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Zoe Karbonopsina

Ζωή

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
28506
Namensvariante
Karbonopsina (Beiname); Karbonopsis (Beiname); Anna (Klostername); Karbunopsina (Beiname); Zui: Zu'ī (arab.)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Frau
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
904
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Augusta; Despotis (Kaiserin); Kaiserin; carica (mbulg.) = Kaiserin; Nonne; avgusta (mbulg) = Augusta = Kaiserin; Basilissa
Name normalisiert
Zoe
Ort
Kaiserpalast (Kpl.); Kpl.: Kaiserpalast; Mokioskirche (Kpl.); Kpl.: Mokioskirche; Bukoleonhafen (Kpl.); Kpl.: Bukoleonhafen; Pegekloster (Kpl.); Kpl.: Pegekloster; Petrion (Kpl.); Kpl.: Petrion; Euphemiakloster (in Petrion) (Kpl.); Kpl.: Euphemiakloster (in Petrion)
Quelle
Konst. Porph., DAI; Synax. Cpl.; ZV; Ebersolt, Musées; Theoph. cont. 6; Skylitzes; Georg. mon. cont. (Bonn); Konst. Porph., De cerim.; Leon gr.; Theod. mel.; Ps.-Symeon; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Zonaras; Vita Euthymii (BHG 651); Flusin, Fragment; Inscriptions (Grégoire I); Nikolaos Mystikos, Epp.; Michael syr.; Bar Hebraeus; Symeon sl.; Vita Euphrosynae iun. (BHG 627); Symeon log. (Wahlgren); Ṭabarī; Vita Basilii iun. (BHG 263); De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072); Eutych. Alex.; Yaḥyā; Symeon log.; Kleinchroniken; Catalogue, Byzantine Coins; Grierson, Coins; Morrisson II

N: Beiname: Karbonopsina (“mit kohlschwarzen Augen”) — Καρβωνοψίνα oder Karbonopsis — Καρβωνόψις (Vita Euthymii; Flusin, Fragment, cap. 29, p. 129,98); Klostername: Anna — ῎Αννα (Vita Euthymii [BHG 651] XXI, p. 133,9-11 [Karlin-Hayter]); arab.: Zu’ī.

T: Kaiserin, Augusta (mbulg.: avgusta), Basilissa — βασιλίσσα (z. B. Theoph. cont. VI 23, p. 370,17), Despotis — δεσπότις (Synax. Cpl.), mbulg.: c[ar]ica; Nonne.

V: Sie war zunächst die Geliebte und dann die vierte Frau Kaiser Leons VI. und Mutter Konstantinos’ VII. Porphyrogennetos. Sie war die Urenkelin des Photeinos (# 6241; cf. Theoph. cont. II 21, p. 769f.). Weitere Verwandte waren: Himerios (# 22624), eine Schwester (# 22624A), deren Name nicht überliefert ist, und Nikolaos (# 25943). Ein Verwandter war, wie aus Ṭabarī hervorgeht, auch Leon Choirosphaktes (# 24343).

Die Chroniken berichten, daß Z. die vierte Frau Leons VI. gewesen sei, die lange “ungekrönt” (ἀστεφής) mit ihm im Palast gelebt habe (1).

Am 11. Mai 903 soll Z. laut Georg. mon. cont. (Bonn) von Samonas (# 26973), dem Vertrauten Leons VI., in den Palast geleitet worden sein, wo sie den Kaiser erwarten sollte: ὁ Σαμωνᾶς ... ἀπελθὼν ἀγαγεῖν Ζωὴν ἐν τῷ παλατίῳ πρὸς τὸ συνεῖναι τῷ βασιλεῖ. Samonas war aus diesem Grund nicht bei der Prozession Leons in die Mokioskirche anwesend, als der Kaiser von einem Attentäter fast erschlagen worden wäre (2).

Im Jahre 905 wurde ihr Sohn Konstantinos (VII.) geboren. In diesem Zusammenhang erwähnt die Wundersammlung des Pegeklosters bei Konstantinopel, daß Z. unfruchtbar gewesen sei, aber dann durch Wasser aus der Quelle des Pegeklosters davon und ebenso von anderen Krankheiten geheilt worden sei (3).

Nach der Taufe Konstantinos’ VII. am 6. Januar 906 (Epiphanias), bei der er von dem Mitkaiser Alexandros und dem Patrikios Samonas aus der Taufe gehoben wurde, wurden Leon VI. und Z. am 9. Januar von dem Presbyteros Thomas (# 28291) getraut, der anschließend dafür durch den Patriarchen seines Amtes enthoben wurde. Danach krönte Leon Z. zur Kaiserin. Als Reaktion verweigerte Patriarch Nikolaos I. Mystikos (# 25885) dem Kaiser die Teilnahme an der Liturgie und mußte schließlich zurücktreten (4).

Auch der nachfolgende Patriarch Euthymios (# 21913) akzeptierte – jedenfalls der Vita Euthymii zufolge – die vierte Ehe Leons VI. nicht und erkannte Z. nicht als Kaiserin an. Die Argumentation des Patriarchen lief darauf hinaus, daß die Kirche zwar Kaiser Leon VI. aus Gründen der Nachsicht und der Oikonomia vergeben, aber die Ehe selbst keineswegs gebilligt habe: οὐ γὰρ νόμον ἢ τύπον τὸ σφάλμα ἐποιήσαμεν, ἀλλὰ συμπάθειαν καὶ οἰκονομίαν (Vita Euthymii, p. 109,29f.). Deshalb sei auch der Priester, der die Ehe eingesegnet habe, abgesetzt worden. Z. soll, wie vor allem die Vita Euthymii mitteilt, mehrere Versuche unternommen haben, Euthymios zum Einlenken zu bewegen, sowohl durch ihre Verwandten Himerios und Nikolaos, als auch durch Samonas (# 26973) und durch persönliche Botschaften. Der Patriarch blieb aber unerbittlich (5).

Laut der Narratio de Metrio Agricola (BHG 2272) förderte Z. den Eunuchen Konstantinos (# 23820), den späteren Parakoimomenos (6). Laut den Chroniken wurde dieser Konstantinos ihr von dem Parakoimomenos Samonas (# 26973) geschenkt und gewann bald in solchem Ausmaß die Zuneigung Z.s und Leons VI., daß Samonas, der um seinen Einfluß fürchtete, Leon einredete, daß Konstantinos und die Kaiserin ein Verhältnis unterhielten – wobei in der Darstellung der Chroniken, die hierüber berichten, verschwiegen wird, daß es sich bei Konstantinos um einen Eunuchen handelte. Konstantinos wurde zeitweilig zum Mönch geschoren und verbannt, gewann aber später die Zuneigung des Kaiserpaares zurück und wurde schließlich nach dem Sturz des Samonas an dessen Stelle zum Parakoimomenos ernannt (7).

Nach dem Tod Leons VI. verlor Z. zunächst ihren Einfluß. Die Vita Euthymii berichtet, daß sie Kaiser Alexandros auf dessen Sterbebett besuchte (8). Nach seinem Tod sei sie endgültig in Ungnade gefallen. Der inzwischen wieder amtierende Patriarch Nikolaos I. Mystikos, der nicht nur einer der Vormünder des jungen Konstantinos VII. war, sondern tatsächlich als Regent die Geschicke des Reiches lenkte, vertrieb sie aus dem Palast und ließ Senatoren und Bischöfe schwören, sie nicht als Kaiserin zu akzeptieren. Nach vier Monaten holte er sie zurück, ließ sie zur Nonne scheren, gab ihr den Nonnennamen Anna und erklärte sie zu seiner geistlichen Tochter — πνευματικὴ θυγάτηρ. Wie die Vita weiter berichtet, ertrug sie dies nur schwer und forderte, weiter Fleisch essen zu dürfen, was Nikolaos genehmigte (9). Z. wird nur in zwei Briefen des Patriarchen Nikolaos Mystikos erwähnt, nämlich in Ep. 32, wo er Papst Anastasius III. (# 20342) den Tetragamiestreit aus seiner Sicht schildert, und in Ep. 183 an den Parakoimomenos Konstantinos (10).

Den chronikalen Quellen zufolge wurde Z. auf Wunsch ihres Sohnes Konstantinos, der als Kind seine Mutter bei sich zu haben wünschte, wieder in den Palast zurückgeholt, aus dem sie schon von Alexandros entfernt worden war. Wie Skylitzes zusätzlich mitteilt, sei dies gegen den Wunsch der Vormünder geschehen: μητέρα ... ἀναβιβάζουσι καὶ ἄκοντες πάλιν αὐτήν. Nachdem Z. im Februar/März 914 die Zügel der Regierung in die Hände genommen hatte, berief sie den Parakoimomenos Konstantinos und die beiden Brüder Konstantinos Gongylios (# 23823) und Anastasios Gongylios (# 20298) in den Palast. Auf den Rat des Ioannes Eladas (# 22909) hin entmachtete sie die einstigen Vertrauten des Basileus Alexandros: Ioannes Lazanes (# 22906), Gabrielopulos (# 22045), Basilitzes (# 21126) und die übrigen. Zum Hetaireiarchen ernannte sie Theophylaktos (# 28193). Im Einvernehmen mit Theophylaktos setzte Z. den Patriarchen Nikolaos I. Mystikos als Mitglied der Vormundschaftsregierung zusammen mit seinem Anhang ab und befahl ihm, sich nur noch um die Belange seiner Kirche zu kümmern (Theoph. cont.: καταβιβάζει Ζωὴ Νικόλαον πατριάρχην ἅμα τοῖς μετ᾿ αὐτοῦ, μετ᾿ ὀργῆς τὰ τῆς ἰδίας ἐκκλησίας φροντίζειν εἰποῦσα). Wenig später wurde Theophylaktos auf Betreiben des Parakoimemenos Konstantinos abgesetzt, und Z. setzte an seiner Stelle Ioannes Garidas (# 22900) als Hetaireiarches und den Eunuchen Damianos (# 21369) als Drungarios der Bigla ein (11).

Nach der Entmachtung des Nikolaos Mystikos als des Vorsitzenden des Regentschaftsrates nahm Z. selbst die erste Stelle in der Regierung ein. Die Berichte über ihre Regierungszeit konzentrieren sich vor allem auf ihre außenpolitischen Aktivitäten, besonders gegenüber den Bulgaren. So ließ sie die thrakische Stadt Adrianupolis, die im September 914 an die Bulgaren übergeben worden war, durch den Patrikios Basileios (# 20920) und den Protospatharios Niketas Helladikos(# 25714) zurückkaufen (12). Wahrscheinlich im Jahre 916 erhob Z. Lykandos, eine Kleisura, in den Rang eines Themas und machte damit Melias (# 25041) zum Strategos (13).

Die Chronisten berichten, daß sie im Sommer 917 einen Angriff gegen den bulgarischen Herrscher Symeon vorbereitete und zu diesem Zweck eine Gesandtschaft an die Araber schickte. Nach Abschluß eines Friedensvertrages mit den Arabern wurden die kleinasiatischen Truppen nach Europa überführt und dem Domestikos Leon Phokas (# 24408) unterstellt, der jedoch eine schwere Niederlage erlitt (14).

Im folgenden Jahr soll der Parakoimomenos Konstantinos versucht haben, seinem Schwager Leon Phokas den Thron zu verschaffen. Angesichts dieser Bedrohung soll sich Konstantinos VII. dazu entschlossen haben – vielleicht rieten ihm hierzu aber eher seine Ratgeber, unter ihnen sein Lehrer Theodoros (# 27684) –, sich mit der Bitte um Unterstützung an den Flottenbefehlshaber Romanos Lakapenos zu wenden, der schließlich zustimmte. Im Frühjahr 919 wurde Konstantinos durch eine Intrige von Romanos auf dessen Schiff gefangengesetzt. Als Z. hiervon erfuhr, begab sie sich zum Bukoleonhafen, um Näheres zu erfahren. Theodoros erklärte ihr daraufhin, daß man so gehandelt habe, weil Leon Phokas die Rhomäer und (der Parakoimomenos) Konstantinos den Palast zugrunde gerichtet hätten (15).

Danach traf Konstantinos VII. im Palast mit dem Patriarchen Nikolaos Mystikos und mit dem Magistros Stephanos (# 27224) zusammen, um die Macht von seiner Mutter auf sich selbst übertragen zu lassen. Seine Mutter sollte aus dem Palast entfernt werden, aber sie weinte und rief ihren Sohn um Hilfe an, bis dieser erklärte, daß sie bei ihm bleiben solle. Dies geschah, aber ihre Macht als Leiterin der Regentschaftsregierung hatte Z. damit verloren (16).

Bei der endgültigen Machtübernahme des Romanos Lakapenos spielte Z. keine Rolle. Einige Zeit später, vermutlich noch 919 oder 920, wurde sie beschuldigt, auf Romanos Lakapenos einen Anschlag mit vergifteten Speisen versucht zu haben, die von dem Notarios Theokletos (# 28036) hergerichtet worden seien. Sie wurde aus dem Palast entfernt, nach Petrion gebracht und im Euphemiakloster zur Nonne geschoren (17).

Nach dem Zeremonienbuch war sie im Euphemiakloster in einem kleinen mit Skulpturen geschmückten Sarkophag, zusammen Anna (# 20427) und Helene (# 22572), zwei Töchtern Basileios’ I., beigesetzt. Dieses Kloster diente auch für andere Angehörige Basileios’ I. als Begräbnisstätte.

Anmerkungen: — (1) Theoph. cont. VI. 20, p. 366,10f.; Skylitzes, Leon 22, p. 182, 46f.; Symeon log. (Leon gr. 276,13f.; Theod. mel. 193,10f.; Symeon sl. 120,9f.); Symeon log. (Wahlgren) 133,274f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 862,14; Georg. mon. cont. (Muralt) 1109A; Georg. mon. cont. (Istrin) 31,27f.; Zonaras XVI 13, p. 446,1-4. Der Ausdruck ἀστεφής (bzw. ἄστεπτος bei Georg. mon. cont. [Bonn]) soll hier offenbar sowohl den fehlenden Ehekranz als auch die fehlende Krönung als Kaiserin bezeichnen. Erst nach der Geburt Konstantinos’ VII. heiratete Leon VI. Z. Die Verwandtschaft Z.s mit Leon Choirosphaktes geht aus Ṭabarī III 2277,6; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, 21, hervor, wo erwähnt wird, daß zu einer Gesandtschaft, die im Jahr 294 a. h. (22.10.906 – 11.10.907) zum Kalifen nach Bagdad kam, Leon, ein Verwandter der Frau des Kaisers, gehörte. Da es sich bei diesem Leon mit großer Wahrscheinlichkeit um Leon Choirosphaktes handelt, ist davon auszugehen, daß er und Z. Verwandte waren; Näheres s. unter Leon Choirosphaktes. — (2) Symeon log. (Leon gr. 275,18f.; Theod. mel. 192,25f.; Symeon sl. 119,35-37); Symeon log. (Wahlgren) 133,259f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 861,18-20; Georg. mon. cont. (Muralt) 1108A-B. — (3) Theoph. cont. VI 23, p. 370,9-11; Skylitzes, Leon 26, p. 184,16-18; Symeon log. (Leon gr. 279,6f.; Theod. mel. 195,7f.; Symeon sl. 121,8f.); Symeon log. (Wahlgren) 133,325f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 865,1f.; Georg. mon. cont. (Muralt) 1113B; Georg. mon. cont. (Istrin) 33,28f.; De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072) cap. 26, p. 885E; knappe Erwähnung auch bei Eutych. Alex. II 74,4f. — (4) Theoph. cont. VI 23, p. 370,16-20: εὐλογήθη δὲ Λέων ὁ βασιλεὺς μετὰ Ζωῆς ὑπὸ Θωμᾶ πρεσβυτέρου, ὅστις καὶ καθῃρέθη· καὶ βασίλισσαν αὐτὴν ἀνηγόρευσεν. Ähnlich Skylitzes, Leon 26, p. 185,18-23; Symeon log. (Leon gr. 279,6-16; Theod. mel. 195,7-18; Symeon sl. 121,8-15); Symeon log. (Wahlgren) 133,325-334; Georg. mon. cont. (Bonn) 865,2-5. 8-14; Georg. mon. cont. (Muralt) 1113B-C; Georg. mon. cont. (Istrin) 33,4 – 34,4; Ps.-Symeon 705,11f. datiert die Hochzeit in das 17. Jahr Leons VI., also auf 903/04, während er 708,22 – 709,2 die Geburt und Taufe in das 20. Jahr Leons und 709,3-8 die Heirat in das 21. Jahr Leons legt, also auf 906/07; kurze Zusammenfassung bei Zonaras XVI 13, p. 446,8-11; zu der Taufe s. auch Vita Euthymii (BHG 651) XI, p. 71,8-18 (Karlin-Hayter). — (5) Vita Euthymii (BHG 651) XVII, p. 109,24 – 112,27 (Karlin-Hayter). — (6) Narratio de Metrio agricola (BHG 2272), in: Synax. Cpl. 723/24,43. — (7) Theoph. cont. VI 29, p. 375,10 – 376,22; Skylitzes, Leon 32, p. 189,53 – 190,56; weitgehend identisch mit Theoph. cont. sind Symeon log. (Leon gr. 283,8 – 284,20; Theod. mel. 198,9 – 199,10; Symeon sl. 122,34 – 123,19); Symeon log. (Wahlgren) 133,402-432; Georg. mon. cont. 869,1 – 870,12; Georg. mon. cont. (Muralt) 1120B–1121C; Georg. mon. cont. (Istrin) 36,9 – 37,4; Ps.-Symeon 712,3 – 713,14. — (8) Vita Euthymii (BHG 651) XXI, p. 131,9-11 (Karlin-Hayter). — (9) Vita Euthymii (BHG 651) XXI, p. 133,3-14 (Karlin-Hayter). Bis hier ist die Vita Euthymii in relativer Übereinstimmung mit den chronikalen Quellen, von denen nur Skylitzes, Konstantinos 4, p. 201,31f., behauptet, daß schon Alexandros Z. aus dem Palast vertrieben habe. Des weiteren berichtet die Vita Euthymii, daß Z. ihrerseits gegen den Patriarchen zu intrigieren begann. So schickte sie 50 Bewaffnete (# 30268), die in die Räume des Patriarchen eindringen und ihn erschrecken sollten. Tatsächlich floh Nikolaos in die Kirche, und Z. kehrte an die Macht zurück. Sie schickte eine Botschaft an Euthymios, in der sie ihn aufforderte, auf den Patriarchenthron zurückzukehren. Jedoch lehnte Euthymios dies ab und forderte sie auf, sich mit Nikolaos auszusöhnen. Daraufhin schickte Z. einige Koitonitai (# 30269) zu dem Patriarchen, der sich immer noch in der Hagia Sophia aufhielt, und versprach ihm Sicherheit, wenn er sie in der Hagia Sophia als Kaiserin zusammen mit ihrem Sohn proklamiere. Wie die Vita Euthymii mitteilt, stimmte Nikolaos dem zu. — Bemerkenswert an der Darstellung der Vita Euthymii ist die völlige Ausklammerung der politischen Komponenten des Sturzes des Nikolaos, wie etwa der gescheiterten Bulgarienpolitik. Die von der Vita Euthymii genannten Gründe sind ausschließlich privater Natur, und die ganze Tendenz geht dahin, einmal mehr Euthymios als jemanden zu preisen, dem jeder persönliche Ehrgeiz abging und der daher die angebotene Rückkehr auf den Patriarchenthron ablehnte und sogar seinen Feind Nikolaos vor dem Sturz rettete; Vita Euthymii (BHG 651) XXI, p. 133,15 – 135,37 (Karlin-Hayter). — (10) Nikolaos Mystikos, Ep. 32,30-130; 183,37-39. Ep. 32 ist in das Jahr 912, Ep. 183 etwa 915/16 zu datieren. Dabei wird Z. an keiner einzigen Stelle mit Namen genannt, sondern es ist meist nur von der Frau — ἡ γυνή o. ä. die Rede. Übrigens berichtet Nikolaos (Ep. 32,56–62), Leon VI. habe Z. kurz nach der Taufe von Konstantinos VII. selbst gekrönt und die Gebete dazu gesprochen. In Ep. 183 ermahnte Nikolaos den Parakoimomenos Konstantinos, die Kirche nicht auszuplündern, um die Allianz mit den Petschenegen und Türken gegen die Bulgaren zu finanzieren. Er schließt mit den Worten, daß er aus Liebe zum Adressaten und auch aus Liebe zu Z. (“unserer geliebten Kaiserin” — τῆς δεσποίνης ἡμῶν καὶ ἠγαπημένης) geschrieben habe, auch wenn sie an dieser Liebe zweifele, die doch durch Taten belegt sei (Ep. 183,37-39). — (11) Theoph. cont. VI 6, p. 386,1-22; Skylitzes, Konstantinos 4, p. 201,30-48; Symeon log. (Leon gr. 292,14 – 293,5; Theod. mel. 205,7-28; Symeon sl. 126,23-38); Symeon log. (Wahlgren) 135,85-99; Georg. mon. cont. (Bonn) 878,10 – 879,11; Georg. mon. cont. (Muralt) 1133B-C; Georg. mon. cont. (Istrin) 41,31 – 42,14; Ps.-Symeon 721,18 – 722,13; verkürzt: Zonaras XVI 16, p. 462,9 – 463,2. — (12) Theoph. cont. VI 8, p. 387,14 – 388,4; Georg. mon. cont. (Istrin) 43,1-3 (beide mit einem längeren mythologischen Exkurs); Skylitzes, Konstantinos 6, p. 202,61-66; Symeon log. (Leon gr. 293,20 – 294,3; Theod. mel. 206,15-19; Symeon sl. 127,9-12); Symeon log. (Wahlgren) 135,118-122; Georg. mon. cont. (Bonn) 880,5-9; Georg. mon. cont. (Muralt) 1136B; Zonaras XVI 16, p. 463,2-9. — (13) Konst. Porph., DAI 50,159-163. — (14) Theoph. cont. VI 10, p. 388,13-24; Skylitzes, Konstantinos 8, p. 202,71 – 203,81; Symeon log. (Leon gr. 294,10-18; Theod. mel. 206,28 – 207,9; Symeon sl. 127,18-24); Symeon log. (Wahlgren) 135,129-137; Georg. mon. cont. (Bonn) 880,18 – 882,2; Georg. mon. cont. (Muralt) 1136C–1137B; Georg. mon. cont. (Istrin) 43,10-18; Ps.-Symeon 723,12 – 724,12; Zonaras XVI 16, p. 463,9 – 464,9. — (15) Theoph. cont. VI 11, p. 390,22 – 392,11; Skylitzes, Konstantinos 10, p. 207,4-17; Konstantinos (2) 1, p. 233,90-96; Symeon log. (Leon gr. 298,3-12; Theod. mel. 209,24 – 210,5; Symeon sl. 128,38 – 129,5); Symeon log. (Wahlgren) 135,205-213; Georg. mon. cont. (Bonn) 884,12-20; Georg. mon. cont. (Muralt) 1140B–1141C; Georg. mon. cont. (Istrin) 45,5-12; Zonaras XVI 17, p. 466,5 – 467,9. — (16) Theoph. cont. VI 11, p. 392,11-18; Symeon log. (Leon. gr. 298,12-20; Symeon sl. 129,5-10); Symeon log. (Wahlgren) 135,213-220; Georg. mon. cont. (Bonn) 884,20 – 885,5; Georg. mon. cont. (Muralt) 1141C; Georg. mon. cont. (Istrin) 45,13-18; Ps.-Symeon 726,3-8; Zonaras XVI 17, p. 467,9-13; die Nachricht stützt die Vermutung, daß es bei der Entmachtung des Parakoimomenos Konstantinos nicht um die Abwehr eines Putschversuches des Leon Phokas ging, sondern darum, die von Z. ausgeübte Macht auf ihren Sohn bzw. die hinter diesem stehenden Personen zu übertragen. Konstantinos VII. stand mit fast 14 Jahren kurz vor der Mündigkeit und bot so eine Gelegenheit, gegen die Machtstellung seiner Mutter vorzugehen; laut Yaḥyā [p. 80] p. 778 (PO 18,5); 7:24, p. 95 (Pirone), regierten Z. und Konstantinos VII. gemeinsam sieben Jahre. — (17) Theoph. cont. VI 16, p. 397,10-14; Skylitzes, Konstantinos 14, p. 211,32-34 (verkürzt); Symeon log. (Leon gr. 303,16-20; Theod. mel. 213,21-24; Symeon sl. 131,6-8); Symeon log. (Wahlgren) 136,66-70; Georg. mon. cont. (Bonn) 889,23 – 890,4; Georg. mon. cont. (Muralt) 1149A; Georg. mon. cont. (Istrin) 47,34 – 48,1; Ps.-Symeon 731,1-4; verkürzt: Zonaras XVI 17, p. 469,12-14.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Skylitzes; Symeon log. (Leon. gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn; Muralt; Istrin); Ps.-Symeon; Zonaras; Kleinchroniken I 15,1, p. 157; I 16,1, p. 164. — (Ep.): Nikolaos Mystikos, Epp. — (Hag.): Vita Euphrosynae iun. (BHG 627) cap. 26–27, p. 870D – 871A; cap. 29, p. 871E; Vita Euthymii (BHG 651); De templo B. M. V. τῆς Πηγῆς et miraculis (BHG 1072) cap. 26, p. 885E; Vita Mich. Maleïni (BHG 1295) cap. 20, p. 21,28f.; Narratio de Metrio agricola (BHG 2272), in: Synax. Cpl. 723/24,43 (ohne Namensnennung); Flusin, Fragment; Vita Basilii iun. (BHG 263) fol. 14r (p. 291 Vilinskij); cap. 10, p. *21F (AASS). — (Fs.): Konst. Porph., DAI 50,160f.; idem, De cerim. II 42, p. 648,21 – 649,3 (Reiske); Philotheos, Kletorologion 225,1. — (syr.): Michael syr. III 117; Bar Hebraeus 149 (beide ohne Namen). — (arab.): Ṭabarī; Eutych. Alex.; Yaḥyā. — (Sg.): ZV 62 a-c (zusammen mit Konstantinos VII.; datiert Februar 914–919): Κωνσταντῖνος καὶ Ζωὴ βασιλεῖς  Ῥωμαίων. Ein ähnliches Siegel haben Banescu und Papahagi, in: Byz 10 (1935) 605f. Nr. 5, publiziert, allerdings der Tochter Kaiser Konstantinos’ VIII. und einem ihrer Ehemänner zugeschrieben und falsch datiert. ZV 63 (zusammen mit Konstantinos VII.; datiert 918–19 [6. Indiktion]) = Oikonomides, Dated Seals 58: Κωνσταντῖνος αὔγουστος. Ζωὴ δέσποινα. ZV 64 (zusammen mit Konstantinos VII.; datiert Februar 914 – 919) = Oikonomides, Dated Seals 57:  Ὑπεραγία Θεοτόκε, βοήθει. Κωνσταντῖνος καὶ Ζωὴ βασιλεῖς  Ῥωμαίων. — (Inscr.): Inscriptions (Grégoire I) Nr. 303 (= CIG IV, Nr. 8743). — (Num.): Morrisson II 561–566. 573. 578; Catalogue, Byzantine Coins III/2, p. 526f. 530f. 537. 539: Taf. XXXVI; Grierson, Coins 411 (Index).

L: ODB III 2228; II 1262f. s. v. “Macedonian Dynasty”; Nicol 136f. — Kolias, Léon Ch. 18. 49. 51 Anm.1; Karlin-Hayter, in: Vita Euthymii 192–195; Jenkins–Westerink 541f. 591; Magdalino, in: DOP 42 (1988) 99; Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 616. 683a; Tougher, Leon 262 (Index); Ciccolella, Anacreontee 73.

P: Z. ist entgegen der Annahme von Kolias, Léon Ch. 51 Anm. 1, und Magdalino, in: DOP 42 (1988) 99, wohl nicht mit der nicht namentlich genannten Braut des Kaisers Leon VI. identisch, deren Hochzeit von Leon Choirosphaktes (# 24343) in zwei anakreontischen Epithalamien besungen wurde. Diese Gedichte beziehen sich wahrscheinlich auf die zweite Ehe Leons VI. mit Zoe Zautzina (# 28505), cf. Tougher, Leon 142, und Ciccolella, Anacreontee 73.

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