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16. Diskurslinguistik und Vertikalität: Experten und Laien im Diskurs

From the book Handbuch Diskurs
Albert Busch

Abstract

Unter Diskursvertikalitat lässt sich die kommunikative Variation und Modifikation von Wissen zwischen Experten und Laien in öffentlichen Diskursen verstehen. Die skalierbare Ausdifferenzierung in diskursive Experten- und Laienformationen gehört folglich in den Fokus von Diskurssemantik und Diskurslexikologie. Experten- und Laienstrukturierungen können als Wissens- und Sprachhorizonte Diskurse durchziehen. Gleichermaßen können auch ganze Diskurse vertikale Kommunikationsroutinen darstellen, die Wissen vermitteln, modifizieren oder manipulieren. Resultate diskursiver Experten-Laien-Kommunikation sind parallel existierende Wissenssystematiken oder -positionen, die ihrerseits als Resonanzraum für vertikal differente Kommunikationssysteme fungieren. Vor diesem Hintergrund stellt der Beitrag Regularitäten diskursiver Experten- Laienkommunikation dar und entwirft eine vertikalitätsorientierte Beschreibungssystematik, die Vertikalitätsregularitäten wie den Öffentlichkeitscharakter, diskursive Persuasion und Progression sowie lexikalische Strategien in einen wissenssystematischen Horizont rückt und mit der Analyse von Grounding-Prozessen sowie diskursiver Risikokommunikation verbindet.

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