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Stephanos Lakapenos

Στέφανος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
27251
Namensvariante
Lakapenos (Familienname); Lekapenos (Variante; s. Lakapenos); Iṣṭifān (arab.)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
923
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Mitkaiser; Basileus (Mitkaiser)
Name normalisiert
Stephanos
Ort
Hagia Sophia (Kpl.); Kpl.: Hagia Sophia; Kpl.: Kaiserpalast; Kaiserpalast (Kpl.); Prote (Insel); Proikonnesos (Insel); Lesbos (Insel); Mitylene (bei Skylitzes und Theoph. cont. wohl pars pro toto für die Insel Lesbos); Rhodos (Insel); Methymna (Ort auf der Insel Lesbos); Blachernenkirche (Kpl.) = Theotokoskirche in Blachernai (Kpl.); Kpl.: Blachernenkirche = Theotokoskirche in Blachernai; Pharos-Kirche (im Kaiserpalast) (Kpl.); Kpl.: Pharos-Kirche (im Kaiserpalast); Goldenes Tor (Stadtmauer) (Kpl.); Kpl.: Goldenes Tor (Stadtmauer); Kpl.: Stadtmauer, Goldenes Tor; Stadtmauer, Goldenes Tor (Kpl.); Theotokoskirche tu Pharu = Pharoskirche (im Kaiserpalast) (Kpl.); Kpl.: Theotokoskirche tu Pharu = Pharoskirche (im Kaiserpalast) ; Theotokos-Kirche von Blachernai (Kpl.) = Blachernenkirche; Kpl.: Theotokos-Kirche von Blachernai = Blachernenkirche; Kpl.: Kaiserpalast: Pharos-Kirche; Kaiserpalast: Pharos-Kirche (Kpl.); Vlacherny (mbulg.) = Blachernenkirche/-palast; Crky svetyje Bozije Premodrosti: Cr'ky svętyję Božiję Prěmǫdrosti (mbulg.) = Blachernenkirche; Prikonis' mbulg. )= Proikonnesos (Insel); Mitilin' (mbulg.) = Mitylene; Rodos' = Rhodos (Insel); Pr'vyi ostrov' (mbulg.) = Prote (Insel)
Quelle
ZV; Theodoros Daphnopates, Epp.; Georg. mon. cont. (Bonn); Theoph. cont. 6; Ps.-Symeon; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Leon gr.; Theod. mel.; Skylitzes; Zonaras; Kleinchroniken; Liudprand, Antapodosis; Michael Psellos, Historia Syntomos; Konst. Porph., De cerim.; Inschrift (Christupolis); Vita Mich. Maleïni (BHG 1295); Johannes Diaconus, Cronaca Veneziana; Dandolo, Chron. Venet.; Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793); Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794–795); Synax. Cpl.; Chronicon Vulturnense; Symeon sl.; Yaḥyā; Symeon log. (Wahlgren); Vita Basilii iun. (BHG 263); De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072); Vasil’evskij, in: VV 3 (1896) 574–578; Mas‘ūdī, Murūǧ; Symeon log.; Mas‘ūdī, Tanbīh; Svoronos, Novelles; Actes du Prôtaton (Nr. 3); Actes de Lavra (Nr. 3); Lake, Dated Mss.; Euangelatu-Notara, Semeiomata; Catalogue, Byzantine Coins; Grierson, Coins; Morrisson II

N: Arab.: Iṣṭifān; Familienname: Lakapenos — Λακαπηνός.

T: Basileus (Mitkaiser; 25. Dezember 923 – 20. Dezember 944 bzw. – 27. Januar 945).

V: S. war der dritte Sohn des Kaisers Romanos I. Lakapenos, dabei der zweite Sohn, den Romanos von seiner zweiten Frau Theodora (# 27602) hatte. Sein ältester (Halb-)bruder war Christophoros (# 21275), seine beiden anderen Brüder waren der ältere Theophylaktos (# 28192) und der jüngere Konstantinos (# 23831). Er dürfte etwa Ende 920/Anfang 921 geboren worden sein (cf. Kresten–Müller, Samtherrschaft 52). Verheiratet war er mit Anna (# 20431), mit der er einen Sohn hatte, dem der Name Romanos (# 26842) gegeben wurde.

Romanos I. erhob S. und seinen jüngeren Bruder Konstantinos am 25. Dezember 923 zu Mitkaisern (zum Datum s. Kresten–Müller Samtherrschaft 55–57). Innerhalb des Kaiserkollegiums nahm S. damit den vierten Rang ein (cf. Kresten–Müller, Samtherrschaft 37) (1).

In einem Brief seines Vaters an den Papst Iohannes XI. (# 23479), der von Theodoros Daphnopates (# 27694) abgefaßt wurde, wird erwähnt, daß Romanos plante, aus machtpolitischen Gründen eine Tochter der römischen Adligen Marozia (# 25003) mit einem seiner Söhne zu vermählen. Bei diesem Sohn dürfte es sich um S. gehandelt haben. Diese Heiratspläne wurden jedoch nicht verwirklicht, da Marozia zu dem Zeitpunkt, an dem der Brief geschrieben wurde, bereits von ihrem Sohn Alberich II. (# 20223) entmachtet und in einem Kloster interniert worden war (2).

S. wurde dann vermutlich Anfang des Jahres 934, d. h. bald nach Vollendung des 14. Lebensjahres (gesetzliche Ehefähigkeit), mit Anna, der Tochter eines Gabalas (# 22018), verheiratet (cf. Kresten–Müller, Samtherrschaft 54), wobei die Braut zugleich zur Augusta erhoben wurde (3).

Im Jahre 937 nahm er, wie neben anderen Quellen auch aus einem bei Bar Hebraeus wiedergegebenen Brief des Kaisers an den Kalifen hervorgeht, in der Hierarchie den dritten Platz nach Romanos I. und Konstantinos VII. ein (4).

Als zwei Reliquien, das Mandylion und der Christusbrief, im Sommer 944 aus Edessa nach Konstantinopel gebracht wurden (s. unter Abramios [# 20025] und Theophanes [# 28087]), nahm S. ebenso wie der Rest der kaiserlichen Familie an den Feierlichkeiten teil: Er verehrte die Reliquien zusammen mit Romanos I. und den beiden anderen Mitkaisern am 15. August in der Blachernenkirche. Anschließend wurde das Mandylion mit der kaiserlichen Triere in die Pharos-Kirche im Kaiserpalast gebracht, wo es über Nacht blieb. Am folgenden 16. August wurde das Mandylion von dem Patriarchen Theophylaktos (# 28192) und von den jungen Kaisern – also Konstantinos VII. Porphyrogennetos, S. und Konstantinos Lakapenos, während Romanos I. aus gesundheitlichen Gründen im Palast blieb – wiederum mit der kaiserlichen Triere an das südliche Ende der Stadtmauer gebracht. Von dort zog man außerhalb der Stadtmauer bis zum Goldenen Tor, dann durch das Goldene Tor zu Fuß durch die ganze Stadt bis zur Hagia Sophia, wobei die Bevölkerung der Stadt, der Senat und die Garde mitzogen. In der Hagia Sophia erfolgte eine erneute Proskynese vor dem Mandylion, bevor die Reliquien schließlich wieder in die Pharos-Kirche im Kaiserpalast gebracht wurden (5).

Im Winter des Jahres 944 leitete S. eine Verschwörung gegen seinen Vater in die Wege. Berater waren hierbei Marianos Argyros (# 24962), Basileios Peteinos (# 20934) und Manuel Kurtikes (# 24878); die anderen Mitkaiser, also Konstantinos Lakapenos und Konstantinos VII., sollen Mitwisser gewesen sein. Am 20. Dezember 944 wurde Kaiser Romanos I. Lakapenos gestürzt, auf die Insel Prote gebracht und dort zum Mönch geschoren (6).

Nach dem Sturz Romanos’ I. scheint nicht S., sondern Konstantinos VII. als Hauptkaiser amtiert zu haben, dem auch einige Personalentscheidungen zugeschrieben werden (7).

Angeblich 40 Tage später, am 27. Januar 945, stürzte Konstantinos VII., wie Theoph. cont. und, ihm folgend, Georg. mon. cont. (Istrin), sowie Yaḥyā und Mas‘ūdī berichten, den “Basileus” S. und dessen Bruder Konstantinos, verbannte sie zunächst auf die Inseln in der Nähe Konstantinopels, also auf die Prinzeninseln, und ließ sie durch die Metropoliten Basileios von Kaisareia (# 20933) und Anastasios von Herakleia (# 20301) zu Klerikern scheren (8).

Während Konstantinos nach Tenedos und später Samothrake gebracht wurde, wurde S. zunächst nach Proikonnesos, dann nach Rhodos und schließlich nach Methymna auf Lesbos (Mitylene) verbannt, wo er, wie Skylitzes mitteilt, noch 19 Jahre lebte. Er starb am 18. April 963 (Ostersamstag), angeblich vergiftet auf Anordnung Theophanos (# 28125), der Witwe Romanos’ II. (9).

Im Dezember 947 (6. Indiktion) gab es eine Verschwörung mit dem Ziel, S. auf den Thron zu bringen. Jedoch wurden die Verschwörer verraten und bestraft. Über S. selbst wird in diesem Zusammenhang nichts weiter ausgesagt (10).

Im Jahre 949 wurde S. noch auf Rhodos in Gefangenschaft gehalten, denn im Zeremonienbuch wird anläßlich der Expedition des Konstantinos Gongylios (# 23823) erklärt, daß eine Einheit und vier Dromonen mit jeweils 220 Mann Besatzung zurückgeblieben seien, weil sie auf Rhodos mit der Bewachung des S. betraut gewesen seien (11).

Nach seinem Tode (963) dichtete der Logothetes Symeon (# 27504) ein Grabgedicht (19 iambische Trimeter) auf S., in dem er S. Worte der Reue über den Sturz seines Vaters Romanos I. in den Mund legt.

Später waren offenbar diffamierende Erzählungen über S. und seinen Bruder Konstantinos in Umlauf. So erzählt Ps.-Symeon, daß die Söhne des Romanos (also S. und Konstantinos) und Konstantinos VII. bei dem Anschauen des Mandylion Unterschiedliches gesehen hätten, und zwar habe Konstantinos VII. Augen und Ohren erkannt, während die beiden Söhne nur das Gesicht insgesamt gesehen hätten. Laut der Erklärung des heiligmäßigen Mönches Sergios (# 27023) bewies das ihre Schlechtigkeit, während Konstantinos sich als Gerechter erwies, auf dessen Bitten Gott hören würde. Ebenso wird berichtet, daß beide Brüder ihren auf die Insel Prote verbannten Vater besucht hätten, der sie mit einem Bibelzitat verwünscht habe: υἱοὺς ἐγέννησα καὶ ὕψωσα· αὐτοὶ δέ με ἠθέτησαν (12).

Anmerkungen: — (1) Theoph. cont. VI 17, p. 409,21f.; Skylitzes, Romanos Lakapenos 13, p. 221,71-73; Symeon log. (Leon gr. 314,5-8; Theod. mel. 222,26f.; Symeon sl. 136,1f.); Symeon log. (Wahlgren) 136,304-307; Georg. mon. cont. (Bonn) 902,7f.; Georg. mon. cont. (Muralt) 1164C-D; Georg. mon. cont. (Istrin) 54,12f.; Ps.-Symeon 739,8f.; Zonaras XVI 18, p. 472,11-14 (ohne Namensnennung); Michael Psellos, Historia Syntomos 102, p. 92,73f. (hält S. für den jüngsten Sohn des Romanos); verkürzt: Liudprand, Antapodosis III 37, p. 91,18-23. — (2) Theodoros Daphnopates, Ep. 1 (p. 41 Darrouzès–Westerink); s. dazu unter Marozia. — (3) Theoph. cont. VI 36, p. 422,16-19; Skylitzes, Romanos Lakapenos 28, p. 228,77-79; Symeon log. (Leon gr. 322,12-16; Theod. mel. 231,8-10; Symeon sl. 140,23-25); Symeon log. (Wahlgren) 136,525-528; Georg. mon. cont. (Bonn) 913,12-15; Georg. mon. cont. (Muralt) 1180A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 60,11-13; Ps.-Symeon 745,19-22. Die Chroniken geben kein konkretes Jahr; jedoch ist 934 aufgrund der Einordnung wahrscheinlich. — (4) Es gibt eine Reihe von Belegen, die von Romanos I., Konstantinos (VII.), Stephanos und Konstantinos sprechen und die mit dieser Reihenfolge ausreichend beweisen, daß Konstantinos VII. den zweiten Rang und S. den dritten Rang innerhalb des Kaiserkollegiums einnahm, cf. Kresten–Müller, Samtherrschaft 27 Anm. 67. Es sind dies folgende Quellen: 1) Actes du Prôtaton, Nr. 3 (August 934 [7. Indiktion]), l. 2, p. 187 (Ρωμανὸς (καὶ) Κωνσταντῖνος, Στέφανος (καὶ) Κωνσταντῖν[ος] πιστοὶ βασιλεῑς Ρωμαίων); 2) die Rubrik zu der Novelle des Romanos I. gegen die Landaufkäufe der Dynatoi vom September 934 (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 628), in: Svoronos, Novelles, Nr. 3, p. 79,3-4 (Τοῦ κυροῦ Ῥωμανοῦ τοῦ βασιλέως καὶ γέροντος. Μηνὶ σεπτεμβρίῳ ἰνδικτιῶνος η´ ἔτους ἀπὸ κτίσεως κόσμου ͵ϛυμγ´. Ῥωμανός, Κωνσταντῖνος, Στέφανος καὶ Κωνσταντῖνος πιστοὶ ἐν Θεῷ βασιλεῖς Ῥωμαίων); 3) ein bei Bar Hebraeus 161,24f. (Budge) überlieferter Brief, der auf einen wohl vor Juli 938 von den byzantinischen Kaisern Romanos, Konstantinos, Stephanos und Konstantinos gesandten Brief anwortet (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 633 [mit weiteren arabischen Quellen]); 4) eine in einem Dokument vom August 941 erwähnte kaiserliche Prostaxis (cf. Dölger–Müller, Regesten 639a [638]), in: Actes de Lavra, Nr. 3 (August 941 [14. Indiktion]), l. 2-4, p. 94: πρὸσταξιν των ευσεβεστατων ἐκ Θεοῦ ἐστεμμενων μεγαλων καὶ ειρηνοποιων βασιλεων ἡμων Ρωμανου Κωνσταντινου Στεφανου καὶ Κωνσταντινου. (Zu den Zeugnissen 1., 2. und 4. s. auch Kresten–Müller, Samtherrschaft 25–27.) Daneben gibt es noch ein Zeugnis vom Januar 939, das S. klar hinter Konstantinos VII. nennt: den Kolophon des Kopisten Stylianos (# 27413) im Cod. Paris. gr. 781 (cf. dort): ... βασιλείας Ῥωμανοῦ, Κωνσταντῖνου τοῦ Πορφυρογεννήτου, Στεφάνου καὶ Κωνσταντῖνου, τῶν αὐτοκρατόρων καὶ φιλοχρίστων βασιλέων ... Berücksichtigt werden könnte auch noch Mas‘ūdī, Murūǧ II 353,9 – 354,1, der erwähnt, daß zu dem Zeitpunkt, als er sein Werk verfaßte, also im Jahre 332 a. h. (4.9.943 – 23.8.944), drei Kaiser Byzanz regierten und daß der mächtigste von ihnen Romanos gewesen sei. An zweiter Stelle sei Konstantinos [VII.] und an dritter Stelle S. gekommen. — (5) S. wird bei der Zeremonie in der Blachernenkirche nicht namentlich genannt, sondern nur pauschal unter dem Begriff “die Kaiser” (οἱ βασιλεῖς) erwähnt, cf. Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793) § 24, 80**,1-8 (Dobschütz); Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794–795) cap. XXVIII, § 56, 81**,1-13 (Dobschütz) = col. 449B-C (PG 113) = cap. 28, p. 54,32 – 56,4 (Guscin). Die Historiker nennen S. hier ebenfalls nicht ausdrücklich, doch kann man annehmen, daß die gesamte kaiserliche Familie das hohe Marienfest in der Blachernenkirche beging. Der weitere Einzug des Mandylions durch das Goldene Tor wird am ausführlichsten beschrieben in der Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794–795), cap. XXVIII–XXX, § 56-64, 81**,8 – 85**,7 (Dobschütz) = col. 449C–452D (PG 113) = cap. 28–30, p. 56,4 – 60,21 (Guscin). Kürzer, allerdings wohl älter ist die Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793); die Historiker bringen ebenfalls eine kürzere Fassung, die allerdings mehr Namen enthält, und erwähnen nach der Station des Mandylions in der Blachernenkirche nur den Prozessionsweg vom Goldenen Tor zur Hagia Sophia und weiter in den Palast: Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793) § 25f. 80**,14 – 84**,7 (Dobschütz); Theoph. cont. VI 48, p. 432,4-24; Symeon log. (Leon gr. 325,22 – 326,19; Theod. mel. 234,22 – 235,13; Symeon sl. 142,14-28); Symeon log. (Wahlgren) 136,610-629; Georg. mon. cont. (Bonn) 918,6 – 919,5; Georg. mon. cont. (Muralt) 1185A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 62,27 – 63,9; Ps.-Symeon 748,19 – 749,11; Yaḥyā [p. 34] p. 732 (PO 18,5); 2:35, p. 50 (Pirone); s. auch unten unter P. — (6) Theoph. cont. VI 52f., p. 435,3-21; Skylitzes, Konstantinos (2) 1, p. 234,22 – 235,67; Symeon log. (Leon gr. 328,4-14; Theod. mel. 236,18-27; Symeon sl. 143,22-29); Symeon log. (Wahlgren) 136,660-670; Georg. mon. cont. (Bonn) 921,1-11; Georg. mon. cont. (Muralt) 1188B–1189A; Georg. mon. cont. (Istrin) 64,10-18; Ps.-Symeon 752,10-20; Michael Psellos, Historia Syntomos 102, p. 94,87-89; Liudprand, Antapodosis V 20f., p. 141,26 – 142,20; Yaḥyā [p. 40f.] p. 738f. (PO 18,5); 3:4, p. 56 (Pirone); Mas‘ūdī, Tanbīh 173,11-13; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 397f.; Skylitzes erklärt in einer ausführlichen Version, daß der Putsch des S. gegen seinen Vater auf Konstantinos VII. zurückgegangen sei, der ihn durch seine Mittelsmänner gegen Romanos I. aufgestachelt habe, denn im Gegensatz zu seinem Bruder Konstantinos sei S. wankelmütiger und daher leichter verführbar gewesen. Hingegen wußte Konstantinos VII., wenn wir der Darstellung des Liudprand von Cremona folgen, nichts von dem Anschlag. — (7) Theoph. cont. VI 1, p. 436,3; Georg. mon. cont. (Bonn) 921,11-19; Georg. mon. cont. (Muralt) 1189A; Georg. mon. cont. (Istrin) 64,18-26; zu den Umständen cf. Kresten–Müller, Samtherrschaft 38–43. Skylitzes, Konstantinos (2) 2, p. 235,68 – 236,76, hält hingegen S. für die maßgebliche Person nach dem Sturz des Romanos. S. habe auch versucht, sich des Konstantinos VII. und seines Bruders Konstantinos zu entledigen, was erst den Gegenschlag des Konstantinos VII. ausgelöst habe. Nach Liudprand stand Konstantinos VII. an erster Stelle, und seine Entmachtung der beiden Brüder war ein Akt der Verteidigung, mit dem er einem entsprechenden Plan der Brüder zuvorkam. — (8) Theoph. cont. VI 2, p. 437,1 – 438,1; Skylitzes, Konstantinos (2) 2, p. 236,84-86; Symeon log. (Leon gr. 329,8-19; Theod. mel. 237,24; Symeon sl. om.); Symeon log. (Wahlgren) 136,13-24; Georg. mon. cont. (Bonn) 922,4-13; Georg. mon. cont. (Muralt) 1189B-C; Georg. mon. cont. (Istrin) 64,31-38; Zonaras XVI 20, p. 481,2-11; Michael Psellos, Historia Syntomos 102, p. 94,89-95; Liudprand, Antapodosis V 22, p. 143,9 – 144,9. Die Chroniken berichten in diesem Zusammengang über ein Zusammentreffen der Brüder mit Romanos I., der sich bitter über sie beklagt haben soll; Symeon log. (Leon gr. 329,19-23; Theod. mel. 237,24-28; Symeon sl. om.); Symeon log. (Wahlgren) 136,24-27; Georg. mon. cont. (Bonn) 922,14-18; Georg. mon. cont. (Istrin) 65,1-4; Ps.-Symeon 753,10-18; Zonaras XVI 20, p. 481,11-14; Kleinchroniken I 14,56, p. 140; s. auch Liudprand, Antapodosis V 22f., p. 144,19 – 145,19. Mas‘ūdī, Tanbīh 173,13-17; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 39, und Yaḥyā [p. 41] p. 739 (PO 18,5); 3:5, p. 56 (Pirone), berichten, daß S. und Konstantinos, nachdem sie 40 Tage gemeinsam mit Konstantinos VII. regiert hatten, versuchten, den letzteren zu stürzen. Da Konstantinos VII. aber von dem Plan in Kenntnis gesetzt worden sei, habe er sie am 9. Ǧumādā 333 a. h. (27.1.945) festsetzen und auf die Prinzeninseln bringen lassen. Laut Yaḥyā verlangten S. und Konstantinos einige Zeit nach ihrer Verbannung von Konstantinos VII., ihren Vater zu sehen, worauf sie nach Prote (al-Brūtī) gebracht wurden. Als sie Romanos als Mönch erblickten, seien sie in heftiges Weinen ausgebrochen. Danach seien sie auf unterschiedliche Inseln verbannt worden. — (9) Theoph. cont. VI 3, p. 437,15 – 438,1; Skylitzes, Konstantinos (2) 2, p. 236,87-94; idem, Basileios und Konstantinos 4, p. 255,66-72; Symeon log. (Leon gr. 329,23 – 330,2; Theod. mel. 237,28 – 238,1; Symeon sl. 143,38 – 144,1); Symeon log. (Wahlgren) 136,27-29; Georg. mon. cont. (Bonn) 922,14-20; Georg. mon. cont. (Muralt) 1192A; Georg. mon. cont. (Istrin) 65,4-11; Ps.-Symeon 753,21 – 754,1; Zonaras XVI 20, p. 481,14f.; 482,3f.; 23, p. 495,2-6; Yaḥyā [p. 42] p. 740 (PO 18,5); 3:7, p. 57 (Pirone). — (10) Theoph. cont. VI 6, p. 441,3-10; Georg. mon. cont. (Istrin) 65,27-32; Ps.-Symeon 754,10-15; Yaḥyā [p. 43] p. 741 (PO 18,5); 3:10, p. 58 (Pirone). — (11) Konst. Porph., De cerim. II 45, p. 665,11-13 (Reiske); II 45, p. 219,27f. (Haldon). — (12) Theoph. cont. VI 3, p. 437,11-15; Georg. mon. cont. (Bonn) 922,14-18; Georg. mon. cont. (Muralt) 1189C–1192A; Georg. mon. cont. (Istrin) 65,1-4; Ps.-Symeon 750,15 – 751,2; 753,18-21; verkürzt: Michael Psellos, Historia Syntomos 102, p. 94,95f. — Die Episode mit dem Mandylion, die sich nur bei Ps.-Symeon findet, wird von ihm als Grund für den Sturz des Romanos durch seine Söhne angegeben; cf. auch Cameron, Image of Edessa 93. Bei dem Zitat anläßlich des Treffens mit dem verbannten Vater auf Prote handelt es sich um Jesaja 1, 2.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn; Muralt; Istrin); Ps.-Symeon; Skylitzes, Zonaras; Michael Psellos, Historia Syntomos; Kleinchroniken. — (Ep.): Theodoros Daphnopates, Ep. 1 (p. 41 Darrouzès–Westerink). — (Hag.): Vita Basilii iun. (BHG 263) fol. 22r (p. 296 Vilinskij); cap. 15, p. *23B (AASS) (ohne Namen); fol. 32r (p. 303 Vilinskij); cap. 23, p. *24F (AASS); De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072) cap. 28, p. 885F–886A; Vita Mich. Maleïni (BHG 1295) cap. 23, p. 23,34 – 24,5 (ohne Namen; Vorhersage seines Sturzes); Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793) § 24-26, 80**,1 – 84**,7 (Dobschütz); Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794–795) cap. XXVIII–XXX, § 56-64, 81**,1 – 85**,7 (Dobschütz) = col. 449B–452D (PG 113) = cap. 28–30, p. 54,32 – 60,21 (Guscin); Synax. Cpl. 900,21. 25 (ohne Namensnennung). — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. II 45, p. 665,11-13 (Reiske); II 45, p. 219,27f. (Haldon). — (Dok.): Actes du Prôtaton, Nr. 3 (August 934 [7. Indiktion]), l. 2, p. 187; Actes de Lavra, Nr. 3 (August 941 [14. Indiktion]), l. 4, p. 94 (beide Zeugnisse nur zur Reihenfolge der Kaiser). — (Sonst.): Rubrik zu der Novelle des Romanos I. gegen die Landaufkäufe der Dynatoi vom September 934 (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 628), in: Svoronos, Novelles, Nr. 3, p. 79,3f. (nur zur Reihenfolge der Kaiser). — (Ms.): Kolophon des Stylianos (# 27413), s. Lake, Dated Mss. IV,237, p. 9; Euangelatu-Notara, Semeiomata 127f. (Nr. 30). — (Vers.): Symeon Logothetes, Grabgedicht auf S. — Συμεῶνος τοῦ λογοθέτου ἐπιτύμβιοι εἰς τὸν κῦριν Στέφανον τὸν βασιλέα (19 vv.), Incipit: Τάφον θεώρει, ἀλλὰ τὸν τρόπον βλέπε, ed. Vasil’evskij, in: VV 3 (1896) 574–578, bes. p. 577f.; cf. die Konjekturen von Kurtz, in: BZ 6 (1897) 442f. — (lat.): Johannes Diaconus, Cronaca Veneziana 134,16 – 136,11 (Monticolo); IV 1. 3–5; Dandolo, Chron. Venet. 167,16-18; 169,7-17; Chronicon Vulturnense II p. 77,1-4 (Erwähnung als Mitkaiser in einem in die Chronik inserierten Chrysobull vom April 927). — (syr.): Bar Hebraeus 161. — (arab.): Mas‘ūdī, Murūǧ; idem, Tanbīh; Yaḥyā. — (Sg.): ZV 68 a (= V. Laurent, Un portrait inédit de Romain Lécapène, in: Festschrift W. Sas-Zaloziecky, p. 102–108) -c (zusammen mit Romanos I. und Konstantinos VII.; datiert auf 931–944): Ῥωμανός, Κωνσταντῖνος καὶ Στέφανος βασιλεῖς Ῥωμαίων. — (Inscr.): Inschrift von Christupolis 269 (= Lemerle, Philippes 141). — (Num.): Morrisson II 562–565. 572; Catalogue, Byzantine Coins III/2, p. 526–528. 532. 537. 556: Taf. XXXVII; Grierson, Coins 408 (Reg.): Abb. Nr. 804.

L: ODB II 1203f. — Vasil’evskij, in: VV 3 (1896) 574–578; Kurtz, in: BZ 6 (1897) 442f. (Rez. von Vasil’evskij); Hiestand, Regnum Italicum 163–167; Darrouzès–Westerink 13f. 40f.; Kresten–Müller, Samtherrschaft (passim, bes. 52–57. 67f.).

P: Daß S. und Konstantinos Lakapenos auch im Herbst 944 noch die Ränge drei und vier innerhalb des Kaiserkollegiums innehatten, wurde von Kresten–Müller, Samtherrschaft 38–43, in Zweifel gezogen. Auf der Grundlage des Berichtes, den die Chronisten von der Translation des Mandylions im August 944 geben, entwickelten Kresten–Müller die Hypothese, daß S. und Konstantinos am 16. August anläßlich der feierlichen Prozession von ihrem Vater Romanos I. (der selbst nicht an den Feierlichkeiten teilnahm) im Rang vor Konstantinos VII. geschoben wurden oder aber in Abwesenheit ihres Vaters selbst die Gelegenheit wahrnahmen, um sich vor Konstantinos VII. zu schieben. Die Chronisten nennen im Zusammenhang der feierlichen Prozession nämlich die zwei Kaisersöhne S. und Kontantinos (Lakapenos), deren Schwager Konstantinos (also Konstantinos VII.) mit dem Patriarchen Theophylaktos (in dieser Reihenfolge), cf. Theoph. cont. VI 48, p. 432,19-21 (οἵ τε βασιλέως δύο υἱοὶ Στέφανός τε καὶ Κωνσταντῖνος καὶ ὁ γαμβρὸς αὐτοῦ Κωνσταντῖνος σὺν τῷ πατριάρχῃ Θεοφυλάκτῳ). Gegen diese Hypothese ist zum einen einzuwenden, daß die Chronisten zeitlich und an Genauigkeit nach zwei anderen Quellen zu dieser Prozession rangieren: der Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793), die vermutlich für den ersten Jahrestag der Translation, d. h. zum 16. August 945, geschrieben wurde, und der erweiterten Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794. 795). Diese beiden Quellen sprechen nur allgemein von den “jungen Kaisern”: οἱ νεάζοντες βασιλεῖς. Daher ergibt sich der Eindruck, daß die Chronisten 1) die konkreten Namen selbst hinzugefügt haben, und zwar eventuell irrtümlich in dieser Reihenfolge, und 2) durch die Reihenfolge vielleicht eine Rangfolge suggerieren wollen, vielleicht aber auch diese Reihenfolge gedankenlos verwendet haben, weil sie ihr keinerlei Bedeutung beimaßen. Zum anderen spricht auch eine andere Aussage der Chroniken gegen eine Verdrängung des Konstantinos VII. auf den letzten Rang: Nach dem Sturz des Romanos I. sei Konstantinos VII. als Autokrator “übriggeblieben” (ὑπελείφθη οὖν αὐτοκράτωρ Κωνσταντῖνος ὁ τούτου γαμβρὸς). Daß Konstantinos VII. in den Tagen nach dem Sturz des Romanos I. tatsächlich der verantwortliche Hauptkaiser war, zeigen die von ihm getroffenen Personalentscheidungen. Theoph. cont. VI 52, p. 435,3-10, spricht als einzige Quelle davon, daß Kaiser Romanos I. seinen Schwiegersohn Konstantinos VII. ausdrücklich als seinen Nachfolger bestimmt, ihn vor seine beiden eigenen Söhne gesetzt und diese aufgefordert habe, Konstantinos als ersten Kaiser zu respektieren (cf. zu diesem sog. “Testament” des Romanos I. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 645). Gegenüber der Zahl und dem Gewicht der Quellennachrichten, die Konstantinos VII. als zweiten Kaiser nach Romanos I. bzw. im Augenblick von dessen Entmachtung als Hauptkaiser sehen, läßt sich das Zeugnis des Skylitzes, Konstantinos (2) 1, p. 233,13 – 234,18, demzufolge K. nur dem Namen nach Kaiser gewesen sei, in Wahrheit aber hinter Romanos und dessen Söhnen Christophoros, S. und Konstantios Lakapenos der “letzte von allen” (τελευταῖος πάντων) gewesen sei, wahrscheinlich vernachlässigen. — Der Grund für den Sturz Romanos’ I. durch S. ist unklar. Möglicherweise kann man die Angaben der Quellen dahingehend interpretieren, daß Konstantinos VII. zwar offiziell erster Mitkaiser hinter Romanos I. war, daß aber S. und Konstantinos Lakapenos ihren Vater in der Absicht stürzten, später selbst den Thron einzunehmen, wobei sie die Durchsetzungskraft Konstantinos’ VII. unterschätzten und ihn für eine quantité négligeable hielten. Theoph. cont. VI 52 setzt den Sturz in Zusammenhang mit einer – nur hier zu findenden – Erklärung des Romanos, in der dieser Konstantinos VII. zu seinem Nachfolger bestimmt und seine beiden Söhne ausdrücklich auf die Plätze zwei und drei verwiesen habe. In den Quellen wird allgemein S. als der Anführer der Verschwörung gesehen, während Konstantinos Lakapenos eher eine passive Rolle zugeschrieben wird, zweifellos weil er als der Jüngere ohnehin nicht Hauptkaiser geworden wäre. In anderen Quellen (besonders Skylitzes) wird Konstantinos VII. als Drahtzieher hinter der Verschwörung des S. gesehen; cf. hierzu auch Müller, in: BZ 92 (1999) 68–73.

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