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Theophylaktos

Θεοφύλακτος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
28195
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
922
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Protospatharios; epi tes trapezes tes augustas
Name normalisiert
Theophylaktos
Ort
Bukoleonhafen (Kpl.); Kpl.: Bukoleonhafen
Quelle
Konst. Porph., DAI

T: Protospatharios und epi tes trapezes der Augusta.

V: T. war epi tes trapezes der Augusta Helene Lakapene (# 22574), der Tochter Romanos’ I. und Ehefrau Konstantinos’ VII. Bis zu seiner Zeit hatte der epi tes trapezes auch die Zuständigkeit über die Besatzungen der Barken (Agraria) der Augusta, die im Bukoleonhafen lagen. Diese Zuständigkeit wurde ihm entzogen und auf den Protospatharios tes phiales übertragen, so daß die Besatzungen aller kaiserlichen Schiffe, die im Bukoleonhafen stationiert waren, nun einem einheitlichen Oberbefehl unterstanden. Im DAI wird diese – an und für sich sinnvoll erscheinende – Vereinheitlichung mit einer Intrige des Protospatharios tes phiales Konstantinos Lorikatos (# 23832) begründet, der zu bedenken gegeben hatte, daß der epi tes trapezes der Augusta sozusagen qua Amt dieser und dem Kaiser (hier ist Konstantinos VII. gemeint) ergeben und damit ein potentieller Aufrührer (gegen Romanos I.) sei. Damit er nicht die Besatzungen der kaiserlichen Schiffe zum Aufstand verleiten könne, müßten alle Schiffe, auch die Barken der Kaiserin, der Autorität des Protospatharios tes phiales unterstellt werden. Mit dieser Behauptung gewann er Ioannes Rhaiktor (# 22937), den Vertrauten Kaiser Romanos’ I., und durch diesen den Kaiser selbst.

Q: — (Fs.): Konst. Porph., DAI 51,173-191.

L: DAI Comm 203.

P: Wie schon DAI Comm. bemerkt, ist die Vereinigung der Besatzungen aller kaiserlichen Schiffe im Bukoleonhafen unter dem Befehl des Protospatharios tes phiales eine sinnvolle Maßnahme. Die im DAI gegebene Begründung, nach der der epi trapezes der Augusta quasi aufgrund seines Amtes als potentieller Verschwörer angesehen werden müsse, ist einigermaßen absurd, denn auch dieses Amt hätte ja von Romanos I. problemlos mit einem Mann seines Vertrauens besetzt werden können. Zudem handelt es sich bei der Augusta in diesem Fall um die Tochter des Romanos. Es mag allerdings psychologisch verständlich sein, daß Konstantinos VII. nahezu allen Maßnahmen des Romanos persönliche Motive unterstellt.

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