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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter 2024

One Health. Problematisierung von Gesundheit im Anthropozän

From the book Kann das Anthropozän gelingen?

  • Iris Dzudzek and Henning Füller

Abstract

Ob Pandemie, Hitzestress oder Antibiotikaresistenzen: Anthropogene Veränderungen der Umwelt werden zunehmend als Gesundheitsrisiko wahrgenommen. Mit One Health hat sich in den vergangenen Jahren ein Feld internationaler Gesundheitspolitik herausgebildet, das krisenhafte Mensch-Umwelt-Beziehungen durch konkrete Politikmaßnahmen gesundheitsfördernd gestalten will. Parallel zu einem zentralen Topos im Anthropozän-Diskurs (Interdependenz-Narrativ) liegt auch der Debatte um One Health die Problematisierung des Verhältnisses von Mensch und Natur zugrunde. In diesem Beitrag fragen wir aus einer machtkritischen Perspektive nach den Gelingensbedingungen und Machtwirkungen, die mit den veränderten Leitlinien und Praktiken von One Health verbunden sind. Als Referenz dienten uns aktuelle Debatten in den Lebenswissenschaften sowie in den Wissenschafts- und Technikstudien, die die kategorische Trennung von Mensch und Umwelt zugunsten symbiotischer und relationaler Ontologien auflösen. Mit Hilfe von Foucaults Perspektive der Problematisierung arbeiten wir heraus, wie Gesundheit in den Politiken und Programmen von One Health als Problem aufgefasst wird:Welche Bearbeitungsweisen des Problems werden damit ins Werk gesetzt und was wird im Gegenzug dethematisiert? Entgegen der ursprünglich stark von Wechselwirkungen und Verschränkung her motivierten Debatte zeigen sich hier insbesondere Effekte der weiteren Grenzziehung und Isolierung zwischen Mensch und Tier.

© 2024 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Downloaded on 25.2.2024 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783111091396-016/html
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