Open Access Published by De Gruyter

Michael Porphyrogennetos

Μιχαήλ

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
25174
Namensvariante
Lakapenos (Familienname); Porphyrogennetos (Beiname); Lekapenos (Variante; s. Lakapenos)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
921
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Mitkaiser (?); Rhaiktor; Klerikos; Magistros; Logothetes Dromos; Diakonos = šammās (arab.); sammas: šammās (arab.) = Diakon; rector s. unter Rhaiktor
Name normalisiert
Michael
Quelle
Schminck, Eherechtliche Entscheidungen; Georg. mon. cont. (istrin); Leon gr.; Theod. mel.; Georg. mon. cont. (Bonn); Georg. mon. cont. (Muralt); Theoph. cont. 6; Ps.-Symeon; Skylitzes; Zonaras; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163); Symeon sl.; Symeon log. (Wahlgren); Yaḥyā; Eustathios Romaios (allg.); Vita Basilii iun. (BHG 263); Theodoros Skutariotes, Synopsis; Symeon log. ; Nikolaos Mystikos, Opuscula (Westerink)

N: Beiname: Porphyrogennetos — Μιχαὴλ ὁ πορφυρογέννητος (Nikolaos Mystikos, Opuscula [Westerink] 200 Akklamationsliste D I); Familienname: Lakapenos. Arab.: Mīḫā’īl.

T: Nach 945 Magistros — μάγιστρος und Rhaiktor — ῥαίκτωρ, möglicherweise im Jahre 963 Logothetes des Dromos; Diakon — arab.: šammās.

V: Enkel des Kaisers Romanos I. Lakapenos, Sohn des Christophoros (# 21275) und der Sophia (# 27152). M. hatte eine Schwester Maria (# 24919) und einen – sicherlich älteren – Bruder Romanos (# 26840), der aber noch im Kindesalter starb. Seine Bezeichnung als Porphyrogennetos weist darauf hin, daß er geboren wurde, als sein Vater Christophoros bereits die Mitkaiserwürde besaß, also nach Mai 921. Terminus ante quem für seine Geburt ist der Tod seines Vaters Christophoros im August 931. M. selbst wurde zwar nicht zum Mitkaiser gekrönt, trug jedoch bereits kaiserlichen Purpur und Purpurschuhe, wie von der Vita Basilii iun. (BHG 263) kritisch vermerkt wird. Es scheint allerdings auch eine Tradition gegeben zu haben, die eine Krönung M.s behauptete (1).

Als Konstantinos VII. Porphyrogennetos seine Schwäger Stephanos Lakapenos (# 27251) und Konstantinos Lakapenos (# 23831) am 27. Januar 945 entmachtete, verlor auch M. seinen quasi kaiserlichen Status (Theoph. cont.: τὰ βασιλικὰ πέδιλα Κωνσταντῖνος ὁ πορφυρογέννητος ἀφελόμενος). Anschließend wurde er zum Kleriker geschoren und von Konstantinos VII. zum Magistros und Rhaiktor ernannt (2).

Offenbar spielte M. im Jahre 963 eine gewisse Rolle in der Staatsverwaltung, denn es heißt, daß er den Parakoimomenos Ioseph Bringas (# 23529) beriet. Nicht mehr zu entscheiden ist, ob er auch in dem Machtkampf zwischen Ioseph Bringas und Nikephoros (II.) Phokas auf der Seite des Parakoimomenos stand. Wenn man den – nicht ganz zweifelsfreien – Text der Quelle ernst nimmt, dann bekleidete M. zu dieser Zeit das Amt eines Logothetes des Dromos (3).

Die Entscheidung eines weltlichen Gerichtes (wohl des Richters Eustathios Romaios [# 21870]) aus dem ersten Viertel des 11. Jh.s beleuchtet die Nachkommenschaft des M.: Er hatte zwei Töchter namens Helene (# 22579) und Sophia (# 27155), die er vor 945 gezeugt haben muß und die mit Konstantinos Radenos (# 23961) und mit Bagrat Taronites (# 20736) verheiratet wurden (4).

Anmerkungen: — (1) Vita Basilii iun. (BHG 263) fol. 32r (p. 303 Vilinskij); cap. 23, p. *24F (AASS); eine Krönung wird von Theodoros Skutariotes, Synopsis 149,18-22, behauptet, der mit diesen fünf Lakapenenkaisern auch noch eine bestimmte Münzprägung verbindet: Ῥωμανὸς καὶ τοὺς ἰδίους υἱοὺς βασιλεῖς χειροτονεῖ, Χριστόφορον, Στέφανον καὶ Κωνσταντῖνον, ἀλλὰ καὶ τὸ Χριστοφόρου παῖδα Μιχαὴλ, ὡς εἶναι ἐν ταυτῷ βασιλεῖς ἑπτά. Τούτων πέντε ὄντων, τὰ νομίσματα τούτων τοὺς τύπους φέροντα, πενταλαίμια ὠνομάζοντο. — (2) Theoph. cont. VI 3, p. 438,7-10; Skylitzes, Konstantinos (2) 3, p. 238,45f.; Symeon log. (Leon gr. 330,4-6; Theod. mel. 238,3-5; Symeon sl. omisit); Symeon log. (Wahlgren) 137,31f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 923,1f.; Georg. mon. cont. (Muralt) 1192A; Georg. mon. cont. (Istrin) 65,16-18; Zonaras XVI 21, p. 482,15f.; Ps.-Symeon 754,3-5 (läßt ihn durch den Patriarchen Theophylaktos [# 28192] persönlich geschoren werden); Yaḥyā [p. 42] p. 740 (PO 18,5); 3:8, p. 57 (Pirone) (hier heißt es, daß M. nach seiner Entmachtung zum Diakon — arab.: šammās — ernannt wurde). — (3) Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 23,17-19. — (4) Schminck, Eherechtliche Entscheidungen 242, l. 10-12.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Skylitzes, Konstantinos; Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163); Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn); Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Zonaras; Ps.-Symeon; Theodoros Skutariotes, Synopsis. — (Hag.): Vita Basilii iun. (BHG 263). — (Sonst.): Schminck, Eherechtliche Entscheidungen, Fall 2, l. 10f., p. 242: Μιχαὴλ μάγιστρος ὁ Ῥαίκτωρ; l. 36f., p. 244; l. 54, p. 246; Nikolaos Mystikos, Opuscula, Akklamationsliste 200 D I, p. 70 Westerink (zu datieren auf 14.12.928 – August 931; im Zusammenhang mit dem Tomus unionis vom Juli 920). — (arab.): Yaḥyā.

L: ODB II 1203f. s. v. “Lekapenos”. — Laurent, in: EO 37 (1938) 132f.; Schminck, Eherechtliche Entscheidungen 248f.; Kresten–Müller, Samtherrschaft 18 mit Anm. 37; 29f. mit Anm. 77f.; 86.

P: Symeon log. (Cod. Vat. gr. 163) 23,17-19 spricht davon, daß der Magistros und Rhaiktor M. und der Patrikios und Protasekretis Symeon (# 27504) Ioseph Bringas beraten hätten: συνήδρευον δὲ αὐτῷ Μιχαὴλ μάγιστρος ὁ ῥαίκτωρ καὶ λογοθέτης τοῦ δρόμου καὶ Συμεὼν πατρίκιος καὶ πρωτοασηκρῆτις. Aus der Satzstellung heraus dürfte λογοθέτης τοῦ δρόμου auf M. zu beziehen sein und nicht auf Symeon, der dieses Amt zwar aller Wahrscheinlichkeit nach auch bekleidet hat, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Problematisch ist allerdings, daß ein Kleriker nicht Logothetes des Dromos sein konnte. M. müßte also wieder Laie geworden sein. Denkbar wäre, daß Romanos II., der nach seinem Regierungsantritt ja ein gewisses Revirement in der Verwaltung vorgenommen hat, in diesem Zusammenhang auch M. zurückgeholt hat. Die Rückkehr eines Klerikers in den Laienstand ist in dieser Zeit zwar selten, aber doch nicht ausgeschlossen; cf. etwa Marianos Argyros (# 24962). Sollte der Titel keiner der beiden genannten Personen zuzuordnen sein, müßte man an den Ausfall eines (dritten) Namens im Text denken und insgesamt drei Personen annehmen, was jedoch nicht sehr wahrscheinlich sein dürfte (cf. auch Markopoulos, in: Symmeikta 3 [1979] 118).

QuelleSource