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Ioannikios

Ἰωαννίκιος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
3389/corr.
Namensvariante
Ioannikes; Boilas (Beiname oder Familienname); Thaumaturgos (Beiname)
Klerus / Laie
Laie; Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
823
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Exkubitor; Monachos; Eremites; Heiliger
Name normalisiert
Ioannikios
Ort
Bithynien; Marykatos (Bithynien); Olymp (Bithynien); Bulgarien; Markellai; Agauronkloster (Bithynien); Trichalix (Berg in Bithynien); Kastulos (bei Atroa); Telaoskloster (Bithynien); Antidionkloster (Bithynien); Lisos (Berg in Lydien); Alsos (Berg in Lydien); Lydien; Korakos Kephale (Berg in Bithynien); Korax (s. Korakos Kephale); Eristekloster (Pandemos); Pandemos (Bithynien); Megas-Agros-Kloster (Bithynien); Apolloniassee; Thasios (Insel im Apolloniassee); Toparchenhöhle; Ephesos (Asia); Kilikien; Thrakesion (byz. Thema); Metata (am Gorgytes); Gorgytes (Fluß); Chelidon (Lydien); Kunturia; Merillon bzw. Merillos (Merillu Kome); Kallistratoskloster (Kpl.); Vierzig-Märtyrer-Kirche (Kpl.)
Quelle
Vita Constantini Iudaei (BHG 370); Synodikon georg.; Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180); Calendrier palestino-géorgien; Vita Theodorae imp. (BHG 1731); Typicon Messinense; Vita Euthymii iun. (BHG 655); Encomium Ignatii (BHG 818); Vita Irenae Chrysobalanton (BHG 952); Ioseph Hymnographos, Kanones; Vita Theodorae imp. (BHG 1734a); Antonij von Novgorod; Synax. Cpl.; Narratio amplior de Theophili absolutione; Narratio de Theophili absolutione (BHG 1732); Vita Theoph. Grapti (BHG 1793); Methodios, Fragmenta [enthält auch: Methodios, Periorismos]; Dukakes; Synaxartext auf Daniel Thasios; Methodios, Kanones; Ps.-Symeon; Vita Pauli Latrensis (BHG 1474); Vita Ioannic. (Petros; BHG 936); Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935); Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937)

Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

N: Ἰωαννίκιος, Theod. Stud., Ep. 461: Ἰωαννίκης, Familienname: Boïlas (dazu Ditten, Verschiebungen 255. 383 und idem, in: Studien 8. u. 9. Jh. 102f.; Božilov p. 255); Beiname: Thaumaturgos — Θαυματουργός.

T: Exkubitor, Mönch, Eremites, Heiliger.

V: Unsere Kenntnisse über seinen Lebenslauf gehen – abgesehen von den zahlreichen Besuchern, die er im Laufe seines Lebens empfangen haben soll – nahezu ausschließlich auf seine Vita zurück, die in drei Versionen erhalten ist. Die älteste und zuverlässigere ist die von Petros verfaßte (BHG 936), deren Angaben dieser Artikel im wesentlichen folgt. Wichtige Abweichungen werden in Klammern angegeben; Näheres zum Verhältnis der verschiedenen Versionen s. unter P.

Geboren wurde I. im Jahre 762 (BHG 935: 754) als Sohn des Myritzikios (# 5209) und der Anastaso (# 342) aus der Familie Boïlas (BHG 935: ... καὶ γένους τῶν Βοϊλάδων, τήν τε κλῆσιν πέλει Ἰωαννίκιος, καὶ τὴν στρατείαν ἐξκουβίτωρ). Außerdem werden eine Schwester (# 5209A) und ein Schwager (der Mann dieser Schwester: # 5209B) erwähnt. BHG 935 stilisiert seine Eltern zu Ikonoklasten, vielleicht auch nur zu einfachen Leuten, denn sie kümmern sich ausschließlich um sein leibliches Wohl und versäumen es, seine Seele mit dem Wort Gottes vertraut zu machen (333C). Als er das entsprechende Alter erreicht hatte (BHG 935: 772/73 im Alter von neunzehn Jahren), trat er in das Corps der Exkubitoren ein und wurde dem 18. Bandon zugeteilt. Er diente anschließend bis 792 (BHG 935: bis zum Alter von 43 Jahren = 796) als Soldat; während dieser Zeit teilte er wahrscheinlich den Standpunkt der Ikonoklasten. Im Krieg gegen die Bulgaren soll er laut BHG 936 (Vita des Petros) bei Markellai den Kaiser vor einer Gefangennahme bewahrt haben. BHG 935 (Vita des Sabas) zufolge rettete er nicht den Kaiser, sondern einen Offizier (# 11016) (cfr. dazu unter P).

Die Schlacht von Markellai markiert einen Wendepunkt in seinem Leben; sie veranlaßte ihn, das Militär zu verlassen und zunächst für zwei Jahre in das Antidionkloster zu gehen. Offenbar ist I. desertiert, was Patriarch Methodios in seinem kurz nach dem Tod des I. auf diesen verfaßten Kanon uneingeschränkt positiv hervorhebt, indem er ihn zu Beginn der vierten Strophe als ῥιψασπις apostrophiert: Ῥίψασπις σὺ φανεὶς ἐν μάχῃ πολεμίων, ἐδείχθης ἀριστεὺς κατὰ τοῦ διαβόλου, ὡς ἐν ἐκστάσει τῆς πίστεως σου μαχαίρᾳ διατεμὼν τοὺς ἀκεφάλους ἐχθρούς. (Analecta Hymnica Graeca III, 134–145, am Anfang der 4. Strophe; so vertreten von Efthymiadis, in: JÖB 48 [1998] 42f.; s. jedoch unter P). BHG 935 läßt I. bereits vorher (790) durch einen Mönch (# 11006) zur Orthodoxie bekehrt werden. Dann ging er auf den Berg Trichalix oberhalb des Agauronklosters, wo er den Rest seines Lebens als Einsiedler verbrachte, immer wieder unterbrochen durch Aufenthalte anderswo. Laut BHG 935 wurde I., gewissermaßen nachträglich, in seinem 54. Lebensjahr (ca. 807) im Kloster Eriste auf dem Pandemos von Stephanos (# 7053) unter Mitwirkung eines Anastasios (# 314) zum Mönch geweiht.

Im Jahre 815 war I. wegen der Mönchsverfolgungen durch die Ikonoklasten gezwungen, nach Lydien auf den Berg Alsos auszuweichen (zur Lokalisation des Berges Alsos cf. Mango, Ioannikios 402 mit Anm. 23). Andere Wanderungen waren freiwillig. Nach seiner Vita besuchte er ca. 825 das Megas-Agros-Kloster, um die Reliqien des hl. Theophanes Homologetes (# 8107) zu verehren. Auf seinem Rückweg über das Nordufer des Apolloniassees kamen ihm Daniel (# 1228) und dessen Mönche (# 10503) aus ihrem Kloster auf der Insel Thasios im Apolloniassee (sie setzten also zum Ufer über) entgegen. Daniel warf sich I. zu Füßen und berichtete ihm, daß die Bruderschaft von einem Drachen (Drakon) und von Schlangen (sinnbildlich also vom Teufel) bedrängt werde. I. setzte daraufhin mit Daniel und den Mönchen zur Insel über und besuchte deren Kloster. Er wies Daniel und die Mönche an, die Nacht in der Kirche des Klosters im Gebet zu verbringen. Er selbst ging zur Höhle des Drachen (Drakon) und bekämpfte diesen mit den “Pfeilen seines Gebetes” (τοῖς τῆς προσευχῆς αὐτοῦ βέλεσιν; BHG 935) beziehungsweise einem Kreuz (BHG 936). Der Drache (Drakon) stürzte sich in den See und schwamm gemeinsam mit den Schlangen an das südliche Ufer. Daniel hatte einen (geistlichen oder leiblichen? Der Text läßt beide Möglichkeiten zu) Bruder (diese Nachricht nur in BHG 935; sie fehlt in BHG 936) namens Euthymios (# 1852). Diesem wurde von Ioannikios folgende Prophezeiung gegeben: “Du sollst wissen, Herr Euthymios, daß der Basileus (βασιλεύς) nach Dir verlangen wird. Mach Dich bereit!” Nach fünf Tagen sei Euthymios dann gestorben.

Nur in der Vita Ioannic. des Sabas (BHG 935) finden sich folgende Nachrichten im Anschluß, die die Vita Ioannic. des Petros (BHG 936) zu einem späteren Zeitpunkt und etwas anders berichtet: Anschließend ging I. gemeinsam mit Daniel von dort über die Berge und gelangte zur sogenannten Toparchenhöhle (ἐφ᾿ ἑνὶ τῶν ἐκεῖ σπηλαίων, τῷ παρὰ τῶν προσοικούντων ὀνομαζομένῳ Τοπάρχῃ), die von Dämonen bevölkert war, die den Vorbeikommenden schadeten. Dort verbrachte I. vierzig Tage in Askese, während Daniel, der sich in einem nahegelegenen Dorf aufhielt, von einem besonders schlimmen Dämon (ὁ τῶν πονηρῶν πνευμάτων ἔξαρχος δαίμων) ergriffen wurde. Nachdem I. Daniel von dem Dämon befreit hatte, begaben beide sich zum Berg Trichalix. Nach der Vita Ioannic. des Petros (BHG 936) ging Daniel, obwohl er es zunächst nicht wollte, schließlich doch gemeinsam mit I. in die Toparchenhöhle, und die beiden übten sich dort vierzig Tage in Askese. Als sie ihre Askese beendet hatten, kam ein schrecklich aussehender, riesenhafter und tobender Mann (möglicherweise von einem Dämon besessen; die Episode bleibt jedoch völlig dunkel) auf sie zu und stürzte sich auf Ioannikios. Bei dem folgenden Kampf erhielt Ioannikios einen Tritt in die Seite, so daß er sieben Tage ohne Bewußtsein blieb (ἄφωνος ὁ ἅγιος ἦν). Nachdem er wieder zu sich gekommen war (εἰς ἑαυτὸν ... γεγονὼς ...), setzte er gemeinsam mit Daniel seinen Weg fort.

Ferner wird beispielsweise von einer Pilgerfahrt nach Ephesos zwischen 820 und 843 berichtet. Zwei Gesandte des Kaisers Theophilos, ein Protobestiarios (# 11598) und ein Megas Kurator (# 11597), versuchten vergeblich, I. zum Ikonoklasmus zu bekehren; sie mußten vielmehr zurückkehren mit Ermahnungen an den Kaiser, doch seinerseits die Bilder wieder zu verehren.

Neben den üblichen Wunderheilungen und ähnlichem scheint I. sich besonders auf dem Gebiet der Todesprophezeiungen hervorgetan zu haben: Er hat angeblich den Tod der Kaiser Nikephoros I. und Staurakios, die Ermordung Kaiser Leons V., den Tod eines Elias (# 1500), den des Oikonomos Ioseph (# 3447), den des Inger (# 2682), des Gregorios (# 2440), des Isaakios (# 3473) und der Äbtissin des Klubionklosters (Eirene: # 1446), des Petros von Atroa (# 6022), des Kaisers Theophilos (in Verbindung mit einer Prophezeiung des Patriarchats des Methodios) und schließlich am 1. November 846 auch den Tod dieses Patriarchen anläßlich dessen Besuchs bei ihm vorausgesagt. Die Fassung des Sabas schreibt ihm außerdem Gefangenenbefreiungen zu, so die von Byzantinern aus Bulgarien (cap. 29) und von den Arabern (cap. 50).

I. war einer der meistbesuchten Heiligen seiner Zeit. Unter den Besuchern soll auch Sergios (# 6665), der Vater des Patriarchen Photios (# 6253), gewesen sein (Ps.- Symeon), wobei sich Ioannikios in die Reihe der mit Geburt und Kleinkindalter des Photios zusammenhängenden Negativprophezeiungen fügt, denn er sagte angeblich voraus, daß Photios nicht den Wegen des Herrn folgen werde.

I. verbrachte auch selbst große Abschnitte seines Lebens auf Wanderschaft und suchte dabei neben den oben erwähnten noch folgende Orte auf (in chronologischer Reihenfolge, soweit möglich): Kilikien, Thrakesion, Ktemata (= Metata) am Fluß Gorgytes, Lisos (= Alsos), Chelidon, Kunturia, Apolloniassee, Insel Thasios, Merillon (Merillu kome), Korakos Kephale. (Eine Aufstellung der einzelnen Aufenthalte und Reisen in Gegenüberstellung der Angaben bei Petros und Sabas findet sich bei Mango, Ioannikios 395–398.) Auf diesen Reisen wurde er von wechselnden Personen, meist Mönchen des Antidion- oder des Agauronklosters, begleitet und soll verschiedene Kirchen und Klöster gegründet haben.

I. war Adressat eines Briefes des Theodoros Studites (# 7574), nachdem ihn dieser gemeinsam mit Petros von Nikaia (# 6067) und Ioannes von Chalkedon (# 3205) besucht hatte. In dem Brief geht es um den Eremiten Theoktistos (# 8051) und dessen Rückkehr in den Schoß der Kirche. In ep. 490 nennt ihn Theodoros πνευματικὸν πατέρα. Nach Fatouros 424* Anm. 840 ist Ioannikios der ideologische Gegenpol zu Theodoros Studites, was seine Auffassungen über das Mönchsleben und die Annäherung des Menschen an Gott betrifft; er steht damit in der Tradition der Neuplatoniker der Spätantike und gilt als ein Vorläufer der Hesychasten. In Catech. parv. 38 (p. 141 Auvray) wendet sich Theodoros gegen das Eremitentum des Ioannikios, da die Eremiten sich an den Auseinandersetzungen um den Ikonoklasmus nicht beteiligt hätten und nicht verfolgt worden seien. Diese Abneigung scheint gegenseitig gewesen zu sein, denn die ältere Vita (BHG 936) enthält deutliche Kritik an den Studiten, die als notorische Unruhestifter charakterisiert werden (405B. 422A). Kurz vor seinem Tod hatte angeblich ein gewisser Epiphanios (# 1585) einen Anschlag auf I. verübt, den dieser aber überlebte.

I. starb am 3. oder 4. November des Jahres 846. Das Antidionkloster als Begräbnis- bzw. Todesstätte des I. wird namentlich genannt in Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) 433B; Synax. Cpl. 191,33 – 193,9. (4. November). Dort wurde er demnach beigesetzt, die Beisetzungsfeierlichkeiten wurden von Ioseph (# 3453), dem Abt des Antidionklosters, geleitet. Eine besondere Beziehung scheint er möglicherweise auch zum Kallistratoskloster unterhalten zu haben, da sein Kult in mehreren Synaxarnotizen für dieses Kloster belegt ist, Synax. Cpl. 189/90,47f. 193,9. 191/92,41f.; Typicon Mateos I 88,12f., es könnte sich dabei allerdings auch um späteren Reliquienkult gehandelt haben. Antonij von Novgorod erwähnt in seinen Beschreibungen das Haupt eines Ioannikios, das sich in der Vierzig-Märtyrer-Kirche befunden haben soll.

Zusätzliche hagiographische Mitteilungen: — Absolution von Kaiser Theophilos: Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) 245,15-19; Narratio de Theophili absolutione (BHG 1732) 31,24-26; Narratio amplior de Theophili absolutione (BHG 1733) 31,26-32,2; Vita Theodorae imp. (BHG 1734a) cap. 3, p. 31. — Wahl des Patriarchen Methodios: Vita Mich. Syncell. (Cunningham; BHG 1296) 102,23 – 104,12; Vita Theoph. Grapti (BHG 1793) cap. 33, p. 218,19-23. — Ikonoklasmus: Vita Theodorae imp. (Regel; BHG 1731) 7,25-30. 12,27 (= Vita Theodorae imp. [Markopulos; BHG 1731] cap. 6,2-6, p. 262; cap. 10,28, p. 266); Narratio amplior de Theophili absolutione (BHG 1733) 24,18 – 27,2. — Weissagungen: Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180) cap. 20, p. 218,33-38 (Carras); cap. 11, p. 188 (Halkin); Vita Euthymii iun. (BHG 655) cap. 7f., p. 174,5 – 175,12; Encomium Ignatii (BHG 818) 292D; Vita Petri Atroënsis (BHG 2364) cap. 80,7-12. 17-19, p. 213; cap. 82,2-4, p. 215 – 217; Vita Petri Atroënsis retractata (BHG 2365) cap. 80, p. 128f.; cap. 81, p. 129; cap. 82, p. 129f. — Sonstiges: Vita Constantini Iudaei (BHG 370) cap. 61, p. 646B; cap. 72f., p. 650C-E; Vita Eustratii (BHG 645) cap. 4, p. 369,24 – 370,2; cap. 10-12, p. 374,24 – 376,3; Vita Irenae Chrysobalanton (BHG 952) 10,1-22; 12,23f.; 28,13f.; Akoluthia (ibidem) 13,2, p. 118. — Synaxarnotizen und Kanones: Kanones: s. dazu Krumbacher, in: BZ 4 (1895) 198; ed. A. Kominis, in: Analecta Hymnica Graeca III 111–121 (von Georgios: # 2259). 122–133 (von Theodosia: # 7791). 134–145 (von Patriarch Methodios) (cf. dazu ibidem, 569-572); Kanon von Ioseph Hymnographos: s. Tomadakes, Ἰωσὴφ ὁ ὑμνογράφος 123 (Nr. 79); Synax. Cpl. 191,33 – 193,9 (4. November); 189/190, 47. 48. 57; 191/192,42. 43. 44 (3. November); 379/380,57f.; 382,4f. (9. Januar; zu Eustratios); 792,26f.; Men. Basilii 141C-D (3. November); 517B; Typicon Mateos I 88,12f. (3. November); Typicon Messinense 48,16 (4. November); Typika Dmitrievskij I 306; III 32 (4. November); Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392) p. 53,128; Calendrier palestino-géorgien 102 (4. November).

Q: — (Hist.): Ps.-Symeon 669,22 – 670,7. — (Ep.): Theod. Stud., Ep. 461. 490 (Fatouros); II 116. 166 (PG 99); Ignatios, Ep. 33 (p. 94 Mango; cl. 34f. Gedeon) ohne Namen. — (Hag.): Vita Ioannic. (Petros; BHG 936); Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935); Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937); Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180); Vita Constantini Iudaei (BHG 370) cap. 61, p. 646B; cap. 72f., p. 650C-E; Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) 245,15-19; Vita Eustratii (BHG 645) cap. 4, p. 369,24 – 370,2; cap. 10-12, p. 374,24 – 376,3; Vita Euthymii iun. (BHG 655) cap. 7f., p. 174,5 – 175,12; Encomium Ignatii (BHG 818) 292D; Vita Mich. Syncell. (Schmitt; BHG 1296) 249,15 – 250,2; Vita Mich. Syncell. (Cunningham; BHG 1296) 102,23 – 104,12; Vita Theodorae imp. (Regel; BHG 1731) 7,25- 30; 12,27 (= Vita Theodorae imp. [Markopulos; BHG 1731] cap. 6,2-6, p. 262; cap. 10,28, p. 266); Narratio de Theophili absolutione (BHG 1732) 31,24-26; Narratio amplior de Theophili absolutione (BHG 1733) 24,18 – 27,2; 31,26 – 32,2; Vita Theodorae imp. (BHG 1734a) cap. 3, p. 31; Vita Petri Atroënsis (BHG 2364) cap. 80,7-12. 17-19, p. 213; cap. 82,2-4, p. 215– 217; Vita Petri Atroënsis retractata (BHG 2365) cap. 80, p. 128f.; cap. 81, p. 129; cap. 82, p. 129f.; Vita Theoph. Grapti (BHG 1793) cap. 33, p. 218,19-23; Vita Pauli Latrensis (BHG 1474), cap. 2, 21,5-7 (AnBoll) = 105,22f. (Wiegand); Synax. Cpl.; Typika Dmitrievskij; Methodios, Fragmenta, Nr. 1-2, p. 54; Synaxartext des Daniel Thasios, cap. 2–4, in: Dukakes IX 144–146; Joseph Hymnographos, Kanon; Methodios, Kanon, in: Analecta Hymnica Graeca III 134–145. — (Fs.): Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392) p. 53,128. — (Hom.): Theod. Stud., Catech. parv. — (georg.): Synodikon georg. 310. — (sl.): Antonij von Novgorod 30 (Loparev: Anikija); 119 (Itineraria Rossica).

W: Ein Fragment eines Briefes des I. an Patriarch Methodios ist überliefert bei Niketas von Herakleia, Sur les hérésiarques, ed. J. Darrouzès, Documents inédits d'ecclésiologie byzantine. Textes édités, traduits et annotés, Paris 1966 (Archives de l'Orient chrétien 10), 296,29 – 298,3; ebenso als Fragment 2, ed. Darrouzès, in: REB 45 (1987) 54; zu diesem Fragment cf. auch Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 427a.

L: ODB II 1005f.; Beck, Kirche 210. 558. 589. 604. — Bollandisten, in: AASS Nov. II 1, 311– 332. 383f. (332B-D. 383f.: zur Chronologie); van den Gheyn, Un nom grec au neuvième siècle, S. Joannice le Grand, in: Études religieuses philosophiques, historiques et littéraires 50 (1890) 407-434; K. K(rumbacher), in: BZ 4 (1895) 197f. (zur Ausgabe BHG 935); Pargoire, in: EO 4 (1900/01) 75–80 (Todesdatum: 3. November 846); von Dobschütz, in: BZ 18 (1909) 93f.; Loparev, in: VV 18 (1911/13) 70–95; B. Hermann, Verborgene Heilige des griechischen Ostens, Kevelaer 1931, 179–216; Laurent, in: Vita Petri Atroënsis (BHG 2364) p. 34; da Costa-Louillet, in: Byz 25/27 (1955/57) 793f. (zum Besuch des Vaters von Photios); Hausherr, in: OCP 22 (1956) 35f.; Vryonis, in: Byz 31 (1961) 245–248; Kaegi, in: Bsl 27 (1966) 60f.; idem, Military Unrest 240; Janin, Centres 132f. 135f. 140f. 150. 152–154. 164. 172. 188. 195. 197; Morini, in: Rivista di storia della chiesa in Italia 31 (1977) 376. 382; Mango, in: DOP 33 (1979) 332; Wortley, in: Byz 50 (1980) 533–562, bes. 558–561; Mango, Ioannikios 393–404; Rydén, in: Ur Anatoliens historia, Uppsala 1987 (Sällskapet för Asienstudier, Skrifter 13) 25–27; Fatouros 424*f. 446*f.; Pratsch, Theodoros 10. 14. 265. 278. 281–288. 303. 310; Treadgold, Revival 489 (Reg.); Tăpkova-Zaimova, in: GIBI IV 133 Anm. 1. 2; Ditten, in: Studien 8. und 9. Jh. 102f. 117f.; idem, Ethnische Verschiebungen 255. 259. 383f.; A. Kominis, in: Analecta Hymnica Graeca III 569-572; Cunningham, in: Vita Mich. Syncell. 162–164; DO Hagiography Database Nr. 13 (Vita Ioannic. [Sabas; BHG 935]); Nr. 23 (Vita Ioannic. [Petros; BHG 936]); D. Sullivan, in: Byzantine Defenders 243–254 (255– 351: engl. Übers. der Vita Ioannic. [Petros; BHG 936]); Efthymiadis, in: JÖB 48 (1998) 42f.; speziell zu der Rolle des I. in der Schlacht von Markellai cf. Sullivan, in: GRBS 35 (1994) 287–291; Božilov Nr.198, p. 259.

P: Laut Mango hat Petros, der Ioannikios tatsächlich kannte und dasselbe auch bei seinem Publikum voraussetzen konnte, noch vor dem Tod des Patriarchen Methodios (847), also ganz unmittelbar nach dem Tod des Heiligen, seine Ioannikiosvita verfaßt. Sabas, der zweite Biograph des Ioannikios, schrieb hingegen sehr wahrscheinlich während des Patriarchats des Ignatios (847–858) und hat einige Retuschen vorgenommen, deren Absicht sich mindestens in einigen Fällen wahrscheinlich machen läßt, so z. B. bei Geburtsdatum und Länge des Militärdienstes, damit I. nach Markellai nicht als vermutlicher Deserteur, sondern als ehrenhaft entlassen gelten konnte. Efthymiadis wies kürzlich darauf hin, daß Patriarch Methodios in seinem kurz nach dessen Tod auf I. verfaßten Kanon diese Desertion uneingeschränkt positiv hervorhob, indem er ihn zu Beginn der vierten Strophe als ῥίψασπις apostrophierte (Analecta Hymnica Graeca III, p. 137). Es bleibt jedoch zu fragen, ob dieser Begriff hier tatsächlich konkret auf diese Situation bezogen und mit Deserteur zu übersetzen ist, oder ob nicht vielmehr allgemein das Verlassen des weltlichen Heeres und der Anschluß an die Streitmacht Christi verstanden werden kann, wie im dritten Vers der dritten Strophe desselben Kanons (ibidem) ausgeführt. Dann bestünde hier auch kein Widerspruch zur Auffassung Mangos über die Retuschen. Etwas anders liegt der Fall bei der von Petros beschriebenen Rettung des Kaisers, wo Petros offensichtlich Anleihen bei Theophanes aufgenommen hat; cf. Sullivan, in: GRBS 35 (1994) 287–291, der hier eine literarische Abhängigkeit der Ioannikiosvita des Petros (BHG 936) von Theophanes 217,26 – 218,14 (Darstellung eines bulgarischen Einfalls der Jahre 538/39) wahrscheinlich macht und damit die angebliche Rettung Konstantins VI. durch I. widerlegt. Hier dürfte die Version des Sabas (BHG 935) wahrscheinlicher sein (Rettung eines Offiziers: # 11016), sofern nicht überhaupt der ganze Vorgang erfunden ist.

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