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Ioannes Athonites Iber

Ἰωάννης

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
22942
Namensvariante
Iber (Beiname bzw. Ethnikon); Abulherit‘ (georg.); Iovane (georg.)
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
930
ethnos
Georgien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Monachos; Epitropos Megale Laura, Athos; mtavar (georg.); Hegumenos Iviron-Kloster; georg.: mtavar (georg.) = Adliger bzw. Fürst; Kyris (Herr); Kyr (Herr); Fürst bzw. Adliger (in Georgiern) = mtavar (georg.)
Name normalisiert
Ioannes
Ort
Athos; Megale Laura (Athos); Tao ; Vierkirchenlaura (Tao-Klardžet‘i); Olymp (Berg in Bithynien); Bithynien; Iviron-Kloster (Athos); Iberon-Kloster (Athos) = Iviron-Kloster; Dört Kilişe (türk. Ort im Çoruh-Tal); Corox: Čorox bzw. Čoroḫ (Fluß in Tao-KlardΩet‘i); Coruh: Çoruh (türk.) = Čorox ; Quattuor Ecclesiae (lat.) = Vierkirchenlaura; Ibererkloster unklarer Lage am bithynischen Olymp; Karni (georg.) = Karin; Monoxylitu-Kloster (Athos) = Monoxyletu-Kloster (Athos); Monoxyletu-Kloster (Athos) = Monoxylitu-Kloster (Athos); Karyes (Athos); Pithara-Kloster (Athos); Ioannes-Evangelistes--Kloster (Athos) = Metochion der Megale Laura, wo die Georgier bis 980 lebten. ; Krania-Laura (bithym. Olymp) ?; Abydos; Theotokos-Kirche im Iviron-Kloster (Athos); Archangeloi-Kapelle im Iviron-Kloster (Athos); Erzengel-Kapelle im Iviron-Kloster s. unter Archangeloi-Kapelle; Kolobu-Kloster (Chalkidike); Ot‘xt‘a Eklesia (georg.) = Vierkirchenlaura ; Klemes-Kloster (Athos) = Iviron-Kloster (Athos); Theotokos-Kloster tu Klementos (Athos) = Iviron-Kloster (Athos); Longos (Lokalität bei Hierissos); Hierissos (Chalkidike); Vatopedi-Kloster (Athos); Esphigmenu-Kloster (Athos)
Quelle
Athanasios Athonites, Diatyposis (BHG 191); Athanasios Athonites, Typikon (BHG 190); Vita Ioannis et Euthymii hiberica; Synaxarium Ioannis hiberi; Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron; Peeters, Colophon; Actes de Lavra (Nr. 12); Synaxarium Euthymii hiberi; Actes de Lavra (Nr. 25); Vita Georgii Athonitae hiberica; Synodikon des Iviron-Klosters; Actes d’Iviron (Nr. 3); Actes d’Iviron (Nr. 4); Actes d’Iviron (Nr. 5); Actes d’Iviron (Nr. 6); Actes d’Iviron (Nr. 7); Actes d’Iviron (Nr. 8); Actes d’Iviron (Nr. 9); Actes d’Iviron (Nr. 10); Actes d’Iviron (Nr. 11); Actes d’Iviron (Nr. 12); Actes d’Iviron (Nr. 15); Actes d’Iviron (Nr. 16); Actes d’Iviron (Nr. 17); Actes d’Iviron (Nr. 20); Actes d’Iviron (Nr. 21); Actes d’Iviron (Nr. 24); Actes de Vatopédi (Nr. 2)

N: Beiname bzw. Ethnikon: der Iberer (Georgier) — ὁ Ἴβηρ (z. B. in: Actes d’Iviron, Nr. 3, l.7) bzw. georg.: K‘art‘veli. Von Athanasios Athonites (# 20670) wird er mal als ὁ κῦρ Ἰωάννης, mal als Ἰωάννης ὁ Ἴβηρ bezeichnet. Ioannes — georg.: Iovane ist sein Mönchsname. Sein georgischer Name vor seinem Eintritt ins Kloster lautete Abulherit‘ (1).

T: Adliger/Fürst in Tao — georg.: mt‘avar; Mönch; Hegumenos des Iviron-Klosters von 980 bis 1002 oder 1005. Da der Name Iviron-Kloster noch nicht gebräuchlich war, wird er in den Quellen jedoch als Hegumenos des Klemes-Klosters ausgewiesen (cf. unter Anm. Nr. 17). I. wird auch oft mit Kyr (Herr) — ὁ κῦρ (z. B. Actes d’Iviron, Nr. 7, l. 8) bzw. ὁ κύρις (z. B. Actes d’Iviron, Nr. 5, l. 21) bezeichnet.

V: I. wurde vielleicht um 930 herum geboren (2). Seine Familie gehörte zur Aristokratie von Tao. In der Vita Ioannis et Euthymii hiberica wird I. als mt‘avar (ungefähr: Edler, Adliger) (3) bezeichnet. Er soll ein Freund und Vertrauter des Kuropalates David von Tao (# 21432) gewesen sein (4) und sich Ruhm für seine militärischen Leistungen erworben haben (5). I.s Schwiegervater war Abuharb (I.) (# 20090). I. war auch mit Ioannes Tornikios (T‘ornik) (# 22926) verwandt oder verschwägert, und zwar über Abuharb, der ein Onkel des Ioannes Tornikios war (6). I.s Sohn war Euthymios Athonites Iber (# 21960). Ein Neffe war Georgios I. (# 22180).

Als I. bereits Frau (eine Tocher von Abuharb) und Kinder hatte bzw. frühestens nach der Zeugung seines Sohnes Euthymios, dessen Geburtsdatum um 955 herum geschätzt wird, beschloß er, in den Mönchsstand zu treten, ließ sich in der “Vierkirchenlaura” (7) zum Mönch weihen und nahm den Mönchsnamen Ioannes an. Eine unbestimmte Zeit später, vielleicht ca. 960 (8), verließ er die “Vierkirchenlaura” – angeblich, um seinem wachsenden Ruhm als Asket zu entfliehen, – und siedelte auf den bithynischen Olymp über (9), wobei unklar bleibt, in welches Kloster er ging (10).

Einige Zeit später holte I. seinen Sohn Euthymios, der mittlerweile als Geisel in Konstantinopel weilte, zu sich nach Bithynien. Vermutlich nur kurze Zeit später siedelten I. und sein Sohn Euthymios zusammen mit einigen Schülern auf den Athos über, wo sie in die Megale Laura des Athanasios Athonites (# 20670) eintraten (11). Der genaue Zeitpunkt der Ankunft von I. und Euthymios auf dem Athos ist nicht bekannt. Für das traditionell genannte Jahr 965 gibt es keine sichere Basis in den Quellen. Auf alle Fälle muß die Übersiedlung auf den Athos unter Kaiser Nikephoros II. Phokas stattgefunden haben, was den Zeitrahmen von 963–969 ergibt. Wenn die Hypothese stimmt, daß I. seinen Sohn Euthymios erst ca. 965 aus Konstantinopel holte, dann wäre eine genauere zeitliche Eingrenzung (ca. 966–969) möglich.

Die ersten zwei Jahre in der Megale Laura soll I. seine wahre Identität nicht enthüllt und voller Bescheidenheit in der Küche der Megale Laura gearbeitet haben (12).

In I.s Zeit in der Megale Laura scheint sich zwischen ihm und Athanasios Athonites ein enges Vertrauensverhältnis entwickelt zu haben, das ungebrochen fortbestand, auch als I. nicht mehr in der Megale Laura lebte (13).

Ungefähr zu Beginn der 970er Jahre kam Ioannes Tornikios auf den Athos und schloß sich den georgischen Mönchen der Megale Laura an. I. wurde der geistliche Vater des Ioannes Tornikios (14). Der Zulauf an georgischen Mönchen, den I. und Ioannes Tornikios laut der Vita Ioannis et Euthymii hiberica erhielten, veranlaßte die Gründung einer ersten rein georgischen Mönchsgemeinschaft, und zwar auf dem Grundbesitz der Megale Laura und noch dem Hegumenat des Athanasios Athonites untergeordnet. In einer Entfernung von einer Meile zur Megale Laura errichteten die Georgier eine Kirche des Evangelisten Ioannes und mehrere Kellia (15).

In seinem Typikon (abgefaßt ca. 973–975) verfügte Athanasios Athonites, daß die Kellia des I. gemäß der Schenkungsurkunde (χαριστική) bei I. bzw. dessen Nachfolgern bleiben sollten. Diese Kellia sollten nicht aufgelöst oder veräußert werden und sollten die Zahl acht nicht überschreiten, blieben also weiterhin im Eigentum der Megale Laura.

Ca. zwischen 972 und 974 begleitete I. den Athanasios Athonites nach Konstantinopel, wo sie, unterstützt von Euthymios Studites (# 21945), dem Kaiser Ioannes I. Tzimiskes die Bitte vortrugen, er möchte der Megale Laura das Kloster Kolobu (bei Hierissos) übertragen. Die Bitte wurde abgelehnt (16), doch sollte das Kolobu-Kloster bereits wenig später (979/80) an das Iviron-Kloster fallen.

Nachdem I.s Verwandter und geistlicher Sohn Ioannes Tornikios im Jahre 979 vorübergehend sein Mönchsdasein verlassen, im Auftrag der Kaiser und des David von Tao bei der Niederschlagung der Revolte des Bardas Skleros (# 20785) geholfen und zum Dank einen großen Teil der reichen Beute sowie durch ein kaiserliches Chrysobull drei Klöster, darunter das Klemes-Kloster auf dem Athos und das Kolobu-Kloster bei Hierissos (Chalkidike), erhalten hatte, stiftete er an der Stelle des Klemes-Klosters ein eigenes Kloster für die Georgier auf dem Athos, das Iviron-Kloster (17). I., der schon bislang, wenn auch noch unter dem Hegumenat des Athanasios Athonites, die geistliche Führung der Georgier wahrgenommen hatte, wurde nun Hegumenos dieses neuen Klosters (18).

Schon zu Beginn konnte sich das Iviron-Kloster nicht auf die Aufnahme georgischer Mönche beschränken, sondern mußte auch Griechen aufnehmen, besonders für bestimmte Handwerke und Arbeitsdienste (19).

Im April 982 kauften I. und Ioannes Tornikios ein nahe dem Iviron-Kloster gelegenes Grundstück bzw. ein kleines Kloster (ἀγρίδιον) für 100 Nomismata von Georgios Chelandaris (# 22164) (20).

Da auch das Kolobu-Kloster Ioannes Tornikios geschenkt worden war (s. o.) und in der Folge dem Iviron-Kloster gehörte, bemühten sich I. und Ioannes Tornikios auch, die Grundbesitzverhältnisse des Kolobu-Klosters zu klären. In diesem Zusammenhang einigten sie sich im Juli 982 mit den Einwohnern von Hierissos über das Land von Longos (Chalkidike), das dem Kolobu-Kloster gehörte, aber an die Hierissoten verpachtet war, indem sie zuerst den Pachtvertrag auflösten und die Hierissoten für diese Auflösung finanziell entschädigten und dann das Land von Longos mit den Hierissoten gegen Land bei Hagios Nikolaos (ebenfalls Chalkidike) tauschten (21).

Im Dezember 984 erhielt I. von Athanasios Athonites eine Schenkung (Actes d’Iviron, Nr. 6) als Dank für seine Verdienste um die Megale Laura: Athanasios überließ ihm ein kaiserliches Privileg (Chrysobull) über die Abgabenfreiheit für ein Schiff von 6.000 Modioi Ladekapazität (22). Die Verdienste des I. um die Megale Laura werden in demselben Dokument aufgezählt: I. sei oft in Konstantinopel gewesen, um sich dort für die Megale Laura einzusetzen. I. sei es gelungen, von Kaiser Ioannes Tzimiskes das Chrysobull für die Megale Laura zu erwirken, durch das der Laura ein Solemnion (eine jährliche Zuwendung) von 244 Nomismata aus dem Steueraufkommen der Insel Lemnos zugesprochen wurde (23). Ferner habe die Laura von I. das (eigentlich dem I. verliehene) Chrysobull (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 757b) geschenkt bekommen, durch das sie Eigentümerin der Insel Neoi (τῶν Νέων) wurde. Es ist unklar ob die Schenkung vor oder nach dem Tode des Ioannes Tornikios am 15. Dezember 984 erfolgte.

Nach dem Tode des Ioannes Tornikios wollte I. angeblich sein Hegumenat niederlegen, weil es ihm mit zuviel Unruhe verbunden war und er um seines Seelenheils willen wieder abgeschiedener leben zu müssen glaubte, denn nach Aussage der Vita soll I. beschlossen haben, zusammen mit seinem Sohn Euthymios und einigen wenigen Schülern nach Spanien (24) zu reisen, und soll sich deshalb nach Abydos begeben haben, um dort auf ein Schiff nach Spanien zu warten. Der Archon von Abydos (# 31673) konnte ihn und Euthymios jedoch aufhalten und dazu bewegen, kaiserliche Weisung abzuwarten. Die Kaiser bestellten I. und Euthymios darauf nach Konstantinopel, wo sie ihnen große Ehren erwiesen, und schickten sie dann zurück ins Iviron-Kloster (25). Der Vita zufolge soll I. kurze Zeit nach seiner Rückkehr auf den Athos an Gicht (Podagra) erkrankt sein und von diesem schmerzhaften Leiden – vermutlich in langsam fortschreitender Weise – ans Bett gefesselt worden sein. Die Krankheit zwang ihn schließlich, das Hegumenat an seinen Sohn Euthymios abzutreten (26).

Die Athosurkunden indes lassen von einer Reise des I. direkt nach dem Tode des Ioannes Tornikios oder einem schon bald darauf erfolgten krankheitsbedingten Rückzug aus seinen Aufgaben nichts erkennen. Die in ihnen sichtbare Folge des Todes des Ioannes Tornikios ist lediglich, daß nun I. und sein Sohn Euthymios gemeinsam als Vertreter des Iviron-Klosters auftreten, wie zuvor Ioannes Tornikios und I. gemeinsam aufgetreten waren. Im Januar 985 erhielten I. und Euthymios vom Protos Thomas (# 28314) und den wichtigsten Äbten des Athos eine Garantieerklärung (ἔγγραφος ἀσφάλεια, Actes d’Iviron, Nr. 7), durch die die Gemeinschaft der Athosklöster auf alle Ansprüche auf das dem Iviron-Kloster gehörende Kolobu-Kloster bei Hierissos verzichtete, das in früherer Zeit die Beherbergung durchreisender Athosmönche in Hierissos übernommen hatte. Vorausgegangen war diesem Verzicht eine Schenkung des Iviron-Klosters an das Protaton bzw. den Athos als ganzes: I. und Euthymios hatten dem Athos ein Gehöft in Hierissos als Gästehaus (καταγώγιον) für alle Athoniten, die Unterkunft in Hierissos benötigten, sowie einen Weingarten übereignet.

I. sollte der Diatyposis (Abfassungszeit vermutlich zwischen 993 und 996) des Athanasios Athonites zufolge nach dem Tode des Athanasios als Epitropos (ungefähr: Vormund, Treuhänder, Verwalter) für die Athos–Laura fungieren und als solcher sowohl die Wahl eines geeigneten neuen Abtes der Laura leiten, als auch diesen neuen Abt überwachen und gegebenenfalls korrigieren oder notfalls nach Beratung mit der Bruderschaft auch absetzen. Als zweiter (und rein weltlicher) Epitropos sollte dem I. der kaiserliche Beamte Nikephoros Uranos (# 25617) zur Seite stehen. Nach I. sollte I.s Sohn Euthymios (# 21960), der ebenfalls ein geistlicher Sohn des Athanasios Athonites war, Epitropos der Laura werden.

Ein Dokument vom September 995 (Actes d’Iviron, Nr. 8) gibt den ersten Anhaltspunkt für einen (partiellen) Rückzug des I. aus den Aufgaben des Hegumenates. Es ist allein I.s Sohn Euthymios, der im September 995 das Iviron-Kloster vertrat und sich von Ioannes Chaldos (# 23166) die Steuerfreiheit von 40 Paroikoi des Kolobu-Klosters bestätigen ließ. Im Dezember 995 waren es I.s Sohn Euthymios und I.s Neffe Georgios (# 22180), die gemeinsam das Iviron-Kloster vertraten (Actes d’Iviron, Nr. 9).

Im Oktober 996 gehörte I. zu den 21 Unterzeichnern einer Urkunde, durch die der Protos des Athos, Ioannes Phakenos (# 23134), und ein Gremium von Athos-Äbten dem Athanasios Athonites das verlassene Monoxylitu-Kloster (μονὴ τοῦ Μονοξυλήτου) im Nordwesten der Athos-Halbinsel übertrugen. I. unterschrieb an dritter Stelle nach dem Protos und dem Abt den Vatopedi-Klosters, Nikolaos (# 26036). Da diese Urkunde jedoch nur in der Kopie (13. Jh.?) eines Schreibers überliefert ist, der von einem anderen Dokument eine falsche Abschrift mit einigen Ergänzungen angefertigt hat und dort u. a. die Unterschrift des I. fälschlich eingefügt hat (27), ist es nicht absolut sicher, daß I. tatsächlich im Jahre 996 die Originalurkunde mitunterzeichnet hat.

Im November 996 war I. durch Krankheit verhindert (28), der Verhandlung des Krites Nikolaos (# 26039) beizuwohnen, in der es um Grundbesitz des dem Iviron-Kloster gehörenden Polygyros-Kloster ging. Es vertraten ihn sein Sohn Euthymios und sein Neffe Georgios. In dem Urteil des Nikolaos (Actes d’Iviron, Nr. 10) wird erwähnt, daß I. bei Kaiser Basileios II. Klage über eine Enteignung durch den Episkeptites Photios (# 26685) geführt und daraufhin vom Kaiser ein Pittakion erhalten hatte, das dem Krites Nikolaos die Untersuchung der Angelegenheit auftrug (29).

Ebenfalls im November 996 nahm I. die Schenkung seines geistlichen Sohnes Zacharias (# 28488) für das Iviron-Kloster (Actes d’Iviron, Nr. 11) entgegen. Zuvor hatte I. den Sohn des Zacharias, Bardas (# 20788), als Mönch in das Iviron-Kloster aufgenommen und Zacharias eine Summe von 30 Nomismata übergeben (ibidem, l. 9-11). Zacharias erwies nun seinen Dank für diese Wohltaten, indem er I. bzw. dem Iviron-Kloster seinen gesamten Grundbesitz auf der Insel Lemnos inklusive einiger Tiere schenkte (30).

Im September 998 gehörte I. zu den 28 Äbten, die eine Urkunde (Actes de Vatopédi, Nr. 2) des Protos Nikephoros (# 25624), die dem Vatopedi-Kloster die Eigentumsrechte an einem Stück Land in der Nähe des Esphigmenu-Klosters bestätigte, bei einem Ortstermin mitunterzeichneten. I. unterschrieb dabei ungewöhnlicherweise nicht ganz vorne, sondern erst an neunter Stelle.

Im April 1001 kaufte das Iviron-Kloster, vertreten durch I.s Nefffen Georgios, umfangreichen Grundbesitz aus dem Nachlaß des Protopresbyteros Nikephoros (# 25618), und zwar in Hierissos, bei Gradiska, bei Zelenitza und in Mikre Arsenikeia (Actes d’Iviron, Nr. 12).

Zu einem unbestimmten Zeitpunkt kaufte I. zusammen mit Demetrios (# 21497) ein Grundstück bzw. ein kleines Kloster (ἀγρίδιον) in Karyes, wo dieser das Pithara-Kloster gründete. Demetrios übertrug später seinem Schüler und Hegumenos des Pithara-Klosters, Kyrillos (# 24252), 50 Prozent des Landes mit dem Kloster, die anderen 50 Prozent dem I. wegen dessen einstiger Beteiligung am Kaufpreis des Landes. I. verzichtete jedoch “wegen des göttlichen Auftrages und für sein Seelenheil” (διὰ τὴν τοῦ Θεοῦ ἐντολὴν καὶ ὑπὲρ ψυχικῆς αὐτοῦ σωτηρίας) zugunsten des Kyrillos auf seinen Eigentumstitel (rückblickend erwähnt in: Actes de Lavra, Nr. 25).

I. starb an einem 14. Juni (Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 22). Das Todesjahr ist nicht ganz sicher; vorgeschlagen wurden 1002 (31) oder 1005 (32) oder 1006 (33).

I. wurde von Euthymios bestattet, und über seinem Grab wurde eine Kapelle der Erzengel errichtet (34). Es handelt sich bei dieser Kapelle um die nördliche Kapelle der Theotokos-Kirche (35). An dem Grab sollen sich Heilungswunder ereignet haben. Ca. im Jahre 1045, zu Beginn des Hegumenats des Georgios III. (# 22259), wurden I.s Gebeine umgebettet in den Altarraum der Theotokos-Kirche (36).

Anmerkungen: — (1) Synax. Ioannis hiberi; Kolophon, in: Cod. Mosqu. GIM 62, fol. 377r [olim], in: Peeters, Colophon 360f., cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 10 (Kolophon “M” ); ibidem, (Kolophon “O”). Zu I.s ursprünglichem Individualnamen Abulherit‘ bemerkt Peeters, Colophon 364f., daß es sowohl in Armenien als auch in Georgien seit dem 8. Jh. durchaus üblich gewesen sei, arabische Namen zu verwenden, auch als reguläre Taufnamen, die in manchen Familien weitervererbt worden seien und nichts Arabisches mehr außer ihrer Etymologie an sich gehabt hätten. — (2) Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 15. — (3) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 6, [42] l. 94f., p. 86,94 (Martin-Hisard): il tenait ... noblesse et rang parmi les mtavars du curopalate David bzw. § 6, p. 16,15f. (Peeters): inter principes Davidis curopalatae conspicuus; cf. auch das Synaxarium Ioannis hiberi (franz. Übers. in: Actes d’Iviron, p. 4). — (4) Davidi curopalatae in primis amicus et familiaris, ibid. § 6, p. 16,20 (Peeters) bzw.: un grand ami et un proche du curopalate David, § 6, [42] l. 98f., p. 87 (Martin-Hisard). — (5) militari fama concelebratus, ibid. § 6, p. 16,16f. (Peeters), bzw. militairement renommé, § 6, [42] l. 95, p. 86 (Martin-Hisard). — (6) Cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in Actes d’Iviron, p. 17. — (7) Vita Ioannis et Euthymii hiberica, § 6, p. 16,27 (Peeters): laura Quattuor Ecclesiarum, georg.: Ot‘xt‘a Eklesia; zur Lage des Klosters s. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 13: am Čorox bzw. Čoroḫ (türk.: Çoruh), ca. 10 km nordwestl. des heutigen Dorfes Dört Kilise; zur dortigen Kirche s. Thierry, in: CA 24 (1975) 75–86; Djobadze, Monasteries 158–177. — (8) Martin-Hisard, in: Bedi Kartlisa 41 (1983) 35. — (9) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 6, p. 17,3-10 (Peeters); § 6, [43] l. 112–115, p. 87 (Martin-Hisard). — (10) Janin, Centres 156, nahm mehrere Iberer-Klöster am bithynischen Olymp an, während Martin-Hisard, Kirche 570 mit Anm. 126, die die neuere georgische Sekundärliteratur rezipiert hat, von nur einem Iberer-Kloster am bithynischen Olymp ausgeht, der Krania-Laura, die unter verschiedenen Namen, u. a. auch als “Spelaion” oder als “Kloster der hl. Kosmas u. Damian”, bekannt gewesen sei. — (11) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 7, p. 17,13 – 18,17 (Peeters); § 7, [43f.] l. 117-133, p. 87f. (Martin-Hisard). — (12) Ibidem § 7, p. 18,17-20 (Peeters); § 7, [44] l. 133–135, p. 88 (Martin-Hisard). — (13) Die Verbundenheit wird von Athanasios selbst z. B. so ausgedrückt: [Ἰωάννην] ... καὶ σὺν ἡμῖν τὸν βίον τῆς ζωῆς αὐτοῦ διανύσαντα καὶ συγγηράσαντα ... (Athanasios Athonites, Diatyposis [BHG 191] 124,32f.). Cf. auch die Würdigung I.s in der Schenkungsurkunde des Athanasios, Actes d’Iviron, Nr. 6. — (14) Im Kolophon, in: Cod. Mosqu. GIM 62, fol. 377r [olim], nennt Ioannes Tornikios den I. magister meus (lat. Übers., in: Peeters, Colophon 361); cf. Kolophon, in: Cod. Athous Iber. hib. 5, fol. 324v, in: Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron 313f. — (15) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 8, p. 19,17-26 (Peeters); § 8, [45] l. 149-156, p. 89 (Martin-Hisard). — (16) Erwähnt in: Actes d’Iviron, Nr. 7 (Januar 985), l. 16f. — (17) Der Name “Iviron-Kloster” — μονὴ / λαύρα τῶν Ἰβήρων kam erst später in Gebrauch (cf. Actes d’Iviron, Nr. 22 [1016/17], l. 2-3; Nr. 27 [1042], l. 8). Anfangs war das Kloster der Iberer noch als Theotokos-Kloster oder Kloster “tu Klementos” bekannt, cf. Actes d’Iviron, Nr. 4, l. 23: τὴν εὐαγεστάτην ... λαύραν, τὴν ἐπ᾿ ὀνόματι τῆς ὑπεραγίας Θ(εοτό)κου ἱδρυμένην καὶ τοῦ Κλήμεντος ἐπονομαζομένην. — (18) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 12, p. 22,21 – 23,1 (Peeters); § 12 [48f.], l. 232- 243, p. 91f. (Martin-Hisard). — (19) Ibidem § 13, p. 23,10-18 (Peeters); § 13 [49], l. 251- 257, p. 93 (Martin-Hisard). — (20) Actes d’Iviron, Nr. 3. Daraus, daß I. und Ioannes Tornikios gemeinsam als Käufer auftreten, kann man schließen, daß sie gemeinsam die Eigentümer des Iviron-Klosters waren. Cf. auch ihre gemeinsame Vertretung des Iviron-Klosters in Actes d’Iviron, Nr. 4.— (21) Actes d’Iviron, Nr. 4; zu den Details s. unter Basileios Stroimiros (# 20999). — (22) Actes d’Iviron, Nr. 6, l. 22f. p. 139: δωρούμεθα αὐτῷ τὸ χρυσοβούλλιον τοῦ κ(υρο)ῦ Βασιλείου τοῦ βασιλέως τὸ ἐξκουσεῦον πλοῖον χωρήσεως χιλιάδων ἕξ, ὅπερ ἡμῖν ἐδωρήσατο ὁ εἰρημένος εὐσεβέστατος βασιλεύς ... Cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 768. — (23) Cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 744. Die Information über das Solemnion bedeutet, daß nicht Athanasios Athonites selbst es war, der dieses Privileg von Ioannes Tzimiskes erlangte, wie die Viten des Athanasios es darstellen (und zwar vor ca. Sommer 972, Vita Athanasii Athon. A [BHG 187] § 116, p. 56; Vita Athanasii Athon. B [BHG 188] § 36,34-44, p. 169), sondern I., der entweder den Athanasios nach Konstantinopel begleitete oder sogar allein für die Megale Laura dorthin reiste, da er offensichtlich über die – nach dem Tode des Athanasios-Gönners Nikephoros II. Phokas – besseren Verbindungen zum Hof verfügte. Die Viten des Athanasios verschweigen dieses Verdienst des I. jedoch. Die Datierung dieses (nicht erhaltenen) Chrysobulls ist umstritten: Dölger–Müller, Regesten Nr. 744: vor ca. Sommer 972 und dem “Typikon des Tzimiskes” für den Athos (Actes du Prôtaton, Nr. 7); P. Lemerle, in: Actes de Lavra, p. 43 Anm. 156: nach ca. Sommer 972 und dem “Typikon des Tzimiskes”. — (24) Georg.: sp‘aniam, cf. dazu Martin–Hisard ad loc., Anm. 59. — (25) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 18, p. 28,8 – 29,5 (Peeters); § 18 [54f.], l. 369-392, p. 96f. (Martin-Hisard). Nastase, Monastère des Ibères, vermutet, daß der “Fluchtversuch” des I. nach Spanien in die Zeit der von David von Tao unterstützten Revolte des Bardas Phokas (# 20784), also September 987 – April 989, fiel, als I. einem Loyalitätskonflikt ausgesetzt und gleichzeitig der Weg nach Tao wegen der Rebellion versperrt gewesen sei. Nastases Hypothese würde es ermöglichen, in der ansonsten nicht sehr wahrscheinlich wirkenden Episode der Vita einen Reflex auf einen tatsächlichen Vorfall zu sehen. — (26) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 18, p. 29,6-19 (Peeters); § 18 [55f.], l. 393-406, p. 97(Martin-Hisard). — (27) Cf. Lemerle et al., in: Actes de Lavra, p. 119. 130. — (28) Actes d’Iviron, Nr. 10, l. 10: νόσῳ ληφθεὶς οὐ παρεγένετο. — (29) Cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 785. — (30) Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 173f., sehen in der Schenkung des Zacharias einen verkappten Verkauf an I., da ja auch Geld geflossen war. — (31) So z. B. Tarchnišvili 128; Lemerle et al., in: Actes de Lavra, p. 48 Anm. 178. — (32) Actes d’Iviron, p. 33 Anm. 7; Martin-Hisard, in: Vita Ioannis et Euthymii hiberica, p. 99 Anm. 70; eadem, in: Atanasio e il monachesimo 80. — (33) Falkenhausen, in: Atanasio e il monachesimo 104 (ohne Begründung oder Anm.). — (34) Vita Ioanni et Euthymii hiberica § 22. — (35) S. Martin-Hisard, ad locum, p. 100 Anm. 79. — (36) Vita Georgii Athonitae hiberica § 29, p. 98,33 – 99,2. 11f. (Peeters); § 29, [133] p. 57, l. 650-652; p. 58, l. 659f. (Martin-Hisard).

Q: — (Dok.): Athanasios Athonites, Typikon (BHG 190), p. 118,24-30 (ed. Meyer); Athanasios Athonites, Diatyposis (BHG 191), p. 124,27 – 125,2; 125,25 – 126,1; 127,6f. 11; 128,1 –129,26 (ed. Meyer); Actes d’Iviron, Nr. 3 (16. April 982 [Ostern der 10. Indiktion]), p. 116, bes. l. 6f.; Nr. 4 (Juli 982 [10. Indiktion; 6490 a. m.]), l. 22, p. 126; Nr. 5 (Juli 982 [10. Indiktion; 6490 a. m.]), l. 21, p. 133; Nr. 6 (Dezember 984; 13. Indiktion, 6493 a. m.; Schenkung des Athanasios Athonites), l. 1-61, p. 138–140, bes. l. 6-21 (= Dölger, Hl. Berg, Nr. 108, p. 293f.); Actes d’Iviron, Nr. 7 (Januar 985 [13. Indiktion; 6493 a. m.), p. 148–151, bes. l. 8, p. 148; l. 16, p. 149; Nr. 8 (September 995 [9. Indiktion]), l. 2, p. 153; Nr. 9 (Dezember 995 [9. Indiktion; 6504 a. m.]), l. 8f., p. 161; Nr. 10 (November 996 [10. Indiktion; 6505 a. m.]), l. 1-5. 7. 9f., p. 169; Nr. 11 (November 996 [10. Indiktion]), l. 7-23, p. 174; Nr. 12 (April 1001 [14. Indiktion; 6509 a. m.]), l. 8, p. 178; Nr. 15 (22. Mai 1008 [6. Indiktion; 6516 a. m.]), l. 24, p. 188; Nr. 16 (September 1010 [9. Indiktion; 6519 a. m.]), l. 15, p. 191; Nr. 17 (April 1012 [10. Indiktion; 6520 a. m.]), Redaktion A, l. 7f., p. 198; Redaktion B, l. 7, p. 199; Nr. 20 (19. April 1015 [13. Indiktion; 6523 a. m.]), l. 13. 17f., p. 213; Nr. 21 (19. April 1015 [13. Indiktion; 6523 a. m.]), l. 6, p. 219 (= Dölger, Hl. Berg, Nr. 103,9, p. 273); Nr. 24 (Dezember 1020 [4. Indiktion; 6529 a. m.]), l. 8, p. 231; Actes de Lavra, Nr. 12 (Oktober 996 [10. Indiktion; 6505 a. m.]), l. 25, p. 132 (Unterschrift [Kopie]); Actes de Lavra, Nr. 25 (Februar 1024 [7. Indiktion; 6532 a. m.]), rückblickender Abschnitt: l. 5-11, p. 175; Actes de Vatopédi, Nr. 2 (September 998 [12. Indiktion]), l. 32, p. 70 (Unterschrift [Original]). — (Hag.): Die griechische Vita Ioannis, Euthymii et Georgii Hiberorum (BHG 2143), ed. M. Z. Mač‘xaneli (Mač‘ḫaneli), [Die griechische Vita der hll. Ioannes, Euthymios und Georgios ..., georg.], Tiflis 1982 (griech. Text: 75–120), stammt laut Mač‘xaneli ([English] summary, p. 161–165) aus dem 18. Jh. Sie ist hier nicht berücksichtigt worden. — (georg.): Synaxarium Ioannis hiberi: Le meme jour, mort de notre ... père Jean ... Il se nommait auparavant Aboulhérit, quand il était mtavar, pendant sa vie laïque. Synaxarium Euthymii hiberi § 1, p. 4; § 3. 5, p. 5; Vita Ioannis et Euthymii hiberica passim, bes. § 6–22, p. 16–32 (Peeters); [42–60] l. 93-496, p. 86–101 (Martin-Hisard); § 83, p. 63,2-12 (Peeters); § 83 [94], l. 1335-1345, p. 128f. (Martin-Hisard); Vita Georgii Athonitae hiberica § 29, p. 98,33 – 99,2. 11f. (Peeters); § 29, [133] p. 57, l. 650-652; p. 58, l. 659f. (Martin-Hisard); Synodikon des Iviron-Klosters, Nr. 16 (16. Dezember); Nr. 83 (14. Juni) (nach: Actes d’Iviron, p. 7); Kolophone, in: Cod. Athous Iber. hib. 4 (a. 1008, Athos), fol. 263r, in: Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron 311f. (cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 8 [Kolophon “C”]); Cod. Athous Iber. hib. 5 (a. 982 oder 983, Athos), fol. 324v, in: Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron 313f. (cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 8 [Kolophon “D”]); Cod. Athous Iber. hib. 10 (Ende 10. Jh., Athos), fol. 332r. 332v–336v (= “Testament” des I., in dem er über seine Absichten Auskunft gibt und 30 Übersetzungen seines Sohnes Euthymios auflistet), in: Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron 339–344 (cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 9 [Kolophon “F”]); Cod. Athous Iber. hib. 13 (a. 1008, Athos), fol. 260v, in: Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron 356f. (cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 9 [Kolophon “G”]); Cod. Athous Iber. hib. 32 (976/77 [6485 a. m., 5. Indiktion], Athos), fol. 315r, in: Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron 154f. (mit falscher Datierung auf 981, cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 9f. [Kolophon “H”]); deutsche Übers., in: Tarchnišvili, Euthymius 116f.; Cod. Mosqu. GIM 62 (Vladimir) (griech. Pergamenths. aus dem Jahre 1006 von der Hand des Theophanes [# 28102]), Kolophon auf Fragment aus einer georgischen Hs. am Beginn der Hs., olim fol. 377r (a. 981 [im Jahre 201 des k‘ronikon; die Weltjahresangabe 6500 georgischer Ära ist falsch oder unvollständig, richtig wäre 6585 a. m. georgischer Ära], Karni), in: Peeters, Colophon 361f., cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 10 (Kolophon “M”). — Zu den weiteren georgischen Quellen zu I., u. a. Hymnen auf ihn, s. Tarchnišvili 174f.

L: Tarchnišvili 70f. 128. 174f; Peeters, Colophon 364f.; Tarchnišvili, Euthymius; Papachryssanthou, in: Actes du Prôtaton, p. 83–85; Martin-Hisard, in: Bedi Kartlisa 41 (1983) 34f. 41. 43. 45f.; Lefort–Papachryssanthou, in: Bedi Kartlisa 41 (1983) 31; Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 13–38. 93; Martin-Hisard, Kirche 570f.; Pavlikianov, Aristocracy 52–56; Nastase, Monastère des Ibères; Dölger–Müller, Regesten Nr. 757b. 760a. 768. 785; Martin-Hisard, in: Atanasio e il monachesimo 79–100.

P: Er ist nicht zu verwechseln oder zu identifizieren mit Iovane Varazvač‘e (georg.) bzw. Βαραζβατζέ (# 23544), dem Bruder des Ioannes Tornikios, der bei Tarchnišvili (z. B. Tarchnišvili, Euthymius 117) als identisch mit I. aufgefaßt wurde (auf der Grundlage des Kolophons im Cod. Athous Iber. hib. 32, s. dazu weiter unten), denn Ioannes Tornikios selbst unterscheidet sie in einem Kolophon klar voneinander (Cod. Mosqu. GIM 62, olim fol. 377, in: Peeters, Colophon 359–362; cf. Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 10 [Kolophon “M”]). — Eventuell waren Ioannes Tornikios und I. nicht nur entfernt miteinander verwandt (über Abuharb), sondern auch direkt miteinander verschwägert, denn sie werden in Actes d’Iviron, Nr. 24 (1020), l. 8, p. 231, beide als Onkel des Georgios I. (# 22180) bezeichnet (Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 17). Nicht klar interpretierbar bleibt ein Kolophon, in dem I. von Tornikios als seinem “Bruder im Geiste und im Fleische” spricht (Cod. Athous Iber. hib. 32 [976/77], fol. 315r), was aber wohl nicht wörtlich zu nehmen ist (Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 17) und sich wahrscheinlich nur auf entferntere Verwandtschaft bezieht. — I. ist in der Vergangenheit auch mit dem Ivane (Sohn des Sula) (# 23583) identifiziert worden, der die berühmte Inschrift im Kloster Zarzma (ca. 37 km westl. von Axalc‘ixe [bzw. Aḫalc‘iḫe], laut Honigmann, Ostgrenze 150f. mit Anm. 14; Auszüge in deutscher Übers. in: Tarchnišvili, Euthymius 122) in der Region Samc‘xe [bzw. Samc‘ḫe ] veranlaßt hat (z. B. Tarchnišvili 70). Das führte dazu, daß die Herkunft oder Basis der Familie von I. in Samc‘xe gesehen wurde. Diese Identifikation ist jedoch nicht haltbar. Der Auftraggeber der Inschrift, Ivane, hat selbst an dem Feldzug 979 gegen Bardas Skleros teilgenommen, während I. seit ca. 963–969 auf dem Athos lebte.

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