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Weltbild, Sternwarten und astronomische Uhren

Kulturgeschichte der Astronomie im Ostseeraum

Gudrun Wolfschmidt

Abstract

Luther und Copernicus waren Zeitgenossen. Ging der Umbruch in der Astronomie einher mit der Reformation? Überwiegt Innovation oder Tradition? Am Beispiel astronomischer Uhren, Astrologie, Prognostik und Kalenderreform wird das erstaunlich lange Wechselspiel zwischen Naturforschung und Religion beleuchtet. Die Rezeption des copernicanischen Weltbildes ist bis in die Barockzeit von Konflikten mit der Kirche begleitet, man denke nicht nur an den Fall Galilei, sondern auch an die Bevorzugung des tychonischen Weltbildes als Kompromiß. Mit Kepler und Newton begann die Physikalisierung der Astronomie im 17. Jahrhundert. Das führte zur Trennung von Theologie und Philosophie (artes liberales). Die Verwissenschaftlichung, der Wandel von der Naturphilosophie zur exakten Naturwissenschaft, war verbunden mit der Gründung protestantischer Universitäten und Observatorien im Ostseeraum und ist charakteristisch für die Epoche der Aufklärung.

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