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Nikephoros I.

Νικηφόρος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
5301/corr.
Namensvariante
Homologetes (Beiname)
Klerus / Laie
Laie; Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
806
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Hypographeus; Asekretis; bas. Asekretis; bas. Ptochotrophos; Monachos; Diakonos; Presbyteros; Patriarch Kpl.; Autor; Episkopos
Name normalisiert
Nikephoros
Ort
Pemolissa (Helenopontos); Helenopontos; Pontos (Region); Mylasa bzw. Mylassa (Karien); Karien; Nikaia (Bithynien); Bithynien; Bosporos (Kpl.); Marmarameer; Hagia Sophia (Kpl.); Dalmatoskloster (Kpl.); Prinzeninseln; Patriarcheion (Kpl.); Hippodrom (Kpl.); Triklinos des Augustaios (Kpl.); Rom; Syrien; Palästina; Ägypten; Zypern; Medikionkloster (Bithynien); Taurische Klimata (Cherson); Cherson; Versinikia (Bulgarien); Bulgarien; Chrysopolis (Bithynien); Agathu: ta Agathu (Kpl.); Agathoskloster (Kpl.); Martys-Theodoros-Kloster (Lage unklar); Chalkedon (Bithynien); Hagios-Nikephoros-Kloster (Bithynien); Apostelkirche (Kpl.); Hagios-Niketas-Kirche (Kpl.); Hagios-Georgios-Kirche (Kpl.); Landmauer (Kpl.); Niketaskirche (Kpl.); Georgioskirche (Kpl.); Stadtmauer (Kpl.); Nikephoroskloster (Bithynien); Theodoroskloster (Lage unklar)
Quelle
Vita Nicet. Medic. (BHG 1341); Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335); Scriptor inc.; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365); Vita Nicet. Medic. (BHG 1342); Chronicon Bruxellense; Theod. Stud., Ep.; Anastasius Bibliothecarius; Suda; Theophanes; Epistula synodica ad Theophilum imp. (BHG 1386); Epistula ad Theophilum (BHG 1387); Synax. Cpl.; Symeon log.; Leon gr.; Theod. mel; Zonaras; Symeon sl.; Kedrenos; Theoph. cont.; Synodikon georg.; Skylitzes; Catal. patr. (Fischer); Vita Theodorae imp. (BHG 1731); Theod. Stud., Catech. magn.; Photios, Epp. (Laourdas–Westerink); Theod. Skut.; Typicon Messinense; Vita Tarasii (BHG 1698); Theod. Stud., Laud. Plat. (BHG 1553); Genesios; Georg. mon. cont. (Muralt); Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003); Photios, Bibl.; Horos der Synode von 843 ; Michael syr.; Georg. mon.; Vita Hilarionis Dalmat. (BHG 2177); Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336–1337); Vita Theophyl. Nicomed.; Men. Basilii; Vita C Theod. Stud. (BHG 1755d); MGH, Epp.; Vita B Theod. Stud. (BHG 1754); Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177b); Nikephoros, Epist. ad Leonem III; Typicon Mateos; Vita Georg. Mityl. (BHG 2163); Antonij von Novgorod; Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935); Vita A Theod. Stud. (BHG 1755); Nikephoros, Apol. minor; Vita Euthymii Sard. (BHG 2146); De Schismate; Nikephoros, Contra Eusebium et Epiphanidem ; Vita Methodii patriarchae (BHG 1278); Vita Ioannic. (Petros; BHG 936); Bar Hebraeus; Photios, Hom.; Synodicon vetus; Translatio Niceph. patriarch. (BHG 1337b); Photios, Amph.; Arethas, Scripta minora; Methodios, Fragmenta [enthält auch: Methodios, Periorismos]; Naucratii encyclica; Nikephoros, Apol. maior; Typika Dmitrievskij; Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392); Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937); Vita Niceph. patriarch. (BHG 1337e); Elpios; Glykas; Kathairesis kai anathematismos Theodotu, Antoniu, Ioannu; Konst. Porph., De cerim.; Gesta episc. Neapol.; Vita Ignatii (BHG 817); Nikephoros, Chron. synt.; Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494); Nikephoros Kallistos, Catal. patriarch.

Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

N: Beiname: Homologetes.

T: Hypographeus bzw. Asekretis — ὑπογραφεὺς τοῖς τῶν κρατούντων μυστηρίοις ὑπηρετούμενος, οὕτω γὰρ παρὰ τῇ Αὐσονίδι διαλέκτῳ τὸ Ἀσηκρήτης ὄνομα (Vita Niceph. patriarch. [BHG 1335] 144,8-10); καὶ γὰρ τῶν βασιλικῶν ὑπογραφεὺς ἐτύγχανον ὤν, ἀ σηκρῆτις δὲ τούτους καλεῖν εἰωθυίας τῆς Λατινίδος γλώττης ἴσμεν ἐκφώνημα (Nikephoros, Epistula ad Leonem III, col. 173B); basilikos Asekretis — βασιλικὸς ἀσηκρῆτις (Mansi); ἀπὸ ἀσηκρῆτις (Catal. patriarch. [Fischer] 291,12); kaiserlicher Ptochotrophos in Konstantinopel — τοῦ μεγίστου πτωχείου τῶν κατὰ τὴν βασιλίδα ἐπιτροπεύειν προτροπῇ βιαίᾳ τῶν κρατούντων ἡ χάρις ἠξίωσε (Vita Niceph. patriarch. [BHG 1335] 152,14-27). Der Verfasser der Vita, Ignatios Diakonos (# 2665), versucht dort allerdings zu suggerieren, es habe sich um eine kirchliche Einrichtung gehandelt, was aber wohl nicht der Fall war, cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 116; später Mönch, Diakonos, Presbyteros (Nikephoros, Chron. synt. 120, 2f.: ἀσηκρήτης μοναχὸς γεγονώς; Nikephoros Kallistos, Catal. patriarch.: ἀπὸ πρωτασηκρῆτις μοναχὸς γενόμενος) und Patriarch von Konstantinopel (12. April 806 – 13. oder 20. März 815; † 5. April 828).

V: N. wurde im Jahre 757/58 in Konstantinopel geboren (1). Seine Eltern, Theodoros (# 7538) und Eudokia (# 1625), waren vornehmer Herkunft (2). Der Vater diente unter Kaiser Konstantin V. (741–775) in der kaiserlichen Verwaltung (3). Nach der Vita Nicephori wurde der Vater beim Kaiser als Ikonenverehrer denunziert, verlor alle Ämter und Würden (4) und wurde gemeinsam mit seiner Frau (5) in der Festung Pemolissa (Pontos) interniert (6). Nach einiger Zeit wurde er (wohl wiederum mit seiner Familie) nach Nikaia (Bithynien) verbannt, wo er seine letzten sechs Lebensjahre (7) verbrachte, ehe er starb (8). Nach P. J. Alexander ist Theodoros nicht vor 761 verbannt worden und nicht vor 767 verstorben (9), doch sind an der Historizität dieser Passage der Vita Zweifel angebracht (10). Nach dem Tod des Vaters wurde N. von seiner Mutter erzogen und erhielt eine allgemeine Bildung (ἐγκύκλιος παιδεία), jedenfalls lernte er lesen und schreiben: τὴν διὰ χειρῶν καὶ μέλανος τέχνην (11); die hohe literarische Bildung, die N. als Autor besaß, könnte er sich auch später und autodidaktisch angeeignet haben (12). Schließlich wurde auch er Hypographeus beziehungsweise Asekretis in der kaiserlichen Verwaltung (zwischen 770 und 780, vielleicht noch unter Konstantin V., wahrscheinlicher aber erst unter Leon IV. nach 775) (13).

In Erscheinung tritt N. erstmals auf dem zweiten Konzil von Nikaia im Jahre 787. Nach dem Zeugnis der Konzilsakten verlas er auf der zweiten Sitzung, am 24. oder 26. September 787 (14), die griechische Übersetzung eines Briefes des Papstes Hadrian I. (# 2536) an die Kaiser Konstantin VI. und Eirene (15). Seiner Vita zufolge soll er wenigstens zwei wichtige Dokumente verlesen haben, wovon das erste (τὸ ... βασιλικὸν ἐπιφώνημα) eine zentrale Rolle gespielt hat, während es sich bei dem zweiten um den Horos gehandelt haben könnte (16). Eine Vertrauensstellung des N. bei Hofe und beim Patriarchen ist daher recht wahrscheinlich.

Im Anschluß taucht N. in den Quellen vorerst kaum mehr auf. Nach der Darstellung seiner Vita verspürte er ein starkes Bedürfnis nach einem gottgefälligen Leben, zog sich daher aus dem öffentlichen Leben zurück und lebte wie ein Mönch (17). Ein Zeugnis des N. selbst beschreibt die Aufgabe seines Amtes und seinen Abschied vom Kaiserhof in Konstantinopel wesentlich sachlicher und korrigiert damit die hagiographisch gefärbte Darstellung der Vita (18).

N. legte irgendwann nach 787 sein Amt nieder (ob freiwillig oder nicht, bleibt offen) und zog sich aufs Land, wahrscheinlich auf sein Landgut, zurück (19). Wo sich dies befand, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Laut der Vita lag es wohl auf der asiatischen Seite des Bosporos, nach Epistula und Synaxar lag es vor der Stadt in Richtung Marmarameer (20). Dort führte er dann ein zurückgezogenes Leben. Die Behauptung, daß Frömmigkeit die Ursache der Demission des N. war, kann auf der Grundlage der Quellen zwar nicht widerlegt werden, wird allerdings dadurch unglaubwürdig, daß N. später wieder höhere Ämter übernahm. Daher ist eine Demission aus politischen Gründen wahrscheinlicher, für die der Sturz und die Blendung Konstantins VI. durch seine Mutter Eirene im Jahre 797 den nächstliegenden Anlaß darstellt (21). Demnach wäre N. ein Parteigänger Konstantins VI. gewesen. Dazu würde passen, daß er nach dem Sturz der Eirene im Jahre 802 aus seinem Exil zurückgerufen und wieder mit einem Amt betraut wurde (s. unten).

Nach seiner Demission gibt seine Vita der Bildung des N. breiten Raum (22). Zum einen ist das hagiographischer Topos, und vermutlich versuchte der Verfasser der Vita hier eine Zeit im Leben N.s zu füllen, über die er nicht gut unterrichtet war; zum anderen ist auch nicht auszuschließen, daß N. sich gerade in dieser Zeit literarisch betätigte (23).

Am 30. Oktober des Jahres 802 wurde Kaiserin Eirene entmachtet und der genikos Logothetes Nikephoros zum neuen Kaiser (Nikephoros I.) ausgerufen; am folgenden Morgen, dem 31. Oktober, einem Montag, wurde er in der Hagia Sophia vom Patriarchen Tarasios (# 7235) gekrönt (24). Einige Zeit nach der Mitkaiserkrönung des Kaisersohnes Staurakios im Dezember des Jahres 803 wurde N. von den Kaisern in die Hauptstadt zurückgerufen und mit der Leitung des größten Armenhauses in Konstantinopel betraut (25). Über seine Tätigkeit als Ptochotrophos ist weiter nichts bekannt, denn N. taucht bis zu seiner Ernennung zum Patriarchen im Jahre 806 in den Quellen nicht mehr auf (26).

Die Umstände der Wahl und Ernennung des N. zum Patriarchen lassen sich wie folgt umreißen (27): Anscheinend favorisierten verschiedene Fraktionen des Klerus und der Senat verschiedene Kandidaten, so daß keine Einigkeit erzielt werden konnte (28). Nach der Darstellung in N.s Vita sei dann die Wahlversammlung einberufen worden, bestehend aus den Kaisern, dem höheren Klerus und dem Senat (29). Anschließend hätten alle (εἰς μίαν ψῆφον) dem Vorschlag zugestimmt und N. zum neuen Patriarchen von Konstantinopel ausrufen lassen (30). Kaiser Nikephoros I. ernannte daraufhin ihn zum Kandidaten auf den Patriarchenstuhl. Theodoros Studites (# 7574), selbst einer der Kandidaten, erhob Protest gegen diese Wahl und mußte deshalb vom Kaiser bis zur Inthronisation N.s festgesetzt werden (29). N. wurde zum Mönch geschoren, wobei der Mitkaiser Staurakios ihm Pate stand (32), und durchlief nacheinander die kirchlichen Ränge (33), ehe er schließlich am Ostersonntag, dem 12. April 806, in der Hagia Sophia zum Patriarchen von Konstantinopel geweiht wurde. Die Weihe zum Bischof wurde von drei hochrangigen Metropoliten vorgenommen, nämlich von Leon von Herakleia in Europe (# 4348), Nikolaos von Kaisareia (# 5584) und Thomas von Thessalonike (# 8444).

Patriarchat: Bald nach seinem Amtsantritt, wohl noch im April 806, hielt N. in Konstantinopel eine Synode (cf. # 10380) ab, die den Oikonomos Ioseph (# 3447), der 795 Kaiser Konstantin VI. und Theodote (# 7899) getraut hatte, rehabilitierte und wieder in das Priesteramt einsetzte (34). Die zweite Amtshandlung war die Wahl des Hilarion (# 2584) zum Abt des Dalmatosklosters, bei der es sich gleichzeitig um die Wahl des Archimandriten der Klöster der Hauptstadt handelte (35). Die Wahl des Hilarion müßte etwa zwischen April und Ende 806 erfolgt sein (36).

Zwischen Anfang 807 und Frühjahr 808 entschloß sich Theodoros Studites, gegen die Rehabilitierung des Oikonomos Ioseph zu protestieren (zweite Phase des moichianischen Streits) (37). Um dem Ausdruck zu geben, vermied er die Konzelebration mit dem Oikonomos Ioseph und auch mit dem Patriarchen (38). N. hielt daher im Januar 809 in Konstantinopel eine Synode ab (39), auf der die führenden Studiten, Theodoros, Platon (# 6285), Ioseph (Archiepiskopos von Thessalonike: # 3448) und Kalogeros (# 3612) (40), synodal verurteilt wurden (41): Über die Studiten wurde das Anathema ausgesprochen, und sie verloren ihre kirchlichen Ränge. Die Beschlüsse der Synode von 806 und die Rehabilitierung des Oikonomos Ioseph wurden bekräftigt. Anschließend verbannte der Kaiser Theodoros, Platon und Ioseph auf die Prinzeninseln. Theodoros Studites hatte sich in mehreren Briefen an N. gewandt, jedoch keine Antwort erhalten (42).

Als im Februar 808 der Patrikios und Quaestor Arsaber (# 600) gegen den Kaiser rebellierte und in diese Verschwörung auch Kleriker des Patriarcheions (nach Theophanes der Synkellos, der Sakellarios und der Chartophylax, also nach dem Patriarchen drei der höchsten Patriarchatskleriker) verwickelt waren, hielt N. anscheinend loyal zum Kaiser (43).

Nach dem Tod des Kaisers Nikephoros I. (am 26. Juli 811) auf dem Schlachtfeld scheint N. sich auch gegenüber dem nachfolgenden Kaiser Staurakios, der schwer verwundet aus der Schlacht heimgekehrt war, zunächst loyal verhalten zu haben. Es gibt Hinweise, daß N. von einer gegen Staurakios aufkommenden Stimmung unter den Würdenträgern wußte und vergeblich versuchte, dem Kaiser die Krone zu erhalten (44). Neben den Würdenträgern (45), die schließlich die Absetzung des Staurakios betrieben und die Kandidatur des Kuropalates Michael (des Schwiegersohnes des Kaisers Nikephoros und Schwagers des Staurakios) unterstützten, wird auch N. genannt (46). Welche Rolle er genau dabei spielte, muß offen bleiben (47). Nach der Chronik des Theophanes soll er Michael noch vor dessen Proklamation zum neuen Kaiser um bestimmte schriftliche Zusicherungen gebeten haben. Dabei dürfte es sich um eine Loyalitätserklärung des Kaisers gegenüber der Kirche gehandelt haben (48). Am 2. Oktober 811 wurde Michael Rhangabe dann schließlich vom Senat und den Tagmata im Hippodrom zum Kaiser ausgerufen und anschließend in der Hagia Sophia von Patriarch N. gekrönt. Auch bei den Krönungen von Michaels Frau Prokopia (# 6351)am 12. Oktober im Triklinos des Augusteus’ zur Augusta und Michaels Sohn Theophylaktos (# 8336) am 25. Dezember desselben Jahres in der Hagia Sophia zum Mitkaiser wirkte N. sicherlich mit (49).

Erst im Jahre 811 unter Michael I. sandte N. durch seinen Gesandten Michael, den Metropoliten von Synada (# 5042), seine Inthronistika an Papst Leo III. (# 4239) nach Rom. Dies sei, so behauptet die Chronik des Theophanes, zuvor von Kaiser Nikephoros I. verhindert worden (50).

Neben anderen, die unter Kaiser Nikephoros I. verbannt worden waren (51), wurde auch Theodoros Studites unter Michael I. (etwa Ende 811/Anfang 812) wieder aus der Verbannung entlassen. Theodoros avancierte nun zum “theologischem Berater” des Kaisers und stand mit seiner Meinung in Opposition zum Patriarchen N. (52).

Im Jahre 813, vor dem Mai dieses Jahres, kümmerte sich N. gemeinsam mit dem Kaiser um Flüchtlinge aus Syrien, Palästina und Ägypten, die sich vor dort ausgebrochenen Unruhen in die Hauptstadt geflüchtet hatten. Er stellte den Mönchen und Laien, die aus Zypern kommend in Konstantinopel eintrafen, ein Kloster und großzügige finanzielle Mittel (ein Talent Gold) zur Verfügung (53). Nach der Vita des Niketas von Medikion weihte er nach dem 4. Mai 813, dem Todestag des Vorgängerabtes Nikephoros (# 5280), den Mönch und Presbyteros Niketas (# 5443) zum Abt des Klosters Medikion (54). Auch bestimmte Aktivitäten des Patriarchen im Hinblick auf das Verbot von Doppelklöstern, von denen die Vita des Nikephoros berichtet, wurden von V. Grumel auf der Grundlage der Vita in diesen Zeitraum datiert. Bereits P. J. Alexander hatte allerdings darauf hingewiesen, wie gefährlich solche Datierungen auf der Grundlage der inneren Chronologie der Vita, die eben nicht verläßlich ist, sein können (55). Etwa in das Frühjahr 813 wäre nach der Chronologie seiner Vita auch die dort berichtete Episode zu datieren, der zufolge der Herrscher in den Taurischen Klimata (Cherson) sich von seiner Frau habe trennen wollen, um seine Geliebte zu heiraten, was der Patriarch scharf verurteilt habe. Jedoch ist die Episode wohl nicht als historisch anzusehen (56).

Anfang Mai des Jahres 813 zog Michael I. gegen die Bulgaren aus, und am 22. Juni kam es bei Versinikia zur Schlacht zwischen Byzantinern und Bulgaren. Die Byzantiner wurden vernichtend geschlagen, große Teile des Heeres wandten sich zur Flucht, darunter auch der Kaiser selbst, der am 24. Juni wieder in Konstantinopel eintraf. Auf Anraten des N. dankte Michael I. ab und trat mit seiner Familie am 11. Juli 813 in den monastischen Stand. Am 12. Juli wurde der Patrikios und Strategos des Anatolikon, Leon, im Tribunalion zum Kaiser (Leon V.) ausgerufen und einen Tag später auf dem Ambo der Hagia Sophia vom Patriarchen gekrönt (57). Die Nachricht, daß sich Leon V. geweigert habe, dem Patriarchen eine “Loyalitätserklärung gegenüber der Kirche” bei Herrschaftsantritt zu leisten (58), ist nicht glaubwürdig.

Im Mai/Juni 814 begann Leon V., auf das erneute Verbot der Ikonenverehrung hinzuwirken, das vom Patriarchen abgelehnt wurde. Daraus entspann sich eine Auseinandersetzung (59), in deren Verlauf sich der Kaiser und dessen theologische Berater, bei denen es sich um Kleriker handelte, sowie der Patriarch und dessen Anhänger, im wesentlichen Bischöfe, gegenüberstanden. Das Kräftemessen endete schließlich mit der Absetzung und Verbannung des Patriarchen am 13. oder 20. März 815. An seiner Stelle wurde Theodotos I. Melissenos (# 7954) zum Patriarchen von Konstantinopel erhoben (60).

Nach dem Patriarchat: Nach den Quellen setzte der abgesetzte Patriarch N. zu Schiff nach Chrysopolis in Bithynien über, ging am östlichen (asiatischen) Ufer des Bosporos an Land und begab sich dann in das von ihm selbst gebaute Kloster ta Agathu (πρὸς τὴν ὑπ᾿ αὐτοῦ δομηθεῖσαν μονὴν τῶν Ἀγαθοῦ) nördlich von Chrysopolis. Bei diesem Kloster dürfte es sich um das ehemalige Landgut des N. handeln, wohin er sich bereits nach seiner Demission zwischen 787 und 803 zurückgezogen hatte und das in ein Kloster umgewandelt worden war. Nach seiner Vita soll er nur kurze Zeit in ta Agathu geblieben sein, ehe man ihn in das weiter entfernt gelegene und ebenfalls von ihm gegründete Kloster des Märtyrers Theodoros verlegte (61).

Nach der Ermordung Leons V. am 25. Dezember 820 (62) soll sich N. zu Beginn der Herrschaft Michaels II. mit einem Brief an den neuen Kaiser gewandt haben, in dem er vergeblich um die Wiedereinführung der Ikonenverehrung gebeten haben soll. Nach dem Tod des Patriarchen Theodotos I., wohl im Januar 821, wurde N. nicht wieder eingesetzt, sondern Antonios I. (# 550) zum neuen Patriarchen ernannt. Die briefliche Intervention des N. sollte, wenn sie historisch ist, seine letzte politische Aktivität bleiben. An der Audienz, die Michael II. einigen ikonodulen Klerikern zwischen Januar und 24. März 821, also zwischen dem Tod Theodotos’ I. und der Weihe Antonios’ I., gewährte, nahm N. bereits nicht mehr teil.

Etwa im Herbst 821 wurde er an seinem Aufenthaltsort in Chalkedon von Theodoros Studites besucht; auch der Abt Makarios des Peleketeklosters (# 4672) soll den Patriarchen an seinem Exilsort besucht haben (63). Weitere Aktivitäten aus der Zeit seines Exils sind nicht bekannt. Es ist jedoch zu erkennen, daß nun eine zweite Phase seiner literarischen Produktivität einsetzte, in der er vor allem seine theologischen Schriften gegen den Ikonoklasmus verfaßte (64).

Am 5. April (Ostern) 828 starb N. im Exil im Theodoroskloster nach dreizehn bzw. vierzehn Jahren Verbannung im Alter von siebzig Jahren (65). Er wurde im Theodoroskloster beigesetzt (66).

Möglicherweise wurde nach ihm später ein Kloster benannt (Nikephoros-Kloster), das im Titel eines Briefes (ep. 159) des Photios (# 6253) auftaucht (67). Am 13. März 847 wurden seine Reliquien auf Veranlassung des Patriarchen Methodios I. (# 4977) nach Konstantinopel in die Apostelkirche überführt (68). Gefeiert am 2. Juni; Gedenken seiner Translation in die Apostelkirche am 13. März. Zur Frage seiner Reliquien s. auch unter P.

Zusätzliche hagiographische Mitteilungen: — Weihe zum Patriarchen: Epistula ad Theophilum (BHG 1387) cap. XVI, p. 104,1f.; cap. 16.a, p. 175,16f. (Munitiz); Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2451) cap. 10, p. 76; Catal. patr. (Fischer) 291,12-22. — Absetzung und Verbannung unter Leon V.: Vita Ignatii (BHG 817) 492D–493A; Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935) cap. 17, p. 348B; Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) cap. 18, p. 393C; Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937) cap. 20, col. 56A; Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003) 153,21; Vita Methodii patriarchae (BHG 1278) cap. 4, col. 1248A; Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 36, p. XXV; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 881B; Vita Euthymii Sard. (BHG 2146) cap. 13–17, p. 75–78; Vita Georgii Mityl. (BHG 2163) cap. 7, p. 38,9 – 39,9; Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2452) cap. 5–7, p. 177–180; Synax. Cpl. 577/578,45f.; Epistula synodica ad Theophilum (BHG 1386), Version des Cod. Athous Iviron 381 p. 146,17-19 (Gauer); cap. 50, p. 121,1-3 (Munitiz). — Feind des Ikonoklasmus: Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 32, p. XXIV; cap. 33, p. XXIVf.; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 45–47; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 889C–892A; Epistula synodica ad Theophilum (BHG 1386), Version des Cod. Athous Iviron 381, p. 144,13-18. 25 – 145,12. 150,12f. (Gauer); cap. 43, p. 117,10-14; cap. 45–46, p. 117,21 – 119,3; cap. 65, p. 129,13f. (Munitiz); Epistula ad Theophilum (BHG 1387) cap. XX, p. 110,4-13; cap. 20.c, p. 183,14-23 (Munitiz); Vita Theodorae imp. (BHG 1731) 7,30 – 8,1 (Regel); cap. 6,6f., p. 232 (Markopulos); Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2451) cap. 12, p. 78; Vita Ignatii (BHG 817) 500D. — Vision: Auf der Reise in die Verbannung 815 sieht er in einer Vision Theophanes den Bekenner (# 8107): Theoph. cont. I 17, p. 29,14 – 30,5; Genesios I 14, p. 12,60 – 13,82; Skylitzes 15,20 – 16,27 (hagiographische Legende in chronikaler Überlieferung). — Synode: Epistula ad Theophilum (BHG 1387) cap. XXII–XXIII, p. 112,10 – 114,19 (Gauer); cap. 22.a – 23.a, p. 187,1– 189,4 (Munitiz): Angeblich hielt N. eine Synode mit 270 Teilnehmern ab, auf der das Anathem gegen Antonios von Syllaion (# 550) ausgesprochen wurde. Die Teilnehmer der Synode seien später von Leon V. verbannt worden; cf. hierzu Speck, Ich bin's nicht 517f.; Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 134f. (Diese Synode ist vermutlich eine Erfindung oder Übertreibung der Quelle.). — Sonstiges: Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) cap. 16, p. 229,9f.; Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003) 156,19f.; Epistula synodica ad Theophilum imp. (BHG 1386) cap. XV, p. 66,31 (Gauer); cap. 12.f, p. 75,13f. (Munitiz); Epistula synodica ad Theophilum (BHG 1386), Cod. Vat. 37, p. 83,12 (Munitz); Theod. Stud., Laud. Plat. (BHG 1553) cap. 40, 844A-B; cap. 42, 845B; Vita Tarasii (BHG 1698) 404,34-37 (Heikel); § 28, p. 103,20-24 (Efthymiadis); Vita Georgii Mityl. (BHG 2163) cap. 5–6, p. 36,5-19; Vita Hilarionis Dalmat. (BHG 2177), Resümee Matantseva 19 (col. 14); Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177) 731/732,58 – 733/734,23; Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2452) cap. 5, p. 178; Akoluthie (s. Petit, Acolouthies grecques 207); Naucratii encyclica 1844B (ohne Namen).

Anmerkungen: — (1) Die wichtigste Quelle zum Leben des N. vor seinem Patriarchat ist seine stark tendenziöse Vita: Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335); cf. Prolegomena 70f. (Literatur). Zum Quellenwert der Vita cf. Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 109. Cf. ferner Synax. Cpl. 723,6 – 726,7; Men. Basilii 484D–485B; cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 109 Anm. 3. — (2) Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 109, fußend auf Alexander, Nicephorus 54, erwähnt mehrere Brüder des N.; diese lassen sich jedoch in den Quellen nicht greifen. Geschwister des N. werden nirgendwo erwähnt, was freilich nicht heißen muß, daß er keine hatte. — (3) Cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 109f. — (4) Zur Historizität dieser Bestrafung und ihrer Gründe cf. Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 110–112. — (5) Cf. Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 143,29-31; das soll wohl heißen, daß seine ganze Familie (also auch der junge N. selbst) verbannt wurde. — (6) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 142,19 – 143,6; cf. dazu Alexander, Nicephorus 55, zum Verbannungsort 55 Anm. 4. Synax. Cpl. und Men. Basilii geben als Verbannungsort Μύλασσα an; dabei handelt es sich nach Alexander um eine varia lectio von Pemolissa und nicht um die Ortschaft Mylassa in Karien. — (7) Die Angaben kommen nur im Synax. Cpl. 723,18f. vor: διαρκέσας χρόνους ἓξ ἐν κακώσει πολλῇ. — (8) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 143,7-28; dazu Alexander, Nicephorus 56. — (9) Alexander, Nicephorus 55f. — (10) Cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 111. — (11) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 144,4-7. — (12) Cf. dazu auch Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 149,3 – 151,26. — (13) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 144,7-10; cf. dazu Alexander, Nicephorus 57–59. — (14) Mansi XII 1051B: πρὸ ὀκτὼ καλανδῶν Ὀκτωβρίων. 1052B: sexto Kalendas Octobrias; cf. beispielsweise Dumeige, Nizäa II 143 (26. September); ODB II 1465 (24. September). Über die richtige Lesung (ὀκτώ oder ἐκτῶν) wird die Neuedition der Konzilsakten zu befinden haben; nach dem griechischen Text von Mansi spricht mehr für den 24. September. — (15) Mansi XII 1055A; Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 146,21-29; Vita Tarasii (BHG 1698) 404,34f. (Heikel); § 28, p. 103,20 (Efthymiadis); cf. dazu Alexander, Nicephorus 60f., der zusätzlich in dem anonymen βασιλικὸς μανδάτωρ in Mansi XII 1051E den Asekretis N. sehen möchte. — (16) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 146,21 – 147,2 und 147,3-17. — (17) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 147,18 – 149,2. — (18) Nicephori Epistula ad Leonem III Papam, in: PG 100, 169–200, hier 173B–176A. — (19) Von einem Kloster ist in der Epistula ad Leonem III Papam nicht die Rede; vielmehr wird dort für den Zufluchtsort des Nikephoros der Begriff ἐσχατία verwendet, der eben auch “Landgut” bedeuten kann. — (20) Cf. noch Synax. Cpl. 724,10f.; zum Exilsort cf. Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 113–115. 143. — (21) Alexander, Nicephorus 63. — (22) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 149,3 – 152,13; cf. Alexander, Nicephorus 57. — (23) Zur Abfassung seines Geschichtswerkes cf. C. Mango, in: Nikephoros (Mango) 8–12, der eher eine Abfassung in den achtziger Jahren des achten Jahrhunderts für wahrscheinlich hält; Speck, Dossier 429–431, hier 430, der eine Abfassung “besser in der Nähe der Jahre 790–792” vermutet. Zur literarischen Tätigkeit des Nikephoros cf. zusammenfassend Alexander, Nicephorus 156–188 sowie 242–262; Featherstone, Introduction XIII–XXV; Fisher, in: Byzantine Defenders 31f. — (24) Theophanes 476,23-25; cf. auch Georg. mon. 772,4; Georg. mon. (Muralt) 969C; Symeon log. (Leon gr. 201,5-7. 10f.; Theod. mel. 138,27 – 139,1; Symeon sl. 89,37. 39); Chronicon Brux. 32,13f.; Michael syr. III 12. Zu den Einzelheiten cf. Lilie, Eirene 286–291; zu Kaiser Nikephoros I. siehe dort. — (25) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 152,14-27; cf. dazu Alexander, Nicephorus 63f. — (26) Die Epistula ad Leonem III Papam, in: PG 100, 176A-B, des Nikephoros selbst berichtet nichts über seine Tätigkeit als Ptochotrophos und geht gleich zu seiner Ernennung zum Patriarchen über; auch Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 152,14 – 153,8 übergeht die Sache, obwohl dies eine gute Gelegenheit gewesen wäre, die Philanthropie des Nikephoros herauszustellenĪ — (27) Näheres dazu bei Alexander, Nicephorus 65–71; jetzt Pratsch, Theodoros 135–146; idem, in: Patriarchen (BBS 5) 117f., dort auch weitere Literatur und Quellen. — (28) Cf. dazu die Darstellung des Nikephoros selbst in seiner Epistula ad Leonem III Papam, in: PG 100, 176B; cf. auch Pratsch, Theodoros 139–142; Rochow, Theophanes 285 mit weiteren Quellen. Die Nachricht der Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 153,8-22, daß der Amtvorgänger Tarasios Nikephoros zu seinem Nachfolger vorgeschlagen haben soll, findet sich nur in dieser (problematischen) Quelle und ist daher wenig glaubwürdig. Die übrigen Quellen lassen einen anderen Eindruck entstehen: Nikephoros war der Kandidat des Kaisers Nikephoros. — (29) In seiner Epistula ad Leonem III Papam, in: PG 100, 176B, schreibt Nikephoros selbst, daß er mit den Stimmen (ψήφῳ καὶ κρίσει) τῶν τηνικαῦτα ἐν τοῖς βασιλείοις ἐνιδρυμένων θώκοις, τοῦ τε κοινοῦ τῆς Ἐκκλησίας ἱεροῦ συστήματος καὶ τῆς συγκλήτου βουλῆς, also der Kaiser Nikephoros und Staurakios, des höheren Klerus und des Senats, gewählt worden sei. — (30) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 154,13-21; daran ist verdächtig, daß Ignatios hervorhebt, daß keinerlei Zwang im Spiel gewesen sei: μηδεμιᾶς ὑπούσης βίας. Das bedeutet entweder, daß der Kaiser seinem Vorschlag eben doch Nachdruck verliehen hatte, oder daß Ignatios Diakonos im nachhinein die Propaganda der Studiten widerlegen und deren Protest leugnen wollte. — (31) Cf. Pratsch, Theodoros 144–146; bezüglich der Konkurrenz zwischen Theodoros Studites und Nikephoros beachte man noch die Überlegung von Alexander, Nicephorus 63, daß beide möglicherweise gegensätzlichen politischen Lagern angehörten, im ersteren Falle den Anhängern der Eirene, im zweiten Falle den Anhängern Konstantins VI. Die Opposition des Theodoros und der Studiten wird berichtet bei Theophanes 481,19-32; Georg. mon. 774,10f.; Catal. patriarch. (Fischer) 291,12-21; Symeon log. (Leon gr. 204,12f.; Theod. mel. 141,8f.; Symeon sl. 89,15); Georg. mon. (Muralt) 976A; Synodicon vetus, app. II cap. 153, 2-12, p. 192f.; Kedrenos II 34,5-14; Zonaras XV 14, p. 305,2-14. — (32) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 157,10-14; Catal. patriarch. (Fischer) 291; zu weiteren Einzelheiten der Mönchsweihe cf. Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 119 Anm. 52. Der genaue Ort der Mönchsweihe wird jedoch in den Quellen nicht benannt; die übrigen Weihen fanden sicher in der Hagia Sophia statt. — (33) Demnach wurde er am 5. April 806 zum Mönch, am 9. April zum Diakon, am 10. April zum Presbyteros geweiht; zu diesen und weiteren Einzelheiten und Besonderheiten der Zeremonie cf. Alexander, Nicephorus 68–71. — (34) Möglicherweise handelte es sich dabei um ein Zusammentreten der Synodos endemusa. Hinweise auf diese Synode, die in den erzählenden Quellen nicht erwähnt wird, finden sich im Synodicon vetus, cap. 153, p. 128; sie wird etwas genauer beschrieben in Theod. Stud., Epp. 24. 25 und 43, lediglich erwähnt in Epp. 28 und 33. Cf. auch Mansi XIV 13A–14D; Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 377; dazu Alexander, Nicephorus 87; Pratsch, Theodoros 147–150. — (35) Vita Hilarionis Dalmat. (BHG 2177), Resümee Matantseva 19 (col. 14); Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177) 731/732,58 – 733/734,23. Cf. Synax. Cpl. 733/34,24, wo gesagt wird, daß es sich bei der Verknüpfung der beiden Ämter um eine von einer Synode festgelegte Gepflogenheit gehandelt habe; Theod. Stud., Catech. magn. 89 (p. 631f. Papadopulos-Kerameus). — (36) Man hat vermutet, daß die Wahl des Hilarion ein Tagesordnungspunkt der Synode von 806 gewesen ist, cf. Mansi XIV 14D; dafür finden sich jedoch keine Anhaltspunkte. Theodoros Studites betont gerade die Unterschiede, wenn er von dem Wahlgremium des Hilarion als einer “Versammlung aller Äbte” (sc. der Hauptstadt) spricht, cf. Theod. Stud., Catech. magn. 89 (p. 632,2-4 Papadopulos-Kerameus), von der Synode aber als einer “Versammlung der Bischöfe”, cf. Theod. Stud., Ep. 24,67. — (37) Cf. zu dieser Konfrontation Pratsch, Theodoros 153–178. — (38) Theophanes 484,19-28: Θεόδωρος δὲ, ὁ ἡγούμενος τῶν Στουδίου, καὶ Ἰωσήφ, ὁ ἀδελφὸς αὐτοῦ καὶ ἀρχιεπίσκοπος Θεσσαλονίκης, ἅμα Πλάτωνι ἐγκλείστῳ καὶ τοῖς λοιποῖς αὐτῶν μοναχοῖς τῆς κοινωνίας Νικηφόρου, τοῦ ἁγιωτάτου πατριάρχου, ἀπέστησαν διὰ Ἰωσὴφ τὸν οἰκονόμον ὡς παρανόμως στεφανώσαντα Κωνσταντῖνον καὶ Θεοδότην. Νικηφόρος δὲ ὁ βασιλεὺς ἀφορμῆς δραξάμενος ἐπισκόπους πολλοὺς καὶ ἡγουμένους ἀθροίσας σύνοδον κατ᾿ αὐτῶν κροτηθῆναι ἐκέλευσεν, δι᾿ ἧς ἐξεβλήθησαν τῆς μονῆς καὶ τῆς πόλεως ἐξορίᾳ παραπεμφθέντες μηνὶ Ἰαννουαρίῳ, ἰνδικτιῶνος β´. — (39) Theophanes 484,24-28; cf. dazu Pratsch, Theodoros 168–171. — (40) Die Namen erfahren wir aus Theod. Stud., Ep. 48,101f. — (41) Zu den Beschlüssen der Synode cf. Dobroklonskij I 645; Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 378–381; P. Henry, Theodore of Stoudios: Byzantine Churchman, Diss. Yale University 1976, 266–272 (Appendix A); idem, Controversy 495–522, bes. 518. — (42) Cf. Theod. Stud., Epp. 25 und 30. — (43) Zur Verschwörung s. Theophanes 483,23; cf. dazu Alexander, Nicephorus 74. — (44) Cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 122f. — (45) Nämlich Theoktistos Magistros (# 8046), Stephanos Domestikos (# 7057) und Michael Kuropalates, der spätere Kaiser Michael I. — (46) Cf. Theophanes 492,28-31; Symeon log. (Leon gr. 206,4f.; Theod. mel. 142,9f.; Symeon sl. 90,4); Georg. mon. (Muralt) 977B. — (47) Cf. Alexander, Nicephorus 75f. — (48) Theophanes 493,10-14: ἔγγραφον ἐξ ἰδιοχείρου παρὰ Μιχαὴλ ἠπαίτησε περὶ τῆς ὀρθῆς πίστεως καὶ τοῦ ἀναιμάκτους φυλάξαι τὰς χεῖρας ἀπὸ Χριστιανῶν, καὶ περὶ ἱερατικῶν ἀνθρώπων ἢ μοναχῶν καὶ ὅλως τοῦ ἐκκλησιαστικοῦ καταλόγου τοῦ μὴ τύπτεσθαι παρ᾿ αὐτοῦ. Cf. dazu Speck, Konstantin VI. 399–404 (Anhang II), bes. 401f.; Pratsch, Theodoros 206f.; auch Mango, Theophanes 677 Anm. 31. — (49) Cf. Theophanes 494,1-3 und 494,25-28. — (50) Theophanes 494,22-25; Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 160,31 – 162,10. Cf. dazu Rochow, Theophanes 306f. Die Inthronistika N.s ist herausgegeben von J.-P. Migne, Epistola Nicephori Constantinopolitani ad Leonem Pontificem Maximum, in: PG 100, 169A–200C; dazu P. O'Connell, The Ecclesiology of St Nicephorus I (758–828) Patriarch of Constantinople. Pentarchy and Primacy, Rom 1972 (Orientalia Christiana Analecta 194), 68–78. — (51) Cf. Scriptor inc. (Bekker) 336,5-13; (Iadevaia) II, 40,22-32; dazu Winkelmann, Probleme 124f. — (52) Cf. dazu ausführlich Pratsch, Theodoros 183–196; idem, in: Patriarchen (BBS 5) 124–127. — (53) Theophanes 499,15-31. — (54) Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) XXIII, cap. 24; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 40. — (55) Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 385. 386; Grumel datiert 811/14; genau genommen müßten diese Aktivitäten nach der Vita zwischen die Verfolgung der Paulikianer und Athinganer im Jahre 812 (s. oben) und den Beginn der ikonoklastischen Repressalien unter Leon V., die nicht vor dem April 815 eingeleitet wurden, datiert werden. Cf. dazu auch Alexander, Nicephorus 77 Anm. 1. — (56) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 160,22-30; cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 127–130. — (57) Zu den Ereignissen cf. Theophanes 502,1 – 503,5; dazu Rochow, Theophanes 316–320 (Lit. und Parallelquellen); ferner Signes Codoñer 73f.; Pratsch, Theodoros 197–200. Zu Einzelheiten der Schlacht cf. unter Leon V. – Zu einem Gerücht von einem Usurpationsversuch eines Patrikios Konstantinos (# 3918) cf. dort; sowie Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 130 Anm. 117 (Literatur). — (58) Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335) 163,26 – 164,27; Theoph. cont. 29,2-7; Genesios 20,2-14. Cf. dazu Pratsch, Theodoros 206f. — (59) Zu dieser Auseinandersetzung, ihrem Verlauf, dem großen Disput am Weihnachtstag (25. Dezember 814), der Abnahme des Christusbildes von der Chalke, einer angeblich durch N. einberufenen Synode und anderen Einzelheiten cf. Pratsch, Theodoros 203–231; idem, in: Patriarchen (BBS 5) 131–142. — (60) Zu diesem cf. Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 148–155. — (61) Cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 143f. — (62) Zum gerechten Urteil N.s über Leon V. cf. Theoph. cont. I 19, p. 30,13-17; Genesios I 16, p. 14, 11-15. — (63) Cf. Theod. Stud., Ep. 475; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 889C–892A; cf. dazu Pratsch, Theodoros 273–275. Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003) 156,18-20. — (64) Cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 145f. — (65) Vita Niceph. patriarchae (BHG1335) 213,22-24; Synax. Cpl.: vierzehn Jahre Verbannung; Men. Basilii: dreizehn Jahre, ebenso Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336-1337) cap. 5, p. 120. — (66) Cf. Synax. Cpl. 725,12-17. — (67) Cf. Laourdas–Westerink II 14. — (68) Cf. Translatio Niceph. patriarch. (BHG 1337b); Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336-1337) cap. 6–13, p. 121–128; Synax. Cpl. 533,11 – 534,18. 533/534,44 – 535/536,45; cf. auch Typicon Mateos I 248,4-7; 302,10-17; Typicon Messinense 129,3f. 156,4; cf. dazu Janin, Églises 46.

W: Zu seinen Werken cf. R. P. Blake, Note sur l'activité littéraire de Nicéphore Ier, patriarche de Constantinople, in: Byz 14 (1939) 1–15; Beck, Kirche 489f.; Karayannopulos–Weiß 339f.; Hunger, Literatur I 344–347; Tusculum 559f.; ODB III 1477; LdMA VI (1993) 1158; Alexander, Nicephorus 156–188; Featherstone, Introduction XIII–XXV.

Q: — (Hist.): Theophanes; Nikephoros, Chron. synt.; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Georg. mon.; Georg. mon. (Muralt); Catal. patriarch. (Fischer); Nikephoros Kallistos, Catal. patriarch. 460A-B; Kedrenos, Zonaras; Theoph. cont.; Genesios; Skylitzes; Scriptor inc. (Bekker); Scriptor inc. (Iadevaia); Glykas 533,17 – 534,5; Theod. Skut. 130,8f.; 131,15-17; Chronicon Brux. 32,23f. 31f. — (Ep.): Theod. Stud., Epp. 30. 286. 423 (Fatouros); I 30; II 18. 79 (PG 99); erwähnt (teils ohne Namen) in epp. 22. 23. 24. 25. 26. 28. 32. 43. 53. 56. 71. 268. 269. 333. 545. 553. 555 (Fatouros); I 22. 23. 24. 25. 26. 28. 32. 43. 53. 56; II 1 (PG 99); 189. 190 (Mai); II 31. 211. 220. 221 (PG 99); 284. NPB V, 3, p. 99. 101 (Mai); Epistula synodica ad Theophilum imp. (BHG 1386); außerdem Version des Cod. Athous Iviron 381; Epistula ad Theophilum (BHG 1387); Photios, Epp. 98. 159 (?). 290 (I 134; II 14 [?]; III 129. 133 Laourdas–Westerink); idem, Amph. 324 (VI,1 136 Westerink); Arethas, Scripta minora Nr. 8, I, 92,28; Nr. 20, I, 199. — (Conc.): Synodicon vetus, cap. 153,5-10, p. 128; cap. 154,7f., p. 130; Appendix II (s. oben), außerdem cap. 154,17-20. 21-57, p. 194f.; Horos der Synode von 843: 297,109. — (Hag.): Vita Ignatii (BHG 817); Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935); Vita Ioannic. (Petros; BHG 936); Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937); Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003); Vita Methodii patriarchae (BHG 1278); Vita Nicet. Medic. (BHG 1341); Vita Nicet. Medic. (BHG 1342); Ignatios Diakonos, Vita Nicephori (BHG 1335), in: AASS Mart. II (1668) 704–726; = PG 100, 41–160; Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336-1337) (lateinische Übersetzung in: PG 100, 159–168); Translatio Niceph. patriarch. (BHG 1337b); Vita Niceph. patriarch. (BHG 1337e); Vita Nicolai Stud. (BHG 1365); Theod. Stud., Laud. Plat. (BHG 1553) 845B; Vita Tarasii (BHG 1698); Vita Theodorae imp. (BHG 1731); Vita A Theod. Stud. (BHG 1755) 156C-D. 157C-D. 160A. 161A. 165A-B. 172B-C. 184B-D. 185A. 220A-B. 221A-D. 224A; Vita B Theod. Stud. (BHG 1754) 265D. 268C. 269A. 273A. 280A. 284B-D. 285A-D. 289C. 316C. 317A. 320B-D; Vita C Theod. Stud. (BHG 1755d) 274–277. 279. 281f. 298–300. 303; Narratio de Tarasio et Nicephoro (BHG 1757); Vita Euthymii Sard. (BHG 2146); Vita Georgii Mityl. (BHG 2163); Vita Hilarionis Dalmat. (BHG 2177); Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177b); Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2451); Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2452); Synax. Cpl.; Typicon Mateos; Typicon Messinense; Typika Dmitrievskij I 54. 428; III 42 (13. März: Translatio); I 77. 458; III 50 (2. Juni); Akoluthie (s. Petit, Acolouthies grecques 207). — (Hom.): Theod. Stud., Catech. magn. I 74 (p. 208 NPB IX) ohne Namen; Catech. magn. II 89 (p. 631 Papadopulos-Kerameus) ohne Namen; Photios, Hom. XV (140,23. 30 Laourdas). — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. I, 10, p. 69,29 (Vogt); p. 77,6 (Reiske); Suda, zusätzlich II 608,1; Photios, Bibl. cod. 66 (I, 98f. Henry); Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392) 51,110; 52, 114; 103,881; Catal. patr. (Fischer); Nikephoros, Chron. synt. 120,2f. — (Sonst.): Methodios, Periorismos 100; idem, Fragmenta 35. 51–53. 55f.; De Schismate 1849C. 1853A-D; Kathairesis kai Anathematismos Theodotu, Antoniu, Ioannu 139,14-16; eine Beschreibung seines Äußeren findet sich bei Elpios, ed. M. Chatzidakis, in: EEBS 14 (1938) (repr. M. Chatzidakis, Studies in Byzantine Art and Archaeology, London 1972, Nr. III), 414,126-130; Winkelmann, in: Fest und Alltag in Byzanz, hrsg. von G. Prinzing und D. Simon, München 1990, 107–127 (mit deutscher Übersetzung; Text: 114–127). — (lat.): Gesta episc. Neapol. 49, p. 428,9f.; MGH Epp. V, Leonis epp. Nr. 8, p. 99,31-33; 100,24; Anastasius Bibliothecarius, Chronographia tripertita 34,29-32; idem, ep. 7, in: MGH VII, p. 420,24-27. — (georg.): Synodikon georg. 310 (zweimal). 313. — (syr.): Michael syr. III 71f.; Bar Hebraeus.

L : ODB III 1477; LdMA VI (1993) 1158; LCI 8 (1994) 40–42; BHG 1335-1337f.; Fedalto 6; Grumel, Chronologie 434. — Loparev, in: VV 17 (1910/1911) 109–114 (zur Vita Niceph. patriarch. [BHG 1335]); Janin, in: DTC 11 (1931) 452–455; A. J. Visser, Nikephoros und der Bilderstreit. Eine Untersuchung über die Stellung des Konstantinopeler Patriarchen Nikephoros innerhalb der ikonoklastischen Wirren, ’S-Gravenhage 1952; Alexander, in: Speculum 15 (1940) 194–209 (Ndr. in: P. J. Alexander, Religious and Political History and Thought in the Byzantine Empire, London 1978 [Variorum Reprints], I); Lipšic, in: VV 3 (1950) 85–105 (zur Chronik des N.); da Costa-Louillet, in: Byz 24 (1955–1956) 245–256 (zur Vita Niceph. patriarch. [BHG 1335]); Grierson, Tombs 55; Moravcsik I 456–459; Alexander, Nicephorus; Komines 119f.; O'Connell, The Synodos endemousa opposed to Patriarch Nicephorus, in: OCP 29 (1963) 441–445; Stiernon, in: Bibl. Sanct. 9 (1967) 871–874; G. Lange, Bild und Wort. Die katechetische Funktion des Bildes in der griechischen Theologie des sechsten bis neunten Jahrhunderts, Würzburg 1969, 201–216; J. J. Travis, The Role of Patriarch Nicephorus (A.D. 758–828), Archbishop of Constantinople, in the Iconoclastic Controversy, Ann Arbor 1977 (in theologischer Hinsicht); idem, In Defence of the Faith: The Theology of Patriarch Nikephoros of Constantinople, Brookline, Mass. 1984; Speck, in: Varia II (1987) 260–265; Niavis, Nicephorus I 310 (Reg.); Treadgold, Revival 495 (Reg.); Parry, in: Byz 59 (1989) 164–183; Rochow, Theophanes 344 (Reg.); Nikephoros (Mango), Introduction; Ditten, Ethnische Verschiebungen 423 (Reg.); Lilie, Eirene 431 (Reg.); Hoyland, Seeing Islam 432–434; DO Hagiography Database Nr. 31; D. E. Afinogenov, Κωνσταντινούπολις ἐπίσκοπον ἔχει: The Rise of the Patriarchal Power in Byzantium from Nicaenum II to Epanagoga. Part I: From Nicaenum II to the Second Outbreak of Iconoclasm, in: Erytheia 15 (1994) 45–65; Part II: From the Second Outbreak of Iconoclasm to the Death of Methodios, in: Erytheia 17 (1996) 43–71; idem, Konstantinopol'skij patriarchat i ikonoborčeskij krizis v Vizantii (784–847), Moskau 1997, 39–58; Leontaritou, Axiomata 507 (Nr. 15); Fisher, in: Byzantine Defenders 25–40 (engl. Übers. der Vita BHG 1335: 41–142); Pratsch, Theodoros 344 (Reg.); Treadgold, History 426–434. 554f. 572. 561. 904–907. 933–941; Featherstone, Introduction XIII–XXV; Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 109–147.

P: Michael syr. gibt eine abweichende Darstellung von der Wiedereinführung der Bilderverehrung, die aufgrund ihrer eindeutig proikonoklastischen Tendenz möglicherweise auf einer ikonoklastischen Vorlage fußt. Ihr zufolge habe Leon V. erfahren, daß der Patriarch, dessen Name nicht genannt wird, unter dem aber zweifelsfrei Nikephoros zu verstehen ist, wieder damit begonnen habe, die Bilder zu verehren. Bei einer Befragung des Patriarchen habe dieser behauptet, daß die Bilder nicht weniger verehrungswürdig seien als das Kreuz. Anschließend habe er versucht, mit einem Betrugsmanöver ein hohes Alter der Bilderverehrung vorzutäuschen (s. dazu bei # 11397). Als Leon dies erkannt habe, habe er ihn ins Exil geschickt und an seiner Stelle den Theodotos zum neuen Patriarchen erheben lassen. — In einem Brief Papst Leos III. (# 4239) an Karl den Großen (# 3628) wird das Gerücht kolportiert, daß N. aufgefordert worden sei, einen Gegenkaiser zu Leon V. zu krönen. Als er sich geweigert habe, sei er getötet worden. Genaueres zu diesem Gerücht cf. unter Konstantinos (# 3918). — Antonij von Novgorod 27 (= Itineraria rossica 118 [dt. Übers.]) erwähnt für das Jahr 1200 und in der Nähe der Kirche des hl. Niketas und der Kirche des hl. Georgios (also wohl im Stadtgebiet nahe der Landmauer) den Leichnam eines N., der “Patriarch von Zargrad” gewesen sei. Da wir jedoch wissen, daß N. in der Apostelkirche bestattet war, muß es sich bei Antonij von Novgorod um eine Verwechslung eines anderen Heiligen dieses Namens mit dem Patriarchen handeln.

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