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Georgios Sursubules

Γεώργιος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
22137
Namensvariante
Sursubules (Bei- oder Familienname); Sursubulos (Bei- oder Familienname); Surbules = Survul (mbulg.); Georgi Sursuvul (Sekundärliteratur)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
ethnos
Bulgarien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
bulg.: epitropos; pestun: pěstun (mbulg.)
Name normalisiert
Georgios
Ort
Makedonien
Quelle
Georg. mon. cont. (Bonn); Theoph. cont. 6; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Leon gr.; Theod. mel.; Symeon log. ; Skylitzes; Symeon log. (Wahlgren); Symeon sl.

N: Bei- oder Familienname Sursubules — Σουρσουβούλης bzw. Sursubulos — Σουρσούβουλος; auf eine griechische Form Surbules — Σουρβούλης weist mbulg. Survul (Symeon sl.).

T: Vormund — ἐπίτροπος der Kinder des bulgarischen Zaren Symeon (# 27467) aus dessen zweiter Ehe nach dem Tod Symeons (927). Regent oder Berater Petărs (# 26409) in den Anfängen von dessen eigener Regierungszeit.

V: G. war der Bruder der zweiten Frau (# 27485A) des bulgarischen Zaren Symeon und offenkundig ein enger Vertrauter des Zaren. Symeon setzte ihn kurz vor seinem Tod am 27. Mai 927 als Vormund (ἐπίτροπος) seiner Kinder ein, deren Onkel G. war.  

 Auf die Nachricht vom Tode Symeons hin begannen die umliegenden Völker zu rüsten, insbesondere die Kroaten, gegen die Symeon selbst noch kurz zuvor eine Niederlage erlitten hatte. Auch fürchtete man einen Angriff der Byzantiner. In dieser Situation beschlossen G. und Petăr, einen Feldzug gegen Makedonien zu unternehmen, das schwer geplündert wurde. Als sie erfuhren, daß Kaiser Romanos I. Lakapenos einen Gegenangriff plante, schickten sie heimlich den Mönch Kalokyris (# 23634) als Gesandten nach Konstantinopel, um einen Friedensschluß und ein Ehebündnis vorzuschlagen. Romanos stimmte zu und schickte seinerseits den Mönch Theodosios Abukes (# 27907) und den Kleriker Konstantinos Rhodios (# 23819) nach Mesembria, wo weitere Verhandlungen stattfanden. Die Gesandten kehrten schließlich mit einem Bulgaren namens Stephanos (# 27253) zu Lande nach Konstantinopel zurück. Ihnen auf dem Fuß folgte G. Im Herbst 927 wurde der Friede geschlossen. Petăr heiratete Maria (# 24919), die Tochter des Mitkaisers Christophoros (# 21275). Die Hochzeit wurde vor den Toren Konstantinopels gefeiert. 

 An diesen Verhandlungen und auch an der abschließenden Hochzeit nahm G. teil, offenbar in maßgeblicher Funktion. Unter anderem amtierte er als Trauzeuge des Petăr. Runciman, Bulgarian Empire 177–179, nimmt an, daß G. danach von seiner Vormundschaft zurücktrat. Denkbar wäre auch, daß er den unerfahrenen Petăr zunächst beraten hat, was dann nach dem Friedensschluß sein Ende fand.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. VI 21, p. 412,2 – 414,7; Skylitzes, Romanos Lakapenos 18, p. 222,12 – 223,48; Symeon log. (Leon gr. 315,17 – 316,17; Theod mel. 224,10 – 225,19; Symeon sl. 136,26 – 137,7); Symeon log. (Wahlgren) 136,338-364; Georg. mon. cont. (Bonn) 904,1 – 907,5; Georg. mon. cont. (Muralt) 1168A–1169B; Georg. mon. cont. (Istrin) 55,3 – 56,13.

L: Zlatarski, Istorija I/2 495–525 passim; Runciman, Bulgarian Empire 177–179; Istorija na Bălgarija II 370f.; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 71–74; Božilov–Gjuzelev, Istorija 273. — Zu dem Vertrag cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 612 (vor 8. Okt. 927).

P: Fraglich ist, ob Epitropos hier wirklich Vormund meint, da die Kinder Symeons 927 eigentlich volljährig gewesen sein müßten (Geburt Petărs wahrscheinlich 903, die seiner jüngeren Brüder Ioannes und Beniamin etwas später). Vielleicht hat G. dieses Amt schon zuvor ausgeübt, wenn Symeon selbst auf Feldzügen oder aus anderen Gründen abwesend war. — Möglicherweise besaß er einen Bruder namens Symeon (# 27485), s. dort.

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