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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter 2019

9. Sprache und Aufklärung. Sprachreflexion und Sprachbewertung als Mittel zum Zweck gesellschaftlicher Demokratisierung

Jürgen Schiewe

Abstract

Bereits seit Beginn der schriftlichen Überlieferung findet man Zeugnisse der Sprachreflexion, in denen ein Bezug zwischen Sprache, Gesellschaft und - im weitesten Sinne - Politik konstruiert wird. Grundlegend für derartige Konstruktionen ist die Annahme eines gegenseitigen Bedingungsverhältnisses von Sprache und Wirklichkeit, Denken und Handeln. In der Folge wurden und werden Sprachreflexion und einer darauf aufbauenden Sprachbewertung die Rolle zugewiesen, auf die anderen Komponenten einwirken, insbesondere gesellschaftliche Strukturen und auch politische Verhältnisse verändern zu können. In dem Beitrag wird die Ansicht, Sprachreflexion könne zum Zwecke der Aufklärung eingesetzt werden und Sprachbewertung diene der gesellschaftlichen Demokratisierung, an ausgewählten Beispielen aus zweieinhalb Jahrtausenden illustriert. Der Schwerpunkt liegt auf dem 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, jener Phase der Sprachreflexion, in der die politische Dimension der Sprache erkannt und eine aufklärerische Sprachkritik begründet wurde.

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