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Musikos

Μουσικός

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
25458
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Eunuch
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
894
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Sklave = mbulg. rab; Dulos = mbulg. rab
Name normalisiert
Musikos
Ort
Thessalonike = mbulg. Solun; Studioskloster (Kpl.) = mbulg. Studie; Kpl.: Studioskloster = mbulg. Studie
Quelle
Skylitzes; Theoph. cont. 6; SSig; Georg. mon. cont. (Bonn); Symeon log. ; Leon gr.; Theod. mel.; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Symeon sl.; Symeon log. (Wahlgren)

T: Sklave — δοῦλος, mbulg.: rab (Symeon sl.) und Eunuch — mbulg.: skopec’ (Symeon sl.) des Stylianos Zautzes (# 27406).

V: M. brachte es mit Hilfe seines Herrn dazu, daß der Zollplatz für den Handel zwischen Bulgarien und Byzanz von Konstantinopel nach Thessalonike verlegt wurde, was zum Ausbruch eines byzantinisch-bulgarischen Krieges im Jahre 894 führte, da die Bulgaren die Verlegung des Marktes und die Erhöhung der Zollabgaben nicht akzeptierten. M. arbeitete hierzu mit zwei Kaufleuten zusammen: Staurakios (# 27179) und Kosmas (# 24102) (1).

Später, der Reihenfolge in der Chronik zufolge nach dem Tod der Zoe Zautzina (# 28505), also 899/900, wurden M. und Staurakios bei Leon VI. angeklagt, daß sie Bestechungsgelder von den Strategen und den Archontes angenommen hätten und sich dafür bei dem Basileopator (Stylianos Zautzes) für die Geber verwandt hätten. Der Kaiser selbst, der sich auf einem Balkon oder einer Sonnenterasse (ἐν τῷ ἡλιακῷ) versteckt hielt, sah Staurakios mit dem Brief eines Strategos zu Stylianos kommen, ergriff ihn, nahm ihm den Brief ab und ließ ihn zum Mönch scheren. Auch M. wurde ergriffen und durch den Koitonites Christophoros (# 21262) im Studioskloster zum Mönch geschoren. Wenig später starb auch Zautzes (2).

Anmerkungen: — (1) Theoph. cont. VI 9, p. 357,14-19; Skylitzes, Leon 12, p. 175,77 – 176,83; Symeon log. (Leon gr. 266,20 – 267,7; Theod. mel. 186,13-22; Symeon sl. 116,17-24); Symeon log. (Wahlgren) 133,85-93; Georg. mon. cont. (Bonn) 853,3-12; Georg. mon. cont. (Muralt) 1096A; Georg. mon. cont. (Istrin) 27,6-12. — (2) Theoph. cont. VI 14, p. 362,1-14; Symeon log. (Leon gr. 271,3-19; Theod. mel. 189,13-27; Symeon sl. 118,3-14); Symeon log. (Wahlgren) 133,166-180; Georg. mon. cont. (Bonn) 857,8-21; Georg. mon. cont. (Muralt) 1101A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 29,19-30.

Q: — (Hist): Theoph. cont. VI 14, p. 362,1-14; Skylitzes, Leon 12, p. 175,77 – 176,83; Symeon log. (Leon gr. 166,20 – 267,7; Theod. mel. 186,13-22; Symeon sl. 116,17-24); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn) 853,3-12; 857,8-21. — (Sg.): SSig 682f.,1 (datiert in das 9. Jh.): Θεοτόκε βοήθει τῷ σῷ δούλῳ (Avers) τῷ σῷ δούλῳ Μουσικῷ. ἀμήν (Revers).

L: Magdalino, in Bsl 51 (1990) 198–201; Tougher, Leon 96f. 105. 199; idem, Eunuch 157 (Nr. 141); Prinzing, Sklaven 355–357. — Zum Namen cf. besonders Prinzing, Sklaven 256 Anm. 13.

P: In der Sekundärliteratur wird die Meinung vertreten, daß das Verhalten des M. und seines Herrn Stylianos Zautzes von den Quellen bewußt ungünstig dargestellt worden sei, um die Rolle Leons VI. zu vertuschen. Allerdings wird Leon VI. von Theoph. cont., zumindest für diesen frühen Teil seiner Regierungszeit, ohnehin negativ dargestellt. — Schlumberger möchte den Siegelinhaber mit diesem M. identifizieren. Er scheint Musikos hier im übrigen für einen Familiennamen zu halten, denn er hat das Siegel in die Rubrik “Siegel mit Familiennamen” eingeordnet. Aus dem Text zum Siegel geht diesbezüglich nichts hervor.

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