Pothos

Πόθος

Open Access
De Gruyter
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
26731
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Beides
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
946
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Strategos (Hellas)
Name normalisiert
Pothos
Ort
Theben (Boiotien); Hellas (T)
Quelle
Vita Lucae iun. (BHG 994)

T: Strategos von Hellas — ὃς καὶ τῆς  Ἑλλάδος ἀρχὴν οἷα στρατηγὸς ἔτυχε.

V: P. wird in der Vita Lucae iun. erwähnt. Als Strategos von Hellas residierte er gegen Ende der 40er Jahre des 10. Jh.s in Theben. Wahrscheinlich 948 hatte er einen Brief seiner Frau erhalten, die ihn bat, sofort nach Konstantinopel zu kommen, da es infolge einer aufgedeckten Verschwörung gegen Kaiser Konstantinos VII. Porphyrogennetos zu einer Untersuchung gegen alle kam, die nur unter dem leisesten Verdacht der Teilnahme standen, und da zum anderen sein Sohn gestorben war. P. wußte nicht, was er tun sollte, als ihn einer seiner führenden Leute (# 31227) dazu ermunterte, den hl. Lukas den Jüngeren (# 24762) um Rat zu fragen. Er tat dies, und Lukas riet ihm, nach Konstantinopel zu gehen. Alles werde gut werden. P. folgte dem Rat, und alles wurde gut.

Q: — (Hag.): Vita Lucae iun. (BHG 994) 464D–465D (PG); cap. 70, p. 199–201 (Sophianos); cap. 58,1-41 p. 90–94 (Connor).

P: P. wird in der Vita als allgemein bekannt bezeichnet: Πόθος, ὅν ἴσασι πάντες. Die Vita wurde in den 60er/70er Jahren des 10. Jh.s verfaßt. Allgemein bekannt war zu dieser Zeit Pothos Argyros (# 26730), der in den frühen 20er Jahren Domestikos der Scholen gewesen war. Danach hört man von ihm nichts mehr, bis er unter Konstantinos VII. wieder zurückgeholt wurde und 958 das Tagma der Exkubiten kommandierte. Daher erscheint es nicht als ausgeschlossen, daß er in der zweiten Hälfte der 40er Jahre als Strategos von Hellas amtierte. Der Zeitpunkt der erwähnten Verschwörung dürfte zwischen 946 und 948 gewesen sein, als der Parakoimomenos Theophanes (# 28087) und andere eine Verschwörung planten, die aber vor ihrer Durchführung aufgedeckt wurde. In der Vita wird nicht gesagt, daß P. zu den Beschuldigten oder auch nur Verdächtigen gehörte, auch wenn diese Vermutung natürlich naheliegt. Denkbar wäre aber auch, daß die Anwesenheit P.s in Konstantinopel in dieser Situation von seiner Frau für nützlich gehalten wurde.

Sollte P. nicht mit Pothos Argyros identisch gewesen sein, käme auch die Identität mit einem der durch Siegel bekannten gleichnamigen Strategoi von Hellas in Frage, etwa mit # 26728 oder mit # 26729.

Angehörige (anonym):

1. Ehefrau 26731 A

V: Die Ehefrau des P. hielt sich offensichtlich nicht bei ihrem Ehemann in Theben auf, sondern lebte weiterhin in Konstantinopel. Als eine Verschwörung gegen Kaiser Konstantinos VII. aufgedeckt wurde, bat sie ihren Mann, sofort nach Konstantinopel zu kommen. Außerdem sei der Sohn beider gestorben.

Q: — (Hag.): Vita Lucae iun. (BHG 994) 465A (PG); cap. 70, p. 200 (Sophianos); cap. 58,7-12, p. 92 (Connor).

2. Sohn 26731 B

V: Dieser “äußerst geliebte” Sohn war offenbar kurz zuvor gestorben: ὁ τοῦ φιλτάτου σου παιδὸς θάνατος.

Q: — (Hag.): Vita Lucae iun. (BHG 994) 465A (PG); cap. 70, p. 200 (Sophianos); cap. 58,11f., p. 92 (Connor).

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