Stephanos

Στέφανος

Open Access
De Gruyter
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
7012
Namensvariante
Neos (Beiname); Hosiomartys (Beiname); Neophanes Martys (Beiname); Auxentiosberg: vom Auxentiosberg (Beiname)
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
8. Jh.
Erste Erwähnung
715
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Monachos; Eremit
Name normalisiert
Stephanos
Ort
Auxentiosberg (Bithynien); Bithynien; Blachernenkirche (Kpl.); Hagia Sophia (Kpl.); Auxentioshöhle; Bulgarien; Anchialos; Philippikoskloster (Chrysopolis); Chrysopolis (Bithynien); Proikonnesos, Proikonesos bzw. Prokonnesos (Marmarainsel); Bus (Kpl.); Kissuda (Berg auf Proikonnesos); Phialegefängnis (Kpl.); Pharosterrasse (Kpl.); Praitorion (Kpl.); Maura (Kpl.); Forum Bovis (Kpl.); Monokionion (Kpl.); Pelagiu: ta Pelagiu (Kpl.); Dioskloster (Kpl.)
Quelle
Synodikon georg.; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342); Typicon Messinense; Horos der Synode von 843 ; Vita Germani patriarchae (BHG 697); Ioseph Hymnographos, Kanones; Vita Cosmae et Ioannis (BHG 394); Vita Cosmae hymnographi (BHG 394a); Theophanes; Vita Ioannis Damasceni (BHG 884); Vita Ioannis Damasceni arab.; Synax. Cpl.; Symeon log.; Leon gr.; Theod. mel; Zonaras; Symeon sl.; Kedrenos; Vita Ioannis Damasceni georg.; Antonij von Novgorod; Vita Steph. iun., Incipit (BHG 1666a); Leon v. Kpl.; Zosima Diakon; Ignatij von Smolensk; Skazanie o svjatych mestech; Theod. Skut.; Georg. mon. (Muralt); Georg. mon.; Nikephoros; Men. Basilii; Typicon Mateos; Vita Steph. iun. (BHG 1666); Typika Dmitrievskij; Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392); Vita Steph. iun., Metaphr. (BHG 1667); Analecta Hymnica Graeca

N: Beiname: der Jüngere — ὁ νέος (ὁσιομάρτυς) bzw. als νεοφανὴς μάρτυς, bei Theophanes als νέος πρωτομάρτυς bezeichnet; auch: Stephanos vom Auxentiosberg.

T: Mönch und Eremit.

V: Für die Chronologie seines Lebens wird hier vor allem den Angaben der Vita Steph. iun. (BHG 1666) gefolgt, auch wenn diese nicht immer frei von Widersprüchen sind und das Todesdatum der Vita weniger Glaubwürdigkeit besitzt als die Angabe des Theophanes (cf. Prolegomena 100–104).

S. wurde in Konstantinopel ca. Mitte bis Ende August 715 geboren (1). Er soll von relativ einfacher Herkunft gewesen sein (1073C-D [PG 100] = § 3, p. 91,15-19 [Auzépy]). Seine Eltern waren Gregorios (# 2389) und Anna (# 442). Als Geschwister sind zwei ältere Schwestern bekannt (# 2389A und Theodote [# 7897]). Er erhielt nach acht Tagen den Namen S. (1077D = § 6, p. 94,27f.) und wurde am 40. Tag von den Eltern in der Blachernenkirche der Theotokos geweiht (1077D–1080B = § 6, p. 94,29 – 95,15). Am Karsamstag 716 wurde er von Patriarch Germanos (# 2298) in der Hagia Sophia getauft (1080C-D = § 7, p. 96,1-14). Als er fünfzehn Jahre alt war (“in seinem 16. Lebensjahr”, 1089C = § 12, p. 104,9f.) wurde er von seinen Eltern zu dem Einsiedler Ioannes (# 2970) auf den Auxentiosberg in Bithynien gebracht (1088D–1089C = § 12, p. 102,26 – 104,12), also zwischen August 730 und August 731 (ähnlich auch Auzépy, Étienne 197 Anm. 95). Zur Beerdigung seines Vaters kehrte er kurzfristig nach Konstantinopel zurück, brachte dann seine Mutter und seine Schwester Theodote in das Frauenkloster auf dem Auxentiosberg und wurde ihr geistlicher Vater (1093C-D = § 16, p. 107,8-18). Als S. 30 Jahre alt war, also zwischen August 745 und August 746 (“in seinem 31. Lebensjahr”, 1097B = § 17, p. 109,19, cf. Auzépy, Étienne 202 Anm. 111), starb Ioannes, und S. nahm seine Stelle als Bewohner der Auxentioshöhle und als geistliches Oberhaupt der Mönche des Berges ein. Er begann, Schüler aufzunehmen, und die entstehende Gemeinschaft errichtete die notwendigen Bauten; ein Kloster entstand (1100A = § 18, p. 110,19 – 111,6). Als S. 41 Jahre alt war (2), also zwischen August 756 und August 757 (ähnlich auch Auzépy, Étienne 206 Anm. 131), übergab er seinem Schüler Marinos (# 4803) die Führung des Klosters (1101A = § 20, p. 112,18f.) und zog sich als Einsiedler auf den Gipfel des Berges zurück, wo er sich eine enge Behausung (κελλίον) baute (3). Nach 754 wurde er aufgefordert, die Beschlüsse der ikonoklastischen Synode von Hiereia zu unterschreiben, weigerte sich jedoch (1124B-C = § 30, p. 129,22 – 130,5) und wurde verhaftet (1124D = § 31, p. 130,16), konnte aber zunächst noch auf dem Auxentiosberg bleiben (1125B = § 31, p. 131,10f.). Schließlich wurde er wegen angeblicher sexueller Beziehungen zu der Nonne Anna (# 450) bei Kaiser Konstantinos V. verleumdet (1125C–1128A = § 32, p. 131,21 – 132,15). Zur gleichen Zeit unternahm Kaiser Konstantinos V. einen Feldzug nach Bulgarien (1125B = § 32, p. 131,19-21). Dieser Feldzug ist von Auzépy, Étienne 226 Anm. 225, mit dem von Anchialos (Sieg bei Anchialos am 30. Juni 763) identifiziert worden und legt somit das Jahr 763 als Jahr der Verleumdung nahe (siehe auch unter P). Da Anna bei der Vernehmung standhaft geblieben war (nach Ende des Feldzuges, also vielleicht Juli/August 763) und die Intrige so ihren Zweck verfehlt hatte, soll Kaiser Konstantinos V. eine neue Intrige gegen S. eingefädelt haben, die es ihm schließlich erlaubte, S. (fälschlich) zu beschuldigen, den kaiserlichen Günstling Georgios (# 2159) widerrechtlich zum Mönch geweiht zu haben (1132D–1137C = § 37, p. 136,18 – § 40, p. 141,4). Es wurden Soldaten ausgesandt, die S. an die Meeresküste und von dort zu Schiff nach Chrysopolis in das Philippikoskloster brachten (1138C–1140B = § 40-41, p. 141,5-26), wo er den Besuch einer Abordnung von einigen Bischöfen (4) und verschiedenen Beamten des Kaisers (5) erhielt und mit ihnen über die Bilderverehrung diskutierte (1140B–1145A = § 42-45, p. 142,5 – 146,8). Dieses Streitgespräch könnte der inneren Chronologie der Vita zufolge ungefähr auf Herbst 763 bis Winter 763/64 datiert werden. Da S. sich wiederum weigerte, die Beschlüsse der Synode von Hiereia zu unterschreiben, wurde er nach siebzehn Tagen auf die Insel Prokonnesos verbannt (1145B = § 45, p. 146,8-13), wo er eine höhlenartige Behausung (σπηλοειδὲς οἴκημα) auf dem Kissudafelsen fand und eine Kirche der heiligen Anna errichtete (1145D–1148A = § 46, p. 147,7-17). Bald folgten ihm seine Mönche, seine Mutter Anna und seine Schwester Theodote dorthin (1148A-C = § 47, p. 147,19 – 148,17). S. baute sich eine kleine Behausung (στυλοειδὲς μικρὸν ἔγκλειστρον, 1148C = § 47, p. 148,18) und zog sich im Alter von 48 Jahren dorthin zurück (6), also zwischen August 763 und August 764, wobei ein Zeitpunkt zwischen Winter 763/64 und August 764 am wahrscheinlichsten ist. Auf Prokonnesos vollbrachte S. mit Hilfe von Ikonen mehrere Heilungen (7). Im zweiten Jahr seiner Verbannung nach Prokonnesos (1156A = § 53, p. 153,10-11), d. h. zwischen Winter 764/65 und Ende August 766 (hier zu enge Datierung bei Auzépy, Étienne 260 Anm. 343), starb seine Mutter Anna, bald darauf auch seine Schwester Theodote. Offenbar nicht viel später wurde S. nach Konstantinopel in das Phialegefängnis gebracht und nach einigen Tagen von Konstantinos V. auf der Pharosterrasse verhört (1156C–1160B = § 55, p. 154,22 – 157,13), anschließend ins Praitorion gebracht, wo er elf Monate blieb (1164B = § 57, p. 160,4f.), vermutlich ca. von Dezember 766 bis November 767. Am fünften Tag der Brumalien (28. November), an dem die Kaiserin Eudokia (# 1626) gefeiert wurde, wurde Konstantinos V. an S. erinnert und ließ ihn auf die asiatische Seite in die Maura bringen (1169B–1172A = § 63-65, p. 164,25 – 166,7). Die Hinrichtung des S. wurde jedoch wegen des Festtages der Eudokia noch aufgeschoben, und er wurde in das Praitorion zurückgebracht (1172C = § 65, p. 166,30 – 167,7). In der Nacht entsandte Konstantinos V. zwei Brüder (# 10250) in das Praitorion, die einen letzten Versuch unternehmen sollten, S. dazu zu überreden, der Bilderverehrung abzuschwören, die dann jedoch auf S.’ Seite übergingen (1172D–1173B = § 66, p. 167,9 – 168,7). Am nächsten Tage (29. November?) stürmten die Anhänger des Kaisers Konstantinos V. auf seine Veranlassung hin zum Praitorion, holten S. heraus und schleiften ihn durch die Stadt (1173D–1176B = § 68, p. 168,23 – 169,19). Der Tod trat ein, als Philomatios (# 6180) ihm mit einem Holzteil einer Feuerspritze einen Schlag auf den Schädel versetzte (1176C = § 69, p. 169,25 – 170,5). Der Leichnam wurde weiterhin mißhandelt (1176D–1177B = § 70-71, p. 170,7 – 171,4) und über das Forum Bovis zum Monokionion und nach ta Pelagiu geschleift (1177B-C = § 72, p. 171,11f. 17-20). Ein Fragment des Schädels wurde von Theodoros (# 7576) gerettet und in das Dioskloster gebracht (1177B = § 71 p. 171,5-9; 1180B-C = § 74, p. 172,22 – 173,7; s. auch unter Stephanites [# 6900]). Als “offizielles Todesdatum” wird in der Vita Steph. iun. der 28. November 767 angegeben (8), obwohl diese Angabe dem Ablauf der zuvor geschilderten Ereignisse (§ 63-68 [Auzépy]) widerspricht, denen zufolge das Martyrium des S. am 29. November stattgefunden haben müßte. Die Vita (BHG 1666) des S. wurde von Stephanos Diakonos (# 7055) verfaßt, und zwar laut eigenen Angaben 42 Jahre nach dem Tode des Heiligen (1072C = § 2, p. 89,19-21), d. h. zwischen dem 28. November 809 und dem 27. November 810.

Der kurze Bericht bei Theophanes (436,26 – 437,9) weist einige Gemeinsamkeiten mit der Vita BHG 1666 auf (Einsiedlerleben auf dem Auxentiosberg, Hinrichtung durch Schleifung vom Praitorion nach ta Pelagiu, S.’ Eintreten für die Bilderverehrung), aber auch einige Unterschiede: S. habe 60 Jahre als Rekluse auf dem Auxentiosberg gelebt (d. h. er müßte um die 80 Jahre alt geworden sein), er habe vor allem deswegen die Todesstrafe erlitten, weil er viele Menschen zum Eintritt in das Klosterleben und damit zur Ablehnung staatlicher (“kaiserlicher”) Würden aufgefordert habe (9), seine Hinrichtung habe am 20. November 765 stattgefunden. Laut Theophanes 438,6-8 waren einige der mutmaßlichen Verschwörer um Konstantinos Podopaguros (# 3822) Anhänger des S., und Strategios (# 7130), der Bruder des Konstantinos Podopaguros, soll bei S. gebeichtet und von ihm geistliche Führung erhalten haben (Theophanes 443,15-18).

Die Reliquien des S. werden noch in Pilgerberichten des 13. bis 15. Jh.s (s. Majeska) erwähnt, sein Schädel ist in einem Inventar der Hagia Sophia von 1396 aufgeführt. Er wird als Heiliger gefeiert am 28. November und teilweise am 20. Oktober.

Zusätzliche hagiographische Mitteilungen: Vita Ioannis Damasceni (BHG 884) cap. 37, col. 485A–488A: S. lobt die Schriften des Ioannes Damaskenos (# 2969) (S. wird nicht namentlich genannt, sondern bezeichnet als τὸ τῆς μεγαλοπόλεως θρέμμα, ὁ τῷ πρωτομάρτυρι ὁμωνυμῶν); Vita Cosmae et Ioannis (BHG 394) cap. 23, p. 295,14f.: Vergleich des Kosmas (# 4089) mit S.; Synax. Cpl. 125/126,41-55: S. segnet Theophilos (# 8181) und unterweist ihn später im monastischen Leben und der Askese.

Anmerkungen:— (1) Wenige Tage nach der Patriarchenweihe des Germanos I. (# 2298), wie aus der Vita Steph. iun. (BHG 1666) 1076D. 1077C-D (PG 100) = § 5, p. 93,9-15; § 6, p. 94,20-24 (Auzépy) hervorgeht, d. h. kurz nach dem 11. August 715; abweichend datiert die Vita Steph. iun. metaphr. (BHG 1667) 68,32-34 auf die Regierungszeit des Kaisers Anastasios II., d. h. 713–715; zu dieser Abweichung siehe unter P). — (2) Dies geschah, als “als er sein 42. Jahr lebte”, τὸν τεσσαρακοστὸν δεύτερον γὰρ χρόνον ἤλαυνεν τότε, 1101C = § 20, p. 113,16-17. — (3) Dieses Kellion war nur eineinhalb Ellen breit (70,2 cm) und zwei Ellen lang (93,6 cm). Im Osten hatte es eine Apsis, die so niedrig war, daß S. nur gebeugt in ihr stehen konnte, während der Rest des Kellions ohne Dach blieb (1101A-B = § 20, p. 112,19 – 113,6). — (4) Theodosios, Metropolit von Ephesos (# 7845), Konstantinos von Nikomedeia (# 3782), Konstantinos von Nakoleia (# 3779), Sisinnios “Pastilllas” von Perge (# 6781), Basileios “Trikakkabos” von Antiocheia in Pisidien (# 866). — (5) Dem Patrikios Kallistos (# 3602), dem Senator und Antigrapheus Kombokonon (# 3665) sowie einem gewissen Masaras (# 4866). — (6) εἰσῄει εἰς αὐτὸ [sc. τὸ ἔγκλειστρον] τῷ τεσσαρακοστῷ ἐννάτῳ χρόνῳ τῆς αὐτοῦ ἡλικίας, 1148C = § 47, p. 148,19f. — (7) 1148D–1153B. 1156A-C = § 49-51, p. 149,13 – 152,23; § 54, p. 153,18 – 154,18. — (8) Am 28. November, dem fünften Tag der Brumalien, als S. 52 Jahre alt war: Ἐτελειώθη ... Στέφανος τῷ πεντηκοστῷ τρίτῳ χρόνῳ τῆς αὐτοῦ ἡλικίας, μηνὶ νοεμβρίῳ εἰκάδι ὀγδόῃ, ἐν ᾧ τὸ στοιχεῖον τοῦ Ε παρὰ τῶν φιλοδαιμόνων ἐκπομπεύεται βρουμαλιστῶν (1177D–1180A = § 73, p. 171,28 – 172,1). — (9) Theophanes 437,5-7: ὡς πολλοὺς νουθετοῦντα πρὸς τὸν μονήρη βίον καὶ καταφρονεῖν πείθοντα βασιλικῶν ἀξιωμάτων καὶ χρημάτων. Cf. Georg. mon. 757,11-18 mit fast denselben Worten: ἀλλὰ καὶ πολλοὺς μεταφέροντα πρὸς τὸν μονήρη βίον καὶ καταφρονεῖν πείθοντα βασιλικῶν ἀξιωμάτων καὶ χρημάτων.

Q: — (Hist.): Theophanes 436,26 – 437,9; 443,15-18; Nikephoros 72,10-26; (Mango 81,1-17); Georg. mon. 757,11-18; Georg. mon. (Muralt) 941D–944A; Symeon log. (Leon gr. 186,13-15; Theod. mel. 128,20-22; Symeon sl. 81,17-19); Kedrenos II 13,13-17; 14,20-22; Zonaras XV 7, p. 275,4-11; Theod. Skut. 124,25f. — (Conc.): Horos der Synode von 843, p. 297,117. — (Hag.): Vita Steph. iun. (BHG 1666); Vita Steph. iun., Incipit (BHG 1666a); Vita Steph. iun. metaphr. (BHG 1667); Synax. Cpl. 125/126,44-55 (BHG 2450); 261,24 – 263,12 (28. November); 263,20-26 (28. November); Vita Cosmae hymnographi (BHG 394a) Z. 817, p. 289; Vita Cosmae et Ioannis (BHG 394) cap. 23, p. 294,5f.; 295,14f.; Vita Germani patriarchae (BHG 697) cap. 7–9, p. 210,139-153; 212,162-164; Vita Ioannis Damasceni (BHG 884) cap. 37, col. 485A–488A; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 37. 42; Men. Basilii 181B-C (28. November); Typicon Mateos I 72,8 (20. Oktober); 114,24 – 115,2 (28. November); 127 app. crit. (Cod. Ox, Fa zum 9. Dezember; verwechselt mit Stephanos [# 7052] ?); Typika Dmitrievskij I 15 (20. Oktober); 27 (28. November); 327f. (28. November); III 33 (28. November); Typicon Messinense 62,19 (28. November); Joseph Hymnographos, Kanon auf S.: s. Tomadakes, Ἰωσὴφ ὁ ὑμνογράφος 130 Nr. 112 sowie in: PG 105, 1253B-D; Leon von Konstantinopel, cap. 5–11, p. 74–86; Gregorios, Kanon auf S.: ed. A. Kominis, in: Analecta Hymnica Graeca III 516–528 (zum 28. November); dazu ibidem 632f. (bes. 633 zu weiteren Kanones auf S.); Manuel Philes, Vier Epigramme auf eine Reliquie des S., in: Manuelis Philae carmina, ed. E. Miller, I, Paris 1855 (Ndr. Amsterdam 1967), 30f. Nr. LXIII-LXVI. — (Fs.): Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392) 53,120 (nur in einer Hs.; s. aber Synodikon georg.). — (Sonst.): Miklosich–Müller II 567 Nr. DCLXXXVI (Oktober 1396). — (georg.): Vita Ioannis Damasceni georg., cap. XXVII, p. 168f. Unediert ist eine georgische praemetaphrastische Übersetzung der Vita (BHG 1666) des S. (10/11. Jh., von Abt Euthymios vom Athos), s. dazu R. P. Blake, in: ROC 3. Ser. 8 (28) (1931/1932) 342 Nr. 9 sowie Tarchnišvili 493 Nr. 174 und Gero II 6 mit Anm. 51; Synodikon georg. 311 (als S. der Wundertäter [# 6983]).— (arab.): Vita Ioannis Damasceni arab., cap. 15, p. 185–188 (Graf). — (sl.): Antonij von Novgorod (Loparev) 25f. 29. 34; (Khitrowo) 102f. 105. 108; (Itineraria rossica) 117. 119. 121; Ignatij von Smolensk, in: Majeska 97; Skazanie o svjatych mestech, in: Majeska 147. 153; Zosima Diakon, in: Majeska 187. 189.

L : ODB III 1955; LdMA VIII (1997) 125; LThK IX (1964) 1049; LThK IX (2000) 964f.; BHG 1666. 1666a. 1667. 1667a. 1667e; Beck, Kirche 208. 508; Karayannopulos–Weiß Nr. 175. — Pargoire, in: ROC 8 (1903) 251–266; Loparev, in: VV 17 (1910/1911) 119–147; Nikitin, O žitii Stefana Novago, in: Bulletin de l'Académie Impériale des Sciences de St.-Petersbourg 6 (1912) 1099–1115; Gill, in: BZ 39 (1939) 382–386; idem, in: OCP 6 (1940) 114–139; Janin, Églises 478; idem, Centres 44. 46f. 170. 176; Huxley, in: GRBS 18 (1977) 97–108; Abrahamse 51–53; Majeska 242. 279f. 295. 310; Rouan, in: TM 8 (1981) 414–436; Rochow, Theophanes 68. 176f. 186–188. 202f. 205. 213. 330; Speck, Ich bin's nicht 228f.; Devos, in: AnBoll 111 (1993) 249–252; Ruggieri, in: Byz 63 (1993) 198–212; Eftymiadis, in: Hellenika 43 (1993) 206–209 (zu Entlehnungen aus BHG 1426 in BHG 1666); Rochow, Konstantin V. 237–240 Nr. 60; 249 (Reg.); Gero, in: AnBoll 113 (1995) 155 (Entlehnung aus BHG 209 in BHG 1666?); ibidem 281–290 (zu Iannes und Iambres in BHG 1666); Auzépy, Étienne; DO Hagiography Database No. 118; Talbot, in: Byzantine Defenders 8f. (10f.: engl. Übers. von Synax. Cpl. 261,24 – 263,12); Treadgold, History 363f. 390. 398; M.-F. Auzépy, L'Hagiographie et L'Iconoclasme Byzantin. Le cas de la Vie d'Étienne le Jeune, Aldershot – Brookfield 1999 (Birmingham Byzantine and Ottoman Monographs 5). — Zu ta Pelagiu cf. Janin, Constantinople 405.

P: Die Historizität der meisten der in der Vita Steph. iun. (BHG 1666) geschilderten Ereignisse darf angezweifelt werden. Zur Frage des Quellenwertes siehe Prolegomena 100–104 (Lit.). Zu den zahlreichen Entlehnungen aus anderen Texten, z. B. der Vita des Euthymios von Kyrillos von Skythopolis, cf. Gill (in: OCP 6 [1940] 114–139); zu der Gesamtheit der Entlehnungen s. jetzt auch die neue Publikation von M.-F. Auzépy (s. unter L). — Ein Zusammenhang der Hinrichtung des S. mit dem Bilderstreit wurde eventuell erst später hergestellt (cf. vor allem Speck, Ich bin's nicht 228f.; Rochow, Konstantin V. 61). Möglicherweise war das eigentliche Motiv für Verhör, Folter und Hinrichtung des S. eine – angebliche oder tatsächliche – Verwicklung des S. in die Verschwörung des Konstantinos Podopaguros (# 3822) und dessen Bruders Strategios (# 7130), die laut Theophanes 438,4-21 am 25. August 766 hingerichtet wurden; cf. hierzu Rochow, Konstantin V. 32. 220. 240. — Das Todesdatum, das bei Theophanes steht (20. November 765), ist gegenüber der Datierung der Vita BHG 1666 vorzuziehen. — Zum Geburtsdatum: In der Vita Steph. iun. (BHG 1666) gibt es noch eine zweite, formal vollständigere Datierung (“im ersten Jahr der Herrschaft des Artemios bzw. Anastasios, im Weltjahr 6222 [714 a. d.]”, 1073C [PG 100] = § 3, p. 91,12-14 [Auzépy]), die sich – ihrer Plazierung in der Vita nach zu urteilen – jedoch nicht auf die Geburt, sondern wenig konkret auf die Vorgeschichte, vielleicht auf die Zeit vor S.’ Empfängnis, bezieht. Dieses Datum könnte als an falscher Stelle erscheinendes Geburtsdatum aufgefaßt worden sein und so zu dem abweichenden Geburtsdatum in der Vita Steph. iun. metaphr. (BHG 1667) geführt haben (68,32-34). Wer die Datierung unter Kaiser Anastasios II. als Geburtsdatum präferiert, gelangt zu einem Zeitpunkt zwischen 1. Sept. 713 und 31. August 714. Allerdings müßte er zusätzlich die Angabe der Vita berücksichtigen, daß S’. Eltern ihn nach seinem 15. Geburtstag (= “im 16. Lebensjahr”, das hieße zwischen 1. Sept. 728 und 31. August 730) und zugleich nach der Absetzung des Patriarchen Germanos I. (17. Januar 730; die Vita BHG 1666 erwähnt diese Absetzung in 1086B = § 10, p. 100,6-9) auf den Auxentiosberg brachten. Dies würde den Zeitraum weiter einschränken und ergäbe ein Geburtsdatum zwischen dem 18. Januar 714 und dem 31. August 714. Alle an Altersangaben hängenden Datierungen der Vita müßten unter dieser Voraussetzung ca. ein bis eineinhalb Jahre früher angesetzt werden. — Für die Identifikation des in der Vita BHG 1666 erwähnten Bulgarienfeldzuges von Konstantinos V. bieten sich – wenn es überhaupt sinnvoll ist, hier eine Verbindung zu einem konkreten historischen Ereignis herstellen zu wollen, – die Feldzüge von 760 und 763 an (cf. Rochow, Konstantin V. 94f.), weil a) die Synode von Hiereia von 754 einen terminus post quem darstellt, b) die Ereignisse der inneren Chronologie der Vita zufolge erst einige Zeit nach S.’ Rückzug auf den Berggipfel, d. h. einem Zeitpunkt in seinem 42. Lebensjahr, also frühestens einige Zeit nach Ende August 756 bis Ende August 757 stattgefunden haben können, c) sich die bulgarisch-byzantinischen Auseinandersetzungen des Jahres 756 auf byzantinischem Boden abgespielt haben (cf. Rochow, Konstantin V. 93), während es in der Vita ausdrücklich heißt, daß Konstantinos V. im Land der Bulgaren war (“bei den Bulgaren”, ἐν Σκύθαις, 1128A = § 32, p. 132, 14). Auzépy (Étienne 226 Anm. 225) gibt keine Begründung für ihre Entscheidung für den Feldzug gegen Teletz (# 7245), der in der siegreichen Schlacht bei Anchialos seinen Höhepunkt fand (30. Juni 763). — Die Historizität des Besuches der ikonoklastischen Bischöfe und Beamten bei S. und ihres Streitgespäches ist äußerst fraglich, zumal Konstantinos von Nakoleia (# 3779), der an ihm teilgenommen haben soll, 763/64 nicht mehr am Leben gewesen sein dürfte, cf. Prolegomena 103. — Auzépy entwickelt aus dem Umstand, daß S. in seiner Vita niemals als Hegumenos betitelt wird (cf. Auzépy, Étienne 205 Anm. 127), die Hypothese, daß das Auxentioskloster ursprünglich zusammen mit dem Frauenkloster von Trichinaria ein Doppelkloster unter der Leitung der Äbtissin des Frauenklosters war (wie in Mantineion sowohl Frauen- als auch Männerkloster der heiligen Anthusa [# 500] unterstanden), die denn auch von der Vita den ihr vorbehaltenen Titel der Hegumene erhalten habe, cf. Auzépy, Étienne 15–19.

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