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Theodotos

Θεόδοτος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
27969
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
922
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Protokarabos (bas. Dromone); Protelates; Kandidatos; Strator; Spatharios; Spatharokandidatos; Protospatharios; Protospatharios tes phiales
Name normalisiert
Theodotos
Ort
Kpl.: Mese; Mese (Kpl.); Kpl.: Bukoleonhafen; Bukoleonhafen (Kpl.)
Quelle
Georg. mon. cont. (Bonn); Theoph. cont. 6; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Konst. Porph., DAI

T: Protokarabos — πρωτοκάραβος. Im DAI werden ihm folgende Titel und Ämter zugesprochen, die er während seiner Laufbahn erhalten habe: Protelates (erster Ruderer), Protokarabos, Kandidatos, Strator, Spatharios, Spatharokandidatos, Protospatharios und Protospatharios tes phiales.

V: Laut dem DAI war T. der Schwiegersohn des Michael Geron (# 25146), der vor ihm Protokarabos und Protospatharios tes phiales gewesen war. Im DAI wird heftige Kritik an seiner Karriere geübt. (Diese Passage dürfte, aufgrund ihrer dem Kaiser gegenüber recht kritischen Einstellung, kaum aus der Feder Konstantins VII. selbst stammen.) Als Michael Geron gestorben sei, sei T. Protelates gewesen. Er sei dann zum Protokarabos ernannt worden. Dies sei nur geschehen, weil der Kaiser Konstantinos VII. noch zu jung und der Parakoimomenos Konstantinos (# 23820) inkompetent gewesen sei. Als Protokarabos habe T. nacheinander die Titel eines Kandidatos, Strator, Spatharios, Spatharokandidatos und schließlich Protospatharios verliehen bekommen, obwohl niemals zuvor ein Protokarabos den Rangtitel eines Protospatharios erhalten habe. Schließlich sei er zum Protospatharios tes phiales (einer Art Hafenmeister im Bukoleonhafen) ernannt worden. Nach der Machtergreifung Romanos’ I. Lakapenos sei T., nach Aussage der Chroniken, als Teilnehmer an einer Verschwörung gegen Romanos I. im Jahre 922 abgesetzt, geprügelt, geschoren und mit Verbannung bestraft worden, in der er auch gestorben sei. Der zu diesem Zeitpunkt als Protokarabos amtierende Konstantinos Lorikatos (# 23832) durfte dagegen im Amt bleiben, nachdem er seine Loyalität gegenüber Romanos I. mit Eiden versichert hatte. Weitere Verschwörer neben T. waren der Sakellarios Anastasios (# 20299), der Koitonites Theodoretos (# 27607), der Notarios des Eidikon Demetrios (# 21470) und Nikolaos Kubatzes (# 25950). Die Verschwörung wurde von dem Notarios Theokletos (# 28037) verraten. Die Verschwörer wurden öffentlich geprügelt, in einer Strafprozession über die Mese Konstantinopels geführt und verbannt.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. VI 6, p. 400,9-18; Leon gr. 305,16-22; Theod. mel. 215,21-27; Georg. mon. cont. (Bonn) 892,13-22; Georg. mon. cont. (Muralt) 1152C–1153A; Georg. mon. cont. (Istrin) 49,14-19. — (Fs.): Konst. Porph., DAI 51,148-167.

L: Zu dem Protokarabos (Steuermann) cf. Guilland, Recherches II 113f. 221f.; zu dem Protospatharios tes phiales cf. ibidem 113–115.

P: DAI, Comm. 200, und, ihnen folgend, Belke–Soustal 256 Anm. 563, sehen in den Protokaraboi Steuerleute und nicht die Schiffskommandanten (κένταρχος). Wenn dies zutreffen sollte, so wäre auffällig, daß die in DAI 51 genannten Protokaraboi dann alle – unter Überspringung der Stufe des Kapitäns – direkt Protospatharioi tes phiales geworden sein müßten. Von einem (dann zusätzlichen) Kapitän der kaiserlichen Dromone ist nirgendwo die Rede. Insofern ist nicht auszuschließen, daß – zumindest bei den beiden kaiserlichen Dromonen – Protokarabos und Kapitän identisch gewesen sind. — Der Protokarabos konnte offenbar (nach einer gewissen Zeit) zum Protospatharios tes phiales aufsteigen, ohne seine Funktion als Protokarabos aufzugeben, übte beide Tätigkeiten also in Personalunion aus, wobei er als Protospatharios tes phiales anscheinend zusätzlich den Rangtitel eines Protospatharios erhielt. Die Kritik richtet sich hier offenbar dagegen, daß T. diesen Titel schon als Protokarabos erhielt, bevor er Protospatharios tes phiales wurde, und nicht umgekehrt.

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