Accessible Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter January 15, 2008

Romanischer Einfluss auf den Minnesang: Friedrich von Hausen und die Hausenschule

Anton H. Touber
From the journal

Um 1170 ändert sich der Charakter des deutschen Minnesangs. Die grundsätzlich unerfüllbare Hohe Minne ersetzt die frisch zupackende Liebe der donauländischen Vorgänger, die Liebe heischende Dame der frühen Lyrik wird zur kalten, unerreichbaren, den Minnenden immer zurückweisenden Frouwe. Diese Wende in der Minneauffassung ist mit zahlreichen neuen Motiven verbunden, wie Sinnenverwirrung des Mannes, Fernliebe, Reflexion, Auseinandersetzung zwischen Minne- und Gottesdienst. Auch die äußere Form der Lieder ändert sich. Die langzeilige Blockform der Donauländer wird durch den kurzzeiligen stolligen Bau der Kanzone abgelöst. Die Forschung macht den Minnesänger Friedrich von Hausen für diese ›samtene Revolution‹ verantwortlich, und nimmt an, er habe bei einer Gruppe von Minnesängern, die man Hausenschule genannt hat, Nachfolger gefunden. Vorliegende Studie untersucht die Richtigkeit dieser Ansichten. Wir behandeln dazu die Strophenformen und den Inhalt bei (A) Friedrich von Hausen und in der Romania, (B) der Hausenschule und in der Romania.

Online erschienen: 2008-01-15
Erschienen im Druck: 2005-June-23

© Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2005