Konstantinos

Κωνσταντῖνος

Open Access
De Gruyter
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
3710/corr.
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
7. Jh.
Erste Erwähnung
680
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Syrer; Presbyteros Apameia <Syria II
Name normalisiert
Konstantinos
Ort
Apameia (Syrien); Syrien II (Kirchenprovinz); Kalifat; Antiocheia (Syrien)
Quelle
ACO II/2/1-2 (680/81)

Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

T: Presbyteros — πρεσβύτερον τῆς ἐν Ἀπαμείᾳ οὔσης ἁγιωτάτης τοῦ θεοῦ ἐκκλησίας τῆς δευτέρας τῶν Σύρων ἐπαρχίας.

V: Der Presbyter K. aus Apameia (Syria II) tauchte während der 16. Sitzung (9.8.681) des 6. Ökumenischen Konzils auf. Stimmt seine Herkunftsgeschichte, so wäre er der einzige Teilnehmer des Konzils aus dem Kalifat. Möglicherweise gehörte er aber zum Anhang des Makarios (# 4670) und versuchte, die Positionen der Monotheleten zu retten (Apameia gehört zum Patriarchat von Antiocheia). Vielleicht hegte man diesen Verdacht gegen ihn, wie man aus der Vorstellung des K. durch den Diakon und Primikerios der Notare des Patriarchats, Theodoros (# 7321), der als Konzilssekretär fungierte, schließen könnte: Διδάσκομεν ... ὡς Κωνσταντῖνος λέγων ἑαυτὸν εἶναι (!) πρεσβύτερον ... Er sei, so führte K. aus, vom Bischof Abramios (# 59) von Arethusa (Syria II) geweiht worden und komme nun zu diesem Konzil, um zum Frieden (in der Kirche) beizutragen. Man müsse ein Henotikon (das bezieht sich wahrscheinlich auf das Henotikon des Kaisers Zeno von 482, das eine Einigung zwischen Chalkedonensern und Monophysiten herbeiführen sollte) erlassen, so daß weder Monotheleten noch Dyophysiten bedrückt wären. Dies erinnert an den vergleichbaren Vorschlag des Theodoros von Melitene (# 7331), vorgebracht (und abgelehnt) während der 8. Sitzung (7.3.681), ein Umstand, der auf eine Zugehörigkeit zur monotheletischen Partei des Makarios deutet, zumal sich K. selbst auf diesen berief (ACO II/2/2, p. 700,20f.). Deshalb, so erklärte K., habe er sich an den Patrikios und Strategos Theodoros (# 7345) gewandt, damit dieser für ihn auf der Synode spreche. Dieser hatte ihm dann offenbar Zugang zu dieser Sitzung verschafft. K. verlangt nun, daß sein Glaubensbekenntnis, das er auf Syrisch verfaßt hatte, übersetzt werde. Stattdessen wird er einer Befragung nach seinem Glauben unterworfen, der er offenbar nicht nur aus sprachlichen Gründen nicht gewachsen war. Da er zwar zwei Naturen in Christo bekannte (gemäß dem Chalkedonense), Vater, Sohn und heiligem Geist aber nur einen Willen zugestand (wie Makarios! – ibidem 700,10), wurde er anathematisiert und ausgestoßen.

Q: — (Conc.): ACO II/2/2, p. 694,12 – 700,22.

L : Hefele III 282; Papadopoulos, Ἱστορία τῆς ἐκκλησίας Ἀντιοχείας 746; Stratos, Byzantium IV 126; Glossar (lat.) III 197; Riedinger, in: ACO II/2/2, p. XVIII; idem, Präsenz- und Subskriptionslisten 3 Anm. 4; Trombley, in: Byz 53 (1983) 636f.; Murphy–Sherwood 257f. 362–364 (Übersetzung von ACO II/2/2, p. 694,20 – 700,20).

P: K.s Bemerkung über den Krieg mit den Bulgaren wurde in der Literatur (Trombley; Haldon, Byzantium 123) als Beleg dafür herangezogen, wie einfach nach dem Friedensschluß mit den Arabern die Kommunikation mit den Christen im Kalifat geworden sei. Tatsächlich gibt dies die Stelle nicht her, denn es ist näherliegend, daß K. seine Informationen erst in Konstantinopel erhalten hat. Es scheint deshalb wahrscheinlicher zu sein, daß das Auftreten des K. ein (weiterer) Versuch der Monotheleten war, den Ausgang des Konzils doch noch in ihrem Sinne zu beeinflussen. In diesem Kontext gehört K.s Auftritt vor dem Konzil in eine Reihe mit denen eines Theodoros von Melitene (# 7331) oder des Polychronios (# 6318).

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