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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter 2022

(Architektonische) Transparenz von Moscheen im Migrationskontext

Eine islamwissenschaftliche Perspektive

Albrecht Fuess

Abstract

Moscheebauten sind in deutschen Städten recht neu, da die muslimische Migration erst in den 1960er Jahren begann. Aus finanziellen Gründen und wegen Akzeptanzproblemen wurden diese Moscheen meist in Privathäusern, Industrieanlagenund Hinterhöfen errichtet. Besonders nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erwuchs daraus der Verdacht der Mehrheitsgesellschaft, dass muslimische Organisationen etwas zu verbergen hätten und es wurden Forderungen laut, dass sich Moscheevereine öffnen sollten. Dies führte dazu, dass in Allianzen von Kommunen mit deutschen Moscheevereinen trotz noch bestehender Vorurteile neue Moscheen gebaut wurden. Einige dieser Moscheen folgten bereits modernen deutschen Baumustern (Neue Sachlichkeit) mit geraden Linien und viel Glas. Dies bedeutet einerseits eine Integration in die deutsche Architektur, signalisierte aber auch durch die Glasfronten, dass sich die Gemeinden öffneten und nichts zu verbergen hatten. Der vorliegende Beitrag beleuchtet vier Fälle des modernen deutschen Moscheebaus und geht der Frage nach, ob diese Art der architektonischen Anpassung zu einer besseren Integration der muslimischen Gemeinden in deutschen Städten führt.

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