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Euthymios

Εὐθύμιος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
21913
Namensvariante
Anṭīmūs (arab.)
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
834
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Synkellos; Patriarch Kpl.; Hegumenos Psamathiakloster; singel: sin’gel (mbulg.) = Synkellos; patriarch (mbulg.) = Patriarch Kpl.; Monachos
Name normalisiert
Euthymios
Ort
Psamathiakloster (Kpl.); Kpl.: Psamathiakloster; Theotokoskloster tes peges (Kpl.); Kpl.: Theotokoskloster tes Peges; Diomedeskloster (Kpl.); Kpl.: Diomedeskloster; Agathu, ta (Dépendance des Psamathiaklosters); Olymp (Bithynien); Bithynien; Rhabdo (Ort auf der asiatischen Seite des Bosporos); Kpl.: Kaiserpalast: Magnaura; Kaiserpalast: Magnaura (Kpl.); Astakos (Golf von); Astakenos Kolpos; Martys-Aimilianos-Kloster (Rhabdo); Marianoskloster; Seleukeia (Isaurien); Dekapolis (Isaurien); Studioskloster (Kpl.); Kpl.: Studioskloster; Pyliatikon (Landgut)
Quelle
Theoph. cont. 6; Skylitzes; Georg. mon. cont. (Bonn); Theodoros von Nikaia, Epp.; Arethas, Scripta minora; Leon gr.; Theod. mel.; Ps.-Symeon; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Zonaras; Patriarchenliste des Cod. Guelf. Helmst. 63 (PG 119); Vita Euthymii (BHG 651); Flusin, fragment; Nikolaos Mystikos, Epp.; Niketas Paphlagon, Epp.; Symeon sl.; Symeon log. (Wahlgren); Vita Basilii iun. (BHG 263); Theodoros Skutariotes, Synopsis; Eutych. Alex.; Symeon log. ; Nikephoros Kallistos, Catal. patriarch.; Synodikon georg.

N: Arab.: Anṯīmūs.

T: Monachos, Hegumenos des Psamathiaklosters, Synkellos, Patriarch von Konstantinopel (Februar 907 – [wohl Mai] 912).

V: E. wurde ca. 834 in dem Ort Seleukeia (in der Dekapolis in Isaurien) geboren. Laut seinem von Arethas von Kaisareia (# 20554) verfaßten Epitaphios Logos (Arethas, Scripta minora Nr. 8, I, 82–93) war er ein Verwandter des Wundertäters Gregorios Dekapolites (# 2486). E. trat bereits in jungen Jahren in den monastischen Stand. Nach Aussage seines Epitaphios ging er zunächst zum bithynischen Olymp, wo er seine Ausbildung erhielt, und anschließend in ein Kloster am Golf von Astakos, wo er sich längere Zeit asketischen Übungen widmete. Später ging er nach Konstantinopel, wo er mit Kaiser und Patriarch Bekanntschaft machte. Dabei dürfte es sich wahrscheinlich um Kaiser Basileios I. und Patriarch Ignatios (# 22712) sowie um den Zeitraum zwischen 867 und 877 handeln, denn in der Vita Euthymii (cap. XXI, p. 135,33f.) wird ihm die Bezeichnung des Ignatios als seines Herrn und Meisters (ὁ κύριός μου καὶ δεσπότης Ἰγνάτιος) in den Mund gelegt. Zum Zeitpunkt des Todes Basileios’ I. im Sommer 886 scheint er als Mönch im Theotokoskloster tes peges bei Konstantinopel gelebt zu haben. Die wichtigste, wenngleich sehr problematische Quelle für sein Leben ist die Vita Euthymii (BHG 651), die allerdings aufgrund Blattausfalls zu Beginn des Textes erst mit dem Tod Kaiser Basileios’ I. im Jahre 886 einsetzt und E. durchgängig als Heiligen darzustellen sucht, der ohne jeden menschlichen Fehler gewesen sei. 

 In der Vita bezeichnet Kaiser Leon VI. E. als seinen geistlichen Vater — πνευματικὸς πατήρ (1), und es wird mehrfach darauf angespielt, daß E. (durch seine Gebete?) dafür verantwortlich gewesen sei, daß Leon heil die von seinem Vater angeordnete Inhaftierung (wahrscheinlich zwischen 883 und 886) überstanden hätte. Laut der Vita suchte Leon immer wieder den Rat des E. und drängte ihn, sich in Konstantinopel aufzuhalten, was dem Wunsch des E. nach einem abgeschiedenen Leben als Mönch zuwiderlief, aber letztendlich von ihm nicht abgelehnt werden konnte, zumal auch die Kaiserin Theophano (# 28122) diesen Wunsch ihres Mannes nach Kräften unterstützte. Wie die Vita mitteilt, sprach E. sich wiederholt gegen den einflußreichen Stylianos Zautzes (# 27406) aus, dem er schlechtes Verhalten und sogar das Bestreben, den Thron für sich zu gewinnen, unterstellte. Tatsächlich ist die Feindschaft, die Stylianos Zautzes dem E. gegenüber hegte und die – der Vita zufolge – darauf zurückging, daß E. den schlechten Charakter des Stylianos durchschaute und den Kaiser wiederholt vor ihm warnte, eines der durchgehenden Elemente der ersten acht (erhaltenen) Kapitel der Vita. 

 Wahrscheinlich 889 stimmte E. seiner Ernennung zum Synkellos durch Patriarch Stephanos (# 27208) zu (2). Der Kaiser erbaute für ihn das Psamathiakloster auf eine m Gelände, das zuvor dem Leon Katakalon (# 24329) gehört hatte, aber auf kaiserlichen Befehl hin konfisziert worden war, in der Nähe des Studiosklosters. Angeblich nahm E. dieses Geschenk erst an, nachdem der Kaiser auf seinen Wunsch hin Leon Katakalon aus dem Exil zurückgerufen und seinen übrigen Besitz restituiert hatte (3). 

 Das Psamathiakloster wurde am 6. Mai (889 oder 890?) im Beisein des Kaisers und des Patriarchen Stephanos I. (# 27208) feierlich eingeweiht (4). 

 In der Folge soll das Verhältnis zwischen E. und Kaiser Leon VI. sich verschlechtert haben, da E. sich für die Erhaltung der Ehe des Kaisers mit dessen erster Frau Theophano aussprach, während Leon die Scheidung wollte, die Theophano ihm nach dem Tod ihrer beider Tochter Eudokia (# 21755) angeboten hatte. Leon VI. unterhielt schon während seiner Ehe mit Theophano eine intime Beziehung mit Zoe Zautzina (# 28505), der Tochter des Stylianos Zautzes. E. gelang es, eine Scheidung zu verhindern, aber eben um den Preis, daß die Zuneigung des Kaisers in Abneigung umschlug, dies nicht zuletzt, wie die Vita betont, aufgrund der diabolischen Machenschaften des Stylianos Zautzes (5). 

 Die Vita unterstellt indirekt, daß E. ohne diese Änderung in der Haltung Leons VI. nach dem Tod des Stephanos im Jahre 893 wohl der nächste Patriarch geworden wäre. Auch hier wird aber wieder Stylianos Zautzes die Hauptschuld gegeben, der um jeden Preis einen Mann seines Vertrauens zum Patriarchen habe machen wollen und der deshalb E. sogar durch den Hofschauspieler Lampudios (# 24268) bei einem kaiserlichen Bankett habe verunglimpfen lassen. Lampudios sei infolge göttlicher Strafe nach dem Empfang seines Judaslohns gestorben (6). 893 wurde dann der in der Vita nicht mit Namen genannte Antonios II. Kauleas (# 20476) neuer Patriarch. 

 Nach dem Tod der Theophano, wohl am 10. November 897, baten Leon VI. und Stylianos Zautzes E. um dessen Zustimmung zu der Heirat zwischen Leon und Zoe Zautzina, was E. aber ablehnte. Er wurde daraufhin in das Diomedeskloster verbannt, wo er zwei Jahre verbrachte, ehe Leon VI. ihn (nach dem Tod der Zoe Zautzina) begnadigte und ihm und seinen Mönchen sogar das Haus des toten Patriarchen Stephanos I. anbot. Jedoch wies E. diese Schenkung zurück und zog offensichtlich wieder in das Psamathiakloster ein. Nach dem Tod des Stylianos Zautzes und der Zoe Zautzina und der Aufdeckung einer Verschwörung ihrer Angehörigen soll Leon VI. E. dann um Verzeihung gebeten haben (7).  

 Bei einem seiner – zum Teil incognito durchgeführten – Besuche im Psamathiakloster schenkte Leon dem Kloster durch Chrysobull ein in Pyliatikon gelegenes Landgut (τὸ ἐν τῷ Πυλιατικῷ ὂν κτῆμα), das Zoe Zautzina gehört hatte und auf dem Wein angebaut wurde (8). Bei einem dieser Besuche des Kaisers weissagte E. ihm den Tod seiner dritten Frau, Eudokia Baïane (# 21759), der dann natürlich auch eintrat (9). Leon VI. bereute, daß er nicht auf E. gehört hatte, und bat ihn, bei der Beisetzung der Eudokia anwesend zu sein, was E. ablehnte, der noch dazu den Kaiser aufforderte, die Beisetzung nicht während des Osterfestes vorzunehmen, da man die Freude am Fest der Auferstehung nicht durch das Wehklagen einer Beerdigung stören solle. Leon hörte nicht auf E., was dieser gleichfalls schon vorausgesehen hatte, und die Bestattung fand feierlich in der Apostelkirche statt, während sich E. zusammen mit sechs Mönchen (# 30231) eine Woche später nach ta Agathu zurückzog (10). 

 Nach dem Tod des Patriarchen Antonios II. Kauleas im Jahre 901 wurde Nikolaos I. Mystikos (# 25885) neuer Patriarch, der dann aber 907 zum Rücktritt gezwungen wurde. Im Gegensatz zu den Chroniken, die über die Gründe für die Resignation des Patriarchen Nikolaos I. Mystikos (# 25885) keine genauen Angaben machen, sie aber allgemein in einen Zusammenhang mit der vierten Ehe Leons VI. bringen, begründet die Vita Euthymii den Rücktritt ausschließlich und in sehr ausführlicher Weise mit der – von ihr unterstellten – Verwicklung des Patriarchen in die Verschwörung des Andronikos Dukas (# 20405). Nikolaos habe Andronikos in einem Brief zum Durchhalten ermuntert. Dieser Brief sei von Überläufern dem Kaiser gebracht worden. Als Nikolaos dies erfahren habe, habe er, um den Zorn des Kaisers zu beschwichtigen, alle Forderungen Leons erfüllt, dessen Sohn getauft und dem Kaiser auch einen Dispens für die vierte Ehe in Aussicht gestellt. Erst als er erfahren habe, daß Leon VI. ihn in jedem Fall für seine Teilnahme an der Verschwörung zur Rechenschaft ziehen wolle, habe er radikal den Kurs gewechselt und dem Kaiser den Eintritt in die Kirche verwehrt. Leon VI. seinerseits habe ihn schließlich öffentlich mit seinem Hochverrat konfrontiert und gedroht, ihn deswegen anzuklagen. Daraufhin sei Nikolaos zurückgetreten (11). 

 Auf der Suche nach einem Nachfolger einigten sich alle sofort und einmütig auf E., der jedoch ablehnte, bis man ihm klar machte, daß die Einheit der Kirche in Gefahr wäre, wenn er nicht akzeptierte. Besonders die päpstlichen Abgesandten suchten ihn zu überzeugen. Zugleich erklärten die Abgesandten des Papstes und der Patriarchate von Antiocheia, Jerusalem und Alexandreia schriftlich, daß Leon VI. – trotz seiner vierten Ehe – wieder in die Kirche aufgenommen werden solle. Diesem stimmten auch die byzantinischen Metropoliten zu, so daß E. schließlich keine Wahl mehr hatte, als den Ruf auf den Patriarchenthron anzunehmen (12). 

 Weniger ausführlich und tendenziös sind die Aussagen der Chroniken. Ihnen zufolge wurde nach dem erzwungenen Rücktritt des Nikolaos I. Mystikos der Synkellos E. zum Patriarchen geweiht. Obwohl die Chroniken eigentlich die Partei des gestürzten Nikolaos vertreten, charakterisieren sie E. äußerst positiv (s. z. B. Theoph. cont.: ἀνὴρ ἱεροπρεπὴς ἐγκρατής τε καὶ θεοσεβής). Über die Stellung, die E. gegenüber der vierten Ehe Leons eingenommen hat, schweigt Theoph. cont., während Skylitzes E. sogar als Kämpfer gegen das angebliche Verlangen des Kaisers, drei oder vier Frauen zu haben, hinstellt. E. habe dies als Patriarch mit aller Kraft verhindert (13). 

 In der Frage der vierten Ehe Leons VI. blieb E., wie die Vita es unterstellt, hart. Weder erkannte er die Ehe an, noch war er bereit, Zoe Karbonopsina (# 28506) öffentlich als Kaiserin anzuerkennen, da er damit indirekt die Rechtmäßigkeit dieser Ehe akzeptiert hätte. Die Argumentation des Patriarchen lief darauf hinaus, daß die Kirche Kaiser Leon VI. aus Gründen der Nachsicht und der Oikonomia vergeben, aber die Ehe selbst keineswegs gebilligt habe: οὐ γὰρ νόμον ἢ τύπον τὸ σφάλμα ἐποιήσαμεν, ἀλλὰ συμπάθειαν καὶ οἰκονομίαν (Vita Euthymii, p. 109,29f.). Deshalb sei auch der Priester, der die Ehe eingesegnet habe, abgesetzt worden. Zoe soll, wie vor allem die Vita Euthymii mitteilt, mehrere Versuche unternommen haben, E. zum Einlenken zu bewegen, sowohl durch ihre Verwandten Himerios (# 22624) und Nikolaos (# 25943), als auch durch Samonas (# 26973) und durch persönliche Botschaften. Der Patriarch blieb aber unerbittlich (14). 

 Während seines Patriarchats gelang es E., wenn man der Vita Euthymii glauben will, die gespaltene Kirche zu versöhnen. So soll Arethas (# 20554), einer der Unterstützer des Nikolaos in der Frage der Tetragamie, sich wegen der beeindruckenden Persönlichkeit des E. mit der vierten Ehe des Kaisers abgefunden haben. Als Zeichen für die allgemeine Beliebtheit des E. wird in der Vita auch die Tatsache gewertet, daß Gabriel (# 22023), der Bischof von Ankara, E. das Omophorion des hl. Klemens geschenkt habe, das in der Kapelle des Psamathiaklosters aufbewahrt wurde. Der inneren Chronologie der Vita zufolge müßte diese Schenkung etwa 907/08 erfolgt sein (15). 

 Am Pfingstfest (9. Juni) des Jahres 911 krönte Leon VI. seinen Sohn Konstantinos VII. Porphyrogennetos zum Mitkaiser unter Mitwirkung E.s (16). Etwa 910/11 weihte Leon VI. zusammen mit E. das Heilands-Kloster in Nosiai, das er dem kurz zuvor zum Parakoimomenos ernannten Konstantinos Barbaros (# 23820) geschenkt hatte (17). 

 Es scheint, daß Leon “einige Jahre vor seinem Tod” — πρὸ χρ[όνων τ]ινῶν τῆς τελευ[τῆς αὐτοῦ] — in einer großen Versammlung, an der der Patriarch E. sowie die Metropoliten, die Bischöfe, sein Vetter R... (# 26790) und die Befehlshaber der Themen und Tagmata teilnahmen, beschließen ließ, daß niemand anderer als Kaiser anerkannt werden sollte, solange sein Sohn Konstantinos lebte, den er bei dieser Gelegenheit ausdrücklich als Porphyrogennetos bezeichnete. Später habe er diesen Beschluß (ὁμολογία) wieder zurücknehmen lassen. Kurz vor seinem Tod habe Leon sich mit Nikolaos I. Mystikos ausgesöhnt, der als Preis aber die Rückkehr auf den Patriarchenthron gefordert habe, weshalb E. abgesetzt und in sein Kloster verbannt worden sei (18). 

 Die Quellen stimmen über die Umstände der Absetzung E.s nicht überein. Entweder wurde er noch unter Leon VI. (19) oder aber unter Kaiser Alexandros abgesetzt und nach ta Agathu verbannt. Laut den chronikalen Quellen rief Alexandros Nikolaos aus dem Kloster Galakrenai, in das er verbannt worden war, wieder zurück und setzte ihn erneut als Patriarch ein. Auch der Epitaphios Logos auf E. aus der Feder des Arethas von Kaisareia weist eindeutig Alexandros die Verantwortung an der Absetzung des E. zu (Arethas, Scripta minora Nr. 8). Nach den Chroniken berief Alexandros zusammen mit Nikolaos ein Silention im Magnaurapalast ein. E. wurde aus dem Kloster ta Agathu geholt, seines Amtes enthoben, beschimpft und auch physisch mißhandelt, was er aber alles mit Würde ertragen habe. Danach sei er zurück nach ta Agathu verbannt worden, wo er wenig später gestorben sei. Sein Leichnam sei in der Stadt in seinem Kloster (also dem Psamathiakloster) beigesetzt worden (20). 

 Am ausführlichsten ist die Darstellung in der Vita Euthymii: Zwar fehlt hier ausgerechnet der Teil, der den Herrschaftswechsel von Leon VI. auf Alexandros und die Rückrufung des Nikolaos Mystikos auf den Patriarchenthron beschreibt, aber die Absetzung des E. wird ausführlich dargestellt. Die Episode beginnt mit längeren Überlegungen zwischen E. und seinen Anhängern, die ihm zum Widerstand raten, den er aber aus Uneigennützigkeit ablehnt. Im folgenden wird in scharfer Frontstellung gegen Nikolaos beschrieben, wie dieser versuchte, alle Anhänger des E. aus ihren Ämtern zu entfernen, sich aber schließlich mit fünf Metropoliten begnügte, die verurteilt werden sollten. Es handelte sich um Demetrios von Herakleia (# 21461), Gregorios von Nikomedeia (# 22388), Gabriel von Ankyra (# 22023) sowie Hilarion von Hierapolis (# 22607), während Petros von Sardeis (# 26460) geflohen war. Nikolaos wollte diese Metropoliten, die er schon abgesetzt hatte, zu Prügelstrafe verurteilen lassen und in die Verbannung schicken, was aber von Kaiser Alexandros nach Intervention eines Ratgebers (# 30924) abgelehnt wurde. Schließlich versuchte man, sie finanzieller Unregelmäßigkeiten zu überführen, um ihnen auf diese Weise persönliche Bereicherung vorwerfen zu können. Aber auch diese Untersuchung verlief ergebnislos (21). 

 Nach der Absetzung der Metropoliten und dem vergeblichen Versuch, sie irgendwelcher Vergehen zu überführen, schritt man zur förmlichen Absetzung des E. selbst. In der Diskussion um die Anklage erwies E. sich dem Nikolaos Mystikos als weit überlegen. Schließlich griff dieser zur Gewalt, ließ E. das Omophorion abnehmen und ihn schlagen, wobei sich besonders ein gewisser Ioannes Manolimitis (# 22908) hervortat und E. zwei Zähne ausschlug. Wenn nicht der bekannte Petronas Triphyllios (# 26419) zusammen mit drei anderen (# 30263) eingeschritten wäre, hätte E. wohl den Märtyrertod erlitten. So wurde er zur Verbannung in sein Kloster ta Agathu verurteilt, nachdem Nikolaos seine förmliche Absetzung verkündet und ihn und seine Anhänger anathematisiert hatte. Die Haltung des Nikolaos gegenüber E. zeigt sich auch in einem Brief, der in die zweite Hälfte des Jahres 913 datiert wird und in dem er E. als Usurpator des Patriarchenthrones bezeichnet. Laut Nikolaos hatte E. anstelle des amtierenden, von Nikolaos Mystikos selbst geweihten Bischofs von Neapolis (# 30938) einen anderen Archiepiskopos (# 30939) geweiht, der mit Hilfe des Protasekretis Konstantinos Malelias (# 23818) als Archiepiskopos von Neapolis eingesetzt wurde (22). 

 Die Vita fährt mit dem erfolglosen Usurpationsversuch des Konstantinos Dukas (# 23817) fort, den sie gleichfalls Nikolaos anlastet, der den Konstantinos zum Aufstand aufgefordert haben soll. Erst als er erfahren habe, daß er selbst von Kaiser Alexandros vor dessen Tod († 6. Juni 913) zu einem der Vormünder des jungen Konstantinos VII. ernannt worden sei, habe er sich gegen Konstantinos Dukas gewendet, der mit einem Fluch gegen ihn gestorben sei. Danach habe Nikolaos Zoe Karbonopsina aus dem Palast vertrieben, aber nach vier Monaten zurückgeholt und zur Nonne geschoren, sei aber schließlich von ihr gestürzt worden. Zoe habe E. auf den Patriarchenthron zurückholen wollen, was dieser aber abgelehnt habe (23). 

 Erst als Nikolaos erkannte, daß ihm von E. keine Gefahr drohte, änderte er sein Verhalten und bemühte sich fortan nach Kräften um eine Versöhnung, ohne jedoch (zunächst) sein Verhalten zu bereuen. Auch löste er nicht die Verbannung und gestattete nicht E.s Rückkehr nach Konstantinopel, allerdings nicht aufgrund seines eigenen Wunsches, sondern weil seine Anhänger ihn vor den Folgen warnten, da eine Erlaubnis zur Rückkehr praktisch ein Schuldeingeständnis des Nikolaos darstellen würde. Trotzdem suchte Nikolaos E. häufig auf, unterhielt sich mit ihm, suchte seinen Rat und söhnte sich schließlich vollkommen mit ihm aus (24). 

 Am Festtag des hl. Stephanos (2. August) ließ E. die Mönche des Psamathiaklosters nach ta Agathu holen und regelte die Angelegenheiten der beiden Klöster: Sie sollten zunächst unabhängig unter ihren jeweiligen Hegumenoi geführt werden, sich dann aber später zusammenschließen und einen Oikonomos aus den Reihen der Mönche des Psamathiaklosters wählen, der dann beide Klöster gemeinsam leiten sollte. Am 4./5. August 917 starb E., nachdem er noch seinen Neffen Basileios (# 20921) zu sich hatte rufen lassen, um letzte Anordnungen zu treffen. Es war E.s letzter Wunsch, im Psamathiakloster in Konstantinopel beigesetzt zu werden (25). Dies wurde ihm aber offenbar verwehrt, und er wurde zunächst im Kloster des Märtyrers Aimilianos (tu Martyros Aimilianu) (26) beigesetzt (27). Der (nur noch in lateinischer Übersetzung erhaltene) Epitaphios Logos anläßlich seiner Beisetzung stammt aus der Feder des Arethas von Kaisareia (# 20554) und wurde möglicherweise auch von diesem gehalten (28).  

 Das Schisma zwischen den Anhängern des E. und des Nikolaos wurde auf einer Synode in Konstantinopel, die am 9. Juli 920 ihren Abschluß fand (cf. Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 715), beigelegt (29). Im Anschluß wurden die Gebeine des E. in einer feierlichen Prozession von dem Kloster des Märtyrers Aimilianos auf der asiatischen Seite des Bosporos (in ἡ Ῥάβδῳ) in sein Kloster Psamathia in Konstantinopel überführt. Arethas von Kaisareia (# 20554) schrieb aus diesem Anlaß einen Epitaphios Logos auf E., der wohl auch während dessen feierlicher Beisetzung im Psamathiakloster vorgetragen wurde (30). Allerdings wurde E. zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich noch nicht wieder in die Diptychen aufgenommen. Dies geschah erst erst unter Patriarch Polyeuktos (# 26715) kurz nach dessen Weihe 956, was zu einem erneuten Schisma innerhalb des byzantinischen Klerus führte (31).

Anmerkungen: — (1) Vita Euthymii (BHG 651) III, p. 13,9f. (Karlin-Hayter). — (2) Vita Euthymii (BHG 651) IV, p. 21,23 – 23,11 (Karlin-Hayter); diese Ernennung des E. zum Synkellos meint wahrscheinlich auch Arethas, Scripta minora Nr. 8, I, 85,28f.: φίλον ποιεῖται αὐτοῦ καὶ σύσκηνον τῷ κατὰ καιρὸν πατριάρχῃ. — (3) Vita Euthymii (BHG 651 IV, p. 27,17-22; V, p. 29,26 – 31,26 (Karlin-Hayter). — (4) Vita Eutyhmii (BHG 651) V, p. 33,5 – 35,6 (Karlin-Hayter). — (5) Vita Euthymii (BHG 651) VII, p. 43,12-16 (Karlin-Hayter). — (6) Vita Euthymii (BHG 651) VII, p. 43,17 – 45,13 (Karlin-Hayter). — (7) Vita Euthymii (BHG 651) VIII, p. 47,3 – 51,23 (Karlin-Hayter). — (8) Vita Euthymii (BHG 651) IX, p. 55,14-19 (Karlin-Hayter); cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 535. — (9) Vita Euthymii (Bhg 651) IX, p. 55,26-28; X, p. 61,35 – 63,18 (Karlin-Hayter). — (10) Vita Euthymii (BHG 651) X, p. 63,11 – 65,26 (Karlin-Hayter); zu ta Agathu, einer wohl am Bosporos gelegenen Dépendance des Psamathiaklosters, cf. Janin, Églises 23. — (11) Vita Euthymii (BHG 651) XIII–XIV, p. 83,20 – 92,29 (Karlin-Hayter). — (12) Vita Euthymii (BHG 651) XV, p. 101,7-36 (Karlin-Hayter). Der ganze Sinn dieser Passage in der Vita Euthymii geht dahin, daß E. die verwaiste Kirche rettet, indem er gegen seinen Willen Patriarch wird. Der Patriarchenthron ist wegen des Rücktritts des Nikolaos, der zu Recht wegen seines Hochverrats erfolgt war, vakant. E. will nicht, wobei die Vita als Motiv seine Bescheidenheit nennt, aber implizit auch andeutet, daß er diese Position auch wegen der unrechtmäßigen vierten Ehe des Kaisers nicht will. Aber diese Ehe wird von allen akzeptiert bzw. Leon wird von allen verziehen, bevor E. Patriarch wird, so daß er damit nichts zu tun hat, sondern im Gegenteil durch die unnachgiebige Behandlung Zoes seine Gerechtigkeitsliebe unter Beweis stellen kann. — (13) Theoph. cont. VI 24, p. 371,6-11; Skylitzes, Leon 27, p. 185,35-40; Symeon log. (Leon gr. 280,1-6; Theod. mel. 195,25 – 196,4; Symeon sl. 121,20-25); Symeon log. (Wahlgren) 133,341-345; Georg. mon. cont. (Bonn) 865,21 – 866,4; Georg. mon. cont. (Istrin) 34,11-15; Zonaras XVI 13, p. 449,11-14; Ps.-Symeon 709,16-21 erklärt, in leichter Variation der anderen Berichte, E. habe die Tetragamie akzeptiert, weil er befürchtet habe, daß der Kaiser sonst eine Häresie ins Leben rufen (ὡς τοῦ βασιλέως βουλομένου αἵρεσιν ποιῆσαι) und erlauben werde, daß ein Mann drei oder vier Frauen haben könne. Letzteres (ohne den Vorwurf der Häresie) wird auch von den anderen Chroniken behauptet, wobei allgemein hinzugefügt wird, daß E. in dieser Haltung von vielen sehr verständigen Männern unterstützt worden sei: πολλῶν λογιωτάτων ἀνδρῶν εἰς τοῦτο αὐτῷ συνεργούντων; zusammenfassende Erwähnung auch bei Eutych. Alex. II 73,16 – 74,6. Skylitzes behauptet sogar, Leon VI. sei es darum gegangen, drei oder vier Frauen gleichzeitig (κατὰ ταὐτόν) zu ehelichen. — (14) Vita Euthymii (BHG 651) XVII, p. 109,24 – 113,27 (Karlin-Hayter). — (15) Vita Euthymii (BHG 651) XV, p. 103,20 – 105,11 (Karlin-Hayter). — (16) Theoph. cont. VI, 29, p. 375,9f.: ... στέφει ὁ Λέων ὁ βασιλεὺς τὸν υἱὸν αὐτοῦ Κωνσταντῖνον διὰ Εὐθυμίου πατριάρχου. Fast wortgleich sind Symeon log. (Leon gr. 283,6f.; Theod. mel. 198,7f.; Symeon sl. 122,33f.), Symeon log. (Wahlgren) 133,401f., Georg. mon. cont. (Muralt) 1120B, Georg. mon. cont. (Istrin) 36,8f., Ps.-Symeon 711,23 – 712,2, Georg. mon. cont. (Bonn) 868,21f.; ähnlich Skylitzes, Leon 32, p. 189,51-53. — (17) Theoph. cont. VI 30, p. 376,20-22; Skylitzes, Leon 32, p. 191,96f.; Symeon log. (Leon gr. 284,20f.; Theod. mel. 199,10f.; Symeon sl. 123,19f.); Symeon log. (Wahlgren) 133,432f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 870,10-12; Ps.-Symeon 713,9-14. — (18) Flusin, fragment cap. 29f., p. 129,89 – 131,113. Der Text ist aufgrund mehrerer Lücken nicht völlig klar. Aber es ergibt sich zweifelsfrei aus ihm, daß E. noch zu Lebzeiten Leons VI. abgesetzt worden ist. — (19) Eine dahingehende Darstellung findet sich bei Eutych. Alex. II 81,17-19, wonach Nikolaos von Leon aus dem Exil geholt und wieder als Patriarch eingesetzt wurde, während Euthymius in ein Kloster in Konstantinopel abgeschoben wurde, wo er nach zwei Jahren gestorben sei; Flusin, fragment cap. 30, p. 129,107 – 131,113, begründet die Absetzung damit, daß Leon VI. kurz vor seinem Tod, von Angst und Reue gepeinigt, die Vergebung durch Nikolaos gesucht habe, der aber als Voraussetzung seine Reinstallierung als Patriarch gefordert habe. Deshalb sei E. abgesetzt und in sein Kloster verbannt worden; cf. dazu ausführlich die Interpretation bei Flusin, in: TM 10 (1988) 240–248. — (20) Theoph. cont. VI 1, p. 377,20 – 378,8; Skylitzes, Alexandros 1, p. 193,43-54; Symeon log. (Leon gr. 285,17 – 286,7; Theod. mel. 199,27 – 200,9; Symeon sl. 123,33 – 124,2); Symeon log. (Wahlgren) 134,3-12; Georg. mon. cont. (Bonn) 871,12-20; Georg. mon. cont. (Muralt) 1124B; Georg. mon. cont. (Istrin) 37,21-32; Ps.-Symeon 715,21 – 716,8; Theodoros Skutariotes, Synopsis 147,14-17. 21-25 (Verbannung in das Kloster des Marianos, das bei dem Studioskloster lag). Die Chronisten stellen sich im allgemeinen eindeutig auf die Seite E.s, der gleichsam als Märtyrer dargestellt wird. Symeon log. (Leon gr., Theod. mel.) und Georg. mon. cont. (Bonn) machen das Psamathiakloster in Konstantinopel, in dem E. begraben wurde, fehlerhaft zu einem Kloster in der Stadt Psamathia. Theoph. cont. weiß demgegenüber zwar, daß das Kloster in Konstantinopel stand, nennt aber nicht den Namen (der Name fehlt auch bei Symeon sl.) und weiß auch nicht, daß das Kloster ta Agathu am Bosporos in der Nähe des Stenon lag, was Theod. mel. erwähnt; Zonaras XVI 15, p. 455,14 – 456,3. — (21) Vita Euthymii (BHG 651) XVIII, p. 113,30 – 119,4 (Karlin-Hayter). — (22) Vita Euthymii (BHG 651) XVIII–XIX, p. 119,4 – 125,31 (Karlin-Hayter); s. besonders 125,22-28: Νικόλαος πάντας τοὺς ὑπ᾿ αὐτὸν ἐκκλησιάσας ἀναθεματισμῷ καὶ τελείᾳ καθαιρέσει καὶ ἀπαλλοτριώσει οὐ μόνον αὐτὸν Εὐθύμιον, ἀλλὰ καὶ τοὺς συγκοινωνήσαντας καὶ χειροτονήσαντας τοῦτον καὶ συλλειτουργήσαντας καὶ παρ᾿ αὐτοῦ χειροθετηθέντας περιέβαλε μεθ᾿ ὅρκων φρικτῶν καὶ ἰδιοχείρων ἐγγράφων ταῦτα ἀσφαλισάμενος; Nikolaos Mystikos, Epp. 146,6-9. — (23) Vita Euthymii (BHG 651) XXI, p. 131,1 – 135,37 (Karlin-Hayter). — (24) Vita Euthymii (BHG 651) XXII, p. 137,1 – 143,22 (Karlin-Hayter); auffällig ist die wesentlich positivere Charakterisierung des Nikolaos in diesem Kapitel. Während er sonst extrem negativ dargestellt wird, schwinden jetzt die negativen Charakterisierungen, und zum Schluß erscheinen Nikolaos und E. geradezu als Freunde; de Boor, in: Vita Euthymii (de Boor) 87, sieht hier auch einen Versuch, die beiden Parteien miteinander zu versöhnen. Es wäre zu überlegen, ob dieses Kapitel, das in seinem Tenor ganz aus der sonstigen nikolaosfeindlichen Tendenz herausfällt, nicht möglicherweise später entstanden ist, zu einem Zeitpunkt, als die Anathematisierung des E. offiziell wieder aufgehoben wurde. — (25) Vita Euthymii (BHG 651) XXIII, p. 133,22 – 147,18 (Karlin-Hayter); E. ordnete an, daß jedes der beiden Klöster von drei Mönchen, die noch von ihm selbst geweiht worden waren, geleitet werden sollte. Erst nach deren Tod sollten die Mönche beider Klöster dann einen gemeinsamen Oikonomos aus dem Kreis der Mönche des Psamathiaklosters wählen, der dann beide Klöster zusammen leiten sollte. Unklar scheint zu sein, ob Euthymios nun jeweils ein Dreierkollegium von Mönchen als Leitung installiert hat (so Karlin-Hayter, in: Byzantine Monastic Foundation Documents I, 121f.) oder ob er meinte, daß diese jeweils drei Schüler nacheinander die Klöster leiten sollten und daß es erst nach dem Tod des letzten dieser zweimal drei zu einer gemeinsamen Leitung kommen sollte. Die Bestattung selbst wird nicht mehr geschildert, da der Text der Vita vorher abbricht. — (26) Dies ist offenbar die nur bei Arethas von Kaisareia verwendete offizielle Bezeichnung nach dem Patrozinium des Klosters, das in den anderen Quellen üblicherweise, wohl nach dem früheren Besitzer des Anwesens, als Kloster ta Agathu bezeichnet wird, cf. Janin, Centres 23. — (27) Arethas, Scripta minora Nr. 8, I, 87,29 – 88,6. — (28) Arethas, Scripta minora Nr. 82, II, 140–143, cf. auch Nr. 8, I, 87,29 – 88,6; zu der Grabrede cf. Sideras, Grabreden 101–103. — (29) Monat Juli: Theoph. cont. VI 1, p. 398,8-11; Skylitzes, Romanos Lakapenos 2, p. 213,51-53; Symeon log. (Leon gr. 304,13-16; Theod. mel. 214,16-19; Symeon sl. 131,19-21); Symeon log. (Wahlgren) 136,84-87; Georg. mon. cont. (Muralt) 1149C; Georg. mon. cont. (Istrin) 48,16-18; Ps.-Symeon 731,19f.; Monat Juni: Georg. mon. cont. (Bonn) 890,22 – 891,2. — (30) Arethas, Scripta minora Nr. 8, enthält wichtige historische Details, die sich in anderen Quellen, auch in der Vita des E., nicht finden; Translationsbericht: Nr. 8, I, 87,14 – 88,20. — (31) Skylitzes, Konstantinos (2) 13, p. 245,21-26; cf. Darrouzès, in: Épistoliers byzantins 296 Anm. 48.

W: Nach Aussage seiner Vita schrieb E. eine größere Zahl von Homilien, von denen nur einige wenige erhalten sind: drei Enkomia auf die Empfängnis der hl. Anna (BHG 134a-c), ed. Jugie, in: PO 19 (1926) 448–455; ed. Jugie, op. cit. 441–447; ed. Jugie, in: PO 16,3 (1922) 499–505; ein Enkomion auf die Verehrung des wertvollen Gürtels der allerheiligsten Gottesgebärerin und auf die Einweihung seines heiligen Kästchens in Chalkoprateia (BHG 1138), ed. Jugie, in: PO 16,3 (1922) 505–514; ein Enkomion auf den Apostel Thomas (BHG 1844a), ed. Antonopulu, in: Byzantina 22 (2001) 104–111; auf die Gottesmutter (BHG 1112q), ed. Antonopulu, in: Hellenika 48 (1998) 149–152; ein Enkomion auf den Märtyrer Klemes wird erwähnt in Vita Euthymii cap. XV 21. — Zu den liturgischen Werken E.s cf. Beck, Kirche 549f.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Skylitzes; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn; Muralt; Istrin); Ps.-Symeon; Zonaras; Theodoros Skutariotes, Synopsis. — (Ep.): Theodoros von Nikaia, Ep. 28 (ohne Namen); Nikolaos Mystikos, Ep. 146,6-9 (ohne Namen); Arethas, Scripta minora Nrr. 1. 2, I, 1–18 (ohne Namen); Nr. 8, I, 82–93 (Epitaphios anläßlich der Translation); Nr. 47, I, 315–319; Nr. 72, II, 109,17f. (als Synkellos); Nr. 82, II, 140–143 (Epitaphios anläßlich der Beisetzung); Niketas Paphlagon, Ep. 4, p. 173. — (Hag.): Vita Euthymii (BHG 651); Flusin, fragment; Vita Basilii iun. (BHG 263) fol. 132r (p. 63 Veselovskij). — (Fs.): Patriarchenliste im Cod. Guelf. Helmst. 63, ed. Leonclavius, in: PG 119, col. 917D; Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392) 103,883; Nikephoros Kallistos, Catal. patriarch. 460D. — (georg.): Synodikon georg. 310. 313. — (arab.): Eutych. Alex. II 73,16 – 74,6; 81,17-19.

L: ODB II 755f.; LdMA IV (1989) 119f.; Savvides VI 341f.; Fedalto 6. — Loparev, in: VV 17 (1910) 202–204; Karlin-Hayter, in: Vita Euthymii (BHG 651) passim; Sophianos, in: EEBS 38 (1971) 289–296; Szövérffy II 50f.; Janin, Églises 95–97; idem, Centres 23; Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 606–610; Tougher, Leon VI. 256 (Reg.); Leontaritu, Axiomata 602 (Nr. 36). — Zur Absetzung cf. zuletzt ausführlich Flusin, in: TM 10 (1988) 240–248.

P: Die Chronisten hatten offensichtlich Schwierigkeiten, die positive Charakterisierung des E. mit dessen Besteigung des Patriarchenthrones zu verbinden, da sie die Absetzung des Nikolaos I. Mystikos als Unrecht empfanden. Um jeden Makel von E. in diesem Zusammenhang abzuwenden, erklärten sie, daß E. auf Gottes Ratschluß hin (und gegen seinen eigenen Wunsch, wie Skylitzes hinzufügt) das Patriarchat angenommen habe. Denn er habe mit aller Kraft gegen Leons Plan gekämpft, demzufolge jeder Mann drei oder vier Frauen haben könne (will sagen: auch eine dritte und vierte Ehe eingehen könne). Die Vita Euthymii hingegen begründet die Absetzung des Nikolaos ausschließlich mit dessen angeblichem Hochverrat und behauptet, daß E. durch seine Bereitschaft, das Patriarchenamt zu übernehmen, die Kirche in einer sehr schwierigen Situation vor dem Zerreißen gerettet habe. In der Vita ist das Bemühen augenscheinlich, E. als moralisch untadeligen Heiligen hinzustellen, der selbst jedes Amt und jede äußere Ehre ablehnt und sie nur auf sich nimmt, um Schlimmeres zu verhüten. Um diesen Eindruck möglichst plausibel zu machen, werden andere Personen, wie etwa Stylianos Zautzes, Samonas oder auch Nikolaos I. Mystikos, extrem negativ dargestellt und auch direkt verleumdet. Die diesbezüglichen Angaben der Vita sind daher kaum verläßlich und nur dann zu akzeptieren, wenn sie von unabhängigen Quellen bestätigt werden.

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