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BY 4.0 license Open Access Published by De Gruyter 2021

Weil STANDARD verständlich ist und DIALEKT authentisch macht

Varietätenkonzeptionen im sekundären und tertiären Bildungsbereich in Österreich

Philip C. Vergeiner, Elisabeth Buchner, Eva Fuchs and Stephan Elspaß

Varietätenkonzeptionen im sekundären und tertiären Bildungsbereich in Österreich

10.1515/9783110731958.

Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, Varietätenkonzeptionen im sekundären und tertiären Bildungsbereich in Osterreich zu analysieren. Dabei wird gefragt, (a) was Sprecher/innen an Schule und Universität unter Varietäten wie DIALEKT und STANDARD verstehen, (b) wie sie sie jeweils bewerten und (c) welche normativen Erwartungen sie zu ihrer Verwendung in Bildungskontexten haben. Um diese Fragen zu beantworten, wurden halbstrukurierte Interviews einer inhaltsanalytischen Untersuchung zugeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass es sowohl an Schule als auch Universität zum Teil ähnliche Varietätenkonzepte gibt. Zugleich werden jedoch auch Ambiguitäten und Widersprüche zwischen beiden Bereichen ebenso wie innerhalb dieser offengelegt. Dies spiegelt die komplexe DIAGLOSSISCHE, z. T. auch DIGLOSSISCHE Situation in Osterreich, wo DIALEKT und STANDARD im Alltag gleichermaßen präsent sind und einzelne Varietäten regionen-, situations- und wohl auch individuenspezifisch unterschiedlich bewertet und verwendet werden.

Abstract

The aim of this paper is to analyse concepts of language varieties in secondary and tertiary education in Austria. The questions put forward are (a) what speakers’ notions of varieties such as dialect and standard are at schools and universities, (b) how they evaluate them and (c) what normative expectations they have for their use in educational contexts. To answer these questions, semi-structured interviews were subjected to a content analysis. The results show that there are some similar variety concepts at school and university. At the same time, however, ambiguities and contradictions between the two areas as well as within them are disclosed. This reflects the complex diaglossic and partly also diglossic situation in Austria, where dialect and standard are equally present in everyday life and individual varieties are evaluated and used differently depending on the region, situation and probably also on an individual basis.

© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Munich/Boston
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