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Basileios Stroimiros

Βασίλειος Στροημιρός

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
20999
Namensvariante
Stroimir (Beiname); Stroemiros (Beiname); Stroemiruas (Beiname); Stroimiruas (Beiname); Basilios (Actes d’Iviron, Nr. 5); Stroimirova (Metronym ?)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
982
ethnos
Byzanz; Slawen
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Grundbesitzer
Name normalisiert
Basileios
Ort
Hierissos (Chalkidike); Chalkidike; Gradiska (Lokalität bei Hierissos); Longos (Lokalität bei Hierissos); Hagios Nikolaos (Lokalität bei Hierissos)
Quelle
Actes d’Iviron (Nr. 4); Actes d’Iviron (Nr. 5)

N: B. unterschrieb als Basilios ho Stroemiros — Βασιλιος ο ‹Σ›τροημιρος (Actes d’Iviron, Nr. 5, l. 52), während seine Signa die Genitive Βασιλιου Στροημιρου (ibidem, l. 5) bzw. Βασιλιου Στροημιρου(ας) (Actes d’Iviron, Nr. 4; die Endung -ουας ist in der zeitgenössischen Kopie der Urkunde zu lesen, während das Original nur einen uneindeutigen Abkürzungsstrich [?] zeigt) aufweisen (laut Lefort et al., ad loc., p. 121, ist Στροημιρου(ας) als τῆς Στροεμιρόβας = “<Sohn> der Stroimirova” aufzufassen. Demnach hätte B. eine Mutter mit dem Zunamen Stroïmirova gehabt.) Bei Stroïmir handelt es sich um einen slawischen Namen, cf. z. B. den Serbenherrscher Stroïmir (# 7149).

V: B. gehörte zu den 74 Einwohnern von Hierissos (οἱ οἰκήτορες τοῦ κάστρου Ἱερισσοῦ), die sich – stellvertretend für ihre Gemeinde – im Juli 982 mit Ioannes Athonites Iber (# 22942) und Ioannes Tornikios (# 22926) über die zwischen dem Kolobu-Kloster und den Hierissoten strittigen Grundbesitzfragen einigten und darüber eine Garantieerklärung (ἔγγραφος ἀσφάλεια) abfaßten (Actes d’Iviron, Nr. 4; das Gegenstück, die Garantieerklärung des Ioannes Tornikios und des Ioannes Athonites Iber, ist nicht erhalten). Diese Urkunde erläutert die Eigentumsverhältnisse von drei Landstücken auf der Chalkidike: 2000 Modioi Land bei Gradiska, dem Land von Longos und Land bei Hagios Nikolaos. Die 2000 Modioi Land bei Gradiska hatten die Hierissoten bereits ca. 942 vom Kolobu-Kloster halb eingetauscht, halb gekauft (s. auch unter Kosmas [# 24110]). Die Gültigkeit des Eigentumstitels der Hierissoten wird nur noch einmal bestätigt. Das Land von Longos hatten die Hierissoten im Jahre 958 vom Kolobu-Kloster unter dessen Hegumenos Symeon (# 27519) auf eine Zeit von 29 Jahren für eine Pachtsumme von 100 Nomismata gepachtet. Von der vereinbarten Pachtdauer waren erst 24 Jahre vergangen, als Ioannes Athonites Iber und Ioannes Tornikios sich kraft des kaiserlichen Chrysobulls, das ihnen (ca. 980) die Eigentumsrechte am Kolobu-Kloster übertragen hatte, berechtigt sahen, das Grundeigentum des Kolobu-Klosters zurückzufordern (ὡς ἔχοντες ἐξουσίαν ἐκ τῆς δυνάμεως τοῦ χρυσοβουλλίου ἀναζητεῖν τὰ τῇ μονῇ διαφέροντα, l. 41f.), und sich daher auch bemühten, das Land von Longos wieder in den Besitz des Kolobu-Klosters zu bringen. Sie entschädigten die Hierissoten daher mit der Rückzahlung der 100 Nomismata, die einst als Pacht gezahlt worden waren, für die noch nicht abgelaufene Restzeit von fünf Jahren und legten sogar noch 50 Nomismata dazu, um die Hierissoten in jeder Hinsicht zufriedenzustellen. Da die Hierissoten aber das Land von Longos unbedingt behalten wollten – auch wegen der Anpflanzung von Weinstöcken, die sie dort vorgenommen hatten (l. 44f.) –, schlugen sie Ioannes Athonites Iber und Ioannes Tornikios einen Landtausch vor, den diese auch annahmen. Die Zahlung von 150 Nomismata an die Hierissoten blieb von diesem Tausch unberührt; das Geld verblieb bei den Hierissoten (l. 46f.). So gaben die Hierissoten ein Stück Land bei Hagios Nikolaos weg und erhielten dafür das Land von Longos zum Eigentum. In ihrer Garantieerklärung folgt die genaue Definition des gegebenen Landes bei Hagios Nikolaos (l. 48-55). Mit dem erhaltenen Land von Longos übernahmen die Hierissoten auch die auf diesem Land liegende Grundsteuer, wie sie in den kaiserlichen Büchern (ἐν τοῖς βασιλικοῖς κώδιξιν) festgelegt war (l. 63). Die im Original erhaltene Garantieerklärung der Hierissoten trägt am Anfang die 74 Signa (Kreuze und Namensbeischriften) der Aussteller, von denen einige autograph sind, und am Ende die Unterschriften von zehn Zeugen sowie die Unterschrift und completio des Schreibers, des Kubukleisios und Libellisios Nikolaos (# 26023).

Zum selben Zeitpunkt (Juli 982) gehörte B. zu den 42 Hierissoten, die ihre Gemeinde gegenüber dem Protopresbyteros Nikephoros (# 25618) vertraten und ihm eine Urkunde (Actes d’Iviron, Nr. 5) über einen Austausch von Land ausstellten, der in engem Zusammenhang mit dem Geschäft mit Ioannes Athonites Iber und Ioannes Tornikios stand (zu den Details s. unter Nikephoros). B. machte nach den Unterschriften der ersten sieben Hierissoten in einer Gruppe von 21 Hierissoten eigenhändig sein Signon (an erster Stelle von den 21) in der Protage, d. h. über dem Urkundentext. Außerdem unterschrieb er noch eigenhändig in der Liste der 15 Zeugen (und Aussteller) am Ende des Schriftstückes (an zehnter Stelle).

Q: — (Dok.): Actes d’Iviron, Nr. 4 (Juli 982 [10. Indiktion; 6490 a. m.]), l. 1-79, p. 123–129, bes. l. 1, p. 123 (Signon [offenbar autograph, Original]); Nr. 5 (Juli 982 [10. Indiktion; 6490 a. m.]), bes. l. 5, p. 132 (Signon [Original]); l. 52, p. 134 (Unterschrift [Original]).

L: Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 121. — Zu dem erwähnten Chrysobull von ca. 980 cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 765.

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