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Theophano

Θεοφανώ

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
8163/corr.
Klerus / Laie
Laie; Klerus
Geschlecht
Beides
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
807
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Augusta; Basilissa; Kaiserin
Name normalisiert
Theophano
Ort
Hebraikakloster (Kpl.); Brakakloster (Kpl.); Taurakakloster (Kpl.); Staurakakloster bzw. ta Stauraka bzw. ta Staurakiu (Kpl.); Hagia-Trias-Kirche (in ta Staurakiu in Kpl.); Staurakiu: ta Staurakiu (Kpl.); Apostelkirche (Kpl.)
Quelle
Chronicon Altinate; Michael Psellos, Historia Syntomos; Theophanes; Symeon log.; Leon gr.; Theod. mel; Zonaras; Symeon sl.; Kedrenos; Theod. Skut.; Georg. mon.; Konst. Porph., De cerim.; Nikephoros, Chron. synt.

Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

T: Augusta (807–811).

V: T. war eine Verwandte (προσγενής) der Kaiserin Eirene (# 1439) und soll aus Athen gebürtig gewesen sein. Laut dem stark tendenziösen Bericht des Theophanes veranstaltete Kaiser Nikephoros I. im Jahre 807 für seinen Sohn Staurakios eine Brautschau, bei der er sich für T. entschied, obwohl diese schon verlobt (μεμνηστευμένη) war und mit ihrem Verlobten häufig sexuellen Umgang gehabt hatte (1).

Als Staurakios nach dem Tod Nikephoros' I. im Jahre 811 Kaiser wurde, sein Tod infolge der auf dem Schlachtfeld erlittenen Verletzungen aber schon absehbar war, soll T., dem Beispiel ihrer Verwandten Eirene folgend, für sich selbst die Herrschaft angestrebt haben und daher Prokopia (# 6351), die Schwester des Kaisers und Gattin des Kuropalates Michael (I.) Rhangabe, verleumdet haben, gegen Staurakios zu konspirieren (2). Nach dem wenig später erfolgten Tod des Staurakios trat sie als Nonne in das Kloster ta Hebraïka (τὰ Ἑβραϊκά) ein, das ihr von Prokopia zur Verfügung gestellt worden war (3).

Nach dem Zeremonienbuch ist sie gemeinsam mit ihrem Mann in einem Sarkophag aus weissem Marmor in der Klosterkirche des Klosters der Dreifaltigkeit (τῆς ἁγίας Τριάδος), das später auch den Namen τὰ Σταυρακίου führte, bestattet worden. Vielleicht grenzte das Kloster nördlich an die Apostelkirche, denn die Grabstätte wird unter den Gräbern erwähnt, die sich in einer Stoa an der Nordseite der Apostelkirche befanden.

Anmerkungen: — (1) Theophanes 483,15–23; Charakterisierung der T. s. 483,18-20: Θεοφανὼ τὴν Ἀθηναίαν ... μεμνηστευμένην ἀνδρὶ καὶ πολλάκις αὐτῷ συγκοιτασθεῖσαν, χωρίσας αὐτὴν ἀπ᾿ αὐτοῦ τῷ ἀθλίῳ Σταυρακίῳ συνέζευξεν; zu der Brautschau s. unter P. — (2) Theophanes 492,22-25: ἀποστρεφόμενος πάντη καὶ Προκοπίαν, τὴν ἰδίαν ἀδελφήν, ὡς ἐπιβουλεύσασαν αὐτῷ ταῖς Θεοφανοῦς τῆς αὐγούστης ὑποβολαῖς. αὐτίκα γὰρ ἡ τάλαινα κατὰ μίμησιν τῆς μακαρίας Εἰρήνης κρατήσειν ἤλπιζε τῆς βασιλείας ἄπαις οὖσα. — (3) Theophanes 494,4-8; Georg. mon. 776,9-11: Kloster τὰ Βρακά; Symeon log. (Leon gr. 205,18-21: εἰς Σταυρακὰ λεγόμενον μοναστήριον; Theod. mel. 142,5-7: εἰς Ταύρακα λεγόμενον μοναστήριον; Symeon sl. 89,37-39); Zonaras XV 17, p. 313,1-11.

Q: — (Hist.): Theophanes; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Kedrenos II 42,24 – 43,8; Zonaras XV 14, p. 305,14 – 306,2; Theod. Skut. 130,16; Michael Psellos, Historia Syntomos 93, p. 82,92 – 84,1. — (Fs.): Nikephoros, Chron. synt. 105,20; Konst. Porph., De cerim. II, 42 p. 647,9f. (Reiske); Anonymus, Lists 38. 41 (Downey). — (lat.): Chronicon Altinate 110,9.

L : Bury, Eastern Rom. Emp. 15; Alexander, Nicephorus 75; Guilland, Recherches I 121; Niavis, Nicephorus I 44. 248. 256; Rochow, Theophanes 288. 303–305; ead., Leon IV. 36. 38; Lilie, Eirene 274; Pratsch, Theodoros 151 Anm. 23; zum Kloster cf. Janin, Églises 274.

P: In der Forschung nach wie vor heftig umstritten ist die Frage, ob Staurakios im Rahmen einer Brautschau verheiratet wurde, oder ob es sich hierbei nur um eine literarische Fiktion handelt. Während einige Forscher die Realität dieser Brautschau akzeptieren (s. z. B. Treadgold, in: Byz 49 [1973] 401f.; Hans, in: JÖB 38 [1988] 48f.; Bakalude, Καλλιστεία και γάμος 158–164), wird sie von anderen abgelehnt, cf. Rydén, in: Eranos 83 (1985) 175–191, bes. 179f.; Ludwig, Sonderformen 125–130; Speck, in: JÖB 49 (1999) 25–30; sowie jetzt vor allem Vinson, in: JÖB 49 (1999) 31–60, bes. 41–46, die den rhetorischen Charakter der Darstellung dieser Episode in der Chronik des Theophanes hervorhebt und analysiert.

Angehörige (anonym):

1. Verwandte 8163A

V: Diese Verwandten der Theophano wurden laut der Chronik des Theophanes von Kaiser Nikephoros I. schlecht behandelt, dann aber von Prokopia, der Schwester des Staurakios und Gattin Michaels I., nach dessen Krönung reich mit Geschenken bedacht.

Q: — (Hist.): Theophanes 494,5f.

L : Zu den Schenkungen der Prokopia cf. Rochow, Theophanes 305.

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