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2. Was ist ein Text?

Kirsten Adamzik

Abstract

Der Beitrag geht davon aus, dass die Frage nach dem Textbegriff inzwischen ganz in den Hintergrund textlinguistischer Beiträge getreten ist, im Rahmen der Profilierung bestimmter Fragestellungen und Forschungsrichtungen aber immer wieder bestimmte Merkmale von Untergruppen des überaus heterogenen Gesamtbereichs hervorgehoben oder auch ausgeblendet werden. Zu den alten Entgegensetzungen ,mündlich-schriftlichʻ und ,sprachlich-nichtsprachlichʻ sind insbesondere ,materiell-virtuellʻ und ,interaktiv-nichtinteraktivʻ hinzugetreten. Im Zuge der Fokussierung solcher Eigenschaften kommt es teilweise zu einer scharfen Trennung von Text und Gespräch bis hin zu einer Polarisierung im Sinne von Produkt vs. Prozess. Demgegenüber wird hier betont, dass es sich dabei ebenso wie bei der Mustergeprägtheit (Praktik) nur um verschiedene Facetten eines Phänomens handelt und statt Polarisierungen die Arbeit mit Skalen angezeigt ist. Bei den Prozessen stehen bislang solche im Vordergrund, die die individuelle Ebene (Produktion und Rezeption) und die Interaktion in Kleingruppen (Gespräche) betreffen. Der Beitrag stellt dem an die Seite Praktiken im Umgang mit Texten, die von mehr oder weniger großen Kollektiven getragen werden. Dazu gehört insbesondere die Zuschreibung von Überlieferungswert durch intertextuelle Verfahren, die Texte zu Bestandteilen des kollektiven Gedächtnisses macht.

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