Open Access Published by De Gruyter

Anonymi

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
30196
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
896
ethnos
Bulgarien
Religion
unklar
Titel / Beruf
Übersetzer (griech.-> bulg.); bulg. Sekretär (grammateus); grammateus (Sekretär) (bulg.); Schreiber
Name normalisiert
Anonymi
Ort
Bulgarien
Quelle
Leon Magistros, Epp.

T: Sekretäre des Bulgarenherrschers Symeon (# 27467) — γραμματεῖς (Leon Magistros, Ep. 4,2, p. 79); Übersetzer (vom Griechischen ins Bulgarische), jedenfalls oblag ihnen die Lektüre und Interpretation von griechischen Texten.

V: Als der byzantinische Gesandte und Magistros Leon Choirosphaktes (# 24343) wohl im Sommer/Herbst 896 in Bulgarien mit dem Herrscher Symeon über die Freilassung der byzantinischen Kriegsgefangenen verhandelte, beklagte er in einem Brief an Symeon (Ep. 4), daß Symeon über keine guten Sekretäre verfüge, die seine (Leons) Worte (= Ep. 2) richtig zu interpretieren verstünden. Ob dieser Äußerung zu entnehmen ist, daß Symeon Sekretäre hatten, die sich mit Leons Ep. 2 auseinandergesetzt hatten, diesen Brief jedoch – nach Leons Meinung – nicht richtig verstanden hatten, oder aber, daß es solche Sekretäre gar nicht gab, weil Symeon, der mit Sicherheit Griechisch konnte (s. dazu unter Symeon), sich selbst mit dem Brief (Ep. 2) des Leon befaßt hatte, bleibt unklar. Leons Klage über die Sekretäre, die alles falsch verstanden hätten, wäre dann nur eine Ausflucht, um nicht dem Herrscher selbst ein mangelhaftes Verständnis des Griechischen vorzuwerfen. Zur Problematik des Briefwechsels zwischen Leon und Symeon s. auch in den Prolegomena (p. 25–27 zu Leon Magistros, Epp.) und bei Leon.

In einem späteren Brief (Ep. 10) spricht Leon (wenig konkret) von einem Schreiber, dessen Fehler es sei, wenn ein Brief nicht die wahre Gesinnung seines Herren (sc. Symeon) zum Ausdruck bringe (σφάλμα τοῦ τὸ γράμμα γράψαντος).

Q: — (Ep.): Leon Magistros, Ep. 4, p. 79–81 (Kolias) passim; 10,15, p. 87 (Kolias).

L: Kolias, Léon Ch. 37.

QuelleSource