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Ehrenfels, Wagner und der Gestaltbegriff

Ulf Höfer

Zusammenfassung

Ehrenfels, der bekennende Wagner-Verehrer, erweist sich in der Beziehung zu seinem Idol gleichermaßen schwärmerisch begeistert wie kritisch abwägend. Im Licht von Materialien aus dem Nachlass und seinen Schriften über Wagner und die Ästhetik stellt sich sein Verhältnis zu ihm und zum Wahnfried-Kreis enger dar, als bislang allgemein anerkannt wurde. Insbesondere der Begriff der Gestaltqualität offenbart sich in seiner Konzeption deutlich von Wagner inspiriert und unter den Anwendungen, die Ehrenfels davon macht, nehmen jene mit Bezug auf die Musik einen besonders prominenten Platz ein. So sind auch seine Verteidigungsversuche der Musik Wagners in wesentlichen Punkten gestalttheoretisch ausgerichtet. In der Verbindung von Gestalten mit seinem Konzept des unbeweisbaren Wissens für die Begründung einer wissenschaftsverträglichen Religion zeigt sich Ehrenfels schließlich als Metaphysiker mit besonderem Naheverhältnis zu Wagner und religiösen Wagnerianern.

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