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9. Diskurslinguistik und Korpora

From the book Handbuch Diskurs
Noah Bubenhofer

Abstract

Der Beitrag skizziert die grundsätzliche korpuslinguistische Perspektive auf Diskurse. Zunächst wird diese Perspektive genauer spezifiziert als Fokussierung auf die Musterhaftigkeit von Sprache und Repräsentation von Daten in Vektorräumen. Danach werden die grundlegenden Schritte des Korpusaufbaus und die Möglichkeiten der Annotation der Daten diskutiert. Schließlich werden die wichtigsten Analysekategorien, die für diskurslinguistische Fragestellungen relevant sind, beschrieben: Kollokationen, Mehrworteinheiten, Keywords, Topic Models und Netzwerkanalysen. Der Beitrag schließt mit Überlegungen, die Korpuslinguistik nicht als Hilfswissenschaft für die Diskursanalyse zu sehen, sondern als Schlüssel zu einem neuen Verständnis des Umgangs mit Daten in den Geisteswissenschaften. In diesem Zusammenhang werden fünf Desiderate genannt, die im Rahmen einer sozial- und kulturwissenschaftlich interessierten maschinellen Textanalyse verfolgt werden sollten.

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