikephoros [# 5267]?) und einer Tochter (wohl Anthusa: # 499) prophezeit haben soll. Die Quelle schreibt ihr noch zahlreiche weitere Prophezeiungen und Heilungen zu. 771 beauftragte sie einen alten Mönch (# 11134) zusammen mit Romanos Neomartyr (# 6417) mit Handelsgeschäften außerhalb des Klosters, wo beide in arabische Gefangenschaft gerieten. Sie starb an einem 27. Juli (Tag des Großmärtyrers Panteleimon); als Heilige gefeiert an diesem Tag und am 17. und 28. Juli.

Q:(Hag.): Synaxarium Anthusae (BHG 2029h), in: Synax. Cpl. 848,31 – 852,17 (27. Juli); 847/848,54 – 851/852,53; 853/854,49 (28. Juli); 825,54 (17. Juli). — (georg.): Vita Romani iun. § 4-5, p. 411,29 – 412,4.

L: Savvides II 210. — Peeters, in: AnBoll 30 (1911) 394f.; Alexander, Nicephorus 76; Salsano, in: Bibl. Sanct. 2 (1962) 224f.; Treadgold, Revival 193; Mango, in: AnBoll 100 (1982) 401–409; Huxley, in: Les femmes et le monachisme byzantin 13f.; Ruggieri, in: JÖB 35 (1985) 131–142; Kazhdan–Talbot, in: BZ 84/85 (1991/92) 392; Rochow, Konstantin V. 57. 66. 163. 204ff.; DO Hagiography Database Nr. 93; A.-M. Talbot, in: Byzantine Defenders 13–15 (16–19: engl. Übersetzung von BHG 2029h). — Zu dem Ort Mantineion cf. Ramsay, Asia Minor 194; Belke, Paphlagonien und Honorias (TIB IX) 249–251; zu der Institution des Doppelklosters cf. ODB II 1392 s. v. “Monastery, double”.

Angehörige (anonym):

1. Neffe 500A

T: Abt des Mantineionklosters bzw. des Mönchsklosters innerhalb des Doppelklosters bei Mantineion (ὃς τῆς ἀνδρώας μονῆς ... τὴν προστασίαν ἐγκεχειρισμένος ἦ´ν).

V: Er lebte unter Konstantin V. (741–775), jedoch vor 771, war ein Neffe der Anthusa und Abt des Mönchsklosters innerhalb des Doppelklosters bei Mantineion. Er wurde von einem Abgesandten des Kaisers, einem Magistrianos (# 10887), ausgepeitscht, blieb aber standhaft.

Q:(Hag.): Synaxarium Anthusae, in: Synax. Cpl. 850,26-30 (27. Juli [BHG 2029h]).

L: Rochow, Konstantin V. 66.

QuelleSource