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1. Diskurs und Wissensrahmen

From the book Handbuch Diskurs
Dietrich Busse

Abstract

Der Begriff Diskurs im Sinne Foucaults ist eng mit dem Begriff der Episteme, d. h. dem gesellschaftlichen Wissen in seiner Gesamtheit, verbunden. Analyse von Diskursen ist daher immer Analyse der Episteme. Das ereignishafte Auftreten von Wissenselementen im Diskurs kommt dabei ebenso in den Blick wie die Bildung von Serien solcher Ereignisse, die daraus entstehenden Regelhaftigkeiten im Auftreten von Diskurselementen, und schließlich das Wirken diskursiver Formationen als Möglichkeitsbedingungen für das künftige Auftreten von Wissenselementen. Auf der Ebene des Wissens, das in Bezug auf die Texte eines Diskurs- Korpus und auf das Sprachverstehen als bedeutungsrelevantes und verstehensermöglichendes Wissen figuriert, verbindet sich die Analyse von Diskursen mit der Analyse der Sprache. Ein fruchtbares theoretisches Modell und der daraus erwachsende methodische Ansatz, der die Ebene der Sprache (Bedeutungen) und der Diskurse verbinden kann, ist die Analyse von Wissensrahmen (Frames). Der folgende Beitrag erläutert, wie Semantik, Rahmenanalyse des Wissens und Diskursanalyse ineinandergreifen, und welche Synergieeffekte aus diesem Zusammenwirken erwartet werden können.

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