Alexios Mosele

Ἀλέξιος

Open Access
De Gruyter
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
20241
Namensvariante
Mosele (Familienname); Musele (Familienname); Moselles (Famiienname)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
922
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Patrikios; Drungarios ton ploimon; Flottenadmiral; Admiral
Name normalisiert
Alexios
Ort
Manglaba (Thrakien); Pegai (Kpl.); Kpl.: Pegai; Bosporos: Stenon; Stenon (Bosporos); Maglaba s. Manglaba; Kpl.: Moselepalast; Kpl.: Akakioskirche; Kpl.: Christokamaron; Moselepalast (Kpl.); Akakioskirche (Kpl.); Christokamaron (Kpl).; Myrelaion-Kloster (Kpl.); Kpl.: Myrelaion-Kloster; Mosele: Kloster des Mosele (Kpl.); Kloster des Mosele (Kpl.); Kpl.: Kloster des Mosele
Quelle
Georg. mon. cont. (Bonn); Theoph. cont. 6; Ps.-Symeon; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Skylitzes; Patria; Ioannes Tzetzes

N: Familienname: Mosele — ὁ Μωσηλέ bzw. Musele — Μουσελέ (Patria).

T: Patrikios und Drungarios ton ploïmon (Admiral) — πατρίκιος καὶ δρουγγάριος τῶν πλωΐμων.

V: Im Jahre 922 schickte der bulgarische Zar Symeon (# 27467) ein Heer unter dem Kapkhan Menikos (# 25056) gegen Konstantinopel aus. Nachdem dieses Heer Manglaba (Μαγγλαβᾶ) in der Umgebung von Konstantinopel erreicht hatte, ließ Kaiser Romanos I. Lakapenos, der befürchtete, daß die kaiserlichen Paläste bei Pegai und an der Bosporosenge (τὸ Στενόν) verwüstet würden, ein Heer unter dem Rhaiktor Ioannes (# 22937) und anderen Befehlshabern sowie die Flotte unter dem Drungarios ton ploïmon A. ausrücken. In der fünften Fastenwoche (erste Aprilwoche 922) besiegten die Bulgaren dieses Heer in der Nähe von Pegai. A. floh in voller Rüstung und versuchte, ein Schiff zu erreichen. Er schaffte es aber nicht, auf das Schiff zu kommen, sondern fiel ins Meer und ertrank, ebenso wie sein Protomandator (# 31068).

Möglicherweise besaß A. ein Haus, das in Konstantinopel im Christokamaron nahe der Akakioskirche stand (Patria).

Einem Gedicht des Ioannes Tzetzes (12. Jh.) läßt sich entnehmen, daß das Privathaus des A. nach seinem Tode zu einem Kloster umgewandelt wurde, dem “Kloster des Mosele” (cf. dazu Delehaye, in: AnBoll 14 [1895] 161f.; Janin, Églises 358f.): Ἡ νῦν μονὴ τοῦ Μωσηλέ, τοῦ Μωσηλὲ ἦν οἶκος | Ὃ Μωσηλὲ πρὶν στραταρχῶν Βουλγάροις ἡττημένος | Τῷ πέραν μέρει τῶν Πηγῶν, μέλλων φυγεῖν εἰς πλοῖον | Ἀποτυχών, εἰς θάλασσαν ἄνοπλος ἀνεπνίγη. Da in einer anderen Quelle Romanos Musele (# 26844) als der Stifter dieses Klosters ausgewiesen wird, ist es sehr wahrscheinlich, daß A. der Vater des Romanos Musele war und daß Romanos im Jahre 922 (oder wenig später) eine Stiftung für das Seelenheil seines gefallenen Vaters vornahm, indem er dessen Haus in ein Kloster umwandelte. R. Janin lokalisierte dieses “Kloster des Mosele” aufgrund der Angabe der Patria in der Nähe der Akakioskirche und des Myrelaion-Klosters.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. VI 8, p. 401,3 – 402,4; Skylitzes, Romanos Lakapenos 6, p. 215,2-20; Leon gr. 306,6 – 307,3; Theod. mel. 216,4-23; Georg. mon. cont. (Bonn) 893,4 – 894,2; Georg. mon. cont. (Muralt) 1153,A-C; Georg. mon. cont. (Istrin) 49,24 –50,13; Ps.-Symeon 732,16 – 733,15. — (Fs.): Patria III 112a, p. 253,5f. — (Ep.): Ioannes Tzetzes, Epistulae, ed. P. A. M. Leone, Leipzig 1972 (Bibliotheca Teubneriana), Ep. 55, p. 76,13 (Erwähnung des Klosters des Mosele). — (Vers.): Gedicht des Ioannes Tzetzes, ed. Delehaye, in: AnBoll 14 (1985) 163f.; abgedruckt in: Janin, Églises 359.

L: Janin, Églises 358f.; Guilland, Recherches I, 441. 538; II, 191; Glossar (griech.) II 147–149; Berger, Patria 517. — Zur Datierung der Schlacht cf. Vannier, Argyroi 25 Anm. 5.

P: Janin und Berger identifizieren den Besitzer des in den Patria erwähnten “Hauses des Musele” mit A., obwohl die Patria nur den Familiennamen nennen (τοῦ Μουσελὲ ὁ οἶκος), so daß man auch ein anderes Mitglied dieser Familie annehmen könnte. — Ein in der Anthologia Graeca (IX 799-801) erwähnter Muselios (Μουσήλιος), der am Philadelphion ein “Museion” erbaut haben soll, ist der Spätantike zuzurechnen (s. Speck, in: BZ 67 [1974] 390f. mit Anm. 22; PLRE II 768) und nicht mit A. zu identifizieren. — Laurent möchte A. auch ein Siegel zuweisen, s. unter Alexios (# 20244).

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