Open Access Published by De Gruyter

Ioannes

Ἰωάννης

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
22903
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Beides
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
903
ethnos
Bulgarien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Bulg.: Prinz; Bulg.: Monachos
Name normalisiert
Ioannes
Ort
Kpl.: Blachernenpalast; Blachernenpalast (Kpl.); Mesembria; Armeniakon (T); Kpl.: Palast des Kaisars; Kaisarpalast (Kpl.)
Quelle
Theoph. cont. 6; Georg. mon. cont. (Bonn); Ps.-Symeon; Georg. mon. cont. (Muralt); Leon gr.; Theod. mel.; Theodoros Daphnopates, Epp.; Georg. mon. cont. (Istrin); Skylitzes; Zonaras; Symeon log. (Wahlgren); Symeon sl.; Symeon log.

T: Bulgarischer Prinz, zeitweilig Mönch.

V: Zweiter Sohn des bulgarischen Zaren Symeon (# 27467) aus dessen zweiter Ehe. Brüder waren sein älterer Halbbruder Michael (# 25151) aus der ersten Ehe Symeons, dann Petăr (# 26409) und sein jüngerer Bruder Beniamin (# 21144). Er dürfte einige Zeit nach 903 geboren worden sein, dem vermutlichen Geburtsdatum seines Bruders Petăr.

Möglicherweise bezieht sich die Mitteilung in den chronikalen Quellen, nach der die zwei Söhne Symeons im Blachernenpalast in Konstantinopel von Kaiser Konstantinos VII. und der Regentschaftsregierung feierlich empfangen wurden, auf ihn. Sonst dürfte sein älterer Halbbruder Michael gemeint sein. Sicher ist wohl nur die Beteiligung des Petăr-Petros (1).

In einem Brief, den Theodoros Daphnopates (# 27694) im Namen und Auftrag des Kaisers Romanos I. Lakapenos (# 26833) in den Jahren 924/25 an I.s Vater Symeon schrieb, wird allgemein erwähnt, daß Symeon auch Kinder hatte (2).

Die Chroniken berichten übereinstimmend, daß nach dem Tod Symeons und der Thronbesteigung des Petăr dessen Brüder I. und Beniamin noch in “bulgarischer Tracht” gekleidet waren: Ἰωάννης δὲ καὶ Βενιαμὶν οἱ τοῦ Πέτρου ἀδελφοὶ ἔτι στολῇ ἐκοσμοῦντο Βουλγαρικῇ (3).

Wahrscheinlich 929 bildete sich eine Verschwörung gegen Petăr, die an seiner Stelle den I. auf den Thron heben wollte. Die Verschwörung wurde aufgedeckt, I. wurde mit Schlägen und Haft bestraft und außerdem zum Mönch geschoren. Petăr benachrichtigte auch den Kaiser von der Verschwörung und dem glücklichen Ausgang. Romanos I. schickte daraufhin den Mönch und früheren Rhaiktor Ioannes (# 22937) nach Bulgarien, vorgeblich, um die beiden Brüder zu versöhnen, tatsächlich, um I. nach Konstantinopel zu schaffen. Dies gelang, und I. fuhr zu Schiff von Mesembria nach Konstantinopel. Dort legte er den Mönchshabit bald ab. Kaiser Romanos wies ihm einen Palast zu und stattete ihn mit reichen Geldmitteln aus. Außerdem arrangierte er die Heirat mit einer Frau aus dem Thema Armeniakon, der Heimat des Kaisers. Bei der Hochzeit, die im Palast des Kaisars (ἐν τῇ τοῦ Καίσαρος οἰκίᾳ) stattfand, fungierten der Mitkaiser Christophoros (# 21275) und der Mönch und Exrhaiktor Ioannes als Trauzeugen (4). Offensichtlich wollte Romanos I. mit dieser Maßnahme einen potentiellen Thronaspiranten in der Hinterhand behalten, um Petăr gegebenenfalls unter Druck setzen zu können.

Anmerkungen: — (1) Theoph. cont. VI 5, P. 385,15-18; Skylitzes, Konstantinos 3, p. 200,27-29 (spricht nur allgemein von den Söhnen Symeons); Symeon log. (Leon gr. 292,4-7; Theod. mel. 204,25-28; Symeon sl. 126,16-18); Symeon log. (Wahlgren) 135,77-80; Georg. mon. cont. (Bonn) 877,22 – 878,3; Georg. mon. cont. (Muralt) 1133A; Georg. mon. cont. (Istrin) 41,24-27; Ps.-Symeon 721,15-17; Zonaras XVI 16, p. 462,7f. — (2) Theodoros Daphnopates, Ep. 7,55-59 (p. 83 Darrouzès–Westerink). — (3) Theoph. cont. VI 21, p. 412,6-8; Symeon log. (Leon gr. om.; Theod. mel. 224,8f.; Symeon sl. 136,29f.); Symeon log. (Wahlgren) 136,343f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 904,7; Georg. mon. cont. (Muralt) 1168A; Georg. mon. cont. (Istrin) 55,10f.; Ps.-Symeon 740,12-14 (verliest seine Vorlage zu epistolen — ἐπιστολὴν ἐκομίσαντο Βουλγαρικήν). — (4) Theoph. cont. VI 28, p. 419,10-24; Skylitzes, Romanos Lakapenos 23, p. 225,96 – 226,3; Symeon log. (Leon gr. 320,9 – 321,2; Theod. mel. 229,9-22; Symeon sl. 139,17-29); Symeon log. (Wahlgren) 136,472-485; Georg. mon. cont. (Bonn) 910,18 – 911,10; Georg. mon. cont. (Muralt) 1176B-C; Georg. mon. cont. (Istrin) 58,25-38; Ps.-Symeon 744,11-15 (verkürzt).

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Skylitzes; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn; Muralt; Istrin); Ps.-Symeon; Zonaras. — (Ep.): Theodoros Daphnopates, Epp.

L: Zlatarski, Istorija I/2 495. 513f. 803; Runciman, Bulgarian Empire 177. 188; Istorija na Bălgarija II 371; Božilov, Bălgarite 308; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 127; Božilov–Gjuzelev, Istorija 278f.

Angehörige (anonym):

1. Ehefrau 22903A

V: Sie stammte aus dem Thema Armeniakon, der Heimat des Kaisers Romanos I. (δέδωκεν αὐτῷ ὁ βασιλεὺς ... γυναῖκα ἐκ τῆς αὐτοῦ πατρίδος τῆς τῶν Ἀρμενιακῶν ὁρμωμένην), und wurde, vermutlich im Jahre 929 oder wenig später, mit dem aus Bulgarien geflohenen bulgarischen Prinzen Ioannes verheiratet. Bei der Heirat fungierten der Mitkaiser Christophoros und der Mönch und Exrhaiktor Ioannes als Trauzeugen.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. VI 28, p. 419,19-24; Skylitzes, Romanos Lakapenos 23, p. 226,9-11; Symeon log. (Leon gr. 320,21 – 321,2; Theod. mel. 229,18-22; Symeon sl. 139,27-29); Symeon log. (Wahlgren) 136,482-485; Georg. mon. cont. (Bonn) 911,5-10; Georg. mon. cont. (Muralt) 1176C; Georg. mon. cont. (Istrin) 58,33-38.

QuelleSource